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	<title>Mark A. Zöller Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Europäische Strafgesetzgebung &#8211; jenseits des Grundgesetzes?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 16:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[60 Jahre Grundgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungsberichte: Audio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung &#8222;60 Jahre Grundgesetz &#8211; Anspruch und Wirklichkeit&#8220; Mark Z&#246;ller gebrauchte das Bild der drei Affen, um auf den Widerspruch zwischen wissenschaftlichem Selbstverst&#228;ndnis und politischer Praxis aufmerksam zu machen: Obwohl viele Strafrechtler ihr Fachgebiet nach wie vor als eine genuin nationalstaatliche Angelegenheit betrachten, sei das deutsche Strafrechtssystem in erheblichem Ma&#223;e &#8222;von [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><i>Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung &#8222;60 Jahre Grundgesetz &#8211; Anspruch und Wirklichkeit&#8220;</i></p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-5783 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2-450x450.jpg" alt="Europ&auml;ische Strafgesetzgebung - jenseits des Grundgesetzes?" width="450" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2-450x450.jpg 450w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2-150x150.jpg 150w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2-768x768.jpg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2-750x750.jpg 750w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2-600x600.jpg 600w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2-337x337.jpg 337w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2-250x250.jpg 250w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gg60_zoeller2.jpg 800w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></a></span></p>
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<p>Mark Z&ouml;ller gebrauchte das Bild der drei Affen, um auf den Widerspruch zwischen wissenschaftlichem Selbstverst&auml;ndnis und politischer Praxis aufmerksam zu machen: Obwohl viele Strafrechtler ihr Fachgebiet nach wie vor als eine genuin nationalstaatliche Angelegenheit betrachten, sei das deutsche Strafrechtssystem in erheblichem Ma&szlig;e &#8222;von europ&auml;ischen Einfl&uuml;ssen gepr&auml;gt&#8220; &#8211; dies betreffe sowohl das formelle Straf(verfahrens-)recht als auch das materiale Strafrecht. Europol, europ&auml;ischer Haftbefehl, Schengener Informationssystem und der Austausch von Strafverfolgungsdaten kennzeichnen eine Entwicklung, die nicht mehr umkehrbar sei, so Z&ouml;ller.</p>
<p>Doch wie kam es zu dieser Entwicklung und was folgt aus ihr? Auf diese Fragen konzentrierte sich der Vortrag Mark Z&ouml;llers:</p>
<p>Gibt es &uuml;berhaupt eine <b>Kompetenz der Europ&auml;ischen Union</b>, strafrechtliche Dinge zu regeln? &#8211; Eigentlich nicht, denn in den EG-Vertr&auml;gen finde sich keine Erm&auml;chtigungsgrundlage und die EG besitze keine &#8222;Kompetenz-Kompetenz&#8220;, k&ouml;nne sich also nicht selbst neue Handlungsbereiche erschlie&szlig;en, sofern die Mitgliedsstaaten ihr das Recht dazu nicht abtreten. Bisher existiere auch keine Kompetenz zur Harmonisierung der verschiedenen Strafrechtsregime in den EU-L&auml;ndern.</p>
<p>Wie kommt es dann, dass EU <b>Richtlinien zu strafrechtlichen Sachverhalten </b>verabschieden kann? Zu dieser Entwicklung hat die Rechtsauffassung des Europ&auml;ischen Gerichtshofes (EuGH) ma&szlig;geblich beigetragen, wonach die Gemeinschaft zur Verwirklichung ihrer prim&auml;ren Ziele (z.B. Schutz der Umwelt, Verkehrssicherheit) sich aller n&ouml;tigen Instrumentarien einschlie&szlig;lich des Strafrechts bedienen d&uuml;rfe.</p>
<p>Welche &Auml;nderungen ergeben sich mit dem <b>Vertrag von Lissabon</b>? Der Vertrag f&uuml;hrt eine Kompetenz der Gemeinschaft ein, um Strafnromen gegen schwere, grenz&uuml;berschreitenden Kriminalit&auml;t zu harmonisieren. Dazu z&auml;hlt der Vertrag u.a. Terrorismus, Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung, Drogen- und Waffenhandel etc., der Katalog ist durch Ratsbeschluss jederzeit erweiterbar. Die EU-Mitgliedsstaaten werden ihre Strafvorschriften f&uuml;r diese Delikte in absehbarer Zeit also angleichen. Eine materiale strafrechtliche Kompetenz der Gemeinschaft sieht der Vertrag von Lissabon dagegen nicht vor.</p>
<p>Welche Rolle die Ausweitung strafrechtlicher Kompetenzen bei der Verhandlung &uuml;ber den Vertrag von Lissabon vor dem Bundesverfassungsgericht spielte und welche Demokratiedefizite das europ&auml;ische Strafrecht aufweist, k&ouml;nnen Sie in der Audiodkumentation des Vortrags von Mark A. Z&ouml;ller nachh&ouml;ren:</p>
<p>(Zum Abspielen des Mitschnitts ben&ouml;tigen Sie einen installierten Flash-Player.)</p>
<p><i>Zusammenfassung: Sven L&uuml;ders</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/veranstaltungsberichte/2009/europaeische-strafgesetzgebung-jenseits-des-grundgesetzes/">Europäische Strafgesetzgebung &#8211; jenseits des Grundgesetzes?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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