{"id":6697,"date":"2018-10-30T18:16:00","date_gmt":"2018-10-30T17:16:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/es-hoert-nicht-mehr-auf\/"},"modified":"2025-08-15T14:21:19","modified_gmt":"2025-08-15T12:21:19","slug":"es-hoert-nicht-mehr-auf","status":"publish","type":"thema","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/es-hoert-nicht-mehr-auf\/","title":{"rendered":"Es h\u00f6rt nicht mehr auf!"},"content":{"rendered":"<p><i>Judith Bernstein, die Preistr\u00e4gerin unseres Preises &#8222;Aufrechter Gang&#8220;, informierte uns \u00fcber eine eine weitere Einschr\u00e4nkung der Meinungsfreiheit in M\u00fcnchen:<\/i><\/p>\n<p><i>Es h\u00f6rt nicht mehr auf!<\/i><\/p>\n<p><i>Wie wir heute erfahren haben, ist der Film \u201eHeimat am Rande\u201c von Wisam Zureik, zu dem die J\u00fcdisch-Pal\u00e4stinensische Dialoggruppe M\u00fcnchen eingeladen hatte, vom Atelier-Kino abgesagt worden. Das Kino\u00a0 wurde einer Diffamierungskampagne ausgesetzt. Zudem ist ein Brandbrief gegen die Vorf\u00fchrung in der gesamten Filmbranche in Deutschland im Umlauf<\/i><\/p>\n<p><i>Es tut uns sehr leid!<br \/>\nMit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/i><\/p>\n<p><i>Judith Bernstein<br \/>\n<\/i><a href=\"http:\/\/www.jpdg.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>www.jpdg.de<\/i><\/a><\/p>\n<p>Der Hintergrund des Geschehens wird aus der folgenden Presseerkl\u00e4rung der J\u00fcdisch-Pal\u00e4stinensischen Dialoggruppe M\u00fcnchen vom 5. Oktober 2018\u00a0\u00a0deutlich:<\/p>\n<p><i>Am 30.09.2018 sollte im Atelierkino M\u00fcnchen auf Initiative der J\u00fcdisch Pal\u00e4stinensischen Dialoggruppe M\u00fcnchen der Film \u201eHeimat am Rande\u201c des Regisseurs Wisam Zureik gezeigt werden. Dazu ist es nicht gekommen. Auf Intervention einer anonymen Gruppe, die sich \u201eM\u00fcnchner B\u00fcrger gegen Antisemitismus und Israelhass\u201c nennt, haben die Kinobetreiber die Vorstellung kurzfristig abgesagt.\u00a0<\/i><\/p>\n<p><i><br \/>\nAn die F\u00f6rderer des Films (Film und Medienstiftung NRW, Brot f\u00fcr die Welt, Rosa-Luxemburg-Stiftung und weitere) waren E-Mails verschickt worden, in denen den\u00a0 Veranstaltern Antisemitismus sowie den M\u00fcnchner Kinobetreibern <b>\u201eUnterst\u00fctzung von\u00a0 BDS Aktivisten\u201c<\/b> vorgeworfen wurde. Au\u00dferdem, so der Vorwurf, wolle man mit \u201eHeimat am Rande\u201c: <b>\u201eeinen einseitigen Propagandafilm, der Israel diffamiert und den Hass auf die Juden sch\u00fcrt!\u201c <\/b>vorf\u00fchren.<br \/>\nDemonstrativ und augenscheinlich um \u201cEinfluss\u201d zu suggerieren und eine dementsprechende Drohkulisse zu inszenieren, wurde\u00a0 in den Mails explizit darauf verwiesen, welche \u201eviel Interessierten\u201c Pers\u00f6nlichkeiten und Institutionen in CC gesetzt wurden: <\/i><\/p>\n<p><i><b>\u201ecc an viel Interessierte:<\/b><br \/>\n<b>\u00a0Zentralrat der Juden in Deutschland, Herr Dr. Schuster Pr\u00e4sidentin der IKG M\u00fcnchen, Frau Dr.h.c. Knobloch Generalkonsulin des Israelischen Generalkonsulats, S.E. Frau Simovich Botschafter des Staates Israel, S.E. Herr Issacharoff Antisemitismusbeauftragte, Politiker, Vertreter der DIG, der Christlich J\u00fcdischen Gesellschaft, SPME-Germany und weiteren Organisationen, Gemeinden, Kirchen, Institutionen, Filmschaffende &#8230;\u201c\u00a0 <\/b><br \/>\n<\/i><\/p>\n<p><i>Selbst vor der politischen Instrumentalisierung der Shoa schreckten die Verfasser nicht zur\u00fcck: <b>\u201eShoah-\u00dcberlebende, die diese Vorank\u00fcndigung gelesen haben, teilten uns mit, dass sie &#8211; wenn dies tats\u00e4chlich stattfindet &#8211; ihr Kino nicht mehr betreten werden.\u201c <\/b><\/i><\/p>\n<p><i>Nat\u00fcrlich hatten weder die Vorf\u00fchrung noch der Film etwas mit BDS zu tun, BDS war \u00fcberhaupt nicht Thema der Veranstaltung. Auch definieren wir uns nicht als \u201eBDS-Gruppe\u201c. Doch das spielt bei den Verleumdern keine Rolle. Vielmehr zeigt sich wieder\u00a0 einmal exemplarisch, welche taktische Funktion der BDS-Vorwurf erf\u00fcllen soll: Sobald\u00a0 eine politisch unliebsame Veranstaltung \u00fcber die israelische Politik auf ihrem Radar\u00a0 erscheint, wird \u00fcber mehrere Ecken irgendein Zusammenhang mit BDS konstruiert:\u00a0 Schon ist der Hebel gefunden, \u00fcber den sich die Veranstaltung verhindern lassen soll. <\/i><\/p>\n<p><i>Der Vorwurf, dass Wisam Zureiks einf\u00fchlsame Darstellung der komplexen Lebenswelten dreier Pal\u00e4stinenser_innen in Israel (die im \u00dcbrigen in israelischen Kinos ganz ohne \u201eSkandal\u201c gezeigt wird), <b>\u201eHass auf die Juden sch\u00fcrt\u201c<\/b>, ist grotesk, absurd und dient offensichtlich als rhetorisches Mittel zur Verhinderung dessen, was man selbst nicht h\u00f6ren will: die Narrative derjenigen, die eine andere Perspektive auf Politik und Gesellschaft in Israel haben, als man selbst.<\/i><\/p>\n<p><i>Zu Letzteren z\u00e4hlen wir uns auch selbst. Daher liegt uns auch nichts ferner als <b>\u201eIsraelhass\u201c. <\/b>Denn f\u00fcr viele von uns ist Israel der Ort, an dem wir aufgewachsen sind, an dem wir gelebt haben oder wo unsere Freunde und Teile unserer Familien leben. F\u00fcr viele von uns ist Israel (und Pal\u00e4stina) ein St\u00fcck Heimat. Eines jedoch k\u00f6nnen wir mit aller Bestimmtheit sagen: Das Israel, das sie meinen, ist in der Tat nicht das unsere. Unser Israel ist jenes, wo Menschen solidarisch f\u00fcr Gleichheit und Gerechtigkeit k\u00e4mpfen und wo an der Vision einer besseren Zukunft f\u00fcr alle Menschen zwischen Jordan und Mittelmeer festgehalten wird.<br \/>\nJ\u00fcdisch-Pal\u00e4stinensische Dialoggruppe M\u00fcnchen\u00a0 <\/i><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.jpdg.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>www.jpdg.de<\/i><\/a><i> , <\/i><a href=\"mailto:mailto%40jpdg.de\"><i>mailto@jpdg.de<\/i><\/a><i> <\/i><\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[2974],"tags":[],"class_list":["post-6697","thema","type-thema","status-publish","hentry","category-pressefreiheit"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Es h\u00f6rt nicht mehr auf! - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/es-hoert-nicht-mehr-auf\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Es h\u00f6rt nicht mehr auf! - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Judith Bernstein, die Preistr\u00e4gerin unseres Preises &#8222;Aufrechter Gang&#8220;, informierte uns \u00fcber eine eine weitere Einschr\u00e4nkung der Meinungsfreiheit in M\u00fcnchen: Es h\u00f6rt nicht mehr auf! 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