{"id":8915,"date":"2014-01-23T19:00:00","date_gmt":"2014-01-23T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/datenschutz-im-verein-umgang-mit-adressdaten\/"},"modified":"2021-08-24T21:56:18","modified_gmt":"2021-08-24T19:56:18","slug":"datenschutz-im-verein-umgang-mit-adressdaten","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/222\/publikation\/datenschutz-im-verein-umgang-mit-adressdaten\/","title":{"rendered":"Datenschutz im Verein: Umgang mit Adressdaten"},"content":{"rendered":"<p>Mitteilungen Nr. 222 (3\/2013), S. 13-15<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"hinweis-auf-adressmissbrauch\">Hinweis auf Adress&shy;miss&shy;brauch<\/span><\/h2>\n<p>Es begann am 25. November 2013 um 17.44 Uhr: In einer Rundmail schrieb ein anonym auftretender Absender zahlreiche Mitglieder und SympathisantInnen der Humanistischen Union (HU) an. Unter dem K\u00fcrzel <i>&#8222;J\u00fcrgen S.&#8220; <\/i>machte er auf ein k\u00fcrzlich erschienenes Interview in der Zeitschrift MIZ aufmerksam, in dem der im Fr\u00fchjahr aus der HU ausgetretene Peter Menne \u00fcber die angebliche &#8222;religi\u00f6se Wende&#8220; der HU wettert.<\/p>\n<p>Gegen derlei Kritik oder Werbung ist prinzipiell nichts einzuwenden &#8211; wenn die Empf\u00e4ngerInnen damit einverstanden und die Adressdaten legal verf\u00fcgbar sind. Beides traf f\u00fcr zahlreiche Empf\u00e4ngerInnen nicht zu. Jene wandten sich prompt an die HU-Bundesgesch\u00e4ftsstelle und baten um eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, wie ihre Daten an <i>&#8222;J\u00fcrgen S.&#8220;<\/i> gelangten. Die Zusammensetzung des (sichtbaren Teils des) Verteilers lie\u00df schnell darauf schlie\u00dfen, dass ein gro\u00dfer Teil der Adressdaten aus dem Bestand der HU-Vereinsverwaltung stammt. Daf\u00fcr gab es mehrere Indizien, u.a. enthielt die Liste zahlreiche Mitglieder\/SympathisantInnen der HU, speziell aus dem s\u00fcdhessischen Bereich; ebenso deuten einzelne Adresskombinationen und externe Adressen darauf hin.<\/p>\n<p>Nicht genug damit, dass hier offenbar HU-Adressdaten f\u00fcr fremde Zwecke missbraucht wurden. Der Absender hatte mit seiner Nachricht die Adressdaten auch ver\u00f6ffentlicht: 246 Mailadressen waren als offene Empf\u00e4nger eingetragen, so dass zumindest diese Namen bzw. Mailadressen mutma\u00dflicher HU-Mitglieder f\u00fcr alle anderen einsehbar waren. Da nicht bekannt war, ob und wenn ja \u00fcber welche weiteren personenbezogenen Daten der Absender ggf. verf\u00fcgt, bem\u00fchte sich die HU-Gesch\u00e4ftsstelle gemeinsam mit dem Vorstand um eine rasche Aufkl\u00e4rung des Vorfalls.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"bemuehungen-um-aufklaerung\">Bem&uuml;hungen um Aufkl&auml;rung<\/span><\/h2>\n<p>Nach eingehender Pr\u00fcfung der Empf\u00e4ngerliste konnten die HU-MitarbeiterInnen weitgehend ausschlie\u00dfen, dass die von <i>&#8222;J\u00fcrgen S.&#8220; <\/i>genutzten Daten direkt aus der Gesch\u00e4ftsstelle entwendet wurden. Einerseits war die Adressliste im Vergleich zum Datenbestand der Gesch\u00e4ftsstelle nicht vollst\u00e4ndig; andererseits enthielt sie Adressen (wie die der Bewegungsstiftung), die bei uns nicht erfasst sind. Ein &#8222;Datenleck&#8220; in der Gesch\u00e4ftsstelle schied also aus.<\/p>\n<p>Dennoch schalteten wir umgehend den Berliner Datenschutzbeauftragten ein, um ihn auf den Vorfall hinzuweisen und Hinweise zum weiteren Vorgehen zu erfragen.<\/p>\n<p>Am 27.11. forderte der HU-Vorsitzende den Absender auf, keine weiteren Daten von HU-Mitgliedern gegen\u00fcber Dritten zu ver\u00f6ffentlichen; sich zur Herkunft der Adressdaten zu erkl\u00e4ren und diese ggf. zu l\u00f6schen. Darauf erfolgte keine Antwort an die HU, wohl aber gegen\u00fcber einem Adressaten, der sich direkt an den Absender gewandt hatte.<i> &#8222;J\u00fcrgen S.&#8220;<\/i> erweckte in seiner Antwort vom 28.11.2013 &#8211; die er erneut an den ganzen, \u00f6ffentlich einsehbaren Verteiler verschickte &#8211; den Eindruck, er habe die Adressdaten von einer Mitarbeiterin des Vereins erhalten.<\/p>\n<p>Diese Behauptung ist falsch, wie die Pr\u00fcfung der Bundesgesch\u00e4ftsstelle ergab. Gerade die hessischen Adresseintr\u00e4ge auf der Liste, bei denen es sich z.T. um 2012 eingetretene Mitglieder handelte, wurden gem\u00e4\u00df Art.\u00a04 der HU-Datenschutzordnung in den letzten Jahren ausschlie\u00dflich an den damals zust\u00e4ndigen Ortsverbandsvorsitzenden (Peter Menne) \u00fcbermittelt. Zudem behauptete <i>&#8222;J\u00fcrgen S.&#8220;, <\/i>die Daten zu einem Zeitpunkt erhalten zu haben, an dem die genannte Mitarbeiterin noch gar nicht bei der HU besch\u00e4ftigt war.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens durch diese falschen Behauptungen wurde eine zweite hinter den Rundmails stehende Absicht deutlich: die Glaubw\u00fcrdigkeit der HU als Datenschutzorganisation infrage zu stellen. Hinzu kommt, das beide Nachrichten an MitarbeiterInnen der Bewegungsstiftung geschickt wurden. Jene Stiftung f\u00f6rdert die Arbeit der HU seit 2013. Vergleichbare Versuche, den Verein bzw. den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei unseren Geldgebern anzuschw\u00e4rzen, gab es bereits Ende 2012 &#8211; damals aus dem Umfeld Peter Mennes.<\/p>\n<p>Nach der gescheiterten Kl\u00e4rung mit <i>&#8222;J\u00fcrgen S.&#8220;<\/i> und dem Zusammenstellen aller Informationen erstattete der HU-Vorsitzende, Werner Koep-Kerstin, Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts der missbr\u00e4uchlichen Weitergabe und Verwendung personenbezogener Daten aus unserer Vereinsverwaltung (\u00a7\u00a044 Abs.\u00a01 BDSG) bei der Berliner Polizei. Die Ermittlungsbeh\u00f6rde wurde zugleich gebeten, sich auf die Ermittlung der Identit\u00e4t zu beschr\u00e4nken und evtl. vorhandene TK-Verkehrsdaten nicht zu nutzen. Zudem meldete die HU den Vorfall beim Berliner sowie beim Hessischen Datenschutzbeauftragten. Den drei Beh\u00f6rden wurden alle vorhandenen Indizien auf die mutma\u00dfliche Identit\u00e4t des Absenders sowie desjenigen (Ex-)Mitglieds genannt, das vermutlich <i>&#8222;J\u00fcrgen S.&#8220; <\/i>die Daten zur Verf\u00fcgung stellte. Der Hessische Datenschutzbeauftragte hat beide Personen zur Stellungnahme aufgefordert, die Ermittlungen der Polizei dauern an.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"konsequenzen\">Konsequenzen<\/span><\/h2>\n<p>Was kann und sollte die HU aus diesem Vorfall lernen, wie l\u00e4sst sich eine Wiederholung vermeiden? Zum einen wird die Gesch\u00e4ftsstelle noch st\u00e4rker als bisher auf die Einhaltung unserer Datenschutzordnung achten. F\u00fcr die Regionalgruppen hei\u00dft das konkret:<\/p>\n<p>* Wir versenden die Adressdaten von Mitgliedern und Interessierten weiterhin ausschlie\u00dflich an daf\u00fcr zust\u00e4ndige Kontaktleute der Regionalgruppen. Der Versand erfolgt in Papierform oder bei elektronischen Daten ausschlie\u00dflich verschl\u00fcsselt.<\/p>\n<p>* Alle Personen, die solche Daten empfangen bzw. verarbeiten, m\u00fcssen vorher gegen\u00fcber der Gesch\u00e4ftsstelle eine Verpflichtungserkl\u00e4rung gem. \u00a7\u00a05 BDSG abgeben. Darin erkl\u00e4ren sie, dass sie diese Daten nicht an Dritte weitergeben, nicht f\u00fcr vereinsfremde Zwecke nutzen und nach der Beendigung ihrer T\u00e4tigkeit f\u00fcr die HU die Daten unverz\u00fcglich l\u00f6schen bzw. herausgeben.<\/p>\n<p>* Die Bundesgesch\u00e4ftsstelle wird von Mitgliedern, die ihre Funktion im Regionalverband beenden, k\u00fcnftig eine verbindliche Erkl\u00e4rung \u00fcber die L\u00f6schung\/Herausgabe zuvor erhaltener Adressdaten einfordern. (Eine entsprechende Aufforderung an Peter Menne erging am 27.2.2013 &#8211; bisher ohne Reaktion.)<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hat die HU die Datenschutzbeauftragten um Tipps gebeten, wie durch geeignete organisatorische\/technische Ma\u00dfnahmen ein derartiger Missbrauch erschwert oder verhindert werden kann. Dazu gab es einen konkreten Vorschlag: Die Rundsendungen an Mitglieder k\u00f6nnten grunds\u00e4tzlich \u00fcber einen Mailinglistenserver versendet werden. Die zust\u00e4ndigen Mitglieder der Regionalgruppen h\u00e4tten dann lediglich die (zeitweise) Berechtigung, Nachrichten an vorher bestimmte Adressatenkreise zu verschicken &#8211; aber keinen Komplettzugriff auf die Daten. Ob eine solche L\u00f6sung praktikabel und w\u00fcnschenswert ist, sollten wir mit allen Aktiven in den Regionalgruppen, aber auch mit der gesamten Mitgliedschaft diskutieren. Auch andere Vorschl\u00e4ge zum Datenschutzmanagement in der HU sind nat\u00fcrlich herzlich willkommen.<\/p>\n<p><i>Mitglieder, die ebenfalls zu den Empf\u00e4ngerInnen der Rundmails von J\u00fcrgen S. geh\u00f6rten, aber bisher keine Benachrichtigung der Bundesgesch\u00e4ftsstelle hier\u00fcber erhalten haben (u.U. war ihre Adresse nicht sichtbar), k\u00f6nnen die Erkl\u00e4rungen und Informationen in der Gesch\u00e4ftsstelle abrufen.<br \/><\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[770],"autoren":[139],"publikationen":[915],"class_list":["post-8915","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-verbandsnachrichten","autoren-sven-lueders","publikationen-915"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Datenschutz im Verein: Umgang mit Adressdaten - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/222\/publikation\/datenschutz-im-verein-umgang-mit-adressdaten\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Datenschutz im Verein: Umgang mit Adressdaten - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Mitteilungen Nr. 222 (3\/2013), S. 13-15 Hinweis auf Adress&shy;miss&shy;brauch Es begann am 25. 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