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	<title>Resolution Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Lasst uns eine demokratische Öffentlichkeit schaffen!</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/210/publikation/lasst-uns-eine-demokratische-oeffentlichkeit-schaffen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Oct 2010 10:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Abschlusserkl&#228;rung des Kongresses &#8222;&#214;ffentlichkeit und Demokratie&#8220; vom 1.-3. Oktober 2010 in Berlin. Mitteilungen Nr. 210 (3/2010), S. 12/13 (Red.) &#214;ffentlichkeit ist konstitutiv f&#252;r Demokratie. Der Gew&#228;hrleistung einer freien &#214;ffentlichkeit, eines transparenten und pluralen Gemeinwesens widmet unser Grundgesetz eine ganze Reihe von Grundrechten: von der Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit bis zur Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Wie es [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Abschlusserkl&auml;rung des Kongresses &#8222;&Ouml;ffentlichkeit und Demokratie&#8220; vom 1.-3. Oktober 2010 in Berlin. Mitteilungen Nr. 210 (3/2010), S. 12/13</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ausIMG_9503s.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4116 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ausIMG_9503s.jpg" alt="Lasst uns eine demokratische &Ouml;ffentlichkeit schaffen!" width="600" height="300" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ausIMG_9503s.jpg 600w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ausIMG_9503s-450x225.jpg 450w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/ausIMG_9503s-540x270.jpg 540w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></span></p>
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</div>
<p><i>(Red.) &Ouml;ffentlichkeit ist konstitutiv f&uuml;r Demokratie. Der Gew&auml;hrleistung einer freien &Ouml;ffentlichkeit, eines transparenten und pluralen Gemeinwesens widmet unser Grundgesetz eine ganze Reihe von Grundrechten: von der Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit bis zur Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Wie es jenseits des verfassungsrechtlichen Rahmens um den Zustand der demokratischen &Ouml;ffentlichkeit bestellt ist, war Thema des Kongresses &#8222;&Ouml;ffentlichkeit und Demokratie&#8220;, der vom 1. bis 3. Oktober in Berlin stattfand. <br />Der Kongress ging auf einen Initiativkreis zur&uuml;ck, der sich vor drei Jahren zusammen fand und an dem Bewegungsforscher, zahlreiche NGOs (darunter auch die Humanistische Union), Gewerkschaften und (kritische) Medien beteiligt waren. F&uuml;r uns betreute Werner Koep-Kerstin den Themenstrang &#8222;Politik mit Worten und Bildern. Wie Medien unsere Wahrnehmung beeinflussen&#8220;. Die TeilnehmerInnen verabschiedeten zum Abschluss eine Erkl&auml;rung, die wir hier dokumentieren. </i></p>
<p>Schafft eine demokratische &Ouml;ffentlichkeit, lautet das Gebot der Stunde. Tief greifende gesellschaftliche Umbr&uuml;che, verst&auml;rkte soziale Polarisierungen und Ausgrenzung sowie der daraus erwachsende Ver&auml;nderungsdruck in vielen Lebensbereichen k&ouml;nnen nur demokratisch, d. h. in gemeinsamer &ouml;ffentlicher Anstrengung durch die &#8222;Weisheit der Vielen&#8220; angemessen beantwortet und &uuml;berwunden werden. Dies erfordert Menschen, die &uuml;ber hinreichend Autonomie, Urteilskraft und Handlungsf&auml;higkeit verf&uuml;gen &#8211; Eigenschaften, die nur in einem permanenten, in allen Lebensbereichen wirksamen demokratischen Prozess gelernt werden k&ouml;nnen. Dieses Ziel, Demokratie zur Lebensform (Oskar Negt) zu machen, mag utopisch erscheinen, aber es bietet einen verl&auml;sslichen Ma&szlig;stab, um aktuelle Entwicklungen zu bewerten. Dazu braucht es Transparenz und Beteiligung im Rahmen einer demokratischen &Ouml;ffentlichkeit. Sie ist gegen herrschaftliche Blockaden stets erneut zu erk&auml;mpfen.</p>
<p>Chancen demokratischer Gestaltung sind in allen Lebensbereichen in unterschiedlicher Weise beeintr&auml;chtigt. Der Vorrang des betriebswirtschaftlichen Kalk&uuml;ls, des antisozialen &#8222;unternehmerischen Selbst&#8220; sind heute in allen Lebensbereichen sp&uuml;rbar: als Leitbild schulischer Bildungsprozesse, in den Kuratorien von Hochschulen, in &ouml;ffentlichen Verwaltungen, auf kommunaler Ebene in Public Private Partnerships, in der Privatisierung &ouml;ffentlicher G&uuml;ter wie in den Sozialverb&auml;nden. Solche Leitbilder besch&auml;digen das demokratische Gemeinwesen. Nach einem kurzen Krisenschock, mit seinen milliardenschweren Bankenrettungspaketen aus &ouml;ffentlichen Haushalten, scheint es heute weiterzugehen als sei nichts gewesen. Jenseits einer wohlfeilen Krisenfixierung &#8211; mit ihrer folgenloser Emp&ouml;rung &#8211; bleibt deshalb festzuhalten, dass es nicht zuletzt um unterschlagene Wirklichkeiten im Alltag geht &#8211; von der betrieblichen &Uuml;berwachungspraxis bis zu rechtsradikalen Dominanzr&auml;umen. Mag Wompel zitiert: &#8222;Eine Krise kann jeder Idiot haben, unser Alltag macht uns mehr zu schaffen&#8220;.</p>
<p>Wer heute von Wirtschaftsdemokratie spricht, wird als Phantast abgetan. Aber wie soll demokratisches Lernen und Leben m&ouml;glich sein, wenn ein zentraler gesellschaftspr&auml;gender Bereich ausgespart wird? Immerhin nimmt die Zahl der Initiativen und Gruppen zu, die wie LabourNet Licht in den betrieblichen Alltag bringen, &uuml;ber Produktionsverh&auml;ltnisse und Produkte aufkl&auml;ren und uns auch als Konsumenten die Chance geben, an der Kasse bewusste Entscheidungen zu treffen.</p>
<p>Wir stehen einerseits einer nie gekannten Flut von Information gegen&uuml;ber. Andererseits unterliegen wirklich wichtige Informationen immer &ouml;fter einer Geheimhaltung. W&auml;hrend sich Unternehmen und Staat anstrengen, den &#8222;gl&auml;sernen B&uuml;rger&#8220; und den umfassend &uuml;berwachten Besch&auml;ftigten Wirklichkeit werden zu lassen, braucht eine starke Demokratie das Gegenteil: einen gl&auml;sernen Staat und eine transparente Wirtschaft. Davon sind wir weit entfernt. Das Informationsfreiheitsgesetz von 2005 ist daf&uuml;r symptomatisch: ein noch zu wenig genutztes Instrumentarium, das durch seine zahlreichen Einschr&auml;nkungen, nicht zuletzt durch exzessiv gefasste Betriebs- und Gesch&auml;ftsgeheimnisse, unbrauchbar zu werden droht. Dagegen wenden sich z. B. Whistleblower, die auf Rechtsbr&uuml;che und Missst&auml;nde aufmerksam machen. Um sie zu ermutigen, ben&ouml;tigen sie nicht nur gesellschaftliche Anerkennung, sondern auch einen besseren rechtlichen Schutz vor Repressalien und Nachteilen.</p>
<p>B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger in einer Demokratie haben ein Recht darauf, zu erfahren, wer mit welchen Budgets politische Entscheidungen beeinflusst. Dies erfordert ein verpflichtendes, sanktionsbewehrtes Lobbyisten-Register, in dem Interessenvertreter ihre Auftraggeber und Kunden, die Themen ihrer Arbeit, Finanzquellen und Budgets offen legen. Darin m&uuml;ssen s&auml;mtliche Interessenvertreter, beispielsweise Unternehmen, Verb&auml;nde, Nichtregierungsorganisationen, PR-Agenturen, Denkfabriken, Anwaltskanzleien und selbstst&auml;ndige Lobbyisten, erfasst sein. Journalistinnen und Journalisten stehen in der Verantwortung, Hintergr&uuml;nde und Interessen(konflikte) sichtbar zu machen. Zu den Grundlagen, um diese Aufgabe erf&uuml;llen zu k&ouml;nnen, z&auml;hlen ausreichende Ressourcen, die sie von Redaktionen, Verlagen und Sendern erhalten m&uuml;ssen. Gegen Spindoktoren und Hochglanzproduktionen, gegen L&uuml;ge und Verschleierung sind inzwischen viele Initiativen unterwegs, die auf Transparenz dr&auml;ngen und &#8211; oft im digitalen Netz &#8211; neue &ouml;ffentliche Foren anbieten.</p>
<p>Die Klagen &uuml;ber die deutsche Presse- und Medienlandschaft werden h&auml;ufig nur durch noch schlimmere Zust&auml;nde in anderen L&auml;ndern ged&auml;mpft. Von fortschreitender Pressekonzentration, lokaler Monopolbildung und den zur Oberfl&auml;chlichkeit verurteilenden journalistischen Arbeits-bedingungen ist zu reden, wenn es um die Bedingungen einer demokratisch verfassten Medien&ouml;ffentlichkeit geht. Tom Schimmeck hat einige Aufgaben benannt:</p>
<ul>
<li>Die Gesellschaft muss die Medieninhaber viel st&auml;rker in die Pflicht nehmen (u.a. durch Redaktionsstatute, Presserecht, institutionalisierte Pressekritik). Sie haben eine enorme demokratische Verantwortung.</li>
<li>Wir brauchen eine Renaissance des &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens, die f&uuml;r Unabh&auml;ngigkeit, Qualit&auml;t, Meinungsvielfalt und Offenheit f&uuml;r alle gesellschaftlichen Gruppen Sorge tr&auml;gt.</li>
<li>Quer durch die Medienlandschaft und ihre neuen digitalen Erg&auml;nzungen ziehen sich verst&auml;rkte soziale Ungleichheiten und Ausgrenzungen. Eine demokratische &Ouml;ffentlichkeit braucht aber gleiche Zugangs- und Beteiligungschancen.</li>
<li>Wir brauchen ein anderes, freieres, zornigeres, couragierteres journalistisches Selbstverst&auml;ndnis. Zu viele werden gebrochen durch lebenslange Praktika, durch den Druck des Marktes. Zu viele schwimmen mit im Mainstream. Wir haben immer besser ausgebildete Journalisten. Aber die Interessen der Mittelschicht sind deutlich &uuml;berrepr&auml;sentiert. Und mit ihr eine bestimmte Lebenswirklichkeit, eine bestimmte Wahrnehmung. Auch ein Grund, warum ein Thema wie Mindestlohn es so schwer hat.</li>
<li>Wir brauchen Strukturen wie Stiftungen und Vereine, die unabh&auml;ngigen Journalismus f&ouml;rdern.</li>
<li>Wir m&uuml;ssen mehr gro&szlig;e Internet-Experimente wagen. Magazine, Foren und Portale aufbauen, die echte &Ouml;ffentlichkeit schaffen. Und Wege finden, damit sie Erfolg haben und sich tragen.</li>
</ul>
<p>Neben einer beachtlichen Anzahl von neuen Projekten (von Lobbypedia bis zu Radio- und Fernsehalternativen im Internet) und Kooperationen zwischen den Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmern wird der Kongress als wichtiger Impuls betrachtet, der Ansto&szlig; f&uuml;r weitere Initiativen und Kongresse geben sollte.</p>
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		<item>
		<title>Bürgerrechte statt Sicherheitsstaat</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/201/publikation/buergerrechte-statt-sicherheitsstaat-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Aug 2008 11:45:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>B&#252;rgerrechtler fordern Stopp weiterer &#220;berwachungsvorhaben und die R&#252;cknahme von Grundrechtseinschr&#228;nkungen. Aus: Mitteilungen Nr. 201, S. 17 Die Humanistische Union hatte am 23./24. Mai gemeinsam mit acht weiteren B&#252;rger- und Menschenrechtsgruppen zur Tagung &#8222;Sicherheitsstaat am Ende. Kongress zur Zukunft der B&#252;rgerrechte&#8220; nach Berlin eingeladen. Nach zwei Auftaktreferaten zum Verh&#228;ltnis von Staat und B&#252;rgern (Heribert Prantl) sowie [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>B&uuml;rgerrechtler fordern Stopp weiterer &Uuml;berwachungsvorhaben und die R&uuml;cknahme von Grundrechtseinschr&auml;nkungen. Aus: Mitteilungen Nr. 201, S. 17</p>
<p><i>Die Humanistische Union hatte am 23./24. Mai gemeinsam mit acht weiteren B&uuml;rger- und Menschenrechtsgruppen zur Tagung &bdquo;Sicherheitsstaat am Ende. Kongress zur Zukunft der B&uuml;rgerrechte&#8220; nach Berlin eingeladen. Nach zwei Auftaktreferaten zum Verh&auml;ltnis von Staat und B&uuml;rgern (Heribert Prantl) sowie zur Inszensierung von Sicherheitsfragen (Reinhard Kreissl) diskutierten zahlreiche Experten aus Wissenschaft, Rechtspraxis, Medien und Politik. Sie kritisierten vor allem die sicherheitspolitischen Entwicklungen der letzten Jahre und diskutierten mit den Teilnehmern &uuml;ber m&ouml;gliche Alternativen. Die TeilnehmerInnen der Tagung verabschiedeten folgende Resolution:</i></p>
<p>Bund und L&auml;nder haben in den vergangenen Jahren zahlreiche so genannte Sicherheitsgesetze verabschiedet. Dadurch geraten immer mehr Menschen ins Visier staatlicher &Uuml;berwachung, gegen die sie sich kaum wehren k&ouml;nnen. Mit pauschalen Verd&auml;chtigungen und ausufernder Kontrolle gef&auml;hrdet diese Sicherheitspolitik gerade das, was sie zu sch&uuml;tzen vorgibt: eine freiheitliche Gesellschaft und rechtsstaatliche Grenzen staatlichen Handelns. Die Teilnehmer der Konferenz fordern deshalb den sofortigen Stopp weiterer &Uuml;berwachungsvorhaben und eine Politik, die grundrechtliche Freiheiten respektiert. Eckpunkte einer solchen Politik sind:</p>
<p>&bull;&nbsp;&nbsp; Unsere Gesellschaft braucht &uuml;berwachungsfreie R&auml;ume: Jedem Menschen, egal was er begangen hat oder wessen er verd&auml;chtigt wird, muss eine &uuml;berwachungsfreie Privatsph&auml;re zugestanden werden. Auf Ermittlungsma&szlig;nahmen wie die Online-Durchsuchung von Computern, die unvermeidbar in den Kernbereich privater Lebensgestaltung eingreifen, muss eine freiheitliche Gesellschaft verzichten.<br />&bull;&nbsp;&nbsp; Die Pr&auml;vention von Gefahren darf kein Staatsziel werden, dem wir unsere Freiheit opfern. Wir fordern deshalb einen Verzicht auf alle &Uuml;berwachungs- und Ermittlungsma&szlig;nahmen, die ohne jeglichen Verdacht das Kommunikationsverhalten, die Bewegungen oder Verhaltensweisen der gesamten Bev&ouml;lkerung kontrollieren. <br />&bull;&nbsp;&nbsp; Staatliches Handeln soll offen, erkennbar und &uuml;berpr&uuml;fbar sein. Diesen Prinzipien widerspricht die zunehmende Zentralisierung von Sicherheitsbeh&ouml;rden. Polizeiliches und geheimdienstliches Handeln sind strikt zu trennen, die gemeinsame Nutzung von Datenbest&auml;nden ist zu beenden. <br />&bull;&nbsp;&nbsp; Eine freie Gesellschaft braucht den Protest und die Tolerierung Andersdenkender: Willk&uuml;rliche Ma&szlig;nahmen gegen Demonstrierende und die Kriminalisierung sozialen Protests sind zu beenden. <br />&bull;&nbsp;&nbsp; Eine freie Gesellschaft vertr&auml;gt keine Militarisierung. F&uuml;r Eins&auml;tze der Bundeswehr im Inland oder eine zivil-milit&auml;rische Zusammenarbeit ist kein Platz in einer rechtsstaatlichen Demokratie.<br />&bull;&nbsp;&nbsp; Grundrechtliche Freiheiten m&uuml;ssen im vollen Umfang auch f&uuml;r MigrantInnen und Fl&uuml;chtlinge gelten: Sie haben ebenso einen uneingeschr&auml;nkten Anspruch auf den Schutz ihres Privatlebens. Die ausufernde Praxis der Abschiebungshaft, die selbst gegen&uuml;ber Minderj&auml;hrigen und zum Teil ohne richterliche Kontrolle praktiziert wird, ist unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und deswegen abzuschaffen. <br />&bull;&nbsp;&nbsp; Im &Uuml;brigen gilt: Freiheitsrechte sind ohne die materiellen Voraussetzungen, sie in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen, nur von begrenzter Wirkung. Eine Gesellschaftspolitik, die die sozialen Gegens&auml;tze immer weiter versch&auml;rft und die Verarmung gr&ouml;&szlig;erer Bev&ouml;lkerungsteile vorantreibt, widerspricht dem Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes.</p>
<p>Eine Dokumentation der Vortr&auml;ge und Podiumsdiskussionen der Tagung findet sich <a href="https://www.humanistische-union.de/veranstaltungen/2008/tagung/">hier</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/201/publikation/buergerrechte-statt-sicherheitsstaat-3/">Bürgerrechte statt Sicherheitsstaat</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bürgerrechte statt Sicherheitsstaat</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/veranstaltungen/2008/buergerrechte-statt-sicherheitsstaat-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 24 May 2008 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bürgerrechts-Kongreß]]></category>
		<category><![CDATA[Aufruf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>B&#252;rgerrechtler fordern Stopp weiterer &#220;berwachungsvorhaben und die R&#252;cknahme von Grundrechtseinschr&#228;nkungen. Resolution der Tagungsteilnehmer/innen vom 24. Mai 2008 Die Humanistische Union hatte am 23./24. Mai gemeinsam mit acht weiteren B&#252;rger- und Menschenrechtsgruppen zur Tagung &#8222;Sicherheitsstaat am Ende. Kongress zur Zukunft der B&#252;rgerrechte&#8220; nach Berlin eingeladen. Nach zwei Auftaktreferaten zum Verh&#228;ltnis von Staat und B&#252;rgern (Heribert Prantl) [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/veranstaltungen/2008/buergerrechte-statt-sicherheitsstaat-2/">Bürgerrechte statt Sicherheitsstaat</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>B&uuml;rgerrechtler fordern Stopp weiterer &Uuml;berwachungsvorhaben und die R&uuml;cknahme von Grundrechtseinschr&auml;nkungen. Resolution der Tagungsteilnehmer/innen vom 24. Mai 2008</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Flyer20080523_13.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-5522 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/Flyer20080523_13.jpg" alt="B&uuml;rgerrechte statt Sicherheitsstaat" width="294" height="313"></a></span></p>
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<p><i>Die Humanistische Union hatte am 23./24. Mai gemeinsam mit acht weiteren B&uuml;rger- und Menschenrechtsgruppen zur Tagung &#8222;Sicherheitsstaat am Ende. Kongress zur Zukunft der B&uuml;rgerrechte&#8220; nach Berlin eingeladen. Nach zwei Auftaktreferaten zum Verh&auml;ltnis von Staat und B&uuml;rgern (Heribert Prantl) sowie zur Inszensierung von Sicherheitsfragen (Reinhard Kreissl) diskutierten zahlreiche Experten aus Wissenschaft, Rechtspraxis, Medien und Politik. Sie kritisierten vor allem die sicherheitspolitischen Entwicklungen der letzten Jahre und diskutierten mit den Teilnehmern &uuml;ber m&ouml;gliche Alternativen. Die TeilnehmerInnen der Tagung verabschiedeten folgende Resolution:</i></p>
<p>Bund und L&auml;nder haben in den vergangenen Jahren zahlreiche so genannte Sicherheitsgesetze verabschiedet. Dadurch geraten immer mehr Menschen ins Visier staatlicher &Uuml;berwachung, gegen die sie sich kaum wehren k&ouml;nnen. Mit pauschalen Verd&auml;chtigungen und ausufernder Kontrolle gef&auml;hrdet diese Sicherheitspolitik gerade das, was sie zu sch&uuml;tzen vorgibt: eine freiheitliche Gesellschaft und rechtsstaatliche Grenzen staatlichen Handelns. Die Teilnehmer der Konferenz fordern deshalb den sofortigen Stopp weiterer &Uuml;berwachungsvorhaben und eine Politik, die grundrechtliche Freiheiten respektiert. Eckpunkte einer solchen Politik sind:</p>
<p>&#8226;&nbsp;&nbsp; Unsere Gesellschaft braucht &uuml;berwachungsfreie R&auml;ume: Jedem Menschen, egal was er begangen hat oder wessen er verd&auml;chtigt wird, muss eine &uuml;berwachungsfreie Privatsph&auml;re zugestanden werden. Auf Ermittlungsma&szlig;nahmen wie die Online-Durchsuchung von Computern, die unvermeidbar in den Kernbereich privater Lebensgestaltung eingreifen, muss eine freiheitliche Gesellschaft verzichten.</p>
<p>&#8226;&nbsp;&nbsp; Die Pr&auml;vention von Gefahren darf kein Staatsziel werden, dem wir unsere Freiheit opfern. Wir fordern deshalb einen Verzicht auf alle &Uuml;berwachungs- und Ermittlungsma&szlig;nahmen, die ohne jeglichen Verdacht das Kommunikationsverhalten, die Bewegungen oder Verhaltensweisen der gesamten Bev&ouml;lkerung kontrollieren.</p>
<p>&#8226;&nbsp;&nbsp; Staatliches Handeln soll offen, erkennbar und &uuml;berpr&uuml;fbar sein. Diesen Prinzipien widerspricht die zunehmende Zentralisierung von Sicherheitsbeh&ouml;rden. Polizeiliches und geheimdienstliches Handeln sind strikt zu trennen, die gemeinsame Nutzung von Datenbest&auml;nden ist zu beenden.</p>
<p>&#8226;&nbsp;&nbsp; Eine freie Gesellschaft braucht den Protest und die Tolerierung Andersdenkender: Willk&uuml;rliche Ma&szlig;nahmen gegen Demonstrierende und die Kriminalisierung sozialen Protests sind zu beenden.</p>
<p>&#8226;&nbsp;&nbsp; Eine freie Gesellschaft vertr&auml;gt keine Militarisierung. F&uuml;r Eins&auml;tze der Bundeswehr im Inland oder eine zivil-milit&auml;rische Zusammenarbeit ist kein Platz in einer rechtsstaatlichen Demokratie.</p>
<p>&#8226; &nbsp; Grundrechtliche Freiheiten m&uuml;ssen im vollen Umfang auch f&uuml;r MigrantInnen und Fl&uuml;chtlinge gelten: Sie haben ebenso einen uneingeschr&auml;nkten Anspruch auf den Schutz ihres Privatlebens. Die ausufernde Praxis der Abschiebungshaft, die selbst gegen&uuml;ber Minderj&auml;hrigen und zum Teil ohne richterliche Kontrolle praktiziert wird, ist unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und deswegen abzuschaffen.</p>
<p>&#8226;&nbsp;&nbsp; Im &Uuml;brigen gilt: Freiheitsrechte sind ohne die materiellen Voraussetzungen, sie in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen, nur von begrenzter Wirkung. Eine Gesellschaftspolitik, die die sozialen Gegens&auml;tze immer weiter versch&auml;rft und die Verarmung gr&ouml;&szlig;erer Bev&ouml;lkerungsteile vorantreibt, widerspricht dem Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/veranstaltungen/2008/buergerrechte-statt-sicherheitsstaat-2/">Bürgerrechte statt Sicherheitsstaat</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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