{"id":8540,"date":"2019-07-16T23:00:00","date_gmt":"2019-07-16T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/kuenstliche-intelligenz-und-politik\/"},"modified":"2021-08-30T15:43:04","modified_gmt":"2021-08-30T13:43:04","slug":"kuenstliche-intelligenz-und-politik","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/225-226\/publikation\/kuenstliche-intelligenz-und-politik\/","title":{"rendered":"K\u00fcnstliche Intelligenz und Politik*"},"content":{"rendered":"<p>Algorithmen, Data Science, Microtargeting &#8211; und ihre Auswirkung auf politische Entscheidungen. In: vorg&auml;nge Nr. 225\/226 (1-2\/2019), S. 25-42<\/p>\n<p><i>W&auml;hrend in der Wissenschaft die Erwartungen an eine K&uuml;nstliche Intelligenz (KI) zuletzt deutlich herunter geschraubt wurden, wird die Technologie in der politischen &Ouml;ffentlichkeit in den letzten Jahren deutlich aufmerksamer &#8211; und zum Teil kritischer &#8211; verfolgt. Stefan H&uuml;gel sortiert diese Debatte, indem er zun&auml;chst einmal die verschiedenen Begriffe von starker und schwacher KI, computergest&uuml;tzter Algorithmen, Lern- und Entscheidungssystemen voneinander abgrenzt. Im zweiten Teil seines Beitrags geht er ausf&uuml;hrlich auf die verschiedenen Gef&auml;hrdungspotenziale der KI auf Demokratie und &Ouml;ffentlichkeit ein, bevor er abschlie&szlig;end m&ouml;gliche Schutzkonzepte vorstellt.<\/i><\/p>\n<p>Ich bin der Ansicht, dass ein in jeder Beziehung zu vereinfachter Begriff von Intelligenz sowohl das wissenschaftliche wie das au&szlig;erwissenschaftliche Denken beherrscht hat, und dass dieser Begriff zum Teil daf&uuml;r verantwortlich ist, dass es der perversen, grandiosen Phantasie der k&uuml;nstlichen Intelligenz erm&ouml;glicht wurde, sich derart zu entfalten.<\/p>\n<p><i>Joseph Weizenbaum<\/i>[1]<\/p>\n<p>Der Computer Nr. 3 \/ sucht f&uuml;r mich den richtigen Boy,und die Liebe ist garantiert \/ f&uuml;r beide dabei.Der Computer wei&szlig; genau \/ f&uuml;r jeden Mann die richtige Frau,und das Gl&uuml;ck f&auml;llt im Augenblick \/ aus seiner Kartei.<\/p>\n<p><i>France Gall<\/i>[2]<\/p>\n<p>Nach einer wechselvollen Geschichte seit den hohen Erwartungen der 1950er und 1960er Jahre nimmt das Interesse an K&uuml;nstlicher Intelligenz wieder deutlich zu. Maschinelles Lernen und algorithmische Entscheidungsfindung stellen die Automatisierung auf eine neue Stufe.[3] Der KI-Experte Wolfgang Wahlster &uuml;bersetzt KI inzwischen mit &bdquo;K&uuml;nftige Informatik&ldquo;.[4] Es ist zu erwarten, dass Anwendungen der K&uuml;nstlichen Intelligenz zunehmend unser Leben bestimmen und pr&auml;gen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig verlagert sich die Kommunikation im Internet seit Jahren zunehmend auf Soziale Netzwerke, die von globalen Wirtschaftsunternehmen wie Facebook oder Twitter betrieben werden. Diese Unternehmen stellen einen gro&szlig;en Teil ihrer Dienste f&uuml;r die Nutzerinnen und Nutzer kostenlos zur Verf&uuml;gung &#8211; ihr Gesch&auml;ftsmodell besteht darin, die bei der Nutzung anfallenden Daten auszuwerten und Erkenntnisse daraus insbesondere der Werbewirtschaft kostenpflichtig anzubieten. Den Unternehmen, die diese Dienste nutzen, bietet sich damit die M&ouml;glichkeit, potenzielle KundInnen gezielt anzusprechen, Streuverluste zu vermeiden und Botschaften zielgruppengerecht zuzuschneiden, beispielsweise an finanzkr&auml;ftige wei&szlig;e M&auml;nner mittleren Alters oder aber an Jugendliche mit wenig Selbstvertrauen und emotionalen Problemen.[5] Dies wird als <i>Microtargeting<\/i> bezeichnet und nutzt ebenfalls Techniken der K&uuml;nst&shy;lichen Intelligenz.<br \/>Angesichts einer &ouml;ffentlichen politischen Debatte, die zunehmend den Regeln der Werbewirtschaft folgt, ist die Ausdehnung von Methoden des Microtargeting und der K&uuml;nstlichen Intelligenz auf den Wahlkampf nicht &uuml;berraschend. Die Begriffe <i>Algorithmus <\/i>und <i>K&uuml;nstliche Intelligenz <\/i>werden dabei in der &ouml;ffentlichen Diskussion h&auml;ufig undifferenziert verwendet. Dieser Beitrag will zun&auml;chst die Begriffe aus technischer Sicht erl&auml;utern und eingrenzen. Danach werden die Risiken f&uuml;r die politische Kommunikation beschrieben. Zuletzt gehe ich auf L&ouml;sungsm&ouml;glichkeiten ein &#8211; diese bestehen vor allem in einem konsequent zu Ende gedachten und wohlverstandenen Datenschutz.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"algorithmen\">Algorithmen<\/span><\/h2>\n<p>Ein in der aktuellen Debatte h&auml;ufig verwendeter Begriff ist der des <i>Algorithmus<\/i>[6]. Viele Eigenschaften einer autonomen, automatisierten Datenverarbeitung werden heute Algorithmen zugeschrieben. Ein &bdquo;Algorithmen-T&Uuml;V&ldquo; wird gefordert, um die Risiken algorithmischer Entscheidungsfindung in den Griff zu bekommen.<\/p>\n<p>Was ist ein Algorithmus? Entgegen dem in der &ouml;ffentlichen Debatte h&auml;ufig suggerierten, inh&auml;renten Bezug zur K&uuml;nstlichen Intelligenz verstehen wir darunter einfach eine eindeutige Handlungsvorschrift, um ein Problem oder eine Klasse von Problemen unter variablen Bedingungen zu l&ouml;sen. Ein Algorithmus setzt sich aus endlich vielen[7], wohldefinierten Einzelschritten zusammen. Algorithmen k&ouml;nnen i.&nbsp;d.&nbsp;R. zur Ausf&uuml;hrung in einem Computerprogramm implementiert werden, aber auch eine nat&uuml;rlichsprachliche Handlungsanweisung, die von Menschen ausgef&uuml;hrt werden kann, ist ein Algorithmus.[8]<\/p>\n<p>Freilich werden auch in der K&uuml;nstlichen Intelligenz Algorithmen verwendet. Dar&uuml;ber hinaus findet aber heute in der &ouml;ffentlichen Diskussion eine Bedeutungsverschiebung statt: Entscheidungssysteme, Lernprogramme und sonstige Programme der K&uuml;nstlichen Intelligenz werden zunehmend exklusiv als &bdquo;Algorithmen&ldquo; bezeichnet.[9] Dies ist kein angemessener Begriff eines Algorithmus. Im strengen Sinn des mathematischen Konstrukts sind es keine Algorithmen mehr, sondern der zugrundeliegende (Lern-)Algorithmus ist durch das in der Lernphase gebildete Modell mit seinen Parametern &bdquo;verschmutzt&ldquo;.[10) Hier sollte besser von <i>Software<\/i> gesprochen werden.<\/p>\n<p>Lev Manovich h&auml;lt die Bezeichnung von Konzepten der automatisierten Entscheidungsfindung als <i>Algorithmen <\/i>f&uuml;r irref&uuml;hrend, da sie meistens auf maschinellem Lernen (s.&nbsp;u.) beruhen. Im Gegensatz zu Algorithmen sind die Schritte des maschinellen Lernens hin zum letztlich erreichten Ergebnis h&auml;ufig nicht nachvollziehbar. Faktisch stehe man bei solchen Systemen oft vor einer <i>Black Box<\/i>, die zwar praktische Ergebnisse liefere, aber nicht interpretierbar sei. Manovich bevorzugt ebenfalls den allgemeineren Begriff <i>Software<\/i>.[11]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kuenstliche-intelligenz\">K&uuml;nstliche Intelligenz<\/span><\/h2>\n<p>Der Begriff <i>K&uuml;nstliche Intelligenz <\/i>ist schwierig abzugrenzen, da es bisher noch nicht einmal eine allgemein akzeptierte Definition von Intelligenz gibt. Auch der g&auml;ngige Definitionsversuch:<\/p>\n<p>&bdquo;Ziel der KI ist es, Maschinen zu entwickeln, die sich verhalten, als verf&uuml;gten sie &uuml;ber Intelligenz.&ldquo;[12]<\/p>\n<p>bleibt letztlich unbefriedigend. Er kn&uuml;pft an ein klassisches Gedankenexperiment an, mit dem &uuml;berpr&uuml;ft werden soll, ob eine Maschine Intelligenz besitzt. Bei dem 1950 von Alan Turing vorgeschlagenen Turing-Test[13] stellt ein Mensch Fragen und soll anhand der Antworten herausfinden, ob ihm gerade ein Mensch oder eine Maschine antwortet. (Die Fragen werden schriftlich beantwortet, um die Erkennung anhand von hier nicht relevanten Eigenschaften, z.&nbsp;B. der Stimme, auszuschlie&szlig;en.) Die Maschine hat den Test bestanden, wenn sie anhand der Antworten nicht vom Menschen unterschieden werden kann. <br \/>Gemeinhin unterscheiden wir zwischen <i>starker<\/i> und <i>schwacher <\/i>KI:[14]<\/p>\n<ul>\n<li>Von <em>starker<\/em> KI sprechen wir bei einer Maschine, die &uuml;ber eine dem Menschen analoge Intelligenz verf&uuml;gt, d.&nbsp;h. die in der Lage ist, das menschliche Denken zu mechanisieren. Dies kann eine Form des &bdquo;maschinellen Bewusstseins&ldquo; einschlie&szlig;en. Die Auseinandersetzung dar&uuml;ber, ob eine starke KI m&ouml;glich ist, wurde mit Searle&#8217;s <em>Chinesischem Zimmer<\/em>[15] angesto&szlig;en. Bei diesem Gedankenexperiment sitzt ein Mensch, der kein Wort chinesisch versteht, in einem Zimmer, in das ihm auf chinesisch formulierte Fragen gestellt werden. Er hat lediglich syntaktische Regeln, mit deren Hilfe er die Fragen beantworten kann &#8211; auch ohne ihren Inhalt zu verstehen. Das entspricht der Arbeitsweise eines Computers, der &bdquo;Verst&auml;ndnis&ldquo; lediglich simuliert. Dieses Experiment wirft die Frage auf, ob formal-syntaktische &Uuml;bersetzungen auf dem Wege eines Sprungs von Quantit&auml;t zu Qualit&auml;t auch Bedeutung transportieren k&ouml;nnen.[16] Die Forschung ist heute weit davon entfernt, starke KI zu realisieren; ihre prinzipielle Umsetzbarkeit ist ein philosophisch umstrittenes Problem.<\/li>\n<li>Unter <em>schwacher <\/em>KI werden Techniken verstanden, die einzelne kognitive F&auml;higkeiten &#8211; i.&nbsp;d.&nbsp;R. innerhalb eines engen Aufgabenbereichs&nbsp;&#8211; in einem Computersystem nachbilden. Diese F&auml;higkeiten stehen in keiner Beziehung zu anderen F&auml;higkeiten &#8211; im Gegensatz zum Menschen, bei dem sie im Zusammenhang stehen. (Ein Computer, der programmiert wurde, Hunde und Katzen zu klassifizieren, ist deswegen weder in der Lage, einen Hund oder eine Katze zu f&uuml;ttern noch kann er Automobile von Fahrr&auml;dern unterscheiden.) Solche Systeme sind in der Lage unterschiedliche, aber jeweils sehr spezifische Aufgaben auszuf&uuml;hren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der informationstechnischen Praxis und der politischen Debatte sind Verfahren der schwachen KI relevant. Es werden Techniken eingesetzt, durch die abgegrenzte Aufgaben mit Hilfe von Computersystemen gel&ouml;st werden k&ouml;nnen. Die Wahrnehmung, wann es sich bei einem Computersystem um K&uuml;nstliche Intelligenz handelt, ver&auml;ndert sich dabei mit der Zeit. Beispielsweise werden Schachprogramme &#8211; die auf der heutigen Entwicklungsstufe menschlichen SchachspielerInnen &uuml;berlegen sind &#8211; durch ihre &bdquo;Normalit&auml;t&ldquo; heute im Gegensatz zu fr&uuml;her im Alltagsverst&auml;ndnis h&auml;ufig nicht mehr als K&uuml;nstliche Intelligenz angesehen.[17] Auch die eingangs zitierte Unterst&uuml;tzung bei der Partnersuche w&uuml;rde man im Zeitalter von Dating-Apps wie <i>Tinder<\/i> wohl nicht mehr als K&uuml;nstliche Intelligenz bezeichnen. H&auml;ufig werden in der Alltagssprache verwendete Begriffe wie &bdquo;Lernen&ldquo;, &bdquo;Erkennen&ldquo;, &bdquo;Verstehen&ldquo; unreflektiert verwendet und dadurch Erwartungen an Systeme der K&uuml;nstlichen Intelligenz gen&auml;hrt, die sie nicht erf&uuml;llen k&ouml;nnen.[18] Dazu sto&szlig;en solche Systeme &#8211; wie jedes Computersystem &#8211; an Grenzen der Komplexit&auml;t und der Berechenbarkeit.[19]<\/p>\n<p>Zu den in der Praxis gebr&auml;uchlichen KI-Verfahren geh&ouml;ren Verfahren des sogenannten <i>Maschinellen Lernens<\/i>. Maschinelles Lernen verwendet oft gro&szlig;e Datenmengen (&bdquo;Big Data&ldquo;), was ein neues wissenschaftliches Gebiet, <i>Data Science<\/i>, hervorgebracht hat. Die Leistungsf&auml;higkeit solcher Systeme ergibt sich aus der Leistungsexplosion der Rechnersysteme in den letzten Jahren. Sie macht es heute m&ouml;glich, umfangreiche Datenmengen in k&uuml;rzester Zeit zu durchsuchen und zu analysieren.<\/p>\n<p>Im Grundsatz geht es beim maschinellen Lernen darum, bereitgestellte Daten &#8211; oft auch in einem kontinuierlichen Strom &#8211; aufgrund ihrer Eigenschaften in unterschiedliche Klassen einzuordnen, zu annotieren und dabei gleichzeitig die Klassen so anzupassen, dass eine geeignete Klassifizierung f&uuml;r das zu l&ouml;sende Problem oder die Anfrage entsteht.[20] Man spricht auch von algorithmischer Entscheidungsfindung (<i>Algorithmic Decision Making,<\/i> ADM).[21]<\/p>\n<p>Ein einfaches Beispiel w&auml;re ein Klassifikator, der Bilder von Hunden und Katzen unterscheidet. Dazu w&uuml;rde man Eigenschaften suchen, die bei Hunden und Katzen unterschiedlich sind, eine Klassifizierung anhand dieser Eigenschaften vornehmen und die beiden Klassen mit den Namen &bdquo;Hund&ldquo; und &bdquo;Katze&ldquo; etikettieren. Da diese Eigenschaften nicht immer eindeutig zu bestimmen sind, werden sich dabei Fehler ergeben. Um diese Fehler zu beheben, passt man die Schwellwerte der Unterscheidung in mehreren Durchl&auml;ufen immer wieder an, so dass sich bei jeder Iteration eine bessere Klasifizierung ergibt. Ziel ist, dass das System am Ende die Unterscheidung mit hinreichender Genauigkeit vornehmen kann: Es hat &bdquo;gelernt&ldquo;.<\/p>\n<p>Analog w&uuml;rde man z.&nbsp;B. vorgehen, wenn man Menschen nach Parteipr&auml;ferenz klassifizieren m&ouml;chte: Auch hier legt man Eigenschaften fest, die f&uuml;r Anh&auml;nger*innen einer bestimmten Partei typisch sind. Nach mehreren Iterationen wird man dann Einzelpersonen mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Partei zuordnen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Der eigentliche Algorithmus ist dabei die Berechnungsvorschrift, die das Lernen steuert. Dieser wird i.&nbsp;d.&nbsp;R. vom Anwendungsbereich unabh&auml;ngig sein. Er &bdquo;lernt&ldquo; aus den vorhandenen Daten und &#8211; und das ist Teil des Problems&nbsp;&#8211; reproduziert dabei die Strukturen, d.&nbsp;h. die Einsch&auml;tzungen und Vorurteile, die in diesen Daten enthalten sind.[22] <br \/>Grunds&auml;tzlich k&ouml;nnen drei Arten von Lernverfahren unterschieden werden:[23]<\/p>\n<ul>\n<li><em>Un&uuml;berwachtes Lernen<\/em>: Das System &bdquo;lernt&ldquo; ohne Vorgaben und findet dabei Strukturen und Muster in den bereitgestellten Daten. Diese Muster m&uuml;ssen mit der inhaltlichen Frage nicht in Zusammenhang stehen.[24] Das Modell wird nach der Lernphase nicht mehr ver&auml;ndert.<\/li>\n<li><em>&Uuml;berwachtes Lernen<\/em>: Dem System werden Muster f&uuml;r erwartete Ergebnisse vorgegeben und w&auml;hrend des Lernens &uuml;berpr&uuml;ft, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Voraussage aus den Daten mit dem erwarteten Ergebnis &uuml;bereinstimmt. Das Modell wird nach der Lernphase ebenfalls nicht mehr ver&auml;ndert.<\/li>\n<li><em>Best&auml;rkendes Lernen<\/em>: Das Modell wird w&auml;hrend der Nutzung durch neue Daten laufend verbessert, indem die Schwellwerte der Klassifikatoren basierend auf den bisher erreichten Voraussageregeln in Feedbackschleifen angepasst werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"probleme-durch-statistische-lernverfahren\">Probleme durch statis&shy;ti&shy;sche Lernver&shy;fahren<\/span><\/h2>\n<p>Die Ergebnisse maschinellen Lernens l&ouml;sen in der &Ouml;ffentlichkeit gelegentlich Unverst&auml;ndnis oder Emp&ouml;rung[25] aus. Sie fu&szlig;en auf grunds&auml;tzlichen Einschr&auml;nkungen der Modellbildung und des maschinellen Lernens, das auf Modellen der Wirklichkeit aufbaut. Solche Modelle sind immer unvollst&auml;ndig und k&ouml;nnen lediglich einen Ausschnitt der wirklichen Welt abbilden. Die Einschr&auml;nkungen der Modelle wirken sich dann auf die Ergebnisse der &bdquo;erlernten&ldquo; Voraussagen aus.<\/p>\n<ul>\n<li>Maschinelles Lernen baut auf den vorgefundenen Daten auf. Die Voraussagen eines lernenden Systems sind dabei h&ouml;chstens so gut wie die Daten, aus denen es gelernt hat. Sind in den Daten z.&nbsp;B. Vorurteile gegen Minderheiten eingeschrieben, so werden auch die Voraussagen entsprechend ausfallen.<\/li>\n<li>Sieht das Lernverfahren kein Feedback vor &#8211; wie es beim <em>un&uuml;berwachten&nbsp;<\/em>Lernen der Fall ist &#8211; f&uuml;hrt das zus&auml;tzlich dazu, dass Fehler nicht korrigiert werden; auch dann, wenn falsche Klassifizierungen (f&uuml;r den Menschen) offensichtlich sind.[26]<\/li>\n<li>Doch auch Feedbackschleifen k&ouml;nnen weitere Fehler nach sich ziehen. F&uuml;hren beispielsweise Anfragen an eine Suchmaschine dazu, dass im Eingabefeld entsprechende Erg&auml;nzungen vorgenommen werden, wird dies wiederum die Wahrscheinlichkeit erh&ouml;hen, dass diese Anfragen geklickt werden &#8211; und so weiter.[27]<\/li>\n<\/ul>\n<p>Solche Probleme f&uuml;hren im schlimmsten Fall zu <i>Programmiertem Rassismus<\/i>.[28] Die Klassifizierung einer afroamerikanischen Frau als Gorilla ist nur ein Beispiel aus der praktischen Anwendung solcher Systeme, das verst&auml;ndliche Emp&ouml;rung hervorruft.[29] Besonders kritisch ist es, wenn auf Basis derart trainierter Systeme Entscheidungen getroffen werden, die einen massiven Einfluss auf das Leben von Menschen haben, beispielsweise bei der maschinell unterst&uuml;tzten vorausschauenden Polizeiarbeit (<i>Predictive Policing<\/i>).[30]<\/p>\n<p>Dabei k&ouml;nnen rassistische Effekte an Stellen auftauchen, an denen sie zun&auml;chst niemand erwartet hatte &ndash; einfach, weil die Lernalgorithmen Korrelationen aufweisen, die (noch) keine kausale Begr&uuml;ndung liefern.[31] Der zitierte Beitrag verweist auf den Fall, dass eine Software in den USA zur Auswahl von BewerberInnen den Zusammenhang zwischen Entfernung vom Wohnort zum Arbeitsplatz und der Fluktuation erkannte und empfahl, MitarbeiterInnen einzustellen, die nahe am Arbeitsplatz wohnen. Dies f&uuml;hrt zur Benachteiligung von AfroamerikanerInnen, die h&auml;ufiger als Wei&szlig;e in Au&szlig;enbezirken leben. Letztlich reproduziert auch dies bereits bestehende Benachteiligungen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"algorithmenethik\">Algorithmenethik<\/span><\/h2>\n<p>Es ergibt sich die Frage nach einem verantwortungsvollen Einsatz solcher Software bzw. nach einem vielfach geforderten Algorithmen-T&Uuml;V.[32] Zweifellos ist es sinnvoll, die f&uuml;r m&ouml;glicherweise existenzielle Entscheidungen verwendeten Algorithmen einer Pr&uuml;fung zu unterziehen. Dies k&ouml;nnte durch Beh&ouml;rden erfolgen, die den Datenschutzbeh&ouml;rden vergleichbar sind. Solange solche Beh&ouml;rden, die multinationalen Konzernen mit erheblichen Ressourcen gegen&uuml;berstehen, nur unzureichend finanziell und personell ausgestattet sind, keimt hier aber wenig Hoffnung auf eine effektive Kontrolle auf.<\/p>\n<p>Algorithmen k&ouml;nnen keine Eigenschaften wie objektiv, intelligent, gut oder b&ouml;se zugeschrieben werden. Sie sind korrekt, effizient, sparsam, schnell, adaptiv.[33] Das sind Eigenschaften, die ein <i>Algorithmen<\/i>-T&Uuml;V &uuml;berpr&uuml;fen k&ouml;nnte. Ein Sortieralgorithmus kann anhand geeigneter Kriterien sowohl f&uuml;r die Sortierung von Br&ouml;tchen als auch f&uuml;r die Sortierung von Menschen eingesetzt werden. Offensichtlich ist nicht der Algorithmus selbst das Problem, sondern sein Verwendungskontext. Eine Kontrolle, die sich auf den Algorithmus allein konzentriert, geht damit am Problem vorbei.<\/p>\n<p>Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ein Kontrolle der Algorithmen ins Leere l&auml;uft. Wie oben gesehen, basieren die Lernergebnisse von (Lern-) Algorithmen auf den vorgegebenen Modellen und bereitgestellten Daten, mit denen sie &bdquo;trainiert&ldquo; werden und deren eingeschriebene Vorurteile sie letztlich reproduzieren. Andererseits ist auch eine Anpassung der Daten und Modelle problematisch: Was sind denn &bdquo;faire&ldquo; Daten? Und wer kann dar&uuml;ber bestimmen? Es m&uuml;sste ein gesellschaftlicher Konsens dar&uuml;ber gebildet werden, welche Daten und Modelle als Basis des Lernens dieser Systeme angewendet werden sollen &#8211; angesichts der politischen Verh&auml;ltnisse mit unterschiedlichen Wertvorstellungen und Pr&auml;ferenzen d&uuml;rfte dies eine gro&szlig;e Herausforderung sein.<\/p>\n<p>Ein anderer Ansatz sind Ethische Leitlinien f&uuml;r die Gestalter*innen und Entwickler* innen von KI-Systemen, wie es sie f&uuml;r die Informatik als Disziplin bereits seit langem gibt.[34] Die Europ&auml;ische Kommission hat Ethische Leitlinien f&uuml;r K&uuml;nstliche Intelligenz vorgeschlagen.[35] Solche Ans&auml;tze bleiben aber zahnlos, wenn Verst&ouml;&szlig;e dagegen nicht sanktioniert werden.<\/p>\n<p>Stets sind es Menschen und Organisationen[36], die &uuml;ber den Einsatz von solchen Algorithmen entscheiden. Algorithmen kann keine eigene Entscheidungs- oder Handlungsmacht zugebilligt und damit auch keine Maschinenethik von ihnen eingefordert werden. <br \/><b><\/b><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"folgen-fuer-die-politik\">Folgen f&uuml;r die Politik<\/span><\/h2>\n<p>Die zunehmende Anwendung von Methoden der K&uuml;nstlichen Intelligenz hat Folgen f&uuml;r die Politik. Eine Studie der Stiftung neue Verantwortung nennt &#8211; mit Blick auf die Au&szlig;enpolitik, aber in Teilen auch &uuml;bertragbar auf innenpolitische Fragen&nbsp;&#8211; drei Bereiche, in denen sich politische Herausforderungen ergeben:[37]<\/p>\n<ul>\n<li>Wirtschaftliche Disruption und wirtschaftliche Chancen,<\/li>\n<li>Sicherheit und autonome Waffensysteme,<\/li>\n<li>Demokratie und Ethik.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die n&auml;chsten Abschnitte rei&szlig;en die beiden ersten Punkte kurz an, legen aber dann einen besonderen Schwerpunkt auf Methoden des Microtargeting als Frage der Demokratie und politischen Ethik.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"wirtschaft\">Wirtschaft<\/span><\/h2>\n<p>Der Treiber f&uuml;r KI-Technologien sei prim&auml;r &ouml;konomisch, stellt die Stiftung neue Verantwortung in ihrer Studie[38) fest. Es wird erwartet, dass beispielsweise autonomes Fahren die Automobilindustrie erheblich ver&auml;ndern wird. Au&szlig;enpolitisch werden Regierungen bestrebt sein, die Interessen der eigenen Wirtschaft im globalen Markt zu wahren. Erforderlich ist aus Sicht der Stiftung aber vor allem ein Risikomanagement mit Blick auf die Konzentration wirtschaftlicher Macht und Disruptionen des Arbeitsmarkts.<\/p>\n<p>Doch auch f&uuml;r Verbraucher entstehen durch KI-Technologien neue Risiken, beispielsweise beim Scoring von Verbraucher*innen. Eine Studie der Gesellschaft f&uuml;r Informatik[39] nennt als zentrale Risiken das Kreditscoring &#8211; die Bewertung der Kreditw&uuml;rdigkeit auf Basis einer statistischen Analyse &#8211; und die Preisdifferenzierung &#8211; unterschiedliche Preise f&uuml;r die gleiche Leistung, wobei nach zeitlichen, r&auml;umlichen, pers&ouml;nlichen oder sachlichen Kriterien differenziert werden kann. Als Gef&auml;hrdungsszenarien werden genannt:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Inhaltlich unrichtiger Algorithmus<\/em>: Falsche Identifikation und Bewertung beim ADM und fehlerhafte Scores<\/li>\n<li><em>Diskriminierender Algorithmus<\/em>: Ankn&uuml;pfen des ADM an Merkmale, durch die sich eine direkte oder indirekte Diskriminierung ergeben kann<\/li>\n<li><em>Intransparent personalisierender Algorithmus<\/em>: Diskriminierende Elemente bei den verwendeten Entscheidungskriterien, wenn z.&nbsp;B. die Preisfestsetzung nicht durch sachliche Kriterien gedeckt ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch besteht die Gefahr eines programmierten Rassismus, selbst bei vordergr&uuml;ndig korrekt arbeitender Klassifikation.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"sicherheit-und-autonome-waffensysteme\">Sicherheit und autonome Waffen&shy;sys&shy;teme<\/span><\/h2>\n<p>Der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin erkl&auml;rte k&uuml;rzlich: Wer KI beherrsche, der beherrsche die Welt. Die fr&uuml;here Staatssekret&auml;rin im Bundesministerium der Verteidigung, Katrin Suder, ist &auml;hnlicher Ansicht: &bdquo;KI hat definitiv das Potenzial, die gesamte Dynamik im Cyberraum zu ver&auml;ndern. Es handelt sich um eine F&auml;higkeit, die Wirkungs&uuml;berlegenheit herstellen kann. Damit geht es um den Kern von Sicherheit.&ldquo;[40]<\/p>\n<p>Im milit&auml;rischen Bereich spielen Roboter und unbemannte Flugsysteme (<i>Unmanned Aerial Vehicles<\/i>, UAV), umgangssprachlich &bdquo;Drohnen&ldquo; genannt, eine immer gr&ouml;&szlig;ere Rolle.[41] Das US-amerikanische <i>Department of Defense <\/i>versteht unter einem autonomen Waffensystem:<\/p>\n<p>&bdquo;A weapon system that, once activated, can select and engage targets without further intervention by a human operator. This includes human-supervised autonomous weapon systems that are designed to allow human operators to override operation of the weapon system, but can select and engage targets without further human input after activation.&ldquo;[42]<\/p>\n<p>Noch setzt kein Staat vollautonome Waffen gegen Menschen ein. Sie sind bisher nicht in der Lage, zentrale Forderungen des V&ouml;lkerrechts umzusetzen, wie z.&nbsp;B. die Unterscheidung zwischen Kombattant*innen und Zivilpersonen.[43]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"demokratie\">Demokratie<\/span><\/h2>\n<p>Bei allen lern- und erkenntnistheoretischen Unzul&auml;nglichkeiten erlauben es die Ergebnisse des maschinellen Lernens, die &Ouml;ffentlichkeit gezielt zu beeinflussen. Thomas Ramge[44] weist auf drei Hauptgefahren einer Anwendung schwacher KI f&uuml;r Politik und Gesellschaft hin:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Monopolisierung von Daten:<\/em> Netzwerkeffekte erh&ouml;hen den Nutzen digitaler Dienste &#8211; je mehr Menschen sich an dem Dienst beteiligen, desto gr&ouml;&szlig;er ist ihr Nutzen f&uuml;r alle. Dieser Effekt wird verst&auml;rkt, wenn lernende Maschinen mit Feedbackschleifen f&uuml;r immer st&auml;rkeres Wachstum sorgen. Je &ouml;fter Dienste genutzt werden und je mehr Marktanteile sie erobern, desto schwerer wird ihr Vorsprung aufzuholen sein &#8211; das f&uuml;hrt zu Monopolen.[45]<\/li>\n<li><em>Manipulation des Einzelnen<\/em>: Monopole beg&uuml;nstigen Manipulation, da es keine Alternativen mehr gibt, auf die man ausweichen kann. Dies wird verst&auml;rkt, wenn wir immer mehr Aufgaben des t&auml;glichen Lebens an virtuelle, autonom lernende Assistenten delegieren. Dabei verlassen wir uns darauf, dass diese Agenten in unserem Sinne &bdquo;entscheiden&ldquo; und &bdquo;handeln&ldquo;. Risiken entstehen dadurch, dass wir die hinter ihnen stehende Funktionslogik nicht kennen und auch nicht verstehen. Entscheidend ist die Frage, von und f&uuml;r wen ein Agent programmiert ist, in wessen Interesse er agiert. Welche Interessen nimmt ein virtueller Agent wahr, der von einem Unternehmen bereitgestellt wird, das uns Waren oder Dienstleistungen verkaufen will &#8211; oder das politische Programm einer bestimmten Partei favorisiert? Es m&uuml;ssen Wege gefunden werden, wie manipulierende oder betr&uuml;gerische Agenten verhindert werden k&ouml;nnen.[46] Ein erster Schritt dahin w&auml;re Transparenz &#8211; doch wie bereits oben dargelegt (&bdquo;Algorithmen-T&Uuml;V&ldquo;), reicht das nicht aus. <\/li>\n<li><em>Missbrauch durch Regierungen<\/em>: Software, die auf K&uuml;nstlicher Intelligenz basiert, kann auch von staatlicher Seite f&uuml;r die Manipulation, &Uuml;berwachung und Unterdr&uuml;ckung der Bev&ouml;lkerung eingesetzt werden. Bereits heute erlaubt die gro&szlig;fl&auml;chige Video&uuml;berwachung &ouml;ffentlicher Bereiche, kombiniert mit automatischer Gesichtserkennung und dem Abgleich der Daten mit biometrischen Datenbanken eine umfassende &Uuml;berwachung gro&szlig;er Menschenmengen. Auch wenn die derzeitigen Ergebnisse entsprechender Gro&szlig;versuche noch nicht perfekt sind: Durch maschinelles Lernen werden diese Systeme weiter perfektioniert &#8211; das daraus resultierende &Uuml;berwachungsnetz wird immer engmaschiger.<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"politische-kommunikation-microtargeting-und-nudging\">Politische Kommu&shy;ni&shy;ka&shy;tion &ndash; Micro&shy;tar&shy;ge&shy;ting und Nudging<\/span><\/h2>\n<p>Der erste Schritt des <i>Microtargeting<\/i> in der politischen Kommunikation ist die Klassifizierung der W&auml;hler*innen nach politischen Pr&auml;ferenzen, um sie dann gezielt anzusprechen. Bereits im Wahlkampf des fr&uuml;heren US-Pr&auml;sidenten Barack Obama nutzte dessen Wahlkampfteam massiv die M&ouml;glichkeiten des Internet und der sozialen Medien.[47] Durch den technischen Fortschritt der letzten Jahre wurden die M&ouml;glichkeiten der Personalisierung und damit der gezielten Ansprache massiv verbessert. Es war also zu erwarten, dass dies auch in Wahlk&auml;mpfen angewandt und die Wahlkampftechniken entsprechend angepasst und zunehmend verfeinert werden w&uuml;rden.<\/p>\n<p>Ein verwandter Ansatz der Manipulation &#8211; politisch ebenso wie im Alltag&nbsp;&#8211; ist <i>Nudging<\/i> (engl. <i>nudge<\/i> = Schubs). Dabei handelt es sich um einen Ansatz aus der Verhaltens&ouml;konomik, bei dem menschliches Verhalten ohne Gebote, Verbote oder &ouml;konomische Anreize beeinflusst wird.[48] Ein &bdquo;klassisches&ldquo; Beispiel &#8211; noch ganz ohne jede Digitalisierung &#8211; ist die in manchen Urinalen abgebildete Fliege (bzw. das kleine Modell eines Fu&szlig;balltors mit Ball), die M&auml;nner animieren soll, genauer zu &bdquo;zielen&ldquo; &#8211; und so zur Senkung der Reinigungskosten beitr&auml;gt.[49]<\/p>\n<p>Das hat mit KI zun&auml;chst nichts zu tun. Doch <i>Nudging<\/i> kann auch zur politischen Beeinflussung eingesetzt werden. Das durch fortgeschrittene Methoden der Datenanalyse erworbene Wissen &uuml;ber Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen kann mittels <i>Microtargeting <\/i>gezielt f&uuml;r Ma&szlig;nahmen der politischen Manipulation genutzt werden, ebenso wie f&uuml;r die Manipulation von Verbraucher*innen; beispielsweise wenn sie animiert werden sollen, sich gesund zu ern&auml;hren. Mit derartigen Anst&ouml;&szlig;en wird mittlerweile in der Sozialversicherung, bei Investmententscheidungen oder f&uuml;r den Umweltschutz gearbeitet.[50] Auch wenn es sich &bdquo;nur&ldquo; um statistische Werte und Wahrscheinlichkeiten handelt, ergeben sich daraus wertvolle Hinweise, auf welche Anreize bestimmte Gruppen von Menschen wie reagieren.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu einer dialogorientierten politischen Kommunikation, die um das bessere Argument und die bessere L&ouml;sung ringt, werden im Wahlkampf durch <i>Microtargeting<\/i> gezielt Werbebotschaften platziert, die &ndash; auch manipulativ &ndash; W&auml;hler*innen zur Stimmabgabe f&uuml;r die eigene Partei bewegen oder die Stimmabgabe f&uuml;r Kontrahent*innen verhindern sollen, indem sie beispielsweise potenzielle W&auml;hler*innen der Gegenseite von der Stimmabgabe abzubringen versuchen (Demobilisierung). <i>Microtargeting <\/i>nutzt dabei die Differenzierungsm&ouml;glichkeiten, die sich aus den individuellen Informationen &uuml;ber Einzelpersonen ergeben. Aspekte, die mit den Zielen der jeweils umworbenen Person in Einklang stehen, werden betont, Aspekte, die ihren Zielen widersprechen, gezielt ausgeblendet. Anstatt umfassender Kenntnis der Ziele einer Partei k&ouml;nnen an unterschiedliche Personen so v&ouml;llig unterschiedliche Bilder vermittelt werden; jeweils so, wie es den pers&ouml;nlichen Vorlieben entspricht.<\/p>\n<p>In welchem Umfang derartige Manipulation stattfindet, h&auml;ngt nicht zuletzt auch von der Finanzkraft der beteiligten Interessengruppen ab. Wie alle M&ouml;glichkeiten der Manipulation durch Werbung steht auch das <i>Microtargeting <\/i>vor allem ressourcenstarken Akteuren zur Verf&uuml;gung.<\/p>\n<p>Unternehmen wie Google, Facebook oder Twitter sammeln diese Daten, werten sie aus und bekommen dadurch die M&ouml;glichkeit, Menschen nach Vorlieben beliebig zu klassifizieren &#8211; abh&auml;ngig davon, welches Erkenntnisinteresse ihre jeweilige Kundschaft hat. Dies kann politisch, weltanschaulich, wirtschaftlich oder auch anderweitig motiviert sein. Es ist kein &bdquo;Versehen&ldquo;, das durch andere Regeln leicht aus der Welt geschafft werden kann: Es ist das Gesch&auml;ftsmodell, auf dem die durch diese Unternehmen gestaltete Internet-Wirtschaft basiert.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"skandal-facebook-und-cambridge-analytica\">Skandal! Facebook und Cambridge Analytica<\/span><\/h2>\n<p>Im M&auml;rz 2018 l&ouml;ste die Nutzung von Facebook-Profildaten durch das US-amerikanische Unternehmen<i> Cambridge Analytica <\/i>den sogenannten <i>Facebook-Skandal<\/i> aus.[51] <i>Cambridge Analytica <\/i>hatte mithilfe ihrer Facebook-App <i>thisisyourdigitallife <\/i>Daten von Facebook-Nutzer*innen und ihren Kontakten ausgelesen, unter politischen Gesichtspunkten ausgewertet und die gewonnenen Erkenntnisse f&uuml;r die Kampagne von Donald Trump im US-Pr&auml;sidentschaftswahlkampf genutzt.<\/p>\n<p>F&uuml;r Insider war dies freilich nichts Neues; bereits zuvor hatte die Datenanalystin Cathy O&lsquo;Neil darauf hingewiesen:<\/p>\n<p>&bdquo;Zurzeit &uuml;ben Mammutfirmen wie Google, Amazon und Facebook eine enorme Kontrolle &uuml;ber die Gesellschaft aus, weil sie die Daten kontrollieren. Sie sacken riesige Profite ein, laden dabei aber die Verantwortung, die Fakten zu pr&uuml;fen, bei anderen ab. Es ist kein Zufall, dass Steve Bannon, selbst w&auml;hrend er gezielt daran arbeitet, das &ouml;ffentliche Vertrauen in Wissenschaft und wissenschaftliche Fakten zu untergraben, im Verwaltungsrat von Cambridge Analytica sitzt &#8211; einer politischen Datenfirma, die behauptet, sie habe Trump zu seinem Wahlsieg verholfen, w&auml;hrend sie zugleich damit prahlt, geheime ,Voter suppression&lsquo;-Kampagnen durchgef&uuml;hrt zu haben, um bestimmte W&auml;hlergruppen von der Stimmabgabe abzuhalten.&ldquo;[52]<\/p>\n<p>Es wird angenommen, dass sogenannte <i>Filter Bubbles <\/i>und Echokammern das <i>Microtargeting <\/i>zus&auml;tzlich verst&auml;rken &#8211; auch wenn es bisher keine Studien gibt, die das explizit nachweisen.[53] Einmal gefasste Meinungen werden demnach immer wieder best&auml;tigt und dadurch verst&auml;rkt, da der eigenen Auffassung widersprechende Positionen durch entsprechende Klassifikationsalgorithmen ausgefiltert werden. Radikalisierung wird dadurch gef&ouml;rdert, echte Kommunikation erschwert.<\/p>\n<p>Ende Mai 2018 entschuldigte sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg wegen des Facebook-Skandals in einer Anh&ouml;rung des Europaparlaments daf&uuml;r, dass sein Unternehmen der Verantwortung f&uuml;r die Verbreitung von Falschmeldungen (&bdquo;Fake News&ldquo;), ausl&auml;ndischer Wahlbeeinflussung und widerrechtlichem Datenabfluss nicht gerecht geworden sei.[54] Zuckerbergs Antworten auf Fragen blieben aber unbefriedigend und unglaubw&uuml;rdig, einige Fragen lie&szlig; er g&auml;nzlich unbeantwortet. Die Entschuldigung passte in eine lange Reihe von Rechtsbr&uuml;chen und anschlie&szlig;enden Beteuerungen seit der Gr&uuml;ndung Facebooks; offensichtlich jedes Mal ohne nennenswerte Konsequenzen.[55] Falschmeldungen sollten mit Hilfe von K&uuml;nstlicher Intelligenz bek&auml;mpft werden, ganz im Sinne des unkritischen Zeitgeists, der in der IT die &bdquo;L&ouml;sung&ldquo; f&uuml;r alle komplexeren Gesellschaftsprobleme sieht.[56]<\/p>\n<p><i>Cambrige Analytica <\/i>wurde f&uuml;r das politische Ausnutzen von einigen Dutzend Millionen Datens&auml;tzen weltweit kritisiert, w&auml;hrend das ganz normale Gesch&auml;ftsmodell Facebooks genau darin besteht, die gleichen Methoden auf Milliarden Datens&auml;tze anzuwenden &#8211; sowohl f&uuml;r Produktwerbung als auch f&uuml;r politische Kampagnen.[57] Wir m&uuml;ssen damit rechnen, dass Techniken des <i>Microtargeting<\/i> und politischer Beeinflussung weiter verfeinert werden. Dadurch entstehen erhebliche M&ouml;glichkeiten der Manipulation der &Ouml;ffentlichkeit &#8211; und in der Folge erhebliche Risiken f&uuml;r die B&uuml;rgerrechte, was Politik und Zivilgesellschaft unbedingt abwenden sollten und mit dem notwendigen Willen auch k&ouml;nnen. Ein konsequent zu Ende gedachter Datenschutz, klare Verantwortungszuschreibung und ein klarer Rechtsrahmen spielen dabei eine Schl&uuml;sselrolle.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"ueberwachungskapitalismus-eine-antidemokratische-kraft\">&Uuml;berwa&shy;chungs&shy;ka&shy;pi&shy;ta&shy;lis&shy;mus: Eine antide&shy;mo&shy;kra&shy;ti&shy;sche Kraft<\/span><\/h2>\n<p>Doch es gibt auch andere Stimmen: Shoshana Zuboff (s. Rezension in diesem Heft) beispielsweise geht noch einen Schritt weiter, indem sie einen allgegenw&auml;rtigen &Uuml;berwachungskapitalismus skizziert, der grunds&auml;tzlich gegen die Demokratie gerichtet ist:<\/p>\n<p>&bdquo;Durch die erfolgreiche Durchsetzung des Anspruchs auf Freiheit und Wissen sowie auf seine strukturelle Unabh&auml;ngigkeit vom Menschen &#8211; weder als Angestellte noch als Kundschaft &#8211; man&ouml;vriert uns der &Uuml;berwachungskapitalismus heute mittels der radikalen Indifferenz, die diese Anspr&uuml;che sowohl bedingen als auch erm&ouml;glichen und aufrechterhalten, einer Gesellschaft entgegen, in der der Kapitalismus nicht l&auml;nger als Mittel inklusiver politischer und &ouml;konomischer Institutionen funktioniert. Stattdessen m&uuml;ssen wir den &Uuml;berwachungskapitalismus als das anerkennen, was er ist: eine zutiefst antidemokratische soziale Kraft.&ldquo;[58]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"loesungsansaetze-datenschutz-ist-demokratieschutz\">L&ouml;sungs&shy;an&shy;s&auml;tze: Datenschutz ist Demokra&shy;tie&shy;schutz<\/span><\/h2>\n<p>Macht es da noch Sinn, &uuml;ber Alternativen nachzudenken? Ein Ansatz, mit den Risiken des &Uuml;berwachungskapitalismus umzugehen, ist der Datenschutz. Bekanntlich wurde am 25. Mai 2018 die europ&auml;ische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wirksam. Auf der 95. Datenschutz-Konferenz Ende April 2018 in D&uuml;sseldorf setzten sich die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der L&auml;nder mit den Vorf&auml;llen um <i>Cambridge Analytica <\/i>auseinander.[59] &bdquo;Der Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica wirft ein Schlaglicht auf den Umgang mit Millionen Nutzerdaten&ldquo;, stellen sie fest. &bdquo;Das Vorkommnis zeigt &hellip; die Risiken f&uuml;r Profilbildung bei der Nutzung sozialer Medien und anschlie&szlig;endes Mikrotargeting, das offenbar zur Manipulation von demokratischen Willensbildungsprozessen eingesetzt wurde.&ldquo;<\/p>\n<p>Die Datenschutzbeauftragten fordern:<\/p>\n<ol>\n<li>Ausrichtung der Gesch&auml;ftsmodelle sozialer Netzwerke auf die neuen europ&auml;ischen Datenschutzregelungen einschlie&szlig;lich angemessener Vorkehrungen gegen Datenmissbrauch.<\/li>\n<li>Offenlegung, in welchem Umfang die Facebook-Plattform f&uuml;r App-Anbieter ge&ouml;ffnet wird, Nennung belastbarer Zahlen betroffener Personen und Information Betroffener &uuml;ber Rechtsverletzungen.<\/li>\n<li>Sicherstellung, dass die Vorgaben der DSGVO rechtskonform umgesetzt werden.<\/li>\n<li>Entflechtung des Facebook-Konzerns mit Blick auf das Wettbewerbs- und Kartellrecht, wenn sich das Unternehmen wettbewerbswidrige Vorteile durch systematische Umgehung des Datenschutzes verschafft; europ&auml;ische Initiativen, um monopolartige Strukturen zu begrenzen und Transparenz von Algorithmen herzustellen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Inwieweit diese Forderungen international durchgesetzt werden und langfristig wirksam sind, h&auml;ngt wesentlich vom politischen Willen nicht zuletzt Deutschlands und Europas ab. Es ist aber zweifellos wichtig, dass sich die Gesellschaft mit dem Einfluss der Algorithmen in Wirtschaft und &ouml;ffentlicher Verwaltung besch&auml;ftigt und dass deren Parameter sowie Optimierungskriterien offen gelegt werden. Der Datenschutz soll dabei helfen, die Machtasymmetrien zwischen strukturell beg&uuml;nstigten Organisationen und nat&uuml;rlichen Personen zu thematisieren und f&uuml;r wirksame Schutzma&szlig;nahmen f&uuml;r die Betroffenen zu sorgen.[60]<\/p>\n<p>Wichtig ist dabei: Datenschutz sch&uuml;tzt genau so wenig die Daten, wie L&auml;rmschutz den L&auml;rm sch&uuml;tzt. Datenschutz sch&uuml;tzt Menschen &#8211; vor der &Uuml;bergriffigkeit gro&szlig;er Organisationen, die aus einer Machtposition heraus agieren. Versuchen, den Datenschutz im Allgemeinen und die DSGVO im Besonderen durch scheinbar absurde Beispiele l&auml;cherlich zu machen,[61] muss mit aller Macht entgegengetreten werden. Solche Beispiele verweisen aber neben aller Polemik auch auf einen m&ouml;glichen Konstruktionsfehler der DSGVO, den Alexander Ro&szlig;nagel bereits angesprochen hat: die angestrebte Technikneutralit&auml;t der Verordnung, die aus seiner Sicht v&ouml;llig verschiedene Risikoklassen vermengt und damit das Ausma&szlig; der tats&auml;chlich entstehenden Risiken aus dem Blick verliert: &bdquo;In keiner Regelung werden die spezifischen Grundrechtsrisiken z.&nbsp;B. von smarten Informationstechniken im Alltag, von Big Data, Cloud Computing oder datengetriebenen Gesch&auml;ftsmodellen, Ku&#776;nstlicher Intelligenz und selbstlernenden Systemen angesprochen oder gar gel&ouml;st. Die gleichen Zul&auml;ssigkeitsregeln, Zweckbegrenzungen oder Rechte der betroffenen Person gelten f&uuml;r die wenig riskante Kundenliste beim ,B&auml;cker um die Ecke&lsquo; ebenso wie f&uuml;r diese um Potenzen risikoreicheren Datenverarbeitungsformen.&ldquo;[62]<\/p>\n<p>Der Datenschutz stellt klare Kriterien bereit, deren Erf&uuml;llung bei der Einhegung des maschinellen Lernens und der schwachen KI helfen. Sie sind im Standard-Datenschutzmodell[63] festgehalten. Dabei werden die klassischen Schutzziele der IT-Sicherheit durch weiterf&uuml;hrende Schutzziele erg&auml;nzt:<\/p>\n<ul>\n<li>Vertraulichkeit: Die Verarbeitung personenbezogener Daten muss so gestaltet sein, dass nur Befugte auf Daten, IT-Systeme und Prozesse zugreifen k&ouml;nnen.<\/li>\n<li>Integrit&auml;t: Daten d&uuml;rfen nicht verf&auml;lscht werden, bzw. wenn sie verf&auml;lscht werden, muss dies erkennbar und korrigierbar sein. Die Verarbeitung personenbezogener Daten und die daf&uuml;r zul&auml;ssigen Funktionen ergeben sich aus dem Zweck der Datenverarbeitung; Abweichungen vom Zweck m&uuml;ssen erkennbar, beurteilbar und korrigierbar sein.<\/li>\n<li>Verf&uuml;gbarkeit: Erwartete Ma&szlig;nahmen m&uuml;ssen bzgl. Daten, IT-Systemen und Prozessen zeitnah und in einer definierten Qualit&auml;t erbracht werden k&ouml;nnen.<\/li>\n<li>Transparenz: Die verarbeiteten Systeme, die Systeme, die Funktionsweise und die Wirkungen einer Verarbeitung m&uuml;ssen verst&auml;ndlich sein. Die Datenverarbeitung muss pr&uuml;fbar sein &#8211; anhand von Datenschutzerkl&auml;rungen, Einwilligungen, Vertr&auml;gen, Spezifikationen, Dokumenten, Log- und Protokolldateien.<\/li>\n<li>Nicht-Verkettung: Die Verarbeitung von Daten, IT-Systemen und Prozessen unterschiedlicher Verfahren muss getrennt erfolgen und nicht verkn&uuml;pfbar sein. Dies erfordert Datenminimierung, politische Gewaltenteilung, unabh&auml;ngige Marktakteure und die Ber&uuml;cksichtigung unterschiedlicher politischer Interessen (Diversit&auml;t). Es schlie&szlig;t die Zweckbindung ein &ndash; Daten, die f&uuml;r unterschiedliche Zwecke erhoben werden, d&uuml;rfen nicht nachtr&auml;glich verkn&uuml;pft und gemeinsam ausgewertet werden.<\/li>\n<li>Intervenierbarkeit: Die technische Verarbeitung personenbezogener Daten muss ver&auml;ndert oder auch angehalten werden k&ouml;nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Entscheidend ist, diese Anforderungen auch in KI-Systemen konsequent umzusetzen. Die Betreiber*innen von KI-Systemen d&uuml;rfen sich nicht darauf zur&uuml;ckziehen, dass sie deren Funktionsweise nicht mehr kontrollieren k&ouml;nnen. F&uuml;r alle Formen der KI muss den Betreibenden eine klare Verantwortung zugeschrieben werden.<\/p>\n<p>Eine klare Verantwortungszuschreibung bedeutet aber auch: Es ist immer klar, wer f&uuml;r die Ergebnisse von KI-Systemen zu Rechenschaft gezogen werden kann. Hier sind die Politik und der Gesetzgeber gefragt: Sie m&uuml;ssen daf&uuml;r sorgen, dass ein klarer Rechtsrahmen die Nutzung von Systemen der K&uuml;nstlichen Intelligenz reguliert und dadurch Rechtsstaatlichkeit und Demokratie gew&auml;hrleistet.<\/p>\n<p>STEFAN H&Uuml;GEL&nbsp;&nbsp; ist Diplom-Informatiker und studierte in Karlsruhe und Freiburg im Breisgau. Er ist als IT-Berater t&auml;tig. Ehrenamtlich ist er als Vorsitzender des Forums InformatikerInnen f&uuml;r Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) sowie als Mitglied des Bundesvorstands der Humanistischen Union aktiv. Zu seinen Themenschwerpunkten geh&ouml;ren Netzpolitik, Datenschutz, IT-Sicherheit, die Auswirkungen K&uuml;nstlicher Intelligenz sowie <i>Information Warfare<\/i>.<\/p>\n<p>*Der Beitrag basiert in Teilen auf H&uuml;gel S, Rehak R (2019) K&uuml;nstliche Intelligenz im Wahlkampf. Grundrechte-Report 2019. Frankfurt\/M.: Fischer-Verlag (im Erscheinen). Dank an Britta Schinzel, Hans-J&ouml;rg Kreowski, Sven L&uuml;ders und Rainer Rehak f&uuml;r wertvolle Hinweise.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen:<\/span><\/h2>\n<p>1 Weizenbaum J. (1987 [1976]): Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft, 2. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 268.<\/p>\n<p>2 Was 1968 als harmloser Schlager daherkam, ist heute in einigen Bereichen durchaus Realit&auml;t, vgl. Dating-Apps wie Tinder. Ob das schon K&uuml;nstliche Intelligenz ist, w&auml;re zu diskutieren (Quelle: <a href=\"https:\/\/genius.com\/France-gall-der-computer-nr-3-lyrics\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/genius.com\/France-gall-der-computer-nr-3-lyrics<\/a>).<\/p>\n<p>3 Ramge T. (2018): Mensch und Maschine. Wie K&uuml;nstliche Intelligenz und Roboter unser Leben ver&auml;ndern. Stuttgart: Reclam.<\/p>\n<p>4 Wahlster W. (2015): &bdquo;K&uuml;nstliche Intelligenz ist besser als nat&uuml;rliche Dummheit&ldquo;. Interview, Jan-Bernd Meyer, CIO, <a href=\"https:\/\/www.cio.de\/a\/kuenstliche-intelligenz-ist-besser-als-natuerliche-dumm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.cio.de\/a\/kuenstliche-intelligenz-ist-besser-als-natuerliche-dumm<\/a> heit,3230970,2.<\/p>\n<p>5 Futurezone (2017): Facebook: Gezielte Werbung f&uuml;r unsichere und gestresste Teenager, <a href=\"https:\/\/www.futurezone.de\/digital-life\/article210422803\/Facebook-Gezielte-Werbung-fuer-unsichere-und-gestresste-Teenager.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.futurezone.de\/digital-life\/article210422803\/Facebook-Gezielte-Werbung-fuer-unsichere-und-gestresste-Teenager.html<\/a><\/p>\n<p>6 Der Begriff geht auf den Universalgelehrten und Mathematiker Al-Chwarizmi zur&uuml;ck, der um 800 u. Z. haupts&auml;chlich in Bagdad lebte: Wikipedia, Stichwort &bdquo;Al-Chwarizmi&ldquo;, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia<\/a>. org\/wiki\/Al-Chwarizmi.<\/p>\n<p>7 &bdquo;Endlich viele&ldquo; bezieht sich auf die Beschreibung des Algorithmus, nicht darauf, ob ein Algorithmus nach endlich vielen Schritte zum Halten kommt. Ein grunds&auml;tzliches Problem der theoretischen Informatik ist das Halteproblem: Es kann nachgewiesen werden, dass es keinen Algorithmus gibt, der f&uuml;r alle Algorithmen und beliebige Eingaben entscheiden kann, ob ihre Ausf&uuml;hrung an ein Ende kommt.<\/p>\n<p>8 Ein einfaches Beispiel f&uuml;r einen Algorithmus in der Offline-Lebenswelt w&auml;re ein parametrisiertes Kochrezept, in dem die Zutaten (also i. w. S. die &bdquo;Daten&ldquo;) und die Verarbeitungsschritte beschrieben und abh&auml;ngig von den Eingabevariablen unterschiedliche Ausgaben geliefert werden. Die Wikipedia liefert verschiedene Definitionen f&uuml;r Algorithmen unter: Wikipedia (en.), Stichwort &bdquo;Algorithm characterizations&ldquo;, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Algorithm_characterizations\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Algorithm_characterizations<\/a>.<\/p>\n<p>9 Schinzel B. (2018): Workshop &bdquo;Algorithmen: schuldig oder unschuldig?&ldquo; FIfF-Kommunikation 1\/2018, S. 60-61.<\/p>\n<p>10 Ebd.<\/p>\n<p>11 Manovich L. (2018): Media Analytics &amp; Gegenwartskultur, in: Engemann C, Sudmann A Hg. (2018) Machine Learning. Medien, Infrastrukturen und Technologien der K&uuml;nstlichen Intelligenz. Bielefeld: transcript, S. 269-288.<\/p>\n<p>12 J. McCarthy (1955), zit. n. Ertel W. (2016): Grundkurs K&uuml;nstliche Intelligenz. 4. Auflage. Wiesbaden: Springer Vieweg.<\/p>\n<p>13 Turing A. M. (1992 [1950]): Maschinelle Rechner und Intelligenz, in: Hofstadter DR, Dennett DC (1992 [1981]) Einsicht ins Ich. Fantasien und Reflexionen &uuml;ber Selbst und Seele. Stuttgart: Klett-Cotta im Deutschen Taschenbuch-Verlag, S. 59-72.<\/p>\n<p>14 Wikipedia, Stichwort &bdquo;K&uuml;nstliche Intelligenz&ldquo;, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K%FCnstliche_Intelligenz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/K&uuml;nstliche_Intelligenz<\/a>.<\/p>\n<p>15 Searle J. R. (1992 [1980]): Geist, Gehirn, Programm, in: Hofstadter DR, Dennett DC (1992 [1981]) a.a.O., S. 337-356.<\/p>\n<p>16 Eine fr&uuml;he Implementierung dieses Konzepts ist das Sprach-Analyse-Programm ELIZA, mit dem auf diese Weise &bdquo;Gespr&auml;che&ldquo; simuliert werden k&ouml;nnen, s. Weizenbaum J. (1987 [1976]): a.a.O., S. 14ff.<\/p>\n<p>17 Polemisch-&uuml;berspitzt k&ouml;nnte man sagen: Wenn es funktioniert, ist es keine K&uuml;nstliche Intelligenz mehr. Es ist nat&uuml;rlich letztlich nur eine Frage der Wahrnehmung.<\/p>\n<p>18 Kritisch zur Vermenschlichung der Computer: Rehak, R. (2016), Die Macht der Vermenschlichung und die Ohnmacht der Begriffe. FIfF-Kommunikation 2\/2016, S. 45-46. Ich verwende den allgemein gebr&auml;uchlichen Begriff des maschinellen Lernens hier dennoch im Bewusstsein, dass maschinelles &bdquo;Lernen&ldquo; von menschlichem Lernen abgegrenzt werden muss.<\/p>\n<p>19 Nicht-berechenbare Aufgaben k&ouml;nnen durch ein Computersystem mathematisch beweisbar nicht erf&uuml;llt werden (vgl. z. B. Kfoury A. J., Moll R. N., Arbib M. A. (1986): A Programming Approach to Computability, 2nd printing, New York, Heidelberg, Berlin: Springer-Verlag). Hohe Komplexit&auml;t der Berechnung kann dazu f&uuml;hren, dass die technische Leistungsf&auml;higkeit von (heutigen) Systemen nicht dazu ausreicht. (Dies macht man sich z. B. bei Verschl&uuml;sselungsverfahren zu nutze.)<\/p>\n<p>20 Eine gut verst&auml;ndliche Einf&uuml;hrung gibt es auch als Video eines Vortrags beim 35. Chaos Communication Congress (35c3): teubi (2018): Introduction to Deep Learning, <a href=\"https:\/\/media.ccc.de\/v\/35c3-9386-introduction_to_deep_learning\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/media.ccc.de\/v\/35c3-9386-introduction_to_deep_learning<\/a>.<\/p>\n<p>21 Gesellschaft f&uuml;r Informatik (2018a): Technische und rechtliche Betrachtungen algorithmischer Entscheidungsverfahren. Studien und Gutachten im Auftrag des Sachverst&auml;ndigenrats f&uuml;r Verbraucherfragen. Berlin: Sachverst&auml;ndigenrat f&uuml;r Verbraucherfragen, <a href=\"http:\/\/www.svr-verbraucherfragen.de\/wp-content\/uploads\/GI_Studie_Algorithmenregulierung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.svr-verbraucherfragen.de\/wp-content\/uploads\/GI_Studie_Algorithmenregulierung.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>22 Darum f&uuml;hrt der Vorschlag eines &bdquo;Algorithmen-T&Uuml;V&ldquo; in die Irre. Er k&ouml;nnte lediglich pr&uuml;fen, ob der Lernalgorithmus korrekt arbeitet, also die vorgefundenen Daten korrekt klassifiziert.<\/p>\n<p>23 Ng A., Soo K. (2017): Data Science &#8211; Was ist das eigentlich? Algorithmen des maschinellen Lernens verst&auml;ndlich erkl&auml;rt. Berlin: Springer-Verlag.<\/p>\n<p>24 Beispielsweise k&ouml;nnte sich w&auml;hrend der Lernschritte ein Zusammenhang zwischen der Haarfarbe und der Parteipr&auml;ferenz herausstellen &#8211; offensichtlich kein inhaltlich sinnvolles Merkmal f&uuml;r die Klassifizierung. Solche Klassifizierungen sind i. d. R. durch die Einschr&auml;nkungen des zum Lernen verwendeten Datenbestands verursacht. Das f&uuml;hrt dazu, dass die Klassifikation nicht mehr nachvollziehbar ist und die korrekte Einordnung auch nicht mehr &uuml;berpr&uuml;ft werden kann.<\/p>\n<p>25 K&uuml;hl E. (2015): Gesichtserkennung: &bdquo;Meine Freundin ist kein Gorilla&ldquo;, Zeit Online, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2015-07\/google-fotos-algorithmus-rassismus\/komplettansicht\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2015-07\/google-fotos-algorithmus-rassismus\/komplettansicht<\/a>.<\/p>\n<p>26 Auf diese Problematik weist O&lsquo;Neil anhand von Beispielen hin: O&lsquo;Neil C. (2017): Angriff der Algorithmen. Wie sie Wahlen manipulieren, Berufschancen zerst&ouml;ren und unsere Gesundheit gef&auml;hrden. M&uuml;nchen: Carl-Hanser-Verlag.<\/p>\n<p>27 Dies musste Bettina Wulff, die Frau des ehemaligen Bundespr&auml;sidenten, feststellen, als ihr Verbindungen zum Rotlichtmilieu unterstellt wurden. Nachdem die Google-Suche im Eingabefeld entsprechende Vervollst&auml;ndigungen anbot, erh&ouml;hte sich auch die Klickrate, was wiederum &#8211; zusammen mit der &ouml;ffentlichen Berichterstattung &#8211; diese Vervollst&auml;ndigung weiter f&ouml;rderte. Abhilfe kann dadurch geschaffen werden, dass bestimmte &bdquo;unerw&uuml;nschte&ldquo; Erg&auml;nzungen eliminiert werden &#8211; was in der Praxis nicht immer m&ouml;glich sein wird und strenggenommen die Lernergebnisse verf&auml;lscht.<\/p>\n<p>28 Wolfangel E. (2018): Programmierter Rassismus, Zeit Online, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/<\/a> 2018-05\/algorithmen-rassismus-diskriminierung-daten-vorurteile-alltagsrassismus\/komplettansicht.<\/p>\n<p>29 K&uuml;hl E. (2015), a.a.O.<\/p>\n<p>30 Angwin J., Larson J., Mattu S., Kirchner L. (2016): Machine Bias, ProPublica, <a href=\"https:\/\/www.propublica.org\/article\/machine-bias-risk-assessments-in-criminal-sentencing\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.propublica.org\/article\/machine-bias-risk-assessments-in-criminal-sentencing<\/a>; vgl. auch Krafft T. D. (2018): Qualit&auml;tsma&szlig;e algorithmischer Entscheidungssysteme in der Kriminalprognostik, FIfF-Kommunikation 1\/2018, S. 50-55.<\/p>\n<p>31 Wolfangel E. (2018), a.a.O.<\/p>\n<p>32 Schinzel B. (2018), a.a.O.<\/p>\n<p>33 Schinzel B. (2017): Algorithmen sind nicht schuld, aber wer oder was ist es dann? FIfF-Kommunikation 2\/2017, S. 5-9.<\/p>\n<p>34 z. B. Gesellschaft f&uuml;r Informatik (2018b): Unsere ethischen Leitlinien. Verabschiedet vom Pr&auml;sidium der GI am 29. Juni 2018, <a href=\"https:\/\/gi.de\/fileadmin\/GI\/Allgemein\/PDF\/GI_Ethische_Leitlinien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/gi.de\/fileadmin\/GI\/Allgemein\/PDF\/GI_Ethische_Leitlinien<\/a>_ 2018.pdf.<\/p>\n<p>35 Europ&auml;ische Kommission (2018): Ethics Guidelines for Trustworthy AI. High-Level Expert Group on Artificial Intelligence, Draft, <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/newsroom\/dae\/document.cfm?doc_id=57112\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ec.europa.eu\/newsroom\/dae\/document.cfm?doc_id=57112<\/a><\/p>\n<p>36 Rost M. (2017): Bob, es ist Bob! FIfF-Kommunikation 4\/2017, S. 63-66.<\/p>\n<p>37 Scott B., Heumann S., Lorenz P. (2018): Artificial Intelligence and Foreign Policy. Policy Brief. Berlin: Stiftung neue Verantwortung, <a href=\"https:\/\/www.stiftung-nv.de\/sites\/default\/files\/ai_foreign_policy.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.stiftung-nv.de\/sites\/default\/files\/ai_foreign_policy.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>38 Scott B., Heumann S., Lorenz P. (2018), a.a.O., S. 2f.<\/p>\n<p>39 Gesellschaft f&uuml;r Informatik (2018a), a.a.O., S. 13.<\/p>\n<p>40 Suder K. (2018): &bdquo;Es geht um den Kern von Sicherheit&ldquo;. Interview, IP Internationale Politik 4\/2018, S. 14-19.<\/p>\n<p>41 Koch B., Sch&ouml;rnig N. (2017): Autonome Drohnen&nbsp;&#8211; die besseren Waffen? In: vorg&auml;nge Nr. 218 (2\/2017), S. 43-53.<\/p>\n<p>42 Department of Defense (2012): Autonomy in Weapon Systems. Directive No. 3000.09, <a href=\"https:\/\/www.esd.whs.mil\/Portals\/54\/Documents\/DD\/issuances\/dodd\/300009p.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.esd.whs.mil\/Portals\/54\/Documents\/DD\/issuances\/dodd\/300009p.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>43 Koch B., Sch&ouml;rnig N. (2017), a.a.O., S. 45.<\/p>\n<p>44 Ramge T. (2018), a.a.O.<\/p>\n<p>45 Neben der hier thematisierten Manipulation haben Monopole nat&uuml;rlich auch wirtschaftliche Auswirkungen, s. o.<\/p>\n<p>46 Im Dezember 2018 wurde &uuml;ber Pl&auml;ne der Bundesregierung berichtet, eine Kennzeichnungspflicht f&uuml;r Social Bots einzuf&uuml;hren: Wittenhorst T. (2018): Bundesregierung erw&auml;gt Kennzeichnungspflicht f&uuml;r Social Bots, heise.de, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Bundesregierung-erwaegt-Kennzeichnungspflicht-fuer-Social-Bots-4252095.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Bundesregierung-erwaegt-Kennzeichnungspflicht-fuer-Social-Bots-4252095.html<\/a>. Zu kl&auml;ren ist, wie eine solche Pflicht durchgesetzt werden kann, nachdem es gerade das Ziel bei Social Bots ist, dass sie nicht als solche erkannt werden.<\/p>\n<p>47 Bertelsmann-Stiftung (Hg.) (2009): Lernen von Obama? Das Internet als Ressource und Risiko f&uuml;r die Politik. G&uuml;tersloh: Verlag Bertelsmann-Stiftung.<\/p>\n<p>48 Eine positive Sicht auf Nudging vertreten Thaler R. H., Sunstein C. (2015 [2008]): Nudge. Wie man kluge Entscheidungen anst&ouml;&szlig;t. 5. Auflage, Berlin: Ullstein.<\/p>\n<p>49 Schieren S. (2016): Die Macht der Algorithmen. Politikum 1\/2016, S. 4-12.<\/p>\n<p>50 Thaler R. H., Sunstein C. (2015 [2008]), a.a.O.<\/p>\n<p>51 Dachwitz I., Rudl T., Rebiger S. (2018): FAQ: Was wir &uuml;ber den Skandal um Facebook und Cambridge Analytica wissen. netzpolitik.org, <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2018\/cambridge-analytica-was-wir-ueber-das-groesste-datenleck-in-der-geschichte-von-facebook-wissen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/netzpolitik.org\/2018\/cambridge-analytica-was-wir-ueber-das-groesste-datenleck-in-der-geschichte-von-facebook-wissen\/<\/a>.<\/p>\n<p>52 O&lsquo;Neil C. (2017), a.a.O.<\/p>\n<p>53 S. Pariser E. (2012): Filter Bubble. Wie wir im Internet entm&uuml;ndigt werden. M&uuml;nchen: Carl-Hanser-Verlag; Zweig K. A., Deussen O., Krafft T. D. (2017): Algorithmen und Meinungsbildung. Eine Grundlegende Einf&uuml;hrung, in: Deussen O., Zweig K. A. (2017): Algorithmen und Meinungsbildung. Schwerpunktheft. Informatik-Spektrum 40(4), S. 318-326.<\/p>\n<p>54 Holland M. (2018): Facebook-Datenskandal: Kaum Antworten von Zuckerberg im Europaparlament, Heise.de, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Facebook-Datenskandal-Zuckerberg-entschuldigt-sich-im-Europaparlament-4055074.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/Facebook-Datenskandal-Zuckerberg-entschuldigt-sich-im-Europaparlament-4055074.html<\/a>.<\/p>\n<p>55 Fowler G. A., Esteban C. (2018): 14 years of Mark Zuckerberg saying sorry, not sorry. <a href=\"http:\/\/humanistische-union.de\/https%3A\/www\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www<\/a>. washingtonpost.com\/graphics\/2018\/business\/facebook-zuckerberg-apologies\/.<\/p>\n<p>56 Holland M. (2018), a.a.O.<\/p>\n<p>57 Rieger F. (2018): Facebook muss zerschlagen werden! <a href=\"https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/zuendfunk\/frank-rieger-facebook-muss-zerschlagen-werden-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.br.de\/radio\/bayern2\/sendungen\/zuendfunk\/frank-rieger-facebook-muss-zerschlagen-werden-100.html<\/a>.<\/p>\n<p>58 Zuboff S. (2018): Der dressierte Mensch. Die Tyrannei des &Uuml;berwachungskapitalismus, Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 11&lsquo;18, S. 101-111. Der Text basiert auf Zuboff S. (2018): Das Zeitalter des &Uuml;berwachungskapitalismus. Frankfurt, New York: Campus-Verlag.<\/p>\n<p>59 Entschlie&szlig;ung der 95. Datenschutz-Konferenz am 25.\/26. April 2018 in D&uuml;sseldorf: Facebook-Datenskandal &#8211; Neues Europ&auml;isches Datenschutzrecht bei Sozialen Netzwerken durchsetzen! DuD 7\/2018, S. 447.<\/p>\n<p>60 Rost M. (2018): K&uuml;nstliche Intelligenz &#8211; Normative und operative Anforderungen des Datenschutzes, DuD 9\/2018, S. 558&ndash;565.<\/p>\n<p>61 Ein Beispiel, das von einigen Wochen durch die Medien ging besch&auml;ftigte sich mit der Frage, ob die EU-Datenschutz-Grundverordnung das Anbringen von Namensschildern an T&uuml;rklingeln verbiete: dazu z. B. <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/datenschutz-verstossen-klingelschilder-gegen-die-dsgvo-15844615.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/datenschutz-verstossen-klingelschilder-gegen-die-dsgvo-15844615.html<\/a>.<\/p>\n<p>62 Ro&szlig;nagel A. (2018): Datenschutz-Grundverordnung &ndash; was bewirkt sie f&uuml;r den Datenschutz? In: vorg&auml;nge Nr. 221\/222 (1-2\/2018), S. 17-29.<\/p>\n<p>63 Das Standard-Datenschutzmodell wurde von den Datenschutzbeh&ouml;rden erarbeitet und ist hier zu finden: <a href=\"https:\/\/www.datenschutzzentrum.de\/uploads\/sdm\/SDM-Methode_V1.1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.datenschutzzentrum.de\/uploads\/sdm\/SDM-Methode_V1.1.pdf<\/a>. Eine speziell auf die Problematik der KI ausgerichtete Darstellung findet sich in Rost M. (2018): a.a.O., S. 558&ndash;565. Eine leichtverst&auml;ndliche Einf&uuml;hrung gab es beim 35. Chaos Communication Congress: Rehak R. (2018): Was sch&uuml;tzt eigentlich der Datenschutz? Warum Datensch&uuml;tzerInnen aufh&ouml;ren m&uuml;ssen, von individueller Privatheit zu sprechen, <a href=\"https:\/\/media.ccc.de\/v\/35c3-9733-was_schutzt_eigentlich\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/media.ccc.de\/v\/35c3-9733-was_schutzt_eigentlich<\/a>_ der_datenschutz.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[252],"publikationen":[878],"class_list":["post-8540","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-stefan-huegel","publikationen-225-226"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>K\u00fcnstliche Intelligenz und Politik* - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/225-226\/publikation\/kuenstliche-intelligenz-und-politik\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"K\u00fcnstliche Intelligenz und Politik* - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Algorithmen, Data Science, Microtargeting &#8211; und ihre Auswirkung auf politische Entscheidungen. 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