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	<title>Christoph Bruch Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Informationsfreiheit im Grundgesetz verankern!</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/mitt-258/publikation/informationsfreiheit-im-grundgesetz-verankern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[humanistischeunion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2026 12:19:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundes-IFG]]></category>
		<category><![CDATA[IFG]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsfreiheitsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Publikationen: HU-Mitteilungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beschluss des Koalitionsausschusses: „32. Wir werden das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) unter Wahrung des Rechts auf den Zugang zu amtlichen Informationen und in Abstimmung mit dem BfDI weiterentwickeln und an die aktuellen Herausforderungen anpassen. Wir werden das komplizierte IFG für die Bürgerinnen und Bürger verständlicher und transparenter machen. Wir wollen die Auskunftsrechte künftig auf natürliche Personen fokussieren, [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/mitt-258/publikation/informationsfreiheit-im-grundgesetz-verankern/">Informationsfreiheit im Grundgesetz verankern!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Beschluss des Koalitionsausschusses:</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>„32. Wir werden das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) unter Wahrung des Rechts auf den Zugang zu amtlichen Informationen und in Abstimmung mit dem BfDI weiterentwickeln und an die aktuellen Herausforderungen anpassen. Wir werden das komplizierte IFG für die Bürgerinnen und Bürger verständlicher und transparenter machen. Wir wollen die Auskunftsrechte künftig auf natürliche Personen fokussieren, die ein berechtigtes Interesse an einer Auskunft haben und diese nicht durch andere Regelungen erreichen können. Dabei prüfen wir, ob wir den Kreis der betreffenden Personen auf in Deutschland lebende Deutsche und Unionsbürger beschränken. Wir wollen unsere Beschäftigten vor Anfeindungen und Drohungen schützen, indem wir die Namen der Mitarbeitenden schwärzen. In Zeiten einer komplexen Bedrohungslage von innen und von außen wollen wir die staatliche Resilienz erhöhen und dem besonderen Schutzbedarf bestimmter Bereiche wie dem der Kritischen Infrastruktur, der Spionageabwehr, der Terrorismusbekämpfung oder auch der wissenschaftlichen Forschung stärker Rechnung tragen. Die IFG-Gebühren werden wir im Einklang mit dem Kostendeckungsprinzip anpassen.“</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Öffentlichkeit ist die politische Währung von Demokratien. Die Forderung nach Öffentlichkeit für Regierungshandeln richtet sich seit der Aufklärung gegen das Prinzip des Amtsgeheimnisses, das Kennzeichen undemokratischer Herrschaftsausübung ist. Informationsfreiheitsgesetze etablieren Verwaltungsöffentlichkeit als Prinzip, das als voraussetzungsloser Informationsanspruch für alle konkretisiert wird.</p>
<p>Der Koalitionsausschuss hat am 1. Juli 2026 die faktische Abschaffung des Bundesinformationsfreiheitsgesetzes (Bundes-IFG) beschlossen. Im Innenministerium gibt es darüber hinaus Pläne, der Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit die Zuständigkeit für die Informationsfreiheit zu entziehen. Mit ihrem Beschluss rütteln die Mitglieder des Koalitionsausschusses ohne Not an einer Grundfeste demokratischer Regierungssysteme.</p>
<p>Die Parteien der Regierungskoalition stellen mit diesem Vorhaben ihre Rolle als Schützer der Demokratie, mit der sie sich von der AfD abgrenzen wollen, in Frage.</p>
<p>Als Konsequenz fordert die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union (HU) stattdessen: <em>Die Informationsfreiheit als Prinzip der Verwaltungsöffentlichkeit muss jetzt im Grundgesetz verankert werden!</em></p>
<p>Die geplante Einschränkung des Kreises der Antragsberechtigten, die Einführung einer Begründungspflicht und die Erhöhung der Bearbeitungsgebühren haben offensichtlich die Verhinderung erfolgreicher Anträge insbesondere von Journalistinnen und Journalisten sowie Nichtregierungsorganisationen zum Ziel. Dieses antidemokratische Vorhaben steht im offenen Widerspruch zum Versprechen im Koalitionsvertrag, das Informationsfreiheitsgesetz mit einem Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger reformieren zu wollen.</p>
<p>Innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion formiert sich Kritik gegen die faktische Abschaffung des Bundes-IFG. Wie wirksam dieser Widerstand ist, ist derzeit nicht absehbar. Falls es ähnliche Kritik in den Unionsfraktionen geben sollte, ist davon bisher nichts an die Öffentlichkeit gedrungen.</p>
<p>Die HU fragt: <em>Ist nach dem Demokratieverständnis der Unions-Bundestagsfraktionen das Bundes-IFG entbehrlich?</em></p>
<p>Informationsfreiheitsgesetze sind international verbreitet und sind Standard für gutes Regieren in demokratischen Staaten. Deutschland ist im Jahr 2016 während der Kanzlerschaft von Angela Merkel dem global agierenden Open Government Partnership beigetreten. Im aktuellen Bericht der Bundesregierung wird angekündigt, die Informationsfreiheit in Deutschland auf Bundesebene durch ein Transparenzgesetz stärken zu wollen.</p>
<p>Das Bundes-IFG ermöglicht den betroffenen öffentlichen Stellen, die Herausgabe von Informationen, deren Freigabe nach ihrer Einschätzung zum Beispiel die öffentliche Sicherheit gefährdet, zu verweigern. Für Anpassungen aufgrund der neuen Sicherheitslage ist keine Gesetzesänderung notwendig.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Christoph Bruch</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/mitt-258/publikation/informationsfreiheit-im-grundgesetz-verankern/">Informationsfreiheit im Grundgesetz verankern!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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		<title>Informationsfreiheit im Grundgesetz verankern!</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/pressemeldungen/informationsfreiheit-im-grundgesetz-verankern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[humanistischeunion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2026 09:09:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsrecht in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Anti-Terror-Kampf]]></category>
		<category><![CDATA[Bundes-IFG]]></category>
		<category><![CDATA[IFG]]></category>
		<category><![CDATA[Pressemitteilung]]></category>
		<category><![CDATA[Terrorismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Beschluss des Koalitionsausschusses &#8222;32. Wir werden das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) unter Wahrung des Rechts auf den Zugang zu amtlichen Informationen und in Abstimmung mit dem BfDI weiterentwickeln und an die aktuellen Herausforderungen anpassen. Wir werden das komplizierte IFG für die Bürgerinnen und Bürger verständlicher und transparenter machen. Wir wollen die Auskunftsrechte künftig auf natürliche Personen fokussieren, [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/pressemeldungen/informationsfreiheit-im-grundgesetz-verankern/">Informationsfreiheit im Grundgesetz verankern!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: right;"><em>Beschluss des Koalitionsausschusses</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>&#8222;32. Wir werden das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) unter Wahrung des Rechts auf den Zugang zu amtlichen Informationen und in Abstimmung mit dem BfDI weiterentwickeln und an die aktuellen Herausforderungen anpassen. Wir werden das komplizierte IFG für die Bürgerinnen und Bürger verständlicher und transparenter machen. Wir wollen die Auskunftsrechte künftig auf natürliche Personen fokussieren, die ein berechtigtes Interesse an einer Auskunft haben und diese nicht durch andere Regelungen erreichen können. Dabei prüfen wir, ob wir den Kreis der betreffenden Personen auf in Deutschland lebende Deutsche und Unionsbürger beschränken. Wir wollen unsere Beschäftigten vor Anfeindungen und Drohungen schützen, indem wir die Namen der Mitarbeitenden schwärzen. In Zeiten einer komplexen Bedrohungslage von innen und von außen wollen wir die staatliche Resilienz erhöhen und dem besonderen Schutzbedarf bestimmter Bereiche wie dem der Kritischen Infrastruktur, der Spionageabwehr, der Terrorismusbekämpfung oder auch der wissenschaftlichen Forschung stärker Rechnung tragen. Die IFG-Gebühren werden wir im Einklang mit dem Kostendeckungsprinzip anpassen.&#8220;</em></p>
</blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Öffentlichkeit ist die politische Währung von Demokratien. Die Forderung nach Öffentlichkeit für Regierungshandeln richtet sich seit der Aufklärung gegen das Prinzip des Amtsgeheimnisses, das Kennzeichen undemokratischer Herrschaftsausübung ist. Informationsfreiheitsgesetze etablieren Verwaltungsöffentlichkeit als Prinzip, das als voraussetzungsloser Informationsanspruch für alle konkretisiert wird.</p>
<p>Der Koalitionsausschuss hat am 1. Juli 2026 die faktische Abschaffung des Bundesinformationsfreiheitsgesetzes (Bundes-IFG) beschlossen. Im Innenministerium gibt es darüber hinaus Pläne, der Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit die Zuständigkeit für die Informationsfreiheit zu entziehen. Mit ihrem Beschluss rütteln die Mitglieder des Koalitionsausschusses ohne Not an einer Grundfeste demokratischer Regierungssysteme.</p>
<p>Die Parteien der Regierungskoalition stellen mit diesem Vorhaben ihre Rolle als Schützer der Demokratie, mit der sie sich von der AfD abgrenzen wollen, in Frage.</p>
<p>Als Konsequenz fordert die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union (HU) stattdessen: <em>Die Informationsfreiheit als Prinzip der Verwaltungsöffentlichkeit muss jetzt im Grundgesetz verankert werden!</em></p>
<p>Die geplante Einschränkung des Kreises der Antragsberechtigten, die Einführung einer Begründungspflicht und die Erhöhung der Bearbeitungsgebühren haben offensichtlich die Verhinderung erfolgreicher Anträge insbesondere von Journalistinnen und Journalisten sowie Nichtregierungsorganisationen zum Ziel. Dieses antidemokratische Vorhaben steht im offenen Widerspruch zum Versprechen im Koalitionsvertrag, das Informationsfreiheitsgesetz mit einem Mehrwert für Bürgerinnen und Bürger reformieren zu wollen.</p>
<p>Innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion formiert sich Kritik gegen die faktische Abschaffung des Bundes-IFG. Wie wirksam dieser Widerstand ist, ist derzeit nicht absehbar. Falls es ähnliche Kritik in den Unionsfraktionen geben sollte, ist davon bisher nichts an die Öffentlichkeit gedrungen.</p>
<p>Die HU fragt: <em>Ist nach dem Demokratieverständnis der Unions-Bundestagsfraktionen das Bundes-IFG entbehrlich?</em></p>
<p>Informationsfreiheitsgesetze sind international verbreitet und sind Standard für gutes Regieren in demokratischen Staaten. Deutschland ist im Jahr 2016 während der Kanzlerschaft von Angela Merkel dem global agierenden Open Government Partnership beigetreten. Im aktuellen Bericht der Bundesregierung wird angekündigt, die Informationsfreiheit in Deutschland auf Bundesebene durch ein Transparenzgesetz stärken zu wollen.</p>
<p>Das Bundes-IFG ermöglicht den betroffenen öffentlichen Stellen, die Herausgabe von Informationen, deren Freigabe nach ihrer Einschätzung zum Beispiel die öffentliche Sicherheit gefährdet, zu verweigern. Für Anpassungen aufgrund der neuen Sicherheitslage ist keine Gesetzesänderung notwendig.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Christoph Bruch</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/pressemeldungen/informationsfreiheit-im-grundgesetz-verankern/">Informationsfreiheit im Grundgesetz verankern!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Ressortplanung: Informationsfreiheit  Direkte Demokratie  Partizipation</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/215-216/publikation/ressortplanung-informationsfreiheit-direkte-demokratie-partizipation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2012 13:16:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 28f. Das Informationsfreiheitsgesetz des Bundes (IFG) wurde in diesem Jahr f&#252;nf Jahre alt. Derzeit l&#228;uft eine Evaluation durch das Deutsche Forschungsinstitut f&#252;r &#214;ffentliche Verwaltung Speyer, deren Ergebnisse demn&#228;chst vorgestellt werden sollten. Wir wollen uns an der Diskussion dieser Ergebnisse beteiligen und im Rahmen einer evtl. Novellierung des Gesetzes f&#252;r [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/215-216/publikation/ressortplanung-informationsfreiheit-direkte-demokratie-partizipation/">Ressortplanung: Informationsfreiheit  Direkte Demokratie  Partizipation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 215/216 (Heft 1/2012), S. 28f.</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/bruch_02.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-4058 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/bruch_02.jpg" alt="Ressortplanung: Informationsfreiheit &#8211; Direkte Demokratie &#8211; Partizipation" width="100" height="139"></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p>Das Informationsfreiheitsgesetz des Bundes (IFG) wurde in diesem Jahr f&uuml;nf Jahre alt. Derzeit l&auml;uft eine Evaluation durch das Deutsche Forschungsinstitut f&uuml;r &Ouml;ffentliche Verwaltung Speyer, deren Ergebnisse demn&auml;chst vorgestellt werden sollten. Wir wollen uns an der Diskussion dieser Ergebnisse beteiligen und im Rahmen einer evtl. Novellierung des Gesetzes f&uuml;r eine Verbesserung des Akteneinsichtsrechts einsetzen. Dabei werden wir auf folgende Aspekte besonders achten:</p>
<ul>
<li>Zersplitterung der Informationsrechte und uneinheitliche Regeln bei IFG, UIG, VIG und IWG; </li>
<li>Diskussion um Ausnahmetatbest&auml;nde</li>
<li>Verwaltungsaufwand f&uuml;r Beh&ouml;rden </li>
</ul>
<p>Die Informationsfreiheit ist f&uuml;r die Humanistische Union eine der historisch uneingel&ouml;sten Forderungen der Revolution von 1848. F&uuml;r uns steht ihr demokratietheoretischer Aspekt (Transparenz der Exekutive) im Vordergrund. Wir unterst&uuml;tzen den Vorschlag von B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen, den Anspruch auf Informationsfreiheit im Grundgesetz zu verankern. Wir wollen dieses Anliegen zum Schwerpunkt innerhalb des Ressorts machen. Dazu werden wir einen eigenen Gesetzentwurf erarbeiten und diesen im Rahmen einer Fachtagung der kritischen Diskussion stellen.</p>
<p>Daneben beobachten wir derzeit zahlreiche Initiativen, die sich um eine fr&uuml;here und st&auml;rkere B&uuml;rgerbeteiligung im Planungsverfahren bem&uuml;hen. Da es sich hierbei um l&auml;nderspezifische Regelungen und eine schwierige Rechtsmaterie handelt, wird sich die HU aus Kapazit&auml;tsgr&uuml;nden hieran nicht beteiligen.</p>
<h5>Open Data / Open Government</h5>
<p>Aus der Perspektive der HU ist zu pr&uuml;fen, inwieweit Forderungen nach Open Data, die von den betroffenen Stellen auch betriebswirtschaftlich betrachtet werden, die demokratietheoretische fundierte Forderung nach Verwaltungstransparenz kompromittieren k&ouml;nnten. Der Zielkonflitk wird beispielsweise deutlich bei der Forderung nach einer Aufnahme eines Transparenzgebotes in die Verfassung. Die Forderung nach Open Data mit all ihren Implikationen ist dagegen eine praktische Umsetzung des Transparenzgebotes, die &uuml;ber das einfach- oder verfassungsrechtlich gebotene Ma&szlig; an Transparenz hinausgehen kann und soll. Im internationalen Vergleich ist Deutschland im Bereich Verwaltungstransparenz ein Nachz&uuml;gler. So hat sich die deutsche Bundesregierung etwa gegen einen Beitritt zum Open Government Partnership (<a href="http://www.opengovpartnership.org/" target="_blank" rel="noopener">http://www.opengovpartnership.org/</a>) entschieden. Die HU sollte zu einer Bewertung dieser Initiative kommen und gegebenenfalls die Bundesregierung zum Beitritt auffordern. Sofern die HU die Open Government Partnership positiv bewertet, k&ouml;nnte sie sich selbst innerhalb der vorgesehenen zivilgesellschaftliche Beteiligung einbringen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/215-216/publikation/ressortplanung-informationsfreiheit-direkte-demokratie-partizipation/">Ressortplanung: Informationsfreiheit  Direkte Demokratie  Partizipation</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Neue Schutz- und Partizipationsrechte für die Deutschen?</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/201/publikation/neue-schutz-und-partizipationsrechte-fuer-die-deutschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Aug 2008 12:40:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz als Grundrecht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.humanistische-union.de/publikationen/publikation/neue-schutz-und-partizipationsrechte-fuer-die-deutschen/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Humanistische Union k&#252;ndigt eigenen Vorschlag zur Verfassungsreform f&#252;r einen besseren Schutz der Privatsph&#228;re und die Einf&#252;hrung direktdemokratischer Partizipationsrechte an. Aus: Mitteilungen Nr. 201, S. 3/4 Seit Jahren wird die b&#252;rgerrechtliche Situation in Deutschland von einer Serie von Erweiterungen der Handlungsspielr&#228;ume der Sicherheitsbeh&#246;rden und damit korrespondierenden Beschr&#228;nkungen der B&#252;rgerrechte, speziell des Schutzes der Privatsph&#228;re gepr&#228;gt. Wiederholt [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/201/publikation/neue-schutz-und-partizipationsrechte-fuer-die-deutschen/">Neue Schutz- und Partizipationsrechte für die Deutschen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Humanistische Union k&uuml;ndigt eigenen Vorschlag zur Verfassungsreform f&uuml;r einen besseren Schutz der Privatsph&auml;re und die Einf&uuml;hrung direktdemokratischer Partizipationsrechte an. Aus: Mitteilungen Nr. 201, S. 3/4</p>
<p>Seit Jahren wird die b&uuml;rgerrechtliche Situation in Deutschland von einer Serie von Erweiterungen der Handlungsspielr&auml;ume der Sicherheitsbeh&ouml;rden und damit korrespondierenden Beschr&auml;nkungen der B&uuml;rgerrechte, speziell des Schutzes der Privatsph&auml;re gepr&auml;gt. Wiederholt wurde der ma&szlig;lose Machthunger der Sicherheitsbeh&ouml;rden und ihrer willigen Partner in den deutschen Parlamenten von den Gerichten gestoppt. Statt Umdenken bewirkten diese Zur&uuml;ckweisungen regelm&auml;&szlig;ig Versuche, die gerichtlich formulierten Schranken zu umgehen. Den H&ouml;hepunkt dieser Missachtung des deutschen Verfassungsrechtes bildet die Haltung des amtierenden Verteidigungsministers, der auf das Kassieren des Luftsicherheitsgesetzes mit der Ank&uuml;ndigung reagierte, auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes Passagierflugzeuge durch Jagflugzeuge der Bundeswehr abschie&szlig;en lassen zu wollen, wenn er dies zum Schutz der Bev&ouml;lkerung f&uuml;r notwendig halte. Als rechtliche Legitimation berief er sich auf das Vorliegen eines &uuml;bergesetzlichen Notstandes. [1]</p>
<p>Andauernde und sich st&auml;ndig verst&auml;rkende Proteste, bei denen die Humanistische Union eine wichtige Rolle spielt, konnten diese Erosion des Rechtsstaates bremsen, aber nicht aufhalten. Dieser Trend kann unter Umst&auml;nden durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das Online-Durchsuchungen weitgehend f&uuml;r unvereinbar mit Artikel 13 des Grundgesetzes (Schutz des Wohnraums) erkl&auml;rte, zumindest teilweise umgekehrt werden. Es hat dazu beigetragen, den Datenschutz nach Jahren politischer Defensive in die Offensive zu bringen.</p>
<p>Die Bundestagsfraktion von B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen hat das Urteil zum Anlass genommen, einen Gesetzesvorschlag zu einer Verfassungs&auml;nderung auszuarbeiten, mit dem das neue &bdquo;Grundrecht auf Integrit&auml;t und Vertraulichkeit informationstechnischer Systeme&#8220; als auch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung explizit in das Grundgesetz aufgenommen werden sollen. [2] Der Gesetzentwurf wurde am 18. Juni in den Bundestag eingebracht. Er sieht neben der Aufnahme des Datenschutzes vor, bisher nur auf Landesebene m&ouml;gliche Volksentscheide auch auf der Bundesebene einzuf&uuml;hren sowie das unvollst&auml;ndig geltende Informationsfreiheitsrecht (Bund, Brandenburg, Berlin, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Hamburg, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Th&uuml;ringen) im Grundgesetz zu verankern.</p>
<p>Der Bundesvorstand der Humanistischen Union misst dem Vorhaben der Gr&uuml;nen gro&szlig;e Bedeutung zu, obwohl die politischen Rahmenbedingungen alles andere als g&uuml;nstig sind. Die Diskussion &uuml;ber Notwendigkeit und w&uuml;nschenswerte Auspr&auml;gungen des Rechtes auf Informationelle Selbstbestimmung sowie der politischen Partizipation im Grundgesetz er&ouml;ffnen uns die M&ouml;glichkeit, Positionen zu Kernthemen der Humanistischen Union programmatisch weiter zu entwickeln und einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit darzulegen. Gleichzeitig stellt diese Chance f&uuml;r die Humanistische Union auch eine Herausforderung dar. Ein ausgearbeiteter Vorschlag zur Erweiterung des Grundgesetzes setzt eine Diskussion &uuml;ber unser Staats- bzw. Demokratieverst&auml;ndnis voraus, das auch mittel- und langfristig in Einklang mit unseren politischen Forderungen stehen sollte.</p>
<p>Der Vorschlag der Gr&uuml;nen Bundestagsfraktion f&uuml;r das Grundrecht auf Datenschutz sind von Christian Rath in der Tageszeitung [3] deutlich kritisiert worden. Sie bleiben nach seiner Ansicht hinter den durch die st&auml;ndige Rechtssprechung des Verfassungsgerichts erreichten Datenschutzstandards zur&uuml;ck, weil sie etwa das Gebot der Zweckbindung von Daten nicht aufnehmen.</p>
<p>Auch die Platzierung einer Bestimmung zur Informationsfreiheit bedarf sorgf&auml;ltiger &Uuml;berlegungen. Zun&auml;chst scheint der Vorschlag der Gr&uuml;nen naheliegend, Artikel 5 GG zu erg&auml;nzen. Ein Blick in die Verfassung des Landes Brandenburg zeigt indes, dass andere Ans&auml;tze zielf&uuml;hrender sein k&ouml;nnten. Die brandenburgische ist die einzige deutsche Verfassung, die ein Informationsfreiheitsgebot (voraussetzungsloses Akteneinsichtsrecht) enth&auml;lt. Dort findet sich innerhalb des dritten Abschnittes (&bdquo;Politische Gestaltungsrechte&#8220;) das Akteneinsichtsrecht dem &bdquo;Recht auf politische Mitgestaltung&#8220; (Artikel 21) zugeordnet, unmittelbar neben Wahlen und Volksabstimmungen (Artikel 22).</p>
<p>Das Grundgesetz kennt leider keine &bdquo;Politischen Gestaltungsrechte&#8220;. Dem viel zitierten Satz &bdquo;Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.&#8220; (und weiter: &bdquo;Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausge&uuml;bt.&#8220;), der in Deutschland die Volkssouver&auml;nit&auml;t begr&uuml;ndet, fehlt die konkrete Ausgestaltung. Die Ausgestaltung der Volkssouver&auml;nit&auml;t &ndash; das konstituierende Merkmal einer Demokratie &ndash; in Deutschland verweist den Souver&auml;n bei der Durchsetzung von Forderungen in unangemessener Weise an die vermittelnde Instanz der Parteien.</p>
<p>Vergleichbar verh&auml;lt es sich bei der Willensbildung, f&uuml;r die das voraussetzungslose Akteneinsichtsrecht (Informationsfreiheit) wichtig ist. Es herrscht &uuml;ber alle politischen Lager hinweg Einigkeit dar&uuml;ber, dass sich politische Beteiligungsrechte nur mit einem freien Informationszugang sinnvoll nutzen lassen. Nach deutschem Recht war bis 1999, dem Jahr des Inkrafttretens des ersten deutschen Informationsfreiheitsgesetzes, ein Auskunftsanspruch unabh&auml;ngig von pers&ouml;nlicher Betroffenheit auf Journalisten beschr&auml;nkt. Auch die Gerichte bis zum Bundesverfassungsgericht hielten die diesbez&uuml;gliche Abh&auml;ngigkeit des Souver&auml;ns von den Medien f&uuml;r angemessen. Dieser Auffassung von Demokratie entspricht der grundgesetzliche Schutz der Informationsfreiheit in Artikel 5 GG, der diese eben nicht als ein subjektives &ouml;ffentliches Recht oder als Teil einer umfangreicheren Ausgestaltung direkter Partizipationsrechte, sondern lediglich als Abwehrrecht gegen Zensur fasst.</p>
<p>Kritik an der Ausgestaltung politischer Partizipationsrechte auf Landes- und Bundesebene stehen erfreuliche Entwicklungen gegen&uuml;ber: Im vergangenen Jahr hat das Land Berlin die H&uuml;rden f&uuml;r Volksbegehren und Volksentscheide abgesenkt und inhaltliche Beschr&auml;nkungen zur&uuml;ckgefahren. Der Berliner Landesverband der Humanistischen Union war bei der Kampagne f&uuml;r die daf&uuml;r notwendige Verfassungs&auml;nderung in einem breiten B&uuml;ndnis an zentraler Position beteiligt. Zu den Unterst&uuml;tzern der Forderung nach mehr direkter Demokratie auf Bundesebene geh&ouml;rt inzwischen auch der amtierende Vorsitzende Richter des Bundesverfassungsgerichtes, Hans-J&uuml;rgen Papier. [4] Auf der anderen Seite geh&ouml;rt Deutschland im Europarat, wo derzeit eine Konvention f&uuml;r europ&auml;ische Mindeststandards f&uuml;r Informationsfreiheit verhandelt wird, der Gruppe der Skeptiker an.</p>
<p>Die Humanistische Union wird sich daf&uuml;r einsetzen, dass im Zuge einer Verfassungs&auml;nderung erreichte Standards im Datenschutz nicht aufgeweicht und die in Deutschland wenig entwickelten direkten politischen Partizipationsrechte entsprechend dem aktuellen Demokratieverst&auml;ndnis gest&auml;rkt werden.</p>
<p><i>Christoph Bruch<br />ist Leiter der Stabsstelle &bdquo;Open Access&#8220; der Max-Planck-Gesellschaft und Mitglied des Bundesvorstandes der Humanistischen Union</i></p>
<p>[1] Stellungnahme des Bundesministers f&uuml;r Verteidigung, Dr. Franz Josef Jung, siehe <a href="http://www.tagesschau.de/" target="_blank" rel="noopener">http://www.tagesschau.de/</a> inland/meldung133150.html</p>
<p>[2] &bdquo;Entwurf eines &#8230; Gesetzes zur &Auml;nderung des Grundgesetzes (Artikel 2a, 5a, 13a, 19)&#8220; der Bundestagsfraktion B&uuml;ndnis 90/Die Gr&uuml;nen, BT-Drs. 16/9607, <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/096/1609607.pdf" target="_blank" rel="noopener">http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/096/1609607.pdf</a></p>
<p>[3] Christian Rath: Karlsruhe war schon weiter. Tageszeitung vom 17.6.2008, <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/karlsruhe-war-schon-weiter/" target="_blank" rel="noopener">http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/karlsruhe-war-schon-weiter/</a></p>
<p>[4] Ralf Neukirch: Packen, wo es weh tut. (Die Zukunft der Demokratie VII). Der Spiegel vom 16.6.2008, S. 88f.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/201/publikation/neue-schutz-und-partizipationsrechte-fuer-die-deutschen/">Neue Schutz- und Partizipationsrechte für die Deutschen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Bündnisarbeit im Forum Menschenrechte</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/193/publikation/buendnisarbeit-im-forum-menschenrechte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Jul 2006 16:45:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verbandsnachrichten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 193, S. 12-14 Humanis&#173;ti&#173;sche Union erneuert ihr Engagement im Forum Menschen&#173;rechte Das Forum Menschenrechte (FMR) beschreibt sich als &#132;ein Netzwerk von mehr als 40 (s. Kasten) deutschen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich für einen verbesserten, umfassenden Menschenrechtsschutz einsetzen &#150; weltweit, in bestimmten Weltregionen, Ländern und in der Bundesrepublik Deutschland. Das Forum wurde 1994 im [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 193, S. 12-14</p>
<h5>Humanis&shy;ti&shy;sche Union erneuert ihr Engagement im Forum Menschen&shy;rechte</h5>
<p>Das Forum Menschenrechte (FMR) beschreibt sich als &#132;ein Netzwerk von mehr als 40 (s. Kasten) deutschen Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die sich für einen verbesserten, umfassenden Menschenrechtsschutz einsetzen &#150; weltweit, in bestimmten Weltregionen, Ländern und in der Bundesrepublik Deutschland. Das Forum wurde 1994 im Anschluss an die Wiener Weltmenschenrechtskonferenz gegründet.&#8220; Die HU gehört zu seinen Gründungsmitgliedern.Organisatorisch gliedert sich das FMR in einen Koordinierungskreis genannten Vorstand mit angegliedertem Sekretariat sowie das Plenum und aus seinen Mitgliedern gebildeten Arbeitsgruppen. Bis zum Ende der letzten Amtsperiode vertrat Ingeborg Rürup die HU im FMR und gehörte dort auch dem Koordinierungskreis an. Mit ihrem Rückzug aus der aktiven Mitarbeit beim FMR verlor die HU ihre Vertretung im Vorstand. Seit Januar 2006 gehören die folgenden Personen dem Koordinierungskreis an:</p>
<p>&#149; Günter Burkhardt, Pro Asyl</p>
<p>&#149; Selmin á&#128;¡aliskan, Medica Mondiale</p>
<p>&#149; Henny Engels, Deutscher Frauenrat</p>
<p>&#149; Barbara Lochbihler, amnesty international</p>
<p>&#149; Jochen Motte, Vereinte Evangelische Mission</p>
<p>&#149; Albert Riedelsheimer, Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge</p>
<p>&#149; Beate Wagner, Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen</p>
<p>&#149; Dieter Zabel, Missio München</p>
<p>Durch den Rückzug von Ingeborg Rürup ergab sich für den Bundesvorstand die Notwendigkeit, über die zukünftigen Aktivitäten der HU im FMR zu entscheiden. Seit Januar 2005 vertreten Rosemarie Will und Martina Kant die HU im Plenum des Forums. Unterstützt werden sie dabei von Christoph Bruch.Bei der Bearbeitung der inhaltlichen Schwerpunkte des FMR spielt &#150; anders als bei der HU &#150; die internationale Perspektive eine wesentliche Rolle. Die Bedeutung dieser internationalen Ausrichtung wird durch die Überlegung illustriert, wie das FMR seine Präsenz in Genf, dem Sitz des UN- Menschenrechtshochkommissariats, organisieren kann. Im Plenum des FMR wurde auf Anfrage der HU, welche Aufmerksamkeit der nationalen Menschenrechtssituation bei der Arbeit des FMR gewidmet werden solle, geantwortet, dass man ein diesbezügliches weiteres Engagement der HU sehr begrüßen würde. Als organisatorischer Rahmen für diese Engagement bot sich die &#132;AG Innenpolitik&#147; an.</p>
<p>Zu den wesentlichen Aktivitäten dieser Arbeitsgemeinschaft zählt die Organisation jährlicher Fachgespräche mit dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages und in diesem Jahr auch mit dem Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Peter Altmeier, zum Zuwanderungsgesetz. Die Humanistische Union nahm mit Rosemarie Will und Christoph Bruch am Innenausschuss-Gespräch teil und trug dort zu den Themen Vorratsdatenspeicherung, Folterverbot, Geheimdienstkontrolle, Menschenverschleppung durch Geheimdienste (rendition) und Informationsfreiheit vor.Um innenpolitische Themen im Forum weiter voranzubringen, stimmte das Plenum auf der Jahresklausur des Forum Menschenrechte im Januar dieses Jahres der Gründung der Ad-hoc-Arbeitsgruppe &#132;Terrorismusbekämpfung und Menschenrechte&#147; zu. Martina Kant hat als HU-Vertreterin die Koordination der AG übernommen (Weiteres dazu weiter unten).</p>
<p>Auch zukünftig wird die Intensität des Engagements der HU im Forum Menschenrechte eng damit verknüpft sein, wie sich Themen, die ohnehin von der HU bearbeitet werden, in das Themenspektrum des FMR einbetten lassen, da die Arbeitsbelastung der Bundesgeschäftsstelle und des Bundesvorstandes nicht mehr zulassen.</p>
<p>Für die HU ist das Engagement im FMR attraktiv, weil das breite Spektrum der Mitgliedsorganisationen der HU Kontakte in gesellschaftliche Bereiche eröffnet, in welchen sie traditionell weniger gut vernetzt ist. Die Arbeit der HU wird im FMR mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und wirkt sich auch auf die von ihm vertretenen Positionen aus. Aktuellstes Beispiel für diese Rolle der HU ist eine für das kommende Plenum angesetzte Diskussion zu der Frage, ob Regelungen zum Themenfeld Patientenverfügung und humanes Sterben ein Menschenrechtsthema sind. Hierzu bestehen Differenzen in der Auffassung religiös und säkular orientierter Menschen- und Bürgerrechtsorganisationen.</p>
<h5>Ad-hoc-&shy;A&shy;r&shy;beits&shy;gruppe &bdquo;Terro&shy;ris&shy;mus&shy;be&shy;k&auml;mp&shy;fung und Menschen&shy;rechte&ldquo;</h5>
<p>Innenpolitische Themen jenseits von Migrations- und Asylrechtspolitik waren in den letzten Jahren im Forum Menschenrechte nach Ansicht vieler Mitgliedsorganisationen zu kurz gekommen. Bereits bei der Jahresklausur im vergangenen Jahr zeigten sich VertreterInnen verschiedener Organisationen sehr interessiert daran, dass wieder verstärkt Menschen-/Grundrechtsprobleme aus dem Bereich innerer Sicherheit, Terrorismusbekämpfung u.a. in den Fokus des FMR rücken sollten. Für die diesjährige Jahresklausur im Januar stand daher in einem Workshop die &#132;Weiterentwicklung der AG Innenpolitik&#147; auf der Agenda. Martina Kant als HU-Vertreterin und Elena Deipenbrock für die Gustav Heinemann-Initiative nahmen daran teil und stellten ihre gemeinsam erarbeiteten Vorschläge für eine mögliche Neuausrichtung der &#132;AG Innenpolitik&#147; vor. In der Diskussion wurde deutlich, dass die AG Innenpolitik im Wesentlichen die Aufgabe hat, das jährliche Gespräch mit dem Innenausschuss und gegebenenfalls weitere Gesprächstermine vorzubereiten. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit innenpolitischen Themen, zum Beispiel die Ausarbeitung von Positionspapieren oder Stellungnahmen, findet dort in der Regel nicht statt. Die AG versteht sich vielmehr als Querschnitts-AG, die für alle innenpolitischen Themen des Forums im Rahmen des Innenausschuss-Gesprächs offen steht. Wie oben bereits erwähnt, hat die Humanistische Union den diesjährigen Termin erfolgreich nutzen können, um wichtige bürgerrechtliche Themen im Innenausschuss zu platzieren.Die enge Aufgabenstellung der AG Innenpolitik machte aber deutlich, dass für eine thematische Auseinandersetzung mit menschenrechtlichen/grundrechtlichen Themen, mit denen sich die HU beschäftigt, ein anderer Rahmen gefunden werden muss. Aus dem Workshop heraus wurde schließlich die Idee zu einer Ad-hoc-AG &#132;Terrorismusbekämpfung und Menschenrechte&#147; entwickelt, die zunächst ein Positions- und Forderungspapier zur gegenwärtigen Terrorismusbekämpfung in der Bundesrepublik erarbeiten sollte. Diese Ad-hoc-AG wurde anschließend vom Plenum einstimmig beschlossen und eingesetzt. Mitarbeitende Organisationen sind die Humanistische Union, die Gustav Heinemann-Initiative (GHI), Pro Asyl, amnesty international und die Deutsche Kommission Justitia et Pax. Martina Kant (HU) hat die Koordinierung der AG übernommen.</p>
<p>Die Ad-hoc-AG hat sich zunächst auf zwei Teilbereiche der Terrorismusbekämpfung beschränkt, die aufgrund ihrer Aktualität und Menschrechts-/Grundrechtsrelevanz bearbeitet werden sollten: Zum einen betraf dies die Menschenrechtsverletzungen durch Verschleppungen und Folterungen von terrorismusverdächtigen Personen (El Masri, Zammar u.a.), an denen deutsche Behörden beteiligt waren, sowie die Verwendung von Informationen, die durch Folter erlangt wurden. Zum anderen betraf dies die Pläne zur Vorratsspeicherung von Telekommunikationsverbindungsdaten. Das Europäische Parlament und der Rat der EU hatten im März eine Richtlinie zur verpflichtenden Speicherung sämtlicher Verkehrsdaten aus Telefon-, E-Mail- und Internet-Verbindungen für sechs bis 24 Monate beschlossen (siehe hierzu bereits den Bericht über die HU-Stellungnahme an das Europäische Parlament vom Dezember letzten Jahres in den Mitteilungen Nr. 191, Dezember 2005, S. 7-9).Die jeweiligen Vorlagen der Positionspapiere wurden von amnesty international (zur Folter) und der Humanistischen Union (zur Vorratsdatenspeicherung) geliefert. Auf dem Plenum des FMR am 27. April in Berlin stellte die Ad-hoc-AG die Entwürfe erstmals den Mitgliedsorganisationen vor. Nach einer leichten Überarbeitung wurden beide Papiere im Umlaufverfahren von den Organisationen und dem Koordinierungskreis als Positions- und Forderungspapiere des Forum Menschenrechte angenommen und noch im Juni an die Bundesregierung und die zuständigen Bundestagsausschüsse versandt. Begleitet wurde dies mit einer Pressemitteilung des Forums.</p>
<p>Auf ihrer Sitzung am 19. Mai hat die Ad-hoc-AG bekräftigt, dass sie am Themenkomplex Terrorismusbekämpfung und Menschenrechte weiterarbeiten will. Im Laufe der nächsten Monate werden amnesty international und Pro Asyl ein weiteres Positionspapier zu ausländerrechtlichen Verschärfungen im Rahmen der Terrorismusbekämpfung verfassen. Die HU wird zusammen mit der GHI ein Papier zum Bundeswehreinsatz im Innern und dem &#132;neuen Sicherheitsbegriff&#147; liefern. Anknüpfungspunkt hierbei ist auch das neue &#8222;Weißbuch zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr&#8220;, das Mitte Juli im Kabinett beraten werden soll. Geplant ist, aus den Einzelpapieren am Ende die wichtigsten Positionen und Forderungen zur Achtung der Menschenrechte bei der Terrorismusbekämpfung zusammenzuziehen und als kurzes Positionspapier des Forum Menschenrechte zu veröffentlichen.</p>
<p>Die bisherigen Erfahrungen in der Ad-hoc-AG zeigen, dass HU-Themen und -Positionen eine sehr positive Resonanz im Forum Menschenrechte finden. Mit der Diskussion im Forum über die Vorratsdatenspeicherung ist es der HU darüber hinaus gelungen, ein bislang unbehandeltes Thema ins Forum zu tragen und darüber auch Organisationen, die in ganz anderen menschenrechtlichen Feldern tätig sind, nicht nur zu erreichen und zu sensibilisieren, sondern auch deren Unterstützung für die Forderungen zu gewinnen.</p>
<h5>Fachge&shy;spr&auml;ch zum 7. Bericht der Bundes&shy;re&shy;gie&shy;rung &uuml;ber ihre Menschen&shy;rechts&shy;po&shy;litik in den Ausw&auml;rtigen Beziehungen und in anderen Politik&shy;be&shy;rei&shy;chen</h5>
<p>Am 11. Mai 2006 hat die Bundesvorsitzende der HU, Rosemarie Will, im Auswärtigen Amt an einem vom Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) organisierten Fachgespräch zum 7. Menschenrechtsbericht der Bundesregierung teilgenommen.Die Teilnahme der Humanistischen Union an diesem Fachgespräch wurde im Rahmen des Forum Menschenrechte organisiert. Nach der Begrüßung durch Günter Nooke, den neuen Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, kam die stellvertretende Direktorin des DIMR, Frauke Seidensticker, zu Wort, die die Struktur und das Anliegen des Gespräches erläuterte.Inhaltliche Schwerpunkte waren die deutsche Menschenrechtspolitik gegenüber der Europäischen Union (EU), die Prävention von Menschenrechtsverletzungen, der nationale Aktionsplan für Menschenrechte und die Behandlung von Ländern im Menschenrechtsbericht sowie bei den innenpolitischen Themen die Entscheidung zum Luftsicherheitsgesetz und schließlich Empfehlungen für den nächsten Menschenrechtsbericht. Bis auf den nationalen Aktionsplan und die Behandlung der Länder wurden alle Themen referierend von Vertretern des DIMR eingeführt. Dabei wurde die stärkste Kritik von Sebastian Müller an der Behandlung innenpolitischer Themen am Beispiel des Luftsicherheitsgesetzes vorgetragen. Der Menschenrechtsbericht selbst hatte das Luftsicherheitsgesetz in keiner Weise problematisiert. Es sprang geradezu ins Auge, dass das Handeln der Bundesregierung in problematischen Bereichen im Menschenrechtsbericht nicht analysiert worden ist. Auch die Vorträge zum Bericht gingen überwiegend behutsam mit seinen Defiziten um. So hätte man &#150; wie zum Luftsicherheitsgesetz &#150; auch Vergleichbares angesichts der Entscheidung zum europäischen Haftbefehl zur deutschen Menschenrechtspolitik gegenüber der EU vortragen können. In diesem Themenkomplex beschränkte man sich aber auf kritische Analysen zum geplanten Aufbau von Menschenrechtsagenturen.</p>
<p>Rudolf Bindig als MdB a.D. hatte den nationalen Aktionsplan für Menschenrechte analysiert und dabei das Ungleichgewicht zwischen außenpolitischen und innenpolitischen Orientierungen kritisiert. Von insgesamt 79 Punkten im Aktionsplan seien nur 13 nach innen gerichtet. Auf die Frage, ob der im Bericht abgedruckte Aktionsplan, der noch von Rot-Grün verabschiedet wurde, auch unter der neuen Koalitionsregierung gelten soll, gaben alle anwesenden Vertreter der Ministerien und auch Günter Nooke keine Antwort. Von daher schien es müßig, die Vollständigkeit des Aktionsplanes bzw. seine Operationalisierbarkeit vertieft zu diskutieren. Allerdings zeigte die Diskussion um den nationalen Aktionsplan sehr klar, dass innenpolitische Themen auch in künftigen Menschenrechtsberichten unterbelichtet bleiben werden. Daran haben die Diskutanten &#150; unter anderem auch amnesty international &#150; deutlich Kritik geübt. Insoweit bleibt als Fazit auch dieser Veranstaltung, dass die Mitwirkung der Humanistischen Union im Forum Menschenrechte, das Einbringen von innenpolitischen Themen, nötig und erforderlich ist.</p>
<p><i>Christoph Bruch, Martina Kant, Rosemarie Will</i></p>
<p><i>Die Positionspapiere zum Folterverbot und gegen die Vorratsdatenspeicherung können in der Bundesgeschäftsstelle der HU oder im Internet abgerufen werden (s.a. Bericht auf Seite 5).</i></p>
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		<title>Deutsche Gesellschaft für Informationsfreiheit gegründet. Humanistische Union im Vorstand vertreten</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/193/publikation/deutsche-gesellschaft-fuer-informationsfreiheit-gegruendet-humanistische-union-im-vorstand-vertreten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Jul 2006 16:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 193, S. 21 Die Gr&#252;ndungsmitglieder der DGfI Die Gr&#252;ndungsmitglieder der DGfI Am 28. Mai 2006 wurde die Deutsche Gesellschaft f&#252;r Informationsfreiheit gegr&#252;ndet. Der Gro&#223;teil der deutschen Informationsfreiheits-Szene nahm an der Gr&#252;ndungssitzung in Berlin teil. Mit Christoph Bruch wurde ein HU-Mitglied in den Vorstand der neuen Gesellschaft gew&#228;hlt. Die HU setzt sich seit Jahrzehnten [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 193, S. 21</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/DGfI.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4300 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/DGfI-600x349.jpg" alt="Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Informationsfreiheit gegr&uuml;ndet. Humanistische Union im Vorstand vertreten" width="600" height="349" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/DGfI-600x349.jpg 600w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/DGfI-768x446.jpg 768w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/DGfI-1000x581.jpg 1000w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/DGfI-800x465.jpg 800w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/DGfI-450x262.jpg 450w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/DGfI.jpg 1280w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a>Die Gr&uuml;ndungsmitglieder der DGfI</span></p>
<p class="news-single-imgcaption">Die Gr&uuml;ndungsmitglieder der DGfI</p>
</div>
<p>Am 28. Mai 2006 wurde die Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Informationsfreiheit gegr&uuml;ndet. Der Gro&szlig;teil der deutschen Informationsfreiheits-Szene nahm an der Gr&uuml;ndungssitzung in Berlin teil. Mit Christoph Bruch wurde ein HU-Mitglied in den Vorstand der neuen Gesellschaft gew&auml;hlt.</p>
<p>Die HU setzt sich seit Jahrzehnten f&uuml;r Verwaltungstransparenz und damit f&uuml;r Informationsfreiheitsgesetze ein. Sie geh&ouml;rte auch zur Koalition von Nichtregierungsorganisationen, die im Jahr 2004 einen Gesetzentwurf f&uuml;r ein Bundesinformationsfreiheitsgesetz vorlegten und damit dazu beitrugen, den festgefahrenen Prozess f&uuml;r ein solches Gesetz im Bundestag wieder anzuschieben. Eine Reihe der damals aktiven Parlamentarier sowie Vertreter der interessierten NGOs stehen hinter diesem j&uuml;ngsten Versuch des Aufbaus einer Lobby f&uuml;r eine b&uuml;rgerfreundliche und offene Verwaltung.</p>
<p>Zum ersten Vorsitzenden des Vereins wurde Dr. Sven Berger gew&auml;hlt, der f&uuml;r die SPD-Bundestagsfraktion t&auml;tig ist. Berger geh&ouml;rte zur &#8222;legend&auml;ren&#8220; Acht-Uhr-Runde, die &uuml;ber Monate hinweg w&ouml;chentlich im Bundestag tagte und in z&auml;hen Verhandlungen mit den Ministerien und den Fraktionen das IFG durchsetzte.</p>
<p>Wie wichtig die Gr&uuml;ndung der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Informationsfreiheit ist, illustrieren die starken Widerst&auml;nde, die auf Landesebene auch heute noch &uuml;berwunden werden m&uuml;ssen, wenn versucht wird, neue Informationsfreiheitsgesetze zu verabschieden. Zwar wurden durch den Beschluss des Bundes-Informationsfreiheitsgesetzes im Juni des vergangenen Jahres auf Landesebene Initiativen f&uuml;r Informationsfreiheitsgesetze revitalisiert, jedoch bleiben alle derzeit diskutierten Entw&uuml;rfe und das vor wenigen Wochen in Hamburg beschlossene Gesetz hinter dem Standard der alten Landes-Informationsfreiheitsgesetze (Brandenburg, Berlin, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen) zur&uuml;ck. In Schleswig-Holstein, in dem das wahrscheinlich fortschrittlichste Landes-Informationsfreiheitsgesetz gilt, m&ouml;chte die Landesregierung das Gesetz durch Einf&uuml;gen neuer Ausnahmetatbest&auml;nde verschlechtern.</p>
<p>Es ist zu hoffen, dass es durch die Gr&uuml;ndung der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Informationsfreiheit besser als bisher gelingt, Entscheidungstr&auml;ger in den Parlamenten, Regierungen und Verwaltungen vom Sinn und Nutzen von mehr Verwaltungstransparenz zu &uuml;berzeugen. Der diesbez&uuml;gliche Nachholbedarf der deutschen politischen Kultur wird augenblicklich auf der internationalen B&uuml;hne unr&uuml;hmlich deutlich. Im Europarat wird an einer Transparenz-Konvention gearbeitet. Die deutsche Bundesregierung geh&ouml;rt zu den gr&ouml;&szlig;ten Gegnern dieser Initiative.</p>
<p><i>Christoph Bruch</i></p>
<p>Mehr Informationen zur Deutschen Gesellschaft f&uuml;r Informationsfreiheit unter: <a href="http://www.informationsfreiheit.info/" target="_blank" rel="noopener">http://www.informationsfreiheit.info</a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Aufruf zur Gründung einer Deutschen Gesellschaft für Informationsfreiheit</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/193/publikation/aufruf-zur-gruendung-einer-deutschen-gesellschaft-fuer-informationsfreiheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Jul 2006 16:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 193, S. 21 Das neue Informationsfreiheitsgesetz des Bundes hat das Prinzip Transparenz öffentlichen Handelns in Deutschland einen großen Schritt nach vorne gebracht. Erste Erfahrungen zeigen aber auch, wie weit der Weg noch ist, diesen Grundsatz zum Leitgedanken der öffentlichen Verwaltung zu machen. Es gilt nun, die Umsetzung des Gesetzes zu befördern, neue Anregungen [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/193/publikation/aufruf-zur-gruendung-einer-deutschen-gesellschaft-fuer-informationsfreiheit/">Aufruf zur Gründung einer Deutschen Gesellschaft für Informationsfreiheit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 193, S. 21</p>
<p>Das neue Informationsfreiheitsgesetz des Bundes hat das Prinzip Transparenz öffentlichen Handelns in Deutschland einen großen Schritt nach vorne gebracht. Erste Erfahrungen zeigen aber auch, wie weit der Weg noch ist, diesen Grundsatz zum Leitgedanken der öffentlichen Verwaltung zu machen. Es gilt nun, die Umsetzung des Gesetzes zu befördern, neue Anregungen für weitere gesetzliche Schritte zu entwickeln und die Informationsfreiheit in Deutschland weiter zu befördern. Diesem gemeinsamen Ziel verpflichtet, schließen sich Freunde und Förderer der Informationsfreiheit in Deutschland zusammen.</p>
<p>Wir rufen daher zur Gründung der Deutschen Gesellschaft für Informationsfreiheit auf. Zweck der Gesellschaft ist die Fortentwicklung der Informationsfreiheit durch:</p>
<p>&#149; die Förderung wissenschaftlicher Forschung und Lehre zur Informationsfreiheit,</p>
<p>&#149; die Beteiligung an öffentlichen Debatten, die die Informationsfreiheit in Deutschland betreffen,</p>
<p>&#149; die Förderung des Meinungs- und Erfahrungsaustausches zur Praxis der Informationsfreiheit,</p>
<p>&#149; die Förderung und Fortentwicklung der Informationsfreiheit in Verwaltungs- und Rechtspraxis,</p>
<p>&#149; die Förderung von Aus- und Weiterbildung zur Informationsfreiheit und</p>
<p>&#149; die Pflege internationaler Kontakte.</p>
<p>Der Gründungsaufruf wird unterstützt von:<br /><i>Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, MdB Grietje Bettin, MdB Dr. Michael Bürsch, MdB Silke Stokar, MdB Jörg Tauss, Dr. Sven Berger, Julia von Dobeneck, Johannes Kollbeck, Jürgen Roth, Christopher Scheel, Caroline Welzel</i></p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine Chance für mehr direkte Demokratie</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/192/publikation/eine-chance-fuer-mehr-direkte-demokratie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2006 09:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Demokratisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Stärkung demokratischer Beteiligungsrechte gehört zu den Kernanliegen der Humanistischen Union. Mitteilungen Nr. 192, S.8 Die Stärkung demokratischer Beteiligungsrechte gehört zu den Kernanliegen der Humanistischen Union. Derzeit bietet sich im Land Berlin die Chance, in diesem Sinne voranzuschreiten. Ausgangspunkt ist das Machtinteresse des Regierenden Bürgermeisters. Bislang ist dessen Richtlinienbefugnis deutlich eingeschränkt, denn in Berlin werden [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Stärkung demokratischer Beteiligungsrechte gehört zu den Kernanliegen der Humanistischen Union.</p>
<p>Mitteilungen Nr. 192, S.8</p>
<p>Die Stärkung demokratischer Beteiligungsrechte gehört zu den Kernanliegen der Humanistischen Union. Derzeit bietet sich im Land Berlin die Chance, in diesem Sinne voranzuschreiten. Ausgangspunkt ist das Machtinteresse des Regierenden Bürgermeisters. Bislang ist dessen Richtlinienbefugnis deutlich eingeschränkt, denn in Berlin werden die Senatoren nicht vom Regierungschef ernannt, sondern vom Parlament gewählt. Um dies zu ändern, sind der Regierende bzw. seine Partei (SPD) konzessionsbereit. CDU und FDP unterstützen das Anliegen, die Legislative zu schwächen.</p>
<p>In groben Zügen ist ein politisches Geschäft angedacht, das die Machtverlagerung zur Exekutive mit einer Stärkung der Informationsrechte der Mitglieder des Abgeordnetenhauses und einer Senkung der Hürden für direktdemokratische Beteiligungsformen bezahlt. Das Ganze soll für alle Beteiligten so attraktiv sein, dass die dafür notwendige Verfassungsänderung von allen im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien unterstützt wird. Am Schluss, im Rahmen der im September anstehenden Neuwahlen des Abgeordnetenhauses, müssen auch die Berlinerinnen und Berliner noch zustimmen, denn Änderungen an den Regelungen zur direkten Demokratie bedürfen der Zustimmung durch Volksabstimmungen. Andere Verfassungsänderungen darf das Abgeordnetenhaus ohne Zustimmung der Wahlberechtigten mit 2/3-Mehrheit beschließen.</p>
<p>Auf bezirklicher Ebene werden in Berlin direktdemokratische Beteiligungsformen bereits jetzt häufig genutzt. Eine Besonderheit dieser politischen Ebene ist das abgesenkte Mindestalter für das passive Wahlrecht auf 16 Jahre. Dagegen sind die Hürden für die klassischen Beteiligungsformen Volksinitiative, -begehren und -entscheid so hoch, dass sie bislang nicht genutzt werden konnten. Hier wirken sich nicht nur die Quoren, sondern auch Themenausschlüsse aus.</p>
<p>Bekanntestes Beispiel für die letztgenannte Schranke ist das gescheiterte Volksbegehren der &#132;Initiative Berliner Bankenskandal&#8220;, das trotz einer ausreichenden Anzahl von Unterschriften für unzulässig erklärt wurde, weil es nach Ansicht der Richter die durch einen Themenausschluss geschützte Budgethoheit des Berliner Abgeordnetenhauses verletzt hätte. Die &#132;Initiative Berliner Bankenskandal&#8220; hat deshalb besonders großes Interesse an der Nutzung der aktuellen politischen Interessenlage. Sie gehört wie &#132;Mehr Demokratie&#8220;, Bund der Steuerzahler und Humanistische Union zum Organisationsbündnis &#132;Du entscheidest mit! Bündnis für direkte Demokratie&#8220;.</p>
<p>Am 10. März hat das Bündnis seinen Gesetzesvorschlag für die Verfassungsänderung für eine Stärkung der direktdemokratischen Rechte (s. Nebenseite) der Öffentlichkeit präsentiert und am 13. März Walter Momper, dem Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses übergeben. Die Humanistische Union arbeitet intensiv im Bündnis mit und hatte so auch die Möglichkeit, auf die Inhalte Einfluss zu nehmen.</p>
<p>Die angestrebten Veränderungen umfassen im Wesentlichen fünf Punkte:</p>
<p>1. Die Anzahl der für erfolgreiche Volksinitiativen (jetzt Einwohnerantrag), Volksbegehren und Volksentscheide notwendigen Unterschriften bzw. Mehrheiten werden abgesenkt.</p>
<p>2. Der Themenausschluss wird enger gefasst.</p>
<p>3. Das &#132;fakultative Referendum&#8220;, die Möglichkeit neue Gesetze in einer Frist vor deren In-Kraft-Treten durch eine Volksabstimmung bestätigen zu lassen, wird eingeführt.</p>
<p>4. Alle durch das Abgeordnetenhaus beschlossenen Verfassungsänderungen werden an eine Bestätigung durch ein Referendum gebunden.</p>
<p>5. Der Informationsanspruch der Bürger gegenüber der Verwaltung, der bereits seit 1999 durch das Berliner Informationsfreiheitsgesetz geregelt ist, wird nach Brandenburger Vorbild in der Verfassung verankert.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/192/publikation/eine-chance-fuer-mehr-direkte-demokratie/">Eine Chance für mehr direkte Demokratie</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>HU protestiert gegen den ePass</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/191/publikation/hu-protestiert-gegen-den-epass/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2005 17:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Innere Sicherheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 191, S.6-7 In Deutschland werden seit dem 1. November 2005 bei der Beantragung neuer Reisep&#228;sse von den Antragstellern biometrische Daten erhoben und in einem in die H&#252;lle des Passes integrierten Chip abgespeichert. Ab dem Jahr 2007 werden zus&#228;tzlich die Fingerabdr&#252;cke beider Zeigefinger gescannt und die so gewonnenen biometrischen Daten ebenfalls auf dem Chip [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 191, S.6-7</p>
<p>In Deutschland werden seit dem 1. November 2005 bei der Beantragung neuer Reisep&auml;sse von den Antragstellern biometrische Daten erhoben und in einem in die H&uuml;lle des Passes integrierten Chip abgespeichert. Ab dem Jahr 2007 werden zus&auml;tzlich die Fingerabdr&uuml;cke beider Zeigefinger gescannt und die so gewonnenen biometrischen Daten ebenfalls auf dem Chip im Pass abgelegt. Diese Erweiterung der Personenmerkmale, die in den Reisepass, den Personalausweis sowie die Ausweisdokumente f&uuml;r in Deutschland lebende Ausl&auml;nder (siehe Infokasten) aufgenommen werden, ist durch das Terrorismusbek&auml;mpfungsgesetz vom 9. Januar 2002 erm&ouml;glicht worden.</p>
<p>Durch die Erhebung biometrischer Personenmerkmale wird erheblich in das grundrechtlich gesch&uuml;tzte Recht auf informationelle Selbstbestimmung eingegriffen: Die Nutzungsm&ouml;glichkeiten biometrischer Daten f&uuml;r die Personenerkennung unterscheiden sich grunds&auml;tzlich von den bisher in den deutschen Ausweisdokumenten vermerkten Personenmerkmalen. Gespeichert wird nicht einfach eine elektronische Version des bekannten Passbildes. Vielmehr wird das bei der Beantragung des Passes abgegebene Bild systematisch vermessen. So wird eine mathematische Beschreibung des Gesichts erstellt. Diese mathematische Beschreibung, nicht die elektronische Version des Bildes, stellt das neue biometrische Merkmal dar. Exakte biometrische Daten sind die Voraussetzung f&uuml;r eine automatisierte Personenerkennung. Je nachdem, welche biometrischen Daten zur Verf&uuml;gung stehen, kann diese Personenerkennung nicht nur automatisch, sondern auch unbemerkt, z.B. mit Hilfe einer &Uuml;berwachungskamera, realisiert werden.</p>
<p>Dar&uuml;ber hinaus enthalten bestimmte biometrische Daten, wie beispielsweise der Irishintergrund, weiterreichende Informationen, hier zum Gesundheitszustand. Diese Informationen werden nicht nur bei der Erhebung der Daten f&uuml;r die Herstellung des Ausweispapiers, sondern auch bei jeder &Uuml;berpr&uuml;fung der Identit&auml;t des Tr&auml;gers des Ausweises neu erhoben.</p>
<p>Nach der jetzt geltenden Rechtslage sollen die Daten mit den Personenmerkmalen ausschlie&szlig;lich dezentral bei den Stellen aufbewahrt werden, die die Papiere ausstellen. Bei Personenkontrollen beispielsweise k&ouml;nnte damit kein automatischer Abgleich der biometrischen Daten mit Fahndungsdateien vorgenommen werden. Die biometrischen Daten st&auml;nden ausschlie&szlig;lich f&uuml;r die &Uuml;berpr&uuml;fung der Zusammengeh&ouml;rigkeit von Ausweis und Ausweistr&auml;ger zur Verf&uuml;gung. Eine Zusammenf&uuml;hrung der biometrischen Daten in einer zentralen Datenbank ist jedoch technisch ein Leichtes, sollte die Rechtsgrundlage daf&uuml;r beschlossen werden. Diese Bef&uuml;rchtung ist naheliegend. Sie wird bereits vom Bund Deutscher Kriminalbeamter vorgetragen. In die gleiche Richtung weist der Vorsto&szlig; von Innenminister Sch&auml;uble, die bei der Autobahn-Maut-Erfassung anfallenden Daten zu Fahndungszwecken zu nutzen. F&uuml;r den Aufbau von &Uuml;berwachungstechnik, die biometrische Personendaten verwendet, ist die Erhebung der Originaldaten der mit Abstand gr&ouml;&szlig;te Aufwand. Dieser Schritt wird jetzt getan. Die umfangreiche Nutzung der Daten wird nicht lange auf sich warten lassen. Die Bundesdruckerei wirbt auf ihrer Website bereits mit den neuen technischen M&ouml;glichkeiten.</p>
<p>Ein weiteres Problemfeld ergibt sich aus der internationalen Verbreitung der biometrischen Daten in den Ausweispapieren, besonders dem Reisepass. Zuk&uuml;nftig werden an internationalen Grenzen Ger&auml;te vorhanden sein, mit deren Hilfe die biometrischen Daten aus den P&auml;ssen ausgelesen werden k&ouml;nnen. Die Zuordnung von Ausweistr&auml;ger und Ausweis l&auml;sst sich aber nur dann sicherstellen, wenn gleichzeitig die entsprechenden biometrischen Daten der Ausweistr&auml;ger aktuell erhoben und mit den auf dem Pass gespeicherten Daten abgeglichen werden. Die Grenzbeh&ouml;rden der Staaten erhalten hierdurch zweimal biometrische Daten der Personen, die die Grenze &uuml;bertreten m&ouml;chten. Aber auch Staaten, die auf einen Abgleich der aktuellen mit den gespeicherten biometrischen Daten verzichten, haben die M&ouml;glichkeit, die Daten aus den P&auml;ssen auszulesen und damit eigene Datenbanken anzulegen. Deren Nutzung kann durch den deutschen Gesetzgeber nicht mehr kontrolliert werden.</p>
<p>Die internationale Verteilung der im ePass gespeicherten Daten soll durch eine Verschl&uuml;sselung auf vertrauensw&uuml;rdige Staaten beschr&auml;nkt werden. Dieses Versprechen ist jedoch wenig tragf&auml;hig. Aus politischen Gr&uuml;nden wird es schwer sein, Verb&uuml;ndeten im Kampf gegen Terrorismus, wie Pakistan oder Saudi-Arabien, die Leseger&auml;te zu verweigern. Auch praktisch d&uuml;rfte der Zugriff auf die Daten im ePass kaum kontrollierbar sein. Leseger&auml;te k&ouml;nnen gestohlen oder nachgebaut, Verschl&uuml;sselungen &uuml;berwunden werden. Selbst wenn die Entwicklung der Technik zum Knacken der Datensicherungen einige Zeit in Anspruch nimmt, ist bei der Geschwindigkeit der technischen Entwicklung nicht damit zu rechnen, dass der Schutz lange h&auml;lt. Die Geltungsdauer der P&auml;sse betr&auml;gt zehn Jahre. Eine Anpassung der Schutzmechanismen ist deshalb nur in langen Zyklen m&ouml;glich.</p>
<p>Die Humanistische Union hat aus diesen Gr&uuml;nden gegen die Einf&uuml;hrung der neuen P&auml;sse protestiert (s. Pressemitteilung vom 4. Oktober 2005) und&nbsp;&nbsp;anl&auml;sslich der Pressekonferenz der Bitcom zum ePass gemeinsam mit dem Chaos Computer Club (CCC), dem Forum InformatikerInnen f&uuml;r Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF) und den JungdemokratInnen/Junge Linke auch demonstriert.</p>
<p>Wieso aber veranstaltet die Bitcom &ndash; Deutschlands wichtigster I&amp;K-Industrieverband &ndash; eine Pressekonferenz zum ePass? Die Beantwortung dieser Frage erkl&auml;rt die Eile, mit der der ePass in Deutschland eingef&uuml;hrt wird. Die Einf&uuml;hrung wurde grunds&auml;tzlich von der EU-Innenministerkonferenz auf Dr&auml;ngen der USA beschlossen, um f&uuml;r EU-B&uuml;rger weiterhin eine visafreie Einreise in die USA zu erm&ouml;glichen. Pikant an der Forderung der US-Regierung ist, dass sie entsprechende Papiere im eigenen Land nicht einf&uuml;hrt. Die Frist, bis zu der die Ausgabe der neuen Ausweise begonnen haben soll, endet erst mit dem Ablauf des kommenden Jahres. Die vorfristige Einf&uuml;hrung des ePasses in Deutschland ist der wirtschaftspolitischen &Uuml;berlegung geschuldet, die fr&uuml;he Einf&uuml;hrung bringe den damit besch&auml;ftigten deutschen Unternehmen Wettbewerbsvorteile. Bei der Bitcom Pressekonferenz, bei der auch ein Vertreter des Innenministeriums sprach, war Sicherheit deshalb kein relevantes Thema. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Wachstumsaussichten der Biometrieindustrie.</p>
<p>Die Erfolgsaussichten einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen den ePass werden vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar pessimistisch eingesch&auml;tzt. In der breiten &Ouml;ffentlichkeit hat die Einf&uuml;hrung des ePasses keine politisch relevanten Proteste hervorgerufen. Eine Chance f&uuml;r die Organisation eines breiteren politischen Widerstandes ergibt sich wahrscheinlich erst, wenn das Scannen der Fingerabdr&uuml;cke Teil der Beantragung eines neuen Passes wird.</p>
<p><b>Weitere Informationen:</b></p>
<p>Hintergrundinformationen zu den neuen Reisep&auml;ssen finden sich auf den Seiten der Bundesdruckerei und des Bundesamtes f&uuml;r Sicherheit in der Informationstechnik (BSI):<br /><a href="http://www.bundesdruckerei.de/de/support/download/speci_pass.pdf" target="_blank" rel="noopener">http://www.bundesdruckerei.de/de/support/download/speci_pass.pdf</a><br /><a href="http://www.bsi.bund.de/fachthem/epass/index.htm" target="_blank" rel="noopener">http://www.bsi.bund.de/fachthem/epass/index.htm</a></p>
<p>Kritisch setzen sich die Experten des Chaos Computer Clubs mit dem angeblichen Sicherheitsgewinn der neuen P&auml;sse auseinander:<br /><a href="http://www.ccc.de/epass/" target="_blank" rel="noopener">http://www.ccc.de/epass/</a></p>
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		<title>Kommunikationsstrategien zwischen HU und Sicherheitsinstitutionen</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/191/publikation/kommunikationsstrategien-zwischen-hu-und-sicherheitsinstitutionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Dec 2005 16:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anti-Terror-Kampf]]></category>
		<category><![CDATA[Folter]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienste]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Tagung &#8222;Sicherheit und Bürgerfreiheit in Europa&#8220; vom 25.-27. November in Schwanenwerder bei Berlin Mitteilungen Nr. 191, S.16-17 Am letzten Novemberwochenende lud die Humanistische Union gemeinsam mit der Evangelischen Akademie zu Berlin und dem Gesprächskreis Nachrichtendienste in Deutschland zur Tagung &#8222;Sicherheit und Bürgerfreiheit in Europa. Dialog zwischen Sicherheitsinstitutionen und Zivilgesellschaft über polizeiliche und nachrichtendienstliche Strategien&#8220;. Die [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Tagung &#8222;Sicherheit und Bürgerfreiheit in Europa&#8220; vom 25.-27. November in Schwanenwerder bei Berlin</p>
<p>Mitteilungen Nr. 191, S.16-17</p>
<p>Am letzten Novemberwochenende lud die Humanistische Union gemeinsam mit der Evangelischen Akademie zu Berlin und dem Gesprächskreis Nachrichtendienste in Deutschland zur Tagung &#8222;Sicherheit und Bürgerfreiheit in Europa. Dialog zwischen Sicherheitsinstitutionen und Zivilgesellschaft über polizeiliche und nachrichtendienstliche Strategien&#8220;. Die Tagung fand auf Schwanenwerder in der dortigen Bildungsstätte der Evangelischen Akademie statt und war ausgebucht.</p>
<p>Bei einigen Mitgliedern war die Rolle der HU als Mitveranstalterin der Tagung, der Tagungstitel bzw. der Einladungstext auf Kritik gestoßen. Es wurde befürchtet, unsere geheimdienstkritische Haltung könne relativiert werden, wenn die HU gemeinsam mit einer Organisation, die wesentlich von ehemaligen Geheimdienstlern geprägt wird, zu einem Dialog mit Vertretern eben dieser Dienste und der Polizei einlädt. Mit umgekehrten Vorzeichen wurden vergleichbare Argumente von angefragten Referenten aus dem Kreis der Sicherheitsinstitutionen vorgetragen. Aktuelle Diskussionen um die Beschattung eines Journalisten durch den BND und vermutete geheime und illegale &#8222;Foltertransporte&#8220; der CIA verstärkten diese skeptische Grundstimmung.</p>
<p>Die Observation des Journalisten Schmidt-Eenboom wurde von Vertretern der Sicherheitsinstitutionen teilweise als legitimer Eigenschutz des BND legitimiert, teils als unverhältnismäßig kritisiert. Wichtig für eine Bewertung dieses Falls ist der Hinweis, dass auch bei einer Expertenanhörung im Bundestag keine klaren Leitlinien formuliert werden konnten, wie weit in Deutschland die grundrechtlich garantierte Pressefreiheit Journalisten als Informationsempfänger in Fällen von Indiskretionen durch Mitarbeiter von Geheimdiensten schützt.</p>
<p>Durch alle Referenten wurde die Anwendung von Folter, sei es durch eigenes Personal oder unter Mithilfe von Personal in Drittstaaten, eindeutig verurteilt. Diese Bewertung wurde auch bezüglich der unterstellten &#8222;CIA-Foltertransporte&#8220; geäußert, sollten sich die in den Medien geäußerten Vorwürfe bestätigen. Zweifel an der diesbezüglichen Vertrauenswürdigkeit der Bundesregierung und der Geheimdienste, die durch spätere Berichte in den Medien und das zögerliche Verhalten der Bundesregierung genährt werden, konnten während der Tagung noch nicht so klar &#8222;belegt&#8220; werden, wie dies jetzt der Fall ist.</p>
<p>Übergreifendes Ziel der Tagung waren jedoch nicht die aktuellen Konflikte, sondern eine Überprüfung der Grundlagen für einen Dialog zwischen Vertretern von Bürgerrechtsorganisationen und Sicherheitsinstitutionen. Dieser Ansatz basiert auf der These, dass die Mehrheit der Mitarbeiter in Polizei, Geheimdiensten und Militär demokratische Grundwerte wie die Geltung der Menschenrechte, die Rechtstaatlichkeit und die Kontrolle der Sicherheitsinstitutionen durch die zivile Regierung teilt. Aus dieser These folgt, dass auch innerhalb der Sicherheitsinstitutionen Sensibilität für die Problematik der kontinuierlichen Erosion der Menschen- und Bürgerrechte durch immer neue &#8222;Sicherheitsgesetze&#8220; besteht und deshalb die Mitarbeiter dieser Institutionen eine wichtige Zielgruppe für Menschen- und Bürgerrechtsarbeit sind.</p>
<p>Diese These wurde während der Tagung zweimal deutlich gestützt. Zum einen entspann sich während der Tagung eine lebhafte Diskussion zwischen unserem langjährigen Mitglied Gerhard Saborowski, der als Zuhörer teilnahm, und dem ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes Dr. Peter Frisch. Frisch hielt zwei Referate, die er mit großem emotionalen Engagement vortrug. Er erinnerte sich lebhaft an seine Zeit als Leiter des niedersächsischen Verfassungsschutzes, in der er sich mit der dortigen HU und dem damals schon aktiven Herrn Saborowski auseinander setzte. Die HU hatte sich Anfang der 80er Jahre unter anderem erfolgreich gegen ihre Beobachtung durch das niedersächsische Landesamt für Verfassungsschutz gewehrt. Frisch berichtete, er sei wegen dieser &#132;Sache&#8220; von der HU &#8222;geschlachtet&#8220; worden. Herr Saborowski seinerseits distanzierte sich von dieser Wortwahl: &#8222;Schlachter sei nicht sein Beruf gewesen und schlachten sei auch keine Form der Auseinandersetzung, die die HU pflege.&#8220;</p>
<p>Die Absurdität des damaligen Verhältnisses zwischen HU und Verfassungsschutz illustriert folgende Anekdote: Aus Protest gegen ihre Beobachtung hatte die HU Flugblätter gedruckt und der Presse angekündigt, sie werde diese Flugblätter am Tor des Dienstgebäudes des niedersächsischen Verfassungsschutzes an dessen Mitarbeiter verteilen. Dies gelang jedoch nicht, weil zu dem Zeitpunkt, zu dem gewöhnlich die Mitarbeiter des Amtes ihren Arbeitsplatz verließen, die Türen des Vorder- und Hinterausgangs geschlossen blieben. Wie sich später herausstellte, hatte das Amt von dem Vorhaben erfahren und Frisch deshalb seinen Mitarbeitern ab Mittag frei gegeben, damit diese die HU-Aktivisten nicht treffen mussten. Aber so leicht ließ sich die HU nicht ausmanövrieren. Die Aktion wurde unangekündigt wiederholt. Diesmal war das Amt nicht vorbereitet. Im Gebäude machte sich augenscheinlich Ratlosigkeit breit, denn zunächst traute sich niemand raus, erinnert sich Herr Saborowski. Dann ging plötzlich alles ganz schnell. Die Mitarbeiter hatten sich zu Fahrgemeinschaften zusammen gefunden. Das Tor zum Parkplatz wurde aufgerissen und in schneller Folge fuhren alle Mitarbeiter davon.</p>
<p>Eine Veränderung des politischen Klimas in Deutschland, die es zulässt, dass sich heute ehemalige und aktive Mitarbeiter deutscher Geheimdienste öffentlich mit ihren Kritikern auseinander setzen, ist demgegenüber ein echter Fortschritt. Diese Einschätzung wurde durch zwei Referenten aus Großbritannien und Frankreich bestätigt. Beide berichteten, dass es in ihren Heimatländern undenkbar sei, dass Mitarbeiter der Geheimdienste öffentlich auftreten, geschweige denn sich auf eine Diskussion mit ihren Kritikern einließen.</p>
<p>Dieses Klima der Dialogfähigkeit führte nicht dazu, die geheimdienstkritische Position der HU zu verwaschen. Im Gegenteil, die Forderung der HU nach Abschaffung der Dienste wurde mehrfach kritisch thematisiert und erhielt damit mehr Öffentlichkeit. Ein weiterer echter Gewinner der Tagung war der Grundrechte-Report, der an alle Referenten verteilt wurde. Diese nahmen ihn nicht nur gerne an, sondern lasen offensichtlich vielfach darin, denn in mehreren Referaten wurde er kritisch zitiert.</p>
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