{"id":9479,"date":"2006-08-28T19:00:00","date_gmt":"2006-08-28T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/projekt-mitgliederwerbung-diskussionspapier-fuer-den-verbandstag-der-humanistischen-union-2006\/"},"modified":"2021-08-28T23:34:20","modified_gmt":"2021-08-28T21:34:20","slug":"projekt-mitgliederwerbung-diskussionspapier-fuer-den-verbandstag-der-humanistischen-union-2006","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/194\/publikation\/projekt-mitgliederwerbung-diskussionspapier-fuer-den-verbandstag-der-humanistischen-union-2006\/","title":{"rendered":"Projekt: Mitgliederwerbung. Diskussionspapier f\u00fcr den Verbandstag der Humanistischen Union 2006"},"content":{"rendered":"<p>Mitteilungen Nr. 194, S. 16-19<\/p>\n<p>1. Ausgangsfrage: Die Zukunft der Humanistischen Union<\/p>\n<p>Damit die B\u00fcrgerrechtsarbeit der Humanistische Union eine Zukunft hat, muss sie nach unserer Ansicht zwei zentrale organisatorische Probleme meistern:<\/p>\n<p><i>1. Die Humanistische Union muss ihre finanzielle Basis sicherstellen, um ihre vorhandene Infrastruktur mittelfristig zu sichern bzw. auszubauen. <\/i><\/p>\n<p>In den vergangenen beiden Jahren ist es gelungen, den rapiden Verzehr des Vereinsverm\u00f6gens zu stoppen. Der Ausgleich zwischen den Einnahmen (haupts\u00e4chlich Mitgliedsbeitr\u00e4ge und Spenden) sowie Ausgaben (Gesch\u00e4ftsstelle, Veranstaltungen, Publikationen) wurde vor allem durch eine Verringerung der Personalausgaben f\u00fcr die Gesch\u00e4ftsstelle erreicht. Damit nimmt aber auch der Umfang der Dienstleistungen ab, die von der Gesch\u00e4ftsstelle geleistet werden k\u00f6nnen. Derzeit sieht es so aus, dass die Bundesgesch\u00e4ftsstelle vorwiegend organisatorische und administrative Aufgaben sowie die Projektsteuerung wahrnimmt, eine konzeptionell-inhaltliche Arbeit nicht stattfindet.<\/p>\n<p><i>2. F\u00fcr die politische Handlungsf\u00e4higkeit haben die Aktivierung der vorhandenen Mitglieder sowie die Gewinnung neuer Mitglieder eine zentrale Bedeutung. <\/i><\/p>\n<p>Die Humanistische Union hat &#8211; wie fast alle anderen B\u00fcrgerrechtsbewegungen auch &#8211; eine negative Mitgliederbilanz: in den vergangenen Jahren haben wir regelm\u00e4\u00dfig mehr Mitglieder verloren als neue hinzugewonnen. (s. Grafik 1)<\/p>\n<p>Die Mitgliedschaft der HU ist &#8211; verglichen mit der deutschen Bev\u00f6lkerung &#8211; \u00fcberaltert (s. Grafik 2): der Anteil der unter 60-J\u00e4hrigen Mitglieder ist weniger als halb so gro\u00df wie der Anteil dieser Altersgruppe an der Bev\u00f6lkerung. Im Bereich \u00fcber 60 Jahren dreht sich dies genau um. Konkret bedeutet das: Nur jedes 8. Mitglied ist unter 40 Jahre und j\u00fcnger, w\u00e4hrend jedes zweite Mitglied \u00fcber 60 Jahre alt ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die HU ist dies aus mehreren Gr\u00fcnden eine verh\u00e4ngnisvolle Entwicklung:\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>Die HU ist eine Mitglieder-Vereinigung. Der Einsatz der hauptamtlichen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und das forcierte ehrenamtliche Engagement des Vorstandes sind wichtig und machen momentan einen Gro\u00dfteil der Au\u00dfenwirkung der HU aus. Um die inhaltliche Bandbreite der HU-Themen weiterhin aktiv bearbeiten und vertreten zu k\u00f6nnen,\u00a0 braucht die HU jedoch st\u00e4rker das Engagement aus ihrer Mitgliedschaft. Es ist f\u00fcr die Anliegen der HU unerl\u00e4sslich, es ist f\u00fcr den Aufbau neuer &#8222;F\u00fchrungskr\u00e4fte&#8220; unerl\u00e4sslich, es ist f\u00fcr die verbandliche Diskussion um Inhalte und Positionen unerl\u00e4sslich. <\/li>\n<li>Die HU droht ihre Anbindung an die gesellschaftlichen Diskussionen der Gegenwart zu verlieren, wenn die Mitgliedschaft sich nicht mehr aus den aktiven gesellschaftsgestaltenden Generationen der Zeit rekrutiert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die finanzielle Basis der HU l\u00e4sst sich nach unserer Einsch\u00e4tzung mittelfristig nur durch das Einwerben von F\u00f6rdergeldern absichern. Daf\u00fcr br\u00e4uchte es ein Fundraising- und Finanzkonzept, was aber nicht Thema dieses Textes ist. Hier geht es um das zweite Problem, die Mitgliederwerbung. Unsere Aufgabe sehen wir wie folgt: Damit sich die Mitgliedschaft verj\u00fcngt, die Mitgliederzahl w\u00e4chst, mehr Menschen aktiviert und in die Arbeit der HU eingebunden werden sowie eine f\u00fcr das T\u00e4tigkeitsspektrum ausreichende Infrastruktur erhalten bleibt, muss die HU eine Strategie f\u00fcr aktive Mitgliederwerbung entwickeln.<\/p>\n<h5><span id=\"2-aktivierung-ist-genauso-wichtig-wie-mitgliederwerbung\">2. Aktivierung ist genauso wichtig wie Mitglie&shy;d&shy;er&shy;wer&shy;bung<\/span><\/h5>\n<p>Bevor wir an die Einwerbung neuer Mitglieder gehen, ist es ratsam, sich auch \u00fcber die Einbindung der zahlreichen vorhandenen Mitglieder Gedanken zu machen. Das bereits angesprochene Problem, dass die Projektarbeit mit Au\u00dfenwirkung ma\u00dfgeblich an Vorstand und Gesch\u00e4ftsstelle klebt, verweist auf unsere Defizite in der Einbindung gr\u00f6\u00dferer Mitgliederkreise in die aktuelle Arbeit des Verbandes. Dieses Problem ist nicht neu. Bereits die 1996 durchgef\u00fchrte Befragung der HU-Mitglieder widmete sich ausf\u00fchrlich den Erwartungen der Mitglieder an die HU und der Frage, wie eine st\u00e4rkere Reaktivierung gelingen k\u00f6nne:<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"bodytext\"><i>&#8222;Ein betr\u00e4chtlicher Teil unserer Probleme w\u00e4ren gel\u00f6st, wenn es uns gel\u00e4nge, das vorhandene Reservoir von Mitarbeitswilligen auszusch\u00f6pfen. Wir k\u00f6nnen uns die Suche nach neuen Mitgliedern sparen, wenn es uns nicht gelingt, die bereits vorhandenen in die Arbeit einzubinden. (Wobei ich keineswegs finde, alle m\u00fc\u00dften mitarbeiten. Es ist ebenso legitim wie hilfreich, wenn jemand sagt: Zeit daf\u00fcr kann\/will ich nicht opfern, aber die Sache ist mir Geld wert.)&#8220;<br \/>Ursula Neumann in den Mitteilungen Nr. 154 (Juni 1996), S. 59<\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Viele Mitglieder hatten damals angegeben, sie seien zu wenig \u00fcber die Arbeit des Verbandes informiert, klagten \u00fcber mangelnde Kontaktm\u00f6glichkeiten zu anderen Mitgliedern, w\u00e4ren &#8222;unfreiwilliger HU-Eremit&#8220;. 55 Prozent der Mitglieder gaben an, sie w\u00fcrden sich gern st\u00e4rker in der HU engagieren. Doch wie kann das geschehen? Die Orts- und Regionalverb\u00e4nde als integrative Basis wurden bereits damals in Frage gestellt. Obwohl die Situation f\u00fcr die Arbeit der Ortsgruppen angesichts der Mitgliedereinbu\u00dfen in den letzten Jahren sicherlich nicht einfacher geworden ist, sind sie weiterhin als Kristallisationspunkte f\u00fcr wohnortnahes Engagement und als Gelegenheit zum unmittelbaren pers\u00f6nlichen Austausch unerl\u00e4sslich.<\/p>\n<p>Wenn die HU ihre Ortsgruppen pflegen und unterst\u00fctzen will, muss sie zun\u00e4chst eine Vorstellung davon entwickeln, wozu und wie die Ortsgruppen handeln k\u00f6nnen. Zu welchen Themen und in welchen Handlungsformen k\u00f6nnen Ortsgruppen t\u00e4tig werden? Die Antworten auf diese Fragen sind wichtig, um interessierten Mitgliedern eine Vorstellung zu geben, wie sie sich engagieren k\u00f6nnen. Sie sind zudem n\u00f6tig, um entscheiden zu k\u00f6nnen, wie die Arbeit der Ortsgruppen unterst\u00fctzt werden kann (beispielsweise welches Material erarbeitet und bereitgestellt werden soll).<\/p>\n<p>Die Diskussion soll mit diesem Papier zun\u00e4chst angesto\u00dfen werden. Nach unserem gegenw\u00e4rtigen Eindruck wirken die Ortsgruppen vor allem durch Diskussionsveranstaltungen nach au\u00dfen. Darin k\u00f6nnten sie unterst\u00fctzt werden, in dem der Bundesverband, aber auch aktive Landes-\/ Regional- und Ortsgruppen, Veranstaltungsvorschl\u00e4ge einschlie\u00dflich verf\u00fcgbarer Referenten anbieten. Wir sehen die Ortsgruppen weniger als Einheiten f\u00fcr die Austragung von (bundesweiten) Kampagnen (Unterschriftensammlungen, Demonstrationen, Schornsteinbesetzungen \u00e1 la Greenpeace o.\u00e4.). Um diese aufzubauen und zu organisieren fehlen dem Verband\u00a0 schlicht die Kapazit\u00e4ten, ganz abgesehen von der Frage, ob dies ein Handlungsform ist, die zur gegenw\u00e4rtigen Verbandskultur der HU passt.<\/p>\n<p>Neben den Ortsgruppen werden nach unserer Einsch\u00e4tzung vermehrt \u00fcber\u00f6rtliche und thematisch ausgerichtete Arbeitskreise f\u00fcr eine aktive Verbandsarbeit bedeutsam. Internet und E-Mailverkehr erlauben heutzutage eine intensive, \u00f6rtlich nicht gebundene Kommunikation. Unser Vorschlag ist daher, dass der Bundesverband gezielt versuchen soll, thematische Arbeitskreise ins Leben zu rufen. Hierzu erscheint es in einem ersten Schritt hilfreich, in einer Mitgliederbefragung (\u00fcber die Mitteilungen) die Interessenschwerpunkte der Mitglieder zu erfragen. Diese Informationen k\u00f6nnten Ausgangspunkt einer ersten Einladung zur Etablierung von thematischen Arbeitskreisen sein. F\u00fcr die Arbeit dieser Gruppen sollten auch finanzielle Mittel bereit gestellt werden, um gelegentliche Treffen und besondere Veranstaltungen zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h5><span id=\"3-ressourcen\">3. Ressourcen<\/span><\/h5>\n<p>Mitgliederwerbung f\u00fcr die HU muss vor allem inhaltlich \u00fcberzeugen. Das setzt aber voraus, dass die Inhalte \u00fcberzeugend und verst\u00e4ndlich an Mann und Frau gebracht werden. Obgleich wir der Mitgliederwerbung gro\u00dfe Priorit\u00e4t einr\u00e4umen, sind die Ressourcen der HU begrenzt &#8211; denn auch die inhaltliche Arbeit der HU muss weitergehen &#8211; sie ist der wichtigste Teil jeder Mitgliederwerbung. Es geht also nicht darum, die inhaltliche Arbeit zugunsten von Werbefeldz\u00fcgen auszusetzen, sondern es geht darum, die inhaltliche Arbeit zielgruppengerecht zu verpacken und zu transportieren. Dennoch wird die Umsetzung der hier skizzierten Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Mitgliederwerbung und &#8211;betreuung zus\u00e4tzliche Zeit in Anspruch nehmen. Es stehen derzeit aber keine zus\u00e4tzlichen Ressourcen zur Verf\u00fcgung. Die Situation in der Gesch\u00e4ftsstelle ist bereits gegenw\u00e4rtig so, dass sie unter einer erheblichen \u00dcberlastung leidet. Dies legt es nahe, ein System des Zeitmanagements einzuf\u00fchren, nach dem f\u00fcr die verschiedenen T\u00e4tigkeiten, die in der Gesch\u00e4ftsstelle anfallen, mehr oder weniger feste Zeitfenster definiert werden. So kann auch der f\u00fcr die jeweiligen Aufgaben zur Verf\u00fcgung stehende Zeitrahmen bestimmt werden. Damit in der Situation der permanenten \u00dcberlastung die Mitgliederwerbung und &#8211;betreuung nicht wieder hintenrunter f\u00e4llt, weil &#8222;keine Zeit da ist&#8220;, schlagen wir vor, dass ein Mindestumfang von 10% der Arbeitszeit der Gesch\u00e4ftsstelle fest f\u00fcr Mitgliederwerbung und &#8211;betreuung reserviert wird.<\/p>\n<h5><span id=\"4-zielgruppen\">4. Zielgruppen<\/span><\/h5>\n<p>Die Werbung neuer Mitglieder muss nach unserer \u00dcberzeugung &#8211; nicht zuletzt aufgrund der gro\u00dfen Bandbreite an HU-Themen &#8211; vor allem zielgruppengerichtet erfolgen. Der Vorstand hat sich deshalb mit m\u00f6glichen Zielgruppen einer Mitglieder-Werbekampagne befasst. F\u00fcr jede Zielgruppe stellen sich zwei Fragen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wo und wie k\u00f6nnen wir diesen Personenkreis am besten erreichen?<\/li>\n<li>Welche konkreten Angebote haben wir speziell f\u00fcr diesen Personenkreis, sich in der HU zu engagieren?<\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"zielgruppe-schueler\">Zielgruppe Sch&uuml;ler<\/span><\/h2>\n<p>Sch\u00fcler, insbesondere der Oberstufe, sind aus mehreren Gr\u00fcnden eine sehr attraktive Zielgruppe f\u00fcr die B\u00fcrgerrechtsarbeit:<\/p>\n<ul>\n<li>weil sie h\u00e4ufig eine erste Phase der Politisierung\/politischen Orientierung durchlaufen und viele beginnen, sich politisch zu engagieren<\/li>\n<li>weil sie \u00fcber Schulen, Sch\u00fclerInnenvertretungen und Jugendringe, aber auch \u00fcber Sch\u00fclerzeitschriften gut erreichbar sind<\/li>\n<li>weil sie sich fr\u00fch an die Humanistische Union binden. <\/li>\n<\/ul>\n<p>Um Sch\u00fclerInnen mit unserer Arbeit vertraut zu machen, w\u00e4re ein regelm\u00e4\u00dfiges (monatlich, wenigstens alle 3 Monate) Angebot kurzer (1-2 Seiten) und auf die Zielgruppe zugeschriebener Artikel \u00fcber unsere Themen zur Information und zum Abdruck sinnvoll. Dies setzt den Aufbau und die Pflege entsprechender Kontakte (Verteiler f\u00fcr Jugendmedien) voraus. Der Aufbau solcher Kontakte k\u00f6nnte dadurch erleichtert werden, dass die HU mit anderen Verb\u00e4nden oder Institutionen kooperiert, die in diesem Feld bereits aktiv sind (potenzielle Kooperationspartner sind etwa jugendpresse e.V. und die Landeszentralen f\u00fcr politische Bildung).<\/p>\n<p>Damit die HU junge Menschen erreichen kann, m\u00fcssten unsere traditionell eher textlastig und juristisch ausfallenden Publikationen angepasst und allgemein-verst\u00e4ndlicher formuliert werden (das betrifft aber nicht nur diese Zielgruppe, sondern allgemein die Au\u00dfendarstellung der HU). F\u00f6rderlich w\u00e4re es zudem, wenn in den Materialien an die Lebenswelt der jeweiligen Zielgruppe angekn\u00fcpft werden w\u00fcrde.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"zielgruppe-studenten\">Zielgruppe Studenten<\/span><\/h2>\n<p>Eine weitere interessante Zielgruppe sind StudentInnen insbesondere der Sozial- und Rechtswissenschaften. Unter ihnen finden sich viele politisch Aktive und entsprechende Gruppen, Verb\u00e4nde und Medien (bei den Juristen bspw. akj\/bakj-Gruppen, &#8222;Forum Recht&#8220;). Studierendenzeitungen und Studierendenvertretungen k\u00f6nnten wir regelm\u00e4\u00dfige Positionspapiere \/ Inhalte anbieten, \u00e4hnlich wie bei der Zielgruppe Sch\u00fcler. Der Ressourceneinsatz besteht auch hier in der Erarbeitung der Inhalte sowie dem Aufbau und der Pflege der entsprechenden Verteiler.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sollte verst\u00e4rkt die Kooperation mit studentischen Gruppen und Verb\u00e4nden gesucht werden. Die zahlreichen pers\u00f6nlichen Verbindungen zum bakj, zu &#8222;Forum Recht&#8220; und zu verschiedenen akj-Gruppen wollen wir st\u00e4rker nutzen, um gemeinsame Veranstaltungen durchzuf\u00fchren oder anzuregen, dass Vertreter der HU zu universit\u00e4ren Veranstaltungen als Referierende eingeladen werden.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"zielgruppe-berufseinsteiger\">Zielgruppe Berufs&shy;ein&shy;steiger<\/span><\/h2>\n<p>Bereits in der Vergangenheit hat die HU einen Teil ihrer aktiven Mitglieder dadurch gewonnen, das wir Mitglieder aus bestimmten Jugendorganisationen (akj\/bakj) beerbten, wenn ihr dortiges Engagement aus Altersgr\u00fcnden bzw. wegen eines Wechsels in das Berufsleben endete. Diese Bem\u00fchungen wollen wir systematisch vertiefen. Eine f\u00fcr die HU sehr interessante Zielgruppe sind beispielsweise Doktoranden, die ihre Promotion zu einem b\u00fcrgerrechtlichen Thema geschrieben haben. Bei ihnen handelt es sich i.d.R. um hochqualifizierte Menschen, die sich sehr ausgiebig mit einem bestimmten Problem besch\u00e4ftigt haben. In einem ersten Schritt wollen wir durch Literaturrecherchen versuchen, gezielt solche Doktoranden zu finden. Diese k\u00f6nnten dann gezielt auf unsere Arbeit angesprochen werden, ggf. ergeben sich daraus Veranstaltungen, in denen sie \u00fcber ihre Ergebnisse berichten k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"zielgruppe-berufstaetige-juristen-insbesondere-rechtsanwaelte\">Zielgruppe berufs&shy;t&auml;&shy;tige Juristen, insbe&shy;son&shy;dere Rechts&shy;an&shy;w&auml;lte <\/span><\/h2>\n<p>Eine Berufsgruppe, zu der die HU eine besondere Affinit\u00e4t haben d\u00fcrfte, sind berufst\u00e4tige Juristen, insbesondere Rechtsanw\u00e4lte. Vor allem wenn sie als StrafverteidigerInnen oder im Ausl\u00e4nderrecht t\u00e4tig sind, leben sie in ihrer Berufsrolle von den B\u00fcrgenrechten: B\u00fcrgerrechte sind ihre Arbeitsinstrumente, Menschen, die unter Beschneidungen ihrer B\u00fcrgerrechte leiden, sind ihre Klienten. Und schlie\u00dflich ist die B\u00fcrgerrechtsmaterie auch immer eine sehr juristische. Umgekehrt vertritt die HU viele Kernthemen, die im Bereich Strafverteidigung und Ausl\u00e4nderrecht wichtig sind. Die Ausgestaltung der Verfahrensrechte, des Strafvollzugs, der Straftatbest\u00e4nde und des Datenschutzes betrifft und ber\u00fchrt diese Berufsgruppe unmittelbar.<\/p>\n<p>Deshalb w\u00e4re eine systematische Belieferung der Berufsverb\u00e4nde und Medien dieser Zielgruppe mit Informationen \u00fcber die aktuelle Arbeit der HU w\u00fcnschenswert. Denkbar w\u00e4re auch, in Fachzeitungen (NJW, DuD, StV, NStZ, KJ, KritV usw.) zu publizieren bzw. bei Publikationen von HU-Mitgliedern deren Autorenangabe mit einem entsprechenden Hinweis zu versehen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus halten wir eine gezielte Anwerbung von VertreterInnen des akademischen Mittelbaus und der Lehrenden f\u00fcr n\u00f6tig. Diese bringen neben ihrer hohen fachlichen Qualifikation oft auch multiplikatorische Kompetenzen mit, weil sie in anderen Organisation und Netzwerken eingebunden sind. Nach dem Vorbild der amerikanischen Wahlspenden-Dinners w\u00e4ren hier Veranstaltung (in etwas gehobenem Ambiente) denkbar, bei denen inhaltlich nahestehende Kollegen gezielt einzuladen sind. An diesen Veranstaltungen k\u00f6nnten sich Vorstands- und Beiratsmitglieder beteiligen, die einerseits ein inhaltliches Thema, andererseits aber auch dezidiert die Bedeutung der HU in diesem Themenbereich herausstellen. Damit lie\u00dfe sich diese Zielgruppe ansprechen, um unsere Anliegen durch Spenden und\/oder aktive Beteiligung zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"zielgruppe-journalisten-mediengestalter\">Zielgruppe: Journa&shy;listen, Medien&shy;ge&shy;stalter<\/span><\/h2>\n<p>Journalisten und MedienvertreterInnen sind f\u00fcr jede NGO ein sehr wertvolle Zielgruppe, da \u00fcber sie direkte Kontakte zu Medienorganen aufgebaut und damit die Inhalte und Ziele an die \u00d6ffentlichkeit transportiert werden k\u00f6nnen. Hinzu kommt, dass das Engagement der HU f\u00fcr Meinungs- und Pressefreiheit, f\u00fcr freien Informationszugang und f\u00fcr Datenschutz auch im Interesse von Journalisten ist. Aufgabe der HU w\u00e4re es, diesen Bezug b\u00fcrgerrechtlichen Engagements zur journalistischen Praxis deutlicher zu machen. Dies soll in einem ersten Schritt dadurch geschehen, dass wir mit einem speziell auf Journalisten zugeschnittenen Flyer \u00fcber unsere Themen berichten, die f\u00fcr diese Zielgruppe relevant sind. Um den Kontakt zu (politisch aktiven) Journalisten aufzubauen, ist die Teilnahme der HU mit einem Informationsstand am Journalistentag der Deutschen Journalisten Union (DJU) im November dieses Jahres geplant.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"zielgruppe-berufsaussteiger-pensionaere\">Zielgruppe: Berufs&shy;aussteiger \/ Pension&auml;re<\/span><\/h2>\n<p>Im Vergleich mit den anderen Zielgruppen haben Ruhest\u00e4ndlerInnen mehr Zeit f\u00fcr ehrenamtliches Engagement und verf\u00fcgen zudem \u00fcber reichhaltige politische Erfahrungen. Besonders f\u00fcr diese Zielgruppe w\u00e4re es daher entscheidend, ihnen konkrete Ansatzpunkte f\u00fcr ein Engagement in der HU zu bieten. So ist denkbar, dass der Vorstand in Zusammenarbeit mit der Gesch\u00e4ftsstelle einzelne Projekte entwirft, f\u00fcr die dann gezielt Aktive gesucht werden, die ein solches Projekt umsetzen wollen.<\/p>\n<h5><span id=\"4-methoden\">4. Methoden<\/span><\/h5>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"kooperation-mit-den-bildungswerken\">Kooperation mit den Bildungs&shy;werken<\/span><\/h2>\n<p>Neben der HU gibt es zwei Bildungswerke mit unserem Namen, die ein origin\u00e4res Interesse am Fortbestand und der Entfaltung der HU haben m\u00fcssten. Innerhalb des Vorstands gab es daher mehrfach die Idee, die Bildungswerke f\u00fcr die Umfeldwerbung und die Mitgliedergewinnung zu nutzen. Jedoch ist das Bildungswerk Bayern derzeit handlungsunf\u00e4hig und seine Zukunft ungewiss. Das Bildungswerk in NRW dagegen hat sich als Tr\u00e4ger f\u00fcr Erwachsenenbildung etabliert und verf\u00fcgt heute \u00fcber einen thematischen Schwerpunkt, der uns bei der Mitgliedergewinnung kaum hilft. Dennoch wollen wir mit dem Bildungswerk NRW versuchen, in Zukunft regelm\u00e4\u00dfiger Veranstaltungen zu unserem Kernbereich B\u00fcrgerrechte zu machen (ein bis drei im Jahr?). Hierbei k\u00f6nnen wir vor allem die p\u00e4dagogisch-didaktische Kompetenz der MitarbeiterInnen gut gebrauchen, um auch j\u00fcngere B\u00fcrger anzusprechen.<\/p>\n<p>Eine weitere \u00dcberlegung ist, die im Essener Bildungswerk vorhandenen Kompetenzen verst\u00e4rkt zur Eigenqualifizierung der HU-Aktiven zu nutzen. Dies betrifft einerseits die Frage, wie die HU f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Projekte vermehrt F\u00f6rdergelder einwerben kann. Das Bildungswerk kann hier auf umfangreichere Erfahrungen zur\u00fcckgreifen. Au\u00dferdem sind durch die Fusion mit dem Hannah-Ahrendt-Bildungswerk neue M\u00f6glichkeiten im Aufbau von Medienkompetenzen hinzugekommen. Ein Medientraining f\u00fcr HU-Aktive w\u00e4re genauso hilfreich wie ein Kursus in der medialen Aufbereitung von HU-Aktionen.<\/p>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"unterstuetzung-fuer-die-arbeit-der-landes-und-ortsgruppen\">Unter&shy;st&uuml;t&shy;zung f&uuml;r die Arbeit der Landes- und Ortsgruppen<\/span><\/h2>\n<p>Erfreulicherweise haben sich in den vergangenen Monaten einige HU-Initiativen auf lokaler Ebene wieder gegr\u00fcndet: neben den aktiven Gruppen in Berlin, M\u00fcnchen, Marburg und Frankfurt finden jetzt auch wieder regelm\u00e4\u00dfige Treffen in Baden-W\u00fcrttemberg, Bremen, Hamburg, und Hannover statt. Unser Ziel ist es, diese lokalen Gruppen so weit als m\u00f6glich zu unterst\u00fctzen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wir m\u00f6chten verst\u00e4rkt Informationsmaterial und Flyer zu den bundesweit aktuellen Themen anbieten, die Regionalgruppen in ihrer Arbeit vor Ort verwenden k\u00f6nnen. Zu einem neuen HU-Projekt, der Kampagne gegen Vorratsdatenspeicherung, liegen in der Bundesgesch\u00e4ftsstelle ein kurzer Informationsflyer und eine ausf\u00fchrliche Stellungnahme (in gebundener Form) vor. Mittelfristig soll es eine ganze Reihe ansprechend gestalteter Kurztexte zu den verschiedenen Themenbereichen der HU geben (etwa: Sterbehilfe, IFG), die in der Bundesgesch\u00e4ftsstelle abgerufen werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Durch die Umstellung der Internetplattform sind wir jetzt in der Lage, regionalen Gruppen bei Bedarf schnell und unkompliziert eigene Seiten im Netz einzurichten. Diese k\u00f6nnen von den Aktiven vor Ort selbst gestaltet werden und bieten neuen Gruppen eine einfache Plattform zur Selbstdarstellung.<\/li>\n<li>Veranstaltungsvorschl\u00e4ge: der Bundesverband entwickelt bspw. f\u00fcr abendliche Diskussionsveranstaltungen einige Themenvorschl\u00e4ge inkl. dem Angebot der dazugeh\u00f6rigen Referenten (die in erster Linie aus dem BuVo kommen w\u00fcrden, aber nat\u00fcrlich auch gut aus anderen Teilen der HU). Auf die Referenten w\u00fcrde nat\u00fcrlich die damit verbundene Reiset\u00e4tigkeit zukommen. <\/li>\n<\/ul>\n<h2 class=\"auto-created\"><span id=\"persoenliche-mitgliederwerbung\">Pers&ouml;nliche Mitglie&shy;d&shy;er&shy;wer&shy;bung<\/span><\/h2>\n<p>Schlie\u00dflich: Erfolgreiche Werbung geht \u00fcber den pers\u00f6nlichen Kontakt. Einer der ersten Schritte wird daher ein (sich regelm\u00e4\u00dfig wiederholender) Aufruf an alle Mitglieder sein, in ihrem pers\u00f6nlichen Umfeld potenziell interessierte Menschen anzusprechen und zu versuchen, sie f\u00fcr eine Mitarbeit in der HU zu gewinnen.<\/p>\n<p><i>Jochen Goerdeler \/ Sven L\u00fcders<\/i><\/p>\n<p><i>Literatur zum Thema:<br \/>Ursula Neumann (1996): Die Mitgliederbefragung hat Konsequenzen. &#8211; Hoffentlich! Anregungen zu angeregtem Nachdenken \u00fcber die Humanistische Union. In: Verbandstag 1996 der Humanistischen Union e.V. <br \/>Ursula Neumann (1996): Wir \u00fcber uns &#8211; Die Auswertung der Mitgliederbefragung. Mitteilungen der Humanistischen Union Nr. 154 (Juni 1996), S.56-59<\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[770],"autoren":[139],"publikationen":[940],"class_list":["post-9479","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-verbandsnachrichten","autoren-sven-lueders","publikationen-940"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Projekt: Mitgliederwerbung. 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