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	<title>Mitteilungen Nr. 222 Archive - Humanistische Union</title>
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	<item>
		<title>Ressortplanung des Bundesvorstands</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/ressortplanung-des-bundesvorstands-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[huadminuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 22:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vereinsnachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Verband: Vorstand]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 1-7 (Red.) Die Mitglieder des neu gewählten Bundesvorstands haben sich zu Beginn ihrer Amtszeit über die Schwerpunkte in ihren jeweiligen Arbeitsressorts (Ressortübersicht s. Mitteilungen Nr. 221, S. 3f.) verständigt. Wir geben hier ihre Ressortplanung (soweit verschriftlicht) wieder(1) Datenschutz (NB) Der Umgang mit personenbezogenen Daten – durch staatliche als auch durch private Stellen [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/ressortplanung-des-bundesvorstands-1/">Ressortplanung des Bundesvorstands</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 1-7</p>
<p>(Red.) Die Mitglieder des neu gewählten Bundesvorstands haben sich zu Beginn ihrer Amtszeit über die Schwerpunkte in ihren jeweiligen Arbeitsressorts (Ressortübersicht s. Mitteilungen Nr. 221, S. 3f.) verständigt. Wir geben hier ihre Ressortplanung (soweit verschriftlicht) wieder(1)</p>
<h2 class="auto-created">Datenschutz</h2>
<p>(NB) Der Umgang mit personenbezogenen Daten – durch staatliche als auch durch private Stellen – hat weitgehende Folgen für unser Persönlichkeitsrecht. Wissen ist Macht, und dessen Verfügbarkeit kann Bürger- und Menschenrechte empfindlich einschränken.<br />
Die derzeitigen Regelungen zum Schutz personenbezogenen Daten werden von Datenschützern als auch von Unternehmen und staatlichen Stellen als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Auf nationaler als auch auf internationaler Ebene werden die notwendigen Reformen, beispielsweise des Beschäftigtendatenschutzes und der EU-Datenschutzrichtlinie/-grundverordnung, aufgeschoben.</p>
<ul>
<li>Die Humanistische Union wird sich unter anderem mit rechtspolitischen Stellungnahmen an den aktuellen datenschutzrechtlichen Debatten beteiligen.</li>
<li>Die Humanistische Union wird durch den Austausch mit anderen Experten(gruppen) sowie durch Veranstaltungen (bspw. Podiumsdiskussionen und Aktiventreffen) ihre Kenntnisse im Datenschutz ausbauen und die eigenen Positionen weiter entwickeln.</li>
<li>Die grenzüberschreitende Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten durch Geheimdienste hat gezeigt, dass das Recht auf informationelle Selbstbestimmung nur durch internationale Abkommen geschützt werden können.</li>
<li>Die Humanistische Union möchte mit Experten und Politikern darüber sprechen, welche internationalen Regelungen möglich erscheinen oder ob für bestimmte Dienste des Internets technische Maßnahmen (bspw. eine Nationalisierung von Angeboten &#8211; National Routing) eine Lösung sein können.</li>
<li>Die Humanistische Union möchte in den Bereichen Datenschutz und Netzpolitik internationale Kontakte zu anderen Bürgerrechtsorganisationen aufnehmen und pflegen.</li>
</ul>
<p>2014 wird der Fritz-Bauer-Preis an Edward Snowden verliehen, der durch seine Veröffentlichungen von Geheimdienstunterlagen die Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 aufdeckte und damit die Transparenz schaffte, um bürgerrechtliches Einschreiten zu ermöglichen. Mit dem Fritz-Bauer-Preis werden Personen ausgezeichnet, die „unbequem und unerschrocken der Gerechtigkeit und Menschlichkeit Geltung verschaffen“.</p>
<p>Auch das diesjährige, dritte Gustav Heinemann-Forum am 20./22. Juni in Rastatt befasst sich mit dem Thema Überwachung/ Ausspähung.</p>
<h2 class="auto-created">Innere Sicherheit &amp; Polizei</h2>
<p>(AH/MK) Die Arbeit im Ressort konzentriert sich auf folgende Aspekte:</p>
<ul>
<li>den Ausbau informationeller Eingriffsbefugnisse sowie die Ausforschung der Kommunikation per Telefon und Internet;</li>
<li>die zunehmende Verschränkung mit den Aufgaben und Befugnissen der Geheimdienste („Gemeinsames Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum“ u. a.).</li>
<li>Um die Aufklärung mutmaßlicher Polizeiübergriffe zu ermöglichen, soll die Polizeiarbeit transparenter werden. Wir setzen uns deshalb für eine gesetzlich verankerte Kennzeichnungspflicht ein. Darüber hinaus sollen unabhängige, rechtsstaatliche Kontrollmechanismen bei der Polizei eingeführt werden (Polizeibeauftragte).</li>
</ul>
<h2 class="auto-created">Engage&shy;ment&shy;po&shy;litik &amp; Parti&shy;zi&shy;pa&shy;tion</h2>
<p>(TB) Der Begriff „Governance“ beschreibt ein Politikverständnis, das neben dem Staat („Erster Sektor“) auch Unternehmen („Zweiter Sektor“) sowie den „Dritten Sektor“ der Vereine und NGO als Akteure der Steuerung im öffentlichen Raum sieht. So werden z.B. staatliche Aufgaben durch Wohlfahrtseinrichtungen erfüllt, Unternehmen engagieren sich in der Kommune und Bürgerrechtsvereine mischen sich in politische Entscheidungen ein.<br />
Die „klassische“ Bürgerrechtspolitik ist v.a. auf den Sektor Staat ausgerichtet, z.B. zur Durchsetzung von Grund- und Freiheitsrechten. Die Engagementpolitik richtet sich an alle drei Sektoren der Zivilgesellschaft und zielt daher stärker auf nichtstaatliche Organisationen, die öffentliche Aufgaben erfüllen, wie Wohlfahrtsverbände oder Unternehmen. Ein Ziel der Engagementpolitik ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für freiwilliges, bürgerschaftliches Engagement in Sozial- und Nichtregierungsorganisationen. Dieser Sektor nimmt zu: Derzeit engagieren sich rund 23 Mio. Menschen in 580.000 eingetragenen Vereinen mit etwa 2,3 Mio. hauptamtlich Beschäftigten (Zahlen lt. ZIVIZ-Survey).<br />
Wesentlicher Bestandteil der Engagementpolitik ist auch die Partizipation und Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger zur unmittelbaren Beteiligung in eigener Sache. Hier hat nicht erst „Stuttgart 21“ viele(s) in Bewegung gebracht. Aus bürgerrechtlicher Sicht sind umfassende, verbindliche Regeln für Partizipation zu fordern. Bedingung für eine gute Informationsbasis ist ein transparenteres Verwaltungs- und Regierungshandeln (Open Government), das zunehmend, z.B. über die Veröffentlichung von Entscheidungsgrundlagen und Dokumenten im Internet (Open Data) ermöglicht wird. Die hierfür maßgeblichen Informationsfreiheitsgesetze in Bund und Ländern wurden von der HU seit Ende der 1970er Jahre (!) gefordert. Neben einer Stärkung der Demokratie wird hierdurch auch eine neue Rollenverteilung zwischen Staat und Zivilgesellschaft „auf Augenhöhe“ erwartet.<br />
Wir begleiten weiterhin die engagementpolitischen Entwicklungen in Bund und Ländern (Engagementstrategie der Bundesregierung, Ausschuss für bürgerschaftliches Engagement im Bund sowie in Berlin, Enquete-Kommission in Rheinland-Pfalz, Beteiligungsstrategie Baden-Württemberg) sowie in den Engagement-Netzwerken im Bund (Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement, <a href="http://www.b-b-e.de/" target="_blank" rel="noopener">www.b-b-e.de</a>) und in den Ländern. Im Ressort geplant sind:</p>
<ul>
<li>kritische Begleitung von Engagement-Berichterstattung und Engagementstrategien der Bundesregierung sowie der Länder;</li>
<li>Beobachtung der Diskussionen in Bundes- und Landesnetzwerken;</li>
<li>Beteiligung und Mitarbeit im „Netzwerk Bürgerbeteiligung“;</li>
<li>Übernahme von Richtlinien der „Transparenzinitiative“ für die HU;</li>
<li>Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen für Rahmenbedingungen des Engagements sowie für die Infrastruktur von NGOs.</li>
</ul>
<p><b>Friedenspolitik/ Zivile Konfliktbearbeitung<br />
Bundeswehr und Zivile Konfliktbearbeitung</b></p>
<p>(WKK/MK) Als Mitglied der „Plattform Zivile Konfliktbearbeitung“ wird sich die HU auch weiterhin bei der Ausgestaltung der vielfältigen parlamentarischen Aktivitäten zur ZKB engagieren. Dazu zählt u.a. die enge Anbindung an den „Unterausschuss Zivile Konfliktbearbeitung“, für dessen Weiterführung in der neuen Legislaturperiode die Plattform eindringlich appelliert hat. Die HU setzt in ihrem friedenspolitischen Verständnis nicht nur auf militärfixierte Kritik an der Bundeswehr im Sinne von „Antimilitarismus“. Es gehört zum friedenspolitischen Bestand der HU, am Verteidigungsbegriff des Grundgesetzes als Funktion der Bundeswehr festzuhalten und von daher die Umwidmung der Bundeswehr zur weltweiten Interventionsarmee abzulehnen und das ausschließliche Gewaltmonopol der Vereinten Nationen zu betonen. Zum 20. Jahrestag des Urteils des Bundesverfassungsgerichtes über Auslandseinsätze der Bundeswehr vom 12. Juli 1994 ist eine Veranstaltung in der Humboldt-Universität Berlin geplant.<br />
Daneben wird das Ressort mit den <b>Verfassungsgrenzen für Bundeswehreinsätze </b>befassen, dabei insbesondere mit Einsätzen der Bundeswehr im Inneren, sowie der Bindung der Bundeswehr an die Grundrechte (auch) bei Auslandseinsätzen (vgl. Art. 1 Abs. 3 GG).<br />
Nach dem Abzug der internationalen Truppen aus <b>Afghanistan</b> Ende 2014 setzt sich die HU für eine verstärkte entwicklungspolitische und humanitäre Unterstützung Afghanistans ein. Wir werden neue Bundeswehr-Mandate für Afghanistan kritisch darauf hin prüfen, inwieweit sie unter dem Vorwand militärischer Absicherung der humanitär-entwicklungspolitischen Maßnahmen im Verbund mit den USA Kampfeinsätze fortschreiben.<br />
Die HU beteiligt sich an <b>Kampagnen gegen unbemannte Kampfdrohnen</b>. Zu dieser Thematik fand Ende Oktober 2013 bereits eine gemeinsame Veranstaltung des „Darmstädter Signals“, einer Vereinigung kritischer Bundeswehrsoldaten, und der Humanistischen Union in Königswinter statt. Bei Drohnen stehen für die HU im Vordergrund: Fragen der Rüstungskontrolle; der sinkende Schwelle zu Kriegshandlungen durch deren Einsatz; die autonome Kriegsführung sowie die völkerrechtswidrigen gezielten Tötungen. Das Thema bleibt auch innenpolitisch aktuell durch den Einsatz „unbemannter Flugsysteme“ über Deutschland, für die immer neue Verwendungsmöglichkeiten diskutiert bzw. realisiert werden (u.a. Demo-Überwachung).</p>
<p><i>Bundeswehr in der Schule</i></p>
<p>Nicht nur der Verfassungsschutz, auch die Bundeswehr bietet immer wieder „Informationsveranstaltungen“ in Schulen an. Wir sind der Auffassung, dass die „Informationen“ der Bundeswehr in keiner Weise den Kriterien von Bildungsarbeit entsprechen, wie sie im sog. Beutelsbacher Konsens formuliert sind. Für politische Bildungsarbeit geht es dabei um folgende Kriterien:#</p>
<p>1. Verständnis von Schülern als mündige Subjekte, die politische Prozesse verstehen und sich Handlungsoptionen erschließen sollen<br />
2. Kontroversität: Was öffentlich kontrovers diskutiert wird, das soll auch in der Schule so dargeboten werden – gegen Einförmigkeit<br />
3. Überwältigungsverbot: Schulung mit klarem Ergebnis ist nicht statthaft.</p>
<p>Dass die von der Bundeswehr angebotenen Informationen diesen Kriterien nicht entsprechen, ist naheliegend. Zahlreiche Eltern und Schüler protestieren unter dem Motto „Bundeswehrfreie Schulen“ gegen Bundeswehrauftritte in ihren Schulen und entsprechende Kooperationsabkommen mit der Bundeswehr. Die HU unterstützt diesen Protest. Auch wenn solche Auftritte verfassungsrechtlich unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sind &#8211; aus bildungspolitischen Erwägungen sollten sie dennoch unterbleiben. Militärs gehören nicht in die Schulen, und Bildungspolitik darf nicht militarisiert werden.</p>
<h2 class="auto-created">Medien</h2>
<p>(WKK) Die Zeitschrift vorgänge ist im Juli 2013 erstmals mit neuer Gewichtung von Bürgerrechtsthemen und sog. Schwerpunktthemen sowie neuen Redakteuren und erheblich erweitertem Bezieherkreis erschienen. Durch vielfältige Vertriebsformen soll der Abonnentenkreis der Zeitschrift kontinuierlich erweitert werden. Ein neuer Redaktionsbeirat steht der Zeitschrift zur Seite.<br />
Wie bereits in den Vorjahren wird die HU beim jährlichen Menschenrechts-Filmfestival OneWorld in Berlin Filmabende mit Diskussionspartnern organisieren und voraussichtlich auch wieder den Eröffnungsabend des Festivals mit Ansprache und Moderation bestreiten. Das Festival findet voraussichtlich im März 2014 statt.</p>
<h2 class="auto-created">Netzpolitik</h2>
<p>(NB) Das Internet mit seinen Diensten durchdringt die Lebensbereiche aller Bürgerinnen und Bürger, was dazu führt, dass dieses auch zunehmend den Rahmen für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und den Schutz von Persönlichkeitsrechten darstellt. Letztere sind Anliegen der Humanistischen Union.<br />
Die Steuerung, Architektur und technische Standardisierung des Netzes betrifft die Rechte aller Bürgerinnen und Bürger.</p>
<ul>
<li>Im Rahmen des Arbeitskreises Netzpolitik der Humanistischen Union werden Möglichkeiten eruiert, die Gestaltung des Netzes durch die Humanistische Union weiter bürgerrechtlich zu begleiten und</li>
<li>die Verantwortlichen in den hierfür bestehenden Organisationen weiter zu sensibilisieren, wie beispielsweise als Mitveranstalterin des deutschen Vorbereitungstreffens für das Deutsche Internet Governance Forum der Vereinten Nationen.</li>
</ul>
<p>Im Bereich der zukünftigen Ausgestaltung des Netzes werden in der kommenden Zeit verschiedene Herausforderungen erörtert werden, beispielsweise wie mit dem grenzüberschreitenden Datenverkehr angesichts der international nur unzureichend durchsetzbaren Bürgerrechte umzugehen ist. Ferner wie mit der Datenspeicherung umzugehen ist, wenn staatliche Stellen unter immer geringeren Anforderungen auf diese Daten zurückgreifen können ohne das dahingehend Transparenz gegeben ist.</p>
<ul>
<li>Die Humanistische Union möchte für diese Themen an dem Expertenaustausch teilnehmen und diesen durch Veranstaltungen fördern sowie</li>
<li>die Vernetzung von Initiativen und Gruppen unterstützen, die sich auf die Förderung von bestimmten Bereichen der Netzpolitik konzentrieren.</li>
</ul>
<p>Der Bereich Netzpolitik arbeitet aufgrund der Ubiquität des Netzes in übergreifenden Fragen mit den anderen Ressorts der Humanistischen Union zusammen, insbesondere Datenschutz, Informationsfreiheit, Engagement &amp; Partizipation/ sozialpolitische Fragen (Teilhabe) und Innere Sicherheit &amp; Polizei (Schutz von Persönlichkeitsrechten).</p>
<h2 class="auto-created">Strafrecht und Straf&shy;vollzug</h2>
<p><i>Sicherungsverwahrung</i></p>
<p>(AMK) Am 31. Mai 2013 endete die vom Bundesverfassungsgericht gesetzte Frist zur verfassungskonformen Umsetzung der vom Gericht im Mai 2011 aufgestellten Vorgaben für die Sicherungsverwahrung, insbesondere des Abstandsgebotes. Danach muss sich die Ausgestaltung des Freiheitsentzugs im Rahmen der Sicherungsverwahrung deutlich vom Vollzug der Freiheitsstrafe im Rahmen des Strafvollzugs unterscheiden, da die Sicherungsverwahrung nicht repressiv Sanktion für Straftaten sein soll, sondern präventive Maßregel.<br />
Die tatsächliche Umsetzung dieses Abstandsgebotes wollen wir kritisch begleiten – ohne aus dem Blick zu verlieren, dass die Sicherungsverwahrung als vorbeugender Freiheitsentzug grundsätzlich ein rechtsstaatlich zweifelhaftes Instrument darstellt. Zu diesem Zweck wird sich auch eine der nächsten Ausgaben der vorgänge dem Thema widmen.</p>
<p><i>Beweisverwertungsverbote</i></p>
<p>Bereits 2012 regten Till Müller-Heidelberg und Jens Puschke einen Arbeitskreis zum Thema Beweisverwertung im Strafverfahren an mit der Zielsetzung, die Verwertung rechtswidrig erlangter Beweise zu unterbinden. Nach der Abwägungslehre soll derzeit im Rahmen einer Einzelfallprüfung entschieden werden, ob ein Beweiserhebungsverbot ein Verwertungsverbot nach sich ziehen soll. Dabei wird das Strafverfolgungsinteresse des Staates abgewogen gegen das individuelle Interesse des Beschuldigten an der Wahrung seiner Rechtsgüter.<br />
Dieses Thema soll im Arbeitskreis diskutiert werden, am Ende soll ein Vorschlag zur Änderung der bestehenden Lage unterbreitet werden. Zur Mitarbeit im Arbeitskreis sind alle Interessierten herzlich eingeladen und auf den Aufruf auf Seite 9 dieser Ausgabe verwiesen.</p>
<p><i>Aktuelle Entwicklungen</i></p>
<p>Immer wieder kommen von unterschiedlichsten Seiten kriminalpolitische Forderungen auf, die vermeintlich mehr Sicherheit versprechen, so zum Beispiel Forderungen zur Erweiterung der Sanktionen im Jugendstrafrecht. Auf solche Entwicklungen soll nach Möglichkeit kurzfristig durch Beteiligung an der Diskussion reagiert werden.</p>
<h2 class="auto-created">Organi&shy;sa&shy;ti&shy;ons&shy;ent&shy;wick&shy;lung &amp; Finanzen</h2>
<p>(TB) Die Finanzverantwortung erstreckt sich auf die Planung und Darstellung des HU-Haushalts sowie Identifikation von Einnahmemöglichkeiten und Ausgabenrisiken.<br />
Die Organisationsentwicklung wurde 2011 von Ute Hausmann als eigenständiges Ressort eingeführt und bedeutet eine kontinuierliche Verbesserung der Informations- und Arbeitsabläufe in der HU, auch angesichts neuer Arbeitsbereiche, wie dem Kampagnenprojekt der Bewegungsstiftung.</p>
<h2 class="auto-created">Religi&shy;o&shy;n/Welt&shy;an&shy;schauung und Staat</h2>
<p>(KW) Im Bereich Religion/Weltanschauung und Staat wird gegenwärtig vor allem gerungen um die Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen und das kirchliche Arbeitsrecht. Zudem führt die Integration der Muslim_innen in Deutschland weiterhin zu Konflikten. Gestritten wird u.a. über das Tragen von Kopftüchern, die Teilnahme am koedukativen Sport- und Schwimmunterricht und Staatsverträge mit Muslim_innen.<br />
Zu diesen Themen nimmt die HU anlassbezogen Stellung und stellt ggf. Forderungen an Politiker_innen. Soweit die Trennung des Staates von religiösen Institutionen namentlich den Kirchen betroffen ist, vertrete ich bislang die zuletzt durch meinen Vorgänger im Amt – Hannes Haupt – in der HU vertretene Auffassung, dass Staat und Religionsgemeinschaften jenseits des Religionsunterrichtes nicht kooperieren dürfen. Zudem dürfen den Religionsgemeinschaften keine Sonderrechte eingeräumt werden. Die Staatsleistungen müssen demnach ebenso wie das Arbeitsrecht der Kirchen dringend beendet werden.<br />
Zu Aspekten individueller Religionsfreiheit – namentlich dem Tragen religiöser Kleidung und Symbole – vertrete ich dagegen die Auffassung, dass die individuelle Religionsfreiheit auch in öffentlichen Institutionen nicht ohne Not eingeschränkt werden darf. Das Kopftuchtragen im öffentlichen Dienst, auch im Lehramtsdienst, soll deshalb erlaubt werden.<br />
Die politische Kampagne der HU zur Ablösung der Staatsleistungen, die von Johann-Albrecht Haupt initiiert und getragen wurde, möchte ich – hoffentlich weiterhin unterstützt von Hannes Haupt – fortführen. Zum kirchlichen Arbeitsrecht ist zu überlegen, ob die HU im ähnlichen Maße wie zur Ablösung der Staatsleistungen in der Öffentlichkeit Forderungen nach Ablösung dieses Sonderrechts wirksam stellen kann.<br />
Zum Thema Religion/Weltanschauung und Staat erscheint derzeit ein vorgänge-Heft. Die Berliner Gespräche zu Staat/Religion möchte ich fortsetzen, vermutlich zum Thema Religion in der Schule.</p>
<p><i>Antidiskriminierungsrecht</i></p>
<p>Eng verknüpft mit der Religionsfreiheit ist das Gleichheitsrecht. Im Bereich des Antidiskriminierungsrechts werde ich es vermutlich zeitlich nicht schaffen, in Form von Pressemitteilungen, öffentlichen Forderungen etc. aktiv zu werden. Ich möchte aber für die HU ggf. an Bündnissen im Bereich des Antidiskriminierungsrechts teilnehmen.</p>
<h2 class="auto-created">Versammlungsrecht</h2>
<p>(AH/MK) Wir werden auf eine grundrechtsfreundliche Ausgestaltung der neuen Versammlungsgesetze der Länder achten, insbesondere darauf, dass die Grundsätze der Brokdorf-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nicht unterschritten werden sowie auf:</p>
<ul>
<li>konkrete, enger gefasste Voraussetzungen für die Beschränkung der Versammlungsfreiheit nach Maßgabe des Verhältnismäßigkeitsprinzips,</li>
<li>Eingrenzung der Pflichten für Veranstalter und Leiter.</li>
<li>Abschaffung der Anmeldepflicht für Kleinversammlungen sowie des Verbots der Vermummung und „passiven Bewaffnung“; Streichung entsprechender Straftatbestände.</li>
<li>die Einführung von Übersichtsaufnahmen in den Ländern rückgängig machen bzw. verhindern.</li>
<li>keine Einführung von Kontrollstellen vor Versammlungsorten.</li>
</ul>
<p>Zudem achten wir auf die gesetzeskonforme und versammlungsfreundliche Anwendung der (neuen) Versammlungsgesetze, insbes. dass keine Vorkontrollen stattfinden.</p>
<p>(1) Die Autorenkürzel: NB – Norman Bäuerle; TB – Tobias Baur; AH – Anja Heinrich; WKK – Werner Koep-Kerstin; AMK – Annika Mara Kunz; MK – Martin Kutscha; KW – Kirsten Wiese.</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Forderungen der HU an die KoalitionsverhandlerInnen</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/forderungen-der-hu-an-die-koalitionsverhandlerinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Offener Brief]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/forderungen-der-hu-an-die-koalitionsverhandlerinnen/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 7 Die Humanistische Union (HU) hat sich mit Schreiben vom 11. November 2013 an die Verhandlungsführer der Koalitionsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD, Friedrich und Oppermann, gewandt. Sie fordert darin mehr Rechte für die parlamentarische Opposition sowie einen konsequenten Datenschutz und eine effektive Geheimdienstkontrolle. Zur Wahrung der parlamentarischen Kontrollfunktionen sollten die [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 7</p>
<p>Die Humanistische Union (HU) hat sich mit Schreiben vom 11. November 2013 an die Verhandlungsführer der Koalitionsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD, Friedrich und Oppermann, gewandt. Sie fordert darin mehr Rechte für die parlamentarische Opposition sowie einen konsequenten Datenschutz und eine effektive Geheimdienstkontrolle. Zur Wahrung der parlamentarischen Kontrollfunktionen sollten die Rechte der Opposition zur Einberufung des Plenums, zur Einsetzung von Untersuchungsausschüssen und Enquete- Kommissionen, der Durchführung öffentlicher Sachverständigenanhörungen und der Einleitung von Normenkontrollverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht in der Geschäftsordnung des Bundestages bzw. den jeweiligen Gesetzen angepasst werden.</p>
<p>Des weiteren wurden die Koalitionäre aufgefordert,einen effektiven Rechtsschutz bei Überwachungsmaßnahmen zu schaffen, die Rechte der parlamentarischen Kontrollgremien für die Geheimdienste zu stärken und den aktuellen Spähvorwürfen gegen internationale Geheimdienste endlich ernsthaft und umfassend nachzugehen und sich auf allen Ebenen für einen effektiven Schutz des Kommunikationsgeheimnisses einzusetzen.</p>
<p><i>Das vollständige Schreiben ist auf der Webseite der<br />HU oder in der Bundesgeschäftsstelle abrufbar.</i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kampagnenauftakt zum Verfassungsschutz: Einladung zum Kick-Off-Treffen vom 7. bis 9. Februar in Hannover</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/kampagnenauftakt-zum-verfassungsschutz-einladung-zum-kick-off-treffen-vom-7-bis-9-februar-in-hann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 21:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Arbeitskreise]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/kampagnenauftakt-zum-verfassungsschutz-einladung-zum-kick-off-treffen-vom-7-bis-9-februar-in-hann/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 8 Alle Mitglieder, aber auch alle anderen Interessierten sind herzlich zum Kick-Off-Treffen für unsere Kampagne zum Verfassungsschutz eingeladen: Wann? Freitag, 7. Februar bis Sonntag, 9. Februar 2014 Wo? Räume des kargah e.V., Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover; Übernachtungsmöglichkeit im Hotel Schwarzer Bär ( Kosten? Die Teilnahme ist für alle Interessierten [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 8</p>
<p>Alle Mitglieder, aber auch alle anderen Interessierten sind herzlich zum Kick-Off-Treffen für unsere Kampagne zum Verfassungsschutz eingeladen:</p>
<p><b>Wann? </b>Freitag, 7. Februar bis Sonntag, 9. Februar 2014</p>
<p>W<b>o?</b> Räume des kargah e.V., Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover; Übernachtungsmöglichkeit im Hotel Schwarzer Bär (</p>
<p><b>Kosten?</b> Die Teilnahme ist für alle Interessierten kostenlos möglich; für HU-Mitglieder können bei Bedarf können auch Fahrtkosten übernommen werden.</p>
<p><b>Für alle:</b> Für Einsteiger*innen, die sich bisher noch nicht mit dem Verfassungschutz befasst haben, werden wir beim Kick-Off-Treffen die wichtigsten Fakten und Kritiken zusammenstellen und uns gegenseitig inhaltlich auf einen Stand bringen. Aktive aus Regionalgruppen und Landesverbänden können Ideen aus ihren Gruppen einbringen und Ideen vom Treffen zurück in ihre Gruppen tragen.</p>
<p>Verfassungsschutz abschaffen! Dass wir den Verfassungsschutz nicht von heute auf morgen abschaffen, ist klar. Doch wir können unsere guten Argumente gegen die Überwachung von Bürger*innen in einer breiteren Öffentlichkeit verankern. Das bereitet den Boden für politische Initiativen zur Abschaffung des Geheimdienstes und hilft uns bei der Lobbyarbeit gegen den von der Bundesregierung geplanten Ausbau des Verfassungsschutzes.</p>
<p><b>Aktionen:</b> Mit welchen Aktionen können wir unsere Kritik am Verfassungschutz besser bekannt machen? Was können Sie vor Ort tun, um die Kampagne zu unterstützen? Nach meinen Gesprächen mit Experten und den Vorstandsmitgliedern habe ich dazu zahlreiche Ideen entworfen &#8211; und bin gespannt, was euch dazu einfällt und welche Ideen es dazu in den Regionalgruppen gibt. Als sichtbaren Auftakt unserer Kampagne werden wir dem Landesamt für Verfassungsschutz in Hannover einen Besuch abstatten.</p>
<p><b>Kick-Off:</b> Auf dem Treffen wollen wir Arbeitsgruppen bilden, die bundesweit vernetzt einzelne Teile der Kampagne umsetzen können. Dazu gehören bspw. eine Aktions-AG, eine AG zum politischen Reformprozess auf Bundesebene oder eine AG zu Verfassungsschutz und Schulen. Daneben planen wir genügend Zeit ein, um uns untereinander kennen zu lernen.</p>
<p>Nur wenn viele mitmachen, kann die Kampagne bedeutsam und schlagkräftig werden. <b>Kommt zum Kampagnen-Kick-Off!</b></p>
<p><b>Anmeldung:</b> Wer am Treffen teilnehmen will, melde sich bitte an, per E-Mail kampagne@ humanistische-union.de oder telefonisch unter 030 / 204 502 56. Bitte nicht vergessen mitzuteilen, ob eine Übernachtung benötigt wird und ob besondere Essenswünsche bestehen (z.B. vegetarisch).</p>
<p><i>Das ausführliche Programm des Treffens, die bisherige Kampagnenstrategie und Infos zur Anreise gibt es über Astrid Goltz in der HU-Geschäftsstelle.</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/kampagnenauftakt-zum-verfassungsschutz-einladung-zum-kick-off-treffen-vom-7-bis-9-februar-in-hann/">Kampagnenauftakt zum Verfassungsschutz: Einladung zum Kick-Off-Treffen vom 7. bis 9. Februar in Hannover</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neuer Arbeitskreis  wer macht mit?</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/neuer-arbeitskreis-wer-macht-mit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 20:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Arbeitskreise]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/neuer-arbeitskreis-wer-macht-mit/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Striktes Beweisverwertungsverbot bei rechtswidrigen Handlungen der Sicherheitsbeh&#246;rden. In: Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 9 Seit dem RAF-Terrorismus der 1970er Jahre des vergangenen Jahrhunderts haben die Sicherheitsbeh&#246;rden (Staatsanwaltschaft, Polizei, Nachrichtendienste) immer wieder neue Befugnisse f&#252;r die &#220;berwachung und f&#252;r Ermittlungsma&#223;nahmen erhalten, noch verst&#228;rkt seit dem 11. September 2001. Bedenken, dass dadurch Rechtsstaat und B&#252;rger sowie Freiheitsrechte [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Striktes Beweisverwertungsverbot bei rechtswidrigen Handlungen der Sicherheitsbeh&ouml;rden. In: Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 9</p>
<p>Seit dem RAF-Terrorismus der 1970er Jahre des vergangenen Jahrhunderts haben die Sicherheitsbeh&ouml;rden (Staatsanwaltschaft, Polizei, Nachrichtendienste) immer wieder neue Befugnisse f&uuml;r die &Uuml;berwachung und f&uuml;r Ermittlungsma&szlig;nahmen erhalten, noch verst&auml;rkt seit dem 11. September 2001. Bedenken, dass dadurch Rechtsstaat und B&uuml;rger sowie Freiheitsrechte unzumutbar gef&auml;hrdet w&uuml;rden, sollte dadurch Rechnung getragen werden, dass die Voraussetzungen der Eingriffs- und &Uuml;berwachungsbefugnisse immer detaillierter gesetzlich geregelt wurden und dass f&uuml;r viele Ma&szlig;nahmen ein Richtervorbehalt vorgesehen wurde.</p>
<p>In der Praxis jedoch haben alle diese gesetzlichen Mechanismen zum Schutz der B&uuml;rgerrechte nichts genutzt. Zum einen etwa k&uuml;mmern sich die Sicherheitsbeh&ouml;rden einfach nicht darum, wie die immer wieder veranstalteten Polizeikessel zeigen, obwohl sie durch zahllose Gerichtsurteile f&uuml;r rechtswidrig erkl&auml;rt worden sind. Und auch der Richtervorbehalt erf&uuml;llt nicht die in ihn gesetzten Hoffnungen. Die Untersuchungen des Max-Planck-Instituts in Freiburg sowie der Universit&auml;ten M&uuml;nster und Osnabr&uuml;ck zeigen, dass offensichtlich die meisten Richter blind ihre Unterschrift unter entsprechende, meist fehlerhafte Antr&auml;ge der Staatsanwaltschaft setzen; und die Vielzahl der Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts ist erschreckend, mit denen permanent gerichtlich genehmigte Wohnungsdurchsuchungen f&uuml;r verfassungswidrig erkl&auml;rt werden.</p>
<p>Vielleicht h&uuml;lfe ein striktes gesetzliches Beweisverwertungsverbot f&uuml;r alle Erkenntnisse, die die Sicherheitsbeh&ouml;rden auf gesetzwidrige Weise erlangt haben. Wenn Staatsanwaltschaft, Polizei und Nachrichtendienste w&uuml;ssten, dass alle Erkenntnisse, die sie aus rechtswidrigen Ma&szlig;nahmen gewinnen, nicht verwertet werden k&ouml;nnen, w&uuml;rden sie nicht permanent die bisherigen Grenz&uuml;berschreitungen unternehmen. Die bisherige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs will n&auml;mlich immer nach Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrunds&auml;tzen abw&auml;gen, ob eine rechtswidrig erlangte Kenntnis verwertet werden darf oder nicht. Das bedeutet viel zu viele Grauzonen.</p>
<p>Zu diesem Thema wollen wir einen Arbeitskreis der HU bilden, der auch unter Ber&uuml;cksichtigung z.B. amerikanischer Erfahrungen oder auch anderer europ&auml;ischer Rechtsordnungen einen Gesetzentwurf erarbeitet, der sowohl das Strafproze&szlig;- wie das Polizeirecht bedenkt, m&ouml;glicherweise auch das Recht der Nachrichtendienste und des Datenschutzes. Initiatoren sind Jens Puschke vom Bundesvorstand und Till M&uuml;ller-Heidelberg. Wer mitarbeiten will, melde sich bitte bei der Gesch&auml;ftsstelle.</p>
<p><i>Kontakt zum Arbeitskreis:</i></p>
<p><i>&uuml;ber Mara Kunz, </i><a href="mailto:kunz%40humanistische-union.de"><i>kunz@humanistische-union.de</i></a></p>
<p><i>&uuml;ber die Bundesgesch&auml;ftsstelle: <br />Tel. 030 / 204 502 56<br />Fax: 030 / 204 502 57 <br />E-Mail: </i><a href="mailto:ak-beweis%40humanistische-union.de"><i>ak-beweis@humanistische-union.de</i></a><i>.</i></p>
<p><i>Zur Initiative siehe auch Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 28.</i></p>
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		<title>Transparenz vs. Datenschutz: Wissenschaftler suchen Zugang zum Vereinsarchiv der Humanistischen Union</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/transparenz-vs-datenschutz-wissenschaftler-suchen-zugang-zum-vereinsarchiv-der-humanistischen-unio/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 19:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verbandsnachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 10-12 G&#246;ttinger Forschungs&#173;in&#173;stitut will fr&#252;here sexual&#173;po&#173;li&#173;ti&#173;sche Diskus&#173;si&#173;onen in der HU untersuchen Sp&#228;testens am 22.&#160;August 2013 hatte die Debatte um fr&#252;here Diskussionen &#252;ber P&#228;dophilie bei den Gr&#252;nen auch die Humanistische Union (HU) erreicht: Das G&#246;ttinger Institut f&#252;r Demokratieforschung, das im Auftrag der gr&#252;nen Partei deren Geschichte untersucht, bat an diesem Tag [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 10-12</p>
<h2 class="auto-created">G&ouml;ttinger Forschungs&shy;in&shy;stitut will fr&uuml;here sexual&shy;po&shy;li&shy;ti&shy;sche Diskus&shy;si&shy;onen in der HU untersuchen</h2>
<p>Sp&auml;testens am 22.&nbsp;August 2013 hatte die Debatte um fr&uuml;here Diskussionen &uuml;ber P&auml;dophilie bei den Gr&uuml;nen auch die Humanistische Union (HU) erreicht: Das G&ouml;ttinger Institut f&uuml;r Demokratieforschung, das im Auftrag der gr&uuml;nen Partei deren Geschichte untersucht, bat an diesem Tag um Zugang zum Vereinsarchiv der HU. Die Forscher untersuchen seit dem Fr&uuml;hjahr &bdquo;Umfang, Kontext und die Auswirkungen p&auml;dophiler Forderungen in den Milieus der Neuen Sozialen Bewegung&nbsp;/&nbsp;Gr&uuml;nen&ldquo;. Kein Wunder, dass sie dabei auch auf die Humanistische Union und deren sexualpolitische Debatten stie&szlig;en, engagier(t)en sich doch zahlreiche HU-Mitglieder von Beginn an in dieser Partei.</p>
<p>Der HU-Bundesvorstand hatte &ndash; nach neuerlichen Debatten um p&auml;dophiliebef&uuml;rwortende Positionen in den 1970er/1980er Jahren &ndash; bereits im Fr&uuml;hsommer &uuml;berlegt, dass er die Vereinsunterlagen zu dem Thema f&uuml;r eine externe Untersuchung zug&auml;nglich machen will. Sein Anliegen war es, die fr&uuml;heren sexualpolitischen Debatten der HU einmal &bdquo;von au&szlig;en&ldquo;, unter wissenschaftlicher Perspektive bewerten zu lassen. Insofern kam die Anfrage des G&ouml;ttinger Instituts gerade recht.</p>
<p>So wollten wir eigentlich an dieser Stelle unsere Mitgliedschaft informieren, wie und nach welchen Regeln die HU dem G&ouml;ttinger Institut einen Zugang zum Vereinsarchiv gew&auml;hrt und welche Erkenntnisse wir uns von dieser Untersuchung erhofften. Doch daraus wurde leider nichts. Der Vorstand und die G&ouml;ttinger Wissenschaftler konnten sich nicht auf eine vertragliche Grundlage f&uuml;r den Archivzugang verst&auml;ndigen. Alle vom Institut vorgelegten Entw&uuml;rfe waren trotzt intensiver Diskussionen am Ende f&uuml;r die HU nicht annehmbar. Umgekehrt lehnte das Institut alle Regelungsvorschl&auml;ge der HU ab. Im Mittelpunkt stand dabei f&uuml;r die HU die Wahrung datenschutzrechtlicher Anspr&uuml;che ihrer Vereinsmitglieder, &uuml;ber die im HU-Archiv Informationen enthalten sind &ndash; w&auml;hrend das G&ouml;ttinger Institut auf einem vollen, unkontrollierten Zugang zu den Akten bestand.</p>
<h2 class="auto-created">Die Ausein&shy;an&shy;der&shy;set&shy;zung im Zeitraffer</h2>
<p>Bei der ersten Anfrage erkundigt sich eine Institutsmitarbeiterin nach der Existenz und dem Ort eines Vereinsarchivs. &bdquo;Im Rahmen eines Forschungsprojektes w&auml;ren einige Unterlagen f&uuml;r uns ggf. von Interesse.&ldquo; Titel und Gegenstand des Forschungsprojekts werden &uuml;brigens nicht genannt.</p>
<p><i>Die HU gibt zu erkennen, dass sie den Forschungsgegenstand erkannt hat und bittet um eine Mustervereinbarung zum Archivzugang, die den Datenschutzanspr&uuml;chen Gen&uuml;ge tut.</i></p>
<p>Das Institut legt einen ersten Vertragsentwurf vor: Dieser sieht einen &bdquo;uneingeschr&auml;nkten Zugriff&ldquo; des Instituts auf die Archivalien der HU vor; zugriffs- und nutzungsberechtigt sollen &bdquo;alle im Dienste der Wissenschaft t&auml;tigen Mitarbeiter des Instituts&ldquo; sein, die mit der Studie betraut sind. Pers&ouml;nliche Angaben der Betroffenen werden vom Institut &bdquo;in der Regel nur bei besonderem &ouml;ffentlichem Interesse, nach den Regeln guter wissenschaftlicher Praxis und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften, insbesondere der Urheber- und Pers&ouml;nlichkeitsrechte ver&ouml;ffentlicht.&ldquo;</p>
<p><i>Die HU bittet den Datenschutzbeauftragten um Rat, wie sie verfahren soll und eine datenschutzkonforme Archiveinsicht umsetzen kann. Dessen Beurteilung: Aufgrund der besonders schutzw&uuml;rdigen Daten, der gesetzlichen Grundlagen zur Fremdeinsicht in solche Daten und der Datenschutzordnung des Vereins ist eine Vorabinformation der Betroffenen sowie eine verbindliche Erkl&auml;rung &uuml;ber die Publikationsregeln unumg&auml;nglich. Entsprechend diesen Kriterien &uuml;berarbeitet die HU den Entwurf.</i></p>
<p>Das Institut weist den Vorschlag pauschal zur&uuml;ck und teilt mit, dass die &bdquo;vorgeschlagene Vereinbarung zur Nutzung des Archivguts nicht dem entspricht, was im Sinne unserer Forschungen gew&auml;hrleistet sein m&uuml;sste.&ldquo; Au&szlig;erdem gibt das Institut jetzt zu erkennen, dass es nur an Unterlagen interessiert ist, die &auml;lter als 30 Jahre sind.</p>
<p><i>Die HU bittet das Institut um konkrete Hinweise, wie denn eine Kompromissl&ouml;sung aussehen k&ouml;nnte, die sowohl die datenschutzrechtlich unumg&auml;ngliche Vorabinformation der Betroffenen (durch die HU) als auch das Forschungsinteresse nach unzensiertem Aktenzugang ber&uuml;cksichtige.</i></p>
<p>Das Institut legt einen weiteren Vertragsentwurf vor: Dieser sieht einen &bdquo;unbeschr&auml;nkte[n] Zugriff&ldquo; des Instituts auf alle Akten vor, die &auml;lter als 30 Jahre sind. Alle Fragen zum Aktenzugang, die &bdquo;im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften, insbesondere des Datenschutzrechtes, disponibel sind&ldquo;, sollen sich am Bundesarchivgesetz (BArchG) orientieren. (Welche datenschutzgesetzlichen Vorschriften anzuwenden sind, wird nicht benannt. Au&szlig;erdem w&uuml;rde das die Datenschutzordnung der HU ausschlie&szlig;en.)</p>
<p><i>Die HU weist das Institut darauf hin, dass das BArchG f&uuml;r die HU keine einschl&auml;gige Rechtsgrundlage ist (deshalb nicht vorrangig vor Datenschutzverpflichtungen angewandt werden kann); zudem die normale Schutzfrist gem. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 BArchG 30 Jahre nach dem Tod der Betroffenen (und nicht 30 Jahre nach Aktenerstellung) umfasst; alle Materialien im Bundesarchiv von den Archivgebern auch &bdquo;vorsortiert&ldquo; sind. Ihre Kriterien fasst die HU in einem &uuml;berarbeiteten Vertragsentwurf zusammen.</i></p>
<p>Das Institut sieht keine Grundlage f&uuml;r eine Vereinbarung mit der HU: Die Vorsichtung des Materials durch die HU (um die Betroffenen zu informieren) sei nicht mit einer wissenschaftlichen Arbeitsweise vereinbar. &bdquo;Wie sollen wir sonst nachvollziehen, ob Sie durch die Herausgabe des Materials nicht bewusst Informationen auslassen, die ein schlechtes Licht auf die Humanistische Union werfen?&ldquo; Zudem wird der HU unterstellt, sie benutze die datenschutzrechtlichen Einw&auml;nde nur als Vorwand: &bdquo;Wenn die Humanistische Union aber kein Interesse hat, zu einer wissenschaftlichen Aufarbeitung eines d&uuml;steren Kapitels der Gr&uuml;nen Geschichte (wie auch der Geschichte der Humanistischen Union selbst) beizutragen, dann m&uuml;ssen wir das nat&uuml;rlich akzeptieren, aber dann sollten Sie es auch deutlich sagen, damit wir daraus die passenden Schl&uuml;sse ziehen.&ldquo;</p>
<p>So weit zu Ablauf und Stil der Verhandlungen mit dem G&ouml;ttinger Institut f&uuml;r Demokratieforschung. Neben den Datenschutzfragen enthielten die Vertragsentw&uuml;rfe des Instituts weitere &bdquo;Unannehmlichkeiten&ldquo; f&uuml;r die HU: So wollten die G&ouml;ttinger Wissenschaftler etwa durchsetzen, dass die Vereinbarung &uuml;ber den Archivzugang vertraulich bleibt und die Vertraulichkeit nur von Seiten des Instituts aufgehoben werden d&uuml;rfte, nicht jedoch von der HU. Das h&auml;tte es Vorstand und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung praktisch untersagt, die eigene Mitgliedschaft oder die &Ouml;ffentlichkeit &uuml;ber den Archivzugang zu informieren.</p>
<h2 class="auto-created">Wie weiter?</h2>
<p>Im Herbst hat der Bundesvorstand beschlossen, sich selbst ein umfassenderes Bild &uuml;ber die sexualpolitischen Debatten der fr&uuml;heren HU zu verschaffen. Dazu beauftragte er Martina Kant mit der Sichtung der verschiedenen Unterlagen im Vereinsarchiv &ndash; u.a. die Protokolle und Korrespondenz von Vorsitzenden, Vorstand und Beirat; die vorhandenen Unterlagen aus Regionalverb&auml;nden sowie die Publikationen (vorg&auml;nge, Mitteilungen, Brosch&uuml;ren). Nach dem Abschluss ihrer Recherchen will der Vorstand vorerst interne Gespr&auml;che mit den noch lebenden Beteiligten suchen &ndash; um ein besseres Verst&auml;ndnis f&uuml;r Anl&auml;sse, Motive und Art jener Debatten zu entwickeln. Zugleich soll der Frage nachgegangen werden, welchen Gewinn, aber m&ouml;glicherweise auch welche negativen Folgen (etwa f&uuml;r Betroffene sexuellen Missbrauchs) die Liberalisierungsdebatten in der HU hatten. Deshalb wird die HU auch das Gespr&auml;ch mit ihnen suchen. Die Ergebnisse dieser Recherchen und Gespr&auml;che werden wir in geeigneter Form dokumentieren und (vereins-)&ouml;ffentlich zur Diskussion stellen.</p>
<p>Es muss jedoch nicht bei der internen Aufarbeitung bleiben: Der Vorstand beschloss ebenso, dass die entsprechenden Vereinsunterlagen &ndash; unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Standards &ndash; auch f&uuml;r eine externe, wissenschaftliche Untersuchung zug&auml;nglich gemacht werden sollen. Als Grundlage daf&uuml;r dient der gemeinsam mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten sowie weiteren Experten von der HU erarbeitete Vertragsentwurf f&uuml;r den Archivzugang, der die vorherige Einwilligung der Betroffenen voraussetzt.</p>
<p><i>Vereinsmitglieder k&ouml;nnen die verschiedenen Vertragsentw&uuml;rfe des G&ouml;ttinger Instituts und der HU in der Bundesgesch&auml;ftsstelle abrufen. WissenschaftlerInnen, die sich mit dem sexualpolitischen Debatten innerhalb der HU besch&auml;ftigen wollen, wenden sich bitte unter der Angabe ihres Forschungsprojektes an die Bundesgesch&auml;ftsstelle. Dort erhalten sie das Muster der Vereinbarung &uuml;ber den Archivzugang.</i></p>
<h2 class="auto-created">Ver&ouml;f&shy;fent&shy;li&shy;chungen der G&ouml;ttinger Forscher zum Thema</h2>
<p>Stephan Klecha u.a.: Die P&auml;dophilendebatte bei den Gr&uuml;nen im programmatischen und gesellschaftlichen Kontext. Erste und vorl&auml;ufige Befundezum Forschungsprojekt. Institut f&uuml;r Demokratieforschung der Georg-August-Universit&auml;t G&ouml;ttingen, Dezember 2013, abrufbar unter <a href="http://www.demokratie-goettingen.de/" target="_blank" rel="noopener">http://www.demokratie-goettingen.de</a></p>
<p>Franz Walter &amp; Stephan Klecha, Distanzierungstango in der P&auml;dofrage, in: F.A.Z. v. 11.8.2013</p>
<p>Franz Walter, Franz Walter &uuml;ber die P&auml;dophilie- Debatte: &bdquo;Es widert mich an&ldquo;, Spiegel Online v. 15.8.2013, abrufbar unter&nbsp; <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0%2C1518%2C916676%2C00.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,916676,00.html</a>.</p>
<p>Franz Walter &amp; Stephan Klecha, Irrwege des Liberalismus, Spiegel Online v. 28.8.2013, abrufbar unter <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-irrwege-des-buergerrechtsliberalismusa-918872.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-irrwege-des-buergerrechtsliberalismusa-918872.html</a>.</p>
<p>dies., Die fatale Schweigespirale, die tageszeitung v. 16.9.2013, abrufbar unter <a href="http://www.taz.de/%21123786/" target="_blank" rel="noopener">http://www.taz.de/!123786/</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/transparenz-vs-datenschutz-wissenschaftler-suchen-zugang-zum-vereinsarchiv-der-humanistischen-unio/">Transparenz vs. Datenschutz: Wissenschaftler suchen Zugang zum Vereinsarchiv der Humanistischen Union</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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		<title>Datenschutz im Verein: Umgang mit Adressdaten</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/datenschutz-im-verein-umgang-mit-adressdaten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 18:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verbandsnachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 13-15 Hinweis auf Adress&#173;miss&#173;brauch Es begann am 25. November 2013 um 17.44 Uhr: In einer Rundmail schrieb ein anonym auftretender Absender zahlreiche Mitglieder und SympathisantInnen der Humanistischen Union (HU) an. Unter dem Kürzel &#8222;Jürgen S.&#8220; machte er auf ein kürzlich erschienenes Interview in der Zeitschrift MIZ aufmerksam, in dem der [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/datenschutz-im-verein-umgang-mit-adressdaten/">Datenschutz im Verein: Umgang mit Adressdaten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 13-15</p>
<h2 class="auto-created">Hinweis auf Adress&shy;miss&shy;brauch</h2>
<p>Es begann am 25. November 2013 um 17.44 Uhr: In einer Rundmail schrieb ein anonym auftretender Absender zahlreiche Mitglieder und SympathisantInnen der Humanistischen Union (HU) an. Unter dem Kürzel <i>&#8222;Jürgen S.&#8220; </i>machte er auf ein kürzlich erschienenes Interview in der Zeitschrift MIZ aufmerksam, in dem der im Frühjahr aus der HU ausgetretene Peter Menne über die angebliche &#8222;religiöse Wende&#8220; der HU wettert.</p>
<p>Gegen derlei Kritik oder Werbung ist prinzipiell nichts einzuwenden &#8211; wenn die EmpfängerInnen damit einverstanden und die Adressdaten legal verfügbar sind. Beides traf für zahlreiche EmpfängerInnen nicht zu. Jene wandten sich prompt an die HU-Bundesgeschäftsstelle und baten um eine Erklärung dafür, wie ihre Daten an <i>&#8222;Jürgen S.&#8220;</i> gelangten. Die Zusammensetzung des (sichtbaren Teils des) Verteilers ließ schnell darauf schließen, dass ein großer Teil der Adressdaten aus dem Bestand der HU-Vereinsverwaltung stammt. Dafür gab es mehrere Indizien, u.a. enthielt die Liste zahlreiche Mitglieder/SympathisantInnen der HU, speziell aus dem südhessischen Bereich; ebenso deuten einzelne Adresskombinationen und externe Adressen darauf hin.</p>
<p>Nicht genug damit, dass hier offenbar HU-Adressdaten für fremde Zwecke missbraucht wurden. Der Absender hatte mit seiner Nachricht die Adressdaten auch veröffentlicht: 246 Mailadressen waren als offene Empfänger eingetragen, so dass zumindest diese Namen bzw. Mailadressen mutmaßlicher HU-Mitglieder für alle anderen einsehbar waren. Da nicht bekannt war, ob und wenn ja über welche weiteren personenbezogenen Daten der Absender ggf. verfügt, bemühte sich die HU-Geschäftsstelle gemeinsam mit dem Vorstand um eine rasche Aufklärung des Vorfalls.</p>
<h2 class="auto-created">Bem&uuml;hungen um Aufkl&auml;rung</h2>
<p>Nach eingehender Prüfung der Empfängerliste konnten die HU-MitarbeiterInnen weitgehend ausschließen, dass die von <i>&#8222;Jürgen S.&#8220; </i>genutzten Daten direkt aus der Geschäftsstelle entwendet wurden. Einerseits war die Adressliste im Vergleich zum Datenbestand der Geschäftsstelle nicht vollständig; andererseits enthielt sie Adressen (wie die der Bewegungsstiftung), die bei uns nicht erfasst sind. Ein &#8222;Datenleck&#8220; in der Geschäftsstelle schied also aus.</p>
<p>Dennoch schalteten wir umgehend den Berliner Datenschutzbeauftragten ein, um ihn auf den Vorfall hinzuweisen und Hinweise zum weiteren Vorgehen zu erfragen.</p>
<p>Am 27.11. forderte der HU-Vorsitzende den Absender auf, keine weiteren Daten von HU-Mitgliedern gegenüber Dritten zu veröffentlichen; sich zur Herkunft der Adressdaten zu erklären und diese ggf. zu löschen. Darauf erfolgte keine Antwort an die HU, wohl aber gegenüber einem Adressaten, der sich direkt an den Absender gewandt hatte.<i> &#8222;Jürgen S.&#8220;</i> erweckte in seiner Antwort vom 28.11.2013 &#8211; die er erneut an den ganzen, öffentlich einsehbaren Verteiler verschickte &#8211; den Eindruck, er habe die Adressdaten von einer Mitarbeiterin des Vereins erhalten.</p>
<p>Diese Behauptung ist falsch, wie die Prüfung der Bundesgeschäftsstelle ergab. Gerade die hessischen Adresseinträge auf der Liste, bei denen es sich z.T. um 2012 eingetretene Mitglieder handelte, wurden gemäß Art. 4 der HU-Datenschutzordnung in den letzten Jahren ausschließlich an den damals zuständigen Ortsverbandsvorsitzenden (Peter Menne) übermittelt. Zudem behauptete <i>&#8222;Jürgen S.&#8220;, </i>die Daten zu einem Zeitpunkt erhalten zu haben, an dem die genannte Mitarbeiterin noch gar nicht bei der HU beschäftigt war.</p>
<p>Spätestens durch diese falschen Behauptungen wurde eine zweite hinter den Rundmails stehende Absicht deutlich: die Glaubwürdigkeit der HU als Datenschutzorganisation infrage zu stellen. Hinzu kommt, das beide Nachrichten an MitarbeiterInnen der Bewegungsstiftung geschickt wurden. Jene Stiftung fördert die Arbeit der HU seit 2013. Vergleichbare Versuche, den Verein bzw. den Geschäftsführer bei unseren Geldgebern anzuschwärzen, gab es bereits Ende 2012 &#8211; damals aus dem Umfeld Peter Mennes.</p>
<p>Nach der gescheiterten Klärung mit <i>&#8222;Jürgen S.&#8220;</i> und dem Zusammenstellen aller Informationen erstattete der HU-Vorsitzende, Werner Koep-Kerstin, Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts der missbräuchlichen Weitergabe und Verwendung personenbezogener Daten aus unserer Vereinsverwaltung (§ 44 Abs. 1 BDSG) bei der Berliner Polizei. Die Ermittlungsbehörde wurde zugleich gebeten, sich auf die Ermittlung der Identität zu beschränken und evtl. vorhandene TK-Verkehrsdaten nicht zu nutzen. Zudem meldete die HU den Vorfall beim Berliner sowie beim Hessischen Datenschutzbeauftragten. Den drei Behörden wurden alle vorhandenen Indizien auf die mutmaßliche Identität des Absenders sowie desjenigen (Ex-)Mitglieds genannt, das vermutlich <i>&#8222;Jürgen S.&#8220; </i>die Daten zur Verfügung stellte. Der Hessische Datenschutzbeauftragte hat beide Personen zur Stellungnahme aufgefordert, die Ermittlungen der Polizei dauern an.</p>
<h2 class="auto-created">Konsequenzen</h2>
<p>Was kann und sollte die HU aus diesem Vorfall lernen, wie lässt sich eine Wiederholung vermeiden? Zum einen wird die Geschäftsstelle noch stärker als bisher auf die Einhaltung unserer Datenschutzordnung achten. Für die Regionalgruppen heißt das konkret:</p>
<p>* Wir versenden die Adressdaten von Mitgliedern und Interessierten weiterhin ausschließlich an dafür zuständige Kontaktleute der Regionalgruppen. Der Versand erfolgt in Papierform oder bei elektronischen Daten ausschließlich verschlüsselt.</p>
<p>* Alle Personen, die solche Daten empfangen bzw. verarbeiten, müssen vorher gegenüber der Geschäftsstelle eine Verpflichtungserklärung gem. § 5 BDSG abgeben. Darin erklären sie, dass sie diese Daten nicht an Dritte weitergeben, nicht für vereinsfremde Zwecke nutzen und nach der Beendigung ihrer Tätigkeit für die HU die Daten unverzüglich löschen bzw. herausgeben.</p>
<p>* Die Bundesgeschäftsstelle wird von Mitgliedern, die ihre Funktion im Regionalverband beenden, künftig eine verbindliche Erklärung über die Löschung/Herausgabe zuvor erhaltener Adressdaten einfordern. (Eine entsprechende Aufforderung an Peter Menne erging am 27.2.2013 &#8211; bisher ohne Reaktion.)</p>
<p>Darüber hinaus hat die HU die Datenschutzbeauftragten um Tipps gebeten, wie durch geeignete organisatorische/technische Maßnahmen ein derartiger Missbrauch erschwert oder verhindert werden kann. Dazu gab es einen konkreten Vorschlag: Die Rundsendungen an Mitglieder könnten grundsätzlich über einen Mailinglistenserver versendet werden. Die zuständigen Mitglieder der Regionalgruppen hätten dann lediglich die (zeitweise) Berechtigung, Nachrichten an vorher bestimmte Adressatenkreise zu verschicken &#8211; aber keinen Komplettzugriff auf die Daten. Ob eine solche Lösung praktikabel und wünschenswert ist, sollten wir mit allen Aktiven in den Regionalgruppen, aber auch mit der gesamten Mitgliedschaft diskutieren. Auch andere Vorschläge zum Datenschutzmanagement in der HU sind natürlich herzlich willkommen.</p>
<p><i>Mitglieder, die ebenfalls zu den EmpfängerInnen der Rundmails von Jürgen S. gehörten, aber bisher keine Benachrichtigung der Bundesgeschäftsstelle hierüber erhalten haben (u.U. war ihre Adresse nicht sichtbar), können die Erklärungen und Informationen in der Geschäftsstelle abrufen.<br /></i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/datenschutz-im-verein-umgang-mit-adressdaten/">Datenschutz im Verein: Umgang mit Adressdaten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neu im Team: Astrid Goltz macht Kampagnen in der HU</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/neu-im-team-astrid-goltz-macht-kampagnen-in-der-hu/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Personal]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/neu-im-team-astrid-goltz-macht-kampagnen-in-der-hu/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S.16 Astrid Goltz. Foto: privat Astrid Goltz. Foto: privat Ich bin Astrid Goltz und verst&#228;rke als Campaignerin seit November das Team in der Bundesgesch&#228;ftsstelle der HU. Meine Aufgabe wird es sein, Kampagnen zu den Themen &#8222;Verfassungsschutz abschaffen&#8220; und &#8222;Polizei kennzeichnen&#8220; zu entwerfen und gemeinsam mit den ehrenamtlich Aktiven der HU zu [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S.16</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Goltz.Astrid_Portrait.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4016 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Goltz.Astrid_Portrait-300x450.jpg" alt="Neu im Team: Astrid Goltz macht Kampagnen in der HU" width="300" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Goltz.Astrid_Portrait-300x450.jpg 300w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Goltz.Astrid_Portrait-768x1152.jpg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Goltz.Astrid_Portrait-500x750.jpg 500w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Goltz.Astrid_Portrait-400x600.jpg 400w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Goltz.Astrid_Portrait-225x337.jpg 225w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Goltz.Astrid_Portrait.jpg 960w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a>Astrid Goltz. Foto: privat</span></p>
<p class="news-single-imgcaption">Astrid Goltz. Foto: privat</p>
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<p>Ich bin Astrid Goltz und verst&auml;rke als Campaignerin seit November das Team in der Bundesgesch&auml;ftsstelle der HU. Meine Aufgabe wird es sein, Kampagnen zu den Themen &#8222;Verfassungsschutz abschaffen&#8220; und &#8222;Polizei kennzeichnen&#8220; zu entwerfen und gemeinsam mit den ehrenamtlich Aktiven der HU zu planen und umzusetzen. Ehrenamtliche sind fast allen von Ihnen, die diese Zeilen lesen &#8211; Sie brauchen nur Mitglied in der HU zu sein. Ist Ihr Interesse geweckt? Mit dem Thema Verfassungsschutz werden wir anfangen und Sie werden bald mehr von mir h&ouml;ren.</p>
<p>Zu meinem Hintergrund: Ich bin 29 Jahre alt und engagiere mich seit 15 Jahren f&uuml;r den Umweltschutz und f&uuml;r eine gerechtere Gesellschaft. Ehrenamtlich bin ich zum Beispiel als Klimapiratin zum Klimagipfel 2009 nach Kopenhagen gesegelt um mit meiner Crew f&uuml;r ein starkes und faires Abkommen zu demonstrieren und um ein Kohlekraftwerk zu verhindern, den ein d&auml;nischer Konzern in Lubmin bei Greifswald bauen wollte. Letzteres konnten wir verhindern. Das weltweite Klimaabkommen liegt leider noch in weiter Ferne.</p>
<p>Hauptamtlich habe ich f&uuml;r die BUNDjugend den &ouml;kologischen Fu&szlig;abdruck unter Jugendlichen bekannt gemacht. Das ist eine Methode, mit der jede*r Einzelne die Umweltauswirkungen seines/ihres allt&auml;glichen Verhaltens messen kann. Die letzten drei Jahre habe ich beim Online-Kampagnennetzwerk Campact Kampagnen geleitet &#8211; zu Umwelt- und Landwirtschaftsthemen, aber auch zu den Rechten von Fl&uuml;chtlingskindern, Nahrungsmittelspekulation und der Finanztransaktionssteuer. Bei Campact habe ich etwa gelernt, wie man Themen f&uuml;r die Presse auf den Punkt bringt, wie man eine gute Demorede h&auml;lt und wie man improvisieren kann, wenn bei einer Ballonaktion am Atomkraftwerk pl&ouml;tzlich die Luftballons fehlen.</p>
<p>Dass die HU Kampagnen macht, ist etwas ganz Neues. Die Idee ist, den politischen Prozess zu den Themen Verfassungsschutz und Polizeikennzeichnung &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum aktiv zu verfolgen und die Forderungen der HU durch &Ouml;ffentlichkeitsarbeit und Aktionen online und offline einzubringen. Intern wollen wir den HU-Mitglieder*innen mehr M&ouml;glichkeiten bieten, sich bei konkreten Aktionen zu engagieren. Ich freue mich darauf, mit Ihnen Kampagnenpl&auml;ne auszuhecken und mein Kampagnenwissen einzubringen &#8211; auf dass wir gemeinsam etwas bewegen bei Verfassungsschutz und Polizei!</p>
<p><i>Kontakt:<br />E-Mail: </i><a href="mailto:kampagne%40humanistische-union.de"><i>kampagne@humanistische-union.de</i></a><br /><i>Tel.: 030 / 204 502 56<br />Fax: 030 / 204 502 57<br />B&uuml;rozeiten: Mo, Mi &amp; Do jeweils 10-16 Uhr<br /></i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/neu-im-team-astrid-goltz-macht-kampagnen-in-der-hu/">Neu im Team: Astrid Goltz macht Kampagnen in der HU</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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		<media:content url="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Goltz.Astrid_Portrait.jpg" medium="image"></media:content>
            	</item>
		<item>
		<title>Berichte aus den Regionalgruppen</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/berichte-aus-den-regionalgruppen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 11:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Regionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 18-20 Bremen braucht keinen Verfas&#173;sungs&#173;schutz In einer von der HU Bremen und der Internationalen Liga f&#252;r Menschenrechte ausgerichteten Podiumsdiskussion gelang es dem Bremer Innensenator Ulrich M&#228;urer (SPD) und dem Vorsitzenden der Gr&#252;nen-Fraktion in der B&#252;rgerschaft Matthias G&#252;ldner nicht, die von Till M&#252;ller-Heidelberg (HU) und Rolf G&#246;ssner (Liga) vorgetragenen Gr&#252;nde f&#252;r [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/berichte-aus-den-regionalgruppen/">Berichte aus den Regionalgruppen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 18-20</p>
<h2 class="auto-created">Bremen braucht keinen Verfas&shy;sungs&shy;schutz</h2>
<p>In einer von der HU Bremen und der Internationalen Liga f&uuml;r Menschenrechte ausgerichteten Podiumsdiskussion gelang es dem Bremer Innensenator Ulrich M&auml;urer (SPD) und dem Vorsitzenden der Gr&uuml;nen-Fraktion in der B&uuml;rgerschaft Matthias G&uuml;ldner nicht, die von Till M&uuml;ller-Heidelberg (HU) und Rolf G&ouml;ssner (Liga) vorgetragenen Gr&uuml;nde f&uuml;r die Abschaffung des Bremer Verfassungsschutzes zu entkr&auml;ften.</p>
<p>Die im Wallsaal der Stadtbibliothek gef&uuml;hrte Diskussion orientierte sich am Senatsvorschlag f&uuml;r ein reformiertes bremisches Verfassungsschutzgesetz. Dabei r&auml;umten M&auml;urer als auch G&uuml;ldner zu Beginn ihrer Statements die skandalreiche Geschichte der deutschen Geheimdienste ein und nahmen auch den Bremer Verfassungsschutz nicht aus. G&uuml;ldner, zurzeit Vorsitzender der Parlamentarischen Kontrollkommission, beurteilte den Bremer Verfassungsschutz als &bdquo;noch bis 2008 undemokratisch und teilweise menschenverachtend&ldquo;. Mit dem neuen Gesetz stellten die beiden eine Kehrtwende in Aussicht, die sich im Lauf der Diskussion als haltlose Versprechung herausstellte.</p>
<p>M&auml;urer verwies auf eine neue Ausrichtung des Geheimdienstes, der sich in Bremen gegen Gruppen richten solle, die als gewaltbereit gelten, insbesondere Rechtsradikale und Hass predigende Salafisten. Zuvor hatte M&uuml;ller-Heidelberg gewarnt, dass die Ausrichtung des Dienstes gegen Extremismus der Willk&uuml;r gleichkommt, denn nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts handelt es sich dabei um einen politischen Kampfbegriff: als extremistisch gelten stets die stark von der Mehrheitsmeinung abweichenden Ansichten. Insofern waren die Versprechungen des Innensenators zwar beruhigend gemeint, doch was derzeit (unter rot-gr&uuml;ner Regierung) als extremistisch und was als akzeptiert gilt, kann sich schnell umkehren. Hinsichtlich der vermeintlichen Ausrichtung auf gewaltbereite Personen wiesen G&ouml;ssner und M&uuml;ller-Heidelberg darauf hin, dass der Verfassungsschutz laut Gesetzesvorschlag nicht ausschlie&szlig;lich, sondern im &bdquo;Schwerpunkt&ldquo; gegen gewaltbereite Personen handeln solle. Dies erkl&auml;rt sich im &Uuml;brigen auch damit, dass ein Verfassungsschutz nach den bundesrechtlichen Vorgaben eben nicht Gewalttaten verhindern, sondern politischen Extremismus beobachten muss.</p>
<p>Eine bessere Kontrolle durch Eingliederung des Amts in die Senatsbeh&ouml;rden und Ausweitung der Befugnisse der Parlamentarischen Kontrollkommission befanden M&auml;urer und G&uuml;ldner als wesentliche Faktoren einer demokratischen Einhegung des Verfassungsschutzes. Die Kontrolle bleibt jedoch dem Einblick der &Ouml;ffentlichkeit entzogen. Dort liegt der immanente Widerspruch zwischen Verfassungsschutz und Demokratie: ein Geheimdienst definiert sich dadurch, dass ihm die &Ouml;ffentlichkeit nicht auf die Finger schaut. Selbst wenn die Mitglieder der Bremer Kontrollkommission in selbstst&auml;ndig durchgef&uuml;hrten Ermittlungen erhebliche Grundrechtsverletzungen feststellen, sollen sie damit nur unter Zustimmung einer Zweidrittel-, also Regierungsmehrheit des Gremiums an die &Ouml;ffentlichkeit gehen k&ouml;nnen. So verwunderte auch nicht, dass G&ouml;ssner auf Nachfragen feststellte, dass die zahlreichen Geheimdienstskandale bislang nie durch Kontrolleure aufgedeckt wurden.</p>
<p>Gegen Ende der zweist&uuml;ndigen Veranstaltung erkl&auml;rte der Innensenator, dass er die Einw&auml;nde der B&uuml;rgerrechtler ja verstehe, aber nicht die Verantwortung tragen wolle, wenn es nach einer Abschaffung des Verfassungsschutzes zu Terroranschl&auml;gen k&auml;me. Zudem sei Bremen gegen&uuml;ber anderen Bundesl&auml;ndern und Bund zur Kooperation verpflichtet, da k&ouml;nne es nicht als einziges Bundesland seinen Verfassungsschutz abschaffen. Hier erwiderten M&uuml;ller-Heidelberg und G&ouml;ssner, dass die Gefahrenabwehr die Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaften ist, die diese Aufgabe inzwischen ohnehin schon weit im Vorfeld von Straftaten wahrn&auml;hmen. Der Verfassungsschutz unterliege nicht dem Legalit&auml;tsprinzip und m&uuml;sse Straftaten nicht zur Anzeige bringen. So habe der Geheimdienst in anderen Bundesl&auml;ndern schon von Gewaltverbrechen durch eigene V-Leute gewusst, ohne einzuschreiten. Die beiden B&uuml;rgerrechtler verwiesen auch darauf, dass eine Abschaffung des Bremer Geheimdienstes durchaus mit Bundesrecht vereinbar sei. Einem Landesamt f&uuml;r Verfassungsschutz k&ouml;nnten sehr wohl die geheimdienstlichen Instrumente entzogen werden.</p>
<p>Insgesamt hinterlie&szlig; die Veranstaltung einen positiven Eindruck. Die vier Podiumsteilnehmer lieferten sich eine konstruktive Diskussion, in der auf die Statements der jeweils anderen eingegangen wurde. Den etwa 100 Besuchern, die unserem Eindruck nach nicht alle mit einer vorgefertigten Meinung gekommen waren, erleichterte dies gewiss, die Argumente nachzuvollziehen. Wer allerdings zu dem Schluss kommt, dass es keine demokratiefreundliche L&ouml;sung f&uuml;r Geheimdienste gibt &ndash; au&szlig;er ihrer Abschaffung &ndash; der wei&szlig; auch: ein Bundesland muss den Anfang machen. Insofern erscheint der aus dem Publikum stammende Vorschlag eines Volksentscheids &uuml;ber den Verfassungsschutz bedenkenswert.</p>
<h2 class="auto-created">Marburg: Vortrag zu Netzpolitik</h2>
<p>Der Staat hat die verfassungsm&auml;&szlig;ige Pflicht, die Privatsph&auml;re der B&uuml;rger wirksam zu sch&uuml;tzen. Dennoch sollte man sich nicht auf den Staat verlassen und die eigenen Daten selbst m&ouml;glichst gut vor unerlaubtem Zugriff sichern. Auf diese Kurzform k&ouml;nnte man die Diskussion &uuml;ber den Vortrag von Stefan H&uuml;gel am Freitag (29. November) im K&auml;te-Dinnebier-Saal des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Marburg bringen. Auf Einladung der Humanistischen Union Marburg (HU) sprach der Vorsitzende des HU-Ortsverbands Frankfurt und des &bdquo;Forums Informatiker f&uuml;r Frieden und Soziale Verantwortung&ldquo; (FIfF) unter dem Titel &bdquo;Das belagerte Internet&ldquo; &uuml;ber Netzpolitik in Zeiten der Geheimdienste.</p>
<p>Das Ausma&szlig; nachrichtendienstlicher &Uuml;berwachung habe der Whistleblower Edward Snowden der internationalen &Ouml;ffentlichkeit klar gemacht. Was vorher h&auml;ufig als angebliche &bdquo;Verschw&ouml;rungstheorie&ldquo; abgetan wurde, sei durch ihn dokumentiert und bis jetzt in keinem wesentlichen Punkt widerlegt worden. H&uuml;gel skizzierte eine Chronologie der Ver&ouml;ffentlichungen von der Bekanntgabe des &Uuml;berwachungsprogramms PRISM und seines britischen Pendants Tempora &uuml;ber die Offenlegung der Erfassungs-Software XKeyScore bis hin zum Abh&ouml;ren des Handys der Bundeskanzlerin Angela Merkel und weiterer Spitzenpolitiker. Die Emp&ouml;rung &uuml;ber den Lauschangriff auf Merkel sei angesichts der milliardenfachen Absch&ouml;pfung von Daten der B&uuml;rger allerdings nicht besonders &uuml;berzeugend. Zudem bewertete H&uuml;gel die Gegenma&szlig;nahmen der Bundesregierung als halbherzig. Verwundern k&ouml;nne das allerdings nicht, seien doch deutsche Geheimdienste wie der Bundesnachrichtendienst (BND) und der Verfassungsschutz selbst in gro&szlig;em Stil in die &Uuml;berwachung der Bev&ouml;lkerung eingebunden.</p>
<p>&Auml;hnliche Profile erstellen indes nicht nur staatliche Stellen, sondern auch private Internetdienste. Anhand entsprechender Daten beliefere beispielsweise Google seine Nutzer mit individuell abgestimmter Werbung und pers&ouml;nlich zugeschnittenen Suchergebnissen.</p>
<p>Besonders problematisch findet H&uuml;gel, dass die National Security Agency (NSA) Zugriff auf diese Daten der Internetdienstleister hat. Der US-Geheimdienst verf&uuml;gt sowohl &uuml;ber direkte Zug&auml;nge zu ihren Rechnern als auch &uuml;ber zus&auml;tzliche Sp&auml;hprogramme zum Anzapfen ihrer internen Netze.<br />Anhand einer Erkl&auml;rung der Funktionsweise des Internet sowie des internationalen TOR-Netzes zum Verwischen von Datenspuren leitete H&uuml;gel zu m&ouml;glichen Gegenma&szlig;nahmen &uuml;ber. Leider w&uuml;rde die notwendige Medienkompetenz in diesem Bereich an Schulen nur sehr unzureichend vermittelt, bedauerte er. Auch wenn die NSA an der Entschl&uuml;sselung von verschl&uuml;sselten Nachrichten arbeite, sei dieser Schutz nach wie vor sinnvoll. Notwendig sei allerdings, einen sehr langen Schl&uuml;ssel zu verwenden, der das Knacken wesentlich erschwert, empfahl H&uuml;gel. Noch besser sei, sensible Daten gar nicht &uuml;ber das Internet oder Telefone weiterzugeben. Zudem m&uuml;sse man sich bewusst sein, dass ein Mobiltelefon jede Bewegung registriert und dem Provider meldet.</p>
<p>Letztlich wolle aber wohl kaum jemand auf die M&ouml;glichkeiten der modernen Informationstechnologie verzichten, bemerkte H&uuml;gel. Ohne Handy und Internet sei man &#8211; vor allem in j&uuml;ngeren Altersgruppen &#8211; vom sozialen Miteinander weitgehend ausgeschlossen. Notwendig sei deshalb ein bewusster Umgang mit diesen Technologien und ein konsequenter Verzicht auf die unn&ouml;tige Weitergabe pers&ouml;nlicher Informationen.</p>
<p><i>Das Skript und eine Video-Dokumentation des Vortrags von Stefan H&uuml;gel ist &uuml;ber die Webseite der HU Marburg abrufbar unter </i><a href="http://humr.de/sh1" target="_blank" rel="noopener"><i>http://humr.de/sh1</i></a><i>.</i></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Haft ohne Straftat</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/222/publikation/publikation-zur-abschiebungshaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[humanistischeunion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Jan 2014 17:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asyl & Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen: HU-Schriften]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 15 Flüchtlingsräte Brandenburg &#38; Schleswig-Holstein, Humanistische Union e.V. (Hrsg.), Haft ohne Straftat. Fakten und Argumente gegen Abschiebungshaft. Berlin 2013, 219 Seiten. Die Broschüre kann zum Versandkostenpreis in der Geschäftsstelle der HU bestellt werden. „Wer in Haft kommt, hat sich etwas zuschulden kommen lassen.“ Dieses weit verbreitete Vorurteil wird durch die [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><i>Mitteilungen Nr. 222 (3/2013), S. 15</i></p>
<div>
<p><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschiebehaft_Cover_v2.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-3732 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschiebehaft_Cover_v2-301x450.jpg" alt="Publikation zur Abschiebungshaft" width="301" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschiebehaft_Cover_v2-301x450.jpg 301w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschiebehaft_Cover_v2-402x600.jpg 402w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschiebehaft_Cover_v2-226x337.jpg 226w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschiebehaft_Cover_v2.jpg 409w" sizes="(max-width: 301px) 100vw, 301px" /></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p><i>Flüchtlingsräte Brandenburg &amp; Schleswig-Holstein, Humanistische Union e.V. (Hrsg.), Haft ohne Straftat. Fakten und Argumente gegen Abschiebungshaft. Berlin 2013, 219 Seiten.</i></p>
<p><i>Die Broschüre kann zum Versandkostenpreis in der Geschäftsstelle der HU bestellt werden.</i></p>
<p><i>„Wer in Haft kommt, hat sich etwas zuschulden kommen lassen.“ </i>Dieses weit verbreitete Vorurteil wird durch die Abschiebungshaft widerlegt. Zu Abschiebungshaft wird man nicht verurteilt, sie ist „bloß“ eine Verwaltungsmaßnahme. Die trifft vor allem Flüchtlinge, deren einziges „Vergehen“ darin besteht, dass sie keine gültige Einreise- bzw. Aufenthaltserlaubnis vorweisen können. Abschiebungshaft widerspricht den Standards der Genfer Flüchtlingskonvention – und gehört deshalb abgeschafft.</p>
<p>Der Reader informiert umfassend über das System der Abschiebungshaft: über die Häufigkeit ihrer Anordnung und die typischen Wege in die Haft; über deren Wirkung auf die Betroffenen und die Situation in den Einrichtungen; über die europäischen wie nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen für die Abschiebungshaft und die Schwierigkeiten des Rechtsschutzes. Daneben versteht sich der Reader auch als Beitrag zur politischen Debatte um die Notwendigkeit, Zulässigkeit und Angemessenheit der Abschiebungshaft. Die Herausgeber-Innen zeigen, was Abgeordnete wie zuständige MitarbeiterInnen der Verwaltung tun können, um die Haft weitgehend zu vermeiden oder dazu beizutragen, dass sie alsbald abgeschafft wird.</p>
<p><i>Für HU-Regionalgruppen, die zum Thema Abschiebungshaft eine Veranstaltung ausrichten wollen, stellt die Bundesgeschäftsstelle gern einen Kontakt zu den AutorInnen des Buches her und ausreichend Freiexemplare der Broschüre bereit. Weitere Informationen bei Carola Otte unter Tel. 030 / 204 502 56 oder E-Mail </i><a href="mailto:info%40humanistische-union.de"><i>info@humanistische-union.de</i></a><i>.</i></p>
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		<media:content url="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschiebehaft_Cover_v2.jpg" medium="image"></media:content>
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