{"id":8521,"date":"2019-11-26T23:07:00","date_gmt":"2019-11-26T22:07:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/sicherheitsforschung-informationstechnische-aufruestung-der-polizei-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:43:09","modified_gmt":"2021-08-30T13:43:09","slug":"sicherheitsforschung-informationstechnische-aufruestung-der-polizei-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/227\/publikation\/sicherheitsforschung-informationstechnische-aufruestung-der-polizei-1\/","title":{"rendered":"Sicherheitsforschung: informationstechnische Aufr\u00fcstung der Polizei"},"content":{"rendered":"<p>in: vorg&auml;nge Nr. 227 (3\/2019), S. 21-32<\/p>\n<p><i>Mit dem Schlagwort Digitalisierung wird heute oft ein Prozess bezeichnet, der schon seit einigen Jahrzehnten anh&auml;lt, aber immer noch mehr Fahrt aufnimmt. Mit den Fortschritten in der Informations- und Kommunikationstechnik, in der Infor-matik und in j&uuml;ngster Zeit insbesondere auch in der K&uuml;nstlichen Intelligenz (KI) und Robotik ist eine allm&auml;hliche und fortschreitende Nutzung in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen verbunden. Das gilt auch f&uuml;r die Polizei. Dieser Beitrag zeigt die vielf&auml;ltigen Auswirkungen von Sicherheitsforschung auf die Nutzung von Informationstechnik durch die Polizei.<\/i><\/p>\n<h5><span id=\"einleitung-gewachsene-bedeutung-der-sicherheitsforschung\">Einleitung: Gewachsene Bedeutung der Sicher&shy;heits&shy;for&shy;schung<\/span><\/h5>\n<p>Der Staat unternimmt erhebliche Anstrengungen, die Forschung im Bereich &#8222;ziviler Sicherheit&#8220; voranzutreiben. Seit 2007 hat das Bundesministerium f&uuml;r Bildung und Forschung rund 650 Millionen Euro in die F&ouml;rderung von praxisnahen Sicherheits-l&ouml;sungen gesteckt, bei deren Entwicklung Wirtschaft, Wissenschaft und Einrichtungen der inneren Sicherheit zusammenarbeiten. In dem aktuellen Programm Forschung f&uuml;r die zivile Sicherheit 2018 bis 2023 geht es um Nutzung von KI und insbesondere von Robotik. Des Weiteren laufen in dem EU-Forschungsf&ouml;rderprogramm Horizon 2020 (Projektlaufzeit: 2014-2020, Budget: rund 70 Mrd. Euro) zahlreiche Teilprojekte, in denen Informationstechnik- (IT) und R&uuml;stungsunternehmen, Forschungseinrichtungen, Universit&auml;ten und nationale als auch europ&auml;ische Strafverfolgungsbeh&ouml;rden zusammenarbeiten. Erw&auml;hnenswert ist au&szlig;erdem die 2017 gegr&uuml;ndete deutsche Beh&ouml;rde Zentrale Stelle f&uuml;r Informations-technik im Sicherheitsbereich (ZITiS), welche die Aufgabe hat, Beh&ouml;rden des Bundes (Bundeskriminalamt (BKA), Bundespolizei und Bundesamt f&uuml;r Verfassungsschutz) mit Sicherheitsaufgaben im Hinblick auf informationstechnische F&auml;higkeiten zu unterst&uuml;tzen und zu beraten. Sie ist Forschungs- und Entwicklungsstelle mit den Aufgabenschwerpunkten digitale Forensik, Telekommunikations&uuml;berwachung, Kryptoanalyse und Big-Data-Auswertung. Digitale Forensik umfasst die Entwicklung neuer softwaretechnische Methoden und spezielle Hardware zur Auswertung und Archivierung von Daten. Telekommunikations&uuml;berwachung umfasst die Erfor-schung und Entwicklung neuer Methoden und Strategien, um auf Telekommunika-tionsdaten zuzugreifen. Kryptoanalyse besch&auml;ftigt sich mit der Vorbereitung und Durchf&uuml;hrung praktischer Angriffe auf unterschiedliche IT-Systeme und deren Verschl&uuml;sselung. Big-Data-Auswertung umfasst das Datamining (also das Durchsu-chen gro&szlig;er unsortierte Datenbest&auml;nde) als auch deren Analyse und Interpretation mittels Maschinellem Lernen.<\/p>\n<p>In diesem Beitrag wollen wir an einzelnen typischen Beispielen zeigen, welche aktuellen technologischen Entwicklungen von der Polizei genutzt oder hinsicht-lich zuk&uuml;nftiger Nutzung gepr&uuml;ft werden:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&#8226;&nbsp;Maschinelles Lernen<br \/>&#8226;&nbsp;Gesichtserkennung<br \/>&#8226;&nbsp;Kombinierte Datenbanken<br \/>&#8226;&nbsp;Predictive-Policing<br \/>&#8226;&nbsp;Social-Media und Open-Source-Intelligence<br \/>&#8226;&nbsp;Grenz&uuml;berwachung und Fluchtwegrekonstruktion<br \/>&#8226;&nbsp;Erweiterte DNA-Analyse.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Andere Bereiche wie Remote-Forensics\/Trojaner, Robotik, Kryptoanalyse, Deano-nymisierung und Quantencomputing sparen wir aus, weil sie sich neben den anderen Themen nicht kurz abhandeln lassen.<\/p>\n<h5><span id=\"maschinelles-lernen\">Maschi&shy;nelles Lernen<\/span><\/h5>\n<p>Das aktuell wichtigste Teilgebiet der KI ist Maschinelles Lernen. Unter Verwendung statistischer Verfahren und Softwaretechniken wird ein Modell mit bekannten Daten trainiert, indem es Muster und Strukturen erkennt und anhand einer vorher definierten Logik daraus Schlussfolgerungen zieht, um dann f&uuml;r unbekannte Daten Vorhersagen zu treffen. Dabei erfolgt die Optimierung des Modells anhand einer einzigen Kennziffer, welche die Entwickler_innen festlegen (Schelling 2019). Die Einsatzgebiete sind vielf&auml;ltig: So k&ouml;nnen beispielsweise Objekte, Gesichter, Basisemotionen und Laufwege in Fotos und Videos erkannt, Sprache erkannt und &uuml;ber-setzt, Spiele gespielt, oder Daten klassifiziert und Anomalien erkannt werden. Allerdings kann ein Modell nur trainiert werden, wenn gen&uuml;gend Daten und Rechenleistung vorhanden sind. Alle Daten &uuml;ber Menschen enthalten jedoch gesellschaft-lich bedingte Verzerrungen. Deshalb macht es beispielsweise einen Unterschied, ob die Gesichtserkennung im Training eine gesellschaftsagnostische Gesamtgenauigkeit optimiert oder Genauigkeiten f&uuml;r Minderheiten mit verrechnet werden. Ras-sistische und sexistische Weltanschauungen werden hinter vermeintlich neutraler Mathematik versteckt (Schelling 2019). Da es sich um probabilistische Algorithmen handelt, besteht die Gefahr der fehlerhaften Vorhersage. Allerdings neigen Menschen dazu, einer Berechnung &uuml;berm&auml;&szlig;ig zu vertrauen[1] . Nichtsdestotrotz bewerben Cloud-Anbieter&nbsp;[2], vor allem <i>Amazon Web Services<\/i>, ihre Dienste erfolgreich bei Strafverfolgungsbeh&ouml;rden in den USA.[3]<\/p>\n<h5><span id=\"gesichtserkennung\">Gesichtserkennung<\/span><\/h5>\n<p>In den letzten rund 20 Jahren hat es auf dem Gebiet der Bilderkennung erhebliche Fortschritte gegeben. Das gilt insbesondere auch f&uuml;r die Gesichtserkennung, so dass sich Politik und Bundespolizei ermutigt f&uuml;hlten, ein Pilotprojekt auf den Weg zu bringen. Nachdem fr&uuml;here Versuche noch gescheitert waren, wird das Ergebnis des Pilotprojekts zur biometrischen Gesichtserkennung auf dem Bahnhof Berlin-S&uuml;dkreuz nach einj&auml;hriger Erprobung von August 2017 bis Juli 2018 als gro&szlig;er Erfolg gefeiert.[4]<\/p>\n<p>Der technische Versuchsaufbau sah grob skizziert so aus: An drei Stellen des Bahnhofs &#8211; ein Eingang, eine Rolltreppe und ein Ausgang &#8211; haben vorhandene Kameras Bilder aufgenommen und als Stream an die eingesetzten Gesichtserken-nungssysteme gesendet. In allen drei getesteten Systemen (BioSurveillance von Herta Security, Morpho Video Investigator von IDEMIA und Anyvision vom gleichnamigen Unternehmen) wurden mit unterschiedlichen Algorithmen (die neben klassischen Bildanalyseverfahren alle drei auch mit k&uuml;nstlichen neuronalen Netzen arbeiten und damit mit sogenannten lernenden Systemen) die Gesichter auf den Bildern in Templates verwandelt, also nach bestimmten charakteristischen Merkmalen vereinfacht. Die Templates wurden dann automatisch mit den in einer Datenbank gespeicherten Gesichtstemplates der im ersten halben Jahr &uuml;ber 300 Versuchspersonen und im zweiten Halbjahr noch verbliebenen 200 verglichen. Diese hatten sich als regelm&auml;&szlig;ige Benutzer_innen des Bahnhofs freiwillig gemeldet. Ihre Zahl wurde so gew&auml;hlt, dass die Auswahl statistisch gesehen repr&auml;sentativ war. Im ersten Halbjahr gab es nur ein Template pro Person nach einem guten Foto, im zweiten zwischen zwei und f&uuml;nf nach Bildern, die mit den &Uuml;berwachungskameras geschossen wurden. Au&szlig;erdem wurde mit Hilfe von Transpondern, die die Testpersonen immer bei sich trugen, festgestellt, wer wann welche Beobachtungsstelle passiert hat. So lie&szlig; sich die Trefferrate ermitteln als Verh&auml;ltnis der richtig erkann-ten Gesichter zu den insgesamt m&ouml;glichen Erkennungen in Prozent. Als zweites &#8222;G&uuml;te&#8220;-Kriterium wurde die Falschakzeptanzrate gew&auml;hlt, die in Prozent angibt, wie viele der Erkennungen falsch sind.<\/p>\n<p>Durchschnittlich wurde eine Trefferrate von gut 80 Prozent erreicht, in g&uuml;nstigen F&auml;llen &uuml;ber 90 Prozent. Die Falschakzeptanzrate lag deutlich unter einem Prozent. Das klingt gar nicht viel, bedeutet aber bei 10.000 Gesichtserkennungsvor-g&auml;ngen schon &uuml;ber 30 Personen, die f&auml;lschlich als gesucht erkannt werden. In dem Abschlussbericht des Bundespolizeipr&auml;sidiums 2018, dem noch viele weitere Details entnommen werden k&ouml;nnen, werden auch Faktoren genannt, die die Gesichtserkennung behindern und erschweren. Dazu geh&ouml;ren schlechte Lichtverh&auml;ltnisse wie Gegenlicht oder starke Schattenbildung sowie ung&uuml;nstige Kamerawinkel. Gute Ergebnisse werden insbesondere erzielt, wenn die Kamera senkrecht zur Gesichtsebene angebracht ist, was bei Ein- und Ausg&auml;ngen praktisch unm&ouml;glich ist. Brillen, Schals und Makeup sollen die Erkennung nicht wesentlich beeintr&auml;chtigen. Aber es ist wohl nicht untersucht worden, wie h&auml;ufig die Erkennung scheitert, weil die Zielperson nach unten, hinten oder zur Seite schaut, sich stark geschminkt hat, sich verkleidet hat oder das Gesicht verdeckt. Von anderen Bilderkennungsversuchen ist bekannt, dass schon kleinere Ver&auml;nderungen an den zu erkennenden Objekten die Ergebnisse deutlich verschlechtern k&ouml;nnen. Bei der Beurteilung des Pilotpro-jekts muss auch beachtet werden, dass kein einzelnes der getesteten Systeme aus Sicht der Polizei wirklich zufriedenstellende Ergebnisse erbracht hat, sondern erst eine Kombination zweier Systeme.[5]<\/p>\n<p>Ungeachtet solcher technischer Bedenken muss bef&uuml;rchtet werden, dass Ge-sichtserkennungssysteme dieser Art im &ouml;ffentlichen Raum bald Wirklichkeit wer-den. Das wirft viele weitere Fragen auf. Welche Datenbanken mit den Bildern welcher Zielpersonen werden verwendet? Werden (biometrische) Bilder von polizeilich gesuchten Tatverd&auml;chtigen und als Kriminelle eingestuften Personen verwendet, oder werden auch Menschen einbezogen, die als &#8222;Gef&auml;hrder&#8220;&nbsp; eingesch&auml;tzt werden, ohne dass ein konkreter Tatverdacht vorliegt? Es ist zu bef&uuml;rchten, dass Strafver-folgungsbeh&ouml;rden diese &Uuml;berwachungstechnologie mit immer mehr Datenbanken vernetzen. Datensch&uuml;tzer_innen (des Bundes und der L&auml;nder) sind sich weitgehend einig, dass es sich um einen massiven und ungerechtfertigten Eingriff in die informationelle Selbstbestimmung von Menschen handelt. Die grundlegende Kritik an automatisierter und anlassloser Massen&uuml;berwachung ist klar. Menschen verhalten sich unfreier, wenn sie beobachtet werden. Weiter betreffen polizeiliche Ma&szlig;nah-men und &Uuml;berwachung &uuml;berproportional viele Menschen, die Minderheiten ange-h&ouml;ren. Ist es also nur eine Frage der Zeit, bis solche Systeme eines Tages bei uns wie jetzt schon in China zur sozialen &Uuml;berwachung und systematisch gegen Minderhei-ten (vgl. Reuter 2019) eingesetzt werden?<\/p>\n<h5><span id=\"kombinierte-datenbanken\">Kombinierte Datenbanken<\/span><\/h5>\n<p>Im EU-Projekt &#8222;Interoperabilit&auml;t&#8220; werden derzeit alle in EU-Datenbanken vorhan-denen Gesichtsbilder und Fingerabdr&uuml;cke mit Personendaten in einem durchsuchbaren &#8222;gemeinsamen Identit&auml;tsspeicher&#8220; zusammengef&uuml;hrt (vgl. Monroy 2019a). Einige der Datenbanken bleiben in ihrer derzeitigen Form erhalten, andere werden um weitere biometrische Merkmale erg&auml;nzt. Die Daten werden zentral bei der Agentur f&uuml;r das Betriebsmanagement von IT-Gro&szlig;systemen (eu-LISA) verarbeitet. Dar&uuml;ber hinaus werden sie durch ein gemeinsames Interface parallel durchsuchbar. eu-LISA ist auch f&uuml;r die technische Verwaltung und die sichere Daten&uuml;bertragung im Betrieb zust&auml;ndig. 2020 beginnt die technische Umsetzung, bis 2023 soll das System fertiggestellt werden (vgl. Europ&auml;ische Kommission 2017 COM(2017) 794 final). Integriert werden (1) das Schengener Informationssystem (SIS II), welches als gr&ouml;&szlig;te Fahndungsdatenbank Europas Informationen zur Einreise- oder Aufent-haltsverweigerung und zur Verhaftung oder zur verdeckten Kontrolle von Ver-d&auml;chtigen enth&auml;lt; (2) das European-Dactyloscopy-System (EURODAC), welches Finger-abdruckdaten von Asylbewerber_innen und Drittstaatsangeh&ouml;rigen speichert und abgleicht; (3) das Visa-Informationssystem (VIS), welches personenbezogene und biometrische Daten von Antragsteller_innen und Einlader_innen von Kurzaufent-haltsvisa speichert, (4) das neue Einreise-\/Ausreisesystem (EES), in welchem perso-nenbezogene und biometrische Daten sowie Zeitpunkt und Ort der Ein- und der Ausreise von Drittstaatsangeh&ouml;rigen, die f&uuml;r einen Kurzaufenthalt in den Schengen-Raum reisen, elektronisch erfasst werden; (5) das ab 2021 verwendete Europ&auml;ische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS)&#8218; bei dem es sich um ein weitgehend automatisiertes System zur Erfassung und &Uuml;berpr&uuml;fung der Angaben handelt, die von der Visumpflicht befreite Drittstaatsangeh&ouml;rige vor ihrer Reise in den Schengen-Raum &uuml;bermitteln; (6) das Europ&auml;ische Strafregisterinformationssys-tem f&uuml;r Drittstaatsangeh&ouml;rige (7) (ECRIS-TCN)&#8218; bei dem es sich um ein elektronisches System f&uuml;r den Austausch von Informationen &uuml;ber fr&uuml;here Verurteilungen von Drittstaatsangeh&ouml;rigen durch Strafgerichte in der EU handelt; und Datenbanken von Europol und Interpol. Als Schnittstelle f&uuml;r die ersten sechs wurde ein neues universelles Nachrichtenformat federf&uuml;hrend vom BKA entwickelt.&nbsp; Das System integriert auch einen &#8222;Detektor f&uuml;r Mehrfachidentit&auml;ten&#8220;, der innerhalb der ersten sechs Datenbanken biometrischen Daten und ihnen zugeordneten Ausweisdoku-menten abgleicht. Die existierenden Datenbanken verf&uuml;gen bereits &uuml;ber ein solches Suchsystem f&uuml;r Fingerabdr&uuml;cke (vgl. Monroy 2018a). Das Ganze findet unter dem Vorwand der Terrorismusbek&auml;mpfung statt. Tats&auml;chlich geht es aber um den Auf-bau einer &Uuml;berwachungsinfrastruktur, um insbesondere Migration in die und in-nerhalb der EU zu erschweren.<\/p>\n<p>Dar&uuml;ber hinaus ist das BKA auch federf&uuml;hrend an dem EU-Projekt Europ&auml;ischer Kriminalaktennachweis &#8211; Automatisierung der Datenaustauschprozesse (EPRIS-ADEP)[8]&nbsp; beteiligt, welches ein System entwickelt, um bestimmte biografische Daten, die in nationalen polizeilichen Informationssystemen enthalten sind, verf&uuml;gbar zu ma-chen und direkte EU-weite Abfragen erm&ouml;glichen soll. Hierzu wird die bereits exis-tierende Infrastruktur von Europol[9]&nbsp; genutzt, insbesondere das Europol-Operations-Network und die Kommunikationsplattform Secure-Information-Exchange-Network-Application.<\/p>\n<h5><span id=\"predictive-policing\">Predictive Policing<\/span><\/h5>\n<p><i>Predictive Policing[10]<\/i>&nbsp;, das mit voraussagende oder vorausschauende Polizeiarbeit &uuml;bersetzt werden kann, ist im Wesentlichen eine Anwendung quantitativer Analysemethoden der angewandten Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik, um Orte und Zeiten mit hohem Kriminalit&auml;tsrisiko, m&ouml;gliche Straft&auml;ter_innen einerseits und gef&auml;hrdete Opfer andererseits vorherzusagen. Eine weitere Anwendung ist die Erstellung von Profilen, um die Identit&auml;t von Straft&auml;ter_innen anhand der Tatcharakteristika und Tatortspuren einzugrenzen. Im Unterschied zur traditionellen Kriminalit&auml;tsanalyse, die ganz &auml;hnliche Ziele verfolgt, erfordert Predictive Policing gro&szlig;e Datenmengen und ist methodisch wesentlich komplexer. Die eingesetzten Methoden umfassen beispielsweise die systematische Kombination von verschie-denen Datenbanken bei Abfragen und Auswertung, Datamining, Regressions- und Klassifikationsanalyse, Clusterverfahren, Near-Repeat-Modellierung wahrscheinli-cher Wiederholungstaten und Raumzeitanalyse. Ziel ist dabei nicht Genauigkeit, sondern Brauchbarkeit. Und man darf nicht glauben, dass die automatisierte Kri-minalit&auml;tsanalyse die Kriminalit&auml;tsrate senkt. Vielmehr ist es als technokratische Antwort auf ein soziales Problem zu verstehen. Statt die Ursachen von Kriminalit&auml;t zu beheben, wird die Identifikation von Gef&auml;hrder_innen und Verd&auml;chtigen sowie die Repression optimiert. Predictive Policing ist kein Garant, dass sich das &auml;ndert oder verbessert. Im Gegenteil ist aufgrund struktureller und institutioneller rassis-tischer Polizeipraxis (KOP 2016, Sarbo 2019) die Gefahr gro&szlig;, dass noch mehr Personen unschuldig in Verdacht geraten und dass Methoden eingesetzt werden, die die grundgesetzlich gesch&uuml;tzten Pers&ouml;nlichkeitsrechte einschlie&szlig;lich der informationellen Selbstbestimmung zuwiderlaufen.<\/p>\n<p>Selbst technisch gesehen muss <i>Predictive Policing <\/i>auch dann noch lange nicht er-folgreich sein, weil die Vorhersagen vielleicht auf Daten minderer Qualit&auml;t beruhen, weil die Analyseergebnisse missverstanden werden wegen der Unkenntnis zugrun-deliegender Faktoren oder weil nicht gen&uuml;gend &uuml;berpr&uuml;ft wird, ob verwendete Vorhersagen &uuml;berhaupt effektiv waren.<\/p>\n<p>In Deutschland lassen sich auf kriminalpolitischer Ebene vermehrt Implementierungsvorst&ouml;&szlig;e und Pilotprojekte zu Predictive Policing verzeichnen. In mehrere Bundesl&auml;nder werden unterschiedliche informationstechnische Werkzeuge bereits eingesetzt (vgl. Heitm&uuml;ller 2019): Bayern und Baden-W&uuml;rttemberg nutzen die kommerzielle Prognosesoftware PRECOBS (Pre Crime Observation System) des Insti-tuts f&uuml;r musterbasierte Prognosetechnik IfmPt; Nordrhein-Westfalen nutzt und entwickelt SKALA (System zur Kriminalit&auml;tsauswertung und Lageantizipation) auf der Grundlage von SPSS Modeler von IBM; Niedersachsen wiederum benutzt IBM Cognos in dem Projekt preMAP (predictive Mobile Analytics for the police); Berlin nutzt die Eigenentwicklung KrimPro (Kriminalit&auml;ts-Prognose) und Hessen nutzte die Eigenentwicklung KLB-operativ (Kriminalit&auml;tslagebild-operativ), welche k&uuml;rzlich durch die Software Gotham von Palantin abgel&ouml;st wurde (vgl. Singelnstein 2019).<\/p>\n<h5><span id=\"social-media-und-open-source-intelligence\">Socia&shy;l-&shy;Media und Open-&shy;Sour&shy;ce-In&shy;tel&shy;li&shy;gence<\/span><\/h5>\n<p>Durch die verbreitete Nutzung von Social-Media erf&auml;hrt Open-Source-Intelligence (OSINT), also das Sammeln und Bewerten von &ouml;ffentlichen Informationen, insbesondere in sozialen Medien eine gravierende Aufwertung f&uuml;r die Informationsgewinnung von Polizei und Geheimdiensten weltweit. Bereits im EU-Projekt CAPER[11]&nbsp; <i>(Collaborative information Acquisition, Processing, Exploitation and Reporting for the prevention of organized crime;<\/i> Projektlaufzeit: 2011 &#8211; 2014, Budget: 7 Mio Euro) wur-den informationstechnische Werkzeuge entwickelt, um Internetinhalte den Beh&ouml;rden systematisch zug&auml;nglich zu machen &#8211; einschlie&szlig;lich Bild-, Video-, Sprach- und biometrischer Analyse. [12]&nbsp; Auch in Deutschland gibt es entsprechende Vorhaben und Umsetzungen. Seit 2014 ist bekannt, dass das Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr, der Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt f&uuml;r Verfassungs-schutz mit mehreren Analysetools Blogs, Foren und soziale Netzwerke systema-tisch beobachten und analysieren (vgl. Hunko 2014, Meister 2015). Mithilfe statisti-scher Verfahren sollen gesellschaftliche Stimmungen, Tendenzen, Trends und Auf-f&auml;lligkeiten erkannt werden. Diese sind nicht auf einzelne Personen bezogen, son-dern sollen grunds&auml;tzliche Aussagen zur Dynamik von Informationsstr&ouml;men und zur allgemeinen Lageentwicklung im In- und Ausland erm&ouml;glichen. Ziel ist die Beherrschbarkeit sozialer Ph&auml;nomene und politischer Situationen, indem Progno-sen berechnet und Gruppen gezielt manipuliert werden.<\/p>\n<p>Jetzt soll die Polizei ebenfalls in sozialen Netzwerken aktiv werden. Das Projekt SENTINEL[13]&nbsp; (Sicherheit im Einsatz durch Open-Source-Intelligence (OSINT) in Ein-satzleitstellen, Projektlaufzeit: Januar 2018 bis Juni 2019) verdeutlicht dieses. Es wurden sogenannte Intel-Officer implementiert, die polizeieinsatzbegleitend OSINT-Recherchen durchf&uuml;hren. Oft stehen so den Beh&ouml;rden aktuelle Lichtbilder, Hinweise zum Aufent&not;haltsort, Informationen zu Hobbies oder Besonderheiten der &Ouml;rtlichkei-ten zur Verf&uuml;gung. Das orientiert sich an den Niederlanden, wo in sogenannten Real-Time-Intelligence-Centres (RTIC), die in den Einsatzleitstellen untergebracht sind, Polizeivollzugsbeamte neben der Datenerhebung in polizeilichen Datensystemen standardm&auml;&szlig;ig OSINT-Recherchen zu eingehenden Eins&auml;tzen durchf&uuml;hren und den Einsatzkr&auml;ften die Informationen mitteilen.<\/p>\n<p>Neben der individuellen Recherche und Ausforschung stehen die Analyse von Bestrebungen und die Identifikation von Gruppen und Personen im Vordergrund aktueller Polizeiforschung. Hier sind beispielsweise die zwei Projekte RadigZ[14]&nbsp; (Radikalisierung im digitalen Zeitalter &#8211; Analyse von Aufrufen zu extremistischen Gewalthandlungen und Straftaten via Internet\/Social Media, Projektlaufzeit: Feb-ruar 2017 bis Februar 2020) und X-SONAR[15]&nbsp; (Analyse extremistischer Bestrebungen in sozialen Netzwerken, Laufzeit: M&auml;rz 2017 bis Februar 2020) bemerkenswert. Neben einer vertieften Analyse der Wirkungen von Internet-basierter Informations-verbreitung und Propaganda (im Sinne der beh&ouml;rden&uuml;blichen, extremismustheoretischen Einstufung als islamistisch, rechtsextremistisch, linksextremistisch) sowie der Identifikation von Gruppen und Personen, die entsprechende Informationen wahrnehmen, ist die Entwicklung zielgruppenspezifischer Gegenma&szlig;nahmen zent-rales Anliegen des Projekts. Durch die Analyse von sozialen Netzwerken, Blogs und Foren und die Identifizierung von gruppenspezifischen und individuellen Radikali-sierungsmustern sollen Indikatoren zur Fr&uuml;herkennung und Risikoeinsch&auml;tzung radikaler Tendenzen erarbeitet werden. Zusammen mit den beteiligten Landeskriminal&auml;mtern und Beh&ouml;rden wird Software f&uuml;r die Erkennung von Netzwerkstruktu-ren und zur dynamischen Risikoeinsch&auml;tzung entwickelt.<\/p>\n<p>Ein anderer Aspekt der Social-Media-Offensive ist die interaktive Propaganda. Das Projekt Pr&auml;DiSiKo[16]&nbsp; (Pr&auml;ventive digitale Sicherheitskommunikation &#8211; ein innovativer Ansatz f&uuml;r Kriminalpr&auml;vention in sozialen Online-Medien, Projektlaufzeit: November 2016 bis Oktober 2019) behandelt die Erforschung und softwaretechnischen Umsetzung eines neuen Systems, das der Polizei erm&ouml;glicht, interaktiv Botschaften &uuml;ber ein soziales Netzwerk an die Bev&ouml;lkerung zu kommunizieren. Insbe-sondere sollen spezifische Personengruppen adressiert werden, wobei die Art der Kommunikation und Botschaft von der jeweiligen Gruppe abh&auml;ngt.<\/p>\n<p>Dar&uuml;ber hinaus arbeiten europ&auml;ische Polizeibeh&ouml;rden zusammen mit R&uuml;stungs-firmen im Horizon-2020-Programm an diversen Projekten in diesem Bereich. Im Sicherheitsforschungsprojekt &#8222;TENSOR&#8220;[17]&nbsp; wird eine &#8222;Plattform f&uuml;r Terrorismusaufkl&auml;rung&#8220; im Internet entwickelt. Sie soll automatisierte und teil-automatisierte Werkzeuge kombinieren, um Inhalte in mehreren Sprachen und aus unterschiedlichen Formaten (Text, Bilder, Filme, Tonaufzeichnungen) zur &#8222;F&ouml;rderung von Gewalt&#8220; und &#8222;Radikalisierung&#8220; aufzusp&uuml;ren und automatisch zu erkennen. Die Soft-ware soll auch &#8222;dialoggest&uuml;tzte Bots&#8220; mit KI nutzen. Gefundene Inhalte werden anschlie&szlig;end kategorisiert und interpretiert, damit sie von Strafverfolgungsbeh&ouml;rden genutzt werden k&ouml;nnen (Monroy 2019b). Des Weiteren laufen die EU-Projekte TRIVALENT[18]&nbsp; und PROPHETS[19]&nbsp; (je ca. 3 Mio. Euro, Projektlaufzeit TRIVALENT: Mai 2017 &#8211; April 2020, Projektlaufzeit PROPHETS: Mai 2018 &#8211; April 2021) in dem unter anderem auch Analysesoftware f&uuml;r OSINT entwickelt werden soll, um Radikalisierungen zu erkennen. Neben der Analyse sind Synthese und Gegenstrategien Projektziele. Einen Schritt weiter geht das aktuelles Projekt Red Alert[20] , bei dem die Erkennung und Klassifizierung von Internetinhalten in Echtzeit erprobt wird. Auch hier kommen nat&uuml;rliche Sprachverarbeitung, Analyse sozialer Netzwerke und KI-Methoden zum Einsatz.<\/p>\n<h5><span id=\"grenzueberwachung-und-fluchtwegrekonstruktion\">Grenz&shy;&uuml;ber&shy;wa&shy;chung und Flucht&shy;weg&shy;re&shy;kon&shy;struk&shy;tion<\/span><\/h5>\n<p>Neben der Identifikation von Menschen anhand biometrischer Merkmale ist die Beobachtung und Vorhersage von Fluchtrouten sowie die interorganisationale[21]&nbsp; und transnationale Zusammenarbeit zwischen Polizei, Beh&ouml;rden, Hilfsorganisationen und anderen involvierten Akteuren Bestandteil der Polizeipraxis im Kontext der Grenz&uuml;berwachung.<\/p>\n<p>Zentral ist das Grenz&uuml;berwachungssystem Eurosur (European Border Surveillance), welches vom europ&auml;ischen Grenzschutz Frontex betrieben wird und Aufkl&auml;rungsdaten von Satelliten, Flugzeugen, Drohnen und Fesselballons zusammenf&uuml;hrt. Kern des EUROSUR-Systems ist die Satellitenaufkl&auml;rung. Die Bilder stammen von kom-merziellen Satellitendiensten (wie etwa von Airbus, das Bilder seiner Radarsatelliten TerraSar-X und TanDEM-X verkauft) sowie von optischen und radarbasierten Satelliten des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus und werden vom Satel-litenzentrum der Europ&auml;ischen Union SatCen erhoben und aufbereitet (vgl. Monroy 2018b). 2018 wurde der Ausbau der technischen F&auml;higkeiten von Copernicus von der EU-Kommission beschlossen[22] . Das System soll mittels KI &#8222;Unregelm&auml;&szlig;igkeiten im Schiffsverhalten&#8220; detektieren und&nbsp; Informationen zum Standort, der Schiffsbezeichnung und zum abweichenden Verhalten melden. Seit 2017 werden von Flug-zeugen (und seit 2018 zus&auml;tzlich von Aufkl&auml;rungsdrohnen) &uuml;ber dem Mittelmeer aufgenommene Videos in ein Lagezentrum der EUROSUR-Zentrale nach Warschau gestreamt, um sie dort in Echtzeit auszuwerten[23] . Im Rahmen des Projekts FRONTEX Compatible Operational Image wird die Verbesserung dieser Echtzeit-&Uuml;bertragung ins Hauptquartier erforscht. Dies betrifft neben Flugzeugen und Drohnen auch Schiffe und Fahrzeuge an Land (vgl. Monroy 2018b). 2019 wurden die &Uuml;berwachungsf&auml;higkeiten weiter ausgeweitet, sodass mittels Maschinellem Lernen Personen und Ob-jekte auf von Drohnen aufgenommenen Bildern automatisch klassifiziert werden k&ouml;nnen (vgl. Monroy 2019c).<\/p>\n<p>Aber das ist nur ein Aspekt. 2015 hat der EU-Rat die Kooperation von Europol mit Facebook und Twitter beschlossen (vgl. Krempl 2015). In der Europol-Meldestelle f&uuml;r Internetinhalte wurden zus&auml;tzliche Stellen geschaffen, die soziale Medien nach Fluchtaktivit&auml;ten durchsuchen und Inhalte (z.B. von Menschen, die bei der Flucht unterst&uuml;tzen) zu l&ouml;schen. Dar&uuml;ber hinaus wurde der direkte Zugriff auf Tracking-Daten von Facebook beschlossen, wobei die im vorherigen Abschnitt erw&auml;hnten Systeme zur Analyse sozialer Medien f&uuml;r diese Zwecke benutzt werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Als letzter Aspekt sei die Auswertung von Smartphones erw&auml;hnt. Im deutsch-&ouml;sterreichischen Projekt SmartIdentifikation[24] (Projektlaufzeit: April 2018 &#8211; M&auml;rz 2020) forscht die Bundespolizei zur schnellen Auswertung von Dokumenten und der Mobiltelefone von Gefl&uuml;chteten. Durch die Analyse unterschiedlicher Daten, wie L&auml;ndercodes angerufener Telefonnummern, Kontakte, Top-Level-Domains aufgerufener Websites, Geodaten und der in Textnachrichten verwendete Sprache, sollen Fluchtwege (automatisiert oder teil-automatisiert) rekonstruiert werden.<\/p>\n<h5><span id=\"erweiterte-dna-analyse\">Erweiterte DNA-Analyse<\/span><\/h5>\n<p>In einem Konsortium mit dem Namen &#8222;VISible Attributes through GEnomics&#8220; mit dem Akronym &#8222;VISAGE&#8220; (Projektlaufzeit: 1.5.2017 &#8211; 30 April 2021) haben sich mehrere europ&auml;ische Universit&auml;ten sowie Strafverfolgungsbeh&ouml;rden, unter anderem auch das BKA, f&uuml;r die weitere Erforschung der erweiterten DNA-Analyse zusam-mengeschlossen.[25]&nbsp; Das Projekt wird von der Europ&auml;ischen Union mit f&uuml;nf Millionen Euro unterst&uuml;tzt. Das &uuml;bergeordnete Ziel von VISAGE ist, die Einschr&auml;nkung der derzeitigen forensischen Nutzung von DNA zu &uuml;berwinden, indem es sie erweitert und zusammengesetzte Skizzen unbekannter Spender aus so vielen biologischen Spuren und Quellen wie m&ouml;glich und so schnell wie m&ouml;glich konstruiert.[26]&nbsp; Das derzeit verwendete standardisierte forensische DNA-Profil ist nur dann erfolgreich, wenn ein gesuchtes DNA-Profil mit dem einer Person &uuml;bereinstimmt, die entweder direkt &uuml;ber die polizeiliche Untersuchung oder durch die Suche in polizeilichen DNA-Datenbanken auf nationaler oder europ&auml;ischer Ebene verf&uuml;gbar ist. VISAGE zielt darauf ab, aus DNA, die sich nicht zuordnen l&auml;sst, R&uuml;ckschl&uuml;sse auf Augen-, Haar- und Hautfarbe sowie das biologische Alter mit genomischen Mitteln zu f&uuml;h-ren. Durch die Kombination dieser sichtbaren Attribute wird eine zusammenge-setzte Skizze des unbekannten Spenders konstruiert und auf eine Personengruppe reduziert. Dar&uuml;ber hinaus erm&ouml;glichen Alters- und teilweise biogeographische Abstammungsinformationen zus&auml;tzlich die Suche in Registern. Als Ergebnis des Projekts formulierte das Konsortium die Entwicklung und forensische Evaluation von Prototypenwerkzeugen auf der Grundlage von massiv paralleler Sequenzierung zur gleichzeitigen Analyse der identifizierten DNA-Pr&auml;diktoren f&uuml;r Aussehen, Alter und Abstammung und die Entwicklung eines integrierten Interpretations-Frameworks mit einer Prototyp-Software zur kombinierten statistischen Ber&uuml;cksichtigung des Aussehens, des Alters und der Abstammung von DNA-Informationen, die in die routinem&auml;&szlig;igen forensischen DNA-Serviceumgebung integriert werden kann.<\/p>\n<p>Die Kritik ist vielf&auml;ltig. Es bestehen &#8222;rechtliche, ethische und soziale Risiken&#8220;&nbsp; aber auch technische Probleme. Vor allem erm&ouml;glichen Erweiterte DNA-Analysen eine weitere Stigmatisierung von Menschen, die sich ohnehin t&auml;glich mit Rassismus konfrontiert sehen (dazu mehr in Novago, Leydenberg 2019). Manche DNA-Fragmente kommen in bestimmten Regionen h&auml;ufiger vor. Dies sagt aber &#8222;absolut nichts&#8220; &uuml;ber das Aussehen des T&auml;ters aus (vgl. Schultz, Bartram 2017). Die Software basiert aber auf probabilistischen Methoden (<i>probabilistic genotype matching),<\/i> sodass die Auswertung einer Interpretation bedarf, die stark durch den Automation-Bias und rassistische Vorurteile beeinflusst ist. Dar&uuml;ber hinaus sind die Methoden wissenschaftlich umstritten; Unternehmen wie Parabon Nanolabs und Identitas ver-sprechen den Beh&ouml;rden mehr als sie wirklich k&ouml;nnen (vgl. May 2018). Trotzdem halten europ&auml;ische Strafverfolgungsbeh&ouml;rden an dem Vorhaben fest, diese Methoden in der Praxis einzusetzen.<\/p>\n<h5><span id=\"fazit\">Fazit<\/span><\/h5>\n<p>In dem Artikel haben wir anhand eines Spektrums an Beispielen aufgezeigt, dass die informationstechnische Aufr&uuml;stung der Polizei massiv vorangetrieben wird. Erhebliche Mittel flie&szlig;en in die Polizeiforschung beziehungsweise in die Forschung und Entwicklung zur zivilen Sicherheit, wobei KI-Methoden &#8211; insbesondere Maschinel-les Lernen &#8211; in immer mehr Bereichen der Polizei zur Anwendung kommen. Politik und Polizei versprechen sich davon, mit immer mehr Daten und lernenden Algorithmen die Aufgaben der Polizei besser l&ouml;sen zu k&ouml;nnen. Probleme der Technik und insbesondere die gesellschaftlichen Implikationen werden &uuml;berwiegend ignoriert. Es scheint keine gro&szlig;angelegten wissenschaftlichen Projekte zu geben, die untersuchen, ob einerseits die technologischen Instrumente der Polizei &uuml;berhaupt wirksam sind und andererseits welche Eingriffe in die Pers&ouml;nlichkeits- und Freiheitsrechte wie die informationelle Selbstbestimmung mit dem Einsatz der neuen Technologien verbunden sind oder wie sie vermieden werden k&ouml;nnen. Es ist also dringend geboten, dass ein ausreichender Teil der Forschungsmillionen f&uuml;r eine kritische Evaluation ausgegeben wird. Weiter braucht es eine kritische &Ouml;ffentlichkeit, die sich gegen diese Algorithmisierung und Roboterisierung der Polizei in der jetzigen Form zur Wehr setzt.<\/p>\n<p><b>PROF. DR. HANS-J&Ouml;RG KREOWSKI<\/b> <i>(1949) ist Professor (i.R.) f&uuml;r Theoretische In-formatik an der Universit&auml;t Bremen. Er ist au&szlig;erdem im Vorstand des Forums In-formatikerInnen f&uuml;r Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) und der Zeitschrift Wissenschaft und Frieden. Er ist Mitglied der Leibniz-Soziet&auml;t der Wis-senschaften zu Berlin und seit 2019 Mitherausgeber des Grundrechte-Reports. Neu-ere Ver&ouml;ffentlichung: Stefan H&uuml;gel, Hans-J&ouml;rg Kreowski, Dietrich Meyer-Ebrecht: Cyberwar and Cyberpeace. In Elias G. Carayannis, David F. J. Campbell, Marios Panagiotis Efthymiopoulos (Hrsg.) 2018:editors, Handbook of Cyber-Development, Cyber-Democracy, and Cyber-Defense, Heidelberg: Springer, S. 885-909.<\/i><\/p>\n<p><b>AARON LYE<\/b> <i>(1989)<\/i> <i>promoviert in theoretischer Informatik an der Universit&auml;t Bre-men zum Thema Hypergraphtransformation. Er engagiert sich au&szlig;erdem im FIfF. Neuere Ver&ouml;ffentlichung:Aaron Lye 2017: Techniken und M&ouml;glichkeiten digitaler Kriegsf&uuml;hrung am Beispiel Stuxnet. FIfF-Kommunikation(2), S. 71-74.<\/i><\/p>\n<p><b>Literaturverzeichnis<\/b><\/p>\n<p>Armbrost, Andreas 2014: Polizeitechnologie: Predictive-Policing, Criminologia, <a href=\"https:\/\/criminologia.de\/2014\/03\/polizeitechnologie-predictive-policing\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/criminologia.de\/2014\/03\/polizeitechnologie-predictive-policing\/<\/a> gepostet am 14.03.2014<\/p>\n<p>Bundesministerium des Innern, f&uuml;r Bau und Heimat 2018: Projekt zur Gesichtserken-nung erfolgreich, Pressemitteilung vom 11.10.2018, <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/minister\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bmi.bund.de\/DE\/minister<\/a> ium\/ministerium-node.html, aufgerufen am 28.08.2019<\/p>\n<p>Bundespolizeipr&auml;sidium 2018:. Abschlussbericht zum Teilprojekt 1 &#8222;Biometrische Gesichtserkennung&#8220; am Bahnhof Berlin S&uuml;dkreuz, Stand 18.09.2018, <a href=\"https:\/\/www.bundespolizei.de\/Web\/DE\/04Aktuelles\/01Meldungen\/2018\/10\/181011_abschlussbericht_gesichtserkennung_down.pdf?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bundespolizei.de\/Web\/DE\/04Aktuelles\/01Meldungen\/2018\/10\/181011_abschlussbericht_gesichtserkennung_down.pdf?__blob=publicationFile<\/a> aufgerufen am 28.08.2019<\/p>\n<p>Europ&auml;ische Kommission 2017: Vorschlag f&uuml;r eine Verordnung des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates zur Errichtung eines Rahmens f&uuml;r die Interoperabilit&auml;t zwischen EU-Informationssystemen (polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit, Asyl und Migrati-n) COM(2017) 794 final.<\/p>\n<p>Greis, Friedhelm 2018: Pilotprojekt S&uuml;dkreuz ausgewertet: Fl&auml;chendeckende Gesichtserkennung r&uuml;ckt n&auml;her, golem, 12.10.2018, <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/pilotprojekt-suedkreuz-ausgewertet-flaechendeckende-gesichtserkennung-rueckt-naeher-1810-137080.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.golem.de\/news\/pilotprojekt-suedkreuz-ausgewertet-flaechendeckende-gesichtserkennung-rueckt-naeher-1810-137080.html<\/a>, aufgerufen am 28.08.2019<\/p>\n<p>Heitm&uuml;ller, Ulrike 2017: Predictive-Policing: Die deutsche Polizei zwischen Cyber-CSI und Minority Report, heise.de,. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Predictive-Policing-Die-deutsche-Polizei-zwischen-Cyber-CSI-und-Minority-Report-3685873.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Predictive-Policing-Die-deutsche-Polizei-zwischen-Cyber-CSI-und-Minority-Report-3685873.html<\/a> aufgerufen am 25.08.2019<\/p>\n<p>Heitm&uuml;ller, Ulrike 2019: Missing Link: Predictive-Policing &#8211; die Kunst, Verbrechen vorherzusagen. Heise.de, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Missing-Link-Predictive-Policing-die-Kunst-Verbrechen-vorherzusagen-4425204.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Missing-Link-Predictive-Policing-die-Kunst-Verbrechen-vorherzusagen-4425204.html<\/a> aufgerufen am 25.08.2019<\/p>\n<p>Hunko, Andrej 2014: Wie der Bundesnachrichtendienst und die Bundeswehr das Internet aussp&auml;hen wollen. <a href=\"http:\/\/andrej-hunko.de\/component\/content\/article\/7-beitrag\/2152-wie-der-bundesnachrichtendienst-und-die-bundeswehr-das-internet-ausspaehen-wollen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/andrej-hunko.de\/component\/content\/article\/7-beitrag\/2152-wie-der-bundesnachrichtendienst-und-die-bundeswehr-das-internet-ausspaehen-wollen<\/a> aufgerufen am 20.07.2019<\/p>\n<p>Kampagne f&uuml;r Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP) (Hrsg.). Allt&auml;glicher Ausnahmezustand: Institutioneller Rassismus in deutschen Strafverfolgungsbeh&ouml;rden. kritik_praxis. 2016<\/p>\n<p>Krempl, Stefan 2015: Internet&uuml;berwachung: Europol will an Daten von Facebook und Twitter. Heise.de, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Internetueberwachung-Europol-will-an-Daten-von-Facebook-und-Twitter-2913746.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Internetueberwachung-Europol-will-an-Daten-von-Facebook-und-Twitter-2913746.html<\/a> aufgerufen am 23.08.2019<\/p>\n<p>May, Mary 2018: Next Generation Forensics: Changing the role DNA plays in the justice system. <a href=\"http:\/\/sitn.hms.harvard.edu\/flash\/2018\/next-generation-forensics-changing-role-dna-plays-justice-system\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/sitn.hms.harvard.edu\/flash\/2018\/next-generation-forensics-changing-role-dna-plays-justice-system\/<\/a> aufgerufen am 23.08.2019<\/p>\n<p>Meister, Andre 2015: Geheimer Geldregen: Verfassungsschutz arbeitet an &#8222;Massendatenauswertung von Internetinhalten&#8220;. Netzpolitik.org, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2015\/geheimer-geldregen-verfassungsschutz-arbeitet-an-massendatenauswertung-von-internetinhalten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/netzpolitik.org\/2015\/geheimer-geldregen-verfassungsschutz-arbeitet-an-massendatenauswertung-von-internetinhalten\/<\/a> aufgerufen am 23.08.2019<\/p>\n<p>Monroy, Matthias 2017: Soziale Kontrolle per Software: Zur Kritik an der vorhersagenden Polizeiarbeit. CILIP 113, <a href=\"https:\/\/www.cilip.de\/2017\/10\/11\/soziale-kontrolle-per-software-zur-kritik-an-der-vorhersagenden-polizeiarbeit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.cilip.de\/2017\/10\/11\/soziale-kontrolle-per-software-zur-kritik-an-der-vorhersagenden-polizeiarbeit\/<\/a> aufgerufen am 23.08.2019<\/p>\n<p>Monroy, Matthias 2018a: Neues EU-System zur Identifizierung mit Fingerabdr&uuml;cken freigeschaltet. Cilip, <a href=\"https:\/\/www.cilip.de\/2018\/03\/07\/neues-eu-system-zur-identifizierung-mit-fingerabdruecken-freigeschaltet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.cilip.de\/2018\/03\/07\/neues-eu-system-zur-identifizierung-mit-fingerabdruecken-freigeschaltet\/<\/a> aufgerufen am 04.08.2019<\/p>\n<p>Monroy, Matthias 2018b: Der europ&auml;ische Grenzgeheimdienst. Netzpolitik.org, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2018\/der-europaeische-grenzgeheimdienst\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/netzpolitik.org\/2018\/der-europaeische-grenzgeheimdienst<\/a> aufgerufen am 04.08.2019<\/p>\n<p>Monroy, Matthias 2019a: EU legt biometrische Datent&ouml;pfe zusammen. Netzpolitik.org, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/eu-legt-biometrische-datentoepfe-zusammen-jetzt-droht-der-abfrage-tsunami\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/eu-legt-biometrische-datentoepfe-zusammen-jetzt-droht-der-abfrage-tsunami\/<\/a> aufgerufen am 06.02.2019<\/p>\n<p>Monroy, Matthias 2019b: &#8222;Crawlen, &Uuml;berwachen und Sammeln&#8220;: EU forscht an Suchma-schine f&uuml;r kriminelle Internetinhalte. Netzpolitik.org, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/crawlen-ueberwachen-und-sammeln-eu-forscht-an-suchmaschine-fuer-kriminelle-internetinhalte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/crawlen-ueberwachen-und-sammeln-eu-forscht-an-suchmaschine-fuer-kriminelle-internetinhalte\/<\/a> aufgerufen am 11.02.2019<\/p>\n<p>Monroy, Matthias 2019c: An Land, zu Wasser und in der Luft: EU-Mitgliedstaaten testen Drohnen zur Grenz&uuml;berwachung. Netzpolitik.org, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/an-land-zu-wasser-und-in-der-luft-eu-mitgliedstaaten-testen-drohnen-zur-grenzueberwachung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/an-land-zu-wasser-und-in-der-luft-eu-mitgliedstaaten-testen-drohnen-zur-grenzueberwachung<\/a> aufgerufen am 21.08.2019<\/p>\n<p>Novago, Emilia und Leydenberg, Anton 2019: Die M&auml;r vom genetischen Phantombild: Die &#8222;Erweiterten DNA-Analysen&#8220; auf dem Vormarsch. RHZ (2).<\/p>\n<p>Perry, Walter L., McInnis, Brian, Price, Carter C., Smith, Susan C. und Hollywood, John S. 2013: Predictive-Policing &#8211; The Role of Crime Forecasting in Law Enforcement Operations, RAND Corporation, <a href=\"https:\/\/www.rand.org\/pubs\/research_reports\/RR233.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.rand.org\/pubs\/research_reports\/RR233.html<\/a>, aufgerufen am 28.08.2019<\/p>\n<p>Reuter, Markus 2019: Gesichtserkennung: Automatisierter Rassismus gegen uigurische Minderheit in China. Netzpolitik.org, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/gesichtserkennung-automatisierter-rassismus-gegen-uigurische-minderheit-in-china\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/netzpolitik.org\/2019\/gesichtserkennung-automatisierter-rassismus-gegen-uigurische-minderheit-in-china\/<\/a> aufgerufen am 15.04.2019<\/p>\n<p>Sarbo, Bafta 2019: Racial Profiling in Deutschland: Keine Frage individuellen Fehlverhal-tens. CILIP 118-119, <a href=\"http:\/\/www.cilip.de\/2019\/06\/18\/racial-profiling-in-deutschland-keine-frage-individuellen-fehlverhaltens\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.cilip.de\/2019\/06\/18\/racial-profiling-in-deutschland-keine-frage-individuellen-fehlverhaltens\/<\/a> aufgerufen am 24.08.2019<\/p>\n<p>Singelnstein, Tobias 2019: Big Data bei der Polizei: Hessen sucht mit US-Software nach Gef&auml;hrdern. In: B. Bartolucci et al (Hrsg.), Grundrechte-Report 2019. S. 27-30.<\/p>\n<p>Schelling, Arkadi 2019: K&uuml;nstliche Intelligenz als Cloud Service: Folgen f&uuml;r Gesell-schaft, Geheimdienst und Milit&auml;r. IMI-Analyse 2019\/16.<br \/>Schultz, Susanne und Bartram, Isabelle 2017: Erweiterte DNA-Analysen: Technische Aufr&uuml;stung mit rassistischen Verwicklungen. CILIP 113, <a href=\"https:\/\/www.cilip.de\/2017\/09\/08\/erweiterte-dna-analysen-technische-aufruestung-mit-rassistischen-verwicklungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.cilip.de\/2017\/09\/08\/erweiterte-dna-analysen-technische-aufruestung-mit-rassistischen-verwicklungen\/<\/a> aufgerufen am 24.08.2019<\/p>\n<h5><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen<br \/><\/span><\/h5>\n<p>[1]&nbsp; Dieser psychologische Effekt ist als Automation-Bias bekannt.<\/p>\n<p>[2]&nbsp; Cloud Services bieten Dienste eines Rechenzentrums &uuml;ber das Internet an, von Festplattenspeicher<\/p>\n<p>[3]&nbsp; Mit einer App k&ouml;nnen Bilder gegen eine Datenbank von ehemaligen Gef&auml;ngnisinsassen abgleichen werden. Mobile und station&auml;re &Uuml;berwachungskameras k&ouml;nnen ebenfalls mit Amazons System verbunden werden (vgl. Schelling 2019).<\/p>\n<p>[4]&nbsp; Siehe dazu die Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern, f&uuml;r Bau und Heimat vom 11.10.2018 und den Abschlussbericht des Bundespolizeipr&auml;sidiums vom September 2018 sowie den Kommentar von Greis 2018.<\/p>\n<p>[5]&nbsp; Dabei liefert eine ODER-Verkn&uuml;pfung, bei der ein Treffer vorliegt, wenn nur eins der zwei System das Gesicht erkennt, eine hohe Trefferrate, gleichzeitig aber auch eine hohe Falschakzeptanzrate. Bei einer UND-Verkn&uuml;pfung, bei der beide Systeme ein Gesicht erkennen m&uuml;ssen, erreicht man die kleinste Falschakzeptanzrate, jedoch auch eine nur ziemlich kleine Trefferquote.<\/p>\n<p>[6]&nbsp; Der Begriff Gef&auml;hrder ist neu im Rechtssystem und unklar definiert. Klar ist nur, dass Menschen betroffen sind, denen Polizei oder Geheimdienste zutrauen, dass sie in der Zukunft Straftaten begehen k&ouml;nnten.<\/p>\n<p>[7]&nbsp; Die Abfragen bei Europol erfolgen ebenfalls &uuml;ber ein neues Protokoll (&#8222;Querying Europol Systems&#8220;, QUEST) (vgl. Monroy 2019a).<\/p>\n<p>[8]&nbsp; S. <a href=\"https:\/\/www.bka.de\/DE\/UnsereAufgaben\/Ermittlungsunterstuetzung\/ElektronischeFahndungs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.bka.de\/DE\/UnsereAufgaben\/Ermittlungsunterstuetzung\/ElektronischeFahndungs<\/a> Informationssysteme\/Polizei2020\/EPRIS_ADEP\/EPRIS.html<\/p>\n<p>[9]&nbsp; S. <a href=\"https:\/\/www.europol.europa.eu\/activities-services\/services-support\/information-exchange\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.europol.europa.eu\/activities-services\/services-support\/information-exchange<\/a><\/p>\n<p>[10] Synonyme Bezeichnungen f&uuml;r Predictive-Policing sind &#8222;Smart Policing&#8220;, &#8222;Crime Forecasting&#8220; und &#8222;Predictive Crime Mapping&#8220;. In Deutschland hat sich der Begriff Predictive-Policing durchgesetzt. Wer mehr zu diesem Thema erfahren m&ouml;chte, ist auf Perry et al. 2013, Armbrost 2014, Monroy 2017, Heitm&uuml;ller 2017, Heitm&uuml;ller 2019 und Singelnstein 2019 verwiesen.<\/p>\n<p>[11] S. Projektwebsite: <a href=\"http:\/\/www.fp7-caper.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.fp7-caper.eu\/<\/a>.<\/p>\n<p>[12] S. <a href=\"https:\/\/cordis.europa.eu\/project\/rcn\/188358\/factsheet\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/cordis.europa.eu\/project\/rcn\/188358\/factsheet\/en<\/a>.<\/p>\n<p>[13] S. Projektwebsite: <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_II\/FG_II.1\/projekt-sentinel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_II\/FG_II.1\/projekt-sentinel<\/a>. php.<\/p>\n<p>[14] S. Projektwebsite: <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_III\/FG_III.1\/projekte\/radig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_III\/FG_III.1\/projekte\/radig<\/a> z.php.<\/p>\n<p>[15] S. Projektwebsite: <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_II\/FG_II.5\/x_sonar.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_II\/FG_II.5\/x_sonar.php<\/a>.<\/p>\n<p>[16] S. Projektwebsite: <a href=\"https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_III\/FG_III.1\/projekte\/prae\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dhpol.de\/departements\/departement_III\/FG_III.1\/projekte\/prae<\/a> disiko.php.<\/p>\n<p>[17] S. <a href=\"https:\/\/tensor-project.eu\/overview\/aims-and-objectives\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/tensor-project.eu\/overview\/aims-and-objectives<\/a>.<\/p>\n<p>[18] S. Projektwebsite: <a href=\"http:\/\/trivalent-project.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/trivalent-project.eu<\/a>.<\/p>\n<p>[19] S. Projektwebsite: <a href=\"https:\/\/www.prophets-h2020.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.prophets-h2020.eu<\/a>.<\/p>\n<p>[20] S. Projektwebsite: <a href=\"http:\/\/redalertproject.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/redalertproject.eu<\/a>.<\/p>\n<p>[21] Die Deutsche Hochschule der Polizei (DHPol) untersucht beispielsweise im Rahmen des Projekts<br \/>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1495],"publikationen":[877],"class_list":["post-8521","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-hans-joerg-kreowski-und-aaron-lye","publikationen-877"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Sicherheitsforschung: informationstechnische Aufr\u00fcstung der Polizei - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/227\/publikation\/sicherheitsforschung-informationstechnische-aufruestung-der-polizei-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Sicherheitsforschung: informationstechnische Aufr\u00fcstung der Polizei - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"in: vorg&auml;nge Nr. 227 (3\/2019), S. 21-32 Mit dem Schlagwort Digitalisierung wird heute oft ein Prozess bezeichnet, der schon seit einigen Jahrzehnten anh&auml;lt, aber immer noch mehr Fahrt aufnimmt. 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