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	<title>Holger Rogall Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Vom Homo oeconomicus zum Homo cooperativus</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/185-vorgaenge/publikation/vom-homo-oeconomicus-zum-homo-cooperativus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 15:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zur Notwendigkeit einer Transformation der traditionellen &#214;konomie aus: vorg&#228;nge Nr. 185, Heft 1/2009, S. 93-105 I. Positionen zur Nachhal&#173;tig&#173;keit Starke statt schwache Nachhaltigkeit: Die nachhaltige/&#246;kologische &#214;konomie bekennt sich zu einer Position der starken Nachhaltigkeit. (Kopfm&#252;ller 2003: 22, Bartmann 2001: 62). Hierf&#252;r schlagen wir folgende Definition vor: &#8222;Eine nachhaltige Entwicklung strebt f&#252;r alle heute lebenden Menschen [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/185-vorgaenge/publikation/vom-homo-oeconomicus-zum-homo-cooperativus/">Vom Homo oeconomicus zum Homo cooperativus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zur Notwendigkeit einer Transformation der traditionellen &Ouml;konomie</p>
<p>aus: vorg&auml;nge Nr. 185, Heft 1/2009, S. 93-105</p>
<h2 class="auto-created">I. Positionen zur Nachhal&shy;tig&shy;keit </h2>
<p><i>Starke statt schwache Nachhaltigkeit:</i> Die nachhaltige/&ouml;kologische &Ouml;konomie bekennt sich zu einer Position der starken Nachhaltigkeit. (Kopfm&uuml;ller 2003: 22, Bartmann 2001: 62). Hierf&uuml;r schlagen wir folgende Definition vor:<i> &#8222;Eine nachhaltige Entwicklung strebt f&uuml;r alle heute </i>lebenden <i>Menschen und </i>k&uuml;nftigen <i>Generationen ausreichend hohe </i>&ouml;kologische, &ouml;konomische <i>und </i>sozial-kulturelle <i>Standards in den Grenzen der nat&uuml;rlichen Tragf&auml;higkeit an. Sie will somit das intra- und intergenerative Gerechtigkeitsprinzip durchsetzen&#8220; </i>(Rogall 2000: 100; vgl. a. Abgeordnetenhaus von Berlin 2006/06: 12).</p>
<h2 class="auto-created">II. Position zur Nachhal&shy;tig&shy;keit und zur tradi&shy;ti&shy;o&shy;nellen &Ouml;konomie </h2>
<p><i>Abgrenzung von der traditionellen &Ouml;konomie bei Aufnahme einzelner Aspekte:</i> Die nachhaltige/&ouml;kologische &Ouml;konomie erkennt bestimmte Erkenntnisse der traditionellen Umwelt&ouml;konomie an, z.B. die sozial-&ouml;konomischen Faktoren der &Uuml;bernutzung der nat&uuml;rlichen Ressourcen und die daraus abgeleitete Diskussion um die Notwendigkeit politisch-rechtlicher Instrumente. Da die Umwelt&ouml;konomen aber den Markt als alleiniges Verteilungsinstrument erhalten wollen und auch nicht bereit sind auf andere Dogmen zu verzichten (Diskontierung, Monetarisierung der Umweltkosten, Konsumentensouver&auml;nit&auml;t), bleibt ihr Beitrag f&uuml;r eine nachhaltige &Ouml;konomie insgesamt bescheiden.</p>
<h2 class="auto-created">III. Reform der tradi&shy;ti&shy;o&shy;nelle &Ouml;konomie </h2>
<p><i>Eine Weiterentwicklung der traditionellen &Ouml;konomie und &ouml;kologischen &Ouml;konomie zur nachhaltigen &Ouml;konomie ist notwendig:</i> Die nachhaltige/&ouml;kologische &Ouml;konomie grenzt sich von einer Reihe Aussagen der traditionellen &Ouml;konomie ab und sieht die Zeit gekommen, dass Lehrgeb&auml;ude unter Heranziehung der Erkenntnisse anderer Disziplinen (z. B. der Gehirn-, Verhaltens-, Klimaforschung) neu zu errichten bzw. grundlegend zu reformieren (hier aus Platzgr&uuml;nden nur als &Uuml;bersicht).</p>
<p>XXXXXX Grafik</p>
<h2 class="auto-created">IV. Bausteine einer nachhal&shy;tigen &Ouml;konomie und Kontro&shy;versen </h2>
<p><i>Zehn Kernaussagen einer nachhaltigen/&ouml;kologischen &Ouml;konomie:</i> Seit den 1970er Jahren sind zahlreiche Schulen und Forschungsans&auml;tze entstanden, die sich mit den Bedingungen einer nachhaltigen Entwicklung besch&auml;ftigen (sustainable science). Besonders wichtig sind: (1) Die <i>neoklassische Umwelt&ouml;konomie</i>, (2) die <i>&ouml;kologische &Ouml;konomie</i>, (3) die <i>neue Umwelt&ouml;konomie </i>als Unterschule der &ouml;kologischen &Ouml;konomie (1990er Jahre, heute mit der Formulierung von Vorschl&auml;gen f&uuml;r eine nachhaltige &Ouml;konomie besch&auml;ftigt), (4) der <i>Greifswalder Ansatz </i>(Ott; D&ouml;ring 2004), (5) das <i>integrierte Nachhaltigkeitskonzept der Helmholtz-Gesellschaft </i>(Kopfm&uuml;ller u. a. 2001, Kopfm&uuml;ller 2006), (6) die <i>industrial ecology </i>(1990er Jahre, Isenmann; Hauff 2007). Diese Schulen haben wichtige Beitr&auml;ge f&uuml;r die sustainable science geliefert, die von der nachhaltigen &Ouml;konomie aufgenommen werden.</p>
<p>Wie in anderen Wirtschaftsschulen existieren auch zwischen den &Ouml;konomen der nachhaltigen/&ouml;kologischen &Ouml;konomie <i>Kontroversen </i>&uuml;ber verschiedene Fragestellungen, z. B. wie ein Nachhaltigkeitsparadigma aussehen m&uuml;sste, dass das heutige Wachstumsparadigma ersetzen kann. Vertreter der traditionellen &Ouml;konomie sehen ein stetiges wirtschaftliches Wachstum als das wichtigste wirtschaftspolitische Ziel an. Dass eine dauerhafte exponentielle Steigerung des BIP (z. B. &uuml;ber 1.000 Jahre) nicht m&ouml;glich ist, wird verdr&auml;ngt, die Folgen f&uuml;r die &Uuml;bernutzung der nat&uuml;rlichen Lebensgrundlagen werden verharmlost. Vertreter der nachhaltigen/&ouml;kologische &Ouml;konomie sehen dieses <i>Wachstumsparadigma </i>als nicht zukunftsf&auml;hig an (BUND u.a. 2008)). Aus ihrer Sicht muss es durch ein <i>Nachhaltigkeitsparadigma </i>ersetzt werden, das den scale, die absolute Nutzung der nat&uuml;rlichen Ressourcen (den Stoffdurchsatz) kontinuierlich senkt (Hinterberger 1996: 40).</p>
<p>Das soll durch die <i>drei Strategiepfade der nachhaltigen &Ouml;konomie </i>(Effizienz, Konsistenz, Suffizienz) erreicht werden. Hierbei herrscht Einigkeit dar&uuml;ber, dass die Realisierung einzelner Effizienzma&szlig;nahmen nicht zu einer nachhaltigen Entwicklung f&uuml;hren kann, es vielmehr um eine 3. Industrielle Revolution geht, die den Verbrauch der nat&uuml;rlichen Ressourcen in den Industriestaaten innerhalb der n&auml;chsten 40 Jahre um 80 bis 90 Prozent vermindert. Das bedeutet aber nicht weniger als die Neuerfindung (fast) aller Produkte und Anlagen nach den Kriterien und Managementregeln der Nachhaltigkeit.</p>
<p><i>Umstritten </i>ist die Hierarchie dieser Pfade: W&auml;hrend ein Teil sich f&uuml;r eine <i>Steadystate &Ouml;konomie </i>(mit eingefrorenem BIP) ausspricht und die Suffizienz in den Mittelpunkt stellt, h&auml;lt die zweite Gruppe eine <i>technisch orientierte Strategie </i>(Effizienz und Konsistenz) f&uuml;r ausreichend. Die dritte Gruppe strebt ein <i>selektives Wachstum </i>(mit Schrumpfungsprozessen in ausgew&auml;hlten Sektoren) an. Hierbei soll durch die konsequente Umsetzung der Strategiepfade eine absolute Abkoppelung, d.h. eine stetige absolute Minderung des Ressourcenverbrauchs erreicht werden (im Unterschied zum relativen Verbrauch, der den Verbrauch pro BIP misst). Dieser Strategieansatz wird durch die <i>Nachhaltigkeitsformel </i>verdeutlicht (.Ressourcenproduktivit&auml;t &gt; . BIP, d.h. die Steigerung der Ressourcenproduktivit&auml;t muss immer &#8211; Jahr f&uuml;r Jahr &#8211; gr&ouml;&szlig;er als die Steigerung des BIP sein).</p>
<h2 class="auto-created">V. Die pers&ouml;nliche Ebene &ndash; ethische Grundlagen </h2>
<p>Eine nachhaltige/&ouml;kologische &Ouml;konomie beruht auf ethischen Prinzipien und damit auf der Forderung nach pers&ouml;nlicher Verantwortung und Handlung: Als zentrale Prinzipien werden anerkannt: intra- und intergenerative Gerechtigkeit (Bartmann 1996: 210; Hampicke 1999: 167) sowie Verantwortung (Kopfm&uuml;ller 2003: 22). Damit geht es dieser Schule nicht alleine um Optimierungs- und Effizienzziele (wie der neoklassischen Umwelt&ouml;konomie), sondern auch um Gerechtigkeit (Verteilungsfragen) und Erhaltung. F&uuml;r alle heute und k&uuml;nftig lebenden Menschen soll das Recht auf Befriedigung ihrer Grundbed&uuml;rfnisse und fairen Zugang zu den nat&uuml;rlichen Ressourcen sowie den Erhalt der nat&uuml;rlichen Lebensgrundlagen durchgesetzt werden (Kopfm&uuml;ller 2003: 25). In der Konsequenz bedeutet die Anerkennung dieser Grundwerte aber auch, dass nur die Produkte und Konsumstile als nachhaltig bezeichnet werden k&ouml;nnen, die auf alle Menschen &uuml;bertragen nicht zur &Uuml;berschreitung der Grenzen der nat&uuml;rlichen Tragf&auml;higkeit f&uuml;hren (zur Diskussion moderater &Ouml;ko- bzw. Biozentrismus versus aufgekl&auml;rter Anthropozentrismus, vgl. Lerch 2001: 100; WBGU 1999: 31; Rogall 2008: 154). Als ebenfalls wichtig wird das Prinzip der partizipativen Demokratie angesehen, aus dem sich die Notwendigkeit eines stetigen gesellschaftlichen Diskurs- und Partizipationsprozess in allen Bereichen ergibt, und somit die Menschen auf die dramatischen &Auml;nderungen in diesem Jahrhundert vorbereitet. Hierdurch tritt zu der zentralen Rolle der Politik, als unverzichtbare rahmensetzende Instanz die pers&ouml;nliche Verantwortung jedes Einzelnen.</p>
<p>Die enormen Umweltbelastungen &#8222;normaler&#8220; Konsumg&uuml;ter zeigen die Unverzichtbarkeit langfristiger <i>Suffizienzstrategien</i>. Daher m&ouml;chten schon heute viele Menschen (nicht die Mehrheit) ethisch verantwortbar leben, einen eigenst&auml;ndigen Beitrag f&uuml;r eine nachhaltige Entwicklung leisten. Das kann ein erfolgreicher Ansatz werden, wenn ein Imagewechsel der Produkte gelingt, ein energieeffizientes kleines Fahrzeug &#8222;hipp&#8220; wird, weil der Fahrer es offensichtlich nicht n&ouml;tig hat, seinen beruflichen Erfolg zur Schau zu stellen und weil er moderne Technik statt &#8222;Dinosauriertechnik&#8220; einsetzen will. Die Frage &#8222;rechnet sich das?&#8220; m&uuml;sste f&uuml;r andere Produkte gestellt werden als heute: Bekanntlich &#8222;rechnet&#8220; sich eine &#8222;Luxus-Limousine&#8220; oder ein Sportwagen nie, w&auml;hrend eine Solaranlage eine &#8222;<i>Emotionalrendite</i>&#8220; verschafft. Auf einen derartigen Imagewechsel darf man sich aber nicht verlassen, deshalb fordert die nachhaltige &Ouml;konomie auch &ouml;kologische Leitplanen (vgl. VII.).</p>
<h2 class="auto-created">VI. Trans&shy;dis&shy;zi&shy;pli&shy;n&auml;rer Ansatz </h2>
<p><i>Transdisziplin&auml;rer Ansatz statt Primat der &Ouml;konomie:</i> Die nachhaltige &Ouml;konomie will die rein &ouml;konomische Betrachtungsweise durch einen transdisziplin&auml;ren Ansatz ersetzen. Hierzu ist eine enge Kooperation mit den Politik- und Rechtswissenschaften (Instrumentendiskussion) sowie mit den Natur- und Ingenieurwissenschaften (nachhaltige Produkt- und Anlagengestaltung) unerl&auml;sslich (vgl. 8.). Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Akteursanalyse dar, die zu dem Ergebnis kommt, dass viele Branchen nach wie vor einer Kurzfristorientierung unterliegen und sie daher eine nachhaltige Umgestaltung der Industriegesellschaft verhindern wollen. Im Zuge der weiteren Versch&auml;rfung der Ressourcen- und Klimakrise bestehen aber erhebliche Potentiale f&uuml;r erfolgreiche B&uuml;ndnisse zwischen den nachhaltigkeitsorientierten Teilen der Wirtschaft, der Politik und der B&uuml;rgergesellschaft.</p>
<h2 class="auto-created">VII. Politisch-recht&shy;liche Instrumente </h2>
<p><i>Notwendigkeit der &Auml;nderung der Rahmenbedingungen mittels politisch-rechtlicher Instrumente:</i> Die meisten Vertreter der nachhaltigen &Ouml;konomie akzeptieren, dass die sozial-&ouml;konomischen Faktoren quasi zwangsl&auml;ufig zu einer &Uuml;bernutzung der nat&uuml;rlichen Ressourcen f&uuml;hren. So ist die &Ouml;kobilanz (der Ressourcenverbrauch) von B&uuml;rgern mit einem h&ouml;heren Einkommen, die sich f&uuml;r umweltbewusst halten, aufgrund ihrer Flugreisen, gr&ouml;&szlig;eren Wohnungen und Autos erheblich schlechter als die von B&uuml;rgern mit niedrigem Einkommen, denen die Umwelt nach eigenen Angaben unwichtig ist (Kulke1993, Bodenstein u.a. 1998). Nachhaltige &Ouml;konomen schlussfolgern daraus, dass die H&ouml;he des Einkommens f&uuml;r den Umweltverbrauch der Mehrheit eine wichtigere Rolle spielt als der Bewusstseinsstand und der Staat daher mit Hilfe von politisch-rechtlichen Instrumenten eingreifen muss, um das Marktversagen auszugleichen (Holstein 2003: 107). Derartige &ouml;kologische Leitplanken werden somit als eine Art notwendige Bedingung angesehen, ohne die es keine nachhaltige Entwicklung geben kann.</p>
<p>Im Mittelpunkt steht hierbei ein Instrumentenmix, insbes. mit umwelt&ouml;konomischen (&Ouml;kologisierung des Finanzsystems, Bonus-Malus-Regelungen und Naturnutzungsrechten) und ordnungsrechtlichen Instrumenten mit Stufenpl&auml;nen (Nutzungspflichten, Standards und Grenzwerte). Die neoklassische Forderung nach einer Errechnung eines (&ouml;konomisch) optimalen Naturnutzungspunktes wird aber aus ethischen Gr&uuml;nden und wegen der Monetarisierungsprobleme abgelehnt (Rogall 2008: 76). Allerdings verwenden Vertreter der nachhaltigen/&ouml;kologischen &Ouml;konomie die Methode der Monetarisierung aus taktischen Gr&uuml;nden, um in der &ouml;ffentlichen Diskussion die Gr&ouml;&szlig;enordnung der Umweltkosten (z. B. einer unzureichenden Klimaschutzpolitik) zu verdeutlichen. Es darf aber dar&uuml;ber nicht vergessen werden, dass es eigentlich darum geht, die Grenzen der nat&uuml;rlichen Tragf&auml;higkeit zu ermitteln und sie einzuhalten, d.h. den Verbrauch der nat&uuml;rlichen Ressourcen (den scale) auf ein dauerhaft aufrechterhaltbares Ma&szlig; zu senken.</p>
<p>Vertreter der nachhaltigen/&ouml;kologischen &Ouml;konomie empfehlen daher die folgenden Ans&auml;tze: (1) den <i>Standard-Preis-Ansatz </i>bei dem Standards festgelegt und mit politisch-rechtlichen Instrumenten durchgesetzt werden (Baumol; Oates 1971: 42, im Deutschen vgl. Bartmann 1996: 141). (2) <i>die Theorie </i>der <i>meritorischen G&uuml;ter</i>, bei der Staat ebenfalls Standards politisch festlegt und durchsetzt (Musgrave 1975: 76; im Deutschen Bartmann 1996: 47 und 66, <a href="http://www.holger-rogall.de/glossar.htm" target="_blank" rel="noopener">http://www.holger-rogall.de/glossar.htm</a>).</p>
<h2 class="auto-created">VIII. Opera&shy;ti&shy;o&shy;na&shy;li&shy;sie&shy;rung des Nachhal&shy;tig&shy;keits&shy;be&shy;griffs </h2>
<p><i>Notwendigkeit der Operationalisierung des Nachhaltigkeitsbegriffs und neuer Messsysteme:</i> Durch die Vielzahl an Interpretationen besteht die Gefahr, dass der Nachhaltigkeitsbegriff zum inhaltsleeren Allerweltsbegriff wird. Dese Entwicklung muss durch die Formulierung von Prinzipien, Managementregeln und neuen Messsystemen verhindert werden. Der Nachhaltigkeitsbegriff soll so wie der Begriff Demokratie zwar unterschiedliche Auspr&auml;gungen im Detail zulassen (z. B. in Gro&szlig;britannien und Deutschland), in der Substanz aber eindeutig bleiben. Hierzu werden neue Messsysteme in Form von Ziel- und Indikatorensystemen entwickelt und der Zielerreichungsgrad durch das Statistische Bundesamt &uuml;berwacht (vgl. Bundesregierung 2008/11: 36).</p>
<h2 class="auto-created">IX. Sozia&shy;l-&shy;&ouml;ko&shy;lo&shy;gi&shy;sche Markt&shy;wirt&shy;schaft und Strate&shy;gie&shy;felder </h2>
<p><i>Sozial-&ouml;kologische Markt- oder Gemischtwirtschaft und Strategiefelder einer nachhaltigen &Ouml;konomie:</i> Vertreter der nachhaltigen/&ouml;kologischen &Ouml;konomie konstatieren ein umfangreiches Marktversagen (z. B. Armut und Verteilungsungerechtigkeit, &Uuml;bernutzung der nat&uuml;rlichen Ressourcen, Unterausstattung mit meritorischen G&uuml;tern, Stabilit&auml;tsprobleme; Rogall 2006). Das Marktversagen kann nur dann auf ein akzeptables Ma&szlig; reduziert werden, wenn die Politik eingreift. Daher sprechen sie sich f&uuml;r eine <i>sozial-&ouml;kologische Markt- bzw. Gemischtwirtschaft</i> aus (Schiller 1965; Bartmann 1996: 10), die wir wie folgt definieren: &#8222;Unter einer sozial-&ouml;kologischen Marktwirtschaft wird ein Wirtschaftssystem verstanden, dass auf den ethischen Prinzipien des intra- und intergenerativen Gerechtigkeitsgrundsatzes und der Verantwortung beruht. Hierzu werden die M&auml;rkte nicht abgeschafft, aber sie erhalten mit Hilfe von politisch-rechtlichen Instrumenten einen Entwicklungsrahmen (z.B. &ouml;kologische Leitplanken, Sozial-, und Mitbestimmungsgesetze), der daf&uuml;r sorgt, dass die Folgen des Marktversagens ausgeglichen werden und die Volkswirtschaft sich nach den Zielen und Prinzipien einer nachhaltigen &Ouml;konomie umstrukturiert.&#8220; (zur gesellschaftlichen Abkehr von rein wirtschaftsliberalen Positionen Niejahr; Schmidt 2007/08: 3; Stiglitz 2006).</p>
<p>Um die Transformation der heutigen Industriegesellschaft (von Helmut Schmidt Raubtierkapitalismus genannt) in eine nachhaltige Wirtschaft zu beschleunigen, werden zentrale Strategiefelder ausgew&auml;hlt in denen dieser Prozess forciert und exemplarisch vorangetrieben wird (nachhaltige Wirtschafts-, Energie, Mobilit&auml;ts-, Ressourcenschonungs- und Produktgestaltungspolitik). Diese Felder eigenen sich besonders gut, da sich hier exemplarisch zeigen l&auml;sst, dass eine nachhaltige Wirtschaft nicht Askese propagiert und Armut verfestigt, sondern im Zuge einer 3. Industriellen Revolution eine ausreichende G&uuml;terausstattung und hohe eine Lebensqualit&auml;t innerhalb der Grenzen der nat&uuml;rlichen Tragf&auml;higkeit erm&ouml;glicht. Hierbei werden auch die Chancen f&uuml;r die Besch&auml;ftigung und damit die Sozialpolitik gesehen, allerdings auch die Hemmnisse und noch zu l&ouml;senden Probleme benannt (z. B. ein vollst&auml;ndiger Umstieg vom fossilen und atomaren Zeitalter in das Solarzeitalter bis zur Mitte bzw. zum Ende des Jahrhunderts).</p>
<h2 class="auto-created">X. Anerkennung der globalen Verant&shy;wor&shy;tung </h2>
<p><i>Globaler Ordnungsrahmen und Verantwortung der Industriestaaten statt Freihandel und Turbokapitalismus:</i> Vertreter der nachhaltigen/&ouml;kologischen &Ouml;konomie sind sich &uuml;ber die folgenden Aussagen und Ziele einig: (1) Die ungerechten Austauschbeziehungen und Arbeitsteilungen zwischen Industrie- und Entwicklungsl&auml;ndern f&uuml;hren zu materiellem Wohlstand in den Industriel&auml;ndern und zu Armut in den Entwicklungsl&auml;ndern. (2) Eine nachhaltige Entwicklung ist aber ohne die Verwirklichung der intragenerativen Gerechtigkeit nicht m&ouml;glich. Hierbei tragen die Industriestaaten aufgrund der historischen Entwicklung und ihrer hohen Leistungsf&auml;higkeit eine besonders hohe Verantwortung (Prinzip der gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung; Kopfm&uuml;ller 2003: 37). (3) Die Einf&uuml;hrung eines globalen <i>Ordnungsrahmens </i>wird als notwendig angesehen, mit einer Regulierung der Finanzm&auml;rkte, sozial-&ouml;kologischen Mindeststandards die kontrolliert und sanktioniert werden und Mechanismen f&uuml;r einem fairen Handelsaustausch bereitstellen (Costanza u. a. 2001: 197; Kopfm&uuml;ller 2003: 36). (4) Der heutige Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch der Industriel&auml;nder kann nicht auf alle sieben &#8211; bis 2050 etwa 9,0 Milliarden Menschen &uuml;bertragen werden (DSW 2005/03: 4). Vielmehr werden schon heute die Belastungsgrenzen als &uuml;berschritten angesehen. Vertreter der Nachhaltigen/&Ouml;kologischen &Ouml;konomie fordern, dass der Verbrauch der nat&uuml;rlichen Ressourcen bis zum Jahr 2050 global um 50% gesenkt wird. Da die Entwicklungsl&auml;nder ihren geringen Pro-Kopf-Verbrauch nicht senken werden, sondern ihnen vielmehr eine gewisse Steigerung zusteht, m&uuml;ssen die Industriestaaten ihren Verbrauch bis 2050 um 80-90% senken. (5) Die Schwellenl&auml;nder (insbes. die &#8222;neuen Verbrauchsstaaten&#8220; wie China, Indien, Brasilien usw.) d&uuml;rfen die Technik- und Strukturentwicklung der Industriestaaten nicht einfach nachahmen, sondern m&uuml;ssen von Anfang an ressourceneffiziente und nachhaltige Techniken einsetzen, dass geht nur durch Technologietransfer. (6) Alle Schwellen- und Entwicklungsl&auml;nder tragen Verantwortung f&uuml;r die weitere Bev&ouml;lkerungsentwicklung, da die Gesamtbelastung der nat&uuml;rlichen Lebensgrundlagen sich aus dem Pro-Kopf-Verbrauch mal der Bev&ouml;lkerungsanzahl ergibt (Costanza u. a. 2001: 109, 206). (7) Um diese Ziele zu erreichen m&uuml;ssen die internationalen Institutionen systematisch nach den Zielen der Nachhaltigen Entwicklung reformiert werden (dabei m&uuml;ssen die Schwellenl&auml;nder, z. B. nach dem G20 Gedanken, in die Entscheidungsprozesse integriert werden).</p>
<h2 class="auto-created">XI. Ausblick </h2>
<p>Die globale Wirtschaftskrise hilft vielen Politikern und &Ouml;konomen zu erkennen, dass der Staat einen Ordnungsrahmen mit nachhaltigen (sozial-&ouml;kologischen) Leitplanken setzen muss um die globalen Probleme zu beherrschen. Damit besteht die Chance, dass die Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung k&uuml;nftig zu den Leitprinzipien der Politik werden (Bundesregierung 2008/11: 11). Die notwendigen Instrumente zur Einleitung einer derartigen Entwicklung sind vorhanden, aber immer noch nicht konsequent genug eingef&uuml;hrt. Die nachhaltige/&ouml;kologische &Ouml;konomie k&ouml;nnte bei dem Prozess zu einer nachhaltigen Entwicklung eine wichtige Rolle &uuml;bernehmen, wenn es ihr gelingt, ihre Differenzen zur&uuml;ckzustellen und die Kraft zu finden, neue praxisrelevante theoretische Alternativen zur traditionellen &Ouml;konomie zu formulieren sowie ihre Erkenntnisse verst&auml;rkt in die &ouml;ffentliche Diskussion zu transportieren. Das wird aber kein Selbstl&auml;ufer, vielmehr werden Positionen zunehmen, die in Zeiten von Finanz- und Wirtschaftskrisen den nachhaltigen Umbau verschieben wollen (z.B. Wulff, Seehofer, Glos). In dieser Situation gilt es Stand und Kurs zu halten. Statt auf das Wiedererstarken der Spekulanten und Neoliberalen zu warten, sollte jetzt gehandelt werden.</p>
<h2 class="auto-created">Literatur </h2>
<p><i>Abgeordnetenhaus von Berlin</i> (2006/06): Lokale Agenda 21 &#8211; Berlin zukunftsf&auml;hig gestalten, beschlossen vom Abgeordnetenhaus am 8. Juni 2006, Drs. 15/5221.</p>
<p><i>Bartmann, H.</i> (1996): Umwelt&ouml;konomie -&ouml;kologische &Ouml;konomie, Stuttgart.</p>
<p><i>Bartmann, H.</i> (2001): Substituierbarkeit von Naturkapital, in: Held, M.; Nutzinger, H.: Nachhaltiges Naturkapital, Frankfurt a.M..</p>
<p><i>Baumol, W.; Oates, W.</i> (1971): The Use of Standards and Prices for Protection of the Environment, in: Swedish Journal of Economics, Bd. 73.</p>
<p><i>Bodenstein, G.; Elbers, H.; Spiller, A.; Zuhlsdorf, A.</i> (1998): Umweltsch&uuml;tzer als Zielgruppe des &ouml;kologischen Innovationsmarketings -Ergebnisse einer Befragung von BUND-Mitgliedern, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der UNI Duisburg Nr. 246, Duisburg.</p>
<p><i>BUND; Brot f&uuml;r die Welt</i> (2008, Hrsg.): Zukunftsf&auml;higes Deutschland in einer globalisierten Welt. Studie des Wuppertal Institutes f&uuml;r Klima, Umwelt, Energie, Frankfurt a.M.</p>
<p><i>Bundesregierung </i>(2008/11): Fortschrittsbericht 2008, F&uuml;r ein nachhaltiges Deutschland, Brosch&uuml;re, Berlin.</p>
<p><i>Costanza, R. u.a. </i>(2001): Einf&uuml;hrung in die &Ouml;kologische &Ouml;konomik, Stuttgart. Titel der Originalausgabe (1998): An Introduction to Ecological Economics, Boca Raton FL/USA 1998.</p>
<p><i>DWS &#8211; Deutsche Stiftung Weltbev&ouml;lkerung </i>(2005/03): Wie viele Menschen werden in Zukunft auf der Erde leben?, Brosch&uuml;re, Hannover.</p>
<p><i>Hampicke, U. </i>(1999): Das Problem der Verteilung in der Neoklassischen und &Ouml;kologischen &Ouml;konomie, in: Beckenbach u. a. (1999, Hrsg.): Jahrbuch &Ouml;kologische &Ouml;konomik, Band 1, Marburg.</p>
<p><i>Held, M.; Nutzinger, H.</i> (2001, Hrsg.): Nachhaltiges Naturkapital, &Ouml;konomik und zukunftsf&auml;hige Entwicklung, Frankfurt a.M..</p>
<p><i>Hinterberger, F., Luks, F., Stewen, M.</i> (1996): &Ouml;kologische Wirtschaftspolitik &#8211; Zwischen &Ouml;kodiktatur und Umweltkatastrophe, Berlin.</p>
<p><i>Holstein, L.</i> (2003): Nachhaltigkeit und neoklassische &Ouml;konomik, Marburg</p>
<p><i>Isenmann, R.; Hauff, M. v.</i> (2007): Industrial Ecology: Mit &Ouml;kologie zukunftsorientiert wirtschaften, M&uuml;nchen.</p>
<p><i>Kopfm&uuml;ller, J.; u. a.</i> (2001, Hrsg.): Nachhaltige Entwicklungintegrativ betrachtet, Berlin.</p>
<p><i>Kopfm&uuml;ller, J.</i> (2003, Hrsg.): Den globalen Wandel gestalten &#8211; Forschung und Politik f&uuml;r einen nachhaltigen globalen Wandel, Berlin.</p>
<p><i>Kulke, U.</i> (1993): Sind wir im Umweltschutz nur Maulhelden?, in: Natur 3/1993.</p>
<p><i>Lerch, A. </i>(2001): Naturkapital und Nachhaltigkeit &#8211; normative Begr&uuml;ndungen unterschiedlicher Konzepte der nachhaltigen Entwicklung, in: Held, M.; Nutzinger, H. (2001, Hrsg.): Nachhaltiges Naturkapital, &Ouml;konomik und zukunftsf&auml;hige Entwicklung, Frankfurt a.M..</p>
<p><i>Musgrave, R.; Musgrave P.; Kullmer, L. </i>(1975): Die &ouml;ffentlichen Finanzen in Theorie und Praxis, T&uuml;bingen.</p>
<p><i>Niejahr, E.; Schmidt, T. </i>(2007/08): Es war nicht alles schlecht, in Die Zeit Nr. 35: 3.</p>
<p><i>Ott, K.; D&ouml;ring, R.</i> (2004): Theorie und Praxis starker Nachhaltigkeit, Marburg.</p>
<p><i>Radke, V.</i> (1999): Nachhaltige Entwicklung, Heidelberg.</p>
<p><i>Rogall, H.</i> (2000): Bausteine einer zukunftsf&auml;higen Umwelt- und Wirtschaftspolitik, Berlin.</p>
<p><i>Rogall, H.</i> (2008): &Ouml;kologische &Ouml;konomie, Wiesbaden.</p>
<p><i>Rogall, H.</i> (2009): Nachhaltige &Ouml;konomie, Marburg (erscheint am 1.10.2009).</p>
<p><i>Schiller, K.</i> (1965): Wirtschaftspolitik, in: Handw&ouml;rterbuch der Sozialwissenschaft, Bd. 12, Stuttgart.</p>
<p><i>Schmidt, H. </i>(2004/50) Das Gesetz des Dschungels, in: Zeit Online: <a href="http://www.zeit.de/2003/50/Kapitalismus" target="_blank" rel="noopener">http://www.zeit.de/2003/50/Kapitalismus</a>.</p>
<p><i>Schmoldt, H. </i>(2008): zitiert aus Berliner Zeitung vom 18.11.2008: 5.</p>
<p><i>SRU </i>(2008/06) &#8211; Sachverst&auml;ndigenrat f&uuml;r Umweltfragen: Umweltgutachten 2008 &#8211; Umweltschutz im Zeichen des Klimawandels. Hausdruck. Online: <a href="http://www.umweltrat.de/frame02.htm" target="_blank" rel="noopener">http://www.umweltrat.de/frame02.htm</a>.</p>
<p><i>Stiglitz, J. </i>(2006): Die Chancen der Globalisierung, Bonn; Original (2006): Making Globalization Work New York.</p>
<p><i>WBGU </i>(1999) Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltver&auml;nderungen: Welt im Wandel: Umwelt und Ethik, Sondergutachten 1999, Marburg.</p>
<p><i>WBGU </i>(2000) Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltver&auml;nderungen: Jahresgutachten 1999, Welt im Wandel: Umwelt und Ethik, Sondergutachten, Marburg.</p>
<p><i>WI </i>(2005) &#8211; Wuppertal Institut f&uuml;r Klima, Umwelt und Energie: Fair future, Bonn.</p>
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		<title>Für eine ökologische Ökonomie</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/179-vorgaenge/publikation/fuer-eine-oekologische-oekonomie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Sep 2007 21:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[vorgänge: Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung bedingen einander aus vorg&#228;nge Heft 3/2007,S13-25 Irgendwann in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begann die Menschheit erstmals mehr Stoffe zu emittieren und zu verbrauchen als die nat&#252;rlichen Lebensgrundlagen absorbieren und regenerieren konnten. Seitdem lebt die Menschheit in einem steigenden Ma&#223;e von der Substanz statt von den Ertr&#228;gen. Die Kennzeichen dieser [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung bedingen einander</p>
<p>aus vorg&auml;nge Heft 3/2007,S13-25</p>
<p>Irgendwann in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begann die Menschheit erstmals mehr Stoffe zu emittieren und zu verbrauchen als die nat&uuml;rlichen Lebensgrundlagen absorbieren und regenerieren konnten. Seitdem lebt die Menschheit in einem steigenden Ma&szlig;e von der Substanz statt von den Ertr&auml;gen. Die Kennzeichen dieser Ausbeutung des nat&uuml;rlichen Kapitals sind:</p>
<ol>
<li>Klimaver&auml;nderung und Ozonloch,</li>
<li>&Uuml;bernutzung der erneuerbaren Ressourcen (z.B.S&uuml;&szlig;wasser, Fische),</li>
<li>Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen (z.B. fossile Energietr&auml;ger, B&ouml;den),</li>
<li>Zerst&ouml;rung von &Ouml;kosystemen, Arten- und Landschaftsvielfalt,</li>
<li>Gef&auml;hrdung der menschlichen Gesundheit durch L&auml;rm und Schadstoffe.</li>
</ol>
<p>Allein die m&ouml;glichen Folgen der Klimaerw&auml;rmung sch&auml;tzt der ehemalige Chef&ouml;konom der Weltbank Sir Niclas Stern auf bis zu 20 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts, das entspricht etwa der Gr&ouml;&szlig;enordnung der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren, mit all ihren Folgen (Stern 2006). Ohne eine &ouml;kologisch vertr&auml;gliche Umstrukturierung der Industriegesellschaft hin zu einer nachhaltigen &Ouml;konomie wird es nach allem was wir wissen kein dauerhaftes Wirtschaften auf der Erde geben. Diese Erkenntnis kann seit der Rio-Konferenz 1992 als gesellschaftlicher Konsens angesehen werden (Rogall 2003:30).</p>
<h2 class="auto-created">Nachhaltige Entwicklung</h2>
<p>Es besteht allerdings &uuml;berhaupt kein Konsens dar&uuml;ber, wie eine derartige nachhaltige Entwicklung konkret auszusehen hat. Die bislang bekannteste Formulierung stammt von der Brundtland-Kommission:</p>
<p>&#8222;Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bed&uuml;rfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass k&uuml;nftige Generationen ihre eigenen Bed&uuml;rfnisse nicht befriedigen k&ouml;nnen.&#8220; (Hauff 1987:46).</p>
<p>Sie ist allgemein anerkannt, aber unpr&auml;zise. Deshalb pl&auml;diert die neue Umwelt&ouml;konomie(1) f&uuml;r folgende Definition:</p>
<p>&#8222;Eine nachhaltige Entwicklung strebt f&uuml;r alle heute lebenden Menschen und k&uuml;nftigen Generationen hohe &ouml;kologische, &ouml;konomische und sozial-kulturelle Standards in den Grenzen des Umweltraums an. Sie will somit das internationale und intergenerative Gerechtigkeitsprinzip umsetzen.&#8220; (Roga112002: 43, Abgeordnetenhaus 2006: 12).</p>
<p>Dadurch werden die Grundprinzipien einer nachhaltigen Entwicklung sichtbarer: Erstens basiert eine nachhaltige Entwicklung auf dem ethischen Grundprinzip der Gerechtigkeit (international und intergenerativ). Zweitens strebt sie nicht eine einfache Verst&auml;rkung der traditionellen nachsorgeorientierten Umweltpolitik an, sondern sie umfasst alle zentralen Bereiche des menschlichen Lebens. F&uuml;r den wirtschaftlichen Bereich bedeutet sie nicht weniger als den Umbau der wirtschaftlichen Abl&auml;ufe und Strukturen im Sinne einer nachhaltigen &Ouml;konomie. Dabei macht die verwendete Definition deutlich, dass eine nachhaltige Entwicklung nicht eine freudlose Gesellschaft in einer &#8222;&Ouml;kodiktatur&#8220; anstrebt, sondern eine Gesellschaft, in der durch die Setzung von politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen die Freiheit und die Lebensqualit&auml;t f&uuml;r alle heutigen und k&uuml;nftigen Generationen gesichert werden. Drittens kann eine gleichgewichtige Abw&auml;gung zwischen den &ouml;kologischen, &ouml;konomischen und sozial-kulturellen Zielen, wie sie in der so genannten Drei-S&auml;ulen-Theorie verfolgt wird, nur innerhalb &ouml;kologischer Leitplanken, einer Fahrrinne bzw. den Naturschranken erfolgen (UBA, WBGU, WI). Die neue Umwelt&ouml;konomie bezeichnet diese Ziele als Zieldreieck der Nachhaltigkeit in den Grenzen des Umweltraums.</p>
<p>&Uuml;bersicht 1: Zieldreieck der nachhaltigen Entwicklung im Umweltraum</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" border="1" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/vorg179_s14_1.jpg" width="380" height="213" alt=""><img decoding="async" border="1" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/vorg179_s15_1.jpg" width="380" height="85" alt=""></p>
<p>Diese Definition einer nachhaltigen Entwicklung ergibt sich aus der Anerkennung des intergenerativen Gerechtigkeitsgrundsatzes, nach dem jede Generation dar&uuml;ber entscheiden k&ouml;nnen muss, welche G&uuml;ter sie wie herstellt und wie sie diese gerecht verteilt. Die Ver&auml;nderung des Klimas, die Zerst&ouml;rung der Ozonschicht, die Vergiftung der B&ouml;den, ausgestorbene Arten, ausgebeutete Rohstoff- und Energiequellen schr&auml;nken diese Freiheit unzul&auml;ssig ein, da die negativen Ver&auml;nderungen nicht in akzeptablen Zeitspannen r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden k&ouml;nnen. Da die nat&uuml;rlichen Lebensgrundlagen eine notwendige Bedingung (Voraussetzung) f&uuml;r das menschliche Leben und Wirtschaften darstellen, ist ihre Zerst&ouml;rung inakzeptabel. Diese Position hat das Bundesumweltministerium bereits im Jahr 1998 vertreten, als es in seinem Entwurf eines umweltpolitischen Schwerpunktprogramms formulierte:</p>
<p>&#8222;Dabei kommt der &ouml;kologischen Dimension &#8211; und damit auch der Umweltpolitik &#8211; eine Schl&uuml;sselrolle zu, denn die nat&uuml;rlichen Lebensgrundlagen begrenzen die Umsetzungsm&ouml;glichkeiten anderer Ziele (Umwelt als limitierender Faktor). Die nat&uuml;rlichen Voraussetzungen des Lebens auf der Erde sind nicht verhandelbar&#8220; (BMU 1998/04: 10).</p>
<h2 class="auto-created">Stetiges Wirtschafts&shy;wachstum oder Entwicklung</h2>
<p>Durch welche Art von wirtschaftlicher Entwicklung werden nun die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung am besten erreicht? Wirtschaftliches Wachstum wurde von der neoklassischen &Ouml;konomie unter anderem dadurch legitimiert, dass die Steigerung der Einkommen die Menschen immer gl&uuml;cklicher mache. Schon aus diesem Grund sei Wachstum als eins der wichtigsten &ouml;konomischen Ziele anzusehen. Diese Aussage muss heute differenzierter erfolgen. Denn seit den 1970er Jahren liegen zahlreiche empirische Untersuchungen vor, nach denen wir den Zusammenhang von Einkommen (Wohlstand) und Zufriedenheit wie folgt beschreiben k&ouml;nnen:</p>
<p>(1) Sehr arme Menschen, jene, die ihre Grundbed&uuml;rfnisse nur unzureichend befriedigen k&ouml;nnen, werden mit steigenden Einkommen in der Regel zufriedener und tendenziell gl&uuml;cklicher. Das bedeutet, dass es keine global nachhaltige Entwicklung ohne wirtschaftliche Entwicklung in den armen L&auml;ndern der Welt geben wird. Das schlie&szlig;t f&uuml;r die Entwicklungsl&auml;nder eine deutliche Erh&ouml;hung der materiellen Produktion mit ein. Eine Sicherstellung der Grundbed&uuml;rfnisse f&uuml;r eine bis 2050 auf 9 Mrd. Menschen angewachsene Welt nur durch Umverteilung ist eine Illusion. Hierf&uuml;r gibt es in den Industriel&auml;ndern keinerlei Akzeptanz.(2)</p>
<p>(2) Sind die Grundbed&uuml;rfnisse erf&uuml;llt, steigt das Gl&uuml;cksgef&uuml;hl nicht mehr entsprechend dem Einkommen (die Grenze wird mit etwa 10.000 U$ Jahreseinkommen angegeben), ja es kann sogar dazu kommen, dass eine materielle Verbesserung mit einem Absinken des Gl&uuml;cksgef&uuml;hls einhergeht. So empfanden die Westdeutschen im Jahr 2004 trotz gestiegener Einkommen eine deutlich niedrigere Lebenszufriedenheit als im Jahr 1984. Viel entscheidender f&uuml;r die Zufriedenheit werden dann Beruf, sozialen Kontakte und Anerkennung (Partnerschaften, Familie, Freunde). Eine ganz zentrale Rolle spielt z.B. die Erwerbsarbeit. Menschen die arbeitslos werden sind extrem unzufrieden, unabh&auml;ngig von der H&ouml;he der staatlichen Transferzahlungen.</p>
<p>Dass oberhalb des Levels, bei dem die Grundbed&uuml;rfnissen befriedigt sind, materielle Dinge nur wenig Einfluss auf das Zufriedenheitsgef&uuml;hl haben, liegt u. a. daran, dass Menschen sich nur kurzfristig &uuml;ber sie freuen k&ouml;nnen. Sie gew&ouml;hnen sich schlicht daran, w&auml;hrend Freunde und erf&uuml;llter Beruf st&auml;ndig neue Impulse bieten. Diese Erkenntnisse m&uuml;ssten eigentlich die Gedankengeb&auml;ude der &Ouml;konomie revolutionieren, bislang werden aber die &uuml;berholten Theorien weiter gelehrt (Heuser/Jungbluth 2007/07: 34).</p>
<p>Was ein hohes stetiges wirtschaftliches Wachstum f&uuml;r Folgen haben kann, zeigt das Beispiel China, das seit Anfang der neunziger Jahre hohe, teilweise zweistellige Wachstumsraten aufzuweisen hat. Nach Angaben des stellvertretenden Ministers f&uuml;r Umwelt Pan Yue sind u. a. folgende Umweltprobleme festzustellen:</p>
<p>(1) Die f&uuml;r Landwirtschaft und weitere Siedlungsfl&auml;che nutzbare Fl&auml;che hat sich aufgrund des Wachstums der W&uuml;sten und Siedlungsfl&auml;chen in den letzten 50 Jahren halbiert,</p>
<p>(2) auf einem Drittel des chinesischen Territoriums geht saurer Regen nieder,</p>
<p>(3) die H&auml;lfte des Wassers der sieben gr&ouml;&szlig;ten Fl&uuml;sse ist v&ouml;llig unbrauchbar und ein Viertel der B&uuml;rger Chinas hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser,</p>
<p>(4) ein Drittel der Einwohner von St&auml;dten muss stark schadstoffbelastete Luft atmen (z.B. sind in Peking 70 bis 80 Prozent aller t&ouml;dlichen Krebserkrankungen umweltbedingt. Lungenkrebs ist die h&auml;ufigste Todesursache),</p>
<p>(5) mehr als 80 Prozent des Abfalls werden nicht umweltvertr&auml;glich entsorgt und belasten damit die Umwelt,</p>
<p>(6) die Umweltbelastungen sorgen schon heute daf&uuml;r, dass 8 bis 15 Prozent des BIP zu deren Beseitigung verwendet werden m&uuml;ssten.</p>
<p>Hinzu kommen die erheblichen Gesundheitskosten und das menschliche Leid. Pan Yue kommt zu folgendem Fazit:</p>
<p>&#8222;Die &ouml;kologisch belasteten Gebiete k&ouml;nnen schon jetzt ihre Bewohner nicht mehr verkraften. Deshalb m&uuml;ssen wir in Zukunft (&#8230;) rund 186 Millionen B&uuml;rger umsiedeln. Die anderen (chinesischen) Provinzen k&ouml;nnen aber nur 33 Millionen aufnehmen. China wird also &uuml;ber 150 Millionen &ouml;kologische Migranten, ja wom&ouml;glich sogar &ouml;kologische Fl&uuml;chtlinge haben.&#8220; (Yue 2005: 149).</p>
<p>K&ouml;nnen ja m&uuml;ssen die Industriestaaten und sog. Schwellerl&auml;nder daher auf weiteres wirtschaftliches Wachstum verzichten? Daly u.a. bejahen diese Frage und fordern eine Gleichgewichts-&Ouml;konomie (Steady-State Economy), d. h. ein Wirtschaftssystem, das darauf ausgerichtet ist, eine konstante Ausstattung mit materiellen G&uuml;tern zu gew&auml;hrleisten, die f&uuml;r ein &#8222;gutes Leben&#8220; ausreicht (Daly 1991). Leider bleiben die &Ouml;konomen,</p>
<p>die sich f&uuml;r eine Steady-State Economy aussprechen, die Antwort schuldig, wie ein derartiger &#8222;systemsprengender Transformationsprozess&#8220; zu bewerkstelligen w&auml;re. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stellt nicht nur die Summe der erzeugten G&uuml;ter dar, sondern als Kehrseite auch die Summe des erzielten Volkseinkommens (Arbeitnehmereinkommen, Kapitaleinkommen und Gewinne) plus der Abschreibungen in einer Volkswirtschaft. Die Forderung, auf Wachstum zu verzichten w&auml;re gleichbedeutend mit der Forderung, die gesamtwirtschaftlichen Einkommen einzufrieren. Diese Forderung genie&szlig;t aber &#8211; selbst in den relativ wohlhabenden Industriestaaten &#8211; eine geringe Akzeptanz unter der gro&szlig;en Mehrheit der Bev&ouml;lkerung. Auch von daher ist die Zielsetzung, eine Gleichgewichts-&Ouml;konomie kurzfristig erreichen zu wollen, nicht sehr aussichtsreich, ganz zu schweigen von einer Reihe von &ouml;konomischen Problemen. So ist bis heute &#8211; auch von Steady- State &Ouml;konomen &#8211; nicht schl&uuml;ssig erkl&auml;rt worden, wie unser auf Wachstum aufgebautes Wirtschaftssystem so umzubauen w&auml;re, dass eine Gleichgewichts-&Ouml;konomie funktionieren k&ouml;nnte. Z.B. m&uuml;ssten die folgenden Fragen beantwortet werden: Wie soll in einer sozial-&ouml;kologischen Markt- oder Gemischtwirtschaft die Wachstumsrate des BIP bzw. das BNE festgelegt werden? Wie soll der Staat in einer Gemischtwirtschaft das BIP und damit das Volkseinkommen, die Nettoinvestition und Neuverschuldung konstant halten, d.h. Nachfrage- und Investitionssteigerungen verhindern? Wie soll ein hoher Besch&auml;ftigungsstand trotz weiterer Produktivit&auml;tssteigerungen erreicht werden und wie die Sozialensicherungssysteme trotz demografischen Wandels aufrechterhalten werden k&ouml;nnen?</p>
<h2 class="auto-created">Nachhaltige wirtschaft&shy;liche Entwicklung durch selektives Wachstum</h2>
<p>Unstrittig ist in der &ouml;kologischen &Ouml;konomie(3) und neuen Umwelt&ouml;konomie die Auffassung, dass eine weitere wirtschaftliche Entwicklung nur im Rahmen des Umweltraumes erfolgen darf (Einhaltung der Grenzen des Umweltraumes, von anderen auch als &#8222;&ouml;kologische Leitplanken&#8220; bezeichnet, Hinterberger 1996: 246). Da eine Strategie, die gesamtwirtschaftliche Wachstumsraten bewusst verhindern will, auf absehbare Zeit nicht als durchsetzbarer Ansatz gesehen wird, empfiehlt die neue Umwelt&ouml;konomie das Konzept eines selektiven Wachstums (Eppler 1981: 147) oder einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung (andere Autoren nennen das &#8222;qualitatives Wachstum&#8220;, Majer 1984). Eine derartige Entwicklung soll erreicht werden, indem die Rahmenbedingungen mittels politisch-rechtlicher Instrumente ge&auml;ndert werden (Schaffung &ouml;kologischer Leitplanken).</p>
<p>Bei diesem Konzept geht es um die Initiierung eines Umstrukturierungsprozesses, bei dem zukunftsvertr&auml;gliche Produkte, Verfahren und Strukturen nicht-nachhaltige Techniken und Produkte ersetzen. Hiernach w&uuml;rden die Grundelemente der sozial-&ouml;kologischen Marktwirtschaft nicht ver&auml;ndert werden, allerdings die sozial-&ouml;kologischen Leitplanken die &ouml;konomische Entwicklung weit deutlicher beeinflussen als heute. Um die Grenzen des Umweltraumes bei dieser Entwicklung einhalten zu k&ouml;nnen, muss die folgende Nachhaltigkeitsformel f&uuml;r eine wirtschaftliche Entwicklung eingehalten werden:</p>
<p>Die Steigerung der Ressourcenproduktivit&auml;t muss st&auml;ndig gr&ouml;&szlig;er als die Steigerung des Bruttoinlandsprodukts sein.</p>
<p>Dabei dr&uuml;ckt die Ressourcenproduktivit&auml;t das Verh&auml;ltnis von hergestellter G&uuml;termenge zum Ressourceneinsatz (inkl. Schadstofffreisetzung) aus (z.B. BIP zu Prim&auml;renergieverbrauch oder BIP zu CO2 &#8211; Emissionen). Damit sagt die Entwicklung des Ressourcenverbrauchs etwas dar&uuml;ber aus, wie effizient eine Volkswirtschaft mit den nat&uuml;rlichen Ressourcen umgeht.</p>
<p>Die Einhaltung dieser Nachhaltigkeitsformel k&ouml;nnte das Statistische Bundesamt mittels der Umwelt&ouml;konomischen Gesamtrechnung (UGR) &uuml;berpr&uuml;fen. Die neue Umwelt&ouml;konomie empfiehlt einen Automatismus einzuf&uuml;hren, der daf&uuml;r sorgt, dass bei Nichteinhaltung der Formel durch Umweltabgaben die Preise f&uuml;r Energie und Rohstoffe j&auml;hrlich um z.B. real 5 Prozent erh&ouml;ht werden, bis die Formel eingehalten wird und die in den Jahren zuvor &uuml;berschrittenen Ressourcenverbrauche wieder ausgeglichen sind. Weizs&auml;cker hat eine derartige Preiserh&ouml;hung im Zuge einer &Ouml;kologischen Steuerreform gefordert (Weizs&auml;cker 1997: 164).</p>
<p>F&uuml;r diese &ouml;kologische Umstrukturierung (J&auml;nicke spricht von Modernisierung) der Volkswirtschaft reicht kein einzelnes Instrument oder eine Ma&szlig;nahme aus. Wenn eine zukunftsvertr&auml;gliche Wirtschaftsweise die Reduktion unserer Energie- und Stoffstr&ouml;me um 80-90 Prozent verlangt, hat nur die Aussch&ouml;pfung verschiedener Strategien Aussicht auf Erfolg (Schmidt-Bleek 1994, Deutscher Bundestag 2002/07). Hierbei sind folgende, weithin bekannte Strategiepfade einer nachhaltigen Entwicklung (&Ouml;konomie) konsequent umzusetzen(4)</p>
<p>(1) Effizienzstrategie: Vorhandene Produkte werden ressourceneffizienter (inkl. schadstoff&auml;rmer) gestaltet. Leitziel ist, die Ressourceneffizienz um den Faktor 10 zu steigern (z.B. &#8222;1-Liter-Auto&#8220;).</p>
<p>(2) Konsistenzstrategie (auch als Substitutionsstrategie bezeichnet): Hierbei werden neue zukunftsf&auml;hige Produkte entwickelt (z.B. erneuerbare Energietr&auml;ger statt &Ouml;l-Heizung).</p>
<p>(3) Suffizienzstrategie: Neue Lebensstile (Dematerialisierung der Wirtschaft, neue Konsummuster wie &#8222;gut leben statt viel haben&#8220;) und strukturver&auml;ndernde Ma&szlig;nahmen (Leitidee: &#8222;soviel internationaler Warenaustausch wie n&ouml;tig, soviel Regionalisierung wie m&ouml;glich&#8220;) sollen entwickelt und allm&auml;hlich umgesetzt werden.</p>
<p>Die oft zu beobachtende Debatte &uuml;ber Effizienz versus Konsistenz oder versus Suffizienz zielt also zu kurz (zu den Problemen und Grenzen der Strategiepfade s. Rogall 2008: Kap. 4.3).</p>
<h2 class="auto-created">Wie ist ein selektives Wachstum zu erreichen?</h2>
<p>Viele Umweltpolitiker und -wissenschaftler hoffen, dass alle Wirtschaftsakteure durch Aufkl&auml;rung und Bewusstseinsbildung erkennen, dass die &Uuml;bernutzung der Natur, z.B. die Klimaerw&auml;rmung die Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen und anderen Lebewesen zerst&ouml;ren wird, und sie sich deshalb z.B. in ihrem Energieverbrauch bewusst einschr&auml;nken w&uuml;rden. Dem widersprechen jedoch die Erkenntnisse der Umwelt&ouml;konomie, wonach sich Menschen auf Grund von sozial-&ouml;konomischen Faktoren (Externalisierung von Umweltkosten, &ouml;ffentliche-G&uuml;ter-Problematik usw.) nur schwer dauerhaft nachhaltig verhalten k&ouml;nnen.</p>
<p>Durch die Externalisierung von Umweltkosten senden die Produkte falsche Preissignale. Konsumenten und Produzenten befinden sich im Gefangenendilemma (das Klima erw&auml;rmt sich nicht langsamer, wenn ich allein auf Flugreisen verzichte). Menschen verhalten sich bei der Auswahl von G&uuml;tern in ihrer Mehrheit oft zweckrational, d.h. wenn eine &Ouml;l-Heizung W&auml;rme betriebswirtschaftlich preiswerter zur Verf&uuml;gung stellen kann als erneuerbare Energien (da die Folgekosten der Klimaver&auml;nderung nicht im &Ouml;l-Preis enthalten sind), werden die meisten Menschen die &Ouml;l-Heizung w&auml;hlen. Diesen sozial- &ouml;konomischen Faktoren kann sich kaum jemand vollst&auml;ndig entziehen. Die Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen sind unter ethischen Gesichtspunkten traurig aber unwiderlegbar: Ohne eine &Auml;nderung der Rahmenbedingungen mittels politisch-rechtlicher Instrumente wird es keine nachhaltige Entwicklung geben.</p>
<p>Die Erkenntnisse der Umwelt&ouml;konomie wurden in den 1990er Jahren durch zwei gro&szlig;e Untersuchungen empirisch best&auml;tigt. Deren Ergebnisse zeigten, dass sich hohes Umweltbewusstsein und umweltsch&auml;dliches Verhalten keinesfalls ausschlie&szlig;en. Umweltbewusste verf&uuml;gen im Durchschnitt &uuml;ber eine wesentlich h&ouml;here Ausbildung als die weniger Umweltbewussten, hierdurch verf&uuml;gen sie in der Regel &uuml;ber besser bezahlte Berufe. Zwar trennen sie sorgf&auml;ltiger ihren M&uuml;ll als die weniger Umweltbewussten und kaufen &uuml;berdurchschnittlich viele Mehrwegflaschen, ihr h&ouml;heres Einkommen f&uuml;hrt jedoch auch zu gr&ouml;&szlig;eren Wohnungen und Pkws sowie l&auml;ngeren und h&auml;ufigeren Flugreisen. Dies kompensiert meist ihre Bem&uuml;hungen, sich umweltfreundlicher zu verhalten (Kulke 1993; Bodenstein 1998). Dieser Unterschied zwischen Denken und Handeln wird auch deutlich, wenn man sich vor Augen f&uuml;hrt, dass der Energieverbrauch der Haushalte f&uuml;r Wohnzwecke zwischen 1995 und 2005 um weitere 3,5 Prozent gestiegen ist (UBA 2006/11: 1), obgleich Zweidrittel gro&szlig;e Sorge &uuml;ber die k&uuml;nftige Umweltsituation &auml;u&szlig;ern. Eine gro&szlig;e Mehrheit von 70 Prozent aller Deutschen vertritt die Ansicht: &#8222;dass die Bundesregierung mehr f&uuml;r den Umweltschutz tun soll&#8220; (ganze 2 Prozent fordern, das sie weniger tun soll, BMU 2006/11: 41). Die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung pl&auml;diert daf&uuml;r, &#8222;dass die Politik mit allen ihr zur Verf&uuml;gung stehenden Mitteln f&uuml;r eine deutliche Verringerung von klimasch&auml;dlichen Gasen zu sorgen hat, und zwar vor allem mit Vorschriften und F&ouml;rderprogrammen.&#8220; (BMU 2006/11: 42).</p>
<p>Aus diesen und anderen empirischen Daten zieht die neue Umwelt&ouml;konomie den Schluss, dass sich die Mehrheit der deutschen Bev&ouml;lkerung Umweltma&szlig;nahmen w&uuml;nscht, die f&uuml;r alle Wirtschaftsakteure gelten, weil sie bei individuellen Ma&szlig;nahmen nicht sicher sein k&ouml;nnen, dass sich die Mehrheit gleicherma&szlig;en umweltfreundlich verh&auml;lt (Problem des Gefangenendilemmas). Die Bev&ouml;lkerung verh&auml;lt sich an dieser Stelle viel rationaler, als die Mehrzahl der Politiker dies wahrhaben will. Eine Erfolg versprechende Strategie f&uuml;r eine nachhaltige Entwicklung beschr&auml;nkt sich also nicht allein auf eine Bewusstseinsbildung der Menschen, sie besteht vielmehr in der schrittweisen Umgestaltung der Rahmenbedingungen f&uuml;r Produzenten und Konsumenten, so dass eine &ouml;kologische Modernisierung der Volkswirtschaft zum Eigeninteresse aller Akteure wird. Gelingt diese Strategie der Einf&uuml;hrung von politisch-rechtlichen Instrumenten,</p>
<p>k&ouml;nnen auch die Strategiepfade einer nachhaltigen Entwicklung umgesetzt werden. Diese Aussagen gelten auch f&uuml;r die Unternehmen. Sie haben in ihrer &uuml;berwiegenden Mehrzahl bislang keine nachhaltige Umweltschutzpolitik betrieben. Zwar haben einzelne Unternehmen &#8211; z.B. im Rahmen von &Ouml;ko-Audits &#8211; beispielgebende Verbesserungen in ihren Produktionsmethoden durchgef&uuml;hrt, auf Grund falscher Rahmenbedingungen entwickeln sie aber nur selten wirklich nachhaltige Produkte. So produziert z. B. kein Automobilkonzern ein 1- bzw. 2-J,iter-Auto, vielmehr haben &#8222;Saurier-Fahrzeuge&#8220; mit 500 PS immer noch ein gr&ouml;&szlig;eres Prestige.</p>
<p>&Uuml;bersicht 2: Umweltpolitisches Instrumentarium</p>
<p><img decoding="async" border="1" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/vorg179_s20-1.jpg" width="380" height="257" alt=""></p>
<h2 class="auto-created">Potentiale einer &ouml;kolo&shy;gi&shy;schen Umstruk&shy;tu&shy;rie&shy;rung der Volks&shy;wirt&shy;schaft</h2>
<p>Die Behauptung, Umweltschutz koste nichts sondern spare durch die Senkung der externen Kosten per Saldo Geld ein, ist etwas undifferenziert, aber im Prinzip richtig auch wenn ein mathematischer Beweis aufgrund der bekannten Monetarisierungsprobleme (was kostet eine ausgestorbene Rotkehlchenart?) kaum erfolgen kann. &Ouml;kologische &Ouml;konomen sehen Umweltschutzma&szlig;nahmen als volkswirtschaftliche Investitionen an, die auch Geld (Kapital) kosten, ohne die gleichwohl keine Volkswirtschaft dauerhaft existieren kann.</p>
<p>Um zu ermessen, welche Auswirkungen verst&auml;rkte Umweltinvestitionen im Sinne eines &ouml;kologischen Umbaus der Volkswirtschaft auf die Zielgr&ouml;&szlig;en Besch&auml;ftigung und Bed&uuml;rfnisbefriedigung haben, ist es wichtig zu verstehen, dass eine Zunahme von Ausgaben (z.B. der Bau einer Solaranlage) nicht allein als Kosten anzusehen ist, sondern volkswirtschaftlich zugleich immer eine Steigerung von Einkommen darstellt (die Ausgaben von einem Wirtschaftsakteur z.B. einem &#8222;H&auml;uslebauer&#8220; sind immer die Einnahmen von einem anderen, z.B. einem Handwerker). Vorausgesetzt die anderen Ausgaben bleiben konstant, steigen also mit wachsenden Ausgaben f&uuml;r Umwelttechniken auch die Einkommen. Das nennt man wirtschaftliches Wachstum. &Uuml;bersteigt dieses Wachstum die Produktivit&auml;tssteigerungen entsteht hierdurch zus&auml;tzliche Besch&auml;ftigung. Das ist in Deutschland seit einigen Jahren der Fall.</p>
<p>Mit der modernen Umweltschutzgesetzgebung ist der Umweltschutzsektor zu einem der wichtigsten Besch&auml;ftigungsfelder in Deutschland geworden. Heute sind etwa 1,5 Mio. Menschen im Umweltschutzsektor besch&auml;ftigt (BMU 2006/03: 18). An diese &#8222;Erfolgsstory&#8220; k&ouml;nnte angekn&uuml;pft und ein zun&auml;chst auf 20 Jahre konzipiertes &#8222;Programm der &ouml;kologischen Modernisierung&#8220; durchgef&uuml;hrt werden. Dabei ginge es um die systematische &ouml;kologische Umstrukturierung der Wirtschaft mit dem Ziel, nachhaltige Produkte und Verfahren zu entwickeln, die die Grundbed&uuml;rfnisse der Menschen befriedigen k&ouml;nnen, und deren Einsatz sich durch den geringeren Ressourcenverbrauch langfristig z. T. selbst finanziert (z.B. Heiz&ouml;l durch Solaranlage). Um dieses Ziel zu erreichen, sollte ein Mix aus umweltpolitischen Instrumenten eingesetzt werden.</p>
<p>Aus Platzgr&uuml;nden wird im Folgenden statt einer ausf&uuml;hrlichen Beschreibung des Programms eine &Uuml;bersicht geboten (ausf&uuml;hrlich siehe J&auml;nicke 2002, Rogall 2004: 192 und Rogall 2006: 409).(5)</p>
<p><img decoding="async" border="1" alt="" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/vorg179_s21-1.jpg" width="380" height="236"><img decoding="async" border="1" alt="" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/vorg179_s22-1.jpg" width="372" height="500"></p>
<h2 class="auto-created">Fazit</h2>
<p>Der Beitrag hat die Erkenntnisse der &ouml;kologischen &Ouml;konomie und neuen Umwelt&ouml;konomie zusammengefasst, die zeigen, dass Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung (im Sinne eines selektiven Wachstums) einander bedingen. Ohne sie wird es keine dauerhafte Entwicklung auf der Erde geben. Funktionieren kann eine derartige nachhaltige Entwicklung nur wenn das heutige Wachstumsparadigma durch das Ziel eines selektiven Wachstums im Rahmen des Umweltraumes ersetzt wird.</p>
<p>Nachhaltigkeitsstrategien, die dieses Ziel allein durch ein umweltbewussteres Verhalten der Konsumenten erreichen wollen zielen zu kurz. Die sozial-&ouml;konomischen Faktoren (Externalisierung, Gefangendilemma u.v.a.m.) verhindern eine individuelle nachhaltige Verhaltensweise. An diesem Marktversagen wird sich mittelfristig nichts &auml;ndern. Eine zukunftsf&auml;hige Gesellschaft kann daher keine reine Marktwirtschaft sein, sondern nur eine sozial-&ouml;kologische Markt- oder Gemischtwirtschaft, in der die demokratischen Entscheidungstr&auml;ger politisch-rechtliche Instrumente im Sinne von &ouml;kologischen Leitplanken einf&uuml;hren. In der Folge w&uuml;rden nicht nur die Grenzen der Natur respektiert sondern auch die wichtigen &ouml;konomischen Ziele Besch&auml;ftigung und Bed&uuml;rfnisbefriedigung positiv beeinflusst.</p>
<p>* Der Artikel basiert auf der 2. Aufl. des Buches Rogall, H. (2008): &Ouml;kologische &Ouml;konomie -Neue Umwelt&ouml;konomie, Wiesbaden, das im April 2008 beim VS Verlag Wiesbaden erscheinen wird, alle Quellen die in dem Artikel nicht aufgef&uuml;hrt sind, finden sich dort.</p>
<p>1 &Uuml;ber die Grundlagen einer neuen Umwelt&ouml;konomie wird seit Ende der 90er Jahre im Zuge der Diskussion um den Beitrag der &Ouml;konomie f&uuml;r eine nachhaltige Entwicklung an der Fachhochschule f&uuml;r Wirtschaft Berlin (FHW) diskutiert. Sie versteht sich als Unterschule der &ouml;kologischen &Ouml;konomie. Dabei sprechen wir immer dann von neuer Umwelt&ouml;konomie, wenn es sich um unsere eigenen Positionen handelt, die von der Mehrheitsmeinung der &ouml;kologischen &Ouml;konomie abweicht (s. Rogall 2008, Kap. 4).</p>
<p>2 Die Argumentation muss hier aus Platzgr&uuml;nden sehr Holzschnittartig erfolgen, ohne eine gerechtere Verteilung des globalen Wohlstandes (z.B. &uuml;ber gerechtere Preise) wird es keine zukunftsf&auml;hige Entwicklung geben, das gilt allerdings auch f&uuml;r die Forderung nach einer schnellstm&ouml;glichen D&auml;mpfung des Bev&ouml;lkerungswachstums.</p>
<p>3 Die &ouml;kologische &Ouml;konomie (andere Autoren sprechen von &Ouml;konomik) ist in den 1980er Jahren aus der Kritik an der neoklassischen Umwelt&ouml;konomie entstanden, sie f&uuml;hlt sich einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet (vgl. Bartmann 1996 und Rogall 2002 und 2008).</p>
<p>4 Die Unterteilung erfolgt aus didaktischen Gr&uuml;nden, in der Realit&auml;t ergibt sich nat&uuml;rlich eine Reihe von &Uuml;berschneidungen, z.B. unterst&uuml;tzen Vertreter der Effizienzstrategie auch Techniken der Konsistenzstrategie wie umgekehrt Vertreter der Konsistenzstrategie Effizenzstrategien unterst&uuml;tzen. Auch kann z.B. die verst&auml;rkte Nutzung des Fahrrads als ein Teil der Konsistenz- wie der Suffizienzstrategie angesehen werden.</p>
<p>5 Die &ouml;kologischen Handlungsziele f&uuml;r 2020 und 2050 werden vorangestellt (die Reduktionsziele beziehen sich immer auf das Basisjahr 1990), gefolgt von den empfohlenen Techniken und den m&ouml;glichen Besch&auml;ftigungswirkungen. Den Zahlenangaben liegen Studien zu Grunde, die teilweise unterschiedliche Abgrenzungen verwenden, manchmal den Saldo zwischen Arbeitsplatzschaffung und Abbau und manchmal nur den reinen positiven Effekt angeben. Weiterhin handelt es sich um Szenarios, bei denen von optimalen politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen ausgegangen wird. Damit k&ouml;nnen die Angaben nur die potenziellen Gr&ouml;&szlig;enordnungen wiedergeben und d&uuml;rfen nicht einfach addiert werden. Immerhin k&ouml;nnten bei konsequenter Anwendung deutlich &uuml;ber eine Millionen Arbeitspl&auml;tze geschaffen werden. Ein Teil der Investitionskosten k&ouml;nnte durch die eingesparten nat&uuml;rlichen Ressourcen finanziert werden, der andere Teil bedeutet eine Umstrukturierung des Warenkorbes.</p>
<h2 class="auto-created">Literatur</h2>
<p>Abgeordnetenhaus von Berlin (2006): Lokale Agenda 21 &#8211; Berlin zukunftsf&auml;hig gestalten, Brosch&uuml;re, Berlin.</p>
<p>BMU (1998/04): Entwurf eines umweltpolitischen Schwerpunktprogramms, Brosch&uuml;re. BMU (2005/O1): Umwelt und Besch&auml;ftigung, Brosch&uuml;re.</p>
<p>BMU (2006/03): Wirtschaftssektor Umwelt, Brosch&uuml;re, Berlin.</p>
<p>BMU (2006/11): Umweltbewusstsein in Deutschland 2006, Brosch&uuml;re Berlin.</p>
<p>Bodenstein, G.; Elbers, H.; Spiller, A.; Zuhlsdorf, A. (1998): Umweltsch&uuml;tzer als Zielgruppe des &ouml;kologischen Innovationsmarketings &#8211; Ergebnisse einer Befragung von BUND-Mitgliedern, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der UNI Duisburg Nr. 246, Duisburg.</p>
<p>Daly, H. (1991): Steady-State Economics, 2. Auflage, San Francisco.</p>
<p>Daly, H. (1999): Wirtschaft jenseits vom Wachstum -Die Volkswirtschaftslehre nachhaltiger Entwicklung, Salzburg, M&uuml;nchen, original: Beyond Growth, The Economics of sustainable Develpoment, Boston 1996.</p>
<p>Deutscher Bundestag (2002/07): Endbericht der Enquete -Kommission Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung, BT-Drs. 14/9400 vom 7.7.2002.</p>
<p>Eppler, E. (1981): Wege aus der Gefahr, Reinbek.</p>
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<p>J&auml;nicke, M; Volkery, A. (2002): Agenda 2002 ff &#8211; Perspektiven und Zielvorgaben nachhaltiger Entwicklung f&uuml;r die n&auml;chste Legislaturperiode., Kurzgutachten f&uuml;r die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Heinrich-B&ouml;ll-Stiftung.</p>
<p>Kulke, U.: Sind wir im Umweltschutz nur Maulhelden?, in: Natur 3/1993.</p>
<p>Majer, H. (1984): Qualitatives Wachstum. Eine Einf&uuml;hrung in Konzeption der Lebensqualit&auml;t, Frankfurta.M.</p>
<p>Majer, H. (1999): Wachstum aus der Sicht der &ouml;kologischen &Ouml;konomie, in: Jahrbuch &Ouml;kologische &Ouml;konomik, Marburg, S. 320 ff.</p>
<p>Rogall, H. (2002): Neue Umwelt&ouml;konomie &#8211; &Ouml;kologische &Ouml;konomie, Opladen.</p>
<p>Rogall, K(2003): Akteure der nachhaltigen Entwicklung, M&uuml;nchen.</p>
<p>Rogall, H. (2004): &Ouml;konomie der Nachhaltigkeit &#8211; Handlungsfelder f&uuml;r Politik und Wirtschaft, Wies-baden.</p>
<p>Rogall, H. (2006): Volkswirtschaftslehre f&uuml;r Sozialwissenschaftler &#8211; eine Einf&uuml;hrung, Wiesbaden. Rogall, H. (2008): &Ouml;kologische &Ouml;konomie &#8211; Neue Umwelt&ouml;konomie, vollst&auml;ndig &uuml;berarbeitete und erweiterte Auflage 2. Auflage, erscheint im April 2008 beim VS Verlag Wiesbaden.</p>
<p>Schmidt-Bleek, F. (1994): Wie viel Umwelt braucht der Mensch? MIPS &#8211; das Ma&szlig; f&uuml;r &ouml;kologisches Wirtschaften, Berlin, Basel, Boston.</p>
<p>Stern, N. (2006): Stern Review &#8211; Der wirtschaftliche Aspekt des Klimawandels, Zusammenfassung: <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2006/11/2006-11-24wirtschaftliche-folgen" target="_blank" rel="noopener">http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2006/11/2006-11-24wirtschaftliche-folgen</a> des-klimawandels.html.</p>
<p>UBA- Umweltbundesamt (2006/11): wie private Haushalte die Umwelt nutzen &#8211; h&ouml;herer Energieverbrauch trotz Effizienzsteigerung, Papier. <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portaUcros/Sitesldesta" target="_blank" rel="noopener">http://www.destatis.de/jetspeed/portaUcros/Sitesldesta</a>&#8211;</p>
<p>tis/Internet/DE/Presse/pk/2006/LJGR/UBA-Hintergrundpapier,property=f le.pdf. UBA-Umweltbundesamt (2002): Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Berlin.</p>
<p>Weizs&auml;cker, E. U. v (1997): Erdpolitik, 5. Auflage, Darmstadt.</p>
<p>Yue, P. (2005): Das Wunder ist bald zu Ende, Interview in: Der Spiegel 10/2005.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/vorgaenge/179-vorgaenge/publikation/fuer-eine-oekologische-oekonomie/">Für eine ökologische Ökonomie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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