{"id":1082,"count":15,"description":"<h5>Religion und moderne Gesellschaft<\/h5>\n<p>vorg&auml;nge. Zeitschrift f&uuml;r B&uuml;rgerrechte und Gesellschaftspolitik, 45. Jahrgang, Heft&nbsp;1 (M&auml;rz 2006)\n<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als vor f&uuml;nf Jahren J&uuml;rgen Habermas in seiner Dankesrede f&uuml;r den Friedenspreis des deutschen Buchhandels den Glauben als gesellschaftliche Macht entdeckte, &uuml;berraschte der Theoretiker der Moderne damit seine Zuh&ouml;rer in der Frankfurter Paulskirche. Dennoch trafen seine Worte vier Wochen nach dem 11. September 2001 den Nerv der Zeit. Seither erleben wir hierzulande eine permanente Diskussion &uuml;ber die Zusammenh&auml;nge von Religion, Politik und &Ouml;ffentlichkeit, in Deutschland, im Verh&auml;ltnis zu islamisch gepr&auml;gten L&auml;ndern, aber auch in der Selbstbefragung westlicher Gesellschaften. Kopftuch und Karikaturen, der Papst und die Pr&auml;ambel der gescheiterten EU-Verfassung: Die Religion scheint in den s&auml;kular-aufgekl&auml;rten Gesellschaften des Westens mitnichten den langsamen Tod gestorben zu sein, der ihr viele Jahrzehnte prophezeit wurde. Doch kann man angesichts dieser zahllosen - oft medial inszenierten - Ph&auml;nomene von einer Renaissance der Religion sprechen? Vieles spricht eher daf&uuml;r, dass das gesellschaftliche Subsystem Glauben heute, in einer ansonsten ideologiearmen Zeit, in den &ouml;ffentlichen Debatten einspringen muss, um den Auseinandersetzungen prinzipielle W&uuml;rde zu verleihen. Dennoch: Religion als politischer Faktor wurde hierzulande zu lange ignoriert, in abgekl&auml;rt aufkl&auml;rerischer Manier. 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