{"id":20661,"date":"2026-09-21T15:12:54","date_gmt":"2026-09-21T13:12:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?post_type=publikation&#038;p=20661"},"modified":"2026-09-21T15:12:54","modified_gmt":"2026-09-21T13:12:54","slug":"helfen-das-deutsche-und-europaeische-lieferkettengesetz-den-arbeiterinnen-in-der-bekleidungsindustrie","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-254\/publikation\/helfen-das-deutsche-und-europaeische-lieferkettengesetz-den-arbeiterinnen-in-der-bekleidungsindustrie\/","title":{"rendered":"Helfen das deutsche und europ\u00e4ische Lieferkettengesetz den Arbeiter*innen in der Bekleidungsindustrie?"},"content":{"rendered":"<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Im Jahr 2013 ereignete sich das gr\u00f6\u00dfte Ungl\u00fcck in der Geschichte der Bekleidungsindustrie: der Einsturz des Rana-Plazas-Geb\u00e4udes in Bangladesch mit 1036 Toten und \u00fcber 2400 Verletzten, vor allem Frauen. Es war ein Weckruf an die Industrie und f\u00fchrte zur Schaffung des Brandschutzabkommens ACCORD sowie 2014 zur Gr\u00fcndung des B\u00fcndnisses f\u00fcr nachhaltige Textilien in Deutschland. Mit der Katastrophe von Rana Plaza aber auch vorangegangenen Br\u00e4nden in Fabriken in Bangladesch (Tazreen) und Pakistan (Ali Enterprise) stieg der Druck auf die Unternehmen, Verantwortung f\u00fcr die Arbeitsbedingungen in ihrer Lieferkette zu \u00fcbernehmen. Nach vielen Kampagnen, an denen sich die Nichtregierungsorganisation FEMNET im B\u00fcndnis mit der Initiative Lieferkettengesetz beteiligte, wurden endlich 2021 das Lieferkettengesetz (LkSG) in Deutschland und 2024 die Corporate Sustainable Due Diligence Directive (CSDDD) auf EU-Ebene verabschiedet. Sie verpflichten Unternehmen, entlang ihrer gesamten Wertsch\u00f6pfungskette Menschenrechte und Umweltstandards zu achten. W\u00e4hrend es bisher nur freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen gab, wurden erstmals rechtlich verbindliche Sorgfaltspflichten festgeschrieben. Das LkSG wurde nur erstellt, weil eine Studie der Bundesregierung (AA 2020) zur Wirksamkeit von freiwilligen Ma\u00dfnahmen von 2020 festgestellt hatte, dass nur ein kleiner Teil der Wirtschaft freiwillig seinen menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten nachkommt. W\u00e4hrend das LkSG in Kraft getreten ist, wurde das CSDDD zwar verabschiedet, wurde 2025 aber verw\u00e4ssert, bevor es \u00fcberhaupt umgesetzt werden konnte.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"1-die-ausbeutung-von-frauen-in-der-bekleidungsindustrie-in-suedasien\">1. Die Ausbeutung von Frauen in der Beklei&shy;dungs&shy;in&shy;dus&shy;trie in S&uuml;dasien<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Obwohl es zahlreiche Richtlinien \u2013 wie die UN-Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte, die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) oder die OECD-Leitlinien f\u00fcr multinationale Unternehmen \u2013 gibt, bestehen ausbeuterische Arbeitsverh\u00e4ltnisse in der Bekleidungsindustrie fort. Die Richtlinien sind nicht verbindlich.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es werden keine existenzsichernden L\u00f6hne gezahlt, teilweise nicht einmal gesetzlich vorgeschriebene Mindestl\u00f6hne, es besteht geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz und Verhinderung von Organisationsfreiheit, um nur einige Probleme zu nennen. In den patriarchalischen Gesellschaften Bangladeschs und Indiens ist die sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz ein sehr gro\u00dfes Problem. Einer Befragung des Bangladesh Center for Worker Solidarity (BCWS) mit Unterst\u00fctzung FEMNETs von circa 420 Arbeiter*innen zufolge gaben 76 Prozent an, schon einmal mit geschlechtsspezifischer Gewalt am Arbeitsplatz konfrontiert gewesen zu sein (BCWS\/FEMNET 2020). Frauen werden beschimpft, gekniffen, gesto\u00dfen, vor anderen Arbeiter*innen blo\u00dfgestellt. Es kommt sogar zu erzwungenen sexuellen Dienstleistungen f\u00fcr die Aufseher, Vergewaltigungen und Mord. Ein sehr hoher Prozentsatz \u2013 man vermutet 70 Prozent \u2013 dieser F\u00e4lle wird nicht gemeldet, weil die Frauen dem internen Beschwerdemechanismus in den Fabriken nicht trauen, sofern es diesen \u00fcberhaupt gibt. Zwar gibt es einige Arbeiter*innen, die sich mithilfe von Gewerkschaften gegen Arbeitsrechtsverletzungen wehren, aber sehr selten wird geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz gemeldet. Die meisten Gewerkschaften werden von M\u00e4nnern gef\u00fchrt, die sich nicht f\u00fcr die Anliegen der Frauen einsetzen. Das Thema ist tabu, teilweise geben Frauen sich sogar selbst die Schuld und wagen es nicht, damit an die \u00d6ffentlichkeit zu gehen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">W\u00e4hrend der Hitzemonate mit Temperaturen von bis zu 40 Grad ist die Arbeit in den Fabriken eine H\u00f6lle. Es gibt selten Ventilatoren oder K\u00fchlung. N\u00e4herinnen leiden stark unter der Hitze, die Arbeit hat schwerwiegende Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Sie trinken zu wenig, weil es entweder kein sauberes Wasser gibt oder, um zu vermeiden, zu h\u00e4ufig auf die Toilette zu m\u00fcssen. Letzeres f\u00fchrt meist zu einem Produktionsstau und zu Beschimpfungen durch die Aufseher. Frauen nehmen sogar Pillen, um ihre Menstruation zu unterdr\u00fccken, weil in der Hitze nicht gen\u00fcgend Wasser zur Hygiene zur Verf\u00fcgung steht. \u201eThe factory during the summer months feels like a pressure cooker\u201c, sagt Hema, eine Arbeiterin in S\u00fcdindien. \u201eDie Hitze f\u00fchrt auch zu Ohnmachtsanf\u00e4llen (Shivakumar 2024).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">In Indien sind zwar die Rechte von Frauen und die Gleichberechtigung der Geschlechter de jure anerkannt, Frauen werden aber de facto weitgehend diskriminiert. Diskriminierung erfolgt nicht nur auf Basis ihres Geschlechts, sondern auch aufgrund ihrer Kaste, Ethnie, sexueller Orientierung oder Tradition. Insbesondere die untere Kaste, die Dalits, arbeiten in den Spinnereien und Textilfabriken, wobei sie dort auch von anderen Arbeiter*innen diskriminiert werden. Sie essen nicht am gleichen Tisch, trinken nicht aus gleichen Gl\u00e4sern. 27 Prozent der M\u00e4dchen werden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet (Reuters 2018). Vergewaltigung innerhalb der Ehe ist kein Verbrechen.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \" align=\"left\"><span id=\"2-das-deutsche-lieferkettengesetz\">2. Das deutsche Liefer&shy;ket&shy;ten&shy;ge&shy;setz<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">FEMNET und 120 weiteren Nichtregierungsorganisationen haben sich f\u00fcnf Jahre lang f\u00fcr ein starkes Lieferkettengesetz in Deutschland eingesetzt. Seit dem 1. Januar 2023 sind gro\u00dfe Unternehmen verpflichtet, ihrer unternehmerischen Verantwortung f\u00fcr die Einhaltung von Menschenrechten und den Schutz der Umwelt in ihren globalen Lieferketten nachzukommen. Alle Unternehmen mit mehr als 3000 Besch\u00e4ftigten und seit 1. Januar 2024 mit mehr als 1000 Besch\u00e4ftigten m\u00fcssen eine Risikoanalyse vornehmen. Darin m\u00fcssen sie untersuchen, wie hoch die Risiken hinsichtlich von Arbeitsrechtsverletzungen in ihrer Lieferkette sind oder ob ihre Lieferant*innen zu Umweltsch\u00e4den beitragen. Sie m\u00fcssen die Risiken nach Schweregrad bewerten und priorisieren sowie entsprechend Pr\u00e4ventivma\u00dfnahmen ergreifen. Auch haben Betriebsr\u00e4t*innen zahlreiche M\u00f6glichkeiten der Mitgestaltung \u2013 etwa bei der Einf\u00fchrung eines Beschwerdemechanismus oder der Schulung der Besch\u00e4ftigten (ver.di 2026). Allerdings sehen viele Nichtregierungsorganisationen folgende M\u00e4ngel beim LkSG:<\/p>\n<ol type=\"a\">\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\">Es gibt keine zivilrechtliche Haftung, das hei\u00dft, die Besch\u00e4ftigten k\u00f6nnen nicht vor deutschen Gerichten nach deutschem Recht klagen, sprich Arbeitsrechtsverletzungen vor Gericht bringen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\">Das Gesetz sieht keine Wiedergutmachung f\u00fcr Betroffene vor, wenn sie Beschwerde eingereicht haben, sondern ber\u00fccksichtigt diese lediglich bei der Bemessung von m\u00f6glichen Bu\u00dfgeldern.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\">Eine Beteiligung von Betroffenen vor Ort im Produktionsland ist nicht vorgeschrieben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\">Das Gesetz deckt nicht die gesamte Lieferkette ab, sondern konzentriert sich auf die direkten, unmittelbaren Zulieferbetriebe. Bei mittelbaren Zulieferen wie den Spinnereien m\u00fcssen Unternehmen nur anlassbezogen t\u00e4tig werden, wenn sie \u201esubstanziierte Kenntnis\u201c von Menschenrechtsverletzungen erlangen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\">Auch enth\u00e4lt das deutsche LkSG keinen Hinweis auf die ILO-Konvention 190 gegen geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz, die im Dezember 2022 von Deutschland ratifiziert wurde.<\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch wenn es erfreulich ist, dass es endlich nach langen Verhandlungen ein solches Gesetz in Deutschland gibt, stellt sich die Frage: Warum sollten Arbeiter*innen eine Beschwerde bei der zust\u00e4ndigen deutschen Beh\u00f6rde einreichen, wenn sie keine Entsch\u00e4digung erwarten k\u00f6nnen, sondern wom\u00f6glich ihren Job riskieren? Gewerkschaften setzen dennoch Hoffnung in das LkSG, weil es zumindest erm\u00f6glicht Arbeitsrechtsverletzungen anzuzeigen.<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"21-beschwerde-beim-bafa-wegen-arbeitsrechtsverletzungen-in-bangladesch\">2.1. Beschwerde beim BAFA wegen Arbeits&shy;rechts&shy;ver&shy;let&shy;zungen in Bangladesch<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Nach Inkrafttreten des Gesetzes hat FEMNET ihre Partner*innen in Asien \u00fcber das deutsche LkSG und \u00fcber die M\u00f6glichkeiten einer Beschwerde bei Arbeitsrechtsverletzungen und Umweltsch\u00e4den informiert. Ohne eine Unterst\u00fctzung durch deutsche Organisationen ist es f\u00fcr Betroffene fast unm\u00f6glich, sich zu beschweren. FEMNET hat am 24. April 2023 zusammen mit dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und im Auftrag der lokalen Gewerkschaft in Bangladesch, der National Garment Workers Federation (NGWF), eine der ersten Beschwerden beim Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gegen IKEA und Amazon eingereicht (FEMNET 2023). Beide lassen in Bangladesch in Fabriken produzieren, die nicht vom Brandschutzabkommen ACCORD \u00fcberpr\u00fcft werden, weil die beiden Gro\u00dfunternehmen bis heute nicht \u2013 im Gegensatz zu rund 200 anderen vorwiegend europ\u00e4ischen Textilunternehmen \u2013 den ACCORD unterschrieben haben. Dies ist nicht nachvollziehbar, denn der ACCORD gew\u00e4hrt den besten Geb\u00e4ude- und Brandschutz und f\u00fchrte zu einer besseren Sicherheitslage in den gepr\u00fcften Fabriken. NGWF wies zudem Sicherheitsm\u00e4ngel wie fehlende Inspektionen und weitere Arbeitsrechtsverletzungen wie mangelnde Gewerkschaftsfreiheit in den Fabriken nach, in denen Amazon und IKEA produzieren lassen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Das BAFA hat zwar die Beschwerde gepr\u00fcft und im August 2023 angenommen. Doch danach herrschte Schweigen. Die beteiligten NGOs und die Gewerkschaft in Bangladesch wurden schriftlich nicht weiter \u00fcber das Vorgehen unterrichtet. FEMNET beantragte Akteneinsicht, die erst nach monatelangem Warten gew\u00e4hrt wurde. Die entscheidenden Stellen waren allerdings geschw\u00e4rzt. Es scheint, dass es dem BAFA im Fall IKEA ausreichte, dass das Unternehmen ein Audit beim Zulieferer in Bangladesch durchf\u00fchrte und dann die Beschwerde als erledigt erachtete. Die Geschichte von Audits, die seit \u00fcber 20 Jahren zu keiner wesentlichen Verbesserung von Arbeitsbedingungen gef\u00fchrt haben, zeigt, dass nicht sichtbare Aspekte wie Frauendiskriminierung, Gewerkschaftsfeindlichkeit etc. nicht erkannt werden. Die Beh\u00f6rde hielt es nicht einmal f\u00fcr n\u00f6tig, die Beschwerdef\u00fchrenden zu informieren; erst auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass der Fall aus Sicht des BAFA abgeschlossen sei. Die Gewerkschaft hingegen konnte keine Verbesserung vor Ort feststellen, sie wurde auch nicht konsultiert.<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"22-beschwerde-beim-bafa-wegen-arbeitsrechtsverletzungen-in-pakistan\">2.2. Beschwerde beim BAFA wegen Arbeits&shy;rechts&shy;ver&shy;let&shy;zungen in Pakistan<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">FEMNET und ECCHR unterst\u00fctzten 2023 eine Untersuchung in Pakistan. Die pakistanischen Gewerkschaftsverb\u00e4nde National Trade Union Federation (NTUF) und Home-based Women Workers\u2019 Federation (HBWWF) befragten mehr als 350 Arbeiter*innen, die in der Provinz Sindh in verschiedenen Fabriken arbeiteten. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass 97 Prozent der befragten Besch\u00e4ftigten keinen schriftlichen Arbeitsvertrag hatten, 80 Prozent erhielten nicht einmal eine Lohnabrechnung und fast 30 Prozent wurden \u00fcber Dritte (Agenten) besch\u00e4ftigt (FEMNET\/ECCHR 2023). 28 Prozent erhielten nicht den gesetzlichen Mindestlohn, und in fast allen Fabriken gab es keine Gewerkschaft. 80 bis 84 Prozent der Befragten hatten keine Sozial- oder Rentenversicherung oder wussten davon nichts.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Aufgrund der Erfahrungen mit der Beschwerde gegen IKEA und Amazon beim BAFA reichten FEMNET und ECCHR diesmal keine Beschwerde bei der Beh\u00f6rde ein, sondern konfrontierten mit Verweis auf das LkSG sieben deutsche beziehungsweise europ\u00e4ische Unternehmen (Aldi S\u00fcd, C&amp;A, H&amp;M, Inditex, KiK, P&amp;C und Primark) direkt mit den Ergebnissen der Studie bei ihren Zulieferern. Zudem wurden die Marken eingeladen, bei einem Besuch der pakistanischen Gewerkschafter*innen im Januar 2024 diese pers\u00f6nlich zu treffen. Ziel war es, die Sorgfaltspflicht der Unternehmen zu aktivieren, um den Risiken von Rechtsverletzungen in ihren Lieferketten entgegenzuwirken und die Bedingungen f\u00fcr die Arbeiter*innen zu verbessern. Drei Markenunternehmen nahmen das Angebot eines Gespr\u00e4ches mit den Gewerkschafter*innen an. Dennoch f\u00fchrten diese Gespr\u00e4che zu keiner Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort. Das Unternehmen KiK zeigte besonderes Interesse an einer Kooperation und initiierte einen Vertrag zwischen der Gewerkschaft NTUF und seinem Zulieferer Mount Fuji. KiK selbst wollte aber nicht unterzeichnen. Es zeigte sich bald, dass die Fabrik vor Ort kein echtes Interesse an einer Kooperation hatte, sondern den Vertrag nur aufgrund des Wunsches von KiK unterzeichnet hatte, denn sie beschimpfte den Gewerkschaftsvertreter von NTUF und versuchte eine \u201egelbe\u201c, vom Management eingesetzte Konkurrenzgewerkschaft zu gr\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Au\u00dferdem hielt sich KiK nicht an die mit den Nichtregierungsorganisationen getroffene Vereinbarung, mit dem Vertrag so lange nicht an die \u00d6ffentlichkeit zu gehen, solange er noch nicht erprobt worden ist. Stattdessen preschte das Unternehmen vor und ging an die Presse \u2013 sich selbst lobend, dass es mit Gewerkschaften zusammenarbeite. KiK ging sogar so weit, alle seine Lieferanten in Pakistan zu verpflichten, mit einer Gewerkschaft zu kooperieren, was indirekt ein Aufruf an die Fabriken ist, eigene ihnen genehme Betriebsr\u00e4te (<i>yellow union<\/i>) zu schaffen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Nach einem l\u00e4ngeren Prozess entschlossen sich die beteiligten Gewerkschaften mit Unterst\u00fctzung von FEMNET und ECCHR im Juni 2025 zu einer Beschwerde gegen KiK beim BAFA. KiK wurde Folgendes vorgeworfen:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\"><i>Umgehung von Arbeits- und Gewerkschaftsrechten:<\/i> Der Produzent von KiK, die Fabrik Mount Fuji, verst\u00f6\u00dft systematisch gegen das Arbeitsrecht, insbesondere durch die Vorenthaltung angemessener L\u00f6hne und die Unterdr\u00fcckung gewerkschaftlicher Organisierung. Kurz nach Unterzeichnung einer Vereinbarung mit der NTUF \u00fcber die Einhaltung des lokalen Arbeitsrechts organisierte Mount Fuji die Scheinwahl einer vermeintlichen Arbeiter*innenvertretung. 144 Arbeiter*innen wurden zudem unter Missachtung des lokalen Arbeitsrechts entlassen, darunter gewerkschaftlich aktive.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\"><i>Missachtung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten:<\/i> KiK unternahm keine wirksamen Schritte gegen die dokumentierten Verst\u00f6\u00dfe seines Zulieferers, sondern verlie\u00df sich abermals auf dessen Zusicherungen und zweifelhafte Audits durch in Sozialfragen wenig erfahrene Consultingunternehmen \u2013 trotz klarer Hinweise auf ihre fehlende Eignung.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\"><i>Unkritischer Umgang mit eigenen Einkaufspraktiken: <\/i>Der Konzern verweigerte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit seiner eigenen Rolle und zu den Verletzungen beitragenden Faktoren wie Preisdruck und kurzfristigen Stornierungen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Wie auch bei der Beschwerde gegen IKEA und Amazon informierte das BAFA die Beschwerdef\u00fchrer*innen nicht \u00fcber seine unternommenen Schritte. So war die Beh\u00f6rde auf eigene Initiative nach der Ver\u00f6ffentlichung unseres Berichts und unserer Pressemitteilungen schon t\u00e4tig geworden und hatte KiK im September 2024 bescheinigt, keine Verst\u00f6\u00dfe gegen das LkSG mit Blick auf die Vorg\u00e4nge in Pakistan feststellen zu k\u00f6nnen \u2013 ohne vorab die NTUF oder sonstige Betroffene anzuh\u00f6ren. Dies verletzt die Betroffenen in ihren Rechten und macht die Beh\u00f6rde unglaubw\u00fcrdig.<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"23-wirkungen-des-deutschen-lksg\">2.3 Wirkungen des deutschen LkSG<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Trotz dieser frustrierenden Erfahrungen mit dem Beschwerdesystem des BAFA im Rahmen des LkSG gibt es einige positive Entwicklungen zu beachten. So hat das Gesetz dazu gef\u00fchrt, dass <i>Unternehmen st\u00e4rker pr\u00e4ventiv handeln<\/i>. Diejenigen, die bisher ihre Lieferkette nicht kannten, mussten sich informieren, in welchen Fabriken und unter welchen Arbeitsbedingungen ihre Lieferanten produzieren lassen. Das tun viele Unternehmen l\u00e4ngst noch nicht, vor allem dann nicht, wenn sie \u00fcber Agenturen einkaufen wie deutsche Discounter.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Unternehmen, die unter das LkSG fallen, haben in den zur\u00fcckliegenden Jahren ein internes Monitoringsystem aufgebaut, um den Anforderungen des Gesetzes zu entsprechen. Leider ist zu wenig dar\u00fcber bekannt, welche Wirkungen das LkSG auf die internen Prozesse in den Unternehmen hatte. Auf jeden Fall sind Unternehmen, die ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen, resilienter aufgestellt als diejenigen, die dies nicht tun \u2013 dies berichten auch einzelne Unternehmen. Zwar wird kritisiert, dass die Berichtspflichten aufwendig seien, aber wenn das System einmal aufgesetzt ist, muss es danach nur noch weiter gef\u00fcttert werden, ohne viel Aufwand. Der Versuch der Wirtschaftsverb\u00e4nde, das LkSG nach den Bundestagswahlen 2025 wieder abzuschaffen, ist daher nicht unbedingt im Interesse zahlreicher Unternehmen. Sie verlangen Sicherheit und genau die wird mit der Abschw\u00e4chung des Gesetzes nicht gegeben.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Alle betroffenen Unternehmen m\u00fcssen eine verantwortliche Person benennen, die f\u00fcr die Umsetzung des LkSG verantwortlich ist. Au\u00dferdem m\u00fcssen sie interne funktionierende leicht zu findende <i>Beschwerdesysteme<\/i> aufbauen. Das BAFA hat dies auch kritisch untersucht und immerhin 630 Auskunftsersuchen im Jahr 2024 an Unternehmen gerichtet und sie entsprechend angemahnt (BAFA 2025). Einige Unternehmen berichteten 2024 freiwillig \u2013 die Berichtspflicht war aufgehoben worden \u2013, und so wurde bekannt, dass beispielsweise KiK 149 Beschwerden in seiner Lieferkette hatte, Tchibo hatte 81, VAUDE und Hugo Boss hatten je 11 Beschwerdeverfahren.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch reagierten die angeschriebenen Unternehmen eher auf Beschwerden. Beim oben beschriebenen Fall in Pakistan reagierten die sieben angeschriebenen Unternehmen auf die Beschwerden der NGOs\/Gewerkschaften \u2013 was sie fr\u00fcher nicht unbedingt taten. Die pakistanischen Gewerkschaftsvertreter*innen waren \u00fcberrascht, dass deutsche Unternehmen das Angebot eines Gespr\u00e4chs annahmen und zum ersten Mal mit ihnen direkt sprachen. In einem anderen Fall erreichte Oxfam im November 2025 eine <i>Entsch\u00e4digungszahlung<\/i> an die betroffenen Arbeiter*innen auf einer Bananenplantage in Costa Rica durch das einkaufende Unternehmen Aldi.<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"24-mangelhafte-umsetzung-des-lksg\">2.4 Mangelhafte Umsetzung des LkSG<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\"><i>Geringe Kontrolle und keine Sanktionen:<\/i> Der Hauptgrund f\u00fcr die eingeschr\u00e4nkte Wirkung liegt darin, dass die Umsetzung des LkSG nicht strikt vom BAFA kontrolliert wird und bei Problemen keine Sanktionen verh\u00e4ngt werden. Dem BAFA (2025) zufolge gab es im Jahr 2024 314 Beschwerdevorg\u00e4nge, von denen allerdings 228 gleich zu Beginn abgelehnt wurden, weil sie nicht LkSG-pflichtige Unternehmen betrafen oder ein korrekter Bezug zum LkSG fehlte; es blieben also noch 86 Beschwerden, davon wurden 48 im Sinne des BAFA erfolgreich abgeschlossen, weil angeblich keine Verletzung des LkSG mehr festgestellt wurde. 42 Beschwerden sind noch offen. Wie f\u00fcr die F\u00e4lle IKEA und KiK dargelegt wurde, reichte dem BAFA das Bem\u00fchen der Unternehmen in Form eines Audits aus, um die Beschwerde zu den Akten zu legen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Keine Offenlegung von Zulieferern: <\/i>Hier zeigt sich ein wesentliches Problem: Niemand \u2013 nicht einmal das BAFA \u2013 wei\u00df, wie viele Unternehmen unter das LkSG fallen. Es gibt keine \u00f6ffentliche Liste; es fehlt Transparenz. Das LkSG verpflichtet Unternehmen zwar zu Risikoanalysen entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfung, doch ohne eine klare Verpflichtung zur Offenlegung von Zulieferern ist die Kontrolle schwer durchsetzbar. Dies bekamen FEMNET und das BAFA auch im Fall der Beschwerde gegen Amazon zu sp\u00fcren. 2023, als die Beschwerde eingereicht wurde, fiel Amazon angeblich nicht unter das LkSG, da es aufgrund seiner in viele Untergruppen aufgeteilten Unternehmensstruktur keine 3000 Besch\u00e4ftigten in diesen Filialen hatte. Erst 2024, als das LkSG auf Unternehmen mit mehr als 1000 Besch\u00e4ftigten zutraf, konnte das BAFA gegen Amazon ermitteln.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die <i>fehlende Einbeziehung von Rechteinhaberinnen<\/i> ist ein weiterer wichtiger Grund f\u00fcr die geringe Wirkung des LkSG. Es ist in keinem Fall bekannt, dass das BAFA sich an Beschwerdef\u00fchrer*innen in einem Produktionsland gewandt h\u00e4tte, um deren Sicht zu erfahren.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>\u00dcberm\u00e4\u00dfiges Vertrauen in Audits<\/i>: Stattdessen akzeptiert das BAFA die Durchf\u00fchrung von Audits durch Dritte als Nachweis, dass das Unternehmen sich bem\u00fcht habe. Angesichts der eindeutigen Beweise von 20 Jahren Auditbusiness, das kaum eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bewirkt hat, ist es nicht nachvollziehbar, warum die Vorlage eines Audits bei der Behebung einer Beschwerde ausreicht.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die unternehmensfreundliche Haltung des BAFA basiert auch darauf, dass das Gesetz nur eine Bem\u00fchens- und keine Erfolgspflicht vorsieht. Das BAFA (2023) betont: \u201eWir fordern die Unternehmen, aber wir \u00fcberfordern sie nicht. [\u2026] Der kooperative Ansatz des BAFA fu\u00dft auf der im Gesetz verankerten Bem\u00fchenspflicht und den Prinzipien der Angemessenheit und Wirksamkeit.\u201c Was aber genau hei\u00dft das? Die Begriffe <i>Wirksamkeit<\/i> und <i>Angemessenheit<\/i> hat das BAFA in einer Handreichung erl\u00e4utert. So orientiert sich die <i>Angemessenheit<\/i> unter anderem an dem Einflussverm\u00f6gen eines Unternehmens, auch an der Schwere und der Wahrscheinlichkeit der Verletzung in seiner Lieferkette. Es bleibt also viel Interpretationsspielraum f\u00fcr das BAFA. Torsten Safarik, damals Chef des BAFA, erkl\u00e4rte, worauf es beim Gesetz ankommt: \u201eDas Ziel ist nicht, dass die Menschenrechtsverletzung abgestellt wird. Das Ziel ist, sich zu bem\u00fchen, sie abzustellen\u201c (Grieger\/Wiese 2023). Ohne Sanktionen hat das LkSG allerdings keine Z\u00e4hne und wird von den Rechtsabteilungen der Unternehmen nicht ernst genommen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Einkaufspraktiken werden nicht ver\u00e4ndert.<\/i> Es ist allgemein bekannt, dass die Einkaufspraktiken der Marken einen gro\u00dfen Einfluss auf die Arbeitsbedingungen ihrer Produzent*innen aus\u00fcben. Das LkSG nimmt zu wenig Einfluss auf eine Ver\u00e4nderung dieser Praktiken.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \" align=\"left\"><span id=\"3-der-rechtsruck-und-seine-auswirkungen-auf-das-csddd\">3. Der Rechtsruck und seine Auswir&shy;kungen auf das CSDDD<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">W\u00e4hrend das LkSG seit 2023 in Kraft ist, wurde das CSDDD zwar 2024 verabschiedet, kam aber nicht mehr zur Umsetzung. Mit der Wahl des Europ\u00e4ischen Parlaments im Juni 2024 und der Bundestagswahl im Februar 2025 gewannen die konservativen Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Das angebliche B\u00fcrokratiemonster:<\/i> Teile der Wirtschaft \u2013 vor allem der Verb\u00e4nde \u2013 behaupteten, dass das CSDDD ein B\u00fcrokratiemonster sei. Der Gesamtverband textil + mode sprach von \u00dcberregulierung und unzumutbarem b\u00fcrokratischem Aufwand und Bundeskanzler Friedrich Merz verk\u00fcndete, dass er das LkSG gleich ganz abschaffen m\u00f6chte. Seit wann sind die Einhaltung von Menschenrechten, das Verbot von Kinderarbeit und Frauendiskriminierung B\u00fcrokratiemonster? Zudem: Eine gewisse B\u00fcrokratie wurde von den Unternehmen selbst geschaffen, denn die Rechtsabteilungen gro\u00dfer Unternehmen verschickten umfangreiche Frageb\u00f6gen an alle ihre Lieferanten, statt gezielt nur Lieferanten in kritischen L\u00e4ndern\/Sektoren anzuschreiben, wie es das LkSG verlangt. W\u00e4hrend die Wirtschaftsverb\u00e4nde stark Lobby gegen das CSDDD machten, setzten sich zahlreiche Unternehmen wie VAUDE, Otto, Tchibo f\u00fcr das CSDDD ein (IDVO 2025) Selbst die EZB warnte vor einer Verw\u00e4sserung des CSDDD, da die Reform Markttransparenz gef\u00e4hrde und Klima- und Menschenrechtsziele untergrabe (Ad Hoc News 2026) Auch meinten 44 Prozent von 1300 befragten Unternehmen, dass die CSDDD Wettbewerbsvorteile gegen\u00fcber den USA und China bringen w\u00fcrde (DBG Bildungswerk 2025).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Druck der fossilen Lobby aus den USA<\/i>: Aber nicht nur deutsche und europ\u00e4ische Wirtschaftsverb\u00e4nde stellten sich gegen das CSDDD. Durchgesickerte Dokumente, die die niederl\u00e4ndische Nichtregierungsorganisation SOMO ver\u00f6ffentlichte, enth\u00fcllen, wie eine geheime Allianz aus elf Unternehmen mit dem Namen \u201eCompetitive Roundtable\u201c, darunter Chevron, ExxonMobil und Koch, gezielt die EU-Gremien beeinflusste, um das CSDDD zu verw\u00e4ssern oder ganz abzuschaffen.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Unternehmen, von denen die meisten ihren Hauptsitz in den USA haben und im Bereich fossiler Brennstoffe t\u00e4tig sind, wollten \u201eim Rat spalten und herrschen\u201d, \u201ehartn\u00e4ckige\u201d Abteilungen der Europ\u00e4ischen Kommission ausgrenzen und die Europ\u00e4ische Volkspartei (EVP) im Europ\u00e4ischen Parlament dazu bringen, \u201esich so weit wie m\u00f6glich auf die Seite der rechten Parteien zu stellen\u201d (Wilde-Ramsing 2026).<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\"><i>Die <\/i><i>Brandmauer gegen rechts ist eingest\u00fcrzt:<\/i> Schlie\u00dflich kam es am 9. Dezember 2025 zur Abstimmung \u00fcber das Omnibus-Paket I \u2013 unter das mehrere Gesetze, darunter das CSDDD, zusammengefasst wurden \u2013 zur Abstimmung. Besonders verheerend ist, dass die EVP sich nicht scheute, mit den rechtsextremen Parteien f\u00fcr eine Verw\u00e4sserung des CSDDD zu stimmen. Die Brandmauer gegen rechts au\u00dfen existiert nicht mehr. Was wir in Deutschland erlebt haben, geschah nun auch auf europ\u00e4ischer Ebene: CDU\/CSU sind eine Allianz mit Rechtsextremen eingegangen, um das CSDDD zu verw\u00e4ssern.<\/p>\n<h4 class=\"\"><span id=\"31-was-wurde-am-csddd-veraendert\">3.1. Was wurde am CSDDD ver&auml;ndert?<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Unter Lobbydruck wurden der Anwendungsbereich verkleinert, Schwellenwerte erh\u00f6ht und \u00dcbergangsfristen verl\u00e4ngert. Inhaltlich bedeutet die jetzige Version des CSDDD:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\">Nur noch gro\u00dfe Unternehmen ab 5000 Mitarbeiter*innen und 1,5 Millionen Euro Jahresumsatz fallen unter die Richtlinie. Das ist ein Bruchteil von den urspr\u00fcnglich vorgesehenen Unternehmen mit 1000 Mitarbeiter*innen. Auch der Jahresumsatz lag urspr\u00fcnglich wesentlich niedriger bei 450 Millionen Euro. Sch\u00e4tzungen gehen von 70 Prozent weniger Unternehmen aus, die die Richtlinie nun betreffen (vgl. Johnson 2025). Risikosektoren wie die Textilbranche, wonach kleinere besonders von Arbeitsverletzungen betroffene Unternehmen erfasst werden sollten, wurden gestrichen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\">Die Berichtspflicht gem\u00e4\u00df CSDDD wird abgeschafft, doch Unternehmen m\u00fcssen nach der ebenfalls verw\u00e4sserten EU-Richtlinie CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) berichten. Allerdings trifft die CSRD f\u00fcr Unternehmen mit mehr als 1000 Besch\u00e4ftigten und einem Nettoumsatz von 450 Millionen EUR zu \u2013 das hei\u00dft f\u00fcr mehr Unternehmen als jetzt beim CSDDD. Die Berichtspflicht wurde zudem von 2025 auf 2027 verschoben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\">Die zivilrechtliche Haftungsklausel wurde abgeschafft, die es Betroffenen von Arbeitsrechtsverletzungen erlaubt h\u00e4tte, nach EU-Recht vor Gericht zu klagen. Statt einer EU-weiten Haftungsregel gelten jetzt die nationalen Regeln in den verschiedenen EU-Staaten \u2013 ein Flickenteppich.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\">Klimatransitionspl\u00e4ne wurden gestrichen, womit kein Bezug mehr zum Pariser Klimaabkommen besteht.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"\"><span id=\"32-was-bleibt-vom-csddd-erhalten\">3.2. Was bleibt vom CSDDD erhalten?<\/span><\/h4>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Immerhin wurde nicht das gesamte CSDDD abgeschafft. Es besteht weiterhin die Pflicht f\u00fcr \u2013 allerdings nur gro\u00dfe &#8211; Unternehmen, <i>Risikoanalysen in ihrer Lieferkette<\/i> durchzuf\u00fchren und bei Verst\u00f6\u00dfen t\u00e4tig zu werden. Dies ist zumindest die Theorie. Unternehmensintern m\u00fcssen <i>effektive Beschwerdekan\u00e4le<\/i> f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Beschwerden k\u00f6nnen weiterhin auch \u00fcber die Aufsichtsbeh\u00f6rde BAFA eingereicht werden. Allerdings hatte in der Vergangenheit kein Unternehmen aufgrund einer Beschwerde in Deutschland nach dem LkSG eine Strafzahlung zu leisten. Au\u00dferdem verdichten sich die Anzeichen, dass das Wirtschaftsministerium derzeit das BAFA personell ausd\u00fcnnt, so dass es nahezu funktionsunf\u00e4hig wird und Beschwerden nicht wirklich gepr\u00fcft werden \u2013 eine Form, wie man das LkSG auch schw\u00e4chen kann.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es ist zudem erfreulich, dass selbst beim verw\u00e4sserten CSDDD Unternehmen einen <i>risikobasierten Ansatz<\/i> bei der Risikoanalyse zugrunde legen m\u00fcssen. Im LkSG war es nur verpflichtend, den direkten n\u00e4chsten Zulieferer zu \u00fcberpr\u00fcfen, aber nicht dort nachzuschauen, wo die Risiken am h\u00f6chsten sind. Im Textilsektor liegen sie in der Regel beim Baumwollanbau, bei den Spinnereien und der Konfektion.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Auch wenn Klimapl\u00e4ne gestrichen wurden, verbleiben noch andere <i>umweltbezogene Vorschriften beim CSDDD<\/i>, die es im LkSG nicht gibt.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \" align=\"left\"><span id=\"4-wo-bleibt-die-geschlechtergerechtigkeit-beim-csddd-und-lksg\">4. Wo bleibt die Geschlech&shy;ter&shy;ge&shy;rech&shy;tig&shy;keit beim CSDDD und LkSG?<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\">Weibliche Besch\u00e4ftigte stellen circa 60 Prozent, in einigen L\u00e4ndern sogar 80 Prozent der Besch\u00e4ftigten in der Bekleidungsindustrie. Zahlreiche Studien, darunter von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und Human Rights Watch belegen, dass Frauen systematisch benachteiligt sind (BetterWork 2018):<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\">\u2022 Sie erhalten h\u00e4ufig niedrigere L\u00f6hne als m\u00e4nnliche Kollegen, auch bei gleicher Arbeit.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\">Sexuelle Bel\u00e4stigung und genderbasierte Gewalt geh\u00f6ren vielerorts zum Arbeitsalltag.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\">In Aufstiegschancen, Schulungen und Gewerkschaftsvertretung bleiben sie stark unterrepr\u00e4sentiert.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\" align=\"justify\">Vor allem junge Frauen aus l\u00e4ndlichen Regionen werden bewusst als \u201eflexible und f\u00fcgsame\u201c Arbeitskr\u00e4fte rekrutiert \u2013 ein Mechanismus, der auf patriarchalen Stereotypen basiert.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">F\u00fcr sie k\u00f6nnten LkSG und CSDDD wichtige Instrumente darstellen, um ihre Rechte einzufordern. Allerdings fehlt eine klare Verpflichtung, <i>Geschlechtergerechtigkeit systematisch in Risikoanalysen einzubeziehen<\/i>. Sexuelle Bel\u00e4stigungen und Gewalt am Arbeitsplatz werden oft nicht erkannt und m\u00fcssen daher mit besonderer Sorgfalt ermittelt werden. Zwar verweist der Richtlinientext auf die \u201ebesondere Vulnerabilit\u00e4t bestimmter Gruppen\u201c, doch ohne verbindliche Indikatoren bleibt dieser Verweis symbolisch.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Beschwerdemechanismen m\u00fcssen f\u00fcr Frauen h\u00e4ufig anders zug\u00e4nglich gemacht werden als f\u00fcr M\u00e4nner, denn sexuelle Bel\u00e4stigungen sind oft schambehaftet; Frauen sprechen dar\u00fcber nur in einem vertrauten Umfeld. Arbeiterinnen m\u00fcssen deshalb gezielt \u00fcber ihre Rechte informiert werden. Frauen und M\u00e4nner sind unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, wobei die Mehrfachdiskriminierung (Intersektionalit\u00e4t) als Frauen und etwa Dalits (Kastenlose) in Indien besonders ber\u00fccksichtigt werden muss.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Ein weiteres Problem sind die <i>fehlenden geschlechtsspezifischen Daten <\/i>\u2013 zum Beispiel \u00fcber die unterschiedlichen L\u00f6hne, Kurz- und Langzeitvertr\u00e4ge, Krankheiten, \u00dcberstunden, Aufstiegschancen etc. bei Frauen und M\u00e4nnern. Sie werden selten in den Fabriken erhoben, auch weil sie von den Auftraggebern, den einkaufenden Unternehmen, nicht verlangt werden.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Es ist besonders bedauerlich, dass die ILO- Konvention 190 gegen geschlechtsspezifische Gewalt am Arbeitsplatz nicht als Referenzdokument im Anhang von LkSG und CSDDD genannt wird. Immerhin aber wurde die CEDAW-Konvention (gegen alle Formen der Diskriminierung von Frauen) im CSDDD-Anhang aufgef\u00fchrt, nicht aber im LkSG.<\/p>\n<p class=\"v-absatz-einzug-western\">Die Bekleidungsindustrie wird von einer Handvoll westlicher Marken dominiert, die Beschaffungspreise diktieren und Produktionszyklen festlegen. In dieser Struktur wird Diskriminierung \u00f6konomisch produziert \u2013 sie ist ein Funktionsprinzip des globalen Kapitalismus. Solange Margen maximal und L\u00f6hne minimal bleiben, ist Geschlechtergerechtigkeit schwer umsetzbar. Wenn \u00f6konomische Rahmenbedingungen wie Einkaufspraktiken \u2013 Preisgestaltung, Lieferzeiten, Vertragsmodelle etc. \u2013 nicht ver\u00e4ndert werden, wird die Ausbeutung von Frauen weitergehen.<\/p>\n<h3 class=\"v-zwischen&uuml;berschrift-2-western \"><span id=\"5-wie-geht-es-weiter\">5. Wie geht es weiter?<\/span><\/h3>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\">Die Bundesregierung hat nun etwa zwei Jahre (bis Juli 2028) Zeit, die CSDDD-Richtlinie in deutsches Recht umzusetzen, welches das LkSG ersetzen w\u00fcrde. Unternehmen haben ein weiteres Jahr Zeit, das Gesetz anzuwenden, faktisch sind das drei Jahre. Da es das unionsrechtliche Verschlechterungs- und das v\u00f6lkerrechtliche R\u00fcckschrittsverbot gibt (vgl. Germanwatch 2024), darf Deutschland jedoch nicht hinter das derzeitige Schutzniveau des LkSG fallen. Die Bundesregierung darf demzufolge nicht den Anwendungsbereich auf nur noch wenige gro\u00dfe Unternehmen reduzieren. Es wird deshalb spannend zu sehen, wie die Bundesregierung sich verhalten wird. Sollte sie hinter das derzeitige Schutzniveau des LkSG mit der \u00dcberarbeitung fallen, k\u00f6nnten Klagen auf sie zukommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"v-autoreninfo-western\"><em><strong class=\"western\">Dr. <\/strong><strong class=\"western\">Gisela Burckhardt<\/strong> ist Gr\u00fcnderin und Vorstandsvorsitzende des 2010 gegr\u00fcndeten Vereins FEMNET, der sich f\u00fcr feministische Perspektiven auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft einsetzt. Sie arbeitet als entwicklungspolitische Gutachterin und Campaignerin. Ihr inhaltlicher Schwerpunkt sind soziale Menschenrechte.<\/em><\/p>\n<p class=\"v-zwischen\u00fcberschrift-2-western\"><span style=\"font-family: Agfa Rotis Sans Serif, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Literatu<\/span><\/span><span style=\"font-family: Agfa Rotis Sans Serif, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">r<\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Ad <\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>H<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>oc <\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>N<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>ews<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> 2026: EZB warnt vor verw\u00e4ssertem EU-Lieferkettengesetz, <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">in: <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Ad Hoc News<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> vom 22.02.2026,<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> <a href=\"https:\/\/www.ad-hoc-news.de\/boerse\/news\/ueberblick\/ezb-warnt-vor-verwaessertem-eu-lieferkettengesetz\/68602508.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.ad-hoc-news.de\/boerse\/news\/ueberblick\/ezb-warnt-vor-verwaessertem-eu-lieferkettengesetz\/68602508.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Ausw\u00e4rtiges Amt <\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>(AA)<\/i><\/span><i> <\/i><span style=\"font-size: xx-small;\">2020: NAP-Monitoring: Ergebnisindikation zur Erhebung 2020, <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/resource\/blob\/2375460\/543e6de4d80a95b8e26186ca4da44f27\/nap-monitoring-ergebnisindikation-data.pdf.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/resource\/blob\/2375460\/543e6de4d80a95b8e26186ca4da44f27\/nap-monitoring-ergebnisindikation-data.pdf.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>B<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>angladesh<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i> C<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>enter<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i> F<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>or <\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>W<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>orkers <\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>S<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>olidarity<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i> (BCWS)<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>\/FEMNET<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> 2020: B<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">reak the Silence. Stop the Violence. <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">Gender-based violence in the garment sector of Bangladesh: A study on cases, causes and cures, <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">Bangladesh,<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> <a href=\"https:\/\/femnet.de\/images\/downloads\/gbv\/GBV_Stop-Violence_Report_BCWS-FEMNET-2020.pdf.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/femnet.de\/images\/downloads\/gbv\/GBV_Stop-Violence_Report_BCWS-FEMNET-2020.pdf.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>BetterWork<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> 2018: Global Gender Strategy <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">2018-2022<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">, <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">Genf<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">, <a href=\"https:\/\/betterwork.org\/wp-content\/uploads\/BW-GenderStrategy-v4-Web.pdf\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/betterwork.org\/wp-content\/uploads\/BW-GenderStrategy-v4-Web.pdf<\/a><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">.<\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>BAFA<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>)<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> 2023: Ein Jahr LkSG: BAFA zieht positive Bilanz, <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">in: <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>BAFA<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> vom 21.12.2023,<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> <a href=\"https:\/\/www.bafa.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/Lieferketten\/2023_21_1_jahr_lksg_-_bafa_zieht_positive_bilanz.html.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.bafa.de\/SharedDocs\/Pressemitteilungen\/DE\/Lieferketten\/2023_21_1_jahr_lksg_-_bafa_zieht_positive_bilanz.html.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)<\/i><\/span> <span style=\"font-size: xx-small;\">2025: Rechenschaftsbericht 2024 nach dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, Eschborn, <a href=\"https:\/\/www.bafa.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Lieferketten\/rechenschaftsbericht_2024.html?nn=1469788.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.bafa.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/Lieferketten\/rechenschaftsbericht_2024.html?nn=1469788.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>DGB Bildungswerk<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> 2025: <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">Internationale Solidarit\u00e4t. Das Lieferketten-Gesetz kurz erkl\u00e4rt, D\u00fcsseldorf,<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> <a href=\"https:\/\/bildung.dgb-bildungswerk.de\/sites\/default\/files\/media\/product\/files\/NSN-Internationale-Solidarit%C3%A4t_1.pdf.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/bildung.dgb-bildungswerk.de\/sites\/default\/files\/media\/product\/files\/NSN-Internationale-Solidarit%C3%A4t_1.pdf.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>FEMNET<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> 2023: Erster Beschwerdefall nach deutschem Lieferkettengesetz eingereicht, <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\">in: <\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>FEMNET<\/i><\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> vom 24.04.2023,<\/span><span style=\"font-size: xx-small;\"> <a href=\"https:\/\/www.femnet.de\/fuer-frauenrechte\/unsere-themen\/unternehmensverantwortung-csr-lieferkettengesetz\/presse-zu-unternehmensverantwortung\/228-presse-zu-gotransparent-lieferketten-offenlegen\/2279-erster-beschwerdefall-nach-deutschem-lieferkettengesetz-eingereicht.html.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.femnet.de\/fuer-frauenrechte\/unsere-themen\/unternehmensverantwortung-csr-lieferkettengesetz\/presse-zu-unternehmensverantwortung\/228-presse-zu-gotransparent-lieferketten-offenlegen\/2279-erster-beschwerdefall-nach-deutschem-lieferkettengesetz-eingereicht.html.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>FEMNET\/<\/i><i>European Center for Constitutional and Human Rights (<\/i><i>ECCHR<\/i><i>)<\/i> 2023: Keine Vertr\u00e4ge, keine Rechte: Wie die Modeindustrie ihre Arbeiter*innen um Mindestl\u00f6hne betr\u00fcgt, Bonn\/Berlin, <a href=\"https:\/\/femnet.de\/download.html?task=download.send&amp;id=312:keine-vertraege-keine-rechte-wie-die-modeindustrie-ihre-arbeiter-innen-um-mindestloehne-betruegt&amp;catid=25.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/femnet.de\/download.html?task=download.send&amp;id=312:keine-vertraege-keine-rechte-wie-die-modeindustrie-ihre-arbeiter-innen-um-mindestloehne-betruegt&amp;catid=25.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Germanwatch<\/i> 2024: Geplante Abschw\u00e4chung des Lieferkettengesetzes w\u00e4re rechtswidrig, in: <i>Germanwatch<\/i> vom 10.07.2024, <a href=\"https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/91190.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.germanwatch.org\/de\/91190.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Grieger, <\/i><i>Fabian<\/i><i>\/Wiese, <\/i><i>Jan<\/i> 2023: Was das Lieferkettengesetz gebracht hat, in: <i>Tagesschau.de<\/i> vom 21.12.2023, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/lieferkettengesetz-deutschland-jahrestag-100.html.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/unternehmen\/lieferkettengesetz-deutschland-jahrestag-100.html.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Initiative for Sustainable &amp; Responsible Business Conduct (<\/i><i>IDVO<\/i><i>)<\/i> 2025: Broad support for the CSDDD, in: <i>IDVO<\/i>, <a href=\"https:\/\/www.we-support-the-csddd.eu\/.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.we-support-the-csddd.eu\/.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Johnson, <\/i><i>Lamar<\/i> 2025: EU legislators reach agreement to simplify sustainability reporting, in: <i>ESGDive<\/i> vom 09.12.2025, <a href=\"https:\/\/www.esgdive.com\/news\/european-parliament-council-reach-agreement-simplify-scope-csrd-csddd-omnibus-eu\/807430\/?utm_source=chatgpt.com.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.esgdive.com\/news\/european-parliament-council-reach-agreement-simplify-scope-csrd-csddd-omnibus-eu\/807430\/?utm_source=chatgpt.com.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Reuters<\/i> 2018: UNICEF: India&#8217;s Child Marriage Numbers Drop Sharply, Driving Down Global Rate, in: <i>VOA News<\/i> vom 05.03.2018, <a href=\"https:\/\/www.voanews.com\/a\/indian-child-brides-decrease\/4282162.html.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.voanews.com\/a\/indian-child-brides-decrease\/4282162.html.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Shivakumar, <\/i><i>Nandita<\/i> 2024: \u201eI don&#8217;t want to give up my life\u201c &#8211; How This Young Dalit Union Leader Found Her Place In The Union, in: <i>FEMNET<\/i> 2024, <a href=\"https:\/\/www.femnet.de\/en\/4774-i-dont-want-to-give-up-my-life.html?layout=blog.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.femnet.de\/en\/4774-i-dont-want-to-give-up-my-life.html?layout=blog.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Ver.di <\/i>2026: Alles, was Du zum Thema Lieferkettengesetz wissen musst, in: <i>Ver.di <\/i>vom 17.02.2026, <a href=\"https:\/\/www.verdi.de\/politik-gesellschaft\/alles-was-du-zum-thema-lieferkettengesetz-wissen-musst.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.verdi.de\/politik-gesellschaft\/alles-was-du-zum-thema-lieferkettengesetz-wissen-musst.<\/a><\/span><\/p>\n<p class=\"v-absatz-ohne-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: xx-small;\"><i>Wilde-Ramsing, Joseph<\/i> 2026: Myanmar customers sue Telenor for sharing private data with military, in: <i>SOMO<\/i> vom 08.04.2026 <a href=\"https:\/\/www.somo.nl\/the-secretive-cabal-of-us-polluters-that-is-rewriting-the-eus-human-rights-and-climate-law\/?utm_source=mailchimp&amp;utm_medium=email.\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/www.somo.nl\/the-secretive-cabal-of-us-polluters-that-is-rewriting-the-eus-human-rights-and-climate-law\/?utm_source=mailchimp&amp;utm_medium=email.<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"featured_media":20652,"template":"","categories":[2973,37],"tags":[4690,4691,663,4672,3836,4669,4685,4671,4693,4692,3211,667],"autoren":[4689],"publikationen":[4668],"class_list":["post-20661","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-armut","category-europa-internationales","tag-bangaldesh","tag-bekleidungsindustrie","tag-europa","tag-globaler-sueden","tag-globalisierung","tag-lieferketten","tag-lieferkettengesetze","tag-lksg","tag-pakistan","tag-rana-plaza","tag-soziale-menschenrechte","tag-vorgaenge-artikel","autoren-gisela-burckhardt","publikationen-vorg-254"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Helfen das deutsche und europ\u00e4ische Lieferkettengesetz den Arbeiter*innen in der Bekleidungsindustrie? - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-254\/publikation\/helfen-das-deutsche-und-europaeische-lieferkettengesetz-den-arbeiterinnen-in-der-bekleidungsindustrie\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Helfen das deutsche und europ\u00e4ische Lieferkettengesetz den Arbeiter*innen in der Bekleidungsindustrie? - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Im Jahr 2013 ereignete sich das gr\u00f6\u00dfte Ungl\u00fcck in der Geschichte der Bekleidungsindustrie: der Einsturz des Rana-Plazas-Geb\u00e4udes in Bangladesch mit 1036 Toten und \u00fcber 2400 Verletzten, vor allem Frauen. 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