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	<title>Norbert Reichling und Paul Ciupke Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Nachruf auf Helge Klawitter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[huadminuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Dec 2021 23:27:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Vereinsnachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nachruf auf Helge Klawitter Helge Klawitter aus Essen hat sich nie in die erste Reihe gestellt, und auf den Delegiertenkonferenzen und Mitgliederversammlungen der Bundes-HU hat er sich in den letzten beiden Jahrzehnten rar gemacht. Aber gleichzeitig war er in Nordrhein-Westfalen kontinuierlich seit den 1970er Jahren eine verlässliche Säule der HU-Arbeit, die er auch mit eigenen, [weiterlesen]</p>
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<h3>Nachruf auf Helge Klawitter</h3>
<p>Helge Klawitter aus Essen hat sich nie in die erste Reihe gestellt, und auf den Delegiertenkonferenzen und Mitgliederversammlungen der Bundes-HU hat er sich in den letzten beiden Jahrzehnten rar gemacht. Aber gleichzeitig war er in Nordrhein-Westfalen kontinuierlich seit den 1970er Jahren eine verlässliche Säule der HU-Arbeit, die er auch mit eigenen, originellen Akzenten versah. Im Berufsleben Controller und Prokurist eines wichtigen Konzerns, hat Helge in der HU seine linken und menschenrechtspolitischen Interessen vertreten: beim Kampf gegen den § 218 und die Berufsverbote, bei der Kritik eines profitorientierten Miet- und Bodenrechts (ja, solche Themen gab es auch mal in der HU), bei der Begründung einer klaren Trennung von Staat und Kirchen und in friedenspolitischen Fragen. Während er in der Woche den Pflichten und äußerlichen Gewohnheiten des Managerdaseins nachging, fuhr er in den 1980er Jahren am Wochenende in das Friedenscamp nach Mutlangen, um die dort stationierten Pershing-II-Raketen zu blockieren.</p>
<p>Dass er nicht bei Theorien stehenblieb, zeigte er immer wieder: Er gehörte zu der Handvoll Leute, die 1971 das Bildungswerk der Humanistischen Union NRW auf die Beine stellten und damit staatliche Förderung für bürgerrechtliche Aufklärung ermöglichte; während andere „humanistische“ Reden schwangen, organisierte er Kurse, Tagungen und Diskussionen, zu Beginn z.B. auch eine Unmenge an Bildungsarbeit in NRW-Knästen. Seit das Bildungswerk dann ab 1978 professionalisiert arbeitete und auch expandierte, konnte er akzeptieren, dass das Themenspektrum sich ausweitete; er war weiterhin als Berater und Revisor im Hintergrund eminent wichtig, sorgte für die Seriosität der Ökonomie. Ein anderes Beispiel für seine Ernsthaftigkeit: In den 1990er Jahren nahm er aus Anlass der Jugoslawien-Kriege eine bosnische Familie in seinem Haus auf und organisierte mehrere Jahre lang eine Spendenkampagne für deren Unterhalt. Jahrzehntelange Mitarbeit im HU-Landesvorstand und die Finanzverantwortung dafür wollen wir gar nicht erst erwähnen….</p>
<p>Als er sich dann in den Ruhestand begab, nahm er ein Seniorenstudium im Bereich der Geschichte auf. Es war besonders die Wirtschaftsgeschichte, die ihn interessierte, hier konnte er an Themen und Anliegen aus seiner Studienzeit wieder anknüpfen. Zugleich engagierte er sich im Kampf gegen undemokratische internationale Freihandelsabkommen à la TTIP und CETA; in der Kritik ökonomischer Macht, intransparenter Verfahren und der Warnung vor der Umgehung von Umwelt- und Verbraucherschutzstandards konnte er sein berufliches Erfahrungswissen miteinbringen.</p>
<p>Seine Liberalität, geistige Offenheit und sein Humor ermöglichten es ihm, mit ganz verschiedenen Kulturen, Generationen und Situationen klarzukommen. Das Thema „menschenwürdiges Sterben“ war ihm seit vielen Jahren ein wichtiges, nicht nur abstraktes politisches Anliegen. Wir mussten akzeptieren, dass Helge Klawitter am 5. Oktober 2021 angesichts schwindender Lebensfreude und Mangel an politischer Hoffnung seinem Leben mit 78 Jahren ein Ende gesetzt hat. Seine rationale Freundlichkeit wird uns fehlen.</p>
<p><em>Paul Ciupke, Norbert Reichling</em></p>
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		<title>Karl Cervik verstorben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2012 15:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Nachrufe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 218/219 (Heft 3/4 2012), S. 29 Karl Cervik, &#132;Urgestein&#147; der Essener Humanistischen Union und Mitbegründer des Bildungswerks der HU NRW, ist am 22. Oktober 2012 in Geeste (Emsland) im Alter von 81 Jahren gestorben. Die 1960er bis 1980er Jahre der HU in Essen und NRW sind ohne ihn nicht denkbar: Er gründete einen [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 218/219 (Heft 3/4 2012), S. 29</p>
<p>Karl Cervik, &#132;Urgestein&#147; der Essener Humanistischen Union und Mitbegründer des Bildungswerks der HU NRW, ist am 22. Oktober 2012 in Geeste (Emsland) im Alter von 81 Jahren gestorben. Die 1960er bis 1980er Jahre der HU in Essen und NRW sind ohne ihn nicht denkbar: Er gründete einen &#132;Förderkreis Gemeinschaftsschule&#147; und trieb über dieses Bündnis wie auch über die HU die Delegitimation und Abschaffung der Konfessionsschulen voran, machte Reformvorschläge zur Heimerziehung, organisierte Vorträge, Tagungen und Ausstellungen zu allen damaligen HU-Themen und engagierte sich für Humanisierung und Öffnung des Strafvollzugs mit Gesprächskreisen und Beratungsarbeit. Zu den Themenkreisen Heimerziehung und Strafvollzug entwickelte er auch eine Schriftenreihe.</p>
<p>Karl kam aus armen Verhältnissen einer kinderreichen &#132;multikulturellen&#8220; Familie in Wien (der Vater stammte aus Kroatien und die Familie der Mutter aus Mähren), erlitt die damalige Heimerziehung im NS-Staat am eigenen Leib und wollte nach dem Krieg in die USA auswandern. Er blieb auf seinem Fußweg 1948 in Essen hängen, wurde Lehrling im Bergbau, arbeitete in einer Chemiefabrik und trat schließlich in die Dienste der Bundesbahn ein, wo er sich vom Streckengänger zum technischen Zeichner hocharbeitete. Parallel dazu waren ihm die eigene Bildung und die anderer immer ein großes Anliegen &#150; er besuchte regelmäßig die Volkshochschule, wurde zum Mitbegründer des HU-Bildungswerks NRW (war auch viele Jahre lang Vorsitzender), leitete Gesprächskreise in Gefängnissen und holte schließlich, mit fast 70 Jahren, sein Abitur nach.</p>
<p>Karl Cervik hat in seinen Ruhestandsjahren die Aufarbeitung seiner lebensgeschichtlichen Erfahrungen begonnen und mehrere historisch-biografische Veröffentlichungen vorgelegt &#8211; u.a. &#132;Kindermord in der Ostmark. Kindereuthanasie im Nationalsozialismus 1938-1945&#147; (2. Aufl. Münster 2004) und &#132;Der Abnahmebeschluss. Eine Kindheit in den nationalsozialistischen Fürsorge- und Erziehungsheimen der Gaue Wien, Niederdonau und Mainfranken&#8220; (2007). 2006 verlieh ihm das Land Wien für seine historische Aufklärungs-und Forschungsarbeit das Goldene Verdienstzeichen.</p>
<p>In der intellektuellen und von Juristen geprägten HU war der umtriebige Autodidakt Karl Cervik &#150; eingetreten Ende 1961! &#150; immer so etwas wie ein Exot; gut, dass unser Verein auch solchen Menschen eine politische Heimat und einen Aktionsraum geboten hat!</p>
<p><i>Norbert Reichling und Paul Ciupke</i></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/218-219/publikation/karl-cervik-verstorben/">Karl Cervik verstorben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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