{"id":4438,"count":23,"description":"Krisendiagnosen der Demokratie gibt es derzeit viele: Hierzu z\u00e4hlen Zeitdiagnosen \u00fcber Populismus, Autoritarismus und Faschismus sowie der Befund einer inad\u00e4quaten Repr\u00e4sentation der B\u00fcrger*innen im politischen System. Auch die Kritik an der wachsenden sozialen Ungleichheit als Gefahr f\u00fcr die politische Gleichheit und die These einer Postdemokratie oder Erosion der Demokratie sind Elemente der Diskussionen \u00fcber Krisen der Demokratie. H\u00e4ufig berufen sich Autor*innen dann auf die Werte der \u201eliberalen Demokratie\u201c, die es gegen diese Gefahren zu verteidigen gelte. Dabei ger\u00e4t zum einen aus dem Blick, dass liberale Staaten auch aus sich selbst heraus demokratische Defizite generieren. Zum anderen bleiben solche Bekenntnisse dann in der Defensive: Es geht nur noch um die Bewahrung bestimmter G\u00fcter und Errungenschaften, nicht um ihre Verbesserung.\r\n\r\nIn dieser Ausgabe der <strong>vor<\/strong><em>g\u00e4nge<\/em> wollen wir aber nicht nur versuchen, einige der Krisenaspekte der Demokratie zu erfassen, sondern auch \u00fcber die Bewahrung deutlich hinausgehen. Dies wird getragen von der Annahme, dass die beste Rettung der Demokratie darin besteht, Staaten und Gesellschaften zu demokratisieren, sprich, einen Zuwachs an Demokratie zu erreichen. Begr\u00fcndet wird dies dadurch, dass Menschen, denen mehr (politische) Mitbestimmung einger\u00e4umt wird, weniger autorit\u00e4ren Tendenzen folgen und wom\u00f6glich sogar eher bereit sind, sich gegenseitig als frei und gleich zu begreifen und dabei eine gewisse Selbstwirksamkeit entfalten, indem sie aktiv mitwirken und auch Verantwortung f\u00fcr sich und ihr Gemeinwesen \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Die Fragen, welche politischen Kompetenzen die Bev\u00f6lkerung erhalten soll und welche Formen verantwortlicher Mitwirkung ihnen zugetraut werden, sind nicht nur politische, sondern auch gesellschaftliche und b\u00fcrgerrechtliche Fragen. Schlie\u00dflich geht es darum, welche Beteiligungsrechte die B\u00fcrger*innen in welchen Sph\u00e4ren bekommen sollen, welche individuellen und kollektiven Freiheiten den Menschen zukommen, um selbstbestimmt zu leben.","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-252\/","name":"vorg\u00e4nge Nr. 252: Demokratisierung","slug":"vorg-252","taxonomy":"publikationen","parent":854,"meta":[],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>vorg\u00e4nge Nr. 252: Demokratisierung Archive - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/publikationen\/vorgaenge\/vorg-252\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"vorg\u00e4nge Nr. 252: Demokratisierung Archive - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Krisendiagnosen der Demokratie gibt es derzeit viele: Hierzu z\u00e4hlen Zeitdiagnosen \u00fcber Populismus, Autoritarismus und Faschismus sowie der Befund einer inad\u00e4quaten Repr\u00e4sentation der B\u00fcrger*innen im politischen System. 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