{"id":7069,"date":"2011-03-30T12:55:00","date_gmt":"2011-03-30T10:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/"},"modified":"2021-08-31T10:13:17","modified_gmt":"2021-08-31T08:13:17","slug":"humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1","status":"publish","type":"thema","link":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/","title":{"rendered":"Humanismus und Strafvollzug &#8211; Drei Thesen und ein Res\u00fcmee"},"content":{"rendered":"<p>Aus: Jens Puschke (Hrsg.), Strafvollzug in Deutschland. Strukturelle Defizite, Reformbedarf und Alternativen, S. 85-96<\/p>\n<h5><span id=\"i-einfuehrung\">I.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Einf&uuml;hrung<\/span><\/h5>\n<p>Ich habe mir den Begriff &bdquo;Humanismus&ldquo; f&uuml;r mein Thema ausbedungen, zum einen, weil er im Namen der Humanistischen Union steckt und ich mich freue, dass diese nach l&auml;ngerer Pause wieder zum Thema Strafvollzug zur&uuml;ckkehrt. Aber auch, weil ich finde, dass der Begriff weniger abgenutzt ist als die Begriffe &bdquo;human&ldquo; und &bdquo;humanit&auml;r&ldquo;, die man allenthalben in den unpassendsten Zusammenh&auml;ngen vorfindet. Man denke an die Forderung nach &bdquo;humanen Methoden&ldquo; bei der Todesstrafe oder an die sogenannte humanit&auml;re Kriegsf&uuml;hrung. &bdquo;Humanismus&ldquo; ist dagegen ein starker Begriff, geradezu ein &bdquo;Donnerwort&ldquo; (im Sinne von Goethes Faust). Der Begriff teilt allerdings mit dem der Menschenw&uuml;rde die Eigenschaft, sich einer pr&auml;zisen formalen Definition zu entziehen. In unserem Zusammenhang bedeutet er aber mindestens, dass auch die T&auml;ter schwerer Straftaten als Menschen gesehen und behandelt werden m&uuml;ssen, als Menschen in Gefangenschaft, als gefangene Menschen. Aber das ist, wie ich zu zeigen versuchen werde, leichter gesagt als getan. Im Folgenden werde ich mich daher diesem Begriff induktiv, durch Beispiele, n&auml;hern.&nbsp;<\/p>\n<h5><span id=\"ii-abolitionimus-als-humanismus\">II.&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aboli&shy;tio&shy;nimus als Humanismus?<\/span><\/h5>\n<p>Meine erste These lautet, dass eine wahrhaft humanistische Haltung zum Strafvollzug in Gef&auml;ngnissen ihren besten Ausdruck im Wunsch nach dessen Abschaffung findet.<\/p>\n<p>Das Gef&auml;ngnis ist meiner &Uuml;berzeugung nach eine zutiefst inhumane Institution. Das Einsperren von Menschen nimmt ihnen ein St&uuml;ck Menschenw&uuml;rde. Es erkl&auml;rt sie symbolisch zu zweitklassigen Menschen, zu Untermenschen. Und dies unabh&auml;ngig von den konkret vorfindbaren Haftbedingungen<a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftn257\" name=\"_ftnref257\"><sup>[252]<\/sup><\/a>. Diese strukturelle Inhumanit&auml;t teilt das Gef&auml;ngnis mit einer Reihe anderer Institutionen: mit der Sklaverei, der Folter, der Todesstrafe, dem Angriffskrieg. Allerdings ist der Konsens &uuml;ber die Inhumanit&auml;t dieser Institutionen unterschiedlich breit und der Grad ihrer tats&auml;chlichen Abschaffung ist unterschiedlich weit fortgeschritten.<\/p>\n<p>Aber: Ist eine Gesellschaft ohne Gef&auml;ngnisse &uuml;berhaupt denkbar? Brauchen wir diese Institution nicht, um Menschen davor abzuschrecken, schwere Straftaten zu begehen? Brauchen wir sie nicht, um potentiell &bdquo;gef&auml;hrliche&ldquo; Menschen aus dem Verkehr zu ziehen, um k&uuml;nftige Opfer zu vermeiden? Das sind gute, naheliegende Fragen. Das Gef&auml;ngnis und speziell der Strafvollzug im Gef&auml;ngnis erscheint gerade heute als eine v&ouml;llig unverzichtbare Institution.<\/p>\n<p>Was meine ich also, wenn ich dennoch die gegenteilige Haltung als eine wahrhaft humanistische darstelle? Ich meine damit, dass eine solche Haltung unabh&auml;ngig von ihrer kurzfristigen Umsetzbarkeit richtig und verteidigenswert ist. Es hilft vielleicht, sich daran zu erinnern, dass auch andere Institutionen, deren Inhumanit&auml;t heute weitgehend anerkannt ist, f&uuml;r unverzichtbar galten und ihre Abschaffung f&uuml;r unm&ouml;glich. Und dass sie dennoch das Ende ihrer Tage gesehen haben.<\/p>\n<p>Das beste Beispiel ist die Sklaverei. Ihre Geschichte reicht bis in die Hochkulturen der Antike zur&uuml;ck. Dass Menschen im Eigentum anderer Menschen stehen konnten, war so selbstverst&auml;ndlich, dass selbst unsere bedeutendsten Philosophen daran keinen Ansto&szlig; nahmen. Die Sklaverei war bis ins 19. Jahrhundert weltweit verbreitet. Ihre Gegner waren lange Zeit eine kleine intellektuelle Minderheit. Sie wurden in den USA auch Abolitionisten genannt, seit der Gr&uuml;ndung im Jahre 1787 der Society for the Abolition of Slavery. Der Name Abolitionismus wurde dort sp&auml;ter auch von den Gegnern der Folter und der Todesstrafe &uuml;bernommen. In Europa hat er sich erst in den letzten 50 Jahren eingeb&uuml;rgert und zwar mit seiner Ausdehnung auf das Gef&auml;ngniswesen.<\/p>\n<p>Die Sklaverei kann heute weltweit als abgeschafft gelten. Die Folter ist weltweit normativ ge&auml;chtet, auch wenn sie, wie man wei&szlig;, nach wie vor (zumeist im Geheimen) praktiziert wird. Und auch die Todesstrafe hat ihre besten Zeiten hinter sich: In den L&auml;ndern des Europarates ist sie seit dem Jahre 2002 abgeschafft und in der UNO-Generalversammlung gibt es seit 2007 immer deutlichere Mehrheiten f&uuml;r ein Verbot der Todesstrafe. Leider haben diese Abstimmungen keinen verbindlichen Charakter, sodass Staaten wie China, die USA, der Iran, ebenso wie einige kleinere Staaten weiterhin die Todesstrafe als Mittel der Strafjustiz einsetzen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Vor ihrer Abschaffung ging es bei der Todesstrafe in vielen L&auml;ndern zun&auml;chst nur um &bdquo;humanere&ldquo; Methoden der T&ouml;tung. Schon die Guillotine war ein Schritt in diese Richtung. Heute geht es in den USA vor allem um die Abl&ouml;sung des elektrischen Stuhls durch ausgekl&uuml;gelte Systeme von Giftspritzen; seit 2006 gibt es allerdings in Kalifornien ein <i>de facto<\/i> Moratorium f&uuml;r die Todesstrafe, da sich Mediziner aus ethischen Gr&uuml;nden weigern, an der Verabreichung von Giftspritzen mitzuwirken.<\/p>\n<p>Der Strafvollzug in Gef&auml;ngnissen befindet sich auf einem &auml;hnlichen Weg. Die normativen Anforderungen an einen rechtsstaatlich legitimen Strafvollzug werden strenger und der Ruf nach einem &bdquo;humanen&ldquo; Strafvollzug lauter. Dieser Ruf wird zunehmend auch von den Strafvollzugsverwaltungen aufgenommen. Meine These ist es nun, dass dies auf die Dauer nicht ausreichen wird und dass l&auml;ngerfristig nur eine Abschaffung der Institution selbst in Frage kommt. Wie lange dies noch dauern wird, kann niemand voraussagen. Es wird deshalb weiterhin wichtig bleiben, sich mit der Frage zu besch&auml;ftigen, was Humanismus <i>im<\/i> Strafvollzug bedeuten k&ouml;nnte.<\/p>\n<h5><span id=\"iii-humanismus-im-strafvollzug\">III.&nbsp;&nbsp; Humanismus im Straf&shy;vollzug<\/span><\/h5>\n<h5><span id=\"1-humanisierung-des-strafvollzuges\">1.&nbsp;&nbsp; Humani&shy;sie&shy;rung des Straf&shy;voll&shy;zuges<\/span><\/h5>\n<p>Das Schlagwort von der Humanisierung des Strafvollzugs geht um. In einem Sammelband wurden k&uuml;rzlich Konzepte und Praxismodelle<a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftn258\" name=\"_ftnref258\"><sup>[253]<\/sup><\/a> vorgestellt, die von den Justizministerien als vorbildlich vorgeschlagen worden waren. Wie aber steht es wirklich mit der Humanit&auml;t im Strafvollzug? Bei der Beantwortung dieser Frage muss man zwischen Norm und Realit&auml;t unterscheiden.<\/p>\n<p>Zweifellos hat sich normativ im Strafvollzug einiges verbessert. Ziel des Strafvollzuges soll nicht mehr die blo&szlig;e Verwahrung sein. Stattdessen hei&szlig;t es bekanntlich in &sect;&nbsp;2&nbsp;S.&nbsp;1 StVollzG, die Gefangenen sollen &bdquo;im Vollzug der Freiheitsstrafe f&auml;hig werden, in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu f&uuml;hren&ldquo;. Das ist vielleicht etwas vollmundig formuliert, aber die Absicht ist durchaus zu begr&uuml;&szlig;en. Allerdings ist dieses Vollzugsziel der Resozialisierung oder Wiedereingliederung nie ganz unbestritten gewesen und die F&ouml;deralismusreform hat den Bundesl&auml;ndern die M&ouml;glichkeit gegeben, es durch Aufwertung der Sicherheitsaufgabe zu relativieren. So haben die meisten Bundesl&auml;nder als Aufgabe des Vollzuges &bdquo;gleicherma&szlig;en&ldquo; den &bdquo;Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten&ldquo; gesetzt; das Land Bayern hat diesen Schutz der Allgemeinheit sogar populistisch-symbolisch vor die Resozialisierung gesetzt. Andererseits gilt immer noch die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, wonach die Resozialisierung (und nicht der Schutz der Allgemeinheit) Verfassungsrang hat.<\/p>\n<p>Wie aber steht es mit der Praxis der Resozialisierung im Strafvollzug? Einige wichtige Voraussetzungen daf&uuml;r sind nie geschaffen worden (ein angemessenes Arbeitsentgelt, Einbeziehung in die allgemeine Kranken- und Rentenversicherung). Die faktische Erfolglosigkeit des Systems ist schwer zu &uuml;bergehen. Und die materiellen und personellen Ressourcen halten seit Jahren nicht Schritt mit den steigenden Anforderungen. In drastischer Weise heruntergefahren wurden insbesondere diejenigen Aspekte des Strafvollzuges, die noch am ehesten Erfolg versprechen: Vollzugslockerungen und offene Formen des Vollzuges. Auch setzt die Wiedereingliederung von Menschen, die ihre Strafe abgesessen haben voraus, dass ihnen echte Chancen der Eingliederung er&ouml;ffnet werden. Dazu geh&ouml;rt eine aufgeschlossene Haltung von Arbeitgebern, Nachbarn, Medien etc. Dass wir davon weit entfernt sind, hat die Reaktion von Medien und &Ouml;ffentlichkeit auf die Entlassung einiger weniger Menschen aus der Sicherungsverwahrung mit erschreckender Deutlichkeit gezeigt. <br \/>Kurzum: Resozialisierung muss in der Praxis als die gro&szlig;e Lebensl&uuml;ge unseres Strafvollzugsystems bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Das f&uuml;hrt mich zur&uuml;ck zu den erw&auml;hnten Humanisierungsprojekten. Auch hier wird man unterscheiden m&uuml;ssen: zwischen b&uuml;rokratischen Verbesserungen mit zweifelhaftem Humanisierungsgehalt einerseits, bewundernswerten Nischenprojekten andererseits und schlie&szlig;lich echten Innovationen mit Ver&auml;nderungspotential.<\/p>\n<p>Zu den <i>b&uuml;rokratisch-technokratischen Innovationen<\/i> geh&ouml;ren zum Beispiel Projekte, die unter dem wenig humanistisch anmutenden Namen &bdquo;Entlassungsmanagement&ldquo; laufen und bei denen es darum geht, die L&uuml;cke zwischen Strafvollzug und Nachsorge zu schlie&szlig;en. Hier wird versucht, die vom Gesetz vorgeschriebene enge Kooperation des Vollzuges mit freien Tr&auml;gern im Bereich der Entlassungsvorbereitung besser zu organisieren. Solche Verbesserungen sind konsequent und lange &uuml;berf&auml;llig. Aber mit Humanisierung in einem starken Sinne hat dies wenig zu tun. Solche Projekte stabilisieren und legitimieren vielmehr das vorhandene inhumane System der Einsperrung von Menschen.<\/p>\n<p>Als <i>Nischenprojekte<\/i> bezeichne ich solche Projekte, welche als mehr oder weniger originelle Inseln im Regelvollzug angelegt sind. Beispiele sind vor allem diverse Kunstprojekte (Bildhauerwerkst&auml;tten, Theatergruppen, Musik-Ensembles etc.), wo Gefangene, von K&uuml;nstlern angeleitet, v&ouml;llig neue F&auml;higkeiten an sich entdecken k&ouml;nnen. &Auml;hnliches gilt auch f&uuml;r die &bdquo;Just Community&ldquo; in der JVA Adelsheim, wo eine kleine Gruppe von Gefangenen ein bemerkenswertes Ma&szlig; an Mitbestimmung, ja Selbstbestimmung praktizieren darf. Der Aufenthalt in solchen Nischen ist argumentierbar humaner, manchmal sogar die einzige Chance f&uuml;r schwierige und unangepasste Gefangene, einen l&auml;ngeren Freiheitsentzug zu &uuml;berstehen. Der Nischenvollzug ist jedoch immer nur als Ausnahme gedacht und schon deshalb nicht generalisierbar.<\/p>\n<p>Nur wenige der sogenannten Humanisierungsprojekte im Strafvollzug stellen <i>wirkliches Ver&auml;nderungspotential f&uuml;r die Institution als Ganzes<\/i> dar. Zu nennen ist vor allem der schon erw&auml;hnte Freigang, welcher die Chance bietet, au&szlig;erhalb der Anstalt einer normalen Ausbildung oder einem normalen Beruf nachzugehen. Es ist daran zu erinnern, dass Fritz Bauer das &bdquo;Freig&auml;ngertum&ldquo; f&uuml;r die wichtigste Perspektive eines k&uuml;nftigen Strafvollzugs gehalten hat. Bei entsprechender Ausweitung w&uuml;rde der Freigang die Institution Strafanstalt in ihrer Funktion ver&auml;ndern, sie zu einem Organisationszentrum ambulanter Ma&szlig;nahmen machen. Allerdings ist eine solche Tendenz gegenw&auml;rtig nirgends erkennbar; vielmehr spielt sich der Freigang nach wie vor im 10-Prozent-Bereich ab und dies mit r&uuml;ckl&auml;ufiger Tendenz.<\/p>\n<p>Zu nennen ist ferner die Sozialtherapie, jedenfalls in ihrer urspr&uuml;nglichen radikalen Form der &bdquo;integrativen Sozialtherapie&ldquo;. In diesem Begriff wurde, in den Worten von <i>Gerhard Rehn<\/i>, &bdquo;das Bem&uuml;hen um die optimale Gestaltung eines menschenfreundlichen Vollzuges und das Sprechen und Theoretisieren dar&uuml;ber&ldquo;<a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftn259\" name=\"_ftnref259\"><sup>[254]<\/sup><\/a> zusammengefasst. Au&szlig;erhalb des Strafvollzuges entwickelt, k&ouml;nnte diese Therapieform dazu beitragen, den Alltag innerhalb der Sozialtherapeutischen Anstalt zu normalisieren und die im Strafvollzug &uuml;bliche nivellierende Gleichbehandlung zur&uuml;ckzudr&auml;ngen, zugunsten einer Orientierung an den konkreten Problemen des einzelnen Gefangenen. Konsequenterweise hat das StVollzG daf&uuml;r in der Regel eigene, &bdquo;von den &uuml;brigen Vollzugsanstalten getrennte sozialtherapeutische Anstalten vorzusehen&ldquo; (&sect;&nbsp;123&nbsp;I StVollzG). Leider werden diese Vorgaben weniger und weniger eingehalten: Sozialtherapie findet mehr und mehr innerhalb von Strafanstalten statt und teilt damit notwendigerweise die dort vorhandenen Beschr&auml;nkungen. Dies ist weit entfernt von der urspr&uuml;nglichen Vorstellung der Reformer Anna-Eva Brauneck, Stephan Quensel und anderer, die den ganzen Strafvollzug auf einige wenige Sozialtherapeutische Anstalten reduzieren wollten.<\/p>\n<p>Selbst ernsthafte Reformprojekte finden jedoch ihre Grenze zum einen an den Strukturen der totalen Institution zum anderen an heute wieder zunehmend engstirnigen politischen Vorgaben. In der totalen Institution kann alles zum Mittel der Disziplinierung werden, insbesondere, wenn das Gesetz der Anstalt ein Ermessen einr&auml;umt: von der Besuchs&uuml;berwachung bis zur Verlegung innerhalb und au&szlig;erhalb der Anstalt, vom Telefonieren bis zum Paketempfang. Dieses Ermessen bildet die Grundlage informeller Disziplinierung. R&uuml;ckstufung, R&uuml;ckverlegung in den Regelvollzug und Entzug von Lockerungen stellen informelle Sanktionen dar, welche von den Gefangenen mehr gef&uuml;rchtet werden als die vom Gesetz vorgesehenen formellen Disziplinarma&szlig;nahmen.<\/p>\n<p><i>Fazit:<\/i> Nicht alles was unter der Flagge Humanisierung angeboten wird, verdient diesen Namen. Abolitionisten werden nur systemsprengende Projekte als humanistisch gelten lassen. Aber auch wenn man dem nicht folgen m&ouml;chte, wird man sich fragen m&uuml;ssen, ob es sich bei der angeblichen Humanisierung im Strafvollzug nicht zumeist um Beispiele durchsichtiger und kurzfristiger &Ouml;ffentlichkeitsarbeit der Vollzugsverwaltungen handelt.<\/p>\n<h5><span id=\"2-humanisten-im-strafvollzug\">2.&nbsp;&nbsp; Humanisten im Straf&shy;vollzug<\/span><\/h5>\n<p>Weniger &uuml;blich als von einer Humanisierung des Strafvollzuges zu sprechen ist es, Humanisten im Strafvollzug zu vermuten. Eine solche Vermutung scheint sich erst recht zu verbieten, wenn man davon ausgeht, dass eine wahrhaft humanistische Haltung zum Strafvollzug den Wunsch nach dessen Abschaffung einschlie&szlig;t. Und dennoch gibt es solche ungew&ouml;hnlichen Gestalten vielleicht nicht h&auml;ufiger, aber daf&uuml;r deutlich sichtbarer als anderswo.<\/p>\n<p>Viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter im Strafvollzug versuchen, die Leiden der Gefangenschaft im Rahmen ihrer M&ouml;glichkeiten zu lindern. Daf&uuml;r werden, seit dem Jahre 2000, einige von ihnen mit der &bdquo;Theodor und Friederike Fliedner-Medaille&ldquo; f&uuml;r besonderes humanit&auml;res Engagement ausgezeichnet. Da geht es in der Regel um unkonventionelle Einzelfallhilfe oder um besonders originelle Gruppenarbeit oder um &bdquo;besonderes menschliches Engagement&ldquo; von Vollzugsbediensteten. Sowohl das karitative Engagement wie seine Belohnung und seine Ermutigung sind erfreulich, aber nicht identisch mit dem, was hier mit &bdquo;Humanisten&ldquo; im Strafvollzug gemeint ist. Auch in diesem Zusammenhang verzichte ich auf eine formelle Definition zugunsten einer Aufz&auml;hlung und Diskussion von Beispielen.<\/p>\n<p>Beispiele f&uuml;r eine aufkl&auml;rerisch-humanistische Haltung finden sich schon in der Fr&uuml;hzeit des modernen Strafvollzuges. Ein erster wichtiger Name ist Alexander Maconchie. Sein theoretischer Ansatz wird in folgendem Statement deutlich, welches er 1857 vor einem Untersuchungsausschuss des House of Lords abgegeben hat<a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftn260\" name=\"_ftnref260\"><sup>[255]<\/sup><\/a>:<\/p>\n<p>&bdquo;Meine Erfahrung f&uuml;hrt mich dazu zu sagen, dass niemand v&ouml;llig unverbesserlich (<i>utterly incorrigible<\/i>) ist. Man muss ihn wie einen Menschen behandeln, nicht wie einen Hund. Man kann einen Menschen nur dann zur&uuml;ckholen (<i>recover<\/i>), wenn man an seine menschlichen Qualit&auml;ten ankn&uuml;pft und wenn man <i>ihn<\/i> daf&uuml;r interessiert, diese Qualit&auml;ten zu entwickeln&ldquo;.<\/p>\n<p>Diesen Ansatz hatte Maconochie einige Jahre vorher auf der Insel Norfolk Island in die Praxis umzusetzen versucht, wohin die britische Justiz ihre schwersten Verbrecher verbannte. Diese wurden dort in einem f&uuml;rchterlichen Regiment von Zwangsarbeit, Isolation und Pr&uuml;gelstrafen gehalten, was vielfach zum Tod der Str&auml;flinge f&uuml;hrte. Als Maconochie im Jahre 1840 mit der Leitung des dortigen Vollzuges betraut wurde, fand er eine Situation vor, die er v&ouml;llig unertr&auml;glich fand. In knapp drei Jahren vollbrachte er wahre Wunderdinge an <i>Empowerment<\/i> und Wiedereingliederung, zum Teil in offener Missachtung der ihm vorgegebenen normativen Rahmenbedingungen. Die gef&uuml;rchtete Auspeitschung auch bei kleinen Verst&ouml;&szlig;en schaffte er sofort ab. Bald nach seinem Eintreffen lie&szlig; er den Geburtstag der K&ouml;nigin dadurch feiern, dass die Gefangenen sich von Tagesanbruch bis zum Einbruch der Dunkelheit frei auf der Insel bewegen konnten. Sein wichtigster Grundsatz war es, die Selbstachtung der Gefangenen zu st&auml;rken. Dazu geh&ouml;rte es auch, dass er ausgew&auml;hlte Gefangene zu Aufsehern machte. Er genoss, nach allen Berichten, hohes Ansehen bei den Gefangenen und konnte sich unbewacht mit seiner Frau und Familie, unter ihnen bewegen, was seinen Vorg&auml;ngern und Nachfolgern v&ouml;llig unverst&auml;ndlich blieb. Er gilt als Erfinder des Pr&auml;miensystems und des Stufenstrafvollzugs, die als technisch-b&uuml;rokratische Einrichtungen fortleben. Der humanistische Ausgangspunkt seines Handelns ist demgegen&uuml;ber in Vergessenheit geraten.<\/p>\n<p>Ich will diese kurze Schilderung erg&auml;nzen durch die noch k&uuml;rzere chronologische Nennung einiger weiterer Personen, welche in dieser Tradition stehen:<\/p>\n<p>in Deutschland ist vor allem Albert Krebs zu nennen, der nach dem Ersten Weltkrieg in Unterma&szlig;feld (Th&uuml;ringen) zehn Jahre lang einen Vollzug mithilfe &bdquo;d&ouml;rflicher Einrichtungen&ldquo; (Kantine, B&uuml;cherei, Frisierstube etc.) dem normalen Leben anzun&auml;hern versuchte. Wie Maconochie f&uuml;hrte auch er eine Selbstverwaltung der Gefangenen ein, einschlie&szlig;lich ihrer Beteiligung an Disziplinar&shy;ver&shy;fahren<a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftn261\" name=\"_ftnref261\"><sup>[256]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>In den USA ist die Erfahrung von Tom Murton<a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftn262\" name=\"_ftnref262\"><sup>[257]<\/sup><\/a> beispielhaft, der 1968 vom Gouverneur von Arkansas zum Direktor der Tucker State Prison Farm und der Cummins State Prison Farm ernannt wurde. Um sich ein eigenes Bild von den Verh&auml;ltnissen in diesen Anstalten machen zu k&ouml;nnen, lie&szlig; er sich selbst als Gefangener einsperren. Aufgrund der dabei gemachten Erfahrungen von Vergewaltigung, Folter und Korruption begann er als Anstaltsleiter, mithilfe der Gefangenen, einen kompromisslosen Kampf zur Revolutionierung des Strafvollzugs in Arizona. Er hat sich ausdr&uuml;cklich auf Maconochie berufen. Seine Geschichte ist in dem Spielfilm &bdquo;Brubaker&ldquo; festgehalten.<\/p>\n<p>In neuerer Zeit kann in Deutschland der Fritz Bauer-Preis der Humanistischen Union als Indikator f&uuml;r Humanismus im Strafvollzug gelten. Unter den drei&szlig;ig Preistr&auml;gern seit 1969 finden sich (neben Birgitta Wolf und dem Ehepaar Vack, die sich von au&szlig;en her intensiv um das Schicksal der Gefangenen und um eine Abschaffung des Strafvollzuges bem&uuml;hten) auch zwei Anstaltsleiter: Helga Einsele und Heinz-Dietrich Stark. Ihre Namen stehen f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von &bdquo;Mutter-Kind-Stationen&ldquo; (Frankfurt) einerseits und f&uuml;r eine Politik der offenen Zellent&uuml;ren (Hamburg) andererseits. Beiden ging es auch um eine &Ouml;ffnung der Institution Gef&auml;ngnis gegen&uuml;ber der Zivilgesellschaft. Es f&auml;llt auf, dass die HU seit l&auml;ngerem keinen Preistr&auml;ger mehr aus dem Bereich des Strafvollzuges erkoren hat. Es ist aber nicht so, dass es keine geeigneten Kandidaten g&auml;be.<\/p>\n<p>Ich fasse zusammen: Humanisten im Strafvollzug sind Ver&auml;nderer und Vorbilder. Sie sehen es als ihre berufliche Aufgabe an, die Unmenschlichkeit der Institution zu &uuml;berwinden. Sie versuchen, das Gef&auml;ngnis im Kern zu ver&auml;ndern, die Gefangenen als echte Subjekte zu begreifen und mit ihnen zusammen das Leben im Gef&auml;ngnis sinnvoll zu gestalten. Sie haben oft erstaunliche Ver&auml;nderungen bewirkt und sind daf&uuml;r nicht selten selbst gema&szlig;regelt worden. Maconochie konnte sein &bdquo;Experiment&ldquo;, wie er es nannte, nur deshalb so lange durchhalten, weil die britische Regierung und ihre Inspekteure weit weg waren und weil die Schiffe von Australien nach London wochenlang unterwegs waren. Albrecht Krebs wurde (schon) im Januar 1933 von heute auf morgen aus seinem Amt entlassen und musste sich einem Dienststrafverfahren unterziehen. Tom Murton wurde vom gleichen Gouverneur, der ihn als Reformer eingesetzt hatte, nach nur einem Jahr wieder entlassen und hat nie wieder eine Stellung im Strafvollzug gefunden. Aber auch die anderen Genannten sind von Anfeindungen, Ma&szlig;regelungen bis hin zu Disziplinar- und Strafverfahren nicht verschont geblieben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<h5><span id=\"3-humanismus-und-menschenrechte\">3.&nbsp;&nbsp; Humanismus und Menschen&shy;rechte<\/span><\/h5>\n<p>Was sollte besser geeignet sein, eine humanistische Haltung zum Strafvollzug zu definieren als die Menschenrechte. Denn diese sollen, nach aufgekl&auml;rter juristischer Meinung, auch im Strafvollzug gelten. Meine letzte These ist jedoch, dass dies in der totalen Institution letztlich nicht durchsetzbar ist, was an anderer Stelle<a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftn263\" name=\"_ftnref263\"><sup>[258]<\/sup><\/a> ausf&uuml;hrlich empirisch belegt worden ist. Ich m&ouml;chte mich daher hier darauf beschr&auml;nken, Ihnen eine Geschichte zu erz&auml;hlen. Eine Geschichte, welche belegen soll, wie schwierig es ist, elementare Menschenrechte im Strafvollzug durchzusetzen.<\/p>\n<p>Es war einmal ein Strafgefangener, der verb&uuml;&szlig;te eine l&auml;ngere Freiheitsstrafe. Eines Tages wurde er zum Zwecke einer Zeugenaussage von einer Anstalt in eine andere verlegt. Da solche Transporte in Deutschland auch innerhalb eines Bundeslandes sehr lange dauern, musste er unterwegs im sog. Transporthaus einer dritten Anstalt untergebracht werden. Dort wurde er in einer Zelle untergebracht, die total verschmutzt war und an deren W&auml;nden sich unz&auml;hlige Hakenkreuze und menschenverachtende Texte befanden. Darunter etwa dieser:<\/p>\n<p>&bdquo;Dreckiges Ausl&auml;nderschwein. Deutsche Stiefel werden Dich t&ouml;ten. Die animalische Grotte Deiner Mutter muss mit einem L&ouml;tkolben Bekanntschaft machen. Du abartiges St&uuml;ck Dreck. Man muss Euch auf bestialische Art und Weise zeigen, dass man Euch in Deutschland nicht will. Raus mit Euch und Eurer Sippenhaft. Sonst werden einige von Euch die Nachricht als lebende Fackel zu verk&uuml;nden haben. Gleiches gilt f&uuml;r Sinti und Romaabfall. Ihr dreckiges Volk von Bettlern und Hausierern. Eure dreckige Brut muss ausgerottet werden. Ihr habt kein Land. Ihr geh&ouml;rt nicht auf diese Welt. Ihr Tiere. Tod den Sintis.&ldquo;<\/p>\n<p>Unser Gefangener fand dies schockierend und schwer ertr&auml;glich, umso mehr, als Angeh&ouml;rige von ihm Erfahrung mit deutschen Konzentrationslagern gemacht hatten. Als er ein halbes Jahr sp&auml;ter erneut auf dem gleichen Wege transportiert werden sollte, wehrte er sich dagegen und beantragte eine gerichtliche Entscheidung. Das zust&auml;ndige Landgericht beschied jedoch: Hakenkreuzschmierereien an den W&auml;nden stellen an sich keine menschenunw&uuml;rdige Unterbringung dar. Allerdings unterblieb der Transport schlie&szlig;lich aus anderen Gr&uuml;nden.<\/p>\n<p>Ein weiteres halbes Jahr sp&auml;ter wurde der Gefangene erneut, und gegen seine heftigen Proteste, auf dem gleichen Wege verlegt. Er fand in dem Transporthaus an den W&auml;nden wiederum Hakenkreuze und extrem menschenverachtende Texte vor, die sich auf Juden, aber auch auf Sinti und Roma bezogen. Nach R&uuml;ckkehr von diesem Transport beantragte er bei Gericht die Feststellung der Rechtswidrigkeit dieser Unterbringung. Ich erspare mir hier die technisch-juristischen Details. Im Ergebnis wurde sein Antrag vom Landgericht abgelehnt und auch das OLG verwarf seine dagegen gerichtete Rechtsbeschwerde. Erst beim Bundesverfassungsgericht war er erfolgreich.<a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftn264\" name=\"_ftnref264\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[259]<\/span><\/a> Noch gegen&uuml;ber dem Bundesverfassungsgericht hatte das zust&auml;ndige Ministerium vorgetragen, Schmierereien k&auml;men zwar vor, w&uuml;rden aber &bdquo;in der Regel umgehend beseitigt&ldquo;. Aufgrund der hohen Fluktuation in der Transportabteilung und des fehlenden Verantwortungsbewusstsein der dort kurzzeitig untergebrachten Gefangenen sei eine vollst&auml;ndige Vermeidung zuk&uuml;nftiger Verunstaltungen nicht zu realisieren.<\/p>\n<p>Das Bundesverfassungsgericht fand in seiner Entscheidung sch&ouml;ne und beherzigenswerte Worte:<\/p>\n<p>&bdquo;Die von Art.&nbsp;1&nbsp;I&nbsp;GG geforderte Achtung der W&uuml;rde, die jedem Menschen unabh&auml;ngig von seiner gesellschaftlichen Stellung, seinen Verdiensten oder der Schuld, die er auf sich geladen hat, allein aufgrund seines Personseins zukommt (&#8230;) verbietet es grunds&auml;tzlich, Gefangene grob unhygienischen und widerlichen Haftraumbedingungen auszusetzen (&#8230;) Dies gilt auch insoweit, als die Unertr&auml;glichkeit der Verh&auml;ltnisse im Haftraum durch Verhaltensweisen anderer Gefangener bedingt ist, und betrifft auch mit physischem oder verbalem Kot beschmierte Haftraumw&auml;nde&ldquo;.<a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftn265\" name=\"_ftnref265\"><sup>[260]<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Dennoch wirft diese Geschichte Fragen auf, die unbeantwortet geblieben sind:<\/p>\n<p>Warum haben die beteiligten Anstalten nicht fr&uuml;her reagiert (und sich beispielweise bei dem Gefangenen entschuldigt)?<\/p>\n<p>Warum hat das Ministerium nicht darauf gedrungen, dass dies geschieht?<\/p>\n<p>Warum haben die zust&auml;ndigen Fachgerichte die Sache nicht besser aufgekl&auml;rt, beispielsweise durch einen Lokalaugenschein?<\/p>\n<p>Kurzum, warum muss sich das h&ouml;chste deutsche Gericht mit peinlichen Unzul&auml;nglichkeiten der Anstaltsorganisation besch&auml;ftigen, deren Aufkl&auml;rung und Beseitigung zur Aufgabe der Vollzugsbeamten geh&ouml;ren m&uuml;sste, notfalls eines Besseren belehrt durch Anstaltsleitung, Aufsichtsbeh&ouml;rde und Fachgerichte?<\/p>\n<p>Der Fall ist &uuml;brigens beileibe kein Einzelfall. Er ist nur der letzte in einer langen Reihe von F&auml;llen, die zeigen, wie schwer es ist, den Menschenrechten im Strafvollzug Geltung zu verschaffen. Er zeigt exemplarisch, dass von einer echten Humanisierung des Strafvollzuges mit juristischen Mitteln, etwa durch Berufung auf Menschenrechte, nicht ernsthaft die Rede sein kann.<\/p>\n<h5><span id=\"iv-zusammenfassende-thesen\">IV.&nbsp; Zusam&shy;men&shy;fas&shy;sende Thesen<\/span><\/h5>\n<p>Schon vor einiger Zeit habe ich versucht, eine humanistische Position zum Strafvollzug und zum Gef&auml;ngniswesen in Form von sechs Thesen zusammenzufassen. Der Anlass war ein Vortrag auf dem Anstaltsgel&auml;nde der JVA Bremen. Leider wurde es den Redakteuren der Gefangenenzeitschrift Diskus 70 nicht gestattet, daran teilzunehmen. Im Anschluss an meinen Vortrag habe ich dieser Zeitschrift, deren Herausgeber die Anstaltsleitung ist, die Thesen &uuml;bersandt. Sie sind jedoch nicht abgedruckt worden, weshalb dies jetzt hier nachgeholt werden soll:<\/p>\n<p>1. Am wenigsten umstritten ist die Forderung nach menschenrechtlichen Mindeststandards. Dazu geh&ouml;rt insbesondere das absolute Verbot der Folter und unmenschlicher Strafe oder Behandlung (Art.&nbsp;3 EMRK). <i>Aber:<\/i> Die blo&szlig;e Abwesenheit von Folter kann doch wohl nicht alles gewesen sein, wenn von humanem Strafvollzug, von Humanisierung im Gef&auml;ngnis die Rede ist.<\/p>\n<p>2. Das Vollzugsziel, wonach der Gefangene im Vollzug f&auml;hig werden sollen, &bdquo;in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu f&uuml;hren&ldquo; (&sect;&nbsp;2&nbsp;S.&nbsp;1 StVollzG) stellt dagegen ein maximales Programm dar. <i>Aber:<\/i> Mit seiner Umsetzung ist es nicht weit her, wie man leicht aus den unver&auml;ndert hohen R&uuml;ckfallquoten erkennen kann.<\/p>\n<p>3. Zwischen diesen Minimal- und Maximalstandards gibt es eine Vielzahl von Modellprojekten, die mindestens zu einer Zivilisierung des Strafvollzuges beitragen k&ouml;nnten. <i>Aber:<\/i><b> <\/b>In der totalen Institution Gef&auml;ngnis k&ouml;nnen auch die sch&ouml;nsten Projekte zu Mitteln der Disziplinierung werden (wie man am Beispiel der Vollzugslockerungen gut studieren kann).<\/p>\n<p>4. Zivilisatorische Impulse gehen am ehesten von echte Humanisten im Strafvollzug aus (von Anstaltsleitern wie von anderen im Strafvollzug T&auml;tigen). Sie haben versucht die Institution in positiver Richtung zu &auml;ndern, und sie sind daf&uuml;r nicht selten selbst diszipliniert worden. <i>Aber:<\/i><b> <\/b>Die traurige Wahrheit ist, dass die totale Institution Gef&auml;ngnis diese Reformer relativ unbesch&auml;digt &uuml;berlebt hat.<\/p>\n<p>5. Die schrittweise Abschaffung der Gef&auml;ngnisinstitution selbst w&auml;re daher ein konsequenter Schritt zur Humanisierung unseres Strafwesens. <i>Aber:<\/i> Der Wind weht momentan aus der anderen Richtung; und die Privatisierung bzw. Kommerzialisierung tr&auml;gt eher zum Ausbau des Strafvollzuges als zu seinem Abbau bei.<\/p>\n<p>6. Humanismus im Hinblick auf den Strafvollzug bedeutet daher heute sowohl weitere Anstrengungen zur Verrechtlichung und Zivilisierung des Gef&auml;ngnisses als auch Anstrengungen, diese Institution letztlich &uuml;berfl&uuml;ssig zu machen.<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref256\" name=\"_ftn256\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">*<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <i>Johannes Feest<\/i> war Professor f&uuml;r Strafverfolgung, Strafvollzug und Strafrecht an der Universit&auml;t Bremen und ist Leiter des Strafvollzugsarchivs an derselben Hochschule.<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref257\" name=\"_ftn257\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[252]<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Auf diese geht <i>Harald Preusker<\/i> genauer ein. Er schreibt aber auch, man k&ouml;nne &bdquo;zun&auml;chst einmal behaupten, der Strafvollzug versto&szlig;e per se gegen die Menschenw&uuml;rde, weil das Freiheitsrecht extrem verletzt werde. Angesichts der allgemeinen Kulturentwicklung &hellip; m&uuml;ssten wir eigentlich etwas Besseres als Strafvollzug gefunden haben. Aber der Strafvollzug ist uns lieb und teuer&ldquo;, <i>Preusker<\/i> Forum Strafvollzug 2003, 229-231).<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref258\" name=\"_ftn258\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[253]<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; D&uuml;nkel\/Drenkhahn\/Morgenstern (Hrsg.), Humanisierung des Strafvollzugs &ndash; Konzepte und Praxismodelle, 2008.<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref259\" name=\"_ftn259\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[254]<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; <i>Rehn<\/i> KrimJ 2008, 42-53. <i>Gerhard<\/i> <i>Rehn<\/i> hatte in Hamburg-Altengamme, eine vorbildliche Institution dieses Typs aufgebaut und geleitet. Die Anstalt wurde unter Justizsenator <i>Kusch<\/i> aufgel&ouml;st und auch der schwarz-gr&uuml;ne Senat in Hamburg hat als Wiedergutmachung nur eine Notl&ouml;sung innerhalb der dicken Mauern von Santa Fu gefunden.<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref260\" name=\"_ftn260\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[255]<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; Zitiert nach <i>Clay<\/i>, Maconochie&rsquo;s Experiment, 2001, S.&nbsp;265&nbsp;f. S. auch: <i>Morris<\/i>, Maconochie&rsquo;s Gentlemen. The Story of Norfolk Island and the Roots of Modern Prison Reform, 2002.<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref261\" name=\"_ftn261\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[256]<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; <i>Krebs<\/i>, Freiheitsentzug. Entwicklung von Praxis und Theorie seit der Aufkl&auml;rung, 1978, S.&nbsp;273&ndash;286; <i>Sagaster<\/i>, Die th&uuml;ringische Landesstrafanstalt Unterma&szlig;feld in den Jahren 1923&ndash;1933, 1980.<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref262\" name=\"_ftn262\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[257]<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; <i>Murton<\/i>, The dilemma of prison reform, 1976.<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref263\" name=\"_ftn263\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[258]<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; <i>Feest\/Lesting\/Selling<\/i>, Totale Institution und Rechtsschutz. Eine Untersuchung zum Rechtsschutz im Strafvollzug, 1997. Vgl. ferner den Beitrag von <i>Harald Preusker<\/i> in diesem Band, S.&nbsp;97&nbsp;ff.<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref264\" name=\"_ftn264\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[259]<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; BVerfG 15.7.2010 &ndash; 2 BvR 1023\/08.<\/p>\n<p><a href=\"\/\/C%3a\/Dokumente%20und%20Einstellungen\/Praktikant\/Desktop\/Strafvollzug%20in%20Deutschland\/Strafvollzug%20in%20Deutschland.html#_ftnref265\" name=\"_ftn265\"><span class=\"MsoFootnoteReference\">[260]<\/span><\/a> &nbsp;&nbsp;&nbsp; BVerfG 15.7.2010 &ndash; 2 BvR 1023\/08 Rn. 34.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","categories":[66],"tags":[],"class_list":["post-7069","thema","type-thema","status-publish","hentry","category-strafvollzug-2010"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.7 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Humanismus und Strafvollzug - Drei Thesen und ein Res\u00fcmee - Humanistische Union<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Humanismus und Strafvollzug - Drei Thesen und ein Res\u00fcmee - Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Aus: Jens Puschke (Hrsg.), Strafvollzug in Deutschland. Strukturelle Defizite, Reformbedarf und Alternativen, S. 85-96 I.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Einf&uuml;hrung Ich habe mir den Begriff &bdquo;Humanismus&ldquo; f&uuml;r mein Thema ausbedungen, zum einen, weil er im Namen der Humanistischen Union steckt und ich mich freue, dass diese nach l&auml;ngerer Pause wieder zum Thema Strafvollzug zur&uuml;ckkehrt. Aber auch, weil ich finde, [weiterlesen]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Humanistische Union\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2021-08-31T08:13:17+00:00\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@humunion\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"23\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/thema\\\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/thema\\\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\\\/\",\"name\":\"Humanismus und Strafvollzug - Drei Thesen und ein Res\u00fcmee - Humanistische Union\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2011-03-30T10:55:00+00:00\",\"dateModified\":\"2021-08-31T08:13:17+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/thema\\\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/thema\\\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/thema\\\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Themen\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/thema\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Rechtspolitik\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/themen\\\/rechtspolitik\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"Strafvollzug 2010\",\"item\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/themen\\\/rechtspolitik\\\/strafvollzug-2010\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":4,\"name\":\"Humanismus und Strafvollzug &#8211; Drei Thesen und ein Res\u00fcmee\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"name\":\"Humanistische Union\",\"description\":\"\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#organization\",\"name\":\"Humanistische Union e.V.\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2023\\\/09\\\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg\",\"width\":1000,\"height\":536,\"caption\":\"Humanistische Union e.V.\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/www.humanistische-union.de\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"},\"sameAs\":[\"https:\\\/\\\/x.com\\\/humunion\",\"https:\\\/\\\/mastodon.social\\\/@humunion\",\"https:\\\/\\\/bsky.app\\\/profile\\\/humanistischeunion.bsky.social\"]}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Humanismus und Strafvollzug - Drei Thesen und ein Res\u00fcmee - Humanistische Union","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Humanismus und Strafvollzug - Drei Thesen und ein Res\u00fcmee - Humanistische Union","og_description":"Aus: Jens Puschke (Hrsg.), Strafvollzug in Deutschland. Strukturelle Defizite, Reformbedarf und Alternativen, S. 85-96 I.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Einf&uuml;hrung Ich habe mir den Begriff &bdquo;Humanismus&ldquo; f&uuml;r mein Thema ausbedungen, zum einen, weil er im Namen der Humanistischen Union steckt und ich mich freue, dass diese nach l&auml;ngerer Pause wieder zum Thema Strafvollzug zur&uuml;ckkehrt. Aber auch, weil ich finde, [weiterlesen]","og_url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/","og_site_name":"Humanistische Union","article_modified_time":"2021-08-31T08:13:17+00:00","twitter_card":"summary_large_image","twitter_site":"@humunion","twitter_misc":{"Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"23\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/","name":"Humanismus und Strafvollzug - Drei Thesen und ein Res\u00fcmee - Humanistische Union","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website"},"datePublished":"2011-03-30T10:55:00+00:00","dateModified":"2021-08-31T08:13:17+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/humanismus-und-strafvollzug-drei-thesen-und-ein-resuemee-1\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Themen","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/thema\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Rechtspolitik","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/rechtspolitik\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Strafvollzug 2010","item":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/themen\/rechtspolitik\/strafvollzug-2010\/"},{"@type":"ListItem","position":4,"name":"Humanismus und Strafvollzug &#8211; Drei Thesen und ein Res\u00fcmee"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#website","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","name":"Humanistische Union","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#organization","name":"Humanistische Union e.V.","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/HU-LOGO-blau_RGB-high-scaled-e1704725806773.jpg","width":1000,"height":536,"caption":"Humanistische Union e.V."},"image":{"@id":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/x.com\/humunion","https:\/\/mastodon.social\/@humunion","https:\/\/bsky.app\/profile\/humanistischeunion.bsky.social"]}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/thema\/7069","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/thema"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/types\/thema"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/media?parent=7069"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/categories?post=7069"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.humanistische-union.de\/hu-json\/wp\/v2\/tags?post=7069"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}