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	<title>vorgänge 3-2004 Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Die verschwundenen Bomben des Saddam Hussein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Sep 2004 14:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Analyse der anglo-amerikanischen Kriegsbegr&#252;ndungspropaganda aus: Vorg&#228;nge Nr. 167 ( Heft 3/2004) , S.65-77 Alle Demokratien sind mit dem Widerspruch konfrontiert, dass ihr handelndes Personal zwar normativ der Wahrhaftigkeit verpflichtet ist, T&#228;uschungen, der instrumentelle Einsatz von Informationen sowie kleine und gr&#246;&#223;ere L&#252;gen in der politischen Tagesauseinandersetzung aber als durchaus legitim gelten. Dies ist besonders dann [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/3-2004/publikation/die-verschwundenen-bomben-des-saddam-hussein/">Die verschwundenen Bomben des Saddam Hussein</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Analyse der anglo-amerikanischen Kriegsbegr&uuml;ndungspropaganda</p>
<p>aus: Vorg&auml;nge Nr. 167 ( Heft 3/2004) , S.65-77</p>
<p><i>Alle Demokratien sind mit dem Widerspruch konfrontiert, dass ihr handelndes Personal zwar normativ der Wahrhaftigkeit verpflichtet ist, T&auml;uschungen, der instrumentelle Einsatz von Informationen sowie kleine und gr&ouml;&szlig;ere L&uuml;gen in der politischen Tagesauseinandersetzung aber als durchaus legitim gelten. Dies ist besonders dann der Fall, wenn politische Konflikte milit&auml;risch ausgetragen werden. Schon zur Sicherheit der eigenen Soldaten kann und darf eine Regierung nicht alles sagen, was sie &uuml;ber laufende Eins&auml;tze wei&szlig;. Auch gelten bestimmte Kriegslisten als v&ouml;lkerrechtlich legitim, die T&auml;uschung des Gegners &uuml;ber die eigenen Absichten und Aktionen ist immanenter Bestandteil der Kriegf&uuml;hrung und wird seit Jahrtausenden von allen Kriegsparteien angewandt. Anders sieht es freilich aus, wenn L&uuml;gen nicht strategisch zur F&uuml;hrung eines Krieges eingesetzt werden, sondern wenn die Begr&uuml;ndung der Notwendigkeit eines Krieges durch L&uuml;gen erfolgt. Adressat der L&uuml;gen ist dann nicht der Gegner (der ja wei&szlig;, dass die andere Seite die Unwahrheit sagt), sondern neutrale Dritte (etwa die Welt&ouml;ffentlichkeit) sowie die Bev&ouml;lkerung des eigenen Landes. Greift eine Regierung bei ihrer Kriegsbegr&uuml;ndungspropaganda auf L&uuml;gen zur&uuml;ck, untergr&auml;bt sie den demokratischen Diskurs und verhindert die freie Meinungsbildung &uuml;ber Krieg und Frieden, also &uuml;ber das wichtigste Thema, &uuml;ber das in Demokratien entschieden werden kann. Im Folgenden soll am Beispiel des Irak-Kriegs skizziert werden, wie es innerhalb von demokratischen Regierungen dazu kommen konnte, dass diese bei der Begr&uuml;ndung eines Krieges mit massiven L&uuml;gen operiert haben, und welche Folgen eine solche Irref&uuml;hrung der demokratischen &Ouml;ffentlichkeit nach sich zieht.</i></p>
<h5>Anatomie einer L&uuml;ge</h5>
<p>Der Irak-Krieg 2003 ist von der Kriegskoalition mit drei Begr&uuml;ndungen gef&uuml;hrt worden: Saddam Hussein habe nach wie vor verbotene Massenvernichtungswaffen, er unterst&uuml;tze den islamistischen Terrorismus und er unterdr&uuml;cke sein Volk. Das letzte Argument<br />war und ist zwar das &uuml;berzeugendste, spielte jedoch bei der Rechtfertigung des Krieges nur eine untergeordnete Rolle. Zur zentralen Kriegsbegr&uuml;ndung wurden &ndash; zumindest bis zu Paul Wolfowitz bizarrer Erkl&auml;rung im Juni 2003, man habe sich auf den Kriegsgrund Massenvernichtungswaffen vor allem aus &bdquo;b&uuml;rokratischen Gr&uuml;nden&rdquo; geeinigt&#8216; &ndash; die A-, B- und C-Waffen des Regimes. Der britische Premier Tony Blair etwa sagte im Herbst 2002: &bdquo;Das zentrale Problem sind die Massenvernichtungswaffen. Damit liegen die Dinge ganz einfach: Der Irak muss es zulassen, diese Kapazit&auml;ten unsch&auml;dlich zu machen. Diese Forderung muss Saddam Hussein erf&uuml;llen.&rdquo; (Der Tagesspiegel v. 19.9.2002) &Auml;hnlich &auml;u&szlig;erten sich auch Pr&auml;sident George W. Bush und andere f&uuml;hrende US-Politiker immer wieder, bis die &bdquo;Weigerung&rdquo; des irakischen Regimes, seine Massenvernichtungswaffen zu verschrotten, am 20. M&auml;rz 2003 zum Beginn des Krieges f&uuml;hrte. Dieser war zwar dahingehend erfolgreich, dass der Irak milit&auml;risch rasch besiegt wurde, doch im Hinblick auf die urspr&uuml;ngliche Kriegsbegr&uuml;ndung war das Ende der Kampfhandlungen ein Desaster: Es wurde immer deutlicher, dass es im Irak offenbar keine Massenvernichtungswaffen gab. &Uuml;ber ein Jahr nach dem offiziellen Kriegsende sind Saddam Husseins Massenvernichtungswaffen immer noch unauffindbar. Man kann mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit behaupten, dass es zumindest seit der zweiten H&auml;lfte der 1990er Jahre im Irak keine A-,B- oder C-Waffen mehr gab, die eine Bedrohung darstellten. Das aber bedeutet: Die amerikanische und die britische Regierung haben zur Begr&uuml;ndung des Kriegs ihre Bev&ouml;lkerungen und die Welt&ouml;ffentlichkeit in massivem Ausma&szlig; belogen. Es sind vor allem sechs L&uuml;gen, welche den Regierungen dazu dienten, ihre milit&auml;rische Intervention zu legitimieren:</p>
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<p><em>Die A-Waffen-L&uuml;ge:</em> F&uuml;hrende US-Politiker behaupteten immer wieder, Saddam sei kurz davor, Atombomben einsetzen zu k&ouml;nnen. &bdquo;Wir wissen mit absoluter Sicherheit, dass er sein Vertriebsnetz nutzt, um das Equipment zu erwerben, dass er zur Anreicherung von Uran braucht, um damit eine Nuklearbombe zu bauen&rdquo;, sagte etwa Vizepr&auml;sident Cheney in der NBC-Sendung &bdquo;Meet the Press&rdquo; am 8. September 2002 (Ciricione/Mathews/Perkovich 2004: 21).2 Beweise hierf&uuml;r hat weder die Iraq Survey Group der Koalitionsstreitkr&auml;fte noch das Iraq Action Team der Internationalen Atomenergiebeh&ouml;rde in Wien gefunden. Es gilt mittlerweile als wahrscheinlich, dass Saddam sein Atomprogramm nach der Niederlage im ersten Golfkrieg tats&auml;chlich eingestellt hat. </p>
</li>
<li>
<p><em>Die 45-Minuten-L&uuml;ge</em>: Die britische Regierung ver&ouml;ffentlichte am 24. September 2002 ihr Irak-Dossier, das vom Joint Intelligence Committee, dem Lenkungsgremium der britischen Geheimdienste, erstellt worden und mit einem Vorwort von Tony Blair versehen war. Dieses enthielt an prominenten Stellen gleich viermal die Behauptung, der Irak k&ouml;nne binnen 45 Minuten Raketen mit Massenvernichtungswaffen startklar machen. Die Tatsache, dass es sich dabei um allenfalls lokal einsetzbare Waffen mit regul&auml;ren Gefechtsk&ouml;pfen handelte, die weder f&uuml;r Israel noch f&uuml;r die britischen Truppen auf Zypern oder gar f&uuml;r Gro&szlig;britannien selbst eine Gefahr dar-stellten, wurde nicht deutlich gemacht, obwohl dies der britischen Regierung bekannt war. Stattdessen wurde die Behauptung auch von der US-Administration aufgegriffen. Zwar wurde im Irak nach Kriegsende tats&auml;chlich neuere Raketentechnik gefunden, von denen einige Systeme auch die dem Irak 1991 von den UN zugebilligten 150-Kilometer Reichweite &uuml;berschreiten konnten, doch handelte es sich eindeutig um lokale Gefechtseinrichtungen, nicht um Mittel- oder Langstreckenraketen mit Massenvernichtungswaffen. Die von Tony Blair verantwortete Informationspolitik im Hinblick auf die 45-Minuten-Behauptung wurde sp&auml;ter vom Geheimdienst-Ausschuss des britischen Parlaments als &bdquo;irref&uuml;hrend&rdquo; und &bdquo;nicht hilfreich f&uuml;r das Verst&auml;ndnis des Problems&rdquo; bezeichnet (Vgl.: The Guardian v. 12. 9. 2003;<em> Frankfurter Allgemeine Zeitung </em>v. 12.9.2003) </p>
</li>
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<p><em>Die Niger-Story: </em>US-Pr&auml;sident George W. Bush behauptete in seiner Rede zur Lage der Nation am 28. Januar 2003: &bdquo;Die britische Regierung hat herausgefunden, dass Saddam Hussein j&uuml;ngst gr&ouml;&szlig;ere Mengen Uran aus Afrika kaufen wollte.&rdquo; (Ciricione/Mathews/Perkovich 2004: 24) Dokumente dar&uuml;ber waren &uuml;ber dubiose Wege an die CIA gelangt und wurden fortan propagandistisch extensiv genutzt. Dem Wei&szlig;en Haus lagen aber schon Wochen vor Bushs Rede Informationen vor, welche die Niger-Story definitiv widerlegten, darunter ein Bericht des Ex-Botschafters Joseph Wilson, der vor Ort die Geschichte untersucht hatte und sie dementierte (Ju-&#8218; disJAckerman 2003: o. S.), Wilsons Bericht hat auf jeden Fall das B&uuml;ro des Vizepr&auml;sidenten Cheney erreicht, ist dort aber offensichtlich nie weitergeleitet oder bearbeitet worden. Im M&auml;rz erkl&auml;rte auch Mohamed El Baradei, der Generaldirektor der Internati&ouml;nalen Atomenergie-Beh&ouml;rde in Wien die zugrunde liegenden Dokumente f&uuml;r gef&auml;lscht. Die Niger-Story fand sich trotzdem in zahlreichen Ver&ouml;ffentlichungen der Regierung. F&uuml;r Wilson warf das die Frage auf: &bdquo;Wenn die Regierung fundamentale Fakten zur Rechtfertigung eines Krieges falsch darstellt, wor&uuml;ber l&uuml;gt sie dann noch?&rdquo; (<em>Die Zeit </em>Nr. 29 v. 10.7.2003, S. 6) </p>
</li>
<li>
<p><em>Die C-Waffen-L&uuml;ge: </em>Au&szlig;enminister Colin Powell sagte am 8. September 2002 in Fox News Sunday: &bdquo;Es kann keinen Zweifel geben, dass er [Saddam] ein chemisches Waffenarsenal hat.&rdquo; (Ciricione/Mathews/Perkovich 2004: 29). Vor dem UN-Sicherheitsrat sagte Powell: &bdquo;Unsere konservative Sch&auml;tzung ist, dass der Irak heute ein Lager zwischen 100 und 500 Tonnen von chemischen Waffen hat. [&#8230;] Selbst mit 100 Tonnen Kampfstoffen k&ouml;nnte Saddam Hussein Massent&ouml;tungen auf mehr als 100 Quadratmeilen Territorium anrichten, eine Fl&auml;che, beinahe f&uuml;nfmal so gro&szlig; wie Manhattan.&rdquo; (ebd.: 29). Aufgefunden wurden nach Kriegsende nur Reste von Saddams 1980er-Jahre C-Waffen-Programm, Indizien f&uuml;r eine Wiederaufnahme der Programme nach 1991 konnten nicht gefunden werden.<br />&nbsp;Die Bio-Waffen-L&uuml;ge: Powell behauptete in seiner Rede vor dem UN-Sicherheitsrat am 5. Februar 2003, dass kein Zweifel daran bestehe, &bdquo;dass Saddam Hussein biologische Waffen hat und die M&ouml;glichkeit besitzt, schnell viel mehr herzustellen: Meine Kollegen, jedes Statement, das ich heute mache, ist belegt durch Quellen, solide Quellen.&rdquo; (Der Spiegel Nr. 25/2003, S. 136) Pr&auml;sident Bush sagte auf der Nations General Assembly am 12. September 2002: &bdquo;Gerade jetzt baut und verbessert der<br />68&nbsp;vorg&auml;nge Heft 3/2004, S. 65-77&nbsp;Thymian Bussemer: Die verschwundenen Bomben des Saddam Hussein&nbsp;69 </p>
</li>
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<p>Irak Einrichtungen, die f&uuml;r die Produktion von Biowaffen genutzt werden.&#8220; (Ciricione/Mathews/Perkovich 2004: 33) Und Tony Blair ging davon aus, dass der Irak &uuml;ber 10.000 Liter Anthrax und 80 Tonnen Senfgas verf&uuml;ge (Der Spiegel Nr. 25/2003, S. 135). Gefunden hat die Iraq Survey Group nichts. Die beiden Anfang Mai 2003 nahe der Stadt Mossul entdeckten LKWs wurden vorschnell als Teil der irakischen Milzbrand-Produktion ausgegeben. Das Pentagon erkl&auml;rte damals: &bdquo;Koalitionsstreitkr&auml;fte haben eine mobile irakische Biowaffen-Produktionseinrichtung gefunden.&rdquo; Anfang August sagten dann Ingenieure des Pentagon-Geheimdienstes der New York Times, es handele sich bei den LKWs nicht um Anthrax-K&uuml;chen, sondern um Wasserstofftanks f&uuml;r Wetterballons (Die Zeit Nr. 35 v. 21.8.2003, S. 4). Das hatten die Iraker im UN-Sicherheitsrat auch schon behauptet, aber niemand hatte ihnen geglaubt. Der US-Au&szlig;enminister wusste offensichtlich schon im Februar um die wackligen Beine, auf denen seine Behauptungen basierten. Als er das Material f&uuml;r die Pr&auml;sentation das erste Mal sichtete, nannte der erfahrene Milit&auml;r es schlichtweg &bdquo;Bullshit&rdquo;. Im UN-Sicherheitsrat bestand Powell dann darauf, dass CIA-Chef George Tenet direkt hinter ihm sa&szlig;, um symbolisch Teile der Verantwortung zu &uuml;ber-nehmen (Judis/Ackermann 2003: o. S.). </p>
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<p><em>Die Al-Quaida-L&uuml;ge</em>: Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice sagte am 25. September 2002 im Sender PBS: &bdquo;Es gibt klare Kontakte zwischen Al Quaida und Irak. [&#8230;] Es gibt Aussagen, die beweisen, dass einige dieser Kontakte sehr wichtige sind und es eine eindeutige Beziehung gibt.&rdquo; (Ciricione/Mathews/Perkovich 2004: 44). Der damalige Pentagon-Berater Richard Perle behauptete, der irakische Geheimdienstler Ahmad al-Ani habe im April 2001 in Prag Mohammed Atta getroffen, einen der Attent&auml;ter vom 11. September (Stern Nr. 30/2003, S. 54). Beweise f&uuml;r eine Zusammenarbeit von AI-Quaida und dem Irak wurden nie aufgefunden, wenn es im Saddam-Regime auch vage &Uuml;berlegungen zur Instrumentalisierung des islamischen Terrorismus gab. Nach &Uuml;berzeugung aller Irak-Experten h&auml;tte Saddam islamischen Terrorgruppen aber nie Massenvernichtungswaffen &uuml;berlassen. Das Prager Treffen zwischen Atta und al-Ani wurde schon in einer vertraulichen Note Vaclav Havels an die USA im Herbst 2002 dementiert. Im Juli 2003 wurde al-Ani im Irak festgenommen und bestreitet seitdem ebenfalls, dass ein derartiges Treffen je stattgefunden habe.</p>
</li>
</ol>
<p>All diese L&uuml;gen sind mittlerweile offiziell und regierungsamtlich. Schon der britische Hutton-Report vom 7. Juli 2003 und der Butler-Report vom 14. Juli 2004 stellen schwere M&auml;ngel in der Art und Weise fest, wie die britische Regierung das Problem Irak &ouml;ffentlich dargestellt hat. Im Butler-Report, obwohl dieser sichtlich um eine Reinwaschung Tony Blairs bem&uuml;ht ist, hei&szlig;t es: &bdquo;Die Entscheidung der Regierung im Fr&uuml;hjahr 2002, dass eine h&auml;rtere Gangart (stronger action) (wenn auch nicht notwendigerweise als milit&auml;rische Handlung) gegen den Irak notwendig sein w&uuml;rde, um die Entwaffnung des Iraks zu beschleunigen, basierte nicht auf irgendwelchen neuen Entwicklungen in dem geheimdienstlichen Bild vom Irak. [&#8230;] Es gab keine geheimdienstlichen Erkenntnisse, die zu der Schlussfolgerung Anlass gegeben h&auml;tten, dass der Irak ein dringlicheres Problem sei als die Aktivit&auml;ten einiger anderer Staaten.&rdquo; (Butler-Report 2003: 150) Die deutlichste Sprache hat allerdings der j&uuml;ngste US-Bericht der Senatskommission &uuml;ber die Geheimdienste vom 7. Juli 2004 angeschlagen. Dort hei&szlig;t es: &bdquo;Die meisten der zentralen Urteile, die in dem Bericht ,Iraks fortgesetztes Programm f&uuml;r Massenvernichtungswaffen&#8216; des von der Intelligence Community vorgelegten National Intelligence Estimate (NIE) [das zentrale Dokument, auf das sich die US-F&uuml;hrer beriefen, T.B.] &uuml;bertrieben die vorhandenen Geheimdiensterkenntnisse und waren von den Fakten nicht gedeckt. Eine Serie von Fehlern, vor allem im Bereich des analytischen Handwerks, f&uuml;hrten zu einer Fehldarstellung der Geheimdiensterkenntnisse.&rdquo; (Select Committee 2004: o. S.) Weiter hei&szlig;t es: &bdquo;Die Haupturteile des NIE, vor allem, dass Irak ,chemische und biologische Waffen hat&#8216;, ,unbemannte Raketen entwickle&#8216;, ,wahrscheinlich plane, biologische Waffen weiterzugeben&#8216; und dass ,alle Schl&uuml;sselaspekte &ndash; Forschung und Entwicklung, Produktion und Waffenf&auml;higmachung &ndash; von Iraks offensiven biologischen Waffen aktiv und wahrscheinlich weiter entwickelt seien, als sie es vor dem Golfkrieg waren&#8216;, &uuml;bertrieben die zugrunde liegenden Geheimdienstberichte, die dem Komitee zur Verf&uuml;gung standen.&rdquo; (ebd.)</p>
<h5>Haben die Geheim&shy;dienste versagt?</h5>
<p>Bemerkenswert an dem Report der amerikanischen Senatskommission ist nicht nur, mit welcher Schonungslosigkeit die L&uuml;gen und fundamentalen Fehleinsch&auml;tzungen der US-Administration im Hinblick auf das irakische Waffenpotenzial dort analysiert werden, sondern auch, wie eindeutig dort die vermeintlich Verantwortlichen benannt werden. Dies scheint allerdings prim&auml;r politisch induziert, denn der Report w&auml;lzt Schuld von der Regierung ab, indem die Geheimdienste f&uuml;r die L&uuml;gen haftbar gemacht werden. Sowohl die britische wie die US-Regierung haben sich &mdash; nachdem &uuml;berdeutlich geworden ist, mit welchen unwahren Behauptungen sie ihren Krieg promotet haben &mdash; darauf verlegt, ihre Geheimdienste zu S&uuml;ndenb&ouml;cken zu machen, die nun f&uuml;r die falschen Aussagen gerade stehen m&uuml;ssen. Im US-Senatsbericht hei&szlig;t es: &bdquo;Die Unf&auml;higkeit der Intelligence Community, die vorhandenen Erkenntnisse im NIE akkurat zu analysieren und zu beschreiben, war das Resultat einer Kombination von systemischen Schw&auml;chen, prim&auml;r handwerklich-analytischer Art, erg&auml;nzt durch einen Mangel an Informationsaustausch, schlechtes Management und inad&auml;quate Informationsbeschaffung. Das Komitee hat keinen Beweis daf&uuml;r gefunden, dass die Fehldarstellungen der Intelligence Community &uuml;ber Iraks Massenvernichtungswaffen auf politischen Druck zur&uuml;ckzuf&uuml;hren war.&rdquo; (ebd.)</p>
<p>Damit liegt die politisch eingeschlagene Lesart klar auf dem Tisch: Die Geheimdienste, allen voran die CIA, sind daran schuld, dass Bush, Blair, Powell und Rice im guten Glauben die Unwahrheit gesagt und die ganze Welt belogen haben. Die Politiker selbst sind zu Opfern unkorrekter und verantwortungsloser Zuarbeit geworden und haben deswegen einen an sich ,richtigen` Krieg aus den falschen Gr&uuml;nden gef&uuml;hrt. F&uuml;r diese Form der Rechtfertigung spricht der amerikanische Bericht der Senatskommission, f&uuml;r sie spricht der britische Butler-Report (auch wenn sich Lord Butler anl&auml;sslich von dessen Pr&auml;sentation sichtlich bem&uuml;hte, den Vorsitzenden des Joint Intelligence Committee, John Scarlett, in Schutz zu nehmen) und f&uuml;r sie sprechen auch die im Gefolge des politischen Drucks gefallenen Entscheidungen: CIA-Chef George Tenet k&uuml;ndigte am 2. Juni 2004 seinen R&uuml;cktritt an, einen Tag sp&auml;ter folgte ihm sein Chefermittler James Pavitt (Der Tagesspiegel v. 7.7.2004).</p>
<p>Die bekannten Fakten sprechen jedoch gegen die Darstellung vom Versagen der Dienste. Denn es waren vor allem die Geheimdienste, die in der Frage des irakischen Massenvernichtungswaffenpotenzials eine verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig skeptische, auf jeden Fall aber neutrale und objektive Position eingenommen haben. Aus verschiedenen Quellen und Rekonstruktionen wird deutlich, dass die Einsch&auml;tzung der CIA im Hinblick auf den Irak eher zur&uuml;ckhaltend war. So hat Ex-CIA-Chef George Tenet mehrmals und zu-letzt am 5. Februar 2004 drauf beharrt, dass die Agency den Irak niemals als unmittelbare politische Bedrohung eingesch&auml;tzt habe (ebd.). Auch die Irak-Al-Quaida-Connection wurde von ihr stets zur&uuml;ckgewiesen. Und im CIA-Bericht &uuml;ber weltweite Waffentechnologie-Proliferation vom Januar 2002 wird die nukleare Bedrohung durch den Irak als nicht gravierend angesehen. Dort hei&szlig;t es nur: &bdquo;Wir glauben, dass der Irak wahrscheinlich damit fortgefahren hat, auf einem niedrigen Level die theoretische Forschung und Entwicklung seines Nuklearprogramms zu betreiben.&rdquo; (Judis/Ackerman 2003: o. S.) Nachgewiesen ist dagegen der Druck, den die Regierung etwa durch mehrere Besuche von Vizepr&auml;sident Cheney in Langley auf die CIA ausge&uuml;bt hat (vgl. ebd.). George Tenet war nach dem 11. September 2001 aufgrund des Versagens der CIA politisch angeschlagen und leicht unter Druck zu setzen. Die Neokonservativen haben diese Schw&auml;che genutzt, um eigene Analyse-Einheiten neben der CIA zu etablieren, die dann politisch erw&uuml;nschte und ma&szlig;geschneiderte Analysen lieferten. Vor allem im Pentagon entstanden alternative Geheimdienste, mit deren Berichten die CIA konfrontiert und so unter Druck gesetzt wurde (Die Zeit Nr. 45 v. 30.10.2003). Unter diesem Einfluss begann auch die CIA, den Irak mehr und mehr als Gefahr einzustufen und nolens volens Belege f&uuml;r dessen Waffenprogramm zu liefern. Diese zweifelhaften Erkenntnisse fallen jetzt auf die Agency zur&uuml;ck. Die Zeitschrift The New Republic spekulierte schon im Juni 2003 dar&uuml;ber, dass Tenet wohl den S&uuml;ndenbock f&uuml;r Bush abgeben m&uuml;sse (Judis/Ackerman 2003: o. S.). Genauso ist es gekommen, wenn auch aus der Agency heraus gegen diese doppelte Instrumentalisierung heftig Widerstand geleistet wurde. Eine Gruppe von CIA-Veteranen schrieb an Bush: &bdquo;Auch in der Vergangenheit hat es F&auml;lle gegeben, in denen Erkenntnisse der Geheimdienste aus politischen Gr&uuml;nden verdreht wurden. Doch nie zuvor hat es derartig systematische Verzerrungen gegeben, um unsere gew&auml;hlten Vertreter dahin zu bringen, einen Krieg zu autorisieren.&rdquo; (Der Spiegel Nr. 25/2003, 5.138)</p>
<p>Einen vergleichbaren Vorgang gab es in Gro&szlig;britannien. Dort tobte monatelang eine hitzig gef&uuml;hrte Diskussion dar&uuml;ber, ob und inwieweit das Irak-Dossier des Joint Intelligence Committees von Blairs damaligem Kommunikationsdirektor Alastair Campbell aufgemotzt (&bdquo;sexed up&#8220;) und dramatisiert worden war. Insbesondere ging es um die Frage, ob die 45-Minuten-Behauptung von Campbell in das Dossier eingef&uuml;gt worden war. Tony Blair wurde zwar im Hutton genauso wie im Butler-Report von dem Vorwurf freigesprochen, auf die Gestaltung des Dossiers Einfluss genommen zu haben, und auch Campbell konnte nicht nachgewiesen werden, dass Dossier in dramatischer Weise redigiert zu haben. Doch Fragen blieben offen. So wurde das Dossier insgesamt sechsmal von Blairs Stab zur &Uuml;berarbeitung an den Vorsitzenden des Joint Intelligence Committees,John Scarlett, zur&uuml;ckgesandt; in einer elektronischen Version des Berichts fanden sich &Auml;nderungsmarkierungen, die mit einem auf Campbell personalisierten Computer eingef&uuml;gt worden waren. Campbell musste schlie&szlig;lich zum Ende des Jahre 2003 zur&uuml;cktreten.</p>
<h5>Ersetzt Public Relations Politik&shy;for&shy;mu&shy;lie&shy;rung?</h5>
<p>Wenn nicht die Geheimdienste in erster Linie f&uuml;r die Verdrehung der Wahrheit in Sachen Irak verantwortlich waren, wer dann? Einiges spricht daf&uuml;r, dass die Irak-L&uuml;gen unmittelbar in den St&auml;ben und Schreibstuben der verantwortlichen Spitzenpolitiker entstanden sind, an jenen Schnittstellen also, die zwischen Administration und &Ouml;ffentlichkeit angesiedelt sind, und wo sich ein Heer von Redenschreibern, Marketing-Experten, Meinungsforschern und Image-Beratern mit der &ouml;ffentlichen Pr&auml;sentation von Politik<br />besch&auml;ftigt. Auch die Mitarbeiter von <i>Think Tanks </i>und die <i>Special Adviser</i> von Spitzenpolitikern wie etwa Richard Perle geh&ouml;ren zu dieser Gruppe von Leuten. Die Spin-Doctors (zum Begriff vgl. Kocks 1998; Esser 2000; Esser/Reinemann 2000; Tenscher 2000; ZfK 2000) arbeiten innerhalb des politischen Systems, doch ihr Denken orientiert sich an der Logik des Mediensystems und des Publikums. Sie interessieren sich nicht f&uuml;r die Formulierung von Gesetzen oder f&uuml;r komplexe Zusammenh&auml;nge (oder dies nur insoweit, wie es f&uuml;r die anschlie&szlig;ende Verdichtung dieser Komplexit&auml;t zu einer griffigen Formel n&ouml;tig ist), sondern f&uuml;r die Inszenierung der Politik auf der gro&szlig;en B&uuml;hne und im grellen Scheinwerferlicht. Ihre Aufgabe ist es, f&uuml;r Entscheidungen die richtigen Kommunikationslinien zu finden und sie &ouml;ffentlich zustimmungsf&auml;hig zu machen. Da dies in der Medien- und Stimmungsdemokratie eine erfolgskritische Bedingung f&uuml;r Politik ist, haben diese Berater (die es schon immer oder zumindest sehr lange gegeben hat) in den vergangenen Jahren enorm an Einfluss gewonnen. Ihre Sternstunde erleben sie stets in Krisen- oder Ausnahmezust&auml;nden, wenn unter gro&szlig;em Druck in knapper Zeit f&uuml;r eine brisante Entscheidung ein m&ouml;glichst hohes Ma&szlig; an Zustimmung generiert wer-den muss. Da Kriege in Demokratien nicht nur prinzipiell begr&uuml;ndungspflichtig sind, sondern die H&uuml;rde f&uuml;r die Entscheidung zum Krieg auch sehr hoch liegt, ist die strategische Entwicklung und Implementierung einer Kriegsbegr&uuml;ndung f&uuml;r Kommunikationsberater eine der schwierigsten Aufgaben. Noch schwieriger wird diese, wenn die Vorgaben der verantwortlichen Politiker diffus sind. Im Fall Irak war der Wille der US-Administration, den Irak anzugreifen, eindeutig vorhanden, eine plausible Begr&uuml;ndung daf&uuml;r aber nicht in Sicht. George W. Bushs bester Verb&uuml;ndeter Tony Blair erwog anf&auml;nglich, den geplanten Krieg ganz unter das Zeichen eines Regimewechsels im Irak zu stellen, bis ihn Beamte darauf hinwiesen, dass das Ziel einer Entmachtung Saddam Hussein &bdquo;als solches keine Basis im internationalen Recht h&auml;tte, und dass jede offensive milit&auml;rische Aktion gegen den Irak nur gerechtfertigt werden k&ouml;nne, wenn der Irak seine Abr&uuml;stungsverpflichtungen gem&auml;&szlig; der UN-Sicherheitsrats-Resolution 687 oder eine neuer Resolution verletze&rdquo; (Butler-Report 2004: 151). Die Massenvernichtungswaffen wurden so zum Stellvertreter-Argument, denn hier gab es eine klare rechtliche Handhabe, die aus vorangegangenen UNO-Resolutionen resultierte; sie waren der einfachste und medial wie rechtlich logischste Ausgangspunkt, um eine &uuml;bergreifende Begr&uuml;ndung f&uuml;r den Krieg zu finden. Aus diesem Ansatzpunkt nun eine konsistente Argumentationskette zu machen, war der Auftrag der <i>Spin-Doctors.</i></p>
<p>Der subtile Einfluss bzw. die Langzeitwirkung des <i>Spin-Doctoring </i>besteht einerseits darin, dass auch gew&auml;hlte Politiker ihr Handwerk mehr und mehr als prim&auml;r kommunikativ betrachten. Public Relations wird so zum Zentral-Paradigma politischen Handelns. Andererseits bestimmt jenes Bild von Politik, das unter Marketing-Gesichtspunkten entworfen wird, auch mehr und mehr das Realit&auml;tsbild der politisch Verantwortlichen. Denn letztlich regieren die erw&uuml;nschten und k&uuml;nstlich geschaffenen Images, Argumentationszusammenh&auml;nge und Sachzw&auml;nge die Realit&auml;t, sie werden wahr dadurch, dass sie in den Kreislauf der &ouml;ffentlichen Kommunikation gepumpt werden, fortan Bestandteil des Diskurses sind und irgendwann als &bdquo;Fakten&rdquo; selbst zu ihren Urhebern zur&uuml;ckflie&szlig;en. Der Widerspruch zwischen den zur&uuml;ckhaltenden Geheimdiensterkenntnissen und den &ouml;ffentlich verlautbarten dramatischen Szenarien im Fall Irak wird dann auf Seiten der Handelnden kognitiv dadurch aufgel&ouml;st, dass man der dramatischen Variante glaubt, weil dieses ja die &ouml;ffentliche, in allen Medien verbreitete, ist. Im n&auml;chsten Schritt entscheidet dann der amerikanische Pr&auml;sident (der in hohem Ma&szlig;e abh&auml;ngig davon ist, welche Informationen ihm seine Berater vorlegen) &uuml;ber einen Feldzug auf der Grundlage einer medialen und &ouml;ffentlichen Diskussion, die seine Berater vorher choreografiert und inszeniert haben, w&auml;hrend der milit&auml;rische Erfolg der Kampagne durch die politische F&uuml;hrung anhand einer Berichterstattung evaluiert wird, deren Rahmenbedingungen man vorher detailliert ausgearbeitet und zu den eigenen Gunsten definiert hat. An dieser Form von Entscheidungsbildung ist alles virtuell und beinahe jede Induktion von au&szlig;en in das Bild, das sich die Akteure von der Realit&auml;t machen, verweist doch nur wieder auf eine Manipulation der Realit&auml;t, welche die Handelnden zuvor selber vorgenommen haben. Im Hintergrund vernimmt man dabei das Grundrauschen eines Tausende von Kilometern entfernt real ausgetragenen Krieges. Vor der T&auml;uschung der Welt&ouml;ffentlichkeit steht hier also zun&auml;chst die Selbstt&auml;uschung der Handelnden (Hannah Arendt). Der Wunsch nach einer koh&auml;renten Geschichte, nach einer moralisch wertvollen Mission, nach einer gut verk&auml;uflichen Aktion pr&auml;formiert das, was die Entscheider in der Welt sehen und wie sie diese wahrnehmen, um sie anschlie&szlig;end nach ihren Vorstellungen umzugestalten.</p>
<p>Das Grundproblem dieser Form von Realit&auml;tskonstruktion besteht in einem Zusammentreffen von eigentlich klar getrennten Bereichen in einzelnen Handlungsrollen: Normativ sollte die Politik das Primat haben, w&auml;hrend Krieg und Kommunikation ihre Hilfsmittel sein k&ouml;nnen. Wenn aber die Kommunikationsaussichten im Hinblick auf ein bestimmtes Ereignis die ihm gegen&uuml;ber eingeschlagene Politik determinieren, wird auch Krieg schnell zu einer Angelegenheit, die man aus Image-Gr&uuml;nden betreibt. Kriege und bewaffnete Interventionen werden mittlerweile von vorneherein als Public-Relations-Ereignisse geplant, Fragen ihrer dramaturgischen Inszenierung erlangen damit beinahe die selbe Bedeutung, wie die politisch-milit&auml;rische Planung selbst.[3] Hannah Arendt hat diesen Sachverhalt schon vor &uuml;ber drei&szlig;ig Jahren in ihrem Essay <i>Die L&uuml;ge in der Politik </i>im Hinblick auf Vietnam zusammengefasst, als sie urteilte, man habe den Krieg gef&uuml;hrt, &bdquo;um auf ein Publikum Eindruck zu machen&rdquo;, wobei man unter &bdquo;&uuml;ber milit&auml;rische Fragen unter ,politischen und Public-Relations-Gesichtspunkten&#8216; entschied (wobei ,politisch` die Aussicht auf die n&auml;chste Pr&auml;sidentenwahl und ,Public Relations&#8216; das Image der USA in der Welt bedeuten); in Betracht gezogen wurden nicht die wirklichen Risiken, sondern nur ,geeignete Reklametechniken&rdquo; (Arendt 1972: 20f.; vgl. Arendts Essay in Ausz&uuml;gen in diesem Heft).</p>
<h5>Streifzug durch die sch&ouml;ne neue Werbewelt</h5>
<p>Wie sehen diese geeigneten ,Reklametechniken` in den USA oder Gro&szlig;britannien heute aus? Im Prinzip muss man sich die Politikformulierung in bestimmten Zirkeln der Macht zunehmend so vorstellen wie Kreativ-Workshops in Werbeagenturen: Politiker, Diplomaten, Milit&auml;rs und PR-Experten sitzen zusammen, um die Konturen eines Krisenszenarios und seine Kommunikationslinien festzulegen. Man feilt an PR-Konzepten und Begriffen, bis das richtige wording, eine z&uuml;ndende Botschaft in griffigen Worten, gefunden ist (vgl. etwa Woodward 2002: 49ff.) Das Problem dabei ist, dass der gew&uuml;nschte Kommunikationseffekt oft Einfluss auf die selektierten Inhalte hat. Aus der Sicht von PR-Beratern besteht zwischen der Aussage &bdquo;Der Irak kann lokale&nbsp; Raketen-Waffensysteme besitzen, die u.U. binnen weniger als einer Stunde auf dem Gefechtsfeld einsetzbar sind&rdquo; und der Aussage &bdquo;Der Irak kann binnen 45 Minuten Massenvernichtungswaffen startklar haben&rdquo; nur ein gradueller Unterschied: Der erste Satz ist b&uuml;rokratisch und langwierig, der zweite kommt dagegen auf den Punkt und kann in der Medienarbeit eingesetzt werden. In welchem Ausma&szlig; dabei semantische Unterschiede verloren gehen, ist zumindest den Medienspezialisten unter Umst&auml;nden gar nicht bewusst. Trifft dieser Vereinfachungsdrang der Berater auf den Willen der Politiker, ihre Botschaft hinreichend zuzuspitzen, kommt es zu einem shaping the message, das die message nachhaltig ver&auml;ndert &ndash; vor allem dann, wenn sich die PR-Leute mit ihren zwar ein-g&auml;ngigen, aber nicht besonders faktentreuen Dramatisierungsregeln gegen&uuml;ber den Fachleuten durchsetzen. Nicht mehr der Sachverhalt bestimmt dann die Form der Botschaft, sondern der griffige Slogan regiert die Realit&auml;t.</p>
<p>Deutlich wird dies am Beispiel des britischen September-Dossiers, das &uuml;brigens das erste Geheimdienst-Dossier der britischen Geschichte war, das &ouml;ffentlich gemacht und f&uuml;r Zwecke der Public Advocacy eingesetzt wurde (Butler-Report 2004: 151). Die Hutton-Kommission r&uuml;gte die Marketing-Sprache des Dossiers in ungew&ouml;hnlich klaren Worten: &bdquo;Unsere Schlussfolgerung ist, dass die Sprache, die in dem September-Dossier verwendet wurde, zum Teil suggestiver war als dies in Geheimdienstdokumenten &uuml;blich ist. Wir sind der Auffassung, dass es geboten w&auml;re, zu dem ma&szlig;vollen und vorsichtigen Ton zur&uuml;ckzukehren, der bislang Geheimdienst-Einsch&auml;tzungen auszeichnete.&#8220; (Hutton-Report 2003: o. S.) Zumindest implizit f&uuml;hrte die Kommission die suggestive Machart des Dossiers auf den Einfluss Campbells zur&uuml;ck. &bdquo;Unserer Auffassung nach war es falsch, dass Alastair Campbell oder irgendwelche anderen Politikberater eine Sitzung &uuml;ber Geheimdienstfragen geleitet haben und wir empfehlen, dass diese Praxis beendet wird.&rdquo; (ebd.) Doch an einen k&uuml;nftig schwindenden Einfluss der Kommunikationsberater zu glauben, w&auml;re naiv. Der Fall Irak zeigt, dass eine auf der Grundlagen des PR-Paradigmas operierende Regierung nicht unbedingt einen guten Kriegsgrund, sondern nur eine gute Kriegsbegr&uuml;ndung braucht. Der Rest l&auml;uft dann als routinierte Medienkampagne nach allen Regeln der Kunst ab.</p>
<p>Vor allem war-time-Washington leistet sich eine F&uuml;lle konkurrierender Kommunikationsb&uuml;ros und Medienagenturen, die mit nichts anderem besch&auml;ftigt sind, als f&uuml;r die richtige Botschaft ans Volk zu sorgen. So hat die US-Administration schon in der Clinton-&Auml;ra begonnen, ihren noch aus dem Kalten Krieg herr&uuml;hrenden Apparat f&uuml;r Auslandspropaganda und internationale Kulturarbeit zu modernisieren. Ein wichtiger Schritt war dabei die Zusammenfassung der bestehenden Institutionen zu einer Organisation unter Kontrolle des Au&szlig;enministeriums. Im Zuge dieses Prozesses wurde die United States Information Agency (USIA) am 1. Oktober 1999 in das Department of State integriert.4 Zur Staatssekret&auml;rin f&uuml;r den Bereich Public Diplomacy/Public Affairs (beides moderne Synonyme f&uuml;r das unbeliebte Wort Propaganda) im Au&szlig;enministerium wurde im Oktober 2001 Charlotte Beers ernannt, die bis M&auml;rz 2003 amtierte.5 Politisch war diese bis dahin ein unbeschriebenes Blatt, in der internationalen Marketing-Szene daf&uuml;r um so besser bekannt. Beers begann ihre Karriere als Produktmanagerin f&uuml;r Uncle Ben&#8217;s Rice. Sp&auml;ter wurde sie Vorstandsvorsitzende der weltweit operierenden Werbeagentur J. Walter Thompson. Entsprechend pr&auml;gte sie dem Public-Diplomacy-Apparat die Arbeitsweise von Werbeagenturen auf: Es geht um das Besetzen der &ouml;ffentlichen Tagesordnung mit eigenen Themen und Positionen (Agenda Setting), um die Schaffung positiver Images und um die Kreation schlagkr&auml;ftiger Slogans, welche dann breit kommuniziert und in Um-lauf gebracht werden m&uuml;ssen (vgl. Bussemer 2003).</p>
<p>Obwohl sich in der letzten Zeit auch innerhalb der US-Administration jene kritischen Stimmen mehren, die Zweifel am Erfolg von nach dem Muster kommerzieller Werbekampagnen gestrickten Propagandaaktionen hegen, ist der prinzipielle Glaube an die Macht der Public Relations ungebrochen hoch. Der Jahresetat allein des Au&szlig;enministeriums f&uuml;r derartige Aktivit&auml;ten betr&auml;gt &ndash; die Rundfunkstationen eingeschlossen &ndash; zur Zeit rund 1,14 Mrd. Dollar. Die Bedeutung der Informationspolitik l&auml;sst sich auch daran ablesen, dass es unter den ma&szlig;geblichen Ministern des Bush-Kabinetts einen handfesten Streit dar&uuml;ber gibt, wer welchen Propagandaapparat unterhalten darf. So gr&uuml;ndete Verteidigungsminister Donald Rumsfeld 2002 das Office of Strategic Influence, welches &ndash; und das wurde auch ganz offen so gesagt &ndash; ein B&uuml;ro f&uuml;r internationale Zersetzungspropaganda und Desinformationspolitik sein sollte. Zwar musste das Pentagon dieses B&uuml;ro nach weltweiten Protesten, vor allem von Medienvertretern, wieder schlie&szlig;en, doch nur kurz darauf wurde im Wei&szlig;en Haus ein Office of Global Communications gegr&uuml;ndet, das &auml;hnliche Aufgaben wahrnimmt und zudem die gesamte Auslandspropaganda der USA koordinieren soll &ndash; womit Bush wiederum die Kompetenzen von Colin Powells neu geschaffenen <i>Public-Diplomacy-Apparat </i>in Frage stellte (vgl. R&ouml;tzer 2002). Was der Welt&ouml;ffentlichkeit an Informationen &uuml;ber den Irak pr&auml;sentiert wurde, geht ma&szlig;geblich auf die T&auml;tigkeit dieser B&uuml;ros zur&uuml;ck.</p>
<h5>Was von den L&uuml;gen &uuml;brig blieb</h5>
<p>Die Kriegskoalition hat von 2002 bis 2004 einen ungeheuren Aufwand auf ihre Kommunikationsstrategie in Sachen Irak verwendet und sitzt am Ende doch nur auf einem Haufen L&uuml;gen, der ihre Glaubw&uuml;rdigkeit untergr&auml;bt. Die Kriegs-Kampagne geriet vor allem f&uuml;r die Bush-Regierung zum Bumerang, zu einem Kommunikationsdesaster. Die gro&szlig;e Frage ist, wie eine Administration so naiv sein kann, wenn schon nicht wider besseres Wissen (obwohl dieses verf&uuml;gbar gewesen w&auml;re), so dann doch zumindest gegen erhebliche Zweifel von allen Seiten, eine Version der Realit&auml;t zu verbreiten, von der mehr als wahrscheinlich sein musste, dass sie sich sp&auml;testens nach einem Sieg der Anti-Irak-Allianz als L&uuml;ge herausstellen w&uuml;rde. Denn letztlich wurde der gesamte hoch professionalisierte Kommunikationsapparat in den Dienst eines ziemlich atavistischen Anliegens gestellt: der Verbreitung von durchschaubaren L&uuml;gen. Dieses ungew&ouml;hnliche Zusammenspiel von ambitionierten Methoden und archaischen Zielen ist auf verschiedene Faktoren zur&uuml;ckzuf&uuml;hren: Tony Blair wollte von Anfang an den Regimewechsel im Irak und die Frage der Massenvernichtungswaffen war f&uuml;r ihn stets nur ein Hilfsmittel in der Argumentation, weshalb er ihr nur instrumentelle Beachtung schenkte. Hier greift also das Argument des &bdquo;richtigen Krieges aus den falschen Gr&uuml;nden&rdquo;. Bush dagegen mag unter dem Einfluss von Cheney, Rumsfeld und Wolfowitz wirklich geglaubt haben, dass der Irak Massenvernichtungswaffen hat. Der Pr&auml;sident wurde das erste Opfer der von seinem Umfeld manipulierten Realit&auml;t. Zu bedenken ist auch die relative &bdquo;Kleinteiligkeit&rdquo; des L&uuml;gengeflechts: die unwahren Behauptungen stammen alle aus verschiedenen Quellen und wurden zu verschiedenen Zeitpunkten von verschiedenen Akteuren vorgebracht. Sie sind also eher kumulativ entstanden, als dass sie Produkt einer gro&szlig; angelegten Verschw&ouml;rung sind. Eine kleine Realit&auml;tsmanipulation folgte der n&auml;chsten, bis irgendwann das L&uuml;gengeb&auml;ude in seiner ganzen Gr&ouml;&szlig;e errichtet war &ndash; und schon bald darauf unter den Augen der Welt&ouml;ffentlichkeit einst&uuml;rzte. Der &uuml;bergreifende Zusammenhang aber besteht darin, dass sich im Vorfeld des Krieges das Denken der verantwortlichen Politiker in Public-Relations-Kategorien so stark verfestigt hatte, dass alle Beteiligten nur noch bedingt in der Lage waren, den Unterschied zwischen einem guten spin und der Wahrheit zu erkennen. Die politischen F&uuml;hrer umgaben sich mit Leuten, die ihnen Informationen und Positionen nur selektiv zug&auml;nglich machten, da sie ja eben den Auftrag hatten, einen Beweis f&uuml;r die Ausgangspr&auml;misse &bdquo;Saddam hat Massenvernichtungswaffen&rdquo; zu finden. Zudem stand bei allen Handlungen die Frage im Vordergrund, welche mediale Resonanz zu erwarten sei, bevor die realen Konsequenzen der Handlung reflektiert wurden. Um noch einmal Hannah Arendt zu zitieren: &bdquo;Wenn die Staatsgeheimnisse die K&ouml;pfe der Akteure selber so vernebelt haben, da&szlig; sie die Wahrheit hinter ihren T&auml;uschungsman&ouml;vern und ihren L&uuml;gen nicht mehr erkennen oder sich an sie erinnern, dann wird das ganze T&auml;uschungsvorhaben, wie gut auch immer seine ,Marathon-Informationskampagnen` [&#8230;] und wie raffiniert ihre Reklamemethoden sein m&ouml;gen, scheitern oder das Gegenteil bewirken, d.h, es wird die Leute verwirren, ohne sie zu &uuml;berzeugen.&rdquo; (Arendt 1972: 30) Genau diesen Punkt hat die &ouml;ffentliche Debatte um die kommunikative Rechtfertigung des Irak-Kriegs erreicht. Ein Drittel der US-B&uuml;rger glaubte im Juni 2003, die Massenvernichtungswaffen Saddams seien l&auml;ngst gefunden worden, die H&auml;lfte meinte allerdings, die Regierung h&auml;tte sie in die Irre gef&uuml;hrte und am Ende wurde die Regierung offiziell vom eigenen Parlament der L&uuml;ge &uuml;berf&uuml;hrt. Das Vertrauen in die Demokratie wird damit systematisch untergraben, die M&ouml;glichkeit zu einem &ouml;ffentlichen Diskurs, in dem alle Beteiligten davon ausgehen k&ouml;nnen, dass zwar strategisch und interessengeleitet kommuniziert wird, es aber eine Wahrheitsverpflichtung der Akteure gibt, ad acta gelegt. Die USA kostet das viel von ihrer internationalen Reputation und die Regierung Bush ihre Glaubw&uuml;rdigkeit. Die Menschen trauen den USA mittlerweile beinahe jede L&uuml;ge zu. So hielten es 31 Prozent der unter 30j&auml;hrigen Deutschen 2003 f&uuml;r m&ouml;glich, dass die US-Regierung die Anschl&auml;ge vom 11. September 2001 selbst in Auftrag gegeben h&auml;tte und nur 27 Prozent glaubten, aus den Medien die volle Wahrheit &uuml;ber den 11. September erfahren zu haben (Die Zeit Nr. 31 v. 24.7. 2003, S.5).</p>
<p>Die heilsame Wirkung der Irak-Aff&auml;re k&ouml;nnte in einer Immunisierung der Menschen bestehen, in der Erkenntnis dass Politik und L&uuml;ge im Medienzeitalter stets in einer engen Liaison existieren, und dass es deswegen notwendig ist, die Aussagen der Herrschenden stets kritisch zu &uuml;berpr&uuml;fen. Zumindest der Regierung Bush d&uuml;rfte es wohl in Zukunft nicht mehr gelingen, die Weltbev&ouml;lkerung mit zweifelhaften Tatsachenbehauptungen zu beeindrucken. Daf&uuml;r hat sie zufiel von ihrem moralischen Kapital verspielt. Offen bleibt dagegen die Frage, was dies f&uuml;r die k&uuml;nftige Inszenierung von Krisen bedeutet. Denkbar w&auml;re sowohl eine weitere Verfeinerung von Public-Relations-Strategien wie auch eine von Medien und Publikum erzwungene R&uuml;ckkehr zum wirklichen politischen Diskurs, der den L&uuml;gen der Herrschenden klare Grenzen setzt.</p>
<p>[1] Wolfowitz erkl&auml;rte in einem Interview mit der Zeitschrift Vanity Fair: &bdquo;The truth is that for reasons that have a lot to do with the U.S. government bureaucracy we settled on the one issue that everyone could agree on which was weapons of mass destruction as the core reason.&rdquo; (<a href="http://www.cbs/" target="_blank" rel="noopener">http://www.cbs</a> news.com/storiesl2003/06/02/iraq/printable556471.shtml)<br />[2] F&uuml;r jede der Behauptungen lie&szlig;en sich hier vielf&auml;ltige Belege in Gestalt von Zitaten f&uuml;hrender Politiker anf&uuml;hren; ich beschr&auml;nke mich hier aber auf je eine oder zwei aussagekr&auml;ftige Quellen. Sofern die Zitate nicht deutschen Zeitungen entnommen sind, wurden sie von mir &uuml;bersetzt.<br />[3] Larry Beinhart hat diesen Vorgang in &uuml;berspitzter Form schon 1993 in seinem satirischen Roman<br />American Hero beschrieben. Daraus wurde 1997 der Hollywood-Film Wag the Dog.<br />[4] Rechtsgrundlage hierf&uuml;r war der am 21. Oktober 1998 verabschiedete Foreign Affairs Reform and<br />Restructuring Act (Public Law 105-277).<br />[5] In Beers&#8216; Verantwortungsbereich fallen die B&uuml;ros f&uuml;r Educational and Cultural Affairs und das International Information Program (IIP), die ehemalige USIA sowie das am State Department zuvor existierende Public Affairs Program.<br />[6] Umfrage des TV-Senders Fox News, zit. n. Berliner Zeitung v. 26.6.03.</p>
<p><b>Literatur</b></p>
<p>Arendt, Hannah 1972: Die L&uuml;ge in der Politik. &Uuml;berlegungen zu den Pentagon-Papieren; in: Dies.: Wahrheit und L&uuml;ge in der Politik. Zwei Essays, M&uuml;nchen, S. 7-43<br />Bussemer, Thymian 2003: Medien als Kriegswaffe. Eine Analyse der amerikanischen Milit&auml;rpropaganda im Irak-Krieg; in: Aus Politik und Zeitgeschichte, 53. Jg., Nr. 49-50, S. 20-28<br />[Butler-Report] Report of a Committee of Privy Counsellors 2004: Review of Intelligence on Weapons of Mass Destruction (HC 898); <a href="http://www.butlerreview.org.uk/" target="_blank" rel="noopener">www.butlerreview.org.uk</a><br />Ciricione, JosephlMathews, Jessica T.lPerkovich, George 2004: W[eapons of] M[ass] D[estruction] in Iraq. Evidence and Implications. Hg, vom Carnegie Endowment for International Peace; <a href="http://www.ceip.org/files/Publications/Iraq.asp" target="_blank" rel="noopener">www.ceip.org/files/Publications/Iraq.asp</a><br />Esser, Frank 2000: Spin Doctoring. R&uuml;stungsspirale zwischen politischer PR und politischem Journalismus; in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, 13. Jg., Heft 3, S. 17-24<br />Esser, Frank/Reinemann, Carsten 2000: &bdquo;Mit Zuckerbrot und Peitsche&rdquo;. Wie deutsche und britische Journalisten auf das News Management politischer Spin Doctors reagieren; in: Holtz-Bacha, Christina (Hg.) 2000: Wahlkampf in den Medien &ndash; Wahlkampf mit den Medien. Ein Reader zum Wahljahr 1998, Wiesbaden, S. 40-71<br />[Hutton-Report] House of Commons, Foreign Affairs Committee 2003: The Decision to go to War in Iraq, Ninth Report of Session 2002&ndash;03 Volume I(HC 813-I); <a href="http://www.publications.parliament/" target="_blank" rel="noopener">http://www.publications.parliament</a>. uklpa/cm2002031croselect/cmfaff/8131813.pdf<br />Judis, John B,IAckerman, Spencer 2003: The Selling of the Iraq War. The First Casuality; in: The New<br />Republic v. 30.6.2003; <a href="http://www.tnr.com/doc.mhtml?i=20030630&amp;s=ackermanjudis063003" target="_blank" rel="noopener">http://www.tnr.com/doc.mhtml?i=20030630&amp;s=ackermanjudis063003</a> Kocks, Klaus 1998: Was oder wor&uuml;ber spinnt ein Spin Doctor?; in: Ders.: Glanz und Elend der PR,<br />Opladen, S. 396-405<br />R&ouml;tzer, Florian 2002: Das Wei&szlig;e Haus will auch ein Propaganda-B&uuml;ro; in: Telepolis v. 30.7.2002; <a href="http://www.heise.deltpldeutschlspeciavauf/13007/1.html" target="_blank" rel="noopener">www.heise.deltpldeutschlspeciaVauf/13007/1.html</a>.<br />[Senatskommission] Select Committee on Intelligence of the United States Senate 2004: Report on the U.S. Intelligence Community&#8217;s Prewar Intelligence Assesments on Iraq. Ordered Reported on July 7, 2004. Washington; <a href="http://www.intelligence.senate.gov/" target="_blank" rel="noopener">www.intelligence.senate.gov</a><br />Tenscher,lens 2000: Politikvermittlungsexperten. Die Schaltzentralen politischer Kommunikation; in: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, 13. Jg., Heft 3, S. 7-16<br />Woodward, Bob 2002, Bush at War, New York-London-Toronto u.a.<br />ZfK 2000: Stichwort: Spin Doctors und Consultants. Einfl&uuml;sterer und Manipulatoren, in: Zeitschrift f&uuml;r Kommunikations&ouml;kologie, 2. Jg., Heft 1, S. 21 [ohne Autor]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/3-2004/publikation/die-verschwundenen-bomben-des-saddam-hussein/">Die verschwundenen Bomben des Saddam Hussein</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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