{"id":8974,"date":"2012-12-18T18:00:00","date_gmt":"2012-12-18T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/leserinnenbriefe\/"},"modified":"2021-08-30T15:41:35","modified_gmt":"2021-08-30T13:41:35","slug":"leserinnenbriefe","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/218-219\/publikation\/leserinnenbriefe\/","title":{"rendered":"LeserInnenbriefe"},"content":{"rendered":"<p>Mitteilungen Nr. 218\/219 (Heft 3\/4 2012), S. 28<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\">Betrifft: Papst-Rede im Deutschen Bundestag<\/h2>\n<p><i>Zu: Johann-Albrecht Haupt: Was hat der Papst den Abgeordneten, was hat er uns zu sagen? Eine Nachlese zur Rede von Kardinal Ratzinger vor dem Deutschen Bundestag. Mitteilungen Nr. 215\/216, S. 16ff. <\/i><\/p>\n<p>Als langj&auml;hriges HU-Mitglied freue ich mich immer wieder &uuml;ber die kritisch-aufkl&auml;rerischen Artikel von Johann-Albecht Haupt! In seinem erhellenden Bericht &uuml;ber die Rede des Papstes vor Abgeordneten des Deutschen Bundestages ist ihm allerdings ein kleiner Fehler unterlaufen, den ich hiermit korrigieren m&ouml;chte: Der von ihm &ndash; Kardinal Ratzinger zitierend &ndash; genannte Wissenschaftler hei&szlig;t nicht Hermann Kelsen, sondern Hans Kelsen, der sich nicht hoch genug einzusch&auml;tzende Verdienste auf dem Gebiet der Installierung von positiv legitimierten Normen und Werten erworben hat, worauf ja auch Herr Haupt hingewiesen hat. Hans Kelsen war einer der ersten, der die soziomorphe Interpretation des Kosmos insbesondere in seiner grundlegenden Untersuchung &bdquo;Society and Nature&ldquo;aufgedeckt und die sog. &bdquo;Naturrechtslehre&ldquo; einer vernichtenden Kritik unterzogen hat. [&#8230;]<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit hat das (scholastische) Naturrecht zur Rechtfertigung der verschiedensten Formen der Unfreiheit einschlie&szlig;lich der Sklaverei und des Menschenhandels gedient. Noch im 19. Jahrhundert wurde die Forderung nach demokratischen Freiheitsrechten und den Menschenrechten erbittert bek&auml;mpft! (siehe auch die Enzykliken &bdquo;Mirari vos&ldquo; vom 15.8.1832, &bdquo;Quanta aura&ldquo; vom 8.12.1864 und &bdquo;Libertas praestantissimum&ldquo; vom 20.6.1888)<\/p>\n<p>Es sollte vielleicht noch erw&auml;hnt werden, dass auch die von Ratzinger als &bdquo;Gew&auml;hrsquelle&ldquo; angef&uuml;hrte Stoa auf die chald&auml;isch-persische Mythologie des &bdquo;Sternenstaates&ldquo; zur&uuml;ckgeht. &ndash; Doch von alledem will der &bdquo;Gelehrte&ldquo; Ratzinger nichts wissen, was aber &uuml;bliche Praxis in einer Ideologie ist, die sich kritisch-rationale Argumente unter allen Umst&auml;nden vom Leibe halten will!<br \/>Ich m&ouml;chte an dieser Stelle noch einmal Herrn Haupt f&uuml;r die kontinuierlichen Kirchen-\/Religionskritiken danken, weil sie einen ganz wesentlichen Bestandteil im Selbstverst&auml;ndnis der HU darstellen!<\/p>\n<p><i>Gerd Kreuz, Dortmund<\/i><\/p>\n<h2 class=\"auto-created\">Integra&shy;ti&shy;ons&shy;pro&shy;bleme mit der GHI<\/h2>\n<p>Als seit Jahrzehnten aktives Mitglied der Humanistischen Union m&ouml;chte ich hiermit meinen Unmut kundtun. Die Fusion der GHI mit der HU ist ohne ausreichende Debatte und ohne Mitgliederbefragung auf wenig demokratische Art und Weise im Hau-Ruck-Verfahren betrieben worden. Ich schlie&szlig;e mich der Bewertung von Theodor Ebert auf der Delegiertenkonferenz 2009 an, da&szlig; mit der Verschmelzung der GHI mit der HU ein Kuckucksei gelegt wird. Das hat sich hier im Ortsverband Frankfurt bewahrheitet. Frau Roitsch-Wittkowsky vom Bundesvorstand interessiert sich nicht f&uuml;r unsere Aktivit&auml;ten und nimmt schon lange nicht mehr an unseren regelm&auml;&szlig;igen Treffen teil. Die HU steht f&uuml;r eine kirchenkritische Haltung und f&uuml;r die Werte der Aufkl&auml;rung. Das war das Anliegen des Gr&uuml;nder-Vaters Gerhard Szczesny* und auch der aktiven HU-Mitglieder. Das Wort Aufkl&auml;rung darf aus dem Wortschatz der HU nicht verschwinden. Die GHI scheint ganz andere Ziele zu haben, die mit denen der HU schwer zu vereinbaren sind. Um nur ein Beispiel zu nennen: unser verstorbener fr&uuml;herer stv. Ortsvorsitzende Karl Bergmann k&auml;mpfte &ndash; z.B. auf &ouml;ffentlichen Podien &ndash; f&uuml;r die Abschaffung des Religionsunterrichts an &ouml;ffentlichen Schulen, w&auml;hrend die ex-GHI jetzt auch noch islamischen Religionsunterricht dazupacken will.<\/p>\n<p>Seit der Fusion wird jetzt schon wieder eine Namens-Debatte gef&uuml;hrt, die zweite in drei Jahren. Manche sollten zu Kenntnis nehmen, dass die HU ein Markenzeichen ist. Wer die Presse verfolgt, sollte das mitbekommen haben. Ich bin daf&uuml;r, diesen erfolgreichen Namen ohne Zusatz beizubehalten, weil er sich bew&auml;hrt und gut eingepr&auml;gt hat.<\/p>\n<p>Au&szlig;erdem schlage ich vor, das Engagement des OV Frankfurt besser zu w&uuml;rdigen. Bei unseren Veranstaltungen haben wir schon &ouml;fters 80 bis 100 Besucher begr&uuml;&szlig;t, bei der ganz aktuellen Debatte &bdquo;Brauchen wir den Verfassungsschutz?&#8220; waren es 150 G&auml;ste, darunter der ehem. hess. Justizminister von Plottnitz. An anderen Orten wie z.B. M&uuml;nchen werden schon 20 Besucher als Erfolg bewertet und der Bundesgesch&auml;ftsf&uuml;hrer lobt das mit eigenem redaktionellen Vorspann (s. Mitteilungen Nr. 217, S. 8). Artikel aus Frankfurt werden dagegen mit relativierendem Vorspann versehen. Eine so ungleiche Behandlung ist unfair.<\/p>\n<p>Seit der Fusion mit der GHI hat sich das Verhalten der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ver&auml;ndert und nicht nur das: eigentlich war ein Zusammenwachsen beschlossen gewesen. Doch ich sehe keine Kooperation, kein Aufeinander-Zugehen seitens der ex-GHI&#8217;s. Manche f&uuml;hlen sich wohl als Fremdk&ouml;rper in der HU und f&uuml;hlen sich wohl dabei. Vielleicht ist es an der Zeit, einmal zu evaluieren, ob die Fusion wirklich erforderlich und erfolgreich war.<\/p>\n<p><i>Wolfgang Hoog, Frankfurt\/M.<\/i><\/p>\n<p><i>* Vgl. Szczesny, Die Zukunft des Unglaubens, <\/i><a href=\"http:\/\/d-nb.info\/720199913\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>http:\/\/d-nb.info\/720199913<\/i><\/a><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[],"autoren":[328],"publikationen":[920],"class_list":["post-8974","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","autoren-dokumentation","publikationen-218-219"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>LeserInnenbriefe - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/218-219\/publikation\/leserinnenbriefe\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"LeserInnenbriefe - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Mitteilungen Nr. 218\/219 (Heft 3\/4 2012), S. 28 Betrifft: Papst-Rede im Deutschen Bundestag Zu: Johann-Albrecht Haupt: Was hat der Papst den Abgeordneten, was hat er uns zu sagen? 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