{"id":8563,"date":"2018-11-22T23:00:00","date_gmt":"2018-11-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/"},"modified":"2021-08-30T15:42:58","modified_gmt":"2021-08-30T13:42:58","slug":"ostdeutschland-heute-1","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/","title":{"rendered":"Ostdeutschland heute"},"content":{"rendered":"<p>Die widerspr&uuml;chliche Entwicklung Ostdeutschlands seit dem Herbst 1989[1]. In: vorg&auml;nge Nr. 224 (4\/2018), S. 7 &#8211; 23<\/p>\n<p><i>Die Erfolge der AfD insbesondere in den neuen Bundesl&auml;ndern (vorher schon die NPD in Sachsen) wirft die Frage auf: warum gerade hier? Hat dies etwas mit der wirtschaftlichen Entwicklung in den Jahren nach der Vereinigung zu tun? Um die Frage zu beantworten, muss nat&uuml;rlich zun&auml;chst die wirtschaftliche Entwicklung aufgezeigt werden. In den folgenden Ausf&uuml;hrungen zeigen die Autoren auf, wie sich die neuen L&auml;nder wirtschaftlich entwickelt haben, wie offizielle Verlautbarungen versuchen, dies &#8222;sch&ouml;n zu reden&#8220; und welche Verantwortung die Treuhand daf&uuml;r trug. <\/i><\/p>\n<p>Die Herstellung der deutschen Einheit durch die W&auml;hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 und der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 setzten in den neuen L&auml;ndern einen Adaptions- und Transformationsprozess in Gang, der alle gesellschaftlichen Bereiche, die Arbeit und das Leben der Menschen erfasste und sich &uuml;ber mehrere Generationen erstreckte. In den alten L&auml;ndern dagegen stellt sich die deutsche Vereinigung vor allem als Inkorporations- und Integrationsprozess dar, der zudem durch die Entwicklung der EU, insbesondere die Krisenprozesse in der europ&auml;ischen Integration der letzten 10&nbsp;Jahre und die Globalisierung &uuml;berlagert wird. Insofern ist die Wahrnehmung der Vereinigungsproblematik in Ost und West grundverschieden, ebenso der R&uuml;ckblick der Menschen auf die DDR und die fr&uuml;here BRD. Dies zeigt sich in Differenzen bei der historischen Bewertung der deutschen Zweistaatlichkeit, aber auch in den durch Missverst&auml;ndnisse, Verf&auml;lschungen und Fehlwahrnehmungen charakterisierten Debatten um den Solidarit&auml;tszuschlag, den Solidarpakt, die Transferzahlungen, den Aufbau Ost, die Staatsverschuldung und anderes mehr. Die kontrovers verlaufende Diskussion ist bis heute nicht abgeschlossen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"konvergenz-und-divergenz\">Konvergenz und Divergenz<\/span><\/h2>\n<p>Lange Zeit bestimmten die wirtschaftliche Misere in den neuen Bundesl&auml;ndern sowie die Erfolge und Defizite, Gewinne und Kosten des Zusammenwachsens beider Landesteile den Vereinigungsdiskurs. Eine zentrale Rolle spielten dabei die anfangs getroffenen wirtschaftspolitischen Entscheidungen, die Wirkungen der &uuml;berst&uuml;rzten W&auml;hrungsunion, die fatalen Konsequenzen der Treuhandpolitik f&uuml;r die ostdeutsche Industrie, die Zerst&ouml;rung der Forschungslandschaft und anderes mehr, wodurch im Osten eine &#8222;Vereinigungskrise&#8220;, im Westen dagegen ein &#8222;Vereinigungs-Boom&#8220; ausgel&ouml;st wurde. In der Folge erregten vor allem die hohe Arbeitslosigkeit und der nicht enden wollende Ost-West-Exodus gro&szlig;er Bev&ouml;lkerungsteile, die Fortschritte bei der Lohnangleichung und beim Konsum in den neuen L&auml;ndern bei gleichzeitiger Stagnation der Reall&ouml;hne im Westen das &ouml;ffentliche Interesse.<\/p>\n<p>Mit der Entfaltung der transfergest&uuml;tzten und staatlich subventionierten wirtschaftlichen Dynamik schien der Absturz der ostdeutschen Wirtschaft in den Jahren 1990\/91 &uuml;berwunden und der Osten auf den richtigen Weg gebracht. Aber der Aufschwung erlahmte bereits Mitte der 1990er Jahre und kam gegen Ende des Jahrzehnts, ohne dass das Konvergenzziel erreicht wurde, weitgehend zum Erliegen. Seitdem sind bei der Angleichung an das Westniveau auf den meisten Gebieten nur noch geringe Fortschritte zu verzeichnen. Weder gibt es im Osten (au&szlig;er Berlin und in Ans&auml;tzen Leipzig) eine Metropolenregion noch gro&szlig;e, &uuml;berregionale Wirtschaftscluster, eine nennenswerte Anzahl von Gro&szlig;betrieben oder Konzernzentralen (au&szlig;er der Deutschen Bahn), die die Wertsch&ouml;pfungsintensit&auml;t f&ouml;rdern k&ouml;nnten. All dies ist &ndash; und bleibt auch k&uuml;nftig &ndash; im Altbundesgebiet konzentriert, woraus sich das anhaltende West-Ost-Gef&auml;lle im Produktivit&auml;ts-, Innovations-, Einkommens-, Verm&ouml;gens- und Lebensniveau erkl&auml;rt.<\/p>\n<p>Die tiefen Ost-West-Unterschiede im wirtschaftlichen Entwicklungsniveau sowie in den Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen werden durch ein S&uuml;d-Nord-Gef&auml;lle erg&auml;nzt. Zudem versagt die Politik bei der L&ouml;sung wichtiger Zukunftsfragen wie Energiewende, Infrastrukturausbau, Digitalisierung, Bildung, Gesundheit, Pflege, Aufnahme und Integration von Fl&uuml;chtlingen. Auch versiegen allm&auml;hlich die positiven Impulse aus der Vereinigung, die &#8222;Vereinigungsdividende&#8220; ist verschwunden, w&auml;hrend bestimmte Belastungen fortbestehen.<\/p>\n<p>Das Verh&auml;ltnis zwischen Ost und West ist bis heute nicht frei von Spannungen. Trotzdem bewerteten im Ergebnis einer Umfrage, die 25 Jahre nach dem Mauerfall durchgef&uuml;hrt wurde, 75 Prozent der Ostdeutschen die Vereinigung im R&uuml;ckblick als positiv; bei den Westdeutschen sind es dagegen nur 48 Prozent. Viele Menschen in Ostdeutschland sehen sich auch materiell als Gewinner der Einheit.<\/p>\n<p>Seit 1990 sind fast drei Jahrzehnte vergangen und die Wahrnehmung des Umbruchs im Osten und der deutschen Einheit ist, verglichen mit fr&uuml;her, eine andere geworden. Neue Ansichten, Denkmuster, Lebensstile und Zukunftserwartungen setzen sich durch, alte verlieren an Relevanz. Dazu geh&ouml;rt auch, dass die deutsch-deutsche Geschichte auf neue Art und Weise reflektiert und diskutiert wird.<\/p>\n<p>Nach fast 30 Jahren sind die Menschen im Osten mehrheitlich im vereinigten Deutschland angekommen, obgleich ihre DDR-Herkunft bis heute in der Bundesrepublik als eine Art &#8222;Migrationshintergrund&#8220; gilt. F&uuml;r die Westdeutschen dagegen waren der Druck der Umst&auml;nde und die Dynamik des Wandels viel geringer, weshalb viele glauben, immer noch in der alten Bundesrepublik zu leben. Mit der Akzeptanz der deutschen Einheit ist eine Blickverschiebung verbunden &ndash; von der Transformation zur Integration und von der Vergangenheit zur Gegenwart und Zukunft. Im Zentrum stehen heute die deutsche und europ&auml;ische Integration, w&auml;hrend die getrennte, ja geteilte deutsche Vergangenheit in den Debatten kaum mehr eine Rolle spielt. Dies betrifft auch den &#8222;Sozialismus&#8220;, von dem 63,4 Prozent der Ostdeutschen glauben, dass er eine &#8222;gute Idee&#8220; war, die &#8222;<i>nur schlecht umgesetzt<\/i>&#8220; wurde, w&auml;hrend rund 60 Prozent der Westdeutschen ihn prinzipiell ablehnen.<\/p>\n<p>In der Zeit seit dem Beitritt der DDR sind die Konturen des vereinigten Deutschland relativ klar, auch da, wo es immer noch deutliche Disparit&auml;ten und Niveauunterschiede gibt. Hierzu geh&ouml;ren die unterschiedliche Dynamik der wirtschaftlichen, sozialen und demografischen Entwicklung, die stabilen und sich reproduzierenden wirtschaftlichen und sozialen Diskrepanzen zwischen den Landesteilen sowie politische, weltanschauliche, religi&ouml;se, kulturelle und andere Besonderheiten. Setzt man diese in Beziehung zum Vereinigungsprozess, so erweisen sie sich teilweise als Integrationsdefizite und Sp&auml;tfolgen einer verfehlten, da einseitig an den Interessen des westdeutschen Kapitals ausgerichteten Vereinigungspolitik. Zum Teil resultieren sie aber auch aus s&auml;kularen Prozessen oder sind neueren Entwicklungen in der Welt geschuldet. Dies gilt z.B. f&uuml;r das S&uuml;d-Nord-Gef&auml;lle in Deutschland, aber auch f&uuml;r Unterschiede in der Klassen- und Schichtzugeh&ouml;rigkeit, bei der Religion, Kultur, hinsichtlich der Repr&auml;sentanz der Eliten in leitenden Funktionen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie aktuell bei der Wahrnehmung der Migrationsaufgaben.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-widerspruechliche-wirtschaftliche-entwicklung-ostdeutschlands-bis-heute-2\">Die wider&shy;spr&uuml;ch&shy;liche wirtschaft&shy;liche Entwicklung Ostdeut&shy;sch&shy;lands bis heute [2]<\/span><\/h2>\n<p>Unterzieht man die Wirtschaftsdaten f&uuml;r Ost- und Westdeutschland einer vergleichenden Analyse, so ist, bezogen auf den Gesamtzeitraum seit 1990, durchaus ein Konvergenzprozess zu konstatieren. (vgl. Ragnitz 2009; Scheufele\/Ludwig 2009; Busch 2011) Im konkreten Verlauf zeigt sich jedoch, dass dieser Prozess weder kontinuierlich und dynamisch, noch gleichbleibend in dieselbe Richtung verlief. Es k&ouml;nnen unter dem Aspekt der Konvergenz grob drei Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung Ostdeutschlands unterschieden werden.<\/p>\n<p><i>Die erste Phase in den Jahren 1990\/1991<\/i> war durch den Absturz der ostdeutschen Wirtschaft charakterisiert.<\/p>\n<p><i>Die zweite Phase von 1992 bis Mitte\/Ende der 1990er Jahre<\/i> war durch die Aufholprozesse in der wirtschaftlichen Entwicklung und dadurch wirksame Konvergenz wichtiger wirtschaftlicher Indikatoren gekennzeichnet, die bei den jeweiligen Indikatoren differenziert verl&auml;uft.<\/p>\n<p><i>Die dritte Phase von etwa 1997 bis heute<\/i>, in der der Aufholprozess vor allem hinsichtlich der wirtschaftlichen Niveaukennziffern zum Stillstand gekommen ist. Seit der Jahrtausendwende und speziell nach der Wirtschaftskrise 2008\/09 unterscheiden sich die Wachstumsraten in den neuen und den alten Bundesl&auml;ndern kaum noch voneinander. Dadurch bleibt der Ost-West-Abstand in den auf die EinwohnerIn bzw. Besch&auml;ftigten bezogenen relativen Gr&ouml;&szlig;en etwa gleich, w&auml;hrend er in den absoluten Gr&ouml;&szlig;en zum Teil noch angewachsen ist.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-absturz-und-zerstoerungsphase-199091\">Die Absturz- und Zerst&ouml;&shy;rungs&shy;phase 1990\/91<\/span><\/h2>\n<p>1990\/91 gab es einen starken Einbruch der ostdeutschen Wirtschaft, w&auml;hrend die westdeutsche Wirtschaft eine Sonderkonjunktur mit hohen Wachstumsraten und einem steilen Besch&auml;ftigungsanstieg erlebte (vgl. Hickel\/Priewe 1994, S.&nbsp;22). Im Vergleich zum letzten DDR-Jahr 1989 ging das BIP der neuen Bundesl&auml;nder 1991 auf 76,5% zur&uuml;ck, die Bruttowertsch&ouml;pfung des verarbeitenden Gewerbes sank sogar auf weniger als die H&auml;lfte (39%). Damit nahm die Ost-West-Divergenz bei entscheidenden Kennziffern zu. So sank das relative Niveau Ostdeutschlands im Vergleich zu Westdeutschland (jeweils = 100) 1991 gegen&uuml;ber 1989 bei der Arbeitsproduktivit&auml;t (BIP je Erwerbst&auml;tigen) von 44,2% auf 34,9% und beim BIP je EinwohnerIn von 54,9&nbsp;% auf 33,3&nbsp;%. Der st&auml;rkere R&uuml;ckgang des relativen Niveaus des BIP je EinwohnerIn im Vergleich zum BIP je Erwerbst&auml;tigen spiegelt den Einbruch des Arbeitsmarkts wider: die Zahl der Erwerbst&auml;tigen fiel 1991 gegen&uuml;ber 1989 von 8,9 Millionen auf 6,8 Millionen (auf rund 76&nbsp;%). Der R&uuml;ckgang der Erwerbst&auml;tigenzahl um ein Viertel in nur zwei Jahren f&uuml;hrte zu einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit: von einer zu vernachl&auml;ssigenden Gr&ouml;&szlig;e zur DDR-Zeit auf &uuml;ber 800.000 im Jahr 1991 und damit zu einer doppelt so hohen Arbeitslosenquote wie in den alten Bundesl&auml;ndern.<\/p>\n<p>Auf der Grundlage der hohen West-Ost-Transferzahlungen, insbesondere im Rahmen des Fonds Deutsche Einheit, wurden schon mit Beginn des Vereinigungsprozesses betr&auml;chtliche Stimuli f&uuml;r einen erh&ouml;hten Verbrauch in Ostdeutschland wirksam. Sie bewirkten eine Entwicklung entscheidender Nachfragegr&ouml;&szlig;en bzw. Verwendungskennziffern des BIP, die sich von den regionalen Produktionsleistungen stark unterschied. Die Entwicklung in dieser ersten Phase des Vereinigungsprozesses spielt eine wichtige Rolle f&uuml;r eine realistische und differenzierte Analyse der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung der neuen Bundesl&auml;nder und f&uuml;r eine kritische Bewertung der Vereinigungspolitik der Bundesregierung unter Helmut Kohl.<\/p>\n<p>Es ist kein Zufall und auch nicht auf die Schwierigkeiten zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, die beim Vergleich der in der DDR-Statistik ausgewiesenen Daten mit denen der Bundesrepublik bestehen, dass alle offiziellen Berichte und Analysen der ostdeutschen Entwicklung auf dem Jahr 1991 als Basisjahr beruhen. Damit kann die herrschende Politik zwei Effekte f&uuml;r sich verbuchen. Erstens werden die verheerenden Folgen der Schocktherapie und vor allem der T&auml;tigkeit der Treuhandanstalt als Vollzugsorgan der westdeutschen Kapitalinteressen weitgehend ausgeblendet. Zweitens werden die Ergebnisse der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland in der Zeit nach der Vereinigung in einem f&uuml;r eine seri&ouml;se Bewertung unzul&auml;ssigen Ma&szlig;e besch&ouml;nigt. In den Jahresberichten zum Stand der deutschen Einheit, die die Bundesregierung jedes Jahr publiziert, wird z.B. als Ausdruck der guten Vereinigungspolitik der Zuwachs des BIP&nbsp; 1995 gegen&uuml;ber 1991 um rund 30% gefeiert, w&auml;hrend die Tatsache, dass der Zuwachs 1995 gegen&uuml;ber dem letzten vollen DDR-Jahr 1989 nur 1&nbsp;% betrug, verschwiegen wird. Beim Wachstum der Bruttowertsch&ouml;pfung des verarbeitenden Gewerbes ist diese Diskrepanz noch weit gr&ouml;&szlig;er: Bei einem Zuwachs 1995 gegen&uuml;ber 1991 um rund 25% wies die Bruttowertsch&ouml;pfung 1995 gegen&uuml;ber 1989 einen R&uuml;ckgang von 25% auf. (berechnet nach Heske 2005, S.&nbsp;249) Erst 24 Jahre nach der deutschen Vereinigung wurde in den neuen Bundesl&auml;ndern wieder der Produktionsumfang des verarbeitenden Gewerbes der DDR des Jahres 1989 erreicht.<\/p>\n<p>Daf&uuml;r, dass die Zusammenbruchphase 1990\/91 unbedingt zu ber&uuml;cksichtigen ist, spricht vor allem, dass sich in dieser Zeit infolge der fehlerhaften Vereinigungspolitik Bedingungen herausgebildet haben, die die wirtschaftliche Konvergenz langfristig und tiefgreifend negativ beeinflusst haben und auch weiterhin beeinflussen werden, und die kaum wieder r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen sind. Diese Bedingungen und Faktoren k&ouml;nnten grob in folgenden Komplexen zusammengefasst werden:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&bull; weitgehende Liquidierung der in der DDR bestehenden Gro&szlig;betriebe und Herausbildung einer kleinteiligen Betriebsgr&ouml;&szlig;enstruktur; umfassende Zerst&ouml;rung regionaler, gesamtwirtschaftlicher und auch internationaler Wertsch&ouml;pfungsketten und Umwandlung vieler Betriebe, die Bestandteile solcher Wertsch&ouml;pfungsketten waren, in verl&auml;ngerte Werkb&auml;nke westdeutscher Gro&szlig;unternehmen;\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&bull; Wegbrechen der Exportm&auml;rkte vor allem in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie in anderen RGW-L&auml;ndern;\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&bull; Beseitigung der meisten gro&szlig;en Forschungszentren der Akademie der Wissenschaften und der Kombinate bei gleichzeitig starkem R&uuml;ckgang der Anteile der Forschungs- und Entwicklungsausgaben an den Gesamtaufwendungen der Produktion sowie der FuE-Besch&auml;ftigten an den Gesamtbesch&auml;ftigten;\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&bull; eine betr&auml;chtliche L&uuml;cke zwischen der Gr&ouml;&szlig;e des produzierten und des im Inland verwendeten BIP in den neuen Bundesl&auml;ndern &ndash; st&auml;ndiger &Uuml;berschuss des verwendeten BIP immer noch bei 15-20% des produzierten BIP. (Ludwig 2017, 605)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hier soll lediglich etwas n&auml;her auf die kleinteilige Betriebsgr&ouml;&szlig;enstruktur, die vor allem infolge der Schocktherapie und der r&uuml;cksichtslosen Privatisierung der Treuhandanstalt entstanden ist, und auf einige damit zusammenh&auml;ngende Probleme und Konsequenzen eingegangen werden. Die insgesamt Besch&auml;ftigten verteilten sich 2015 in Ost- und in Westdeutschland wie folgt auf die verschiedenen Betriebsgr&ouml;&szlig;en (Angaben in Prozent):<\/p>\n<p><i>Tabelle 1: Verteilung der Besch&auml;ftigten auf verschiedene Betriebsgr&ouml;&szlig;en in 2016 f&uuml;r Ost- und Westdeutschland <\/i><\/p>\n<table cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" bgcolor=\"#ba0000\" border=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ost<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; West<\/p>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;1 &#8211; 9 Besch&auml;ftigte<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; &nbsp;20<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;15&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;10 &#8211; 49 Besch&auml;ftigte&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 29<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;27&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;50 &#8211; 249 Besch&auml;ftigte<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 29<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;27&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&Uuml;ber 250 Besch&auml;ftigte<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 22<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;31&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Quelle: IAB Betriebspanel 2016<\/p>\n<p>Der Besch&auml;ftigtenanteil der gr&ouml;&szlig;eren Betriebe ab 250 Besch&auml;ftigten lag in Westdeutschland 40% h&ouml;her als in Ostdeutschland. Hier war der Anteil dieser Betriebe etwa gleich gro&szlig; wie der der Kleinstbetriebe, w&auml;hrend deren Anteil in Westdeutschland das Doppelte betrug. Dieser West-Ost-Unterschied steigt innerhalb der letzten Gruppe (&uuml;ber 250 Besch&auml;ftigte) weiter an: in den Betrieben mit mehr als 500 Besch&auml;ftigten war der Besch&auml;ftigtenanteil mehr als doppelt so hoch wie in Ostdeutschland.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen der Betriebsgr&ouml;&szlig;enstrukturen auf die Arbeitsproduktivit&auml;t wird an den Produktivit&auml;tsunterschieden zwischen den Betriebsgr&ouml;&szlig;en deutlich. Die Produktivit&auml;t je Besch&auml;ftigten der Betriebe in Westdeutschland ab 500 Besch&auml;ftigte gleich 100% gesetzt, betrug sie in Ostdeutschland in den Gr&ouml;&szlig;engruppen: 1-9: 51%, 10-49: 63%, 50-249: 80%. Die West-Ost-Unterschiede in der Produktivit&auml;t lagen in allen Betriebsgr&ouml;&szlig;en bis 249 Besch&auml;ftigten nicht h&ouml;her als 15%, in der Gr&ouml;&szlig;engruppe ab 250 Besch&auml;ftigten jedoch bei &uuml;ber 30%.<\/p>\n<p>Der direkte Zusammenhang zwischen Betriebsgr&ouml;&szlig;e und Produktivit&auml;t im Ost-West-Vergleich wird durch die Beziehungen der Betriebsgr&ouml;&szlig;e zu anderen Indikatoren, wie FuE-Intensit&auml;t und Innovationen unterstrichen. Etwa die H&auml;lfte des ostdeutschen Produktivit&auml;tsr&uuml;ckstands von 25-30% wird auf die kleinteilige Gr&ouml;&szlig;enstruktur der ostdeutschen Wirtschaft zur&uuml;ckzuf&uuml;hren sein.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-phase-einer-starken-konvergenz\">Die Phase einer starken Konvergenz<\/span><\/h2>\n<p>In dieser zweiten Entwicklungsphase 1992 bis 1995\/96 &uuml;bertraf das Wirtschaftswachstum im Osten das des Westens. In diesem Jahrf&uuml;nft verringerte sich der Abstand zwischen Ost- und Westdeutschland im BIP je EinwohnerIn um mehr als zwanzig Prozentpunkte. Setzt man jedoch 1989 als Basis an, so waren es (wegen des Absturzes 1990\/1991) nur zehn Punkte. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Konvergenz war dies die insgesamt erfolgreichste Periode in der Entwicklung der neuen Bundesl&auml;nder. Sie wurde vor allem getragen von einer starken Erh&ouml;hung der Bruttoanlageinvestitionen in Ostdeutschland. Bei einem Bev&ouml;lkerungsanteil der neuen Bundesl&auml;nder von 19,0% 1991 und 17,4% 1995 stieg der Anteil an den Bruttoanlageinvestitionen Deutschlands von 13,0% 1991 auf 24,5% 1995. (Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, 2010, 56) Diese Erh&ouml;hung der Investitionsintensit&auml;t wurde vor allem getragen von den Bauinvestitionen und zeigte sich in einer sichtbaren Modernisierung des Geb&auml;ude- und speziell des Wohnungsbestands der St&auml;dte sowie im Ausbau der Ost-West-Hauptverkehrsadern. Sie waren jedoch kaum mit einer Industriepolitik und einer F&ouml;rderung der l&auml;ndlichen R&auml;ume verbunden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"die-phase-geringer-konvergenz-und-teilweiser-stagnation-im-angleichungsprozess\">Die Phase geringer Konvergenz und teilweiser Stagnation im Anglei&shy;chungs&shy;pro&shy;zess<\/span><\/h2>\n<p>In den Jahren nach 1996 gab es zwar noch gewisse, aber insgesamt nur geringe Fortschritte in der Konvergenz. Von 1996 bis 2000 gab es hinsichtlich des wirtschaftlichen Leistungsniveaus einen Stillstand in der Konvergenz. Danach vollzieht sich der Aufholprozess nur noch &#8222;in Trippelschritten&#8220;, da es der Wirtschaft in den neuen L&auml;ndern kaum mehr gelingt, eine gegen&uuml;ber den alten L&auml;ndern h&ouml;here Dynamik zu entfalten. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise gibt es keine eindeutige Richtung: in einigen Jahren war das Wachstum um wenige Zehntel Prozent in den alten, in anderen in den neuen Bundesl&auml;ndern h&ouml;her. Da seit 1997 im Osten auch die Investitionen (in neue Ausr&uuml;stungen und Anlagen) hinter der Entwicklung in den alten L&auml;ndern zur&uuml;ckblieben, ist auch perspektivisch nicht mit einer Forcierung des Konvergenzprozesses zu rechnen.<\/p>\n<p>Die Unterschiede, die in den neuen Bundesl&auml;ndern zwischen dem relativen Niveau des BIP je EinwohnerIn und je Erwerbst&auml;tigen bestehen und deren teilweise entgegengesetzte Entwicklung sind auf die Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung und in der Arbeitslosenquote zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. In der DDR war die Erwerbsbeteiligung wesentlich h&ouml;her als in der BRD. Nach 1990 hat sich dieses Verh&auml;ltnis jedoch umgekehrt. Dies schl&auml;gt sich u.a. darin nieder, dass das Angleichungsniveau in der Arbeitsproduktivit&auml;t um 10 Prozentpunkte &uuml;ber dem entsprechenden Niveau bei der Angleichung des BIP je EinwohnerIn liegt. Das geringere relative Niveau des BIP je Erwerbst&auml;tigenstunde gegen&uuml;ber dem BIP je Erwerbst&auml;tigen spiegelt die l&auml;ngere Arbeitszeit der ostdeutschen Erwerbst&auml;tigen wider.<\/p>\n<p><i>Tabelle 2: Investitions- und Kapitalintensit&auml;t der Wirtschaft in den neuen Bundesl&auml;ndern (alte Bundesl&auml;nder = 100)<\/i><\/p>\n<table cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" bgcolor=\"#ba0000\" border=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;1991<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;1995<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;2000&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;2005&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;2010&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2013<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Investitionsintensit&auml;t&nbsp;(a)&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp; Ausr&uuml;stungen (b)<\/p>\n<p>&nbsp; Bauten<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 65,0&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp; 54,3<\/p>\n<p>&nbsp; 76,6<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;156,7<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;98,5<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;204,5&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;114,7<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;87,8<\/p>\n<p>&nbsp;144,5<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 89,3<\/p>\n<p>&nbsp; 70,1<\/p>\n<p>&nbsp;113,9&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 84,1&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp; 76,0<\/p>\n<p>&nbsp; 93,3<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;81,3&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp; 76,7<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;86,1&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Kapitalintensit&auml;t (c)<\/p>\n<p>&nbsp; Ausr&uuml;stungen (b)<\/p>\n<p>&nbsp; Bauten<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 37,3<\/p>\n<p>&nbsp; 26,2<\/p>\n<p>&nbsp; 40,8&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;54,4<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp; 45,1<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;57,0&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;73,9<\/p>\n<p>&nbsp; 72,8<\/p>\n<p>&nbsp; 74,3<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 82,4<\/p>\n<p>&nbsp; 82,9<\/p>\n<p>&nbsp; 82,3<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 85,0<\/p>\n<p>&nbsp; 83,8<\/p>\n<p>&nbsp; 85,3<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;88,0<\/p>\n<p>&nbsp; 86,3<\/p>\n<p>&nbsp; 88,4<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Modernit&auml;tsgrad<\/p>\n<p>&nbsp; Ausr&uuml;stungen (b)<\/p>\n<p>&nbsp; Bauten<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;95,9<\/p>\n<p>&nbsp;108,1&nbsp; <\/p>\n<p>&nbsp; 92,3<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;111,5<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp; 127,6<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;107,4&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;116,7<\/p>\n<p>&nbsp;118,2<\/p>\n<p>&nbsp;116,1<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;113,7<\/p>\n<p>&nbsp;103,4<\/p>\n<p>&nbsp;116,3<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;110,9<\/p>\n<p>&nbsp; 97,3<\/p>\n<p>&nbsp;113,9<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;109,4<\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;96,1<\/p>\n<p>&nbsp;112,2<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>(a) Neue Anlagen je Erwerbst&auml;tigen zu Wiederbeschaffungspreisen &ndash; (b) Einschlie&szlig;lich sonstiger Anlagen &ndash; (c) Angaben je Erwerbst&auml;tigen zu Wiederbeschaffungspreisen (Quellen: VGR der L&auml;nder [Berechnungsstand: Juni 2016]; die Tabelle wurde &uuml;bernommen aus Ludwig 2017, 588).<\/p>\n<p>Eine wichtige Grundlage f&uuml;r den relativ starken ostdeutschen Aufholprozess in der Zeit von 1992 bis etwa Mitte der 1990er Jahre war die Erh&ouml;hung der Investitionen und die Modernisierung der Produktionsanlagen. Sie erreichten je EinwohnerIn 7325 Euro und lagen damit um rund 2000 Euro &uuml;ber der westdeutschen Gr&ouml;&szlig;e. Dies war vor allem auf die erhebliche Ausweitung der Baukapazit&auml;ten zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Die Investitionen in neue Ausr&uuml;stungen und sonstige Anlagen je EinwohnerIn lagen &ndash; im Unterschied zu den Bauinvestitionen &ndash; mit 2140 Euro rund 10% unter der westdeutschen Gr&ouml;&szlig;e. In den Jahren danach setzte sich die insgesamt rasche Entwicklung der Investitionen nicht fort. 2014 lagen die Investitionen in neue Ausr&uuml;stungen und sonstige Anlagen mit 2672 Euro etwas mehr als 30&nbsp;Prozent unter der westdeutschen Gr&ouml;&szlig;e. Auch die Investitionen in neue Bauten lagen je EinwohnerIn um mehr als 20&nbsp;% darunter (berechnet nach Wirtschaftsdaten &ndash; Neue L&auml;nder 2017).<\/p>\n<p>Die Aufwendungen f&uuml;r FuE und der davon abh&auml;ngige Umfang des FuE-Personals sind weitere f&uuml;r die Entwicklung der wirtschaftlichen Leistungs- und Wettbewerbsf&auml;higkeit entscheidende Einflussgr&ouml;&szlig;en. Nach einer weitgehenden Liquidierung gro&szlig;er Forschungszentren der Akademie der Wissenschaften der DDR und der Kombinate schmolz das FuE-Potenzial der neuen Bundesl&auml;nder stark zusammen und betrug auf je 10.000 Erwerbst&auml;tige 1995 77 Personen gegen&uuml;ber 136 Personen in Westdeutschland. Es wuchs zwar bis 2014 auf 108 Personen, blieb aber gegen&uuml;ber dem Zuwachs in Westdeutschland auf 170 weiter zur&uuml;ck, so dass der absolute Ost-West-Abstand noch etwas zunahm (berechnet nach Wirtschaftsdaten &ndash; Neue L&auml;nder 2017, 93).<\/p>\n<p>F&uuml;r die Entwicklung in den neuen Bundesl&auml;ndern war in den ersten Jahren nach der Wirtschafts- und W&auml;hrungsunion ein bedeutend rascheres Wachstum der Verwendungsgr&ouml;&szlig;en des BIP gegen&uuml;ber den Produktionsgr&ouml;&szlig;en charakteristisch. Dadurch entstand ein bedeutender &Uuml;berschuss der Inlandsverwendung gegen&uuml;ber der Inlandsproduktion, der zwar in seiner relativen und absoluten Gr&ouml;&szlig;e zur&uuml;ckgegangen ist, jedoch bis heute fortbesteht. Dieser Saldo betrug 1991 75&nbsp;%. Er sank in den Folgejahren auf 52&nbsp;% (1995), 38&nbsp;% (2010) und 13&nbsp;% (2015). (Ludwig 2017, 605)<\/p>\n<p>Aus diesem bis heute anhaltenden &Uuml;berschuss der Inlandsverwendung ergibt sich als Konsequenz: <i>&#8222;Der Wirtschaftskreislauf in den neuen Bundesl&auml;ndern tr&auml;gt sich damit auf gesamtwirtschaftlicher Ebene nicht selbst. Die Produktion vor Ort deckt die hiesige Nachfrage auch 25 Jahre nach der Wiederherstellung der deutschen Einheit in Gr&ouml;&szlig;enordnungen nicht ab. Der Kreislauf wird Jahr f&uuml;r Jahr finanziell durch milliardenschwere West-Ost-Transfers vor allem aus den &ouml;ffentlichen Haushalten und g&uuml;terseitig im Wesentlichen durch Lieferungen aus den alten Bundesl&auml;ndern in Gang gehalten.&#8220; <\/i>(Ludwig 2017, 605) Hierauf ist auch zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass die Konvergenz bei den Indikatoren, die den Verbrauch charakterisieren, in der Tendenz um mehrere Prozentpunkte h&ouml;her ist als bei den Indikatoren, die die Wirtschaftsleistung kennzeichnen: etwa 80-85% zu 70-75%.<\/p>\n<p>Res&uuml;mierend l&auml;sst sich zum Aufholprozess der neuen Bundesl&auml;nder festhalten: Im ersten Jahrf&uuml;nft (1991&ndash;1995) verringerte sich der Abstand zwischen Ost- und Westdeutschland um mehr als zwanzig Prozentpunkte. Setzt man jedoch 1989 als Basis an, so war der Aufholprozess wesentlich geringer. F&uuml;r weitere 10 Prozentpunkte im Angleichungsprozess bedurfte es einer Zeitspanne von 15 Jahren (1996-2010). Seitdem geht es nur schwach voran. Angesichts der Entwicklung der Erwerbst&auml;tigkeit, der Investitionen und der fast 30-j&auml;hrigen Zeitspanne, die schon seit der Vereinigung vergangen ist, spricht nichts daf&uuml;r, dass das Konvergenzziel (die Niveauangleichung) bis 2020 erreicht wird. Die ostdeutsche Wirtschaft wird auch mehr als drei Jahrzehnte nach der Vereinigung bei etwa 75-80% des Westniveaus liegen.<\/p>\n<p>Die bisherige Entwicklung in den neuen Bundesl&auml;ndern nach der Vereinigung k&ouml;nnte mit den Worten charakterisiert werden: Vom Absturz &uuml;ber einen Konvergenzprozess zur Parallelentwicklung auf einem niedrigeren Niveau. Nach 2019, wenn der Solidarpakt II und der &#8222;Aufbau Ost&#8220; auslaufen, besteht die Gefahr, dass das Konvergenzziel als politische Aufgabe g&auml;nzlich von der Agenda verschwindet.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"funktion-und-wirksamkeit-der-treuhandanstalt\">Funktion und Wirksamkeit der Treuhand&shy;an&shy;stalt<\/span><\/h2>\n<p>Die Treuhandanstalt (THA) wurde auf Beschluss des Ministerrats zur Zeit der Modrow-Regierung am 1. M&auml;rz 1990 gegr&uuml;ndet. Ihre Aufgabe sollte darin bestehen, das volkseigene Verm&ouml;gen treuh&auml;nderisch im Interesse der Allgemeinheit zu verwalten, d.h. es zu erhalten und zugleich die wirtschaftliche T&auml;tigkeit der Unternehmen den marktwirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen anzupassen. Nach der Volkskammerwahl am 15. M&auml;rz 1990 geh&ouml;rte die &Auml;nderung der Aufgabenstellung und des Charakters der THA zu den ersten Aktivit&auml;ten der neuen CDU\/SPD-Regierung. Ihre Aufgabe wurde mit dem am 17. Juni von der neu gew&auml;hlten Volkskammer beschlossenen Gesetz in das Gegenteil des urspr&uuml;nglichen Auftrages umgewandelt: anstelle der Erhaltung des Volksverm&ouml;gens der DDR seine rasche und umfassende entsch&auml;digungslose Privatisierung. Eine wichtige Grundlage f&uuml;r diese Umwandlung der Aufgabe der THA bildete die W&auml;hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, die am 1. Juli 1990 in Kraft trat. Mit dem Beitritt der DDR zur BRD am 3. Oktober wurde die THA dem Bundesfinanzministerium unterstellt. In kurzer Zeit ging die F&uuml;hrungsebene in westdeutsche H&auml;nde &uuml;ber, alle wichtigen Funktionen wurden durch Manager aus den alten Bundesl&auml;ndern besetzt. Die Auseinandersetzung um die der Privatisierung zugrunde zu legenden Prinzipien: <i>&#8222;Sanierung vor Privatisierung&#8220;<\/i> oder <i>&#8222;Sanierung durch Privatisierung&#8220;<\/i> wurde zu Gunsten des letzteren entschieden. Die westdeutschen in der THA angestellten Manager nutzten h&auml;ufig ihre T&auml;tigkeit in der THA im Interesse der Konzerne, mit denen sie eng liiert waren. In mehreren F&auml;llen gab es direkt schwere kriminelle Delikte im Zusammenhang mit Korruptionsaff&auml;ren, z.B. <i>Elf Acquitaine <\/i>bei der Privatisierung der <i>Leuna Werke <\/i>und <i>Bremer Vulkan <\/i>bei der Privatisierung der <i>Ostsee-Werften<\/i>.<\/p>\n<p>Negative Folgen der beschleunigten Privatisierung der ostdeutschen volkseigenen Betriebe waren f&uuml;r die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den neuen Bundesl&auml;ndern insbesondere:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\">&bull; Die in Jahrzehnten in der DDR herausgebildeten Unternehmens- und Betriebsstrukturen sowie die darauf beruhenden Wertsch&ouml;pfungsketten wurden weitgehend liquidiert;\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&bull; ein betr&auml;chtlicher Teil ostdeutscher Betriebe wurde in verl&auml;ngerte Werkb&auml;nke westdeutscher Unternehmen umgewandelt;\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&bull; in den ostdeutschen Regionen wurden die Interessen der dort ans&auml;ssigen Bev&ouml;lkerung zu Gunsten der Interessen gr&ouml;&szlig;erer westdeutscher Unternehmen zur&uuml;ckgedr&auml;ngt;\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&bull; die Leistung der ostdeutschen Wirtschaft brach in den Jahren 1990 und 1991 in einem Ausma&szlig; ein, das weit gr&ouml;&szlig;er war als die Produktionseinbr&uuml;che in den schwersten Wirtschaftskrisen. Besonders stark war das verarbeitende Gewerbe hiervon betroffen.\n<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&bull; In den privatisierten Gro&szlig;unternehmen wurden die ostdeutschen F&uuml;hrungskr&auml;fte im gro&szlig;en Ma&szlig;stab durch westdeutsche Spitzenmanager ersetzt.&nbsp;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">&bull; Mit dem Einbruch der Wirtschaftsleistung der ostdeutschen Betriebe gingen auch die finanziellen Einnahmen der Gebietsk&ouml;rperschaften und der Sozialversicherung stark zur&uuml;ck.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der Autor der j&uuml;ngst erschienenen Dissertation &#8222;Die Treuhand&#8220; (B&ouml;ick, 2018) fasst in einem Interview zusammen: <i>&#8222;Die Entwertung der Lebensl&auml;ufe, das Gef&uuml;hl von Unterwerfung &ndash; das alles ist untrennbar auch mit der Treuhand verbunden. Sie ist zu einem Symbol geworden f&uuml;r eine anonyme Macht aus westlichen Kapitalisten, die den Daumen &uuml;ber das Wohl der Ostdeutschen hob oder senkte. Wir haben deshalb von einer erinnerungskulturellen &#8218;Bad Bank&#8216; gesprochen, eine Art emotionales Endlager, wo die negativen Gef&uuml;hle dieser Umbruchzeit vor sich hin gl&uuml;hen. Die Politik hat das lange nicht interessiert. Man dachte: Die Menschen werden ihre gewonnene Freiheit so sch&auml;tzen, dass sie dar&uuml;ber hinwegsehen, wenn sie weniger verdienen und nichts erben. Die sch&ouml;nen Innenst&auml;dte, die Einkaufsm&ouml;glichkeiten werden sie verschmerzen lassen, dass sie nichts zu sagen haben, weil in Unternehmen, Gerichten, Universit&auml;ten Westdeutsche die F&uuml;hrungspositionen besetzen. Der Glaube, dass sich diese Unterschiede auswachsen oder hingenommen werden, solange man nicht gro&szlig; dar&uuml;ber spricht &ndash; das ist eine Lebensl&uuml;ge der Politik.&#8220; <\/i>(S&uuml;ddeutsche Zeitung 24.6.2018)<\/p>\n<p>1994 wurde eine gewisse Schlussbilanz der Privatisierung durch die Treuhand gezogen. Vom gesamten ostdeutschen von der THA verwalteten Produktivverm&ouml;gen fielen bis Mitte 1994 80% an Westdeutsche, 14% an Ausl&auml;nder und 6% an Ostdeutsche. (Roesler, 2005, 102)<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"demografische-veraenderungen-in-ostdeutschland\">Demogra&shy;fi&shy;sche Ver&auml;n&shy;de&shy;rungen in Ostdeut&shy;sch&shy;land<\/span><\/h2>\n<p>F&uuml;r die Zukunft einer Region spielt die Bev&ouml;lkerungsentwicklung eine wichtige Rolle. Gerade hier gibt es gro&szlig;e Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Ursachen daf&uuml;r sind die Wanderungsverluste des Ostens, die &uuml;berproportionale Alterung der Bev&ouml;lkerung und der Geburtenr&uuml;ckgang seit 1990. Diese Prozesse bewirken, dass die ostdeutsche Bev&ouml;lkerung im Zeitverlauf sichtlich schrumpft und sich die Altersstruktur sp&uuml;rbar ver&auml;ndert. Das Ausma&szlig; dieser als &#8222;demografischer Wandel&#8220; apostrophierten Ver&auml;nderung ist derart dramatisch, dass die neuen L&auml;nder international teilweise als &#8222;demografisches Krisengebiet&#8220; gelten.<\/p>\n<p>Hierf&uuml;r gibt es insbesondere zwei bestimmende Faktoren. Erstens die innerdeutsche Wanderung: Von 1989 bis 2013 &uuml;berstieg die Zahl der Fortz&uuml;ge aus Ostdeutschland best&auml;ndig die Zahl der Zuz&uuml;ge aus Westdeutschland, sodass der innerdeutsche Wanderungssaldo 25-mal in Folge negativ war. Der positive Saldo gegen&uuml;ber dem Ausland vermag den Wanderungsverlust nicht auszugleichen, sodass es im Osten zu einem kontinuierlichen Bev&ouml;lkerungsr&uuml;ckgang kommt, w&auml;hrend im Westen der Zuzug aus Ostdeutschland und aus dem Ausland den geburtenbedingten R&uuml;ckgang aufh&auml;lt und die Bev&ouml;lkerung dort vorerst sogar noch w&auml;chst.<\/p>\n<p>Zweitens die Alters- und Geschlechterstruktur der Fort- bzw. Zuziehenden: Es sind insbesondere J&uuml;ngere &ndash; darunter &uuml;berproportional viele Frauen &ndash;, die vor allem infolge der stark verschlechterten Besch&auml;ftigungsbedingungen aus den neuen L&auml;ndern wegziehen, w&auml;hrend umgekehrt vor allem &Auml;ltere zuziehen. Die Folge ist eine verst&auml;rkte Alterung der ostdeutschen Bev&ouml;lkerung, w&auml;hrend die westdeutsche Bev&ouml;lkerung eine relative Verj&uuml;ngung erf&auml;hrt.<\/p>\n<p><i>Tabelle 3: Bev&ouml;lkerungsentwicklung nach L&auml;ndern 1989&ndash;2030 in 1.000 Personen<\/i><\/p>\n<table cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" bgcolor=\"#ba0000\" border=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 1989<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;1990<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2007<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;2010<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;2013<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;2020&nbsp;(P)&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;2030&nbsp;(P) <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Brandenburg&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.641&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;2.578<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.542&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.508<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;2.489<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; &nbsp;2.419<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.259<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Mecklenburg-&nbsp;V.<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 1.964&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;1.924&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 1.687<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 1.647<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 1.624<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 1.529<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;1.412<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Sachsen-&nbsp;Anhalt<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.965<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;2.874&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.429<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.345<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.285<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; &nbsp;2.085<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;1.895<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Sachsen<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 4.901<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;4.764<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;4.234<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 4.154<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 4.123<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 3.909<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;3.635<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Th&uuml;ringen<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.684<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;2.611<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;2.301<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.241<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 2.203<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 2.028<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 1.860<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;NBL&nbsp;(ohne&nbsp;Berlin)&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;15.155&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 14.751<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;13.188&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;12.894&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;12.724&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp; 11.970<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;11.061&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Quelle: Statistisches Bundesamt 2014 (P: Prognose gem&auml;&szlig; 12.&nbsp;Koordinierter Bev&ouml;lkerungsvorausberechnung).<\/p>\n<p>Der Schrumpfungsprozess ist keineswegs nur ein quantitatives Ph&auml;nomen. Er beinhaltet auch strukturelle und qualitative Komponenten, etwa die Verschiebung in den Geschlechterproportionen, die fortschreitende Alterung sowie den R&uuml;ckgang des Bildungs-, Qualifikations- und Kulturniveaus der verbleibenden Bev&ouml;lkerung infolge selektiver geschlechtsspezifischer, altersm&auml;&szlig;iger und bildungsseitiger Mobilit&auml;t. Das Ausma&szlig; der regionalen Unterschiede wird besonders deutlich beim Altenquotienten (Personen im Rentenalter je 100 Personen im erwerbsf&auml;higen Alter). Dieser betrug 2015 in Deutschland gesamt 34,7. Alle ostdeutschen Bundesl&auml;nder lagen &uuml;ber diesem Durchschnittswert: die Streuung ging von 37,9 in Mecklenburg-Vorpommern bis 43 in Sachsen. Nach der Bev&ouml;lkerungsvorausberechnung wird sich der Altenquotient bis 2030 weiter erh&ouml;hen und zugleich die Ost-West-Differenzierung betr&auml;chtlich verst&auml;rken.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"fast-drei-jahrzehnte-vereinigtes-deutschland-verfassungsziel-gleichwertiger-lebensverhaeltnisse-nicht-erreicht\">Fast drei Jahrzehnte vereinigtes Deutschland &ndash; Verfas&shy;sungs&shy;ziel gleich&shy;wer&shy;tiger Lebens&shy;ver&shy;h&auml;lt&shy;nisse nicht erreicht<\/span><\/h2>\n<p>Im Unterschied zu den 1990er Jahren ist in der letzten Zeit die Konvergenzdynamik bei den Einkommen der privaten Haushalte und beim Lebensniveau nicht mehr h&ouml;her als bei der Leistungsentwicklung. &Auml;hnlich wie bei den Wirtschaftsindikatoren ist auch hier, nachdem ein bestimmter Schwellenwert im Verh&auml;ltnis zu Westdeutschland erreicht worden ist, eher eine Parallelentwicklung auszumachen. So entsprechen die Zuwachsraten beim verf&uuml;gbaren Einkommen in Ostdeutschland seit dem Jahr 2000 in etwa denen in Westdeutschland, sodass ein Aufholen nicht erfolgt. Das verf&uuml;gbare Einkommen je EinwohnerIn in Ostdeutschland lag im Jahr 2013 bei 83 Prozent des Westniveaus. (Brenke 2014, S.&nbsp;951) Die ostdeutschen L&ouml;hne lagen wesentlich unter diesem Niveau. Im Unterschied dazu betrugen die Renten und andere Sozialeinkommen je Haushalt mehr als 100 Prozent des westdeutschen Niveaus. Das ist insbesondere darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass der Anteil der BezieherInnen von Sozialeinkommen im Osten h&ouml;her ist.<\/p>\n<p><i>Tabelle&nbsp;4: Ost-West-Relationen der Einkommen privater Haushalte 1991-2016 <br \/>(Westdeutschland = 100) <\/i><\/p>\n<table cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" bgcolor=\"#ba0000\" border=\"1\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;1991&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;2000<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;2010&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;2016&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Prim&auml;reinkommen&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 50<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;68&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;72<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 73<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&#8211;&nbsp;ArbeitnehmerInnenentgelt&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 59<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;75&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 77<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 77<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&#8211; Selbstst&auml;ndigeneink&uuml;nfte&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;27<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;56<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 71 <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 70<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&#8211; Verm&ouml;genseinkommen<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;33<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;48<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;55<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 57<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Sozialeinkommen<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 86<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;121<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;112 <\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;113<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&#8211; Renten<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;75<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;109<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;113<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;117<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;Verf&uuml;gbare Einkommen<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;61<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;82<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 84<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\">&nbsp;&nbsp; 85<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Quelle: Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der L&auml;nder \/ eigene Berechnungen.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat sich die Ost-West-Relation bei den Arbeitnehmerentgelten und bei den verf&uuml;gbaren Einkommen der privaten Haushalte kaum ge&auml;ndert. Aus der Entwicklung seit 1991 folgt, dass die Ann&auml;herung bei den Einkommen und anderen lebensniveaubestimmenden Indikatoren in den 1990er Jahren sichtlich vorangeschritten ist, seitdem aber weitgehend stagniert. Die Einkommen sind im Laufe der Zeit in absoluten Zahlen in Ost und West gestiegen. Dabei hat sich jedoch der absolute Abstand zwischen Ost und West vergr&ouml;&szlig;ert.<\/p>\n<p>Aufschlussreich sind die betr&auml;chtlichen Unterschiede, die bei der Angleichung der L&ouml;hne zwischen den Tarifl&ouml;hnen und den effektiven L&ouml;hnen bestehen. Das auf Grundlage von 50 Tarifbereichen\/-branchen ermittelte durchschnittliche Tarifniveau ostdeutscher Besch&auml;ftigter lag 2016 bei 97,50% des westdeutschen Niveaus. Bei den Effektivl&ouml;hnen wurden jedoch nur 83% dieses Niveaus erreicht. Zudem stagniert dieses Angleichungsniveau seit 20 Jahren &ndash; 1996 lag es bei 80%. Ein entscheidender Grund hierf&uuml;r liegt in dem niedrigeren Grad der Tarifbindung ostdeutscher Besch&auml;ftigter. (vgl. DGB Verteilungsbericht 2017, S. 29f.)<\/p>\n<p>Der bereits erw&auml;hnte Nachfrage&uuml;berhang wird vom Leibniz-Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) mit knapp 20 Prozent angegeben. Etwa in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung flie&szlig;en Finanztransfers in den Osten. Die wichtigsten Kan&auml;le hierf&uuml;r sind bisher: die Sozialversicherungssysteme, der L&auml;nderfinanzausgleich, der Solidarpakt II und die Einkommen der PendlerInnen. (Brautzsch et.al. 2014, S. 147)<\/p>\n<p>Wesentlich gr&ouml;&szlig;er als bei den Einkommen sind die Ost-West-Unterschiede bei den privaten Verm&ouml;gen. Ende der 1990er Jahre lagen die Reinverm&ouml;gen in Westdeutschland pro Kopf etwa 2,5 Mal h&ouml;her als in Ostdeutschland. Bei Immobilien waren die westdeutschen Verm&ouml;gen etwa drei Mal h&ouml;her, bei Betriebsverm&ouml;gen sind die Unterschiede noch weitaus gr&ouml;&szlig;er. (Deutsche Bundesbank 1999, S.&nbsp;4) Im Hinblick auf die Verm&ouml;gen erfolgt insgesamt kein Aufholen. Vielmehr vollzieht sich eine Parallelentwicklung, wodurch sich im Zeitverlauf zwar die statistischen Relationen verschieben, die gravierenden Niveauunterschiede aber bestehen bleiben.<\/p>\n<p>Die Angleichung der Lebensbedingungen zwischen Ost- und Westdeutschland war 1989\/90 f&uuml;r viele Menschen in der DDR ein wichtiges Motiv, die deutsche Vereinigung zu fordern und zugleich ein zentrales Ziel der Transformation. Grundlage hierf&uuml;r war die im Grundgesetz enthaltene Verpflichtung, die Einheitlichkeit der Lebensverh&auml;ltnisse im Bundesgebiet zu wahren. Bei der Frage, wie dieses Ziel zu erreichen sei, &uuml;berwog anfangs die Vorstellung, im Osten w&uuml;rde sich ein &#8222;zweites Wirtschaftswunder&#8220; ereignen und die neuen L&auml;nder k&ouml;nnten dadurch in k&uuml;rzester Frist gegen&uuml;ber den alten L&auml;ndern aufschlie&szlig;en. Die programmatischen Reden Helmut Kohls, worin er den Ostdeutschen &#8222;bl&uuml;hende Landschaften&#8220; versprach, waren von dieser Zuversicht gepr&auml;gt. Die Grundlage daf&uuml;r bildete die &Uuml;berzeugung, dass die &Uuml;bernahme der Wirtschafts- und Geldordnung der Bundesrepublik, der Eigentumsverh&auml;ltnisse und des Rechtssystems sowie die finanzielle Unterst&uuml;tzung durch &ouml;ffentliche und private Transfers ausreichen w&uuml;rden, um eine wirtschaftliche Dynamik zu initiieren, die zur Konvergenz beider Landesteile f&uuml;hren w&uuml;rde. Als sich dies &ndash; nicht zuletzt infolge der Vereinigungspolitik selbst &ndash; als unrealistisch erwies, reagierte die Politik mit einer Grundgesetz&auml;nderung: Der Passus <i>&#8222;Wahrung der Einheitlichkeit der Lebensverh&auml;ltnisse&#8220;<\/i> wurde 1994 in <i>&#8222;Herstellung gleichwertiger Lebensverh&auml;ltnisse&#8220;<\/i> (Art 72,2 GG) abge&auml;ndert. Damit wurde das Konvergenzziel aufgeweicht und der unterprivilegierte Status Ostdeutschlands dauerhaft mit dem Grundgesetz vereinbar gemacht.<\/p>\n<p>Im Jahresbericht 2013 musste die Bundesregierung einr&auml;umen, dass die Ann&auml;herung des materiellen Lebensniveaus fast zum Stillstand gekommen ist. Sie betonte deshalb, dass die Lebensverh&auml;ltnisse <i>&#8222;neben dem erreichten materiellen Wohlstandsniveau&#8220;<\/i> auch durch <i>&#8222;nicht-materielle Aspekte bestimmt&#8220; <\/i>w&uuml;rden, beispielsweise durch <i>&#8222;Bildung, Gesundheit, Freiheit und demokratische Teilhabe&#8220;. <\/i>Da die Fortschritte hier gr&ouml;&szlig;er seien als in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht, sollten sich die Konvergenzbem&uuml;hungen k&uuml;nftig st&auml;rker auf diese Bereiche konzentrieren. (BMI 2013, S. 5) Im Jahresbericht 2014 hie&szlig; es, dass die wirtschaftlich bedingten Unterschiede zwischen Ost und West auch ein Vierteljahrhundert nach der Vereinigung immer &#8222;noch erheblich&#8220; seien. Der Schluss, der hieraus gezogen wird, zielt aber nicht auf eine Verst&auml;rkung der Anstrengungen zur Beseitigung der Ursachen daf&uuml;r, sondern auf deren Akzeptanz. (BMWi 2014, S. 7)<\/p>\n<p>Insgesamt zeigt sich, <i>&#8222;dass der Transformationsprozess nach 1989 eben alles andere als glatt verlief, dass das Reden &uuml;ber Alternativlosigkeit immer auch von spezifischen Interessen begleitet war und gerade eine gegenwartsnahe Zeitgeschichte gegen&uuml;ber allzu einfachen Erz&auml;hlungen der Zeitgenossen Distanz wahren sollte. Denn: Die &ouml;konomischen Optionen waren auch 1989\/90 vielf&auml;ltig, und der Weg der Anpassung an den Kapitalismus war strittiger, als er sich in unserer Erinnerungslandschaft bislang niederschl&auml;gt. Aus der Treuhand, der marktwirtschaftlichen Traumproduzentin des raschen Gl&uuml;cks, ist &uuml;ber die Jahre eine erinnerungskulturelle &#8218;Bad Bank&#8216; geworden. Im Westen kennt sie kaum noch jemand. Im Osten dagegen ist sie, gerade f&uuml;r die Alterskohorten der &uuml;ber 40-J&auml;hrigen, Teil einer immer noch w&auml;hrenden Verlusterfahrung und Projektionsfl&auml;che f&uuml;r all das, was nach 1989 schiefgegangen ist.&#8220;<\/i> (Dietmar S&uuml;&szlig;, 2018) Der Seelsorger Hans Bartosch, der sich seit vielen Jahren mit ostdeutschen Nachwende-Biografien befasst, h&auml;lt in der ZEIT in Juli 2018 fest: <i>&#8222;Aber ich sehe jeden Tag, wie nah und frisch die Erinnerungen an diese nun schon so lange zur&uuml;ckliegende Zeit bei vielen noch immer sind. Selbst bei den J&uuml;ngeren ist das noch so. Wenn unsere Krankenpflegesch&uuml;ler und -sch&uuml;lerinnnen &ndash; die sind Anfang 20 und kennen nur das wiedervereinigte Deutschland &ndash; &uuml;ber ihre Eltern sprechen, schwanken sie zwischen Stolz auf das, was die Eltern erreicht haben, und einem Verlorensein. Dieser These, wonach sich die jungen Leute nicht mehr daf&uuml;r interessieren, muss ich ganz entschieden widersprechen. Die stimmt einfach nicht.&#8220;<\/i> (Ostdeutschland: &#8222;Viele f&uuml;hlen sich heimatlos&#8220;, in: ZEIT 28\/2018)<\/p>\n<p>Die Chancen f&uuml;r eine langfristige L&ouml;sung der ostdeutschen Entwicklungsprobleme &ndash; darunter insbesondere f&uuml;r den &Uuml;bergang zu einer selbst tragenden wirtschaftlichen Entwicklung &ndash; sind eng an die notwendige Durchsetzung eines grundlegenden Politikwechsels und eines darauf beruhenden Pfadwechsels der &ouml;konomischen, sozialen und &ouml;kologischen Entwicklung gekoppelt, in dem die Erfordernisse eines umfassenden sozial-&ouml;kologischen Umbaus in Deutschland und auch in der EU eine bestimmende Rolle spielen.<\/p>\n<p><b>KLAUS&nbsp;STEINITZ<\/b><i>&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1932, Dr. rer. oec. habil, Professor i.R.; in der DDR in Lehre und Forschung und in der Staatlichen Plankommission t&auml;tig; Mitglied der Leibniz-Soziet&auml;t der Wissenschaften; 1991 bis 2015 in der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik t&auml;tig u.a. als Koautor der Ostdeutschlandkapitel; 2005-2011 Vorsitzender des Vereins f&uuml;r politische Bildung Helle Panke &#8211; Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin; Autor mehrerer B&uuml;cher, zuletzt zusammen mit Dieter Walter: Plan &ndash; Markt &ndash; Demokratie (2014), Zukunftsf&auml;higer Sozialismus im 21.&nbsp;Jahrhundert (2018)<br \/>AXEL&nbsp;TROOST&nbsp;&nbsp; Jahrgang 1954, Dr. rer. pol., seit 1981 Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (Memorandumgruppe); 1991 bis 2003 Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des B&uuml;ro f&uuml;r Strukturforschung Rostock gGmbH; 2005 bis 2017 als MdB finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion DIE LINKE; seit 2018 Senior Fellow f&uuml;r Wirtschafts- und Europapolitik der Rosa-Luxemburg-Stiftung; stellvert. Parteivorsitzender der LINKEN. Email: <\/i><a href=\"mailto:axel.troost%40t-online.de\"><i>axel.troost@t-online.de<\/i><\/a><i>. <\/i><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"literatur\">Literatur<\/span><\/h2>\n<p>Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (2006-2009): MEMORANDEN, K&ouml;ln.<\/p>\n<p>Arbeitsgruppe unter Leitung von Thomas, Michael (2010): Leitbild &#8222;Ostdeutschland 2020&#8220;, Studie im Auftrage der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der Partei DIE LINKE in den Landtagen und im Deutschen Bundestag, Berlin.<\/p>\n<p>Arbeitskreis VGR der L&auml;nder, 2014-2017: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen f&uuml;r 2013 und 2017.<\/p>\n<p>Beckmann, Martin\/Kahrs, Horst (2013): Dienstleistungspolitik in Ostdeutschland. Memorandum zu einer Gespr&auml;chs- und Veranstaltungsreihe der Rosa-Luxemburg-Stiftung und&nbsp; ver.di, Berlin.<\/p>\n<p>BMI\/BMWi\/BMVBS\/Die Beauftragte der Bundesregierung f&uuml;r die neuen L&auml;nder (2008-2017): Jahresberichte der Bundesregierung zum Stand der deutschen Einheit, Berlin.<\/p>\n<p>B&ouml;ick, Markus (2018): Die Treuhand. Idee &ndash; Praxis &ndash; Erfahrungen 1990 &ndash; 1994, G&ouml;ttingen.<\/p>\n<p>Brautzsch, Hans-Ulrich et al. (2014): Ostdeutsche Wirtschaft: Kr&auml;ftige Konjunktur im Jahr 2014, R&uuml;ckstand gegen&uuml;ber Westdeutschland verringert sich aber kaum mehr, in: IWH: Konjunktur aktuell, Jg. 2 (3) 2014, S. 119&ndash;157.<\/p>\n<p>Brenke, Karl (2014): Ostdeutschland &ndash; ein langer Weg des wirtschaftlichen Aufholens, in: DIW Wochenbericht Nr. 40, S. 939&ndash;957.<\/p>\n<p>Busch, Ulrich (2011): Vereinigt und doch zweigeteilt: Zum Stand der deutsch-deutschen Konvergenz auf wirtschaftlichem Gebiet, in: Bohr, Kurt\/Krause, Arno (Hrsg.): 20 Jahre Deutsche Einheit. Bilanz und Perspektiven, Baden-Baden, S. 63&ndash;90.<\/p>\n<p>Busch, Ulrich\/K&uuml;hn, Wolfgang\/Steinitz, Klaus (2009): Entwicklung und Schrumpfung in Ostdeutschland, Hamburg.<\/p>\n<p>Der Parit&auml;tische Gesamtverband, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Deutscher Kulturrat, Diakonie Deutschland, Sozialverband VDK, Volkssolidarit&auml;t (2014): Gemeinsame Erkl&auml;rung. Solidarit&auml;t herstellen &ndash; Investitionen erm&ouml;glichen: F&uuml;r einen fairen und nachhaltigen L&auml;nderfinanzausgleich.<\/p>\n<p>DGB Bundesvorstand (2017): Jetzt handeln &ndash; Ungleichheit bek&auml;mpfen. Verteilungsbericht 2017, Berlin.<\/p>\n<p>Foroutan, Naika\/Kubiak, Daniel (2018): Ausschluss und Abwertung: Was Muslime und Ostdeutsche verbindet, in: Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik 07\/2018, S.&nbsp;93-102.<\/p>\n<p>Heimpold, Gerhard (2014): Zehn Fragen zur Deutschen Einheit, in: IWH: Wirtschaft im Wandel, Jg. 20 (3), S. 50-53.<\/p>\n<p>Heske, Gerhard (2005): Bruttoinlandsprodukt, Verbrauch und Erwerbst&auml;tigkeit in Ostdeutschland 1970&ndash;2000. Neue Ergebnisse einer volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, in: Historische Sozialforschung. Supplement Nr. 17, K&ouml;ln.<\/p>\n<p>Hickel, Rudolf\/Priewe, Jan (1994): Nach dem Fehlstart. &Ouml;konomische Perspektiven der deutschen Einigung, Frankfurt\/Main.<\/p>\n<p>IAB (2014): Entwicklung der regionalen Lohnkonvergenz in Deutschland 1993-2012, in: IAB-Kurzbericht 17\/2014.<\/p>\n<p>IAB (2016), Betriebspanel 2015, Ostdeutschland. Ergebnisse der 20. Welle, Berlin.<\/p>\n<p>IAB (2017), Produktivit&auml;tsunterschiede zwischen West- und Ostdeutschland und m&ouml;gliche Erkl&auml;rungsfaktoren; Forschungsbericht 16\/20, Berlin.<\/p>\n<p>IW &#8211; Institut der deutschen Wirtschaft K&ouml;ln (1990): Wirtschaftliche und soziale Perspektiven der deutschen Einheit (Gutachten), K&ouml;ln.<\/p>\n<p>IWH &#8211; Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung Halle (2011): Wirtschaftlicher Stand und Perspektiven f&uuml;r Ostdeutschland. Studie im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, Halle.<\/p>\n<p>IWH\/TU Dresden\/ifo Institut (2006): Demographische Entwicklung in Deutschland. Forschungsauftrag des BMWi (Projekt 27\/04), Endbericht, Halle.<\/p>\n<p>Kurtzke, Wilfried\/Quai&szlig;er, Gunter (Hg.) (2014): Alternative Wirtschaftspolitik &ndash; Tro(o)st in Theorie und Politik, Marburg.<\/p>\n<p>Ludwig, Udo (2017): Der Neuaufbau der Wirtschaft, in: Schneider, J&uuml;rgen (Hrsg.), Einigkeit, Recht und Freiheit, 25 Jahre deutsche Wiedervereinigung (1990-2015), Kapitel VI: Die f&uuml;nf neuen Bundesl&auml;nder nach der Wiedervereinigung: Eine &ouml;konomische und &ouml;kologische Zwischenbilanz (1990-2015). Beitr&auml;ge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Band 132.3.<\/p>\n<p>Luft, Christa (1992): Treuhandreport. Berlin<\/p>\n<p>Jana Hensel (2018): &#8222;Viele f&uuml;hlen sich heimatlos&#8220;. Was liegt den Ostdeutschen auf der Seele?, in: Die ZEIT Nr. 28 v. 5.7.2018.<\/p>\n<p>Roesler, J&ouml;rg (2005): Die Treuhandpolitik, in: Bahrmann, Hannes\/Links, Christoph (Hrsg.), Am Ziel vorbei. Die deutsche Einheit &ndash; eine Zwischenbilanz, Berlin.<\/p>\n<p>Roesler, J&ouml;rg (2014): Ostdeutschland seit 1990: Vom sozialistischen Industriestaat zur verl&auml;ngerten Werkbank im Hauptland des europ&auml;ischen Kapitalismus, in: Z. Nr. 99.<\/p>\n<p>Scheufele, R.\/Ludwig, U. (2009): Der lange Weg der Konvergenz, in: Wirtschaft im Wandel Nr. 10, S. 400&ndash;407.<\/p>\n<p>Statistische &Auml;mter des Bundes und der L&auml;nder (2011): Demografischer Wandel in Deutschland, Heft 1: Bev&ouml;lkerungs- und Haushaltsentwicklung im Bund und in den L&auml;ndern, Wiesbaden.<\/p>\n<p>Statistisches Bundesamt (2013): 12. Koordinierte Bev&ouml;lkerungsvorausberechnung, Wiesbaden.<\/p>\n<p>S&uuml;&szlig;, Dietmar (2018): Anstalt der Abenteurer. Marcus B&ouml;ick hat eine gl&auml;nzende Abhandlung &uuml;ber das &bdquo;Privatisierungsmonster&ldquo; Treuhand geschrieben. S&uuml;ddeutsche Zeitung v. 8.7.2018<\/p>\n<p>Winkler, Gunnar (2015): Die deutsche Vereinigung &#8211; 1989 bis 2015. Positionen der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger. 25 Jahre Sozialanalysen. Hrsg. von Volkssolidarit&auml;t Bundesverband e.V., Berlin.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"anmerkungen\">Anmerkungen<\/span><\/h2>\n<p>1 Der Beitrag st&uuml;tzt sich u.a. auf das letzte zusammenfassende Kapitel zur ostdeutschen Entwicklung im MEMORANDUM 2015 der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik. Dieses Kapitel beruht auf einer Ausarbeitung von Ulrich Busch.<\/p>\n<p>2 Die folgenden quantitativen Angaben beruhen vor allem auf den Daten des Statistischen Bundesamtes, Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der L&auml;nder; Ergebnissen der Umrechnung der Daten der DDR-Statistik auf die in der Bundesrepublik angewandte Methodik (Heske 2005); Ver&ouml;ffentlichungen des Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung Halle (IWH 2011); von Ludwig (Ludwig 2017) sowie den Jahresberichten der Bundesregierung zum Stand der deutschen Einheit. Die Neuen Bundesl&auml;nder sind jeweils ohne Berlin gerechnet.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[667],"autoren":[1511,1510],"publikationen":[879],"class_list":["post-8563","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vorgaenge-artikel","autoren-axel-troost","autoren-klaus-steinitz","publikationen-879"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ostdeutschland heute - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Ostdeutschland heute - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die widerspr&uuml;chliche Entwicklung Ostdeutschlands seit dem Herbst 1989[1]. In: vorg&auml;nge Nr. 224 (4\/2018), S. 7 &#8211; 23 Die Erfolge der AfD insbesondere in den neuen Bundesl&auml;ndern (vorher schon die NPD in Sachsen) wirft die Frage auf: warum gerade hier? Hat dies etwas mit der wirtschaftlichen Entwicklung in den Jahren nach der Vereinigung zu tun? Um [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-30T13:42:58+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"37\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/ostdeutschland-heute-1\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/ostdeutschland-heute-1\\\/\",\"name\":\"Ostdeutschland heute - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2018-11-22T22:00:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-30T13:42:58+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/ostdeutschland-heute-1\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/ostdeutschland-heute-1\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/publikation\\\/ostdeutschland-heute-1\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Publikationen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"vorg\u00e4nge\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"vorg\u00e4nge Nr. 224: Der Osten als Vorreiter? Rechtspopulismus im Gefolge wirtschaftlicher und politischer Umbr\u00fcche\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/publikationen\\\/vorgaenge\\\/224\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Ostdeutschland heute\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Ostdeutschland heute - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Ostdeutschland heute - Humanistische Union","og_description":"Die widerspr&uuml;chliche Entwicklung Ostdeutschlands seit dem Herbst 1989[1]. In: vorg&auml;nge Nr. 224 (4\/2018), S. 7 &#8211; 23 Die Erfolge der AfD insbesondere in den neuen Bundesl&auml;ndern (vorher schon die NPD in Sachsen) wirft die Frage auf: warum gerade hier? Hat dies etwas mit der wirtschaftlichen Entwicklung in den Jahren nach der Vereinigung zu tun? Um [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-30T13:42:58+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"37\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/","name":"Ostdeutschland heute - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2018-11-22T22:00:00+00:00","dateModified":"2021-08-30T13:42:58+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/publikation\/ostdeutschland-heute-1\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Publikationen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"vorg\u00e4nge","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"vorg\u00e4nge Nr. 224: Der Osten als Vorreiter? Rechtspopulismus im Gefolge wirtschaftlicher und politischer Umbr\u00fcche","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/224\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Ostdeutschland heute"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation\/8563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikation"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/publikation"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=8563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=8563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=8563"},{"taxonomy":"autoren","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/autoren?post=8563"},{"taxonomy":"publikationen","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/publikationen?post=8563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}