{"id":8969,"date":"2012-12-18T18:50:00","date_gmt":"2012-12-18T17:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/eine-neue-namensdiskussion-nicht-schon-wieder\/"},"modified":"2021-08-24T21:55:53","modified_gmt":"2021-08-24T19:55:53","slug":"eine-neue-namensdiskussion-nicht-schon-wieder","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/218-219\/publikation\/eine-neue-namensdiskussion-nicht-schon-wieder\/","title":{"rendered":"Eine neue Namensdiskussion? Nicht schon wieder!"},"content":{"rendered":"<p>Mitteilungen Nr. 218\/219 (Heft 3\/4 2012), S. 24\/25<\/p>\n<p>In der letzten Ausgabe der Mitteilungen (Nr. 217) sind zwei Beitr\u00e4ge von Gerhard Saborowski. ver\u00f6ffentlicht, mit denen er sich f\u00fcr eine Abstimmung \u00fcber einen neuen Vereinsnamen einsetzt. Dass \u00fcber diese Frage in einer rechtsg\u00fcltigen Urabstimmung entschieden worden ist, und zwar mit dem Ergebnis, dass es bei dem Namen Humanistische Union bleibt, weil die vorgeschlagene Namens\u00e4nderung bei der Urabstimmung nicht die erforderliche Mehrheit bekommen hat, wird dabei von Gerhard Saborowski allerdings gar nicht erw\u00e4hnt und scheint in seinen \u00dcberlegungen auch keine Rolle zu spielen.<\/p>\n<p>Das Dreier-Gremium, das auf Antrag von Gerhard Saborowski auf der letzten DK eingesetzt wurde, hatte den Auftrag, f\u00fcr einen Zusatz zum Namen Humanistische Union Vorschl\u00e4ge zu machen, nicht aber, Vorschl\u00e4ge f\u00fcr einen neuen Namen zu machen und damit die Namensdiskussion wieder von vorne zu beginnen. Es hat sich im \u00fcbrigen auch an diesen Auftrag gehalten und, einem Vorschlag von Gerd Pflaumer folgend, zwei Vorschl\u00e4ge einer Namenserg\u00e4nzung vorgelegt. Der Vorschlag, den bestehenden Namen der HU mit einem kl\u00e4renden Zusatz zu versehen, war ein Vorschlag zur G\u00fcte, der darauf abzielte, durch einen kl\u00e4renden Zusatz zu dem Namen unseres Vereins das Bedenken auszur\u00e4umen, dass unser Name uns nicht eindeutig als B\u00fcrgerrechtsorganisation erkennen lie\u00dfe. <br \/>Die Bemerkungen, die Gerhard Saborowski an das Ende seiner zweiten l\u00e4ngeren Ausf\u00fchrungen gesetzt hat, enthalten in nuce sein Hauptargument. Ich setze sie daher w\u00f6rtlich hierher und setze mich dann mit seinen Argumenten auseinander:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\"><i>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich zu dem Namensvorschlag des Gremiums (&#8222;Humanistische Union f\u00fcr B\u00fcrgerrechte&#8220;) noch folgendes bemerken: In der Pr\u00e4ambel und im \u00a7 5 des Verschmelzungsvertrags zwischen der Humanistischen Union und der Gustav-Heinemann Initiative (HU-Mitteilungen Nr. 205\/206, S. 26) ist nicht davon die Rede, dass der bisherige Vereinsname Humanistische Union um einen Zusatz erg\u00e4nzt werden sollte. Vielmehr sollten sich die Mitglieder von HU und GHI nach dem Zusammenschluss in einer Urabstimmung auf einen neuen Namen verst\u00e4ndigen. Da wir uns als B\u00fcrgerrechtsorganisation stets f\u00fcr die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien im staatlichen Bereich einsetzen, sollten wir auch verbandsintern den Rechtsgrundsatz &#8222;pacta sunt servanda&#8220; beachten &#8211; Vertr\u00e4ge sind einzuhalten.<\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ein Au\u00dfenstehender oder auch ein Vereinsmitglied, das nicht den Vorlauf der jetzigen Beschlusslage kennt, muss bei der Lekt\u00fcre dieses Textes den Eindruck gewinnen, hier versuche ein omin\u00f6ses Gremium durch eine von ihm vorgeschlagene Formulierung, die auf eine blo\u00dfen Erg\u00e4nzung des Vereinsnamens hinausl\u00e4uft, eine Zusage an die GHI zu umgehen, der doch ein neuer Vereinsname in Aussicht gestellt worden sei. Und er muss \u00fcberdies den Eindruck gewinnen, dass die zugesagte Abstimmung\/Entscheidung noch gar nicht stattgefunden hat. Kein Wort davon, dass die Vorschl\u00e4ge dieses Gremiums sich auf die Beschlusslage beziehen, die eben nach erfolgter Urabstimmung eine Beibehaltung des bisherigen Namens Humanistische Union beinhaltet. Eine derartige Darstellung ist auch diesem Gremium gegen\u00fcber, das den erteilten Auftrag korrekt ausgef\u00fchrt hat, einigerma\u00dfen unfair. Sie ist aber auch in rechtlicher Hinsicht nicht zu halten.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\">Was wurde der GHI zugesagt?<\/h2>\n<p>Gerhard Saborowski beruft sich auf den Verschmelzungsvertrag zwischen HU und GHI. Dort hei\u00dft es in der Pr\u00e4ambel:<\/p>\n<p><i>&#8222;Die Mitglieder von HU und GHI werden sich nach dem Zusammenschluss in einer Urabstimmung auf einen neuen Namen f\u00fcr ihre Organisation verst\u00e4ndigen.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>und im \u00a7 5<\/p>\n<p><i>&#8222;Bis zu einer Entscheidung \u00fcber einen neuen Namen f\u00fcgt die HU ihrem Namen den Untertitel bei &#8218;Vereinigt mit der Gustav Heinemann-lnitiative&#8216;.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Gerhard Saborowski m\u00f6chte diese Formulierungen offenbar so verstehen, dass der GHI hier von unserem Vorstand, der ja die Verhandlungen \u00fcber den Verschmelzungsvertrag gef\u00fchrt hat, zugesagt worden ist, dass es demn\u00e4chst einen neuen Namen f\u00fcr die Organisation geben w\u00fcrde. Tats\u00e4chlich hat der Vorstand mit der Formulierung der Pr\u00e4ambel aber nur eine Urabstimmung \u00fcber einen neuen Namen zugesagt, nicht aber, dass es dann auch einen neuen Namen geben wird. H\u00e4tte der Vorstand dar\u00fcber eine Zusage gemacht oder m\u00fcsste die zitierte Formulierung so verstanden werden, dann h\u00e4tte der Vorstand seine Befugnisse \u00fcberschritten und rechtswidrig gehandelt. Denn der Vorstand kann verbindliche Zusagen nur zu den Dingen machen, die in seiner Entscheidungskompetenz liegen. Dazu geh\u00f6rt die Entscheidung \u00fcber eine Satzungs\u00e4nderung, und die \u00c4nderung des Vereinsnamens ist eine Satzungs\u00e4nderung, nun einmal nicht.<\/p>\n<p>Eine rechtswidrige \u00dcberschreitung seiner Kompetenzen sollten wir einem Vorstand, in dem doch einige kompetente JuristInnen sitzen, nicht ohne Not unterstellen. Die Zusage des Vorstandes hinsichtlich des Namens stand damit unter dem Vorbehalt einer Zustimmung der Mitgliedschaft in einer Urabstimmung. Sowenig wie eine Regierung, die mit einem anderen Staat einen Staatsvertrag schlie\u00dft, diesem Staat Zusagen machen kann, wenn ein solcher Vertrag einer Ratifizierung durch das Parlament bedarf, sowenig kann ein Vorstand eines Vereins einem anderen Verein eine Zusage in einer Frage machen, deren Entscheidung nicht in seine Kompetenz f\u00e4llt, sondern in die eines anderen Verbandsorgans, hier der Mitgliedschaft. Der Vorstand war jederzeit befugt, eine Zusage \u00fcber eine Urabstimmung zu geben, und er hatte auch jedes Recht, im Vorlauf dieser Urabstimmung f\u00fcr die Namens\u00e4nderung zu werben, nur eine Zusage, dass unsere Organisation sich demn\u00e4chst einen neuen Namen geben werde, konnte er nicht machen.<\/p>\n<p>Daher sind die Formulierungen im Verschmelzungsvertrag auch so zu verstehen, dass der GHI nicht ein neuer Name des Vereins, sondern nur eine Abstimmung \u00fcber eine Namens\u00e4nderung in Aussicht gestellt worden ist. Gl\u00fccklicherweise ist die Wendung im \u00a7 5 des Vertrages selbst da etwas klarer, denn mit dem Begriff der Entscheidung (\u00fcber einen neuen Namen) ist doch sofort die Vorstellung verbunden, dass sie so oder so ausfallen kann.<\/p>\n<p>Festzuhalten bleibt jedenfalls, dass der GHI, weil ihr etwas anderes auch gar nicht zugesagt werden konnte, nur eine Zusage \u00fcber ein Verfahren zur Namens\u00e4nderung gemacht worden ist,\u00a0 denn das zu beschlie\u00dfen liegt in der Macht des Vorstandes. Da dieses Verfahren, die Urabstimmung, durchgef\u00fchrt worden ist, mit dem bekannten negativen Ergebnis, ist die der GHI gegebene Zusage eingel\u00f6st worden. Der Vorwurf von Gerhard Saborowski, wir w\u00fcrden verbandsintern den Rechtsgrundsatz &#8222;<i>pacta sunt servanda<\/i>&#8220; &#8211; Vertr\u00e4ge sind einzuhalten &#8211; nicht beachten, ist daher unberechtigt und unfair. Eine Zusage, der Vorstand m\u00fcsse die Mitgliedschaft so lange mit Urabstimmungen zwiebeln, bis das von ihm gew\u00fcnschte Ergebnis, Tilgung des bisherigen Namens herauskommt, l\u00e4sst sich aus den Wendungen des Vertrages nicht herauslesen. Eine Wiederholung dieser Abstimmung w\u00e4re nur dann geboten und berechtigt, wenn sich geltend machen lie\u00dfe, dass die stattgehabte Abstimmung aus bestimmten Gr\u00fcnden nicht korrekt durchgef\u00fchrt worden ist, etwa weil Fristen nicht eingehalten worden sind etc. Das ist aber von niemandem behauptet worden. Der Hinweis auf das knappe Ergebnis ist jedenfalls dazu nicht ausreichend. Knapp daneben, ist eben auch vorbei.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\">B&uuml;rger&shy;rechts&shy;union &ndash; der sichere Weg ins politische Abseits!<\/h2>\n<p>Auch wenn ich einem Versuch, die Urabstimmung \u00fcber die Namens\u00e4nderung zu wiederholen, nachdr\u00fccklich entgegentreten werde, m\u00f6chte ich doch noch ein Wort zu dem Namen sagen, der von Gerhard Saborowski nunmehr favorisiert wird: B\u00fcrgerrechtsunion. Die gleiche Anzahl an Buchstaben, die in den Augen von Gerhard Saborowski f\u00fcr seinen Vorschlag spricht, erscheint mir unwichtig angesichts der Konnotationen, die mit diesem Begriff verbunden werden d\u00fcrften. In Deutschland ist der Begriff Union (anders als in den angels\u00e4chsischen L\u00e4ndern, in denen die <i>union<\/i> eine Gewerkschaft ist) durch die N\u00e4he zu den C-Parteien semantisch kontaminiert. Nicht nur, dass diese beiden Parteien den Titel &#8218;Union&#8216; statt Partei gew\u00e4hlt haben, da gibt es auch noch eine Junge Union, eine Frauenunion und eine Seniorenunion. In der Zusammensetzung Humanistische Union sch\u00fctzt uns das Adjektiv humanistisch, das einen Gegensatz zu christlich ausdr\u00fcckt, davor, in die N\u00e4he der Union ger\u00fcckt zu werden. Aber in der Zusammensetzung mit B\u00fcrger(recht) w\u00fcrde ein solcher Name uns schnell in die N\u00e4he der b\u00fcrgerlichen Parteien bringen. Wir w\u00fcrden damit als &#8222;unionsnah&#8220; erscheinen. Es w\u00e4re wohl der erste Schritt in die komplette politische Bedeutungslosigkeit!\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><i>Theodor Ebert, Erlangen<\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[2535],"autoren":[505],"publikationen":[920],"class_list":["post-8969","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vereinsname","autoren-theodor-ebert","publikationen-218-219"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Eine neue Namensdiskussion? 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