{"id":9772,"date":"2001-12-01T11:58:00","date_gmt":"2001-12-01T10:58:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/publikation\/rote-hilfe\/"},"modified":"2001-12-01T12:00:00","modified_gmt":"2001-12-01T11:00:00","slug":"rote-hilfe","status":"publish","type":"publikation","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/publikation\/rote-hilfe\/","title":{"rendered":"Rote Hilfe"},"content":{"rendered":"<p>Mitteilungen Nr.176 S. 114<\/p>\n<p>Heinz-J\u00fcrgen Schneider, Erika Schwarz, Josef Schwarz: Die Rechtsanw\u00e4lte der Roten Hilfe Deutschlands. Politische Strafverteidiger in der Weimarer Republik &#150; Geschichte und Biografien. Vorw. Heinrich Hannover<br \/>ca. 360 S., zahlreiche Abb. Und Faksimiles, gebunden. Subskriptionspreis bis 1. M\u00e4rz 2002 Euro 20,00, danach Euro 25,00<br \/>Es werden 200 Vorbestellungen ben\u00f6tigt, damit der Titel erscheinen kann.<\/p>\n<p>Inhalt: Zur Geschichte der Roten Hilfe Deutschlands; Der Feind steht links &#150; Politische Justiz 1919-1933; Justizkrieg &#150; Die Arbeit der Anw\u00e4lte der Roten Hilfe Deutschlands; Strategien f\u00fcr den Kampf im Gerichtssaal; Prozesse, Aktionen, Kampagnen, Untersuchungsaussch\u00fcsse; Wie verteidigt sich der Proletarier vor Gericht; F\u00fcr eine fortschrittliche Rechtspolitik; Die internationale Juristische Vereinigung; Der Alltag eines Rote-Hilfe-Anwalts; Das Ende. Zu Unrecht (fast) vergessen: 300 Biographien der f\u00fcr die Rote Hilfe t\u00e4tigen Rechtsanw\u00e4lte; Literatur- und Quellenverzeichnis; Alphabetische \u00dcbersicht \u00fcber die regionale Verteilung der f\u00fcr die Rote Hilfe t\u00e4tigen Rechtsanw\u00e4lte in Deutschland bis 1933.<br \/>&#132;Die Autoren sind auf historische Spurensuche gegangen. Sie haben Namen und Lebensdaten von Rechtsanw\u00e4lten aufgesp\u00fcrt, die in den 14 Jahren der Weimarer Republik, in denen sich das Hitler-Reich ank\u00fcndigt, im Auftrage der Roten Hilfe Menschen vor Gericht verteidigt haben. Es ist traurig, da\u00df diese Anw\u00e4lte und die Menschen , die damals angeklagt wurden, in Vergessenheit geraten konnten, denn sie waren es, die gegen die faschistischen Terroristen und ihre Wegbereiter im Staatsapparat und in der Justiz schon zu einer Zeit gek\u00e4mpft haben, als deren &#132;Machtergreifung&#147; noch zu verhindern gewesen w\u00e4re. An diese von republikfeindlichen, deutsch-national oder faschistisch gesinnten Richtern verurteilten Angeklagten und deren Verteidiger h\u00e4tte das kollektive Geschichtsbewusstsein der Deutschen nach dem Zusammenbruch des Nazi-Staates ankn\u00fcpfen k\u00f6nnen. Sie waren die Repr\u00e4sentanten des anderen Deutschland, an das die kollektivschuldige Mehrheit sich h\u00e4tte erinnern sollen, als sie sich ihrer eigenen Geschichte sch\u00e4mte oder h\u00e4tte sch\u00e4men m\u00fcssen.<br \/>Aber da gab es Gr\u00fcnde, sich dieser Menschen nicht zu erinnern, denn gerade an ihnen war man schuldig geworden, und sie waren noch immer oder schon wieder Gegenstand des Hasses oder der Diskriminierung. Da\u00df die Angeklagten der politischen Justiz von 1918- bis 1933 ganz \u00fcberwiegend Kommunisten waren, sicherte ihnen zwar in der DDR ein ehrendes Andenken, nicht aber in der alten Bundesrepublik, in der historische Verdienste von Kommunisten einfach nicht wahr sein durften und weiterhin der Zensur durch Verschweigen verfielen. Sich ihrer zu erinnern h\u00e4tte der neuen Kommunistenverfolgung, die bis in unsere Tage anh\u00e4lt, im Wege gestanden.<br \/>Mit den Verteidigern hatten beide deutsche Nachkriegsstaaten ihre Schwierigkeiten. Nicht nur, weil sie ganz \u00fcberwiegend Juden oder j\u00fcdischer Abstammung waren und antisemitische Geisteshaltungen hier wie dort fortwirkten oder wiederkamen.<br \/>Auch soweit sie Kommunisten waren, erinnerte man sich ihrer sowohl im Westen wie im Osten nicht gerne, weil man nicht \u00fcber sie reden kann, ohne auch der schw\u00e4rzesten Abschnitte deutscher und sowjetischer Geschichte zu gedenken. Denn die Lebensl\u00e4ufe vieler Angeklagten und ihrer Verteidiger endeten in Gef\u00e4ngnissen und Todeslagern. Und zwar, was f\u00fcr alle freiheitlich gesinnten Sozialisten besonders emp\u00f6rend ist, nicht nur in denen Hitlers, sondern auch denen Stalins.<br \/>Und auch dieses Buch ist eine Sammlung ersch\u00fctternder Lebensschicksale in Kurzfassung. Immer wieder finden wir Schlusss\u00e4tze wie &#132;&#8230; und nach einj\u00e4hriger Haft zum Tode verurteilt und erschossen.&#147;<br \/>Dieses Buch kann von vielen Rechtsanw\u00e4lten, die in jener mit antikommunistischer Feindseeligkeit und Mordbereitschaft aufgeladenen Zeit zwischen 1918 und 1933 den Mut hatten, Kommunisten, Sozialdemokraten und Linke vor Gericht zu verteidigen, nur d\u00fcrre Daten und Fakten mitteilen, die von den Autoren mit viel M\u00fche ermittelt worden sind. Aber f\u00fcr jeden, dem die barbarischen staatlichen Gro\u00dfverbrechen des 20. Jahrhunderts nicht unbekannt sind, werden aus vielen Stichworten menschliche Katastrophen lebendig, die sich zu einem dramatischen historischen Gesamtbild zusammensetzen.&#147;<br \/>Aus dem Vorwort von Heinrich Hannover<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[],"tags":[],"autoren":[608],"publikationen":[871],"class_list":["post-9772","publikation","type-publikation","status-publish","hentry","autoren-heinrich-hannover","publikationen-mitteilungen"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Rote Hilfe - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/mitteilungen\/publikation\/rote-hilfe\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Rote Hilfe - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Mitteilungen Nr.176 S. 114 Heinz-J\u00fcrgen Schneider, Erika Schwarz, Josef Schwarz: Die Rechtsanw\u00e4lte der Roten Hilfe Deutschlands. 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