<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Jörg Becker Archive - Humanistische Union</title>
	<atom:link href="https://www.humanistische-union.de/autoren/joerg-becker/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.humanistische-union.de/autoren/joerg-becker/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 31 Aug 2021 08:14:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>
	<item>
		<title>„Wir fühlten uns wie Widerstandskämpfer</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/180-vorgaenge/publikation/wir-fuehlten-uns-wie-widerstandskaempfer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Dec 2007 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/wir-fuehlten-uns-wie-widerstandskaempfer/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Gedanken zu den Memoiren von Elisabeth Noelle-Neumann aus: vorg&#228;nge Nr. 180 (Heft 4/2007): Parteien im Umbruch, S. 124-133 Elisabeth Noelle-Neumann hat wie kaum eine andere Sozialwissenschaftlerin das politische Leben der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1950 und 1980 mitgepr&#228;gt. Am 19. 12. 1916 in Berlin geboren, studierte sie Zeitungswissenschaft an den Universit&#228;ten Berlin, K&#246;nigsberg und M&#252;nchen. 1937/1938 [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/180-vorgaenge/publikation/wir-fuehlten-uns-wie-widerstandskaempfer/">„Wir fühlten uns wie Widerstandskämpfer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Gedanken zu den Memoiren von Elisabeth Noelle-Neumann</p>
<p>aus: vorg&auml;nge Nr. 180 (Heft 4/2007): Parteien im Umbruch, S. 124-133</p>
<p>Elisabeth Noelle-Neumann hat wie kaum eine andere Sozialwissenschaftlerin das politische Leben der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1950 und 1980 mitgepr&auml;gt. Am 19. 12. 1916 in Berlin geboren, studierte sie Zeitungswissenschaft an den Universit&auml;ten Berlin, K&ouml;nigsberg und M&uuml;nchen. 1937/1938 hatte sie ein Stipendium in den USA und lernte dort die neuesten Methoden der Demoskopie kennen, &uuml;ber die sie 1940 promovierte. 1947 gr&uuml;ndete sie zusammen mit ihrem Mann Peter Neumann das Institut f&uuml;r Demoskopie in Allensbach am Bodensee. Von 1964 bis 1983 war sie als Professorin f&uuml;r Publizistikwissenschaften an der Universit&auml;t Mainz t&auml;tig. In der wissenschaftlichen &Ouml;ffentlichkeit wurde Noelle-Neumann durch ihr Buch &bdquo;Die Schweigespirale&rdquo;[1] bekannt und in der politischen &Ouml;ffentlichkeit engagierte sie sich viele Jahre lang in CDU- und Regierungsn&auml;he.</p>
<p>Freilich wei&szlig; nur eine kleine &Ouml;ffentlichkeit von Kommunikationswissenschaftlern auf Grund der Fachver&ouml;ffentlichungen von Richard Albrecht, Leo Bogart und Christopher Simpson[2], dass sich die Journalistin, Wissenschaftlerin und Unternehmerin Elisabeth Noelle-Neumann w&auml;hrend der Nazi-Zeit sehr stark dem damaligen Zeitgeist des Nationalsozialismus angedient hatte. Die gro&szlig;e &Ouml;ffentlichkeit jedoch muss &uuml;ber ihre T&auml;tigkeit in der NS-Zeit das f&uuml;r bare M&uuml;nze nehmen, was sie selbst in ihrem Buch &bdquo;Die Erinnerungen&rdquo; (M&uuml;nchen: Herbig 2006) ver&ouml;ffentlichte. Was sie selbstverst&auml;ndlich in Kenntnis der Arbeiten ihrer Kritiker tat. In Ankn&uuml;pfung an bereits erschienene vernichtende Kritiken dieses Buches[3] soll im Folgenden zentralen Punkten ihrer Memoiren kritisch so nachgegangen werden, wie sie es selbst f&uuml;r Medien in einer Diktatur empfiehlt: indem man &bdquo;feinste Zeichen entschl&uuml;sselt&rdquo; und &bdquo;zwischen den Zeilen liest&rdquo; (103). Alle w&ouml;rtlichen Zitate aus ihren Memoiren erscheinen in Anf&uuml;hrungszeichen; jedem Zitat folgt die dazugeh&ouml;rige Seitenzahl in Klammern.</p>
<p><i>Vermeintliche Unterdr&uuml;ckung</i></p>
<p>Unbeschadet ihres reichen, gro&szlig;b&uuml;rgerlichen Hintergrundes &ndash; &bdquo;Geld war seit vielen Generationen selbstverst&auml;ndlich&rdquo; (8) &ndash;, unbeschadet eines Studiums, in dem sie nach eigenen Angaben faul war und nur das tat, zu dem sie gerade Lust hatte (45, 49, 58, 85), unbeschadet des Privilegs eines Studiums in den USA mit anschlie&szlig;ender Weltreise nach Asien und unbeschadet gut bezahlter und verantwortungsvoller Positionen bei mehreren NS-Zeitungen (Deutsche Allgemeine Zeitung, Das Reich, Frankfurter Zeitung, Illustriertes Blatt, Tele) durchzieht Noelle-Neumann ihre gesamten Memoiren von Anfang an mit dem Geist einer unbeugsamen Widerstandsk&auml;mpferin gegen die NS-Diktatur: Der Einfluss der Schule bewirkte, &bdquo;dass ich mich von den Nazis fernhielt&rdquo; (35); der Professor &bdquo;&auml;rgerte sich f&uuml;rchterlich, weil ich keine Anstalten machte, in eine Nazi-Organisation einzutreten&rdquo; (49); ich schrieb diesen Artikel nur &bdquo;auf ausdr&uuml;cklichen Wunsch der Redaktion&rdquo; (59); in meiner Dissertation musste ich &bdquo;einige nationalsozialistische Lippenbekenntnisse ablegen&rdquo; (84); ich bekam &bdquo;&Auml;rger mit dem Propagandaministerium&rdquo; (99); ich stand &bdquo;unter versch&auml;rfter Beobachtung&rdquo; (104). H&auml;tte der unbedachte Leser nicht erfahren, dass sie sich schon 1935 als &bdquo;Widerstandsk&auml;mpfer&rdquo; (45) gef&uuml;hlt hatte, dann h&auml;tte er nicht begreifen k&ouml;nnen, warum sie 1943 mit dem Satz angebr&uuml;llt wurde: &bdquo;Die geh&ouml;rt ins KZ&rdquo; (106).</p>
<p><i>Amnesie</i></p>
<p>In ihren Memoiren erinnert sich Noelle-Neumann daran, dass kurz nach Kriegsende eine Arbeitsstelle f&uuml;r Umfrageforschung der amerikanischen Besatzungsmacht in der N&auml;he von Frankfurt ihr Angebot zu einer Mitarbeit abgelehnt hatte: &bdquo;Bis heute wei&szlig; ich nicht, was sich dort eigentlich zugetragen hat. Ich bin der Sache auch nie nachgegangen, denn ganz offensichtlich steckten Dinge dahinter, von denen ich nichts wissen sollte und wollte&rdquo; (148).</p>
<p>Sie hat es sicherlich doch gewusst, denn ihre (der &Ouml;ffentlichkeit nicht bekannte und hier erstmals pr&auml;sentierte) Personalakte &bdquo;Noelle, Elisabeth PK &#8211; i 0328 1. u. 2&rdquo; aus dem ehemaligen Berlin Document Center (BDC) im Berliner Bundesarchiv kann diesen Vorfall gut erkl&auml;ren. Unter dem Datum des 3.12.1946 findet sich in dieser Akte eine Bewertung der journalistischen Arbeiten von Noelle-Neumann w&auml;hrend der NS-Zeit, h&ouml;chst wahrscheinlich vom amerikanischen Information-Control-Service[4]. Nach einer peniblen Auflistung ihrer vielen Amerika-Artikel im offizi&ouml;sen NS-Organ &bdquo;Das Reich&rdquo; hei&szlig;t es in diesem Gutachten res&uuml;mierend:</p>
<p>&bdquo;Die in tats&auml;chlicher Hinsicht breit angelegten und reich bebilderten Artikel-Serien der Noelle im ,Reich&#8216; hatten eine &auml;u&szlig;erst gef&auml;hrliche propagandistische Wirkung auf die deutsche &Ouml;ffentlichkeit und haben das Ihre zur Aufrechterhaltung und St&auml;rkung der faschistischen Kriegsmoral beigetragen. Es erscheint daher untragbar f&uuml;r die deutsche demokratische Pressepolitik, der Elisabeth Noelle weitere publizistische Wirkungsm&ouml;glichkeiten zu gestatten.&rdquo;</p>
<p>Anders formuliert: Der amerikanische Geheimdienst war genauestens &uuml;ber Noelle-Neumann informiert und diese Dienststelle muss es als dreist empfunden haben, dass sich gerade diese Frau den Amerikanern als Mitarbeiterin angeboten hatte.</p>
<p>Die Akte aus dem BDC enth&auml;lt weiteres, der &Ouml;ffentlichkeit bislang unbekanntes Material. W&auml;hrend die Autorin in ihren Memoiren berichtet, sie sei au&szlig;er in der &bdquo;Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen&rdquo; in keiner weiteren NS-Organisation Mitglied gewesen, stellt sich das laut BDC-Akte anders dar. Hier findet sich z. B. ein Antrag von ihr auf Mitgliedschaft in die &bdquo;Nationalsozialistische Studentenkampfhilfe&rdquo; vom 1.9.1937. Ferner enth&auml;lt diese Akte einen von ihr selbst ausgef&uuml;llten Fragebogen zur Bearbeitung ihres Aufnahmeantrages in die Reichsschrifttumskammer vom 15.5.1939, in dem sie schreibt, dass sie schon seit Herbst 1935 Mitglied im &bdquo;National-sozialistischen Deutschen Studentenbund&#8220;[5] gewesen und dass sie au&szlig;erdem &bdquo;jetzt in Berlin als Mitglied der Gaustudentenf&uuml;hrung&rdquo; t&auml;tig sei.</p>
<p>Elisabeth Noelle-Neumann lernte Anfang 1940 ihren sp&auml;teren Mann kennen, den Journalisten Erich Peter Neumann. &Uuml;ber ihn schreibt sie, dass er in &bdquo;linken intellektuellen Kreisen&rdquo; verkehrt und f&uuml;r Ossietzkys &bdquo;Weltb&uuml;hne&rdquo; geschrieben habe und deshalb von der SA drangsaliert worden sei (97). Doch warum verschweigt die Autorin, dass ihr Ehemann unter der Mitgliedsnummer 4.316.797 seit dem 1.5.1937 auch Mitglied der NSDAP gewesen war?</p>
<p><i>Antisemitismus</i></p>
<p>Wer wie Noelle-Neumann seit seinen Arbeiten in der NS-Zeit unter dem begr&uuml;ndeten Verdacht steht, Antisemit zu sein, umgibt sich in einer R&uuml;ckschau auf das eigene Leben st&auml;ndig mit &bdquo;guten Hofjuden&rdquo;. In reflexhafter Abwehr gegen&uuml;ber Antisemitismus als dem wichtigsten Anathema des bundesdeutschen Selbstverst&auml;ndnisses und in durchaus ungewollter Anerkennung ihrer eigenen fr&uuml;heren antisemitischen Eskapaden gilt gleich der erste Satz ihrer Memoiren, der sich auf Juden bezieht, der Normalit&auml;t: &bdquo;Fast die H&auml;lfte der Salemer Sch&uuml;ler waren Juden&rdquo; (37). Will meinen: Ich hatte Zeit meines Lebens und immer guten Kontakt zu Juden. Oder: &bdquo;W&auml;hrend in Deutschland die Nazis die Schaufensterscheiben j&uuml;discher Gesch&auml;fte einwarfen [&#8230;], sa&szlig; ich [&#8230;] in der rum&auml;nischen Botschaft in Kairo und plauderte&rdquo; (77). Will sagen: Ich konnte beim besten Willen nichts &uuml;ber die NS-Gr&auml;uel an den Juden wissen. Nur allzu verst&auml;ndlich ist es in diesem Kontext, dass sich Noelle-Neumann dann sp&auml;ter gerade ihrer Freundschaften mit Juden r&uuml;hmte, ab 1945 mit dein Deutsch-Amerikaner Gad M. Lippmann (147ff.) und ab 1962 mit dem Sozialwissenschaftler Paul Lazarsfeld (204ff).</p>
<p>Am Ende ihrer Dissertation von 1940 taucht im Literaturverzeichnis das Buch &bdquo;Public Opinion&rdquo; des amerikanischen Soziologen Walter Lippmann auf. Dieser Namenserw&auml;hnung f&uuml;gt Noelle-Neumann in Klammern das Wort &bdquo;Jude&rdquo; hinzu. In ihren Memoiren erl&auml;utert sie dieses Vorgehen damit, dass sie f&uuml;r Lippmann &bdquo;fast grenzenlose Bewunderung&rdquo; (84) gehegt habe, aber dass man in der NS-Zeit Juden nur dann h&auml;tte zitieren d&uuml;rfen, wenn man &bdquo;hinter dem Autorennamen in Klammern den Zusatz ,Jude&rdquo; (84) angef&uuml;gt h&auml;tte. Wissenschaftlich l&auml;sst sich eine solche Vorschrift aus der NS-Zeit nicht nachweisen, andere Zitate von Noelle-Neumann sind eindeutig antisemitisch.</p>
<p>Ganz im Gegensatz zu ihrer Autobiographie schrieb sie in ihrer Dissertation von 1940: &bdquo;Seit 1933 konzentrierten die Juden, die einen gro&szlig;en Teil von Amerikas geistigem Leben monopolisiert haben, ihre demagogischen F&auml;higkeiten auf die Deutschlandhetze.&#8220;[8] Ein Jahr sp&auml;ter, am 8.6.1941, wiederholte sie diesen Gedanken in dem Artikel &bdquo;Wer informiert Amerika?&rdquo; in der Zeitung &bdquo;Das Reich&rdquo;: &bdquo;Juden schreiben in den Zeitungen, besitzen sie, haben die Anzeigenagenturen fast monopolisiert und k&ouml;nnen daher die Schleusen der Inserateneinnahmen f&uuml;r die einzelnen Zeitungen nach Belieben &ouml;ffnen und schlie&szlig;en. Sie kontrollieren die Filmindustrie, besitzen die gr&ouml;&szlig;ten Radiostationen und alle Theater.&rdquo; Ihren Artikel beendet Noelle-Neumann mit dem Satz: &bdquo;Der akademischste dieser Schreiber ist Walter Lippmann, ein Jude deutscher Abstammung. [&#8230;] Er ist der geschickteste Benutzer der sachlichen Tarnung.&#8220;[9]</p>
<p>Sind es ein schlechtes Gewissen und Scham oder ist es einfach Chupze, wenn Noelle-Neumann 1990 dem Reprint der deutschen &Uuml;bersetzung von Walter Lippmanns Klassiker von 1922 &bdquo;Die &ouml;ffentliche Meinung&rdquo; ein wohlwollendes Nachwort widmet? Ist also Lippmann nun ein &bdquo;geschickter Benutzer der sachlichen Tarnung&rdquo;, ein &bdquo;suggestiver&rdquo; Redner und &bdquo;der Sprecher der Hochfinanz&rdquo; (so die Autorin 1941) oder hat er &bdquo;gro&szlig;e Leistungen&#8220;[10] (so die Autorin 1990) vollbracht? Als &bdquo;Der Stern&rdquo; 1986 Noelle-Neumanns Institut f&uuml;r Demoskopie mit einer Umfrage &uuml;ber Antisemitismus in Deutschland beauftragte, da war es nur der stets unkonventionelle, sich freiwillig bekennende Homosexuelle und von den Nazis aus Deutschland vertriebene deutsch j&uuml;dische Kommunikationswissenschaftler und Antisemitismusforscher Alphons Silbermann, der dagegen laut protestierte, Noelle-Neumann methodische Ungenauigkeiten vorwarf und sie in der taz (presserechtlich ungestraft) einen &bdquo;Altnazi&rdquo; und eine &bdquo;Altnazifrau&rdquo; nannte.</p>
<p>Als Gegendarstellung auf Alphons Silbermanns Vorwurf, sie sei ein &bdquo;Altnazi&rdquo;, legte Noelle-Neumann der &bdquo;taz&rdquo; 1986 eine Kopie ihres Entnazifizierungs-Bescheids vom Badischen Staatskommissar f&uuml;r politische S&auml;uberung in Freiburg vom 12.7.1950 vor.&#8220; Dieser Bescheid ist insofern interessant, als er von einer deutschen Dienststelle (und nicht von einer der alliierten Besatzungsbeh&ouml;rden) ausgestellt wurde und das erst f&uuml;nf Jahre nach Kriegsende. Zu diesem Zeitpunkt war die Bundesrepublik Deutschland schon wieder souver&auml;n und Noelle-Neumann hatte &uuml;ber ihre Beziehungen zu Konrad Adenauer bereits viele Beratungs- und Forschungsprojekte f&uuml;r ihr Demoskopie-Institut in Allensbach erhalten, war also beruflich gesichert und gut in das Nachkriegsdeutschland integriert (167).</p>
<p>Wahrscheinlich hatten das schon zitierte amerikanische Gutachten mit seiner Kernaussage, Noelle-Neumann sei &bdquo;untragbar f&uuml;r die deutsche demokratische Pressepolitik&rdquo; und das von ihr selbst initiierte Vorstellungsgespr&auml;ch bei einer amerikanischen Forschungsgruppe f&uuml;r Umfrageforschung bei Frankfurt dazu gef&uuml;hrt, dass sie von der amerikanischen Besatzungsbeh&ouml;rde keinen Entnazifizierungs-Bescheid bekommen hatte. So musste sich Noelle-Neumann wohl in die franz&ouml;sische Besatzungszone begeben, da die franz&ouml;sische Besatzungsmacht mit &bdquo;Altnazis&rdquo; sehr viel laxer umging als die amerikanische. Wie ihren Memoiren zu entnehmen ist, hatte Noelle-Neumann bereits seit Ende 1945 freundschaftliche Kontakte zu mehreren franz&ouml;sischen Besatzungsoffizieren (Etienne Metzger, Friedhelm Doucet, Bernard Lahy), und ihr Allensbacher Institut finanzierte sich anf&auml;nglich ausschlie&szlig;lich von Forschungsprojekten der franz&ouml;sischen Milit&auml;rregierung (150ff.).</p>
<p>Unter der franz&ouml;sischen Besatzung konnte der gesamte Bodenseeraum leicht zu einem braunen Refugium werden. Nur wenige Wochen nach Kriegsende erhielt der Journalist Johannes Weyl (1904-1989) von den franz&ouml;sischen Beh&ouml;rden eine Lizenz f&uuml;r den S&uuml;dkurier in Konstanz. In der NS-Zeit war Weyl bei der NS-Auslandspropagandaillustrierten &bdquo;Signal&rdquo; im Berliner Ullstein-Verlag t&auml;tig gewesen und unter seiner Chefreaktion wandte sich der S&uuml;dkurier schon im Oktober 1945 gegen&nbsp; Entnazifizierungsma&szlig;nahmen.&#8220; Neben Weyl ist auch auf Dr. Friedrich Georg Schmieder (1911-1988) mit seinen neurologischen Kliniken in Allensbach und Gailingen zu verweisen, die er dort 1950 gr&uuml;ndete. Schmieder war in der NS-Zeit Mitarbeiter in der Heidelberger Euthanasieforschung von Prof. Dr. Carl Schneider gewesen (ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde 1986 aber aus Mangel an Beweisen einer aktiven Mitt&auml;terschaft eingestellt). [14] Noelle-Neumann und Schmieder sind resp. waren Tr&auml;ger des Bundesverdienstkreuzes &#8211; Weyl war Ehrensenator der Universit&auml;t Konstanz!</p>
<p><i>Amerika</i></p>
<p>Vom Herbst 1943 bis zum Ende des Krieges lebte Noelle-Neumann bei einem Honorar von 1.000 Reichsmark im beschaulichen Bad Schandau in der S&auml;chsischen Schweiz, von wo aus sie ihre Artikel zum Verlag der Frankfurter Zeitung schickte. In dieser Zeit muss sie u. a. auch das in der &Ouml;ffentlichkeit fast unbekannte und in ihren Memoiren verschwiegene Nachwort zu dem amerikanischen Roman &bdquo;Die Bestie. Denver Chronik&rdquo; von Ben B. Lindsey geschrieben haben. Dieser in den USA schon 1910 publizierte Roman des Richters, Politikers und Schriftstellers Lindesy konnte noch 1944 &ndash; trotz eines enormen Mangels an allen Ressourcen und deswegen auch nur auf sehr holzhaltigem und schlechtem Papier &ndash; im renommierten Felix Meiner-Verlag in Leipzig erscheinen. Lindsey beschreibt in seinem Roman den tragischen Niedergang eines Richters angesichts einer die gesamte amerikanische Gesellschaft umfassenden finanziellen, politischen und moralischen Korruption. Es ist diese alles umfassende Korruption, die der Autor &bdquo;die Bestie&rdquo; nennt.</p>
<p>Noelle-Neumann nennt diese Korruption nicht &bdquo;Bestie&rdquo;, sondern in der besten v&ouml;lkischen und anti-demokratischen Tradition der damaligen deutschen Rechten &bdquo;System&rdquo;. Und wie sprachlich nicht anders erwartbar, wird das &bdquo;System&rdquo; vom &bdquo;Geld&rdquo; verraten. In ihrem Nachwort[15] hei&szlig;t es ganz in diesem Sinne: &bdquo;Gestr&uuml;pp der Geldinteressen&rdquo; (266), &bdquo;die vom Geld kontrollierte Demokratie&rdquo; (273), &bdquo;Theodor Roosevelt und die Geldm&auml;chte&rdquo; (274), &bdquo;k&auml;ufliche Propaganda&rdquo; (275), &bdquo;ungef&auml;hrdete Herrschaft der Geldm&auml;chte&rdquo; (281). Dieses &bdquo;System&rdquo; krankt an &bdquo;notorisch amerikanischen Denkfehlern&rdquo; (271), &bdquo;ersch&ouml;pften Zivilisationserscheinungen&rdquo; (270), &bdquo;amerikanischem Legalismus&rdquo; (271), an &bdquo;Ungesetzlichkeit&rdquo; (272) und &bdquo;Mangel an Rechtsgef&uuml;hl&rdquo; (277) und selbstverst&auml;ndlich ist es ein &bdquo;Endzustand der demokratischen Staatsform&rdquo; (282) und eine &bdquo;Schein-Demokratie&rdquo; (282). In diesem &bdquo;System&rdquo; &bdquo;erh&auml;lt die &bdquo;Existenz der Politiker [&#8230;] etwas Flaches, Eint&ouml;niges, Betriebsames und Mechanisches, Unfruchtbares und von allem lebendigen Geschehen Abgel&ouml;stes&rdquo; (278). Als Tr&auml;ger des gesamten Systems wei&szlig; Noelle-Neumann die &bdquo;plutokratische Oligarchie&rdquo; (281) auszumachen.</p>
<p>Gegen&uuml;ber dieser amerikanisch-korrupten Gelddemokratie kennt die Autorin in einem &bdquo;Gemeinwesen&rdquo; (271) &ndash; nat&uuml;rlich benutzt sie hier nicht das Wort &bdquo;Gesellschaft&rdquo; &ndash; auch positive politische Kr&auml;fte. Diese bestehen nicht aus Gesetzen, sondern lassen sich an &bdquo;Sauberkeit&rdquo; und der &bdquo;Begabung von Menschen&rdquo; (271) festmachen. Und wenn Gesetze schon etwas Negatives sind, dann hebt Noelle-Neumann demgegen&uuml;ber die &bdquo;Heiligkeit des Rechts&rdquo; (277) positiv davon ab. Sie ruft gar nach einer &bdquo;konservativen Revolution&rdquo;, wenn sie schreibt, dass das Geldsystem der USA nur mit dem &bdquo;Eingriff einer gewaltigen Kraft, einer Revolution&rdquo; (272) ver&auml;ndert werden k&ouml;nne. Mit diesem Ruf nach einer &bdquo;konservativen Revolution&rdquo; traf sich Noelle-Neumann inhaltlich gut mit einem ihrer wichtigsten Vordenker, n&auml;mlich mit dem Schriftsteller Ernst J&uuml;nger, mit dem sie (nicht zuf&auml;llig) auch befreundet war (150).</p>
<p>Um es kurz zu machen: Mit diesem Amerikabild lag Noelle-Neumann gut im Trend ihrer Zeit &ndash; man findet diesen Antiamerikanismus damals mit gleichen Worten, Bildern und Argumenten bei Joseph Goebbels, in Schulungsmaterial der NDSAP[16] oder bei Sven Hedin[17[. Als antiwestlicher Modernisierungsdiskurs ist &uuml;brigens genau dieses Amerikabild von Noelle-Neumann gegenw&auml;rtig bei der Neuen Rechten wieder akut&#8217;s (konsequenter Weise nahm sie 2006 den Gerhard L&ouml;wenthal-Ehrenpreis f&uuml;r Publizistik der&nbsp; rechtskonservativen Wochenzeitung &bdquo;Junge Freiheit&rdquo; an). Es bleibt freilich schwer verst&auml;ndlich, warum Noelle-Neumann einerseits in ihren Memoiren festh&auml;lt: &bdquo;Ich hatte mich in den USA nie wohl gef&uuml;hlt&rdquo; (70), sie andererseits aber an der Universit&auml;t von Chicago zwischen 1978 und 1991 als Gastprofessorin t&auml;tig war.</p>
<p><i>Osteuropa</i></p>
<p>Es verwundert nicht sonderlich, dass sich Noelle-Neumann in ihren Memoiren vom Marxismus und allen Linkstendenzen scharf abgrenzt. Doch ganz so einfach sind die Fakten nicht. Denn sie berichtet auch, dass sie von der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften in den siebziger Jahren mehrfach zu Vortr&auml;gen nach Moskau eingeladen worden sei: &bdquo;Als zus&auml;tzlichen Anreiz durfte ich mir bei jeder Reise noch einen zweiten Ort in der Sowjetunion aussuchen, den ich besuchen wollte. So kam ich unter anderem nach Leningrad, Tiflis und Novosibirsk&rdquo; (272f). Ferner muss darauf hingewiesen werden, dass ihr Rowohlt-Buch &bdquo;Umfragen in der Massengesellschaft. Einf&uuml;hrung in die Methoden der Demoskopie&rdquo; von 1963 auch in Osteuropa verlegt wurde. 1968 erschien es in tschechischer und 1978 in russischer &Uuml;bersetzung.[19] Und da sie in den Literaturverzeichnissen der beiden &Uuml;bersetzungen ihres Buches von 1968 und 1978 nach wie vor auf ihre eigene Dissertation aus der NS-Zeit von 1940 hinweist, konnte ihr Verweis auf ein antiamerikanisches, antisemitisches und v&ouml;lkisch-nationales Buch ganz ungeniert und grenz&uuml;berschreitend in das Reich des offiziellen Marxismus wandern.</p>
<p>Des Weiteren gilt es bei Noelle-Neumanns scharfer Abgrenzung gegen links Folgendes zu bedenken. Als westdeutsches Gr&uuml;ndungsmitglied der International Association for Mass Communication (IAMCR) hatte Noelle-Neumann in den Leitungsgremien dieser Vereinigung in den sechziger und siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts h&auml;ufigen Kontakt mit dem ostdeutschen Kommunikationswissenschaftler und Generalsekret&auml;r der IAMCR Prof. Dr. Emil Dusiska. Beide waren sie die &bdquo;Schwergewichte&rdquo; der Kommunikationswissenschaft in ihren jeweiligen L&auml;ndern, Dusiska als Direktor der Sektion Journalistik an der Karl Marx-Universit&auml;t in Leipzig in der DDR (das so genannte Rote Kloster) und Noelle-Neumann als Vorsitzende der &bdquo;Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Publizistik- und Kommunikationswissenschaft&rdquo; in der BRD.</p>
<p>Auf der von Emil Dusiska 1974 in Leipzig organisierten IAMCR-Konferenz hielt der kanadische Kommunikationswissenschaftler Dallas Smythe einen Vortrag, in dem er in einer Fu&szlig;note sehr kritisch auf die NS-Dissertation von Noelle-Neumann verwies. In den in der DDR gedruckten Konferenzb&auml;nden fehlt diese Anti-Noelle-Neumann-Fu&szlig;note[20] &ndash; sie findet sich erst sehr viel sp&auml;ter, n&auml;mlich zwanzig Jahre nach der Leipziger Konferenz, in der posthum ver&ouml;ffentlichten Gesamtausgabe der Schriften von Dallas Smythe in den USA wieder[21]. Hatte Noelle-Neumann Dusiska einen Wink gegeben? Oder hatte Dusiska Noelle-Neumann einen Gefallen tun wollen?</p>
<p>Man wird Noelle-Neumanns gute Osteuropakontakte nicht fehl interpretieren, wenn man konstatiert, dass sie Zeit ihres Lebens, wo immer m&ouml;glich und v&ouml;llig unabh&auml;ngig von irgendwelchen politischen &Uuml;berzeugungen Interesse an Kontakt mit jeglichen Machteliten aktiv suchte und fand, in der NS-Zeit genauso wie im kommunistischen Osteuropa. Genau deswegen erw&auml;hnt sie in ihren Memoiren pers&ouml;nliche Begegnungen mit Konrad Adenauer, Carlo Schmid, Ludwig Ehrhard, Hans Filbinger, Helmut Kohl und Adolf Hitler (53ff.) &ndash; ja, auch mit ihm!</p>
<p><i>Kommunion und Konfession</i></p>
<p>In ihrer Doktorarbeit von 1940 schrieb Noelle-Neumann mit Blick auf Adolf Hitler: &bdquo;Die gr&ouml;&szlig;ten unserer Volksf&uuml;hrer hatten und haben auch eine so lebendige Beziehung zu den von ihnen gef&uuml;hrten Massen, dass sie jeglicher Hilfsmittel zu ihrer Erkenntnis entbehren k&ouml;nnen.&#8220;[22] Das hei&szlig;t im Klartext: Im &bdquo;ganzheitlichen K&ouml;rper von F&uuml;hrer und Volk&rdquo; ist es unn&ouml;tig, den W&auml;hler nach seiner Meinung zu befragen. Im franz&ouml;sischen Pr&auml;sidentenwahlkampf vom Fr&uuml;hjahr 2007 brachte Nicolas Sarkozy diese antidemokratische Maxime folgenderma&szlig;en auf den Punkt: &bdquo;Wenn ein Mann und ein Volk zusammentreffen, ist das wie eine Kommunion, wie ein Liebesakt.&#8220;[23]</p>
<p>Was bereits der SPD-Politiker Erhard Eppler &uuml;ber Hans Filbinger bemerkt hatte, gilt ebenso f&uuml;r Elisabeth Noelle-Neumann: Sie hat ein &bdquo;pathologisch gutes Gewissen&rdquo; und deswegen handelt es sich bei ihren &bdquo;Erinnerungen&rdquo; um eine literarische Mogelpackung. Memoiren sind seit Augustinus&#8216; &bdquo;Confessiones&rdquo; und jeder confessio geht es immer um eine absolutio. Es bleibt sich eigentlich gleich, wer diese ausspricht und vollzieht &ndash; ein Gott, ein Priester, ein Zeitgenosse oder der Leser &ndash; immer ist es eine mit dem sich erinnernden Ich nicht identische, m&ouml;glichst eine &uuml;bergeordnete Instanz. Sofern das Ich sich mit einem &Uuml;ber-Ich verwechselt und sich selbst Absolution erteilt oder sich gar in einer Selbstdarstellung spiegelt, wird es eo ipso suspekt. Und weil Noelle-Neumanns &bdquo;Erinnerungen&rdquo; lediglich Selbstdarstellungen sind, kann es kein ego te absolvo geben.</p>
<p><i>1 Vgl. Noelle-Neumann, Elisabeth: Die Schweigespirale. &Ouml;ffentliche Meinung &#8211; unsere soziale Haut, M&uuml;nchen: Piper 1980.</i></p>
<p><i>2 a) Die Pionierarbeiten von Richard Albrecht: Albrecht, Richard: Rezension des Buches &bdquo;Die Schweigespirale&rdquo; von Elisabeth Noelle-Neumann, in: Publizistik, Nr. 3-4/1984, S. 617-621; Alb-recht, Richard: F&uuml;r alle Jahreszeiten. Elisabeth Noelle Neumanns unbew&auml;ltigte Vergangenheit, in: Tageszeitung, 10. Juli 1986, S. 13</i></p>
<p><i>Albrecht, Richard: Demoskopie oder Demagogie? &Uuml;ber Allensbacher Umfragen, in: Vorg&auml;nge. Nr. 1/1987, S. 29-34; Albrecht, Richard auf der Seite des Siegers&rdquo;. N.-N.: Hinweis zu einer Kar&shy;riere, in: Medium. Zeitschrift f&uuml;r H&ouml;rfunk, Fernsehen, Film und Presse, Nr. 2/1988, S. 49-50</i></p>
<p><i>b) Vereinzelte Folgearbeiten: K&ouml;hler, Otto: Volksk&ouml;rperkunde aus Allensbach &ndash; Die Wunschadju&shy;tantin des Propagandaministers: Elisabeth Noelle-Neumann, in: ders.: Wir Schreibmaschinent&auml;ter. Journalisten unter Hitler &ndash;und danach, K&ouml;ln: Pahl-Rugenstein 1989, S. 40-57; P&ouml;ttker, Horst: Ver&shy;gangenheit. Mitgemacht, weitergemacht, zugemacht. Zum NS-Erbe der Kommunikationswissen&shy;schaft in Deutschland, in: Aviso, Nr. 28/2001, S.4-7; Domnitz, Christian: Nazi oder Karrierist? &Uuml;-ber die wissenschaftliche und publizistische T&auml;tigkeit Noelle-Neumanns im Dritten Reich. Seminararbeit im Fach Geschichte an der Humboldt-Universit&auml;t Berlin vom 7. Februar 2005, in: <a href="http://amor.cros.hu-berlin.de/--h0444vhn/noeneut.pdf" target="_blank" rel="noopener">amor.cros.hu-berlin.de/&#8211;h0444vhn/noeneut.pdf</a> (Abfrage: 18. M&auml;rz 2007).</i></p>
<p><i>c) Die Stern-Debatte: K&ouml;cher, Renate: Der gef&auml;hrliche Wunsch zu vergessen, in: Der Stern, 10. Ap&shy;ril 1986, S. 5-10; Silbermann, Alphons: &bdquo;Problem der ,Stern&#8216; -Studie sind die Fragen&rdquo;, in: Tageszei&shy;tung, 12. April 1986, S. 5.</i></p>
<p><i>Albrecht, Richard: F&uuml;r alle Jahreszeiten. Elisabeth Noelle -Neumanns unbew&auml;ltigte Vergangenheit, in: Tageszeitung, 10. Juli 1986, S. 13.</i></p>
<p><i>d) Die amerikanische Debatte: Bogart, Leo: Is There a World Public Opinion?, in: Polls. Jahrgang 1, No. 3/1966, S. 1-9; Bogart, Leo: The Pollster &amp; the Nazis, in: Commentary, August 1991, S. 47-</i></p>
<p><i>49; N. N.: Chicago Professor Linked to Anti-Semitic Past, in: The New York Times, 28. November 1991, S. B16; Herf, Jeffrey. Letter to the editor, in: Commentary, January 1992, S. 15-17; Bogart, Leo: Letter to the editor, in: Commentary, January 1992, S. 17-19; Simpson, Christopher: Elisabeth Noelle-Neumann&#8217;s &#8222;Spiral of Silence&#8220; and the Historical Context of Comnlunication Theory, in: Journal of Communication. Jahrgang 46, Nr. 3/1996, S. 149-173; Shea, Christopher: A German re&shy;searcher&#8217;s controversial theory about &#8222;spiral of silence&#8220; is said to reflect her totalitarian mentality, in: The Chronicle of Higher Education, 8. August 1997.</i></p>
<p><i>e) Methodenkritik an den Arbeiten von Noelle-Neumann: Atteslander. Peter: Ist Medieneinfluss bei Wahlen messbar, in: Media Perspektiven, Nr. 9/1980, S. 597-604; Atteslander, Peter: Die Schwei&shy;gespirale: Eine neue Theorie der &ouml;ffentlichen Meinung oder Quatsch mit wissenschaftlicher So&szlig;e? in: Bild der Wissenschaft, Nr. 9/1980, S. 96-97; Renckstorf, Karsten: 23 &bdquo;Blinde&rdquo; und eine Theo&shy;rie. Vom Wahrheitsgehalt einer n&uuml;tzlichen These, in: Vorw&auml;rts, 2. Oktober 1980, S. 30; Merten, Klaus: Wirkungen der Medien im Wahlkampf. Fakten oder Artefakte?, in: Schulz, Winfried und Sch&ouml;nbach, Klaus (Hrsg.): Massenmedien und Wahlen, M&uuml;nchen: &Ouml;lschl&auml;ger 1983, S. 424-441.</i></p>
<p><i>3 Vgl. G&uuml;llner, Manfred: Tischkarten vertauscht. Elisabeth Noelle-Neumanns Erinnerungen, in: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte, Nr. 4/2007, S. 77-79; Heinelt, Peer: Die Auserw&auml;hlte. Von Hitler bis Kohl. Elisabeth Noelle-Neumaim und ihre Meinungsforschung im Dienst der Macht, in: Kon&shy;kret, Nr. 2/2007, S. 28-30.</i></p>
<p><i>4 Der Information Control Service (ICS) war eine Polizei- und Medienkontrolleinheit des U.S. Group Control Council unter Leitung des amerikanischen Generalmajors Robert Alexis McClure, einem Spezialisten f&uuml;r psychologische Kriegsf&uuml;hrung, die ihren Sitz im August 1945 von Frankfurt nach Berlin verlegt hatte.</i></p>
<p><i>5 In einem Personalbogen f&uuml;r den Reichsberufswettkampf der deutschen Studenten vom 15.2.1937 gibt Noelle-Neumann im Gegensatz dazu an, sie sei seit Ostern 1936 Mitglied im NSDStB gewesen (vgl. Staatsarchiv W&uuml;rzburg, RSF/NSDStB, A-2,3, 6(5).</i></p>
<p><i>6 Vgl. freenet-homepage.de/niqel/bredel/news/mdb.pdf (Abfrage: 4.10.2007).</i></p>
<p><i>7 Vgl. Adam, Uwe Dietrich: Hochschule und Nationalsozialismus, T&uuml;bingen: Mohr 1977, S. 182f&pound;; Heiber, Helmut: Universit&auml;t unterm Hakenkreuz. Band 1: Der Professor im Dritten Reich, M&uuml;n&shy;chen: Saur 1991, S. 226ff.</i></p>
<p><i>8 Noelle, Elisabeth: Amerikanische Massenbefragung &uuml;ber Politik und Presse, Limburg: Limburger Vereinsdruckerei 1940, S. 63.</i></p>
<p><i>9 Noelle, Elisabeth: Wer informiert Amerika? Journalisten, Radiosprecher, Filme, in: Das Reich, 8.6.1941, S. 6 und 7.</i></p>
<p><i>10 Noelle-Neumann, Elisabeth: Nachwort, in: Lippmann, Walter: Die &ouml;ffentliche Meinung, Bochum: Brockineyer 1990, S. 299.</i></p>
<p><i>11 Zit. nach Silbermann, Alphons: &bdquo;Problem der ,Stern&#8216;-Studie sind die Fragen&rdquo;, in: taz, 12.4.1986, 5. S</i></p>
<p><i>12 Vgl. Noelle-Neumann, Elisabeth: Gegendarstellung, in: taz, 2.5.1986, S. 6.</i></p>
<p><i>13 Vgl. K&ouml;pf, Peter: Schreiben nach jeder Richtung. Goebbels-Propagandisten in der westdeutschen Nachkriegspresse, Berlin: Links Verlag 1995, S. 182; Rutz, Rainer: Signal. Eine deutsche Aus&shy;landsillustrierte als Propagandainstrument im Zweiten Weltkrieg, Essen: Klartext Verlag 2007, S. 401.</i></p>
<p><i>14 Vgl. Klee, Ernst: Das Personenlexikon zum Dritten Reich: Wer war was vor und nach 1945? Frank&shy;furt: Fischer Taschenbuch-Verlag 2003, S. 548.</i></p>
<p><i>15 Noelle, Elisabeth: Nachwort. Mit einem Anhang: Erl&auml;uterung einiger Besonderheiten des amerika&shy;nischen Rechtswesens, in: Lindsey, Ben B.: Die Bestie. Denver Chronik, Leipzig: Felix Meiner-Verlag 1944, S. 257-285. Alle w&ouml;rtlichen Zitate aus diesem Nachwort erscheinen im Folgenden in Anf&uuml;hrungszeichen; jedem Zitat folgt die dazugeh&ouml;rige Seitenzahl in Klammern.</i></p>
<p><i>16 Vgl. Otto, Hans-Georg: Europa und Amerika. Hrsg. vom Beauftragten des F&uuml;hrers f&uuml;r die &Uuml;berwa&shy;chung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSD AP, M&uuml;n-</i></p>
<p><i>chen: Zentralverlag der NSDAP. Franz Eher Nachf. 1942/43 (= Reihe: Reichsschulungsthema 2. Amt. Parteiamtliche Lehrmittel).</i></p>
<p><i>17 Vgl. Hedin, Sven: Amerika im Kampf der Kontinente. 5. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1944.</i></p>
<p><i>18 Vgl. Herzinger, Richard und Stein, Hannes: Endzeit-Propheten oder Die Offensive der Antiwestler. Fundamentalismus, Antiamerikanismus und Neue Rechte, Reinbek: Rowohlt 1995; Schwaabe, Christian: Antiamerikanismus. Wandlungen eines Feindbildes, M&uuml;nchen: Fink 2003, S. 62ff.</i></p>
<p><i>19 Noelleov&auml;, Elisabeth: Vyzktun verejneho mineni: &uuml;vod do metod dernoskopie. S pitdmluvou V&auml;clava Lamsera, Praha: Nakladatelstvi Svoboda 1968; Noelle, Elisabeth: Massovye oprosy: vve&shy;denie v metodiku demoskopii. S predisloviem Nikolaia Sergeevicha Mansurova, Moskau: Progress Verlag 1978.</i></p>
<p><i>20 Vgl. Smythe, Dallas: The Role of Mass Media and Popular Culture in Defining Development, in: Sektion Journalistik der DDR (Hrsg.): Der Anteil der Massenmedien bei der Herausbildung des Bewu&szlig;tseins in der sich wandelnden Welt. Konferenzprotokoll Band I, Leipzig: Karl Marx-Universit&auml;t 1975, S. 367-374.</i></p>
<p><i>21 Vgl. Smythe, Dallas: The Role of Mass Media and Popular Culture in Defining Development, in: Guback, Thomas (Hrsg.): Counterclockwise: Perspectives on Conununication. Dallas Smythe, Boulder, Colorado: Westview Press 1993, S. 261, Fu&szlig;note 15.</i></p>
<p><i>22 Noelle, Elisabeth: Amerikanische Massenbefragung &uuml;ber Politik und Presse, Limburg: Limburger Vereinsdruckerei 1940, S. 1.</i></p>
<p><i>23 Zit. nach Fuchs, Michael: Sego oder Sarko: Wer gewinnt&#8216;?, in: K&ouml;lner Express, 22.4.2007, S. 2.</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/180-vorgaenge/publikation/wir-fuehlten-uns-wie-widerstandskaempfer/">„Wir fühlten uns wie Widerstandskämpfer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
