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	<title>Heinz Lüneberg Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Bremen: Ute Hausmann „on Tour“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2012 10:54:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bremen: Verein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 42f. Der Winter hatte am 3. Februar auch die Deutsche Bahn fest im Griff. Deshalb mussten sich alle Beteiligten aufgrund der Zugverspätungen in Geduld üben. Immerhin war Ute Hausmann bereits vormittags in Köln gestartet, um die aktiven Mitglieder in den Landesverbänden Hamburg und Bremen zu besuchen. In Bremen erwarteten [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 42f.</p>
<p>Der Winter hatte am 3. Februar auch die Deutsche Bahn fest im Griff. Deshalb mussten sich alle Beteiligten aufgrund der Zugverspätungen in Geduld üben. Immerhin war Ute Hausmann bereits vormittags in Köln gestartet, um die aktiven Mitglieder in den Landesverbänden Hamburg und Bremen zu besuchen. In Bremen erwarteten fünf aktive Mitglieder das (neue) Mitglied des Bundesvorstandes. Das Eis war sehr schnell gebrochen, ging es doch im Gespräch in erster Linie um einen Gedankenaustausch auf informeller Ebene. Welchen aktuellen Status gibt es im Bundesvorstand? Aber auch: Wo sind die Knackpunkte? Wo drückt der Schuh im Landesverband Bremen?</p>
<p>Es ist schon einige Zeit her, dass ein Mitglied des Bundesvorstandes den unmittelbaren Kontakt mit den aktiven Mitgliedern des Landesverbandes Bremen gesucht hat. Obwohl sich alle einig sind: Der persönliche Kontakt ist in der Vereinsarbeit das A und O. Ute Hausmann ermunterte: &#132;<i>Einfach mal anrufen</i>.&#8220; Andererseits bieten die Möglichkeiten des Internets durchaus auch eine Chance (wie sich bei der noch relativ neuen Plattform &#130;HU-Regionen&#8216; zeigt), den Informationsaustausch mit dem Bundesvorstand und den anderen Landesverbänden zu optimieren. Ute Hausmann versprach: &#132;<i>Ich komme gerne wieder.</i>&#8220;</p>
<p>Die Bremerin und die Bremer hatten auch einige Anregungen für Ute Hausmann parat, um die Vereinsarbeit noch effizienter zu gestalten. &#132;<i>Wir wollen die vorhandenen Kräfte optimal einsetzen und ggfs. über Berlin bündeln</i>&#8222;, so Thomas von Zabern, Bremen.</p>
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		<title>Kirchenfinanzierung in Bremen auf dem Prüfstand</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/214/publikation/kirchenfinanzierung-in-bremen-auf-dem-pruefstand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 09:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen: Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 214 (3/2011), S. 36 (HL) Sozusagen &#8222;den Segen von ganz Oben&#8220; erhielt der Landesverband Bremen beim Thema Kirchenfinanzierung. Die Aktivengruppe hatte &#8211; wie auch in den anderen Landesverb&#228;nden &#8211; Dr. Carsten Frerk am 2. M&#228;rz zu einem Vortrag in die Villa Ichon eingeladen. An diesem Abend wurde heftige Kritik an der bundesweiten Zuwendungsmentalit&#228;t [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 214 (3/2011), S. 36</p>
<p>(HL) Sozusagen &#8222;den Segen von ganz Oben&#8220; erhielt der Landesverband Bremen beim Thema Kirchenfinanzierung. Die Aktivengruppe hatte &#8211; wie auch in den anderen Landesverb&auml;nden &#8211; Dr. Carsten Frerk am 2. M&auml;rz zu einem Vortrag in die Villa Ichon eingeladen. An diesem Abend wurde heftige Kritik an der bundesweiten Zuwendungsmentalit&auml;t ge&uuml;bt.</p>
<p>Immerhin kamen rund 60 Zuh&ouml;rerInnen, der bisher gr&ouml;&szlig;te Zuspruch bei den in letzter Zeit durchgef&uuml;hrten Veranstaltungen. Auf einen zeitnahen Bericht wurde verzichtet, weil die Mitteilungen Nr. 212 das Thema bereits sehr ausf&uuml;hrlich ber&uuml;cksichtigten.<br />Die Pr&auml;sidentin des Rechnungshofes der Freien Hansestadt Bremen hat nun in ihrem Bericht an die Bremische B&uuml;rgerschaft vom Mai 2011 auf Seite 129 ihre Pr&uuml;fbemerkungen abgedruckt. Anl&auml;sslich des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentages im Mai 2009 hat sich danach das Land Bremen aus allgemeinen Steuermitteln mit einer Zuwendung in H&ouml;he von 7,5 Mio. Euro an der Finanzierung beteiligt. Empf&auml;nger war ein eigens gegr&uuml;ndeter Kirchentags-Verein.</p>
<p>Zitate aus den Vorbemerkungen des Berichts: &#8222;Dabei hat das Wirtschaftsressort das Zuwendungsrecht nicht sachgerecht angewendet.&#8220; Und: &#8222;Angesichts der Haushaltsnotlage und der zum Abbau des strukturellen Haushaltsdefizits eingegangenen Verpflichtungen des Landes bleibt auf absehbare Zeit f&uuml;r die Finanzierung vergleichbarer Vorhaben kein Raum.&#8220;</p>
<p>Schon bei der Entwicklung des Finanzbedarfs waren die Veranstalter davon ausgegangen, dass auch ein Zuschuss des Bundesministeriums des Innern (rd. 3 Prozent) zu erwarten sei. Als gr&ouml;&szlig;ter Geldgeber war das Land Bremen (rd. 55 Prozent) vorgesehen. Damit hat Bremen f&uuml;r diese kirchliche Veranstaltung einen deutlich gr&ouml;&szlig;eren Finanzierungsanteil &uuml;bernommen als z.B. die Stadt K&ouml;ln und das Land Nordrhein-Westfalen an der Finanzierung des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentages. Sie hatten zusammen rd. 4,7 Mio. Euro getragen. Das entsprach einem Anteil von noch immerhin rd. 33 Prozent der Gesamtkosten. Die Haushaltsnotlage, in der sich das Land Bremen befinde, zwinge schon bei der Aufstellung des Haushalts zu strengen Ma&szlig;st&auml;ben, insbesondere bei der Veranschlagung solcher Mittel, die nicht zur Erf&uuml;llung gesetzlicher Pflichten oder bestehender Rechtsanspr&uuml;che dienen.</p>
<p>Eine herbe Ohrfeige f&uuml;r die Haush&auml;lter des Landes Bremen in dieser Frage, die in dieser Zeit bei vergleichbar kleineren Projekten aus Geldmangel den &#8222;Rotstift&#8220; einsetzten.</p>
<p>Der vollst&auml;ndige &#8222;Bericht 2011 &#8211; Land&#8220; des Rechnungshofes ist im Internet abrufbar unter: <a href="http://www.rechnungshof.bremen.de/" target="_blank" rel="noopener">www.rechnungshof.bremen.de</a>, dort unter &#8222;Aktuelle Berichte&#8220;.</p>
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		<title>Bremen: Wegschließen ist keine Alternative -Diskussion zur Sicherungsverwahrung geht weiter</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/212/publikation/bremen-wegschliessen-ist-keine-alternative-diskussion-zur-sicherungsverwahrung-geht-weiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[huadminuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 10:16:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen: Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 212 (1/2011), S. 21/22 Der Bremer Landesverband der Humanistischen Union hatte eingeladen. Das Thema lautete: &#8222;Sicherungsverwahrung contra Menschenrechte&#8220;.&#160; Eine schwere Kost, wie ein Teilnehmer nach der Veranstaltung zutreffend feststellte. Aktuell war die Veranstaltung im November 2010 deshalb, weil die abschlie&#223;enden Beratungen des Bundestages &#252;ber die Neuregelung der Sicherungsverwahrung unmittelbar bevor standen. An dem [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 212 (1/2011), S. 21/22</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/IMG_0049.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-4100 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/3bc2b635e6.jpg" alt="Bremen: Wegschlie&szlig;en ist keine Alternative -Diskussion zur Sicherungsverwahrung geht weiter" width="240" height="160"></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p>Der Bremer Landesverband der Humanistischen Union hatte eingeladen. Das Thema lautete: &#8222;Sicherungsverwahrung contra Menschenrechte&#8220;.&nbsp; Eine schwere Kost, wie ein Teilnehmer nach der Veranstaltung zutreffend feststellte. Aktuell war die Veranstaltung im November 2010 deshalb, weil die abschlie&szlig;enden Beratungen des Bundestages &uuml;ber die Neuregelung der Sicherungsverwahrung unmittelbar bevor standen. An dem Abend referiert Helmut Poll&auml;hne, renommierter Strafverteidiger, Privatdozent an der Uni Bremen und Vorstandsmitglied des Komitees f&uuml;r Grundrechte und Demokratie. In die Bremer &#8218;Villa Ichon&#8216; fanden fast 20 Personen, darunter auch erstaunlich viele junge Leute. Kirsten Wiese, die f&uuml;r die HU moderierte: &#8222;Ein toller Erfolg bei diesem Thema.&#8220;</p>
<p>Sicherungsverwahrung ist das &#8222;sch&auml;rfste Schwert&#8220;, das allerletzte Mittel in Extremf&auml;llen, das Strafgefangenen widerfahren kann. Helmut Poll&auml;hne ging zun&auml;chst auf die Geschichte der Sicherungsverwahrung im deutschen Recht ein. 1933 von den Nazis im Reichstag als &#8218;Gewohnheitsverbrechergesetz&#8216; verabschiedet und nach 1945 beibehalten, wurde dieses Recht 1995 auch f&uuml;r die f&uuml;nf neuen Bundesl&auml;nder wirksam. Worum geht es dabei? Sicherungsverwahrung ist eine freiheitsentziehende Ma&szlig;regel im deutschen Strafrecht. Grundlage bildet die Gef&auml;hrlichkeit des Straft&auml;ters, die im Wege einer Prognose festgestellt werden muss.<br />Erst im Fr&uuml;hjahr 2010 hatte der Europ&auml;ische Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte in Stra&szlig;burg dieses Thema wieder in den Fokus der &Ouml;ffentlichkeit ger&uuml;ckt. &#8222;Konventionswidrig&#8220;, stellten die Richter fest. Gemeint war die nachtr&auml;gliche Anordnung einer Sicherungsverwahrung. Die war bis 1998 auf zehn Jahre befristet, seit der Gesetzes&auml;nderung gab es keine Begrenzung mehr nach oben, was bedeutete, dass Betroffene quasi lebensl&auml;nglich &#8222;untergebracht&#8220; wurden. Und das Bundesverfassungsgericht best&auml;tigte diese Rechtslage als grundgesetzkonform.</p>
<p>Von der Entscheidung des EGMR sind etwa 200 Personen betroffen. Die Justiz versucht &uuml;berwiegend, die Entscheidung aus Stra&szlig;burg zu unterlaufen. So hatte noch am 7.11.2010 der BGH entschieden, dass Personen &#8222;weggesperrt&#8220; bleiben, da die Zul&auml;ssigkeit der Entscheidung des EGMR dort ende, wo nationales Recht &uuml;berwiege. Helmut Poll&auml;hne bezeichnete es als Etikettenschwindel, wenn in Bremen versucht werde, Betroffene als dissoziale Pers&ouml;nlichkeiten in der Psychiatrie unterzubringen.</p>
<p>Das Entsetzen in der breiten &Ouml;ffentlichkeit basiert auf dem Umgang mit Sexualstraftaten. &#8222;Sehr verst&auml;ndlich&#8220;, &auml;u&szlig;erte jemand in einem Zwischenruf. Immerhin sitzen zur Zeit etwa 500 Personen in der sogenannten Sicherungsverwahrung. Helmut Poll&auml;hne verwies dagegen auf die wissenschaftlichen Zweifel an der Wirksamkeit der Sicherungsverwahrung: So komme der Jurist und Psychologe Michael Alex zu dem Schluss, &#8222;dass die nachtr&auml;gliche Sicherungsverwahrung als zus&auml;tzliches Instrument zur Delinquenzvermeidung weder erforderlich noch geeignet&#8220; sei. Es w&auml;re daher konsequent, die fortschreitende Ausweitung der Sicherungsverwahrung zu stoppen und die nachtr&auml;gliche Sicherungsverwahrung schnellstens wieder zur&uuml;ck zu nehmen. Immer wieder komme es zu Fehlprognosen: Geradezu paradox der Fall, wo einem (inzwischen) an den Rollstuhl gefesselten Verwahrten unterstellt wurde, er k&ouml;nne k&uuml;nftig wieder Einbr&uuml;che begehen.</p>
<p>Kirsten Wiese stellte in der anschlie&szlig;enden Diskussion dem Referenten die Gretchenfrage: &#8222;Kannst Du Dir eine Gesellschaft ohne Sicherungsverwahrung vorstellen?&#8220; Seine Antwort: &#8222;Man darf nicht unterstellen, dass es keine R&uuml;ckfalltaten mehr geben wird. Dann wird die Diskussion ehrlicher. Und: Nur etwa 50 Prozent der Einsitzenden sind Sexualstraft&auml;ter. Es ist wohl zun&auml;chst ein &#8218;Klimawechsel&#8216; in der Gesellschaft erforderlich. Das Strafvollzugsgesetz schreibt die Resozialisierung verbindlich vor. Sie gilt f&uuml;r alle Betroffenen.&#8220;</p>
<p>Die meisten TeilnehmerInnen gingen an diesem Abend sehr nachdenklich nach Hause.</p>
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		<title>Das neue Datenschutzrecht &#8211; zur Diskussion gestellt</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/207/publikation/das-neue-datenschutzrecht-zur-diskussion-gestellt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 10:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Veranstaltungen: Berichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus: Mitteilungen Nr. 207 (Heft 4/2009), S. 31 Der Bremer Landesverband der Humanistischen Union hatte zur Diskussion geladen:&#160; Dr. Imke Sommer, Landesbeauftragte f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit Bremen, und Christian Rath, rechtspolitischen Korrespondenten der taz. Die &#8218;Talk-Show&#8216; fand am 16. November im vollbesetzten Saal in der Bremer Villa Ichon statt. Von der gro&#223;en Resonanz waren Podium [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/207/publikation/das-neue-datenschutzrecht-zur-diskussion-gestellt/">Das neue Datenschutzrecht &#8211; zur Diskussion gestellt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus: Mitteilungen Nr. 207 (Heft 4/2009), S. 31</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/bremen1bw.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4154 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/bremen1bw-325x450.jpg" alt="Das neue Datenschutzrecht - zur Diskussion gestellt" width="325" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/bremen1bw-325x450.jpg 325w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/bremen1bw-434x600.jpg 434w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/bremen1bw-244x337.jpg 244w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/bremen1bw.jpg 454w" sizes="(max-width: 325px) 100vw, 325px" /></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p>Der Bremer Landesverband der Humanistischen Union hatte zur Diskussion geladen:&nbsp; Dr. Imke Sommer, Landesbeauftragte f&uuml;r Datenschutz und Informationsfreiheit Bremen, und Christian Rath, rechtspolitischen Korrespondenten der taz. Die &#8218;Talk-Show&#8216; fand am 16. November im vollbesetzten Saal in der Bremer Villa Ichon statt. Von der gro&szlig;en Resonanz waren Podium wie Veranstalter/innen gleicherma&szlig;en beeindruckt. Drei Themen standen an diesem Abend auf der Agenda: der Arbeitnehmerdatenschutz, der Adresshandel und das sog. Scoring.</p>
<p>Frau Sommer verwies eingangs auf die 25 Jahre w&auml;hrende Diskussion zum Arbeitnehmerdatenschutz, in die nach den Aff&auml;ren bei gro&szlig;en Unternehmen wie Lidl oder der Deutschen Telekom nun endlich Bewegung komme. Doch was bringen der Datenschutz-Gipfel, zu dem der damalige Innenminister Sch&auml;uble im vergangenen Jahr einlud; die kurz vor der Sommerpause verabschiedete Novellierung des Bundesdatenschutzgesetzes; der Entwurf eines Arbeitnehmerdatenschutzgesetzes der SPD oder die Vereinbarungen des neuen Koalitionsvertrags zum Arbeitnehmerdatenschutz im Bundesdatenschutzgesetz an konkretem Datenschutzgewinn f&uuml;r die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger? Christian Rath hakte nach: &#8222;Eine Bewerberin soll eingestellt werden. Der Arbeitgeber sagt ihr:&nbsp; &#8218;Gehen Sie erst einmal zum Arzt.&#8216; Darf der Unternehmer das?&#8220; Die Antwort von Sommer zeigte, wie schwierig dieses Thema ist: &#8222;Es kommt darauf an.&#8220; Sie hatte gleich mehrere Beispiele parat. &#8222;Ein Berufskraftfahrer mu&szlig; einen guten Leberwert haben&#8220;, oder: &#8222;Eine Friseurin mit Hautallergien ist auch f&uuml;r mich schlecht vorstellbar.&#8220; Notwendig sei deshalb eine gesellschaftliche Debatte dar&uuml;ber, was zul&auml;ssig sei und was nicht, so Frau Sommer. Bei dem wenige Tage zuvor bekannt gewordenen DNA-Screening eines Bremer Autobauers sei der Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit eindeutig verletzt worden. Grunds&auml;tzlich bestehe beim Arbeitnehmerdatenschutz jedoch das Problem, dass zwischen dem Eigentumsrecht der Unternehmen und den Pers&ouml;nlichkeitsrechten der Besch&auml;ftigten abgewogen werden m&uuml;sse, was zul&auml;ssig sei oder zu sehr die Privatsph&auml;re verletze. Allerdings greifen viele Vorschriften zum Datenschutz nicht, wenn die Betroffenen zu den einzelnen Ma&szlig;nahmen ihre Einwilligung geben. Was aber ist f&uuml;r eine Bewerberin/ einen Bewerber freiwillig, und was nicht?</p>
<p>Es schloss sich eine rege Debatte &uuml;ber die Sachkunde, das Zeitbudget und nicht zuletzt den K&uuml;ndigungsschutz der betrieblichen Datenschutzbeauftragten an. Kritische Nachfragen gab es zu den effektiven Kontrollm&ouml;glichkeiten der Aufsichtsbeh&ouml;rden. Die Bedenken konnte Frau Sommer nur best&auml;tigen: &#8222;Ein Betrieb kann aufgrund der personellen Ausstattung unserer Beh&ouml;rde davon ausgehen, dass er nur alle 125 Jahre einmal gepr&uuml;ft wird&#8220;, r&auml;umte sie ein. Christian Rath machte die Anwesenden auf ihr Initiativrecht aufmerksam: &#8222;Jeder Arbeitnehmer kann sich bei einem Versto&szlig; gegen das Datenschutzgesetz an die Landesdatenschutzbeauftragte und an seinen Betriebsrat wenden.&#8220;</p>
<p>Das zweite Thema des Abends, den Adresshandel, leitete Rath mit einer allt&auml;glichen Erfahrung ein: &#8222;Obwohl ich nie bei der Klassenlotterie mitgespielt habe, erhalte ich Werbebriefe. &Auml;hnlich sieht dies bei anderen Firmen aus. Was kann ich tun?&#8220;. Die Datenschutzbeauftragte zeigte sich skeptisch, ob die seit dem 1. September geltende Neufassung des Bundesdatenschutzgesetzes tats&auml;chlich so verbraucherfreundlich sei, wie versprochen. Zwar gebe es einen besseren Schutz vor dem Adresshandel und unerw&uuml;nschter Werbung (opt-in-Verfahren: Werbung nur nach ausdr&uuml;cklicher Zustimmung), allerdings habe die Adressh&auml;ndlerlobby nicht geschlafen und das Gesetz in entscheidenden Punkten entsch&auml;rft. Im Zuge der BDSG-Novelle beschwerten sich bspw. die Zeitschriftenverleger dar&uuml;ber, dass sie 60 % ihres Neukundengesch&auml;ftes verlieren w&uuml;rden, wenn das opt-in-Verfahren beschlossen w&uuml;rde.</p>
<p>Abschlie&szlig;end erl&auml;uterte Frau Sommer das Prinzip des Scorings, das Banken und andere Unternehmen zur Bonit&auml;tspr&uuml;fung ihrer Kunden anwenden. Dabei handle es sich um ein mathematisches Verfahren, bei dem mit Hilfe einer statistischen Analyse die Kreditw&uuml;rdigkeit einer Person eingesch&auml;tzt wird. Frau Sommer berichtete von einem in diesem Jahr ver&ouml;ffentlichten Gutachten, wonach gro&szlig;e Zweifel an der Zuverl&auml;ssigkeit der derzeitigen Scoringverfahren best&uuml;nden. Am 1. April 2010 trete jedoch eine &Auml;nderung des BDSG in Kraft, mit der die Anforderungen an Scoringverfahren etwas erh&ouml;ht werden: K&uuml;nftig darf nicht mehr allein die Wohnanschrift herangezogen werden, um einen Scorewert zu ermitteln.</p>
<p>Zum Scoring entwickelte sich, trotz fortgeschrittener Zeit, eine kontroverse Diskussion: Einerseits fanden sich Bef&uuml;rworter, die das Scoring als Schutz der Unternehmen vor Kreditausf&auml;llen verteidigten. Andere forderten hingegen eine Pflicht zur Offenlegung der angewandten Scoringmethoden oder zeigten sich &uuml;ber die Ungerechtigkeit solcher Verfahren emp&ouml;rt. Zum Ausklang wurden lokale Ereignisse wie die Beauftragung privater Sicherheitsdienste durch die Bremer Polizei oder die Kennzeichnung von Polizeibediensteten debattiert. Es war ein &#8222;hei&szlig;er Stuhl&#8220;, auf den sich Dr. Imke Sommer auf Einladung der HU Bremen setzte. Ihr gilt unser ausdr&uuml;cklicher Dank.</p>
<p><i>Der Landesverband Bremen plant f&uuml;r n&auml;chstes Jahr eine Veranstaltung &#8222;Humanismus und Strafvollzug&#8220; sowie einen Besuch in der JVA Bremen.</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/207/publikation/das-neue-datenschutzrecht-zur-diskussion-gestellt/">Das neue Datenschutzrecht &#8211; zur Diskussion gestellt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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