{"id":9472,"date":"2006-08-28T20:00:00","date_gmt":"2006-08-28T18:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/abschied-von-der-friedensstaatlichkeit-der-entwurf-des-neuen-weissbuchs-der-bundeswehr\/"},"modified":"2021-08-30T15:39:48","modified_gmt":"2021-08-30T13:39:48","slug":"abschied-von-der-friedensstaatlichkeit-der-entwurf-des-neuen-weissbuchs-der-bundeswehr","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/194\/publikation\/abschied-von-der-friedensstaatlichkeit-der-entwurf-des-neuen-weissbuchs-der-bundeswehr\/","title":{"rendered":"Abschied von der Friedensstaatlichkeit? Der Entwurf des neuen Wei\u00dfbuchs der Bundeswehr"},"content":{"rendered":"<p>Der Entwurf des neuen Wei&szlig;buchs der Bundeswehr<\/p>\n<p>Mitteilungen Nr. 194, S. 1-5<\/p>\n<div><span class=\"migrated-image\"><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Weltkugel2_05.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4293 size-medium\" src=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Weltkugel2_05.jpg\" alt=\"Abschied von der Friedensstaatlichkeit? 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Es ruft jedoch gravierende Bedenken hervor, dass im Mittelpunkt des neuen Entwurfs anstelle der bindenden Vorgaben unserer Verfassung politisch definierte, weltweite &#8222;deutsche Interessen&#8220; stehen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"1-die-aufgabenstellung-der-deutschen-bundeswehr-als-teil-der-vollziehenden-gewalt-ergibt-sich-aus-den-expliziten-vorgaben-der-verfassung-statt-dessen-definiert-der-entwurf-des-weissbuchs-die-aufgaben-der-bundeswehr-nach-massgabe-der-globalen-deutschen-interessen\">1. Die Aufga&shy;ben&shy;stel&shy;lung der deutschen Bundeswehr als Teil der &bdquo;voll&shy;zie&shy;henden Gewalt&ldquo; ergibt sich aus den expliziten Vorgaben der Verfassung. Statt dessen definiert der Entwurf des Wei&szlig;buchs die Aufgaben der Bundeswehr nach Ma&szlig;gabe der globalen &bdquo;deutschen Interessen&ldquo;.<\/span><\/h2>\n<p>Als Reaktion auf den inhumanen und kriegerischen Charakter des NS-Regimes bringt das 1949 verabschiedete Grundgesetz die Absage an den Krieg und die Gewaltanwendung gegen&uuml;ber anderen V&ouml;lkern in mehreren Normen explizit zum Ausdruck: So verbietet das Gebot der Friedenstaatlichkeit, Artikel 26 Grundgesetz (GG), jegliche St&ouml;rung des friedlichen Zusammenlebens der V&ouml;lker und schon die Vorbereitung eines Angriffskriegs. [1] Artikel 25 GG verleiht den &#8222;allgemeinen Regeln des V&ouml;lkerrechts&#8220; Vorrang vor den Gesetzen der Bundesrepublik. Zu diesen &#8222;allgemeinen Regeln&#8220; geh&ouml;rt nach einhelliger Meinung auch das in Artikel 2 Ziffer 4 der UNO-Satzung verankerte Gewaltverbot. [2] Ferner erm&auml;chtigt das Grundgesetz in Artikel 24 Absatz 2 den Bund zur Einordnung in ein System gegenseitiger kollektiver Sicherheit, dessen Zweck die &#8222;Wahrung des Friedens&#8220; ist. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Urteil vom 22. November 2001 die Bedeutung dieser verfassungsm&auml;&szlig;igen Zweckbestimmung hervorgehoben. Danach ist &#8222;auch die Umwandlung eines urspr&uuml;nglich den Anforderungen des Artikel 24 Absatz 2 GG entsprechenden Systems in eines, das nicht mehr der Wahrung des Friedens dient oder sogar Angriffskriege vorbereitet&#8220;, verfassungsrechtlich untersagt. [3]<\/p>\n<p>Im Einklang mit diesen Vorgaben beschr&auml;nkt Artikel 87 a GG den Handlungsrahmen der deutschen Streitkr&auml;fte auf die &#8222;Verteidigung&#8220; sowie auf Eins&auml;tze aufgrund besonderer Zulassung durch das Grundgesetz selbst. [4] Was der Verfassungsbegriff der &#8222;Verteidigung&#8220; bedeutet, ist in der Rechtswissenschaft allerdings umstritten: Aus entstehungsgeschichtlicher Sicht spricht vieles f&uuml;r die Auffassung, dass sich dieser Begriff auf den in Artikel 115 a GG definierten &#8222;Verteidigungsfall&#8220; bezieht, mithin einen Angriff auf das Bundesgebiet mit Waffengewalt zur Voraussetzung hat. [5] Dem gegen&uuml;ber gehen andere Autoren von einem v&ouml;lkerrechtlichen Verteidigungsbegriff aus, der auch z. B. milit&auml;rische Hilfeleistungen bei einem Angriff auf B&uuml;ndnispartner im Rahmen des NATO-Vertrages umfasst. [6] Ein Einsatz der Bundeswehr &#8222;zur Verfolgung, Durchsetzung und Sicherung &ouml;konomischer oder politischer Interessen&#8220; w&auml;re dagegen nicht vom Verteidigungsbegriff gedeckt, wie das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 21. 6. 2005 richtig feststellte. [7]<\/p>\n<p>Im Entwurf des Wei&szlig;buchs hei&szlig;t es zwar zu Beginn des 3. Kapitels: &#8222;Grundgesetz (GG) und V&ouml;lkerrecht bilden die Grundlage f&uuml;r alle Eins&auml;tze deutscher Streitkr&auml;fte im Inland wie im Ausland&#8220; (S. 43). Es fehlt dann jedoch jeglicher Hinweis auf das Gebot der Friedensstaatlichkeit (Artikel 26 GG) sowie auf die Geltung der &#8222;allgemeinen Grunds&auml;tze des V&ouml;lkerrechts&#8220; gem&auml;&szlig; Artikel 25 GG. Beide f&uuml;r den Einsatz deutscher Streitkr&auml;fte elementare Normen werden nicht der Erw&auml;hnung f&uuml;r wert befunden. Artikel 87 a GG, immerhin die &#8222;Grundnorm f&uuml;r das Verh&auml;ltnis des freiheitlichen demokratischen Rechtsstaates zu seiner Armee&#8220; [8], wird nur beil&auml;ufig bei der Abgrenzung von Eins&auml;tzen zur Verteidigung gegen&uuml;ber Eins&auml;tzen im Inland im Verteidigungs- oder Spannungsfall erw&auml;hnt (S. 45). Richtig wird auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 12. Juli 1994 verwiesen, wonach Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr &#8222;im Rahmen und nach den Regeln&#8220; der Systeme gegenseitiger kollektiver Sicherheit gem&auml;&szlig; Artikel 24 Absatz 2 GG zul&auml;ssig sind. [9] Auf den Inhalt der zentralen &#8222;Regeln&#8220; dieser Systeme, n&auml;mlich die UNO-Satzung und den NATO-Vertrag, wird dann jedoch nicht n&auml;her eingegangen. Statt dessen wird apodiktisch behauptet: &#8222;Auf dieser Grundlage beteiligt sich die Bundeswehr an internationaler Konfliktverh&uuml;tung und Krisenbew&auml;ltigung einschlie&szlig;lich des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus&#8220; (S. 43). Die im V&ouml;lkerrecht strittige Frage, ob Milit&auml;reins&auml;tze auf dem Territorium von Staaten, auf dem Terroristen vermutet werden (&#8222;Krieg gegen den Terrorismus&#8220; in der Diktion des US-amerikanischen Pr&auml;sidenten Bush), &uuml;berhaupt mit den Bestimmungen der UNO-Satzung vereinbar sind [10], bleibt dabei ausgeklammert. Auch l&auml;sst sich das Ziel der &#8222;internationalen Konfliktverh&uuml;tung und Krisenbew&auml;ltigung&#8220; kaum noch unter den Begriff der &#8222;Verteidigung&#8220;, wie ihn Artikel 87 a GG verwendet, subsumieren. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich das Ziel der internationalen Konfliktverh&uuml;tung wie im Entwurf des Wei&szlig;buchs am Betroffensein &#8222;deutscher Interessen&#8220; orientiert:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\"><i>&#8222;Vorrangige Interessen deutscher Sicherheitspolitik bestehen darin, die europ&auml;ische sowie transatlantische Sicherheit und Stabilit&auml;t zu st&auml;rken, den Wohlstand des Landes durch einen freien und ungehinderten Welthandel zu erm&ouml;glichen, Krisen und Konflikte, die Deutschlands Sicherheit beeintr&auml;chtigen vorbeugend einzud&auml;mmen und zu bew&auml;ltigen, die Grunds&auml;tze der Demokratie, die internationale Geltung der Menschenrechte und die weltweite Respektierung des V&ouml;lkerrechts zu bef&ouml;rdern, sowie die Kluft zwischen armen und reichen Weltregionen zu &uuml;berwinden&#8220; (Wei&szlig;buch S. 9\/10). <\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Eine Regierung kann solche Zielvorstellungen im Wege internationaler politischer Einflussnahme verfolgen. Sie d&uuml;rfen aber nicht als Legitimation f&uuml;r kriegerische Interventionen herangezogen werden. Das vage Ziel globaler &#8222;Sicherheit&#8220; bietet keine verfassungsrechtliche Erm&auml;chtigung f&uuml;r Bundeswehreins&auml;tze. Milit&auml;rische Aggressionen gegen andere Staaten, die m&ouml;glicherweise den &#8222;freien und ungehinderten Welthandel&#8220; behindern, versto&szlig;en gegen die in Artikel 26 GG verankerte Pflicht zur Friedensstaatlichkeit sowie gegen das nach Artikel 25 GG geltende v&ouml;lkerrechtliche Gewaltverbot. Dar&uuml;ber hinaus &uuml;berschreiten sie den in Artikel 87 a GG festgelegten Rahmen der &#8222;Verteidigung&#8220; als einzige Aufgabe der Bundeswehr neben den unter engen Voraussetzungen in Artikel 87 a Absatz 3 und 4 und Artikel 35 Absatz 2 und 3 GG&nbsp; zugelassenen Eins&auml;tzen im Inneren.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"2-statt-das-ziel-der-friedenswahrung-als-essential-der-modernen-voelkerrechtsordnung-sowie-des-handelns-der-uno-organe-in-den-mittelpunkt-zu-stellen-degradiert-das-weissbuch-die-uno-zu-einem-blossen-instrument-der-legitimationsbeschaffung-fuer-militaerische-interventionen\">2. Statt das Ziel der Friedens&shy;wah&shy;rung als Essential der modernen V&ouml;lker&shy;rechts&shy;ord&shy;nung sowie des Handelns der UNO-Organe in den Mittelpunkt zu stellen, degradiert das Wei&szlig;buch die UNO zu einem blo&szlig;en Instrument der Legiti&shy;ma&shy;ti&shy;ons&shy;be&shy;schaf&shy;fung f&uuml;r milit&auml;&shy;ri&shy;sche Inter&shy;ven&shy;ti&shy;o&shy;nen.<\/span><\/h2>\n<p>Der haupts&auml;chliche Anlass f&uuml;r die Gr&uuml;ndung der UNO im Jahre 1945 war der Wunsch, &#8222;k&uuml;nftige Geschlechter vor der Gei&szlig;el des Krieges zu bewahren&#8220;, die in zwei Weltkriegen unsagbares Leid &uuml;ber die Menschheit gebracht hat. [11] Dem gem&auml;&szlig; bestimmt Artikel 2 Ziffer 4 der UNO-Satzung: &#8222;Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabh&auml;ngigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt&#8220;. Ende des Jahres 1974 einigte sich die Generalversammlung der Vereinten Nationen nach langem Ringen auch auf eine Definition dessen, was unter &#8222;Aggression&#8220; zu verstehen ist. Das Spektrum der unzul&auml;ssigen Aggressionshandlungen reicht danach von der milit&auml;rischen Invasion &uuml;ber die Bombardierung, die Blockade von H&auml;fen und K&uuml;sten u. a. bis hin zur Entsendung bewaffneter Banden oder S&ouml;ldner in einen anderen Staat. [12]<\/p>\n<p>Von diesem als ius cogens (zwingendes Recht) anerkannten universellen Gewaltverbot l&auml;sst die UNO-Satzung nur zwei Ausnahmen zu, n&auml;mlich gem&auml;&szlig; Artikel 51 das Selbstverteidigungsrecht der Staaten bei einem bewaffneten Angriff sowie nach Ma&szlig;gabe des VII. Kapitels erfolgende Sanktionsma&szlig;nahmen, die vom Sicherheitsrat bei Bedrohung oder Bruch des Friedens und bei Angriffshandlungen beschlossen wurden. [13] Das nach den Terroranschl&auml;gen am 11. September 2001 vor allem von der Regierung der USA sowie ihr nahestehenden V&ouml;lkerrechtlern beanspruchte Recht auf F&uuml;hrung eines &#8222;Pr&auml;ventivkrieges&#8220; hat bisher mit guten Gr&uuml;nden noch keine Anerkennung als V&ouml;lkergewohnheitsrecht gefunden. [14]<\/p>\n<p>Der Entwurf des Wei&szlig;buchs nennt als zentrale Ziele der UNO &#8222;die Bewahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit, die Durchsetzung der Menschenrechte sowie der wirtschaftliche und soziale Fortschritt aller V&ouml;lker&#8220;. Dann aber wird das Verh&auml;ltnis von Kriegsverh&uuml;tung als Grundsatzaufgabe und der Zulassung milit&auml;rischer Sanktionen als Ausnahmefall geradezu auf den Kopf gestellt: &#8222;Die einzigartige Bedeutung der Vereinten Nationen besteht darin, einen notwendig werdenden Einsatz milit&auml;rischer Gewalt mit der v&ouml;lkerrechtlichen Legitimit&auml;t zu versehen&#8220; (S. 35). Der Weltsicherheitsrat wird damit zu einem blo&szlig;en Legitimationsbeschaffungsorgan f&uuml;r kriegf&uuml;hrende Staaten herabgew&uuml;rdigt; die zentrale Aufgabe der Kriegsverh&uuml;tung erscheint nur noch als nebens&auml;chlich. Dieser Eindruck wird verst&auml;rkt durch die Forderung nach einem &#8222;neuen Verst&auml;ndnis&#8220; des Systems der UNO-Satzung, auf dessen Grundlage &#8222;das Recht auf Selbstverteidigung pr&auml;zisiert und pr&auml;ventives Eingreifen auf v&ouml;lkerrechtlich gesicherten Grundlagen geregelt werden&#8220; m&uuml;sse (S. 12). Damit macht sich das Wei&szlig;buch die vor allem in den USA vertretene Vorstellung von der Legitimit&auml;t des &#8222;Pr&auml;ventivkrieges&#8220; zu eigen. [15]<\/p>\n<p>Des Weiteren wird im Entwurf des Wei&szlig;buchs behauptet: &#8222;Nicht zuletzt auf Grund der Erfahrungen im Kosovo gewinnt auch im V&ouml;lkerrecht der Gedanke zunehmend Anerkennung, dass die Abwendung von humanit&auml;ren Katastrophen, die Bek&auml;mpfung terroristischer Bedrohungen und der Schutz der Menschenrechte den Einsatz von Zwangsma&szlig;nahmen erfordern k&ouml;nnen&#8220; (S. 35). Der nach wie vor politisch und v&ouml;lkerrechtlich umstrittene Einsatz der Bundeswehr im Kosovo-Krieg 1999 [16] wird als Vorbild genommen, um sowohl dem &#8222;Anti-Terror-Krieg&#8220; als auch der &#8222;humanit&auml;ren Intervention&#8220; v&ouml;lkerrechtliche Legitimit&auml;t zu verleihen und damit das Gewaltverbot empfindlich aufzuweichen. In der Tat w&uuml;rde die Anerkennung eines Rechts auf &#8222;humanit&auml;re Intervention&#8220; nichts anderes als eine Einladung an m&auml;chtige und kriegsbereite Staaten bedeuten, unter Berufung auf wirkliche oder vermeintliche Verletzungen von Menschenrechten nach ihrem politischen Belieben andere Staaten anzugreifen. [17] Mit der v&ouml;lkergewohnheitsrechtlichen Anerkennung der humanit&auml;ren Intervention gehe, so wurde schon kurz nach dem Kosovo-Krieg gewarnt, zwangsl&auml;ufig die Gefahr einher, dass damit das Rad der V&ouml;lkerrechtsgeschichte wieder zur&uuml;ckgedreht und der &#8222;Politik des Kanonenboots&#8220; wieder Geltung verschafft werde. [18] Mit dem Rechtfertigungsversuch im Entwurf des Wei&szlig;buchs f&uuml;r Milit&auml;reins&auml;tze bei humanit&auml;ren Katastrophen, Menschenrechtsverletzungen und terroristischen Bedrohungen wird ein verh&auml;ngnisvoller Schritt zur&uuml;ck zur Anerkennung des bellum iustum, zur Vorstellung vom &#8222;gerechten Krieg&#8220; vollzogen und damit eine der wichtigsten Errungenschaften des modernen V&ouml;lkerrechts, der universelle Grundsatz des Gewaltverzichts zwischen den Staaten, preisgegeben.<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen zeigen die Entwicklungen im Irak und in Afghanistan auf drastische Weise das Versagen einer Politik, die vor allem auf Milit&auml;rinterventionen setzt und dabei sowohl die Schaffung besserer Existenzbedingungen f&uuml;r die Bev&ouml;lkerung als auch die Instrumente ziviler Konfliktbearbeitung vernachl&auml;ssigt. [19] Angesichts des Bekanntwerdens neuer Anschlagspl&auml;ne in Gro&szlig;britannien ist der Einsch&auml;tzung beizupflichten, dass mit dem &#8222;Krieg gegen den Terrorismus &#8230; die Welt um nichts sicherer, sondern um ein Vielfaches unsicherer geworden&#8220; ist. [20]<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"3-die-zunehmende-verwischung-der-grenze-zwischen-krieg-und-frieden-vor-allem-aber-die-wiederbelebung-der-lehre-vom-gerechten-krieg-und-die-abkehr-vom-voelkerrechtlichen-gewaltverbot-haben-gravierende-auswirkungen-auch-auf-die-geltung-der-freiheitsrechte-in-der-bundesrepublik-deutschland\">3. Die zunehmende Verwischung der Grenze zwischen Krieg und Frieden, vor allem aber die Wieder&shy;be&shy;le&shy;bung der Lehre vom &bdquo;gerechten Krieg&ldquo; und die Abkehr vom v&ouml;lker&shy;recht&shy;li&shy;chen Gewalt&shy;verbot haben gravierende Auswir&shy;kungen auch auf die Geltung der Freiheits&shy;rechte in der Bundes&shy;re&shy;pu&shy;blik Deutsch&shy;land.<\/span><\/h2>\n<p>Insbesondere im Rahmen der gegenw&auml;rtigen Debatte um das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15. Februar 2006 zum Luftsicherheitsgesetz [21] l&auml;sst sich eine Aufweichung der rechtlichen Grenze zwischen Krieg und Frieden beobachten. Einige Regierungspolitiker vertreten die auch im Wei&szlig;buch (S. 44) anklingende Auffassung, dass bei einem Terroranschlag mithilfe eines entf&uuml;hrten Flugzeugs wie am 11. September 2001 in den USA (sog. Renegade-Fall) Kriegsrecht anwendbar sei. [22] Das vom Bundesverfassungsgericht statuierte Verbot, Leben gegen Leben abzuw&auml;gen und durch den Abschuss des betreffenden Flugzeugs neben den Terroristen auch die unschuldigen Passagiere zu t&ouml;ten, w&uuml;rde danach in diesem Fall nicht gelten. Damit wird f&uuml;r den Fall eines Terroranschlags in Deutschland eine Art verfassungsrechtlicher Ausnahmezustand konstruiert, der unter Verzicht auf die Feststellung des Verteidigungsfalles gem&auml;&szlig; Artikel 115 a GG dem Staat die Dispositionsbefugnis &uuml;ber so elementare Grundrechte wie das Recht auf Leben (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 GG) sowie die Menschenw&uuml;rdegarantie (Artikel 1 Absatz 1 GG) einr&auml;umt. In der Tat behaupten Autoren wie z. B. Christof Gramm, Referatsleiter im Bundesverteidigungsministerium, in diesem Zusammenhang, dass in &#8222;Extremlagen&#8220; die &#8222;Aufopferung des Lebens der einen&#8220; im Namen der &#8222;Gemeinschaftsgebundenheit&#8220; zul&auml;ssig sei. [23] Eine solche totale Inpflichtnahme des B&uuml;rgers durch den Staat bis hin zur (unfreiwilligen!) Opferung des Lebens ist kennzeichnend f&uuml;r einen extrakonstitutionellen Kriegszustand, nicht aber f&uuml;r die Verfassungsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Diese hat n&auml;mlich selbst f&uuml;r den Verteidigungsfall genaue Regeln in Gestalt der Artikel 115 a ff. GG aufgestellt und nur die Einschr&auml;nkung von bestimmten Grundrechten vorgesehen (Artikel 12 a&nbsp; Absatz 4 &ndash; 6, Artikel 17 a Absatz 2 GG).<\/p>\n<p>Zu bef&uuml;rchten steht nunmehr, dass die Involvierung Deutschlands in kriegerische Auseinandersetzungen in Krisengebieten sowie auch im Zuge weltweiter Terrorbek&auml;mpfung nach Ma&szlig;gabe des Wei&szlig;buchs gravierende Grundrechtsbeschr&auml;nkungen f&uuml;r B&uuml;rger und B&uuml;rgerinnen jenseits der Verfassung nach sich ziehen werden &ndash; entsprechende Argumentationsmuster finden bereits jetzt Eingang in den &ouml;ffentlichen Diskurs: Wenn schon die Aufopferung von Menschenleben in &#8222;extremen Bedrohungslagen&#8220; als legitim erscheint, ergeben sich umso weniger Bedenken gegen Freiheitsentziehungen f&uuml;r Terrorverd&auml;chtige und f&uuml;r das ganze Arsenal heimlicher &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen, wie sie nicht nur in den USA nach dem 11. September 2001 praktiziert werden. [24] So plant die Bundesregierung denn auch, die durch das &#8222;Terrorismusbek&auml;mpfungsgesetz&#8220; vom 9. Januar 2002 [25] geschaffenen weit reichenden &Uuml;berwachungsbefugnisse der deutschen Geheimdienste nicht nur f&uuml;r die Zukunft beizubehalten, sondern k&uuml;nftig auch auf die Aufkl&auml;rung bestimmter &#8222;verfassungsfeindlicher Bestrebungen im Inland&#8220; auszudehnen. [26]<\/p>\n<p>Parallel dazu spricht der Entwurf des Wei&szlig;buchs von einer &#8222;Erweiterung des Einsatzspektrums deutscher Streitkr&auml;fte im Inland&#8220;, ohne allerdings konkrete Vorschl&auml;ge f&uuml;r eine daf&uuml;r notwendige Verfassungs&auml;nderung zu unterbreiten. Immerhin wird die Richtung vorgegeben: Die Bundeswehr muss danach &#8222;immer dann eingesetzt werden k&ouml;nnen, wenn nur sie &uuml;ber die erforderlichen F&auml;higkeiten verf&uuml;gt, um den Schutz der Bev&ouml;lkerung oder kritischer Infrastruktur zu gew&auml;hrleisten&#8220; (S. 45). Die Umsetzung dieser Vorstellungen w&uuml;rde zu einer erheblichen Kompetenzverschiebung im Verh&auml;ltnis zwischen Polizeien und Milit&auml;r in Deutschland f&uuml;hren und damit betr&auml;chtliche Auswirkungen auf die zivilgesellschaftlichen Strukturen zeitigen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"4-die-gefaehrdung-von-leben-und-gesundheit-der-zur-weltweiten-durchsetzung-politischer-interessen-jenseits-der-verteidigung-eingesetzten-soldatinnen-und-soldaten-laesst-sich-aus-der-verfassung-nicht-rechtfertigen\">4. Die Gef&auml;hrdung von Leben und Gesundheit der zur weltweiten Durch&shy;set&shy;zung politischer Interessen jenseits der Vertei&shy;di&shy;gung einge&shy;setzten Soldatinnen und Soldaten l&auml;sst sich aus der Verfassung nicht recht&shy;fer&shy;ti&shy;gen.<\/span><\/h2>\n<p>Nach dem Entwurf des Wei&szlig;buchs wird der soldatische Dienst u.a. durch eine &#8222;sehr weit reichende Treuepflicht, die auch den Einsatz des eigenen Lebens verlangt&#8220;, gekennzeichnet (S. 45). Zwar hei&szlig;t es dann weiter: &#8222;&Uuml;berlebensf&auml;higkeit und Schutz von Personal und Infrastruktur sind unabdingbare Grundvoraussetzungen f&uuml;r die Auftragserf&uuml;llung und Ausdruck der F&uuml;rsorgeverpflichtung des Staates gegen&uuml;ber den Angeh&ouml;rigen der Bundeswehr. Soldatinnen und Soldaten im Einsatz haben Anspruch auf den bestm&ouml;glichen Schutz&#8220; (S. 75).<\/p>\n<p>Es ist aber geradezu kennzeichnend f&uuml;r Milit&auml;reins&auml;tze, dass dabei neben der von sog. &#8222;Kollateralsch&auml;den&#8220; in hohem Ausma&szlig; betroffenen Zivilbev&ouml;lkerung auch die beteiligten Soldatinnen und Soldaten mit ihrer Verwundung oder ihrem Tod rechnen m&uuml;ssen. Dies l&auml;sst sich zwar durch die Notwendigkeit der Verteidigung des eigenen Landes legitimieren, nicht aber durch blo&szlig;e politische oder &ouml;konomische Interessen, zu deren Durchsetzung die Milit&auml;rangeh&ouml;rigen weltweit eingesetzt werden sollen. Hierbei werden sie wie zur Zeit imperialistischer Eroberungsz&uuml;ge zur Verf&uuml;gungsmasse der jeweiligen Befehlshaber herabgew&uuml;rdigt und als &#8222;Humanressource&#8220; f&uuml;r fragw&uuml;rdige Zwecke instrumentalisiert.<\/p>\n<p>Zwar ergibt sich aus &sect; 11 Soldatengesetz die Pflicht zum Gehorsam gegen&uuml;ber Befehlen der Vorgesetzten. Zugleich statuieren das Soldatengesetz sowie das Grundgesetz aber rechtliche Grenzen der milit&auml;rischen Befehlsbefugnis. So darf ein Befehl u. a. nur zu dienstlichen Zwecken erteilt werden, anderenfalls braucht er nach &sect; 11 Absatz 1 Satz 3 Soldatengesetz nicht befolgt zu werden. Wie das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 21. Juni 2005 ausf&uuml;hrte, ist ein Befehl nur dann in diesem Sinne zu &#8222;dienstlichen Zwecken&#8220; erteilt, &#8222;wenn ihn der milit&auml;rische Dienst erfordert, um die durch die Verfassung festgelegten Aufgaben der Bundeswehr zu erf&uuml;llen&#8220;. [27] Dies ist bei Milit&auml;reins&auml;tzen, die nicht der Verteidigung, sondern der Durchsetzung politischer oder &ouml;konomischer Ziele dienen, aber gerade nicht der Fall. [28]<\/p>\n<p>Des Weiteren ist daran zu erinnern, dass die deutschen Streitkr&auml;fte als Teil der &#8222;vollziehenden Gewalt&#8220; gem&auml;&szlig; Artikel 1 Absatz 3 GG ebenso wie die anderen Staatsgewalten einer strikten Grundrechtsbindung unterliegen. Daraus hat das Bundesverwaltungsgericht in der genannten Entscheidung mit Recht gefolgert, dass auch den Soldatinnen und Soldaten die Freiheit des Gewissens gem&auml;&szlig; Artikel 4 Absatz 1 GG zusteht. [29] Ebenso entfalten die anderen Grundrechte ihre Schutzwirkung auch zugunsten von Milit&auml;rangeh&ouml;rigen, soweit sie nicht ausdr&uuml;cklich durch den Gesetzgeber auf der Grundlage des Artikel 17 a GG eingeschr&auml;nkt wurden. Im Entwurf des Wei&szlig;buchs fehlt indessen jeglicher Hinweis darauf.<\/p>\n<p><i>Prof. Dr. Martin Kutscha <br \/>lehrt Staats- und Verwaltungsrecht an der Fachhochschule f&uuml;r Verwaltung und Rechtspflege in Berlin und ist Mitglied des Beirats der Humanistischen Union<br \/><\/i><\/p>\n<p><b>Anmerkungen:<\/b><br \/>1&nbsp;Dazu jetzt ausf&uuml;hrlich Schiedermair, Der internationale Frieden und das Grundgesetz, Baden-Baden 2006, S. 100 ff., ferner BVerwG, NJW 2006, 77 (81).<br \/>2&nbsp;Vgl. nur BVerfGE 104, 151 (213); BVerwG, NJW 2006, 77 (82 u. 93).<br \/>3 &nbsp;BVerfGE a. a. O.<br \/>4&nbsp;Geregelt in Art. 87 a Abs. 3 u. 4, Art. 35 Abs. 2 u. 3 GG.<br \/>5&nbsp;So z. B. Arndt, Bundeswehreinsatz f&uuml;r die UNO, D&Ouml;V 1992, 618; Deiseroth, Die Beteiligung Deutschlands am kollektiven Sicherheitssystem der Vereinten Nationen aus verfassungsrechtlicher Sicht, NJ 1993, 145 (149); ausf&uuml;hrlich dazu Kutscha, &#8222;Verteidigung&#8220; &ndash; vom Wandel eines Verfassungsbegriffs, KJ 2004, 228 (232 f.).<br \/>6&nbsp;So z. B. Baldus, in:&nbsp; v. Mangoldt\/Klein\/Starck, Grundgesetz, Bd. 3, 5. Aufl. M&uuml;nchen 2005, Art. 87 a, Rdnr. 43; Heun, in: Dreier, Grundgesetz, Bd. III, T&uuml;bingen 2000, Art. 87 a, Rdnr. 17.<br \/>7&nbsp;BVerwG, NJW 2006, 77 (81).<br \/>8&nbsp;D&uuml;rig, in: Maunz\/D&uuml;rig, Grundgesetz, Art. 87 a Rdnr. 5 (1971).<br \/>9&nbsp;BVerfGE 90, 286 (LS 1 u. S. 345).<br \/>10&nbsp;Vgl. nur Blumenwitz, Einsatzm&ouml;glichkeiten der Bundeswehr im Kampf gegen den Terrorismus, ZRP 2002, 102 (104 f.); Frowein, Der Terrorismus als Herausforderung f&uuml;r das V&ouml;lkerrecht, Za&ouml;RV 62 (2002), 879 (889). <br \/>11&nbsp;So der erste Satz der Pr&auml;ambel der UNO-Satzung; vgl. v. Bredow (Hrsg.), Geschichte und Organisation der UNO, K&ouml;ln 1980, S. 9 f.<br \/>12&nbsp;Wiedergabe der UNO-Resolution 3314 bei Frank, in: AK-GG, 3. Aufl. Neuwied 2001, Art. 26, Rdnr. 40.<br \/>13&nbsp;Vgl. dazu BVerwG, NJW 2006, 77 (93); Paech\/Stuby, V&ouml;lkerrecht und Machtpolitik in den internationalen Beziehungen, Hamburg 2001, S. 539 ff.<br \/>14&nbsp;Vgl. Murswiek, Die amerikanische Pr&auml;ventivkriegsstrategie und das V&ouml;lkerrecht, NJW 2003, 1014 sowie BVerwG, NJW 2006, 77 (95).<br \/>15&nbsp;Vgl. Neu, Verteidigung grenzenlos, Bl&auml;tter f. dt. u. intern. Politik 2006, 788.<br \/>16&nbsp;Dazu z. B. die Beitr&auml;ge in Lutz (Hrsg.), Der Kosovo-Krieg, Baden-Baden 2000.<br \/>17&nbsp;Vgl. z. B. Deiseroth, &#8222;Humanit&auml;re Intervention&#8220; und V&ouml;lkerrecht, NJW 1999, 3084; Denninger, Menschenrechte, Menschenw&uuml;rde und staatliche Souver&auml;nit&auml;t, ZRP 2000, 192 (193 f.).<br \/>18&nbsp;Epping, Nachbetrachtung: Der Kosovo-(Kampf-)Einsatz der Bundeswehr, in: Ders. u. a. (Hrsg.), Festschrift f&uuml;r Knut Ipsen, M&uuml;nchen 2000, S. 615 (649)<br \/>19&nbsp;Vgl. dazu nur das &#8222;Friedensgutachten 2006&#8220; der Friedensforschungsinstitute, M&uuml;nster 2006; Hauswedell, Erweiterte Sicherheit und milit&auml;rische Entgrenzung, Bl&auml;tter f. dt. u. intern. Politik 2006, 721.<br \/>20&nbsp;So der Leitartikel der &#8222;Berliner Zeitung&#8220; v. 11. 8. 2006.<br \/>21&nbsp;BVerfG, NJW 2006, 751.<br \/>22&nbsp;So Sch&auml;uble, FR v. 4. 5. 2006, Jung, Berliner Zeitung v. 16. 6. 2006, Wiefelsp&uuml;tz, RuP 2006, 71; dazu ausf&uuml;hrlich Kutscha, Terrorbek&auml;mpfung jenseits der Grundrechte? Erscheint in RuP 4\/2006.<br \/>23&nbsp;Gramm, Der wehrlose Verfassungsstaat? DVBl. 2006, 653 (661); gleichsinnig Pawlik, &sect; 14 Abs. 3 des Luftsicherheitsgesetzes &ndash; ein Tabubruch? JZ 2004, 1045 (1053).<br \/>24&nbsp;Vgl. dazu Arzt, Polizeiliche &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen in den USA, Frankfurt 2004, Marx, &#8222;Globaler Krieg gegen Terrorismus&#8220; und territorial gebrochene Menschenrechte, KJ 2006, 151.<br \/>25&nbsp;BGBl. I 2002, 361; dazu M&uuml;ller-Heidelberg u. a. (Hrsg.), Grundrechte-Report 2002, Reinbek 2002; Gro&szlig;, Terrorbek&auml;mpfung und Grundrechte, KJ 2002, 1.<br \/>26&nbsp;Vgl. FR v. 5. 7. 2006; vgl. zum Entwurf eines &#8222;Terrorismusbek&auml;mpfungserg&auml;nzungsgesetzes&#8220; auch die Pressemitteilung der Humanistischen Union Nr. 11\/2006 vom 9. 7. 2006.<br \/>27&nbsp;BVerwG, NJW 2006, 77 (80).<br \/>28&nbsp;Vgl. BVerwG a. a. O., S. 81.<br \/>29&nbsp;BVerwG a. a. O., S. 86.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":4293,"template":"","categories":[6],"tags":[678],"autoren":[150],"publikationen":[940],"class_list":["post-9472","publikation","type-publikation","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden","tag-frieden","autoren-martin-kutscha","publikationen-940"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Abschied von der Friedensstaatlichkeit? 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