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	<title>Mitteilungen Nr. 168 Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Mögliche Ursachen von Jugendgewalt  eine geschlechtsspezifische Betrachtung</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Mar 2000 16:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilung Nr. 169, S. 15 Immer wieder wird in der letzten Zeit über Jugendgewalt gesprochen und es werden Diskussionen über die Ursachen geführt. Als Ursache werden in der öffentlichen Diskussion immer wieder gewalttätige Medieninhalte &#150; insbesondere vermittelt durch das Fernsehen und durch Computerspiele &#150; genannt. Gerade unter Laien scheint dieses Erklärungsmuster sehr populär sein, vielleicht [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilung Nr. 169, S. 15</p>
<p>Immer wieder wird in der letzten Zeit über Jugendgewalt gesprochen und es werden Diskussionen über die Ursachen geführt. Als Ursache werden in der öffentlichen Diskussion immer wieder gewalttätige Medieninhalte &#150; insbesondere vermittelt durch das Fernsehen und durch Computerspiele &#150; genannt. Gerade unter Laien scheint dieses Erklärungsmuster sehr populär sein, vielleicht deswegen, weil es dadurch möglich ist, &#132;den Medien&#147; die Schuld in die Schuhe zu schieben, ohne sich näher mit dem gesellschaftstrukturellen Hintergrund von Gewalt befassen zu müssen. Selbst nach Professor Pfeiffer, Kriminologe in Hannover, kann Jugendgewalt nicht durch den Einfluss der Medien erklärt werden. Pfeiffer macht deutlich, dass gewalttätige Medieninhalte gewaltfördernd auf hierfür gefährdete Jugendliche wirken können (siehe HU-Pressemitteilung: &#132;Die Gesellschaft als Geisel&#147; in den Mitteilungen Nr. 168, S. 101). Also muss selbst nach dieser Ansicht bereits eine anderweitige Gefährdung vorliegen. Dies liegt auch auf der Hand, kann doch eine gewalttätige Mediendarstellung beim Betrachtenden auch das Gegenteil zur Folge haben, nämlich das Auslösen von Abscheu gegen diese Gewalt. Mögliche Gewaltursachen müssen also anderswo gesucht werden:<br />In diesem Zusammenhang sollte einmal die Tatsache betrachtet werden, dass Gewaltdelikte Jugendlicher &#8211; und nicht nur Jugendlicher &#8211; fast ausschließlich ein männliches Problem sind; Jugendgewalt ist in den meisten Fällen Jungengewalt. Wer hier mit biologischen Argumenten kommt, verkennt, dass Gewalt ein soziales Konstrukt ist, Geschlechterverhalten ist antrainiertes Rollenverhalten. Ein typisches Rollenverhalten von Jungen ist nach wie vor eine starke Gefühlsnegierung. Dies kann man schon aus bloßer Beobachtung schließen: Während sich jugendliche Mädchen etwa oftmals mit Umarmung und Küssen begrüßen, sieht man dies unter Jungen praktisch überhaupt nicht. Letztlich erscheint es mir naheliegend, dass diese Erziehung der Jungen zur Gefühlsnegierung auch mangelndes Einfühlungsvermögen zur Folge hat und damit möglicher Weise auch eine erhöhte Gewaltanwendung auslöst. Wer hier erwidert, heutzutage würden Eltern ihre Kinder doch unabhängig vom Geschlecht gleich behandeln, übersieht, dass Kinder nicht nur durch ihre Eltern sozialisiert werden. Im Fernsehen etwa werden Jungen oftmals als die wilden Draufgänger dargestellt, während die Mädchen oftmals eine verantwortungsvollere, auch einfühlsamere Rolle darstellen. In diesem Zusammenhang einzuordnen ist auch das meiner Ansicht nach häufig biologistisch verknappte Sexualitätsbild vieler Jungen. Sexualität wird oftmals als etwas rein technisches begriffen, sie wird reduziert auf den heterosexuellen Beischlaf zwischen Mann und Frau; dass Sexualität &#8211; auch zwischen Mann und Frau &#8211; mehr darstellt als nur Geschlechtsverkehr, scheint vielfach nicht bekannt zu sein. Diese Einstellung zur Sexualität führt zu einer künstlichen Zwangsheterosexualität, die alle anderen möglichen Formen von Zärtlichkeit, Erotik und Sexualität nicht zulässt. Zur Folge hat dies, dass gerade unter männlichen Jugendlichen Zärtlichkeit und das Zeigen von Gefühlen untereinander verpönt ist, was wiederum Gefühlsnegierung und möglicher Weise Gewalt zur Folge hat.<br />Die Behauptung, Geschlechterrollen spielten heute keine Rolle mehr, ist einzuschränken: In den letzten Jahrzehnten liegt eine einseitige Aufhebung der Geschlechterrollen vor: Die traditionelle Mädchenrolle ist deutlich abgeschwächt: Ein Mädchen, das in die traditionelle Jugendrolle strebt, sich etwa für Technik interessiert und gern Fußball findet, wird in den meisten Fällen Anschluss finden und von ihrer Altersgruppe &#8211; aber auch insgesamt &#8211; akzeptiert werden. Auch Frauen haben heute in früher den Männern vorbehaltenen Berufen gute Chancen, etwa als Lokführerin, Busfahrerin oder Ingenieurin. Andererseits ist die Jungenrolle viel weniger stark aufgelöst: Ein Junge, der in die traditionelle Mädchenrolle strebt; etwa gefühlvoll ist und gern mit Puppen oder Pferden spielt, wird es wesentlich schwerer haben, akzeptiert zu werden. Dass die Geschlechterrollen nur einseitig aufgelöst sind, sieht man schon an einer Äußerlichkeit: Während Mädchen, die ehemals Jungen vorbehaltenen Hosen tragen, selbstverständlich voll akzeptiert werden; würde der Junge mit Mädchenkleidern verspottet werden.<br />Die Auflösung der alten Frauenrolle hat im Laufe dieses Jahrhunderts dazu geführt, dass auch Mädchen Abitur machen und in die Arbeitswelt streben. Die freie Entfaltung der Mädchen und Frauen ist dadurch erst möglich geworden. Jungen sind heute in gewisser Weise die Benachteiligten, weil sie noch immer viel stärker an ihre Rolle gebunden sind. Woran liegt es wohl, dass heute etwa auf Hauptschulen deutlich mehr Jungen als Mädchen zu finden sind, dass auch bei denjenigen, die gar keinen Schulabschluss schaffen, die Jungen deutlich in der Überzahl sind? Liegt es nicht vielleicht daran, dass Mädchen von den für das Zurechtkommen in der Gesellschaft nützlichen Teilen der alten Mädchenrolle &#8211; wie Verantwortungsbewusstsein und Geduld &#8211; weiterhin profitieren, während die sie ausgrenzenden Teile der alten Mädchenrolle &#8211; der Zwang zu Haus und Herd &#8211; verschwunden sind? Jungen dagegen bleiben in ihrer alten Männlichkeitsrolle des &#132;starken, gefühllosen&#147; Geschlechts gefangen und erlernen dadurch die sich aus dem gefühlvollen Umgang miteinander erschließenden Kompetenzen nicht &#8211; auch eine mögliche Ursache von Gewalt.<br />Bezeichnender Weise richtet sich auch die geschlechtsspezifische Jugendarbeit in der Praxis in der überwiegenden Mehrzahl an Mädchen. Schon bei Veranstaltungen für Kinder im Grundschulalter werden oftmals spezielle Mädchenangebote durchgeführt, teilweise gibt es gar Mädchenspielplätze. Vergleichbare Angebote für Jungen bleiben dahinter deutlich zurück. Sehr merkwürdig auch die Begründungen für diese Mädchenprojekte: Es habe sich gezeigt, dass Mädchen durch das draufgängerische und von sich selbst eingenommene Verhalten der Jungen ihre eigene Persönlichkeit nicht angemessen entfalten könnten. Das mag ja sogar stimmen, aber die darauf folgende Reaktion kann man nur als verfehlt bezeichnen: Zum einen müssen Mädchen auch im täglichen Leben mit Jungen umgehen und müssen sich auch als Erwachsene mit Männern auseinandersetzen, zum Anderen: Warum schafft man hier einen zweifelhaften Schutzraum für Mädchen, anstatt das Problem bei der Wurzel zu packen und sich daran zu machen, die Jungen aus ihrer Geschlechterrolle zu befreien. Es wäre ja auch im Sinne der Frauen: Letztlich wäre es für Frauen wesentlich leichter Familie und Beruf zu vereinen, wenn mehr Männer die Kinderbetreuung übernehmen würden; dass dies immer noch recht wenig sind, liegt auch an der im Jungenalter vermittelten Männlichkeitsrolle.<br />Zum Abschluss: Nach meiner Auffassung kann Ursache für Jungengewalt auch das fortdauernde Gefangensein in der männlichen Geschlechterrolle sein. Wir sollten uns aber auch aus einem anderen viel wichtigeren Grund endlich daran machen, Jungen aus ihrer Geschlechterrolle zu befreien: Damit diese sich ähnlich frei entfalten können wie die Mädchen dies zumindest im europäischen Kulturkreis endlich tun können!<br />Zur Diskussion um Gewaltprävention sei abschließend noch angemerkt: Eine tatsächliche Steigerung der Jugendgewalt ist nicht feststellbar. Zudem wäre eine freiheitliche Gesellschaft ganz ohne Gewalt meines Erachtens nicht zu erreichen. Auch in einer Gesellschaft, in der sich alle Menschen wirklich frei entfalten können und es keine Rollenbilder gäbe, gäbe es Fälle von Gewalt. Wo sich Menschen entfalten, wird es stets zu Konflikten kommen, die in Gewalt münden können. Eine vollkommen gewaltlose Gesellschaft wird man nur um den Preis absoluter Konformität erreichen können &#150; ein Ziel, das kaum erstrebenswert sein dürfte.</p>
<p>Steve Schreiber</p>
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		<title>Macht nur auf Zeit!</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/168/publikation/macht-nur-auf-zeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 1999 18:10:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Appell gegen eine Verlängerung der Bundestagswahlperiode: Mitteilungen Nr. 168, S. 99 Appell gegen eine Verlängerung der Bundestagswahlperiode: Mit der Humanistischen Union gegen Bürgerrechtsabbau &#150; Ein Kampagnen-Vorschlag von Klaus Scheunemann (Ortsverband Frankfurt) vorgetragen auf der HU-Delegiertenkonferenz 1999 in Nürnberg. Es klingt so plausibel, was uns Bundestagspräsident Wolfgang Thierse schmackhaft zu machen versucht und mit ihm eine [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Appell gegen eine Verlängerung der Bundestagswahlperiode:</p>
<p>Mitteilungen Nr. 168, S. 99</p>
<p>Appell gegen eine Verlängerung der Bundestagswahlperiode: Mit der Humanistischen Union gegen Bürgerrechtsabbau &#150; Ein Kampagnen-Vorschlag von Klaus Scheunemann (Ortsverband Frankfurt) vorgetragen auf der HU-Delegiertenkonferenz 1999 in Nürnberg. Es klingt so plausibel, was uns Bundestagspräsident Wolfgang Thierse schmackhaft zu machen versucht und mit ihm eine Vielzahl von Politikerinnen und Politikern: Laßt uns die Amtszeit des Bundestages verlängern von vier Jahren auf fünf, dann können die Abgeordneten sich besser einarbeiten in ihr jeweiliges Aufgabenfeld. Und eine seltenere Wahl &#150; das spart auch Zeit und Geld. Schließlich lassen sich auch noch ausländische Beispiele für fünfjährige Parlamentswahlperioden beibringen. Man muß nicht einmal auf den Chinesischen Volkskongreß verweisen, das größte Scheinparlament der Welt, dessen Mitglieder fünf Jahre lang amtieren dürfen. Fünfjährige Amtszeiten gibt es auch in Frankreich, Italien und Luxemburg. Aber ich meine, das Projekt Thierse, die Wahlperiode unseres Bundestages auszuweiten auf fünf Jahre, spricht allen Bestrebungen Hohn, den Einfluß der Bürgerinnen und Bürger auf die Politik zu verstärken. Immerhin gibt es ernstzunehmende Gruppen, nicht nur im ökologisch-alternativen Bereich, die in Deutschland den Bürgereinfluß durch plebiszitäre Elemente wie Volksbegehren und Volksentscheide ausbauen wollen. Ich selbst stehe übrigens diesen Tendenzen skeptisch gegenüber, aber ich verstehe sie als ein Indiz dafür, daß viele Bürgerinnen und Bürger bei uns Defizite an Demokratie verspüren. Und ausgerechnet in dieser Landschaft will Herr Thierse das ohnehin seltene Kreuzchenmachen noch um glatte 25 Prozent reduzieren!Denn seltener wählen heißt, die ohnehin geringen Kontrollmöglichkeiten der Wählerinnen und Wähler weiter auszudünnen. Da sage ich als Mitglied der Humanistischen Union: &#132;Lieber Wolfgang Thierse, nicht mit uns!&#147;In einer Zeit, da der technich-ökonomische Wandel aber auch der soziale und kulturelle Wandel in immer schnellerem Tempo erfolgt, sollten die Amtsperioden von Parlamenten eher verkürzt werden, um diesem Wandel Rechnung zu tragen!Während unsere Nachbarländer Belgien, die Niederlande, Dänemark, Österreich und die Schweiz vierjährige Wahlperioden ihrer Parlamente für geboten halten &#150; wie bisher auch Deutschland &#150; bevorzugen alte Demokratien wie Australien und Schweden dreijährige Amtszeiten.Und die älteste Demokratie der Welt, die USA, die sicherlich nicht in allem ein leuchtendes Beispiel sind, aber doch in vielem, diese USA fahren seit genau 212 Jahren sehr gut mit einer nur zweijährigen Amtsperiode ihrer zweiten Kammer. Die Abgeordneten des Repräsentantenhauses in Washington werden nämlich nur auf zwei Jahre gewählt. Und diese Regelung hat nicht bloß Gesetzesrang, sondern sie findet sich in der ehrwürdigen Verfassung der USA vom 17. September 1787, die also 212 Jahre alt wurde. Happy Birthday.Also, Herr Thierse: Wo sind die überzeugenden Argumente für einen Fünfjahrestakt bei den Bundestagswahlen? Ich spreche als Mitglied der Humanistischen Union. Wir sind die älteste Bürgerrechtsorganisation in der BRD. Darauf sind wir stolz. Zu den Bürgerrechten gehört ganz weit vorn das Recht auf freie und geheime Wahlen. Und wir schätzen es gar nicht, wenn am Wahlrecht herummanipuliert wird! Gibt es nicht zum Thema Wahlrecht drängendere Reformaufgaben? Lieber Wolfgang Thierse: Tun Sie etwas für eine Erleichterung der Einbürgerung, damit mehr bisherige Ausländer bei uns mitwählen können. Reduzieren Sie kräftiger als vorgesehen die Zahl der Bundestagsabgeordneten. Kleinere Parlamente können oft effektiver arbeiten &#150; und Geld sparen ließe sich auch! Tun Sie etwas für die Zusammenlegung von Landtagswahlterminen. Kostbare Zeit von teuren Politikerinnen und Politikern (ich habe nichts gegen eine anständige Bezahlung) läßt sich auch dadurch gewinnen, daß man sie nicht dauernd in Länderwahlkämpfe treibt.Tun Sie etwas für die Einrichtung von Vorwahlen, ähnlich den amerikanischen Primaries, und beteiligen Sie dadurch die Wählerschaft an der Nominierung der Parteienkandidatinnen und -kandidaten. Also: Die erfolgreichsten Zeiten der HU waren Zeiten, in denen sie sich an die Spitze oppositioneller Einpunktkampagnen stellte. Ich nenne hier:&#150; Die Kampagne gegen die Notstandsgesetze&#150; Die Kampagne gegen den alten § 218 und für die Fristenregelung. Ich bin überzeugt: Wir sind immer noch kampagnefähig. Wir sollten eigenständig und nicht im Schlepptau anderer Organisationen eine Kampagne starten, gegen den Abbau von Bürgerrechten durch Verlängerung der Bundestagswahlperiode. Motto: Macht nur auf Zeit. Keine Verlängerung der Bundestagswahlperiode. Mit der Humanistischen Union gegen Bürgerrechtsabbau. Ich appelliere an alle: Machen Sie mit! Macht mit!</p>
<p>Klaus Scheunemann</p>
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		<title>Reinen Tisch zur Jahrtausendwende!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 1999 18:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>HU spricht sich f&#252;r Amnestiegesetz aus. Pressemitteilung der Humanistischen Union vom 28. September 1999: Mitteilungen Nr. 168, S. 100 F&#252;r eine Amnestie zur Jahrtausendwende spricht sich die Humanistische Union aus. Die &#228;lteste bundesdeutsche B&#252;rgerrechtsorganisation fordert den Deutschen Bundestag auf, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen.Unter dem Titel &#8222;Amnestie 2000&#8220; liegt ein gr&#252;ner Entwurf f&#252;r ein Amnestiegesetz [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>HU spricht sich f&uuml;r Amnestiegesetz aus.</p>
<p>Pressemitteilung der Humanistischen Union vom 28. September 1999:</p>
<p>Mitteilungen Nr. 168, S. 100</p>
<p>F&uuml;r eine Amnestie zur Jahrtausendwende spricht sich die Humanistische Union aus. Die &auml;lteste bundesdeutsche B&uuml;rgerrechtsorganisation fordert den Deutschen Bundestag auf, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen.<br />Unter dem Titel &bdquo;Amnestie 2000&ldquo; liegt ein gr&uuml;ner Entwurf f&uuml;r ein Amnestiegesetz vor. Die Verfassenden schlagen vor, f&uuml;r k&uuml;rzere Freiheits- und Reststrafen eine Amnestie zum 1. Januar 2000 zu erlassen, sofern von den Verurteilten keine Bedrohung mehr f&uuml;r Individuen oder die Gesellschaft ausgeht. Der Straferla&szlig; soll danach nur f&uuml;r bis zum 1. September 1999 rechtskr&auml;ftig verh&auml;ngte und nicht verb&uuml;&szlig;te Freiheitsstrafen gelten.<br />In einer Amnestie sieht die HU eine M&ouml;glichkeit, die drangvolle Enge vieler Haftanstalten auf angemessene Weise zu beseitigen und den Insassen zu menschenw&uuml;rdigen Lebensbedingungen zu verhelfen. Au&szlig;erdem k&ouml;nnte der Straferla&szlig; vielen Strafgefangenen einen Neuanfang erm&ouml;glichen. <br />Entscheiden &uuml;ber die Amnestierung m&uuml;&szlig;te die Strafvollstreckungsbeh&ouml;rde, die solche Personen von einer Strafbefreiung ausnehmen sollte, die in Zukunft eine Bedrohung f&uuml;r die Gesellschaft oder ihre Mitmenschen darstellen k&ouml;nnten.<br />Amnestien sind ein durchaus verbreitetes Element demokratischer Traditionen. In demokratischen Rechtsstaaten Westeuropas sind sie guter Brauch und werden zu besonderen Anl&auml;ssen wie Jubil&auml;en und Gedenktagen gew&auml;hrt. In Italien gab es seit dem Krieg mehrere Dutzend Amnestien. In Frankreich werden zu Beginn der Amtszeit jedes neuen Staatspr&auml;sidenten sogenannte Jubelamnestien oder zum Gedenken an die franz&ouml;sische Revolution und den Sturm auf die Bastille regelm&auml;&szlig;ig allgemeine Amnestien verk&uuml;ndet. In &Ouml;sterreich wird seit 1955 alle zehn Jahre zum Tag der neuen Souver&auml;nit&auml;t des Landes eine allgemeine Amnestie gew&auml;hrt. <br />Nur in der Bundesrepublik Deutschland sind Amnestien in Vergessenheit geraten. Das letzte Gesetz f&uuml;r eine allgemeine Amnestie trat im Juli 1954, also vor 45 Jahren, in Kraft.<br />Nach Auffassung der HU ist Amnestie kein Zeichen von Schw&auml;che. Ganz im Gegen-teil k&auml;me mit einer gro&szlig;m&uuml;tigen Gew&auml;hrung von Straffreiheit zum Ausdruck, da&szlig; die staatliche Ordnung und die Demokratie in Deutschland inzwischen so gefestigt sind, da&szlig; Staat und Gesellschaft aus besonderem Anla&szlig; auf die Strafvollstreckung verzichten k&ouml;nnen.<br />Eine breite gesellschaftliche Debatte &uuml;ber das Amnestiegesetz k&ouml;nnte nach Einsch&auml;tzung der HU zudem die Diskussion &uuml;ber Probleme des Strafvollzugs und neue Formen gesellschaftlicher Sanktionierung von Vergehen wie den T&auml;ter-Opfer-Ausgleich f&ouml;rdern.<br />Schlie&szlig;lich &ndash; so die B&uuml;rgerrechtsorganisation abschlie&szlig;end &ndash; verl&ouml;re die Abschreckung durch Strafandrohung, bei einem einmaligen Straferla&szlig;, nichts von ihrer pr&auml;ventiven Wirkung.</p>
<p>Franz-Josef Hanke (HU-Pressesprecher) <br />Tel. 06421/ 666 16 / e-Mail: <a href="mailto:hu-marburg%40medienlinks.de">hu-marburg@medienlinks.de</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ehrung für einen kritischen Geist</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/168/publikation/ehrung-fuer-einen-kritischen-geist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 1999 17:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Humanistische Union begrüßt Verleihung des Nobelpreises an Günter Grass Pressemitteilung vom 01. Oktober 1999 Mitteilungen Nr. 168, S. 100 Berlin Mit Günter Grass hat das Nobelpreiskomitee in Stockholm, nicht nur einen großen deutschen Schriftsteller geehrt; in seiner Begründung lobt das Gremium ausdrücklich auch seine kritischen Stellungnahmen. Die HUMANISTISCHE UNION gratuliert Günter Grass zu dieser verdienten [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Humanistische Union begrüßt Verleihung des Nobelpreises an Günter Grass</p>
<p>Pressemitteilung vom 01. Oktober 1999</p>
<p>Mitteilungen Nr. 168, S. 100</p>
<h5>Berlin</h5>
<p>Mit Günter Grass hat das Nobelpreiskomitee in Stockholm, nicht nur einen großen deutschen Schriftsteller geehrt; in seiner Begründung lobt das Gremium ausdrücklich auch seine kritischen Stellungnahmen. Die HUMANISTISCHE UNION gratuliert Günter Grass zu dieser verdienten Ehrung seines Lebenswerks. Besonders freut sich die Bürgerrechtsorganisation darüber, daß sich das Nobelpreiskomitee mit seiner Entscheidung einem Beschluß der HUMANISTISCHEN UNION aus dem Jahr 1997 angeschlossen hat. Im April 1998 hatte die HU in Lübeck ihren Fritz-Bauer-Preis für das Jahr 1997 an Günter Grass überreicht. Geehrt wurde damit ausdrücklich sein Engagement für die Menschenrechte, das Grass in seiner berühmten Paulskirchen-Rede im Oktober 1997 zum Ausdruck gebracht hat. In einer Zeit, wo sich nicht mehr viele Intellektuelle kritisch in der Öffentlichkeit äußern, wünscht sich die HU mehr Unterstützung für kritische Geister durch Preisverleihungen wie die des schwedischen Nobelpreiskomitees.</p>
<p>Franz-Josef Hanke</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Aufforderung zum Exodus: Kirchen sollen sich vom Staat trennen</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/168/publikation/aufforderung-zum-exodus-kirchen-sollen-sich-vom-staat-trennen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 1999 17:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion: Staatskirchenverträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Pressemitteilung des Ortsverbands München vom 14. November 1999: Mitteilungen Nr. 168, S. 101-102 München. Bei einer symbiotischen Partnerschaft ist die Angst vor einer nötigen Trennung immer besonders groß. Ist die Trennung erst einmal vollzogen, geht es den beiden Partnern zu ihrer Überraschung dann zunehmend besser. Diese menschliche Erfahrung kann &#150; so die Psychologin Ursula Neumann [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Pressemitteilung des Ortsverbands München vom 14. November 1999:</p>
<p>Mitteilungen Nr. 168, S. 101-102</p>
<p>München. Bei einer symbiotischen Partnerschaft ist die Angst vor einer nötigen Trennung immer besonders groß. Ist die Trennung erst einmal vollzogen, geht es den beiden Partnern zu ihrer Überraschung dann zunehmend besser. Diese menschliche Erfahrung kann &#150; so die Psychologin Ursula Neumann (Humanistische Union) &#150; auf die Beziehung zwischen Kirche und Staat übertragen werden. <br />Die Forderung nach einer gütlichen Trennung von Staat und Kirche war Thema einer gemeinsamen Tagung von Petra Kelly Stiftung und Humanistischer Union am 6. November im Literaturhaus in München. <br />Das Grundgesetz legt fest: Es besteht keine Staatskirche. <br />Formal sieht das in der deutschen Praxis jedoch gänzlich anders aus. Die Vorgabe der Weimarer Verfassung vor 80 Jahren, die Staatskirche auf-zuheben, stürzte die Kirchen in ein (wohl gepflegtes) Trauma, aus dem sie noch immer nicht herausgefunden haben. Sie klammern sich an ihre geldbringenden Privilegien, die ihnen der Staat gewährt und vernachlässigen die Maxime ihres Gründers. Gerade in Bayern ist die Beziehung Staat &#150; Kirche besonders eng, das hat zuletzt der erbitterte Kampf ums Kruzifix im Klassenzimmer gezeigt. Der Kirchenrechtler Prof. Johannes Neumann (Humanistische Union): &#132;Auch der Staat profitiert von dieser Partnerschaft: dient doch die Religion zur übersinnlichen Legitimation der Macht. Wenn die christlichen Gewissen aufstehen und gegen für ungerecht gehaltene Maßnahmen protestieren, kann sich der Staat darauf verlassen, daß die kirchlichen Hierarchen auf seiner Seite stehen und ihre eigene gläubige Basis alleine lassen, wie z.B. im Kosovo-Krieg geschehen.&#147;<br />Bundesweit ist durch die staatliche Erhebung der Kirchensteuer und die von Bund, den Ländern und Kommunen finanzierten vielfältigen Subventionen der Kirchen die finanzielle Verflechtung und Abhängigkeit unkontrollierbar und unübersichtlich geworden. Diese Alimentierung der Kirchen durch den Staat wurde von Prof. Neumann offengelegt. <br />Die Kirchensteuer ist der Sache nach ein Mitgliedsbeitrag, den die Kirchen allerdings nicht selbst &#150; wie alle anderen gesellschaftlichen Gruppen &#150; erheben, sondern durch den Staat eintreiben lassen. Solches ist in dieser Form von der Verfassung nicht vorgeschrieben. Das zwingt alle Steuerpflichtigen, ihr Bekenntnis/Nichtbekenntnis sowohl dem Staat als auch ihrem Arbeitgeber zu offenbaren, eine weitere Verletzung des Grundgesetzes zu Gunsten der Kirchen. <br />Nicht die Kirchen und ihre Verbände finanzieren das deutsche Sozialsystem, vielmehr sind es die öffentlichen Träger, die Kassen und Versicherungen sowie die Nutzer, die insgesamt mehr als 90% der Kosten aufbringen. Gleichwohl haben die Kirchen als Arbeitgeber und Unternehmer in diesen Betrieben das Sagen, bis in das Privatleben ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.<br />Bund, Länder und Kommunen subventionieren die Kirchen jährlich &#150; vorsichtig geschätzt &#150; mit etwa 13 Milliarden DM für verschiedenste kirchliche Belange. Dazu zählen der Religionsunterricht, die Theologen-Ausbildung an den Hochschulen, kirchliche Kindergärten, Militärseelsorge, die Gehälter der oberen Hierarchen des Klerus u.v.a.m. An der Finanzierung all dieser Beträge zu Gunsten der Kirchen sind auch die nicht-christlichen Steuerbürger beteiligt, ohne sich dem entziehen zu können. <br />Seit 50 Jahren fordert das Grundgesetz vom Staat, diese Leistungen abzulösen. Da es um die Kirchen geht, ist dieser Auftrag verdrängt worden. Keineswegs darf der Staat neue Verpflichtungen eingehen. Gleichwohl sind sowohl in den alten als erst recht in den neuen Bundesländern jede Menge kostenträchtiger Verträge und andere Rechtstitel begründet worden. Das ist schlicht verfassungswidrig! Nach Aussage der katholischen Kirche selber, könnte sie auch ohne Kirchensteuer überleben &#132;bis ans Ende der Welt&#147;. Sie verfügt hierfür über genügend Besitz, der jährlich mehr als 5 Milliarden DM einbringen dürfte.<br />Gerade jetzt, beim Streit der Bischöfe, wird wieder deutlich, daß die Aufgaben und Interessen von Staat und Kirche nicht vereinbar sind. Es ist z.B. in der Öffentlichkeit wenig bekannt geworden, daß die bisher gültigen Bischöflichen Richtlinien zur Schwangerschaftsberatung eklatant gegen die staatlichen Beratungsvorschriften verstoßen. Weder wird das gesetzlich vorgeschriebene Recht, anonym zu bleiben, gewahrt noch die Entscheidungsfreiheit der Schwangeren respektiert.<br />Die Kirchen widersetzten sich jahrzehntelang einem liberaleren Abtreibungsrecht, auf ihren Druck hin kam die unwürdige Zwangsberatung ins Gesetz, und jetzt steigt die katholische Kirche aus dieser Beratung aus. Das Vorhaben, die Beratung auf &#132;Donum Vitae&#147; zu übertragen, hält Ursula Neumann für rechtswidrig. Eine solche &#132;katholische Beratung&#147; geschähe weiterhin im Namen der Kirche, unterstünde damit der bischöflichen Aufsicht und könnte nach dem eindeutigen Machtwort aus Rom von den Bischöfen nicht geduldet werden. Die Konsequenz für Frau Neumann: &#132;Die katholische Beratung ist tot, der Totenschein ist nur noch nicht ausgestellt&#147;.<br />Von der Wiege bis zur Bahre geht der Einfluß der christlichen Kirchen auf alle Mitbürger, seien sie nun gläubig, andersgläubig oder gar nicht gläubig. Immerhin sind nur noch 69% der Gesamtbevölkerung Christen, in deutschen Großstädten und in Ostdeutschland noch viel weniger. Warum braucht Vater Staat die Mutter Kirche, um die Kinder zu erziehen? Warum christliche Kindergärten? Die Trägerschaft spielt bei der Entscheidung der Eltern keine große Rolle, es ist ihnen meist wichtiger, daß der Kindergarten kleine Gruppen und ein freundliches Haus in Wohnungsnähe hat.<br />Nicht nur nichtchristliche Schüler haben ein Kruzifixproblem, auch nichtchristliche Lehrer können nicht gezwungen werden, unter dem Kreuz zu unterrichten. Kirchlicher Religionsunterricht, für den sich kaum noch Schüler interessieren, soll nicht mehr in den staatlichen Schulen stattfinden, sondern freiwillig im Pfarrhaus oder in der Moschee. Statt dessen wäre es sinnvoll, ein neutrales Fach &#132;Religionen, Ethik und Weltanschauungen&#147; einzuführen. <br />Eine abendländische Ethik muß nicht unbedingt den 10 Geboten entsprechen. Hier wurde von Ruth Paulig, der christlichen Moral die Ethik der zivilen Bürgergesellschaft an die Seite gestellt, die ein Engagement für den Mitmenschen auf dem Fundament der Grundrechte postuliert. Ruth Paulig appellierte an die Kirchen, nicht zu warten, bis der Staat aktiv wird. Die Kirchen sollten von sich aus die Scheidung einreichen.<br />In der Trennung läge auch eine große Chance für die Kirchen, bestätigte der Theologe Wolfgang Ullmann. Er prophezeite ein baldiges Ende des engen Verhältnisses schon allein durch die Fortentwicklung Europas: der mit dem Euro verbundene strengere Datenschutz und vereinheitlichte europäische Steuergesetze würden die in Deutschland übliche Erhebung der Kirchensteuer in Zukunft unmöglich machen. Aus seiner persönlichen Erfahrung als Pfarrer in der DDR folgerte er, daß die stabilisierende Duldung des Staates durch die Kirchen nicht nur in der DDR sondern in allen totalitären Systemen dieses Jahrhunderts die Notwendigkeit der Unabhängigkeit der Kirchen untermauert.<br />Den abschließenden Höhepunkt der Tagung bildete das Manifest zum dritten Jahrtausend von Carl Amery. Er malte wortgewaltig ein Menetekel an die Wand: Das Bild vom Mammonismus, dem gierigen Ungeheuer, das profitorientiert all unsere Ressourcen verschlingt und die Menschen in erbitterte Verteilungskämpfe stürzen wird. Wenn es überhaupt noch eine Überlebenschance für die Kirchen geben soll, müßten sie sich von den &#132;gottfeindlichen Systemen trennen, aus dem Sklavenhaus auszie-hen und engagiertes Zeugnis gegen die Zerstörung der Welt ablegen.&#147; Diese Prophetenrolle könnten sie aber nur übernehmen, wenn der Exodus der Kirche aus dem Staat vollzogen wird. In Form einer Denkschrift wird Carl Amery dieses Manifest den beiden Kirchen vorlegen. Dieser Text &#132;Höchste Zeit&#147; und die weiteren Referate können bei der Petra Kelly Stiftung angefordert werden.</p>
<p>Heide Hering, Wolfgang Killinger</p>
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		<title>Schwarze Spenden &#8230; &#8230; nicht bei unserer Union!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 1999 17:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verbandsnachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>HU-Spendenaufruf Mitteilungen Nr. 168, S. 103 Seit bald vierzig Jahren wird die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union e.V. weder durch staatliche Mittel noch sonstige Institutionen gefördert. Immer schon wird unsere Arbeit ausschließlich durch Beiträge unserer Mitglieder und freiwillige Beiträge einzelner Mitmenschen ermöglicht. Dies macht unsere Arbeit unabhängig von institutionellen und staatlichen Einflüssen! Keine Rücksichtnahme auf obskure Parteienfinanzierer [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>HU-Spendenaufruf</p>
<p>Mitteilungen Nr. 168, S. 103</p>
<p>Seit bald vierzig Jahren wird die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union e.V. weder durch staatliche Mittel noch sonstige Institutionen gefördert. Immer schon wird unsere Arbeit ausschließlich durch Beiträge unserer Mitglieder und freiwillige Beiträge einzelner Mitmenschen ermöglicht. Dies macht unsere Arbeit unabhängig von institutionellen und staatlichen Einflüssen! Keine Rücksichtnahme auf obskure Parteienfinanzierer und Provisionskassierer &#8230; unparteilich anstatt parteigebunden. Dies bedeutet aber auch: Die Humanistische Union ist auf Ihre freiwillige Spende angewiesen, um ihren vielfältigen Aufgaben nachzukommen. Denn die Beiträge der Mitglieder alleine reichen hierzu nicht aus. Vielleicht können auch Sie sich zum Schritt einer Spende an die HU entscheiden? Auch kleine Beiträge sind herzlich willkommen! Sie können sicher sein, daß wir jede Einnahme ordentlich verbuchen. &#8230; die Gegenleistung ist allerdings in erster Linie höchst ideell. <br />Die Humanistische Union handelt nicht eigennützig: Wir sind vielleicht eigen, aber auf alle Fälle anerkannt gemeinnützig. Das heißt: Zu Beginn des neuen Jahres erhalten Sie einen steuerabzugsfähigen Spendenbescheid über alle gezahlten Beiträge und Spenden, so daß Sie Ihre Spende an uns steuermindernd einsetzen können. Prüfen Sie doch bitte, ob diese Alternative nicht auch für Sie in Betracht kommt. Denn auch in den &#132;Zweitausendern&#147; wird es in den Bereichen der Menschen- und Bürgerrechtsarbeit noch viel für uns zu tun geben. <br />Als Mitstreitende können wir auch neue Mitglieder gut gebrauchen: Vielleicht kennen Sie jemanden, der sich ebenfalls für unsere Arbeit interessieren könnte? Gerne versenden wir weitere Informationen aus unseren Arbeitsgebieten. Ein Coupon für Interessierte ist auf der letzten Seite dieser Mitteilungen abgedruckt. Auch ein kurzer Anruf unter unseren Verbindungen (siehe Impressum) reicht aus.</p>
<p>Mit herzlichen Grüßen, und den besten Wünschen<br />für die kommenden Feiertage und zum Jahreswechsel,</p>
<p>Ihre Humanistische Union<br />Bundesgeschäftsstelle</p>
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		<title>Demonstration gegen das Totschweigen</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/168/publikation/demonstration-gegen-das-totschweigen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 1999 17:10:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Innere Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Pluralismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>HU-Tagungsberichte und -hinweise Mitteilungen Nr. 168, S. 105 Der neugegründete HU-Regionalverband Nordbayern beschloß die Unterstützung der diesjährigen Demonstration anläßlich des rassistischen Brandanschlags von 1988 unter dem Motto: &#132;Rassistischer Brandanschlag von 1988 &#150; In Schwandorf niemals vergessen!&#147; Die Demonstration findet statt in Schwandorf/Opf. am Samstag, den 18. Dezember 1999 um 14.30 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>HU-Tagungsberichte und -hinweise</p>
<p>Mitteilungen Nr. 168, S. 105</p>
<p>Der neugegründete HU-Regionalverband Nordbayern beschloß die Unterstützung der diesjährigen Demonstration anläßlich des rassistischen Brandanschlags von 1988 unter dem Motto: &#132;Rassistischer Brandanschlag von 1988 &#150; In Schwandorf niemals vergessen!&#147; Die Demonstration findet statt in Schwandorf/Opf. am Samstag, den 18. Dezember 1999 um 14.30 Uhr mit einer Auftaktkundgebung am Marktplatz sowie einer Abschlußkundgebung am Schlesierplatz.<br />Dort legte ein damals 19-jähriger Rechtsextremist in der Nacht des 17. Dezember 1988 Feuer in ein Haus. 12 Bewohner konnten aus den Flammen gerettet werden. Das türkische Ehepaar Fatma und Osman Can, ihr elfjähriger Sohn Mehmet sowie Jürgen Hübener kamen in den Flammen um. Das Aufstellen eines Mahnmals am Tatort wird seither von CSU und Freien Wählern (FW) abgelehnt. <br />Zur Demonstration hatte auch ein Oberpfälzer Bündnis gegen Rechts (ca. 30 unterstützende Organisationen) aufgerufen. Der nachfolgend näher beschriebene Anlaß für die Demonstration wurde einer Pressemitteilung des Bündnisses entnommen, verfaßt von Irene Maria Sturm (HU-Regionalverband Nordbayern).</p>
<h5>Gegen das Totschweigen</h5>
<p>In Solingen, Mölln, Hoyerswerda und vielen anderen Orten rechtsextremistischer Gewalt erinnern sichtbare Zeichen, Gedenk- und Begegnungsstätten an Menschen, die aus blankem Ausländerhaß ums Leben kamen. Doch nicht in Schwandorf: Die Anfrage, ein gespendetes Mahnmal aufstellen zu dürfen, wurde von der Verwaltung mit haarsträubenden Begründungen abgelehnt, so habe &#132;&#8230;es sich um die Tat eines Einzelgängers und politischen Wirrkopfes gehandelt &#8230; die unbegreifliche Tat und die Toten werden &#8230; in Erinnerung bleiben, eines Mahnmals bedarf es dafür nicht.&#147; (OB Kraus). Die Stadt läßt statt dessen am Tatort eine Telefonzelle errichten. Nach mehreren Anträgen beschäftigt sich der Stadtrat 1998 erstmals mit der Errichtung eines Mahnmals, lehnt jedoch ab, u.a. weil man einen &#132;Täterkult&#147; vermeiden wolle. Dagegen erinnern in Schwandorf elf Kriegerdenkmale, und je ein Vertriebenen- und Heimkehrerdenkmal an die Opfer von Krieg und Vertreibung.</p>
<h5>Schwandorf zum Beispiel</h5>
<p>Währenddessen gedeiht das Klima von Xenophobie und Ausländerfeindlichkeit hierzulande weiter, und stetig steigt die Zahl der organisierten Anhänger rechtsextremistischen Gedankenguts: im letzten Jahr um insgesamt 12 Prozent. Auch Rot-Grün setzt die ausländerfeindliche Politik der Vorgänger fort: Der Bundesminister des Innern, Otto Schily, (SPD) erklärte kürzlich 97 Prozent aller Asylbewerber zu Wirtschaftsflüchtlingen und befürwortet eine europaweite &#132;Harmonisierung&#147; des Asylrechts. Damit wird das Individualrecht auf Asyl ausgehebelt. Schon im Februar diesen Jahres beteiligte sich die &#8222;Regierung der neuen Mitte&#8220; an einem grund- und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Die Aussage &#132;Nie wieder Krieg &#150; nie wieder Auschwitz&#147; von Bundesaußenminister Fischer sollte den Abwurf von Splitter-, Grafit- und uranhaltigen Bomben mit &#132;humanitären Gründen&#147; rechtfertigen. Ab dem kommenden Frühjahr soll zudem die Zwangsabschiebung von Kosovo-Flüchtlingen beginnen.<br />Nicht erst seit der Maueröffnung gehören Morde, unzählige rassistische Übergriffe auf AusländerInnen, Andersgläubige, Schwule, Lesben, Behinderte und Wohnungslose zur schrecklichen Realität. Schwandorf, Rostock, Mölln, Solingen sind nur die bekanntesten Orte dieses faschistischen Flächenbrandes. Brutale Beispiele gibt es allerorten &#150; auch in in Bayern: Bei Rosenheim stirbt Carlos Fernando (35) aus Mocambique. Ein ortsbekannter Neonazi hatte, wie er sagte &#132;dem Neger eine aufs Maul geschlagen&#147; und als er regungslos am Boden lag &#132;noch ein bißchen getreten&#147;. In Bad Reichenhall erschoß ein Lehrling in einem Amoklauf fünf Menschen. Sein Zimmer war mit Hakenkreuz, Hitler-Bild und Wehrmachtssymbolen &#132;geschmückt&#147;. Müssen noch mehr Menschen sterben, damit der Rechtsextremismus politisch bekämpft wird? Die Zerstörung und Schändung von jüdischen Grabstätten in Nürnberg oder die jährlichen Massenaufmärsche von Rechtsextremisten in Passau sind Anlaß genug, aktiv zu werden.</p>
<p>Tobias Baur</p>
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		<title>AK Sexualstrafrecht protestiert gegen Inhaftierung von Raoul Wüthrich</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/168/publikation/ak-sexualstrafrecht-protestiert-gegen-inhaftierung-von-raoul-wuethrich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 1999 16:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sexualstrafrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 168, S. 106-107 Der Arbeitskreis Sexualstrafrecht hat sich auf seiner letzten Sitzung mit der Vorgehensweise der Justiz des US-amerikanischen Bundesstaates Colorado gegen Raoul Wüthrich befasst. Wie man aus der Tagespresse erfahren konnte, wurde der 11-jährige Junge verhaftet und musste über 70 Tage in den Mühlen der amerikanischen Justiz verbringen. Der Arbeitskreis hat daraufhin [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 168, S. 106-107</p>
<p>Der Arbeitskreis Sexualstrafrecht hat sich auf seiner letzten Sitzung mit der Vorgehensweise der Justiz des US-amerikanischen Bundesstaates Colorado gegen Raoul Wüthrich befasst. Wie man aus der Tagespresse erfahren konnte, wurde der 11-jährige Junge verhaftet und musste über 70 Tage in den Mühlen der amerikanischen Justiz verbringen. Der Arbeitskreis hat daraufhin eine Resolution an den US-Präsidenten Clinton verfasst, die seinem Büro über die Schweizer Botschaft in Berlin zukommen soll. Die Resoluion fordert nachdrücklich die inzwischen &#8211; auch auf Grund des großen interntionalen Protestes &#8211; erfolgte Freilassung und Ermöglichung der Ausreise des Jungen. Die Schweizer Botschaft hat innerhalb einer Woche schriftlich für die Unterstützung gedankt und versichert, dass sich das Außenministerium weiterhin für Raoul einsetzen wird.</p>
<p>Über den Fall Raoul hinaus fordert der Arbeitskreis eine kritische Auseinandersetzung mit dem, in den USA üblichen, moralpanikartigen Umgang mit Kindersexualität , der erst das Strafverfahren ermöglicht hat. Er äußert sich in zwei Phänomenen: zum einen im Aufstellen unbewiesener Unterstellungen, zum anderen aber auch in einer irrationalen Betrachtung der Kindersexualität als etwas Negatives, zu Unterdrückendes insgesamt. Im Fall &#8222;Raoul&#8220; haben wir es bereits mit dem ersten Phänomen zu tun: Obwohl Raoul nicht einmal nachgewiesen ist, ob seine Handlungen wirklich sexuell motiviert waren, wurde er behandelt wie ein Verbrecher. Wäre es aber gelungen, ihm klar sexuelle Absichten nachzuweisen, so wären die Aktionen der amerikanischen Justiz natürlich ebenso wenig berechtigt gewesen. Der Fall wäre dann Teil des zweiten Phänomens geworden: Sexualität unter Kindern wird als etwas fuchtbares behandelt, das es zu bestrafen und evtl. zu therapieren gilt. Die Leidtragenden dieser irrationalen Moralpolitik sind letztlich die Kinder, für die dieser Umgang mit ihrer Sexualität wahrscheinlich zu einer sexualfeindlichen Grundeinstellung und psychischen Störungen führen wird.</p>
<p>Für den Arbeitskreis Sexualstrafrecht, Steve Schreiber; E-Mail: [gelöscht]</p>
<p>Leiter des Arbeitskreises: Johann Glötzner, [Anschrift gelöscht]</p>
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		<title>Böse Jugend  Ein Weihnachtsgeschenk für Eltern und Innenpolitiker.</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/168/publikation/boese-jugend-ein-weihnachtsgeschenk-fuer-eltern-und-innenpolitiker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Dec 1999 16:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechtspolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorgestellt: Kinder- und Jugendliteratur: Mitteilungen Nr. 168, S. 107 Aus der Süddeutschen Zeitung vom 10. November 1999, Seite V2/7 (SZ-Beilage Literatur 1999 / Beilage), Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Süddeutschen Zeitung. Kinder- und Jugendbücher heißen so, weil sie für Kinder und Jugendliche geschrieben sind. Dieses Buch ist ein Buch über Kinder und Jugendliche, es ist [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/168/publikation/boese-jugend-ein-weihnachtsgeschenk-fuer-eltern-und-innenpolitiker/">Böse Jugend  Ein Weihnachtsgeschenk für Eltern und Innenpolitiker.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vorgestellt: Kinder- und Jugendliteratur:</p>
<p>Mitteilungen Nr. 168, S. 107</p>
<p>Aus der Süddeutschen Zeitung vom 10. November 1999, Seite V2/7 (SZ-Beilage Literatur 1999 / Beilage), Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Süddeutschen Zeitung.</p>
<p>Kinder- und Jugendbücher heißen so, weil sie für Kinder und Jugendliche geschrieben sind. Dieses Buch ist ein Buch über Kinder und Jugendliche, es ist ein Buch über die, die in den Schlagzeilen &#132;Horror-Kids&#147;, &#132;kleine Monster&#147; und &#132;Tyrannen in Turnschuhen&#147; heißen, ein Buch über junge Skins, Neonazis, Rambos und Hooligans, über die Cliquen der russlanddeutschen Aussiedler und der Türken. Es ist ein Buch gegen Hysterie, ein Buch, das öffentliche Aufgeregtheit nicht beruhigen, aber zur Besinnung bringen will. Es ist, obwohl es 250 Seiten lang von Gewalt handelt, ein tröstliches Buch &#150; weil es zum Ergebnis kommt, dass nicht, wie man so schön sagt, Hopfen und Malz verloren sind. Das Buch geht auf Distanz sowohl zu den Hardlinern als auch zu den soften Theoretikern, es wirbt für Differenzierung &#150; und, vor allem, es läßt den Leser nicht hilflos. <br />Die Autoren, Kriminologe mit internationaler Erfahrung der eine, Kultur- und Wissenschaftsjournalist der andere, werfen so ziemlich alles über den Haufen, was in der Öffentlichkeit an Legenden über Jugendgewalt existiert und was es an wissenschaftlichen Erklärungsmustern für Gewalt so gibt. Nach der gängigen Lesart gebiert Armut/Desintegration/Arbeitslosigkeit Gewalt. Sind die Täter (Täterinnen gibt es kaum, 98 Prozent aller jugendlichen Gewalttäter sind männlich!) fast stets &#132;loser&#147;, die am Rande der Gesellschaft ganz weit außen stehen. Indes: Vor allem die im Rechtsextremismus, bei Übergriffen gegen Ausländer oder Homosexuelle in Erscheinung tretenden Jugendlichen sind eher der Mitte der Gesellschaft zuzurechnen. Sinnlose Gewalt? Gewalt kann für jugendliche Täter sinnstiftend wirken, so irritierend diese Vorstellung auch sein mag &#150; sie schafft &#132;eine riskante Form von Selbstwert&#147;. Es geht um die aggressive Selbstverwirklichung, um den Freizeitwert des Kämpfertums und um Männlichkeitswahn. Werteverfall? In den Cliquen und Gangs der Jugendlichen herrschen nicht Protest und Anarchie, sondern Werte und Normen, die denen des gesellschaftlichen Mainstreams gar nicht unähnlich sind. Der &#132;Kick&#147; kann auch für nicht-randständige Jugendliche ein Grund sein, sich kriminell zu beweisen. Und das ist auch nicht ganz neu. Bei der Kriminalität der Halbstarken war das so ähnlich, sie wird heute weniger aufgeregt gesehen als damals. Das Buch ist spannend, ja ermutigend &#150; weil es Auswege zeigt. Wer nach einem Weihnachtsgeschenk für sich oder für die Mitglieder des Rechts- und Innenausschusses des Bundestags sucht: hier ist es!</p>
<p>Heribert Prantl</p>
<p>Hans-Volkmar Findeisen, Joachim Kerten: Der Kick und die Ehre.<br />Vom Sinn jugendlicher Gewalt. Kunstmann Verlag 1999. 256 S., DM 29,80.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/168/publikation/boese-jugend-ein-weihnachtsgeschenk-fuer-eltern-und-innenpolitiker/">Böse Jugend  Ein Weihnachtsgeschenk für Eltern und Innenpolitiker.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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