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	<title>Carolin Welzel Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Neue Medien Neue Protestformen Bewegungsformation in Echtzeit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Jun 2003 13:52:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In: vorg&#228;nge 164 (Heft 4/2003), S. 74ff Es ist noch nicht lange her, da galten Protestbewegungen als klinisch tot. Die Protagonisten der neuen sozialen Bewegungen, die sich seit den 1970er Jahren um die Themen Frieden, Umwelt und Abr&#252;stung herum gruppiert hatten und in den 1980er Jahren in das Stadium der bewussten Selbstreflektion eintraten (vgl. Andersen [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In: vorg&auml;nge 164 (Heft 4/2003), S. 74ff</p>
<p>Es ist noch nicht lange her, da galten Protestbewegungen als klinisch tot. Die Protagonisten der neuen sozialen Bewegungen, die sich seit den 1970er Jahren um die Themen Frieden, Umwelt und Abr&uuml;stung herum gruppiert hatten und in den 1980er Jahren in das Stadium der bewussten Selbstreflektion eintraten (vgl. Andersen 2000), sahen nach sich nur noch die konsensuale Sintflut. Eine Generation von unpolitischen, saturierten Medienkonsumenten folgte nach, der weder Wertsch&auml;tzung f&uuml;r die von den Eltern betriebene Kulturrevolution noch der Wille zur Fortf&uuml;hrung dieses Werkes attestiert wurde. Im klagenden Tonfall hie&szlig; es in der zweiten H&auml;lfte der 1980er Jahre: &bdquo;Die utopischen Energien der neuen sozialen Bewegungen, die Leidenschaften des Kampfes f&uuml;r eine radikal andere Gesellschaft scheinen allm&auml;hlich zu versiegen&rdquo; (Brandt 1986: 267). Dieser Abgesang auf das Engagement der jungen Generation basiert auf bekannten Symptomen: nachlassendes Interesse an der traditionell organisierten Politik in Parteien und Verb&auml;nden, sinkende Wahlbeteiligung und verst&auml;rkter Zulauf zu populistisch agieren-den Politikformen bereiten den &bdquo;Protesteltern&rdquo; zunehmend Nachwuchssorgen.<br />. Vor diesem Hintergrund erschien die Entwicklung der elektronischen Medien als ein Silberstreif am Horizont. Das Internet gilt seit einiger Zeit als neu entdeckter Raum f&uuml;r politische Aktivit&auml;ten, als virtueller Ort f&uuml;r die Demokratie und schillernder Hort der Gegen&ouml;ffentlichkeit. Unter dem Stichwort E-Democracy (elektronische Demokratie) werden die M&ouml;glichkeiten der verbesserten Partizipation durch Neue Medien seit einigen Jahren theoretisch diskutiert und teilweise auch praktisch erprobt.l<br />F&uuml;r die sozialen Bewegungen der Gegenwart spielen die elektronischen Medien mittlerweile eine entscheidende Rolle bei der Selbstorganisation und Au&szlig;enkommunikation. F&uuml;r die Verbreitung und Erreichbarkeit von Inhalten bedeuten das Internet und darauf basierende Technologien gerade f&uuml;r Akteure mit begrenzten finanziellen Ressourcen eine signifikante Verbesserung ihrer M&ouml;glichkeiten. Auch die transnationale Vernetzung mit anderen Organisationen wird vereinfacht, die Binnenkommunikation innerhalb von NGOs und anderen Zusammenschl&uuml;ssen intensiviert.<br />Ob mit der Ausweitung der Protestzone in die virtuelle Welt des Internet auch eine Repolitisierung im Sinne der klassischen Bewegungsformation einhergeht, traditionelle soziale Bewegungen also durch das Netz revitalisiert werden, muss freilich dahin gestellt bleiben. Vieles spricht daf&uuml;r, dass mit den Neuen Medien auch neuartige politische Partizipationsformen entstehen, die sich auf andere Ziele richten, andere Aktions-formen bevorzugen und andere Formen der Kommunikation praktizieren. Es geht also um die Frage, ob die demokratische Partizipation im Medienzeitalter einen Transformationsprozess durchlaufen wird, an dessen Ende eine neue Kultur des Protest und der Einmischung steht. Einiges spricht daf&uuml;r, wie im Folgenden gezeigt werden soll.</p>
<p>Die digitale Revolution</p>
<p>Internet, E-Mail und Mobilfunk spielen seit Mitte der 1990er Jahre eine entscheidende Rolle bei der Entstehung eines neuen, andersartigen Protestmilieus. Allerdings greift ein rein auf Medientechnologie konzentrierter Erkl&auml;rungsversuch dieses Milieus zu kurz und l&auml;uft zudem Gefahr, die Mediennutzung der in diesem Bereich engagierten Aktivisten auf ein stilistisches Muster zu verk&uuml;rzen. Trotzdem trifft die etwa im Zusammenhang mit Attac viel beachtete Grunderkenntnis definitiv zu: &bdquo;Neue digitale Bewegungen&rdquo; sind diese Gruppen, weil sie das Internet als zentralen Kommunikationskanal nutzen. In einigen F&auml;llen pr&auml;gt die bevorzugte Kommunikationsform auch die Organisation selbst. Function follows form. Die Entwicklung der Medien ist ein wichtiger Bestandteil eines gesellschaftlichen Strukturwandels, der auch und zuerst die Protestavantgarde er-fasst hat, und somit im Sinne McLuhans Teil der Botschaft geworden ist.<br />Neben der Weiterentwicklung der Medientechnik spielen vor allem die wirtschaftlichen und politischen Trends des letzten Jahrzehnts eine entscheidende Rolle f&uuml;r die Transformation des Protests in die virtuelle Welt, letztlich bedingen und beeinflussen sich die Entwicklungsstr&auml;nge gegenseitig. Mit der Aufl&ouml;sung des Ostblocks ist die kapitalistische Marktwirtschaft weltweit zum dominierenden Prinzip geworden: &Uuml;berall geht es notfalls auch ohne Demokratie, aber keinesfalls ohne Markt. Zudem ist die Weltwirtschaft durch eine tief greifende Deregulierung und Globalisierung der M&auml;rkte instabil geworden und offenbart zunehmend ihre Anf&auml;lligkeit f&uuml;r Krisen. Die Liberalisierung der Finanz- und Kapitalm&auml;rkte ist dadurch stark in die Kritik geraten. Gleich-zeitig wurde der staatlich-politische Handlungsradius durch diese internationalen Verflechtungen eingeschr&auml;nkt, politische Themen gewinnen an Komplexit&auml;t und verlangen ein hohes Ma&szlig; an Expertenwissen, was die Zugangsschwellen f&uuml;r Aktivisten erh&ouml;ht (vgl. Hirsch 2001: 17). Parallel dazu sind Formen des gesellschaftlichen Engagements in NGOs und anderen Zusammenschl&uuml;ssen aber enorm aufgewertet worden; seit rund zehn Jahren sind sie eindeutig en vogue. Gerade angesichts des Staatsversagens in vielen Bereichen konzentrieren sich Hoffnungen auf eine demokratischere und fairere Welt auf die Nichtregierungsorganisationen und andere Protestakteure, die somit eine kompensatorische Rolle &uuml;bernehmen. Die Entwicklung eines neuen Protestmilieus ist also nicht nur der Medienevolution geschuldet, sondern auch durch den umfassenden Strukturwandel bedingt. In diesem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und digitalen M&ouml;glichkeiten bewegen sich beinahe alle Nichtregierungsorganisationen. Die Spanne der hier betrachteten Protestorganisationen ist bewusst weit gew&auml;hlt und reicht von den etablierten Akteuren aus dem Lager der NGOs bis zu neuen und sehr fl&uuml;chtigen Ph&auml;nomenen, wie sie die Smart- und Flash Mobs darstellen. Gemein ist ihnen allen die intensive Nutzung der elektronischen Medien.&#8217;` Zun&auml;chst soll jedoch grunds&auml;tzlich gekl&auml;rt werden, welche neuen Protestformen gegenw&auml;rtig zu beobachten sind.</p>
<p>Protest im, &uuml;ber und durch das Netz</p>
<p>Die Fr&uuml;hphase des netzgest&uuml;tzten Protestes Mitte der 1990er Jahre war von einer starken &Auml;sthetisierung gepr&auml;gt und oft direkt mit Themen verkn&uuml;pft, die das Internet selbst, seine Nutzung und Regulierung betrafen. &bdquo;Hacktivism&rdquo; (Bieber 2001: 124-142) &mdash; beispielsweise die Blockade von Servern durch massenhaft versandte Emails, die von eigens f&uuml;r diesen Zweck konzipierten Programmen geschrieben wurden &#8211; lotete die M&ouml;glichkeiten neuer Protestformen aus und l&ouml;ste eine Debatte &uuml;ber die Gefahren des Cyberkrieges und der Information warfare aus. Ende der 1990er Jahre protestierte beispielsweise das Electronic Disturbance Theatre gemeinsam mit der indianischen zapatistischen Bewegung in Mexiko durch elektronische Sit-ins gegen die Regierung, kurz da-rauf entbrannte im Internet der &bdquo;Toywar&rdquo; zwischen der K&uuml;nstlergruppe etoy und dem damaligen B&ouml;rsenliebling eToys um die Internetdomain der K&uuml;nstlergruppe. Die Aktivisten von etoy legten zur Weihnachtszeit durch Massen-Mailings die Server des Interneth&auml;ndlers lahm, da dieser zuvor versucht hatte, durch Klagen in den Besitz der Domain des K&uuml;nstlerkonsortiums zu gelangen (vgl. Grether 2001).<br />Auch die Lufthansa geriet im Sommer 2001 im Zuge des Protestes gegen ihre Beteiligung an der Abschiebung von Fl&uuml;chtlingen unter Online-Beschuss, die Buchungsserver wurden durch ein virtuelles Sit-in f&uuml;r zehn Minuten blockiert (vgl. Zaneta 2001). Weniger militant, aber durchaus effektiv bedienen sich auch lang etablierte NGOs des Internets, um sich Geh&ouml;r zu verschaffen. Greenpeace hat beispielsweise ein Cybercenter eingerichtet, in dem Protestaktionen online koordiniert werden: per E-Mail kann der Aktivist bequem vom heimischen Schreibtisch aus gegen die isl&auml;ndischen Walf&auml;nger protestieren.<br />Diese Virtualisierung des Protestes erreichte ihren H&ouml;hepunkt zeitgleich mit dem Zenit der New Economy und teilte in mancher Hinsicht deren spielerischen, selbstverliebten Charakter. Neben dem Protest im Internet, der sich oft gegen die E-Commerce-Praxis von global agierenden Unternehmen richtete, aber aufgrund neuer Sicherheitsma&szlig;nahmen mittlerweile an Wirkung eingeb&uuml;&szlig;t hat, werden in letzter Zeit die Neuen Medien st&auml;rker zur Vorbereitung von realen Demonstrationen durch mehr oder weniger organisierte Gruppen eingesetzt. Prominentes Beispiel f&uuml;r diese effiziente, netzgest&uuml;tzte Protestform sind die Globalisierungskritiker, die sich beispielsweise bei Attac sammeln. &Uuml;ber Mailinglisten und zunehmend auch &uuml;ber mobile Anwendungen wie SMS k&ouml;nnen sich die Aktivsten in kurzer Zeit &uuml;ber gr&ouml;&szlig;ere Distanzen hinweg von der Polizei oder &Ouml;ffentlichkeit unbemerkt koordinieren, Sammlungsorte festlegen oder Strategien ab-sprechen. F&uuml;r eine Organisation wie Attac, die ihre wachsende Mitgliederschar vor allem &uuml;ber zwanzig verschiedene thematische Mailinglisten einbindet, sind Mitglieder ohne Internetzugang problematisch, weil diese nicht der dominierenden Kommunikationslogik folgen k&ouml;nnen. Wie gut die Knoten dieses kommunikativen Netzwerkes mit-einander verbunden sind, nahm die Welt erstmals im Zuge der Demonstrationen in Genua im Sommer 2001 wahr.3<br />Das momentan wohl spektakul&auml;rste Ph&auml;nomen im Protestmilieu sind die so genannten Smart &#8211; oder Flashmobs: Gruppen, die pl&ouml;tzlich an einem &ouml;ffentlichen Ort auftauchen, eine Aktion ausf&uuml;hren und unmittelbar danach wieder spurlos verschwinden. Sie sind gepr&auml;gt von einer &auml;u&szlig;erst losen Organisation sowie fast g&auml;nzlich fehlenden Hierarchien und operieren, wie der Name Mob (Meute, Horde) andeutet, auf der Basis scheinbar v&ouml;llig spontaner Massenerscheinungen. Der amerikanische Medientheoretiker Howard Rheingold schreibt &uuml;ber diese neue Bewegung: &bdquo;Smart mobs emerge when communication and computing technologies amplify human talents for cooperation.&rdquo; (Rheingold 2002: 17) Die Mobs verabreden sich &uuml;ber Mobiltelefone, Pager oder Handheld-PCs kurzfristig f&uuml;r Aktionen, die zeitlich ebenso begrenzt sind wie der Zusammenhalt der Protestierenden. Im Jahr 2001 demonstrierten auf den Philippinen Hunderttausende in einer Art Pager Revolution gegen den damaligen Pr&auml;sidenten Estrada, zu der sie sich &uuml;ber SMS verabredet hatten. Bisher eher unpolitisch, aber mit einem gro&szlig;en Protestpotenzial ausgestattet, sind die Flash-Mobs, die sich virtuell verabreden, um an gut besuchten Pl&auml;tzen gleichzeitig in die H&auml;nde zu klatschen oder Vogelstimmen zu imitieren. Ob der Flash-Mob die spa&szlig;versessene Wohlstandsvariante des Smart-Mobs ist oder ob sich in dieser anarchistischen Variante der Ad-hoc-Organisation auch politische Brisanz verbirgt, bleibt abzuwarten (vgl. K&uuml;mmel 2003: 45).<br />Die skizzierten Beispiele zeigen das organisatorische Potenzial der elektronischen Medien f&uuml;r Protestbewegungen. Durch die Aufhebung r&auml;umlicher Barrieren wird der Kreis der Aktivisten ausgedehnt und der Zugang zu Informationen erleichtert, was eine Egalisierung der in allen Organisationen bestehenden Hierarchien zur Folge hat: die &bdquo;Gipfel-Kommunikation selbsternannter Kommunikationseliten wird ausgebremst&rdquo; (Leggewie 1998: 25). Dort, wo auf Grund der kosteng&uuml;nstigen Online-Kommunikation finanzielle Ressourcen und r&auml;umliche Distanzen keine Rolle mehr spielen, bilden sich neue thematische Allianzen, die von sporadischen Zusammenschl&uuml;ssen bis zu fest gef&uuml;gten Organisationen reichen. Die Schwelle der Beteiligung f&uuml;r den Einzelnen sinkt durch die Unverbindlichkeit des Engagements, die zur Verf&uuml;gung stehenden Handlungsoptionen werden<br />durch Online-Volunteering, beispielsweise das F&uuml;hren von Petitionen im Netz, vermehrt.<br />Schlie&szlig;lich werden die Kooperations- und Austauschm&ouml;glichkeiten zwischen verschiedenen Protestmilieus verbessert und somit der Wirkungsgrad einzelner Aktionen erh&ouml;ht. All diese Faktoren ver&auml;ndern die traditionelle Arbeitsweise neuer sozialer Bewegungen, viel-fach kommt es zu einer Professionalisierung bislang nur unzureichend organisierter und koordinierter Strukturen. Ein neues Verh&auml;ltnis zu politischen Inhalten, verst&auml;rkte Bem&uuml;hungen um Partizipationsm&ouml;glichkeiten und ein Spannungsverh&auml;ltnis zwischen Globalisierung und Lokalisierung des Protestes sind die Kennzeichen dieser neuen Akteursgruppen. Zu beobachten ist aber auch eine Tendenz zur &Ouml;konomisierung des Protestmilieus, was sich vor allem an der &Uuml;bernahme moderner Marketingkonzepte festmacht.</p>
<p>Protest als Marke</p>
<p>Ohne ein durchdachtes Marketingkonzept wagt sich keine NGO mehr auf die Stra&szlig;e, geschweige denn ins Internet. Die Kreation einer wahrnehmbaren Marke, die mit einem positiven Image verkn&uuml;pft ist, schien aus Sicht der Protestierenden lange das anr&uuml;chige Vorrecht der Wirtschaft zu sein und nicht in den Non-Profit-Sektor zu geh&ouml;ren. Mittlerweile ist selbst das Pamphlet, mit dem Naomi Klein gegen die Markenmacht mobil machte, zu einer echten Marke geworden: &bdquo;No logo&rdquo; als Logo. Auch Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace oder der World Wildlife Fund arbeiten gezielt auf ein unverwechselbares Image hin, das ihnen thematischen Einfluss und Spendengelder sichert. Der World Wildlife Fund f&uuml;hrt regelm&auml;&szlig;ige Marktforschungen durch und die Tiersch&uuml;tzer sind stolz darauf, dass siebzig Prozent der Bundesb&uuml;rger das Logo mit dem Pandab&auml;ren wieder erkennen.<br />Nicht nur die Entwicklung der Marke r&uuml;ckt f&uuml;r immer mehr NGOs auf die Agenda &mdash; auch das professionelle Management von Kundenbeziehungen und damit ein inhaltlich getriebener Marketing-Ansatz gewinnen an Bedeutung. Wissen &uuml;ber die &bdquo;Kunden&rdquo;, &bdquo;kundengerechte&rdquo; Angebote und die Interaktion mit ihnen sollen helfen, die F&uuml;hlung zur Basis zu behalten und die Wirksamkeit der eigenen Aktionen zu erh&ouml;hen. M&ouml;glich wurde diese Form des CRM (Customer Relationsship Managements) erst durch die kosteng&uuml;nstige Kommunikation im Internet. Organisationen wie Greenpeace sind hier strategisch aktiv: &bdquo;Wir arbeiten st&auml;ndig daran, unsere Fundraising-Methoden zu verbessern und erforschen dazu die Profile der potenziellen Online-Mitglieder, um in den kommen-den Jahren unser Angebot in diesem Bereich an die Bed&uuml;rfnisse angepasst zu entwickeln&rdquo;, erkl&auml;rt Justine Earthrowl von Greenpeace UK (zit. n. Welzel/Scheffler 2002: 261). Dazu werden Umfragen auf der Website gestartet, aber auch Daten gesammelt und das Online-Verhalten der Besucher auf der Website durch Cookies4 erforscht. Interessanter als die Tatsache, dass die Akteure der Zivilgesellschaft sich des kommerziellen Marketinginstrumentariums bedienen, ist die weit verbreitete Akzeptanz dieser Ausrichtung innerhalb der Organisationen und bei ihren Anh&auml;ngern. Auch wenn mitunter gegen den E &#8211; Commerce und seinen Umgang mit personenbezogenen Daten protestiert wird, machen sich doch zahlreiche NGOs genau diese Praxis ebenfalls zu Nutze.<br />Nichtregierungsorganisationen werden seit einiger Zeit von den staatlichen und supranationalen Stellen nicht nur als Gespr&auml;chspartner sehr viel ernster genommen, auch die fr&uuml;her ideologisch gepr&auml;gten Auseinandersetzungen sind einem oft kooperativen Pragmatismus gewichen. Zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist dies auch auf den ver&auml;nderten Kommunikationsstil, der mit dem Internet bei den NGOs Einzug hielt.<br />Zwei auf den ersten Blick gegenl&auml;ufige Ph&auml;nomene finden sich bez&uuml;glich der inhaltlichen Arbeit in den Protestgruppierungen des Online-Zeitalters: Eine thematische Heterogenit&auml;t steht h&auml;ufig einem hoch spezialisierten Expertentum gegen&uuml;ber. Die &bdquo;epistemischen Gemeinschaften&rdquo; &ndash; Netzwerke von Experten mit &bdquo;autoritativen Anspr&uuml;chen auf politikrelevantes Wissen&rdquo; (Roth 2001: 59) f&uuml;r bestimmte Politikfelder &ndash; pr&auml;gen immer mehr die NGO-Landschaft. Bezogen auf das Internet bedeutet dies, dass auch die Entwicklung und Gestaltung des Netzes als &ouml;ffentlicher Raum von einer Gruppe spezialisierter Organisationen thematisiert und verteidigt wird. Der Verbraucherschutz im Netz beispielsweise ist das zentrale Anliegen von Foebud (Verein zur F&ouml;rderung des &ouml;ffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V.), der unter anderem die j&auml;hrlichen Big Brother Awards f&uuml;r besonders grobe Verletzungen des Datenschutzes ins Leben gerufen hat. Dieser Spezialisierung auf hochkomplexe Politikfelder steht der inhaltliche Schwebezustand von modernen NGOs wie Attac diametral entgegen. Die globalisierte Informationsgesellschaft zugleich pr&auml;gend und kritisierend, versteht Attac sich als &bdquo;breites gesellschaftliches B&uuml;ndnis&rdquo; f&uuml;r soziale Gerechtigkeit. Ein Sammelbecken des latenten Protests, das ehemalige Mitglieder traditioneller linker Protestmilieus mit christlichen Organisationen, prominenten (Ex-)Politkern wie Oskar Lafontaine und die desillusionierte Generation der New Economy vereint.<br />Aus dieser Heterogenit&auml;t erkl&auml;ren sich auch die inneren Widerspr&uuml;che des Protest-Milieus im Internet-Zeitalter. Fl&uuml;chtigkeit und Spontaneit&auml;t auf der einen, Professionalisierung und Institutionalisierung auf der anderen Seite pr&auml;gen die Protestszene. Beide Tendenzen werden durch die Online-Medien erm&ouml;glicht. Der bereits beschriebene spontane Aktionismus w&auml;re ohne mobile Netzwerke nicht denkbar. Aber auch die Verfestigung von Strukturen ist zu beobachten, und auch hierbei spielt das Internet eine zentrale Rolle. Die systematische Koordinierung der Unterst&uuml;tzerszene und die strategische Platzierung von Themen ist f&uuml;r viele NGOs durch die Neuen Medien &uuml;berhaupt erst m&ouml;glich geworden. Auf diese Weise w&auml;chst die Einflusssph&auml;re der Protestakteure und gleichzeitig nimmt ihre &Auml;hnlichkeit mit professionell gemanagten Wirtschaftsunter-nehmen oder staatlichen Institutionen zu. Das Ergebnis ist eine NGO-Elite, die weniger durch eine Protesthaltung als durch Kooperationsbereitschaft gekennzeichnet ist und als Gespr&auml;chspartner f&uuml;r Wirtschaft und Politik akzeptabel geworden ist.<br />Auch auf einer anderen Ebene tr&auml;gt das Internet zur Institutionalisierung des Protests bei, n&auml;mlich in Form von Arbeitspl&auml;tzen, die durch die professionelle Pr&auml;senz im Internet notwendig geworden sind. Der erste Angestellte von Attac Deutschland war der Webmaster, der f&uuml;r den Erfolg der Arbeit von Attac eine zentrale strategische Rolle besitzt (vgl. Welzel / Scheffler 2002: 272).<br />Noch haben sich durch diesen kommunikativen Strukturwandel keine institutionalisierten Kommunikationskan&auml;le zwischen den digitalen Protestakteuren und Regierungsinstitutionen herausgebildet. Allerdings ist dies unter den gegenw&auml;rtigen Vorzeichen der zunehmenden Kooperation und Verflechtung zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren, Wirtschaft und Politik f&uuml;r die Zukunft durchaus denkbar. Erste Ans&auml;tze zur gemeinsamen Netzwerkbildung sind hier bereits zu beobachten. Am Ende k&ouml;nnte &ndash; analog zu den roten Telefonen des Kalten Krieges &ndash; ein st&auml;ndiger Verbindungsfaden zwischen Kanzleramt und Attac in Form einer E-Mail-Standleitung stehen.</p>
<p>Globalisierung, Virtualisierung und Demokratie</p>
<p>Sowohl auf dem Medium Internet als auch auf den NGOs im Digital-Zeitalter ruhen gro&szlig;e demokratische Hoffnungen. Verbesserte Informations- und Partizipationsm&ouml;glichkeiten soll das Internet bieten und das alte Sender-Empf&auml;nger-Schema auch f&uuml;r die politische Kommunikation aufl&ouml;sen (vgl. Siedschlag 2002: 86ff.) Nichtregierungsorganisationen gelten vielfach als organisiertes Gewissen der B&uuml;rgergesellschaft in der globalisierten &Ouml;konomie und sollen den Protest ihrer Mitglieder gezielt an die richtigen Stellen im Machtapparat dirigieren. Der Einzug der extensiven Internetnutzung bei den NGOs k&ouml;nnte demnach einen Quantensprung in der politischen Kultur bedeuten.<br />Diese Identifikation von Nichtregierungsorganisationen mit demokratischer Einflussnahme ist allerdings prek&auml;r: Gesellschaftliche Gegenentw&uuml;rfe k&ouml;nnen nur durch themenbezogene &ouml;ffentliche Zustimmung Legitimit&auml;t erlangen und so auf die &bdquo;Kompatibilit&auml;t ihrer Anliegen mit den Interessen der weiteren Gesellschaft r&uuml;ckschlie&szlig;en&rdquo; (Welzel/Scheffler 2002: 272). Zwar ist das Internet ein zus&auml;tzlicher Kanal, &uuml;ber den Zustimmung und Spenden abgefragt und auch generiert werden k&ouml;nnen, &uuml;ber eine demokratische Legitimation verf&uuml;gt es allerdings nicht. Viele NGOs lassen schon im Hinblick auf ihre eigenen Finanzlage und Mittelverwendung jede Transparenz vermissen (vgl. Kovach 2003: 2). Aus Sorge, Zielorientierung und Handlungsf&auml;higkeit k&ouml;nnten durch zu viel Mitgliederpartizipation verw&auml;ssert werden, schrecken NGOs oft von der Anwendung E-demokratischer Methoden (etwa Urabstimmungen im Netz) zur&uuml;ck. Kleinere und weniger institutionalisierte Protestakteure sind hier wagemutiger als die NGO-Multis. M&ouml;glichkeiten, die Protestagenda durch Online-Voten verbindlich mitzugestalten, findet man beispielsweise bei Attac, keinesfalls aber bei Greenpeace. Diese demokratische Experimentierfreude bezahlt Attac mit der beschriebenen inhaltlichen Heterogenit&auml;t und einem unscharfen Profil. Wirklich basisdemokratisch agieren die weiter oben beschriebenen Mobs &ndash; hier kann prinzipiell jedes Mitglied auf dem Verteiler Ziel und Form der n&auml;chsten Aktion bestimmen. Durch den niedrigen Organisationsgrad ist jedoch bisher die konkrete Einflussnahme dieser Akteure sehr gering.<br />Als letztes Ph&auml;nomen des Protests im Informationszeitalter ist das Verh&auml;ltnis zum Raum zu nennen. Ausgehend von der Existenz eines auf Kommunikation basierenden virtuellen Raumes (vgl. Fa&szlig;ler 1994: 24), haben sich Organisationen, die aus dem Zeitalter vor Durchsetzung des Internet stammen, oft eine Art virtuelle Alias-Organisation zugelegt. Dem Beispiel von Greenpeace, das bereits 2001 ein Cybercenter f&uuml;r die internationale Greenpeace -Community aufbaute, sind andere NGOs gefolgt. Die so erzeugte transnationale Struktur entspricht der Denationalisierung von Politik und sichert die Zukunftsf&auml;higkeit der NGO (vgl. Roth 2001: 58). Gleichzeitig werden durch die M&ouml;glichkeiten der Neuen Medien die lokalen Strukturen als Ausgangsbasis gest&auml;rkt: Attac ist nicht nur in verschiedene nationale Chapter unterteilt, sondern fu&szlig;t auf einer gro&szlig;en Anzahl von Ortsgruppen, deren Arbeit und Pr&auml;senz ebenfalls stark durch das Internet beeinflusst wird. Die Notwendigkeit, einen globalen Aktionsrahmen durch Vernetzung zu schaffen und gleichzeitig ein lokales Identifikationsangebot zu machen, haben alle gro&szlig;en NGOs erkannt und<br />in ihren Online-Strukturen abgebildet. Wirklich virtuell sind diese Organisationen damit aber noch nicht. Andere Zusammenschl&uuml;sse gehen da weiter: radikale Formen des Online-Protests wie der Hacktivism oder die Aktionen der Mobs l&ouml;sen sich weitgehend von jeder r&auml;umlichen Dimension; der digitale Protest ist nur in den Netzwelten erfahrbar.</p>
<p>Die Zukunft des Protests</p>
<p>Durch die Neuen Medien erhalten Protest-Akteure nicht nur einen neuen Distributionskanal, sondern auch einen neuen kommunikativen Kern, um den sich alle Aktivit&auml;ten gruppieren und der durch seine Existenz zur Ver&auml;nderung der Akteure selbst beitr&auml;gt. Ebenso pr&auml;gend wie der Einfluss des Netzes sind aber auch die reale &ouml;konomische Machtverteilung und die Governance-Strukturen, gegen die sich zunehmend der Protest richtet.<br />Die Verlagerung von Protest ins Netz bewirkt eine gewisse Entformalisierung im Umgang zwischen Protestierenden und Regierenden; man steht sich nicht mehr unmittelbar auf beiden Seiten des Zaunes gegen&uuml;ber (vgl. Hirsch 2001: 22; Sassen 1996: 40). Demokratischer im eigentlichen Sinne wird die politische Sph&auml;re dadurch aber nicht. Vielmehr ist innerhalb des Protest-Milieus eine Professionalisierung sowie eine Tendenz zur Elitenbildung zu beobachten. Dieser Trend wird durch die elektronischen Medien sogar noch verst&auml;rkt: Die digitale Spaltung zwischen Informationswohlstand und Informationsarmut gilt auch und besonders f&uuml;r die Akteure im Protestmilieu. Einfluss haben diejenigen, die medienkompetent und vernetzt sind.<br />K&uuml;nftige Protestgenerationen werden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr in der Tradition der neuen sozialen Bewegungen stehen: weder das Attribut sozial noch die Kategorie Bewegung scheinen f&uuml;r diese neuen Akteure relevant zu sein. Im Informationszeitalter tritt, wie etwa am Beispiel der Mobs deutlich wird, die Protesterscheinung an Stelle der Bewegung. Die alten Themen sozialer Bewegungen &ndash; Frieden, Dritte Welt, &Ouml;kologie &ndash; sind durch eine makro&ouml;konomische Orientierung auf Fragen der weltweiten Gerechtigkeit und der internationalen Handelsbedingungen abgel&ouml;st worden. Durch Digitalisierung und Vernetzung sind viele NGOs schlagkr&auml;ftiger und effizienter geworden. Damit einher ging allerdings auch eine schleichende Kommerzialisierung, die letztlich auch zur Ver&auml;nderung der Akteure selbst beitr&auml;gt: sie verstehen sich heute vielfach nicht mehr als K&auml;mpfer f&uuml;r ein anderes System, sondern als Protest-Manager, fast immer bereit zur Kooperation mit der etablierten Politik.</p>
<p>1 Neben einer inzwischen recht umfassenden wissenschaftlichen Diskussion zum Thema (vgl. z.B. Siedschlag 2002; Holznagel 2001; Friedrichs 2002) hat es auch immer wieder Experimente staatlicher Stellen mit E &#8211; Democracy gegeben: auf kommunaler Ebene beispielsweise in der Stadtteilplanung in Bremen Horn Lehe, auf Bundesebene im Zuge der Diskussion um ein Informationsfreiheitsgesetz. Bisher konnte keines der Versuchsprojekte die Erwartungen auf mehr Partizipation und Engagement dauerhaft erfiillen.<br />2 Definitionsgrundlage f&uuml;r alle gew&auml;hlten Beispiele ist die Eigenschaft &bdquo;innovative, kreative und moralische Herausforderungen an die etablierte institutionelle Politik zu richten&rdquo;. Die Tatsache, dass nicht alle NGQs den neuen sozialen Bewegungen zuzuordnen sind (vgl. Roth 2001), wurde in der vorliegenden Darstellung nur implizit ber&uuml;cksichtigt.<br />3 Dies ist auf der Website <a href="http://www.attac.de/genua/index.php" target="_blank" rel="noopener">http://www.attac.de/genua/index.php</a> noch nachvollziehbar.<br />4 Cookies sind kleine Datenmengen, die vom Betreiber einer Website auf dem Rechner der Besucher dieser Website gespeichert werden. Dadurch wird im einfachsten Fall ein wiederholter Zugriff eines bestimmten Benutzers (genauer: des Browsers auf dem Computer, den er verwendet) auf das Internet-Angebot erkennbar, es ist dar&uuml;ber hinaus f&uuml;r den Anbieter der Website m&ouml;glich, die Bewegung auf der Seite zu registrieren und ein Besucherprofil zu erstellen.</p>
<p>Literatur<br />Andersen, Uwe/Woyke, Wichard 2000 (Hg.): Handw&ouml;rterbuch des politischen Systems der Bundesre-publik Deutschland, 4. Aufl., Bonn<br />Bieber, Christoph 2001: Protestkommunikation im Netz; in: Holznagel, Bernd u.a. (Hg.): Elektronische Demokratie. B&uuml;rgerbeteiligung im Internet zwischen Wissenschaft und Praxis, M&uuml;nchen, S. 124-142 Bieber, Christoph 1999: Politische Projekte im Internet, Frankfurt/M./New York<br />Brandt, Karl Werner et al. 1986: Aufbruch in eine andere Gesellschaft. Neue soziale Bewegungen in der Bundesrepublik, Frankfurt/M.<br />Grether, Reinhold 2001: eCulture takes over eCommerce; in: <a href="http://www.politik-digital.de/archiv/-edemocracy/etoy.shtml" target="_blank" rel="noopener">http://www.politik-digital.de/archiv/-edemocracy/etoy.shtml</a><br />Hirsch, Joachim 2001: Des Staates neue Kleider; in: Brand, Ulrich u.a. (Hg.): Nichtregierungsorganisationen in der Transformation des Staates, M&uuml;nster, S. 13-42<br />Fa&szlig;er, Manfred/Halbach, Wulf 1994: CyberModerne. Digitale Ferne und die Renaissance der Nahwelt; in: Diess. (Hg.): Cyberspace. Gemeinschaft, Virtuelle Kolonien, &Ouml;ffentlichkeiten, M&uuml;nchen, S. 21-94<br />K&uuml;mmel, Peter 2003: Der kurze Sommer der Anarchie; in: Die Zeit v. 11. 9. 2003<br />Kovach, Hetty et al. 2003: The Global Accountability Report, hg. v. Houses of Parliament, London Leggewie, Claus 1998: Demokratie auf der Datenautobahn; in: Ders./Maar, Christa (Hg.): Internet und Politik &mdash; von der Zuschauer- zur Beteiligungsdemokratie?, K&ouml;ln, S. 15-54<br />Medosch, Arnim 1999: Hacktivsm; in: <a href="http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/glosse/5570/l.html" target="_blank" rel="noopener">http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/glosse/5570/l.html</a> Rheingold, Howard 2002: Smart Mobs &mdash; The next social revolution, New York<br />Roth, Roland 2001: NGO und transnationale soziale Bewegungen: Akteure einer Weltzivilgesellschaft?; in: Brand, Ulrich u.a. (Hg.): Nichtregierungsorganisationen in der Transformation des Staates, M&uuml;nster, S. 43-63<br />Sassen, Saskia 1996: Loosing Control? Sovereignity in the Age of Globalisiation, New York Siedschlag, Alexander et al. 2002: Digitale Demokratie. Willensbildung und Partizipation per Internet, Opladen, S. 86 ff.<br />Welzel, Carolin/Scheffler, Jan 2002: Dem Staat einen Mausklick voraus? Web-Strategien von Nicht-Regierungsorganisationen; in: Friedrichs, Stefan u.a. (Hg.): E-Government, Effizient verwalten &mdash; demokratisch regieren, G&uuml;tersloh, S. 233-279<br />Zaneta, Fani 2001: Wenn e Commerce, dann e Protest; in: <a href="http://www.politik-digital.de/edemocracy/" target="_blank" rel="noopener">http://www.politik-digital.de/edemocracy/</a> netzkamp agnen/images/lufthans a. shtml</p>
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