{"id":9529,"date":"2005-12-15T18:10:00","date_gmt":"2005-12-15T17:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/eu-setzt-vorratsdatenspeicherung-durch\/"},"modified":"2021-08-31T10:14:03","modified_gmt":"2021-08-31T08:14:03","slug":"eu-setzt-vorratsdatenspeicherung-durch","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/191\/publikation\/eu-setzt-vorratsdatenspeicherung-durch\/","title":{"rendered":"EU setzt Vorratsdatenspeicherung durch"},"content":{"rendered":"<p>Stellungnahme der Humanistischen Union zur EU-Richtlinie &uuml;ber die Vorratsdatenspeicherung<\/p>\n<p>Mitteilungen Nr. 191, S.7-9<\/p>\n<p>Am 14. Dezember 2005 hat das Europ&auml;ische Parlament nach heftigen Debatten einer Richtlinie &uuml;ber die Vorratsspeicherung von Daten, die bei der Bereitstellung &ouml;ffentlicher elektronischer Kommunikationsdienste verarbeitet werden, zugestimmt. Damit sind nach &Uuml;bernahme der Richtlinie in nationales Recht die Telekommunikationsanbieter verpflichtet, s&auml;mtliche bei der elektronischen Kommunikation anfallenden Verkehrsdaten f&uuml;r einen Zeitraum von sechs bis zu 24 Monaten zu speichern und sie Polizeien und Geheimdiensten zug&auml;nglich zu machen. Damit l&auml;sst sich feststellen, wer wann mit wem von welchem Ort kommuniziert und auch wer welche Webseite besucht hat.<\/p>\n<p>Die Humanistische Union hat den deutschen Abgeordneten des Europ&auml;ischen Parlamentes vor der Abstimmung eine ausf&uuml;hrliche Stellungnahme zum Richtlinienentwurf zukommen lassen, in der auf grobe Verst&ouml;&szlig;e gegen das Grundgesetz und die Europ&auml;ische Menschenrechtskonvention hingewiesen wurde. Im Folgenden fassen wir die b&uuml;rgerrechtliche Bewertung aus der Stellungnahme zusammen.<\/p>\n<h5><span id=\"konfliktgehalt\">Konfliktgehalt<\/span><\/h5>\n<p>Die Nutzung moderner digitaler Kommunikationstechnologie und &ndash;dienste wie Handy, E-Mail, Internet, SMS ist in unseren Gesellschaften nicht mehr wegzudenken, sie sind selbstverst&auml;ndlicher Teil des Privatlebens der meisten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger geworden. Dadurch, dass diese Kommunikationsdienste digital erbracht werden, ist es auf bislang nie da gewesene Weise technisch m&ouml;glich, Verhaltensweisen von Einzelpersonen bis hin zu eingehenden Pers&ouml;nlichkeitsprofilen aufzuzeichnen. Die zugrundeliegende digitale Technologie ist derzeit so gestaltet, dass jeder einzelne Nutzungsschritt der genannten Medien zun&auml;chst digital aufgezeichnet und in aller Regel einer bestimmten Person zuordenbar ist. Allerdings beschr&auml;nkt sich die gegenw&auml;rtige Praxis der Speicherung bei Telekommunikations- und Internetprovidern grunds&auml;tzlich auf diejenigen Verkehrsdaten, welche f&uuml;r die Erbringung des Dienstes und anschlie&szlig;end zu Abrechnungszwecken erforderlich sind. Mit der Einf&uuml;hrung einer obligatorischen und verdachtslosen Dauerspeicherung w&uuml;rde der &uuml;ber jeden Bundesb&uuml;rger anfallende Datenschatten s&auml;mtlicher seiner &uuml;ber technische Medien vorgenommenen Verhaltensweisen dauerhaft in einem dem potentiellen Zugriff aller interessierten Stellen angelegten Informationsreservoir zur Verf&uuml;gung gestellt.<\/p>\n<p>Versto&szlig; gegen Artikel 10 Grundgesetz<\/p>\n<p>Die Einf&uuml;hrung einer Vorratsdatenspeicherung bedeutet eine grundlegende Abkehr von tragenden Prinzipien des Fernmeldegeheimnisses und des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung. Au&szlig;erdem steht sie im Widerspruch zu den &ndash; einfachgesetzlichen &ndash; Strukturprinzipien des Telekommunikationsgesetzes (TKG) als auch des Teledienstedatenschutzgesetzes (TDDSG).<\/p>\n<p>Das in Artikel 10 Grundgesetz (GG) geregelte Fernmeldegeheimnis sch&uuml;tzt nicht nur Inhalte, sondern auch die Kenntniserlangung von Tatsache und Umst&auml;nden einer Kommunikation durch den Staat. Der Grundrechtsschutz erstreckt sich damit auch auf die Kommunikationsumst&auml;nde, insbesondere die Verkehrsdaten. Dazu geh&ouml;ren Informationen dar&uuml;ber, ob wann und wie oft zwischen welchen Personen oder Fernmeldeanschl&uuml;ssen Fernmeldeverkehr stattgefunden hat oder versucht worden ist (vgl. BVerfGE 67, 157, 172). Ein Eingriff in das Fernmeldegeheimnis liegt bereits in der generellen Verpflichtung zur Speicherung (&uuml;ber das f&uuml;r die technische Durchf&uuml;hrung Erforderliche hinaus) und dem Zugriff (BVerfGE 100, 313, 359, 366 ff.) vor.<\/p>\n<h5><span id=\"datenschutz-durch-datenvermeidung\">Datenschutz durch Daten&shy;ver&shy;mei&shy;dung<\/span><\/h5>\n<p>Bereits 1997 zog der deutsche Gesetzgeber &ndash; gerade aus der besonderen Situation des Internet &ndash; den Schluss, es m&uuml;sse das Grundprinzip der Datenvermeidung gelten: Nur wenn unmittelbar nach Ende der jeweiligen Nutzung die Nutzungsdaten gel&ouml;scht werden &ndash; mit Ausnahme der Abrechnungsdaten &ndash; k&ouml;nne der Datenschutz der Nutzer wirksam gew&auml;hrleistet werden. Auch die Novellierung des Bundesdatenschutzgesetzes im Jahre 2001 f&uuml;hrte das zentrale Prinzip des Systemdatenschutzes ein: Bereits bei der Gestaltung der Systeme sollten datenvermeidende bzw. datensparsame Techniken eingesetzt werden. Dieser bewusst vorgenommene Paradigmenwechsel in den Datenschutzkonzepten des deutschen &ndash; einfachgesetzlichen &ndash; Gesetzgebers droht nun, aus Br&uuml;ssel gezielt entwertet zu werden. Das unumstritten wirksamste Instrument des Datenschutzes, die Datenvermeidung, wird den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern damit bereits auf technischer Infrastrukturebene aus der Hand geschlagen.<\/p>\n<p>Besondere Sensitivit&auml;t der Daten<\/p>\n<p>Soweit in der &ouml;ffentlichen Debatte betont wird, es handele sich bei den zu speichernden Verkehrsdaten um keine Inhaltsdaten, kann dem nicht ohne weiteres zugestimmt werden. Nutzerprofile von Internetsurfern geben z.B. aufgrund der Aussagen &uuml;ber die genutzten Webseiten weitgehenden Aufschluss &uuml;ber m&ouml;gliche politische Interessen, &uuml;ber m&ouml;gliche Hobbies, pers&ouml;nliche Vorlieben etc. Hier ist es ohne gro&szlig;e Probleme m&ouml;glich, Inhalte zumindest zu rekonstruieren. Die insoweit betonte Abgrenzung zwischen den einen geringeren Eingriff nach sich ziehenden Verkehrsdaten und den Inhaltsdaten ist daher weitestgehend obsolet. Die undifferenzierte Dauerspeicherung sowohl von Internetnutzungs- als auch Telekommunikationsdaten wird auch nicht durch die von der Regelung vorgenommene zeitliche Abstufung der Speicherdauer aufgewogen. Vielmehr ist aus grundrechtlicher Sicht davon auszugehen, dass im Wesentlichen die Schutzma&szlig;st&auml;be f&uuml;r Inhaltsdaten anzuwenden sind.<\/p>\n<h5><span id=\"unbestimmte-zweckaenderung\">Unbestimmte Zweck&shy;&auml;n&shy;de&shy;rung<\/span><\/h5>\n<p>F&uuml;r zahlreiche der von der geplanten Regelung umfassten Verkehrsdaten fehlt es derzeit an jeglichem berechtigenden Interesse der Provider zur weiteren Speicherung. So handelt es sich bei der Speicherung von IP-Adressen, welche zur Nutzung des Internet den Rechnern von Kunden zugeordnet werden, um Daten, die allenfalls f&uuml;r die Dauer der technischen Erbringung vonn&ouml;ten sind. Soweit diese Daten zuk&uuml;nftig gespeichert werden sollen, handelt es sich um eine gesetzlich erzwungene Zweck&auml;nderung der Nutzung f&uuml;r allgemeine Sicherheitsinteressen. Eine solche Zweck&auml;nderung ist als eigener Eingriff in das Fernmeldegeheimnis zu werten, der entsprechend gerechtfertigt werden muss.<\/p>\n<p>Der von der EU bislang vorgegebene Katalog von Straftaten, bei denen Sicherheitsbeh&ouml;rden der Zugriff auf die anfallenden Daten einger&auml;umt werden soll, ist bereits so weit gefasst, dass er als nicht hinreichend bestimmt im Sinne der grundgesetzlichen Anforderungen zu bezeichnen ist. Dar&uuml;ber hinaus liegt in der fehlenden beschr&auml;nkenden Festlegung der nationalen Gesetzgeber auf einzelne schwere Straftaten etwa in Verbindung mit Terrorstraftaten eine die Anforderung der Bestimmtheit der Zwecke verletzende Regelung.<\/p>\n<p>Eine derart geplante Sammlung nicht anonymisierter Daten auf Vorrat zu unbestimmten oder noch nicht hinreichend bestimmbaren Zwecken ist mit der Verfassung unvereinbar. Speicherung und Verwendung erlangter Daten sind grunds&auml;tzlich an den (hinreichend konkret) zu bestimmenden Zweck gebunden, den das zur Kenntnisnahme erm&auml;chtigende Gesetz festgelegt hat (BVerfG 1 BvR 2226\/94 v. 14.7.1999, sog. Staubsauger-Urteil; ebenso im Volksz&auml;hlungsurteil: BVerfGE 65, 1, 47).<\/p>\n<h5><span id=\"verstoss-gegen-das-uebermassverbot\">Versto&szlig; gegen das &Uuml;berma&szlig;&shy;verbot<\/span><\/h5>\n<p>Die geplante verbindliche Speicherung aller Verkehrsdaten aus Telekommunikation und Internet stellt einen schweren Eingriff in das Fernmeldegeheimnis dar. Sie verst&ouml;&szlig;t klar gegen den Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz und ist deshalb verfassungswidrig.<\/p>\n<p>Das grundlegend neue Element im Vorgehen des europ&auml;ischen Gesetzgebers bei der Vorratsdatenspeicherung besteht in der verpflichtenden Speicherung s&auml;mtlicher Daten s&auml;mtlicher Nutzer. Damit wird &ndash; zumindest mit Blick auf den bei personenbezogenen Daten unstreitig als Grundrechtseingriff zu qualifizierenden Speicherungsvorgang &ndash; jegliche Unterscheidung zwischen mutma&szlig;lichen Tatverd&auml;chtigen, blo&szlig;en Kontaktpersonen und bislang v&ouml;llig unbescholtenen B&uuml;rgern aufgegeben. Im Gegenteil m&uuml;ssen s&auml;mtliche B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger einen massiven Eingriff hinnehmen, um die nach Aussagen von Experten sich bei dieser Vorgehensweise allenfalls im Promillebereich bewegende potentielle Erkennung eines Straft&auml;ters zu erm&ouml;glichen.<\/p>\n<p>Im Ergebnis wird damit pauschal die gesamte Ebene der bei der Frage der rechtlichen Zul&auml;ssigkeit ma&szlig;geblichen Verarbeitungsebene Speicherung\/Nicht-Speicherung der zuk&uuml;nftigen rechtsstaatlichen Gestaltung entzogen. Damit zeichnet sich ein &uuml;berwachungsstaatliches Szenario ab, bei dem zuk&uuml;nftig allenfalls noch &uuml;ber einzelne Zugriffe seitens bestimmter Institutionen verhandelt w&uuml;rde, wohingegen die Frage der staatlichen Verf&uuml;gbarkeit der Daten selbst dem Streit entzogen w&uuml;rde. Eine derartige Regelung ist mit den verfassungsfesten Schutzkonzeptionen von Artikel 10 GG als auch Artikel 2 Absatz 1 GG (Recht auf informationelle Selbstbestimmung) unvereinbar.<\/p>\n<h5><span id=\"flaechendeckende-infrastrukturmassnahme-unverhaeltnismaessig\">Fl&auml;chen&shy;de&shy;ckende Infra&shy;s&shy;truk&shy;tur&shy;ma&szlig;&shy;nahme unver&shy;h&auml;lt&shy;nis&shy;m&auml;&szlig;ig<\/span><\/h5>\n<p>Im Gegensatz zu rechtsstaatlich fragw&uuml;rdigen, weil undifferenziert alle B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger beeintr&auml;chtigenden polizeilichen Ma&szlig;nahmen wie etwa der Raster- und der Schleierfahndung wird hier auf einer viel grundlegenderen Ebene in die Rechte der Betroffenen eingegriffen. Bereits die genannten Ma&szlig;nahmen k&ouml;nnen nur dann zul&auml;ssig sein, wenn sie &uuml;ber einen eng begrenzten Zeitraum unter strikt formulierten rechtsstaatlichen Anforderungen in einem begrenzten Rahmen (z.B. Schleierfahndung an einer bestimmten &Ouml;rtlichkeit) ein herausragend wichtiges und anerkanntes Ziel verfolgen. Die vorliegende Regelung hingegen zielt auf eine verbindliche technische Infrastrukturvorgabe, die damit dauerhaft den gesamten Rahmen der Kommunikationsinfrastrukturen von Telekommunikation und Internet ver&auml;ndert. Die Regelung der Vorratsdatenspeicherung schafft die Grundlage f&uuml;r eine v&ouml;llig unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ige &Uuml;berwachungsdichte und zielt auf eine fl&auml;chendeckende europaweite Praxis der undifferenzierten Speicherung von personenbezogenen Daten &uuml;ber deren eigentliche Zwecke hinaus. Damit droht konkret u.a. die Einrichtung einer mit Hilfe moderner Data-Mining-Tools leicht zu realisierenden multifunktionalen Dauer-Rasterung der pers&ouml;nlichen Daten ganzer Bev&ouml;lkerungsteile. Ebenfalls droht die Anmeldung weiterer Interessenten f&uuml;r den Zugriff, so z.B. der Telekommunikationsprovider selbst. Diese d&uuml;rften in hohem Ma&szlig;e ein Eigeninteresse an der Auswertung z.B. im Rahmen der Effektivierung ihrer Kundenbindungssysteme haben.<\/p>\n<h5><span id=\"beeintraechtigung-des-demokratischen-gemeinwohls\">Beein&shy;tr&auml;ch&shy;ti&shy;gung des demokra&shy;ti&shy;schen Gemeinwohls<\/span><\/h5>\n<p>Schlie&szlig;lich droht die geplante Vorratsdatenspeicherung das Vertrauen der Bev&ouml;lkerung in die Nutzung dieser Kommunikationsmittel insgesamt und nachhaltig zu besch&auml;digen. Damit besch&auml;digt die Europ&auml;ische Union massiv auch den von ihr so vielfach geforderten Weg Europas in die Informationsgesellschaft. Denn Grundlage dieser mit sensitivsten Daten der B&uuml;rger arbeitenden Infrastrukturen ist das &ndash; stets auch von der Europ&auml;ischen Union betonte &ndash; Vertrauen in deren datenschutzrechtlich abgesicherte Nutzbarkeit.<\/p>\n<p>Dies trifft den vom Bundesverfassungsgericht in st&auml;ndiger Rechtsprechung hervorgehobenen Punkt, wonach die Bef&uuml;rchtung einer staatlichen &Uuml;berwachung schon im Vorfeld zu Befangenheit in der Kommunikation und damit zu Kommunikationsst&ouml;rungen und Anpassungen f&uuml;hren k&ouml;nne. Damit betreffen die drohenden Einschr&auml;nkungen der Grundrechte die Kommunikation einer freien Gesellschaft insgesamt. Aufgrund dieses stets betonten Gemeinwohlbezuges des Grundrechtsschutzes insbesondere bei Artikel 10 GG ist eine fl&auml;chendeckende &Uuml;berwachungsinfrastrukturma&szlig;nahme wie die Vorratsdatenspeicherung bereits deshalb klar verfassungswidrig.<\/p>\n<h5><span id=\"verstoss-gegen-artikel-8-emrk\">Versto&szlig; gegen Artikel 8 EMRK<\/span><\/h5>\n<p>Nach Artikel 8 Absatz 1 EMRK hat jedermann das Recht auf Achtung seines Privat- und Familienlebens, seiner Wohnung und seines Briefverkehrs. Eingriffe sind nur zul&auml;ssig, soweit sie gesetzlich vorgesehen sind und eine Ma&szlig;nahme darstellen, die in einer demokratischen Gesellschaft zum Schutz der &ouml;ffentlichen Sicherheit, der Ruhe und Ordnung notwendig ist.<\/p>\n<p>In zahlreichen Entscheidungen hat der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte zu staatlichen &Uuml;berwachungsma&szlig;nahmen Stellung genommen. Ohne explizit Datenschutzrechte zu benennen, hat er dabei Vorgaben formuliert, die auch im vorliegenden Fall der Vorratsdatenspeicherung zum Tragen kommen. Danach sind staatliche &Uuml;berwachungen grunds&auml;tzlich auf F&auml;lle zu beschr&auml;nken, bei denen tats&auml;chliche Anhaltspunkte f&uuml;r den Verdacht einer Straftat vorliegen. Erfasst werden d&uuml;rfen grunds&auml;tzlich ausschlie&szlig;lich verd&auml;chtige Personen. Die &Uuml;berwachungsma&szlig;nahme ist zeitlich zu beschr&auml;nken. Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze und unter Beachtung des auch bei der Auslegung der EMRK zentral zu beachtenden allgemeinen Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzips bei Grundrechtseingriffen liegt eine klare Verletzung von Artikel 8 EMRK vor. Hierauf haben auch die nach der EG-Datenschutzrichtlinie 95\/46 eingerichtete Artikel 29-Gruppe der Datenschutzbeauftragten der Mitgliedstaaten als auch der europ&auml;ische Datenschutzbeauftragte richtig hingewiesen. Die geplante Richtlinie sollte daher umgehend dem Europ&auml;ischen Gerichtshof zur Bewertung vorgelegt werden, dessen Entscheidungen ganz wesentlich auf der Rechtsprechung zur EMRK sowie auf der Verfassungstradition der Mitgliedstaaten beruhen.<\/p>\n<p>Die vollst&auml;ndige Stellungnahme kann &uuml;ber die Bundesgesch&auml;ftsstelle angefordert oder im Internet heruntergeladen werden:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/article.php?sid=246\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.humanistische-union.de\/article.php<\/a><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[738],"autoren":[219,284],"publikationen":[943],"class_list":["post-9529","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","tag-vds-meldungen","autoren-martina-kant","autoren-nils-leopold","publikationen-943"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>EU setzt Vorratsdatenspeicherung durch - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/191\/publikation\/eu-setzt-vorratsdatenspeicherung-durch\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"EU setzt Vorratsdatenspeicherung durch - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Stellungnahme der Humanistischen Union zur EU-Richtlinie &uuml;ber die Vorratsdatenspeicherung Mitteilungen Nr. 191, S.7-9 Am 14. 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