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	<title>Johannes Glötzner Archive - Humanistische Union</title>
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		<title>Kurt Singer verstorben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2009 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Nachrufe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus: Mitteilungen Nr. 207 (Heft 4/2009), S.34 (JG) Am 16. September 2009 verstarb unser langjähriges Mitglied Kurt Singer im Alter von 80 Jahren. Erstmals tauchte sein Name in den Mitteilungen 97 der HU im Dezember 1981 auf, und dort gleich zwei Mal: Da wird aus seinem Protestbrief an den Intendanten des Bayerischen Rundfunks wegen eines [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Aus: Mitteilungen Nr. 207 (Heft 4/2009), S.34</p>
<p>(JG) Am 16. September 2009 verstarb unser langjähriges Mitglied Kurt Singer im Alter von 80 Jahren. Erstmals tauchte sein Name in den Mitteilungen 97 der HU im Dezember 1981 auf, und dort gleich zwei Mal: Da wird aus seinem Protestbrief an den Intendanten des Bayerischen Rundfunks wegen eines dort ausgestrahlten Hetzartikels gegen die Teilnehmer einer Friedensdemonstration (u.a. Böll, Ranke-Heinemann, Gollwitzer, Eppler) zitiert. Und es wird ein Vortrag von ihm in München angekündigt, in dem er sich für eine &#132;humane Schule&#8220; einsetzt.</p>
<p>Diese beiden Erwähnungen zeigen exemplarisch die Schwerpunktthemen des Engagements des Professors für Pädagogische Psychologie und Schulpädagogik an der Uni München: Einsatz für eine friedliche Welt und eine menschenwürdige, demokratische Erziehung, gepaart mit Zivilcourage. Beides zeigt sich noch einmal exemplarisch in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Preises &#132;Aufrechter Gang&#8220; an den pazifistischen und antirassistischen Lehrer Wunibald Heigl 1993 &#150; in Ausschnitten abgedruckt in den Mitteilungen 145 vom März 1994 &#150; mit folgender Passage: &#132;Nichts hemmt den pädagogischen Fortschritt in der Schule mehr, als die undemokratischen Verhältnisse, die in ihr herrschen: die Unterordnung, bürokratische Regelung, Zensur und machtbehauptetes Vorgesetztenverhalten. Dem entspricht auf der anderen Seite die unvorstellbare Gehorsamsbereitschaft von Lehrerinnen und Lehrern. In Autoritätshörigkeit opfern sie ihre pädagogische Freiheit und passen sich an.&#8220;</p>
<p>Kurt Singer hat sich nie angepasst; er ist unerschütterlich seinen Weg gegangen für eine humane Gesellschaft und eine humane Weltordnung, bis zuletzt.</p>
<p>Kurt Singer / Werner Dietrich (1981): &#8222;&#8230;eine gewisse Schlampigkeit der Kleidung&#8220;. Kommentar der Woche, Mitteilungen der Humanistischen Union Nr. 97, S. 35.<br />Kurt Singer (1994): Aufrechter Gang. Obrigkeitlicher Zwang in einer Gesellschaft, die sich demokratisch nennt. Über Freiheit und Unfreiheit von Lehrerinnen und Lehrern, Mitteilungen der Humanistischen Union Nr. 145, S. 15-16.</p>
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		<title>Die verlorene Ehre des gläsernen Menschen</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/die-verlorene-ehre-des-glaesernen-menschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Nov 2007 09:47:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Medienopfer im Internetzeitalter und die Verantwortung der Journalisten und Politiker, Mitteilungen Nr. 199 Seite 30 Um es gleich zu sagen: Gm&#252;r gehts keinesfalls um Einschr&#228;nkung oder gar Abschaffung der Pressefreiheit, sondern und das in sehr dezidierter Weise um den Schutz der individuellen Pers&#246;nlichkeit vor ungest&#252;mer boulevardesker Aggressivit&#228;t&#8220; und &#8222;ehrenr&#252;hriger Blo&#223;stellung und Beschimpfung&#8222;, um den &#8222;medialen [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Medienopfer im Internetzeitalter und die Verantwortung der Journalisten und Politiker, Mitteilungen Nr. 199 Seite 30</p>
<div><span class="migrated-image"><a href="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gmuer.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone wp-image-4260 size-medium" src="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gmuer-450x450.jpg" alt="Die verlorene Ehre des gl&auml;sernen Menschen" width="450" height="450" srcset="https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gmuer-450x450.jpg 450w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gmuer-150x150.jpg 150w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gmuer-337x337.jpg 337w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gmuer-250x250.jpg 250w, https://www.humanistische-union.de/wp-content/uploads/2021/08/gmuer.jpg 500w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></a></span></p>
<p class="news-single-imgcaption">
</div>
<p>Um es gleich zu sagen: Gm&uuml;r gehts keinesfalls um Einschr&auml;nkung oder gar Abschaffung der Pressefreiheit, sondern und das in sehr dezidierter Weise um den Schutz der individuellen Pers&ouml;nlichkeit vor ungest&uuml;mer boulevardesker Aggressivit&auml;t&#8220; und &bdquo;<i>ehrenr&uuml;hriger Blo&szlig;stellung und Beschimpfung</i>&#8222;, um den &bdquo;<i>medialen Pranger</i>&#8220; und die &Uuml;berwachung des &bdquo;<i>gl&auml;sernen Menschen</i>&#8222;, um Mobbing und Stalking. &bdquo;<i>Der Medienstil hat sich in eine aggressiv verletzende Publizistik verwandelt. Die Boulevard- und Sensationsmedien betreiben immer mehr Hexenverbrennungen und Kopfj&auml;gerei bis hin zum Bluthundjournalismus. Sie fr&ouml;nen der Lust an Schlammschlachten und am Rufmord und &uuml;ben sich recht eigentlich im Hinrichtungsjournalismus</i>.&#8220;</p>
<p>Als Hauptmerkmale nennt Gm&uuml;r: &#8222;<i>&uuml;bersteigerte Moralisierung&#8220;, &#8222;Gef&uuml;hlspornographie&#8220;, &bdquo;Appell an die niedrigsten Instinkte&#8220; und Missbrauch von Menschen als Rohstoff f&uuml;r Sensationsproduktionen</i>&#8222;. <br />Den &#8222;<i>menschenverachtenden Praktiken des Sensationsjournalismus&#8220; stellt er seine &bdquo;medienethischen Leitlinien&#8220; und Gebote f&uuml;r Medienschaffende&#8220; gegen&uuml;ber: Sie haben sich an jene drei Richtlinien zu halten, die auch f&uuml;r die &auml;rztliche Kunst gelten:</i></p>
<ol>
<li><em>niemandem Schaden zuf&uuml;gen,</em></li>
<li><em>richtig dosieren und</em></li>
<li><em>Nebenwirkungen so weit wie m&ouml;glich vermeiden</em>.&#8220;</li>
</ol>
<p>Im einzelnen:</p>
<ul>
<li><em>Schutz der Privatsph&auml;re,</em></li>
<li><em>R&uuml;cksicht auf Personen in Notsituationen,</em></li>
<li><em>Respektierung des Rechts auf Privatsph&auml;re auch bei Personen des &ouml;ffentlichen Lebens,</em></li>
<li><em>besonderer Schutz der Kinder,</em></li>
<li><em>Beachtung der Unschuldsvermutung bei der Prozessberichterstattung,</em></li>
<li><em>Verzicht auf Namensnennungen gegen den Willen der Betroffen ohne Legitimation durch das &ouml;ffentliche Interesse,</em></li>
<li><em>Beachtung des Diskriminierungsverbotes und des Opferschutzes</em>.&#8220;</li>
</ul>
<p>Dazu bringt der gelernte Psychiater und Psychoanalytiker eine F&uuml;lle von Beispielen von Medienopfern, die &#8222;<i>im Rampenlicht der &Ouml;ffentlichkeit blo&szlig;gestellt, schlecht gemacht, entw&uuml;rdigt worden sind&#8220;, besonders anschaulich die &#8222;Tribunalisierungsopfer&#8220; ohne ad&auml;quate M&ouml;glichkeit zur Gegenwehr moralischer Beurteilung und Verurteilung&#8220;, und schlie&szlig;lich die Internetopfer: Die Auswirkungen einer falschen Mitteilung&#8220; sind wegen der dauernden Verf&uuml;gbarkeit von Informationen im Google-Zeitalter&#8220; von nicht zu untersch&auml;tzender, potenziell nachhaltiger Wirkung</i>&#8222;. Bei der ausf&uuml;hrlichen Darstellung &#8222;<i>Historischer Medienskandale</i>&#8220; (&#8222;<i>Heinrich B&ouml;ll als Medienopfer</i>&#8222;, die Kie&szlig;ling-Aff&auml;re u.a.) verst&ouml;sst Mario Gm&uuml;r aber bisweilen gegen die eigenen vorher aufgestellten &#8222;Gebote&#8220;: So schildert er in &#8222;<i>Der Fall Borer 2002</i>&#8220; fast gen&uuml;sslich ausladend das Privatleben Betroffener (einschlie&szlig;lich Sexualit&auml;t), nennt Arbeitsstelle, Wohnort etc. und v&ouml;llig &uuml;berfl&uuml;ssige Details (&#8222;<i>Sie hatte von ihrem letzten Freund einen f&uuml;nfj&auml;hrigen Sohn, mit dem sie in einem tristen Wohnblock am Rande S&uuml;dberlins wohnte</i>&#8222;), und dann nennt er den vollen Vor- und Zunamen dieses inzwischen 10j&auml;hrigen Kindes! <br />Die &#8222;<i>Harden-Eulenburg-Aff&auml;re 1907-09</i>&#8220; ist f&uuml;r Gm&uuml;r &#8222;<i>ein Beispiel daf&uuml;r, wie Moralisierung in der &Ouml;ffentlichkeit als Mittel f&uuml;r politische Ziele eingesetzt wurde und nicht, wie heute [&#8230;] &uuml;blich, vor allem zu Sensationszwecken und zur Aufmerksamkeitserregung</i>.&#8220; Hat der eine Ahnung! Ohne solche politisch gezielte &#8222;Moralisierung&#8220; h&auml;tten wir wom&ouml;glich eine baden-w&uuml;rttembergische Ministerpr&auml;sidentin Schavan und einen CSU-Vorsitzenden Seehofer. Zwar ist es heute nicht mehr in erster Linie die Brandmarkung als (m&auml;nnlicher) Homosexueller. Daf&uuml;r gen&uuml;gt es, jemand nur irgendwelche Beziehung zur P&auml;dophilie-Szene anzudichten, um ihn rufzumorden. Das Buch schlie&szlig;t mit einem Appell an die Vernunft: &#8222;<i>Medien k&ouml;nnen durch den Stil ihrer Berichte und Kommentare massenpsychologische Entartungen wie &uuml;bertriebene Emotionalisierung, Hetze und Lynchjustiz steuern, f&ouml;rdern oder auch bremsen. [&#8230;] Vornehmlich obliegt es ihnen, der kochenden Massenseele mit der Stimme m&auml;&szlig;igender und k&uuml;hlender Vernunft zu begegnen.</i>&#8222;<br />Ein &uuml;berf&auml;lliges Buch!</p>
<p>Johannes Gl&ouml;tzner</p>
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		<item>
		<title>Sieghart Ott</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/189/publikation/sieghart-ott/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 May 2005 15:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Verband: Nachrufe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 189, S.15 Der 68er APOloge Dieter Kunzelmann bezeichnete ihn als &#132;juristisch ausgefuchsten und in den Künsten bewanderten Verteidiger&#147;. Und so kannten wir ihn auch: Unseren Münchener HU-Rechtsanwalt Sieghart Ott. Er war ein Mann der ersten Stunde und hat sich gleich einen Namen gemacht durch erfolgreiche Verteidigung der Kunstfreiheit vor allem gegenüber bayerischen klerikalen [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/189/publikation/sieghart-ott/">Sieghart Ott</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 189, S.15</p>
<p>Der 68er APOloge Dieter Kunzelmann bezeichnete ihn als &#132;juristisch ausgefuchsten und in den Künsten bewanderten Verteidiger&#147;. Und so kannten wir ihn auch: Unseren Münchener HU-Rechtsanwalt Sieghart Ott. Er war ein Mann der ersten Stunde und hat sich gleich einen Namen gemacht durch erfolgreiche Verteidigung der Kunstfreiheit vor allem gegenüber bayerischen klerikalen Zensurversuchen. Dem diente sein dtv-Bestseller aus dem Jahre 1968 &#132;Kunst und Staat. Der Künstler zwischen Freiheit und Zensur&#147;. Schon vorher hatte er im Szczesny-Verlag eine &#132;Dokumentation zur Frage der Schwangerschaftsverhütung und der guten Sitten&#147; veröffentlicht: &#132;Der Fall Dr. Dohrn&#147; (1964) und 1967 im Luchterhand-Verlag: &#132;Das Recht auf freie Demonstration&#147;, aus dem dann später der, zusammen mit Hartmut Wächtler verfasste, Kommentar zum &#132;Gesetz über Versammlungen und Aufzüge&#147; wurde (1996).</p>
<p>Eines seiner gründlichsten, kritischsten und leider nach wie vor aktuellen Bücher erschien 1968 (ebenfalls im Luchterhand-Verlag): &#132;Christliche Aspekte unserer Rechtsordnung&#147;. Jahrelang war Sieghart Ott Mitglied des Ortsvorstandes München und musste immer wieder bei kniffligen juristischen Problemen (aber nicht nur bei diesen) helfen. So wollte er verhindern, dass BürgerInnen in Bayern für das kommerzielle Fernsehen einen sog. &#132;Kabelgroschen&#147; bezahlen sollten. Mit seiner Klage 1984 bis zum Bundesverfassungsgericht hat er ein Urteil erstritten, das bis heute die Rundfunkfreiheit stärkt und die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sichert. Sieghart Ott war Mitinitiator des Bildungswerks der HU Bayern und lieferte ihr nicht nur die Satzung und manch erheiterndes Bonmot, sondern begeisterte auch als Vortragender. Dass er in allen Vereinsangelegenheiten erster Ansprechpartner war, versteht sich von selbst angesichts des großen Erfolgs seines dtv-Bandes &#132;Vereine gründen und erfolgreich führen&#147; (das dieser Tage in 10. Auflage erscheint). Und so machten wir ihn denn auch prompt zum Vorsitzenden des VORGÄNGE e.V. In diese Zeitschrift hat er (bis zuletzt) viel Arbeit, Energie und Zeit investiert und hat sich auch jahrelang als &#132;literarischer Maulwurf&#147; durch die juristische Fachliteratur gewühlt und die VORGÄNGE-Leser über alle wichtigen Neuerscheinungen kritisch und witzig informiert. Jetzt müssen wir ohne seine literarischen Schmankerl, ohne seinen wertvollen Rat, ohne seine tatkräftige Hilfe, ohne seinen juristischen und manchmal auch moralischen Beistand auskommen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/189/publikation/sieghart-ott/">Sieghart Ott</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Schröder, Blair und Rembremerdeng II</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/schroeder-blair-und-rembremerdeng-ii/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Dec 2001 11:10:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 176 S. 112 Sie müssen Ihren blöden Kopf auch überall vornedran haben. Gemeint ist damit der Bittsteller, Karl Valentins Spritzbrunnenaufdreher Brandstetter respektive Brandstifter, der um die Gunst des Zweirats, pardon Geheimrats Müller und seines Komplizen Baron von Rembremerdeng buhlt und sich anheischig macht, dessen Funktäne auf- und zuzudrehen und seinen eigenen kleinen (ganz [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 176 S. 112</p>
<p>Sie müssen Ihren blöden Kopf auch überall vornedran haben. Gemeint ist damit der Bittsteller, Karl Valentins Spritzbrunnenaufdreher Brandstetter respektive Brandstifter, der um die Gunst des Zweirats, pardon Geheimrats Müller und seines Komplizen Baron von Rembremerdeng buhlt und sich anheischig macht, dessen Funktäne auf- und zuzudrehen und seinen eigenen kleinen (ganz kleinen) Spritzbrunnen im eigenen Heimgarten.<br />Unsere Gerhard Brandstetter und Toni Brandstifter suchen sich im Andienern vor Dabbeljuh Rembremerdeng gegenseitig zu übertreffen, wozu sich noch der entsetzliche Fratz, der rücksichtslose, mediengeile und nur auf eigenen Vorteil bedachte Berlusconi-Bubi gesellt, der ganze Stolz seines Papis, ganz narrisch mit dem Radio.<br />Über diese drei schrieb schon vor 40 Jahren Erich Kästner: Unser Heerführer und deren Wortführer marschieren, wie Kinder nun einmal sind, munter Trompete blasend an der Tête der amerikanischen Wachtparade, und er attestierte noch früher den damaligen deutschen Wortführern und profezeite somit den heutigen wildes Anschmiegen an den großen Bruder überm großen Teich, die sich dabei wie Goethes Zauberlehrling aufführen. Kästner hoffte, dass jemand rechtzeitig den gesunden Menschenverstand, die Phantasie und den Mut aufbringe, zu den (Atom-)bomben und deren Generalvertretern zu sagen: &#132;Besen! Besen! Seids gewesen!&#147;<br />Rembremerdeng und seine ihn umhudelnden und vor ihm herumwuselnden hemmungs- und bedingungslos ergebenen Vasallen haben die gleichen primitiven und eindimensionalen Denkmuster: sie kennen nur aufdrehen und abschalten!<br />Nun: Kästners Trompeten und Goethes Wassereimer sind harmlos und Valentins Spritzbrunnen ließen sich mühelos wieder abstellen&#8230;<br />Übrigens nennt Karl Valentin sein Bittsteller-Stück eigentlich ein Trauerspiel; bei dem kann man aber &#150; so endet es &#150; aa no was lerna! Also: !</p>
<p>Schröder, Blair und Rembremerdeng I ist in den Mitteilungen Nr. 167 (Sept. 1999) abgedruckt. Die hier verwendeten Zitate sind aus: Karl Valentin: Der Bittsteller, in: ders., Gesammelte Werke, München, 1961, S. 283-98; Erich Kästner: Ostermarsch 1961; in: ders., Werke Band VI, München, 1998, S. 662-7; Erich Kästner: Ein politischer Eilbrief (November 1954), in: ders., Werke Band VI, München 1998, S. 615-7</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/schroeder-blair-und-rembremerdeng-ii/">Schröder, Blair und Rembremerdeng II</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Kindermord in der Ostmark</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/kindermord-in-der-ostmark/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jun 2001 14:40:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilung Nr. 174, S. 54 &#8222;Spiegelgrund&#8220; &#8211; das klingt harmlos, fast idyllisch. Wer ahnt, was sich hinter diesem Namen verbirgt? &#8222;Kinderfachabteilung&#8220; &#8211; h&#246;rt sich n&#252;chterner an, sachlich, korrekt &#8230; &#8222;F&#252;rsorgeanstalt&#8220; &#8211; der zweite Teil des Wortes kann einem schon mulmige Gef&#252;hle bereiten und negative Assoziationen (&#8222;Z&#246;gling&#8220;), l&#228;&#223;t aber auch noch nichts allzu Schlimmes bef&#252;rchten. &#8222;T4&#8220;- [weiterlesen]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/kindermord-in-der-ostmark/">Kindermord in der Ostmark</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilung Nr. 174, S. 54</p>
<p>&bdquo;Spiegelgrund&ldquo; &ndash; das klingt harmlos, fast idyllisch. Wer ahnt, was sich hinter diesem Namen verbirgt?</p>
<p>&bdquo;Kinderfachabteilung&ldquo; &ndash; h&ouml;rt sich n&uuml;chterner an, sachlich, korrekt &#8230; &bdquo;F&uuml;rsorgeanstalt&ldquo; &ndash; der zweite Teil des Wortes kann einem schon mulmige Gef&uuml;hle bereiten und negative Assoziationen (&bdquo;Z&ouml;gling&ldquo;), l&auml;&szlig;t aber auch noch nichts allzu Schlimmes bef&uuml;rchten. &bdquo;T4&ldquo;- dahinter kann sich nun vieles verbergen: Eine Automarke? Ein chemisches Element? Eine Wunderwaffe? Ein Medikament? ein Aktenzeichen? &#8230;</p>
<p>Ein Aktenzeichen wof&uuml;r? F&uuml;r eine Aktion? F&uuml;r eine Kinderaktion!&nbsp;&nbsp; Wer denkt da B&ouml;ses?</p>
<p>&bdquo;T4-Kinderaktion&ldquo; &ndash; Solche verharmlosenden, verschleiernden, sch&ouml;nrednerischen Wortsch&ouml;pfungen geh&ouml;ren zur teuflischen T&ouml;tungsmaschinerie des Nationalsozialismus (am Treffendsten hat diese Sprache Victor Klemperer analysiert in seinem Buch &bdquo;LTI &ndash; (Lingua Tertii Imperii &ndash; Sprache des Dritten Reiches).1</p>
<p>Der F&uuml;hrer selbst erm&auml;chtigte seine Helfershelfer zur Ermordung von Kindern, von einigen tausend Kindern.</p>
<p>Karl Cervik h&auml;tte unter ihnen sein k&ouml;nnen. Er war in der F&uuml;rsorge-anstalt Am Spiegelgrund eingewiesen worden und sp&auml;ter in die Zweiganstalt in Ybbs an der Donau. Dort wusste man nichts von einer F&uuml;rsorgeanstalt bis zu seiner Anfrage.</p>
<p>Er kam lebend davon.</p>
<p>Es lie&szlig; ihn aber nicht ruhen. Sein Schicksal nicht &ndash; und nat&uuml;rlich nicht -, aber noch weniger das Schicksal der anderen, die mit ihm dort waren und vor allem die dort ihr Leben lassen mussten. Einiges von seinen Erlebnissen in diesen psychiatrischen Anstalten ist in dem vorliegenden Buch eingeflossen.</p>
<p>Karl Cervik legt hier seine Recherche vor, eine Recherche, die ihm nicht leicht gemacht wurde, im Gegenteil: Weiterhin wird vertuscht, gelogen, besch&ouml;nigt. Um so wichtiger sind solche Dokumentationen von Zeitzeugen und Betroffenen. &ndash; Aufarbeitung und Aufkl&auml;rung sind noch lange nicht am Ende.</p>
<p>Johannes Gl&ouml;tzner</p>
<p><a class="sdfootnotesym" href="https://www.humanistische-union.de/typo3/ext/rte/app/rte.php?bgColor=%23E4E0DB&amp;defaultExtras=&amp;elementId=data%5Btt_news%5D%5BNEW450020031e698%5D%5Bbodytext%5D&amp;formName=editform&amp;pid=1080&amp;sC=richtext%3Arte_transform%5Bflag%3Drte_enabled%7Cmode%3Dts%5D&amp;typeVal=0#sdfootnote1anc" name="sdfootnote1sym">1</a> Klemperer, Victor: LTI &ndash; <i>Notizbuch eines Philologen,</i> Reclam Leipzig, 15. August 1996.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/kindermord-in-der-ostmark/">Kindermord in der Ostmark</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.humanistische-union.de">Humanistische Union</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Professionale Vorurteile den Ethikunterricht betreffend</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/professionale-vorurteile-den-ethikunterricht-betreffend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2000 17:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Religion: Schule]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilung Nr. 169, S. 18 Volker Ladenthin/ Reinhard Schilmöller (Hrsg.): Ethik als pädagogisches Projekt &#150; Grundfragen schulischer Werterziehung. Leske + Budrich Verlag, Opladen 1999, 267 S., DM 44Das Beste an dem Buch ist der Preis. Er hält davon ab, es zu kaufen, wovor ich durch diese Besprechung warnen will; es sei denn, jemand möchte sich [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilung Nr. 169, S. 18</p>
<p>Volker Ladenthin/ Reinhard Schilmöller (Hrsg.): Ethik als pädagogisches Projekt &#150; Grundfragen schulischer Werterziehung. Leske + Budrich Verlag, Opladen 1999, 267 S., DM 44<br />Das Beste an dem Buch ist der Preis. Er hält davon ab, es zu kaufen, wovor ich durch diese Besprechung warnen will; es sei denn, jemand möchte sich darüber informieren, zu welchen Entgleisungen Leute, die sich Wissenschaftler nennen, fähig sind, wenn es um ein Thema geht, das ihnen nicht paßt. Da wird dann manipuliert, schein-&#132;argumentiert&#147;, überzeichnet, verkürzt, verallgemeinert. Einer der Autoren, Prof. Gottfried Leder, gibt solches sogar zu, wobei er sich selbst &#132;mildernde Umstände&#147; ob des &#132;heftigen Zornes&#147; zubilligt, ohne allerdings klarzumachen, was ihn denn so errege, warum er so wild um sich schlägt und gegen wen sich seine Verbalinjurien richten; er zitiert keinen einzigen Satz, nennt keinen einzigen Namen, &#132;beruft&#147; sich lediglich auf ein einziges Werk, von dem er aber nur den Herausgeber nennt (&#132;Beck u.a.&#147;) und das noch dazu im Literaturverzeichnis fehlt. So bleibt es für den Leser/die Leserin ein Rätsel, wer sich hinter diesen &#132;extremsten Vertretern&#147; mit ihrer &#132;abgrundtiefen Abneigung&#147; verbirgt und wer &#132;alles an dieser Art von Pädagogik mitgewerkelt und welche oft fatalen Spuren sie bis heute hinterlassen hat&#147;! Dafür schmeißt Leder &#150; sich vermeindlich wissenschaftlich gebärdend &#150; mit nicht erklärten Ausdrücken wie Kommemorierung, prejorativ, relecture um sich und seinen desto verständlicheren Lieblingsworten wie radikal und abwegig.<br />Schier noch gehässiger gebärden sich die Wiener Professorinnen Marian Heitger und Ines Maria Breinbauer, die ein Zerrbild des Ethikunterrichts entwerfen und darauf ihre Ablehnung gründen, gemäß der Empfehlung Macchiavellis, der Fürst solle sich &#132;mit List Feinde schaffen, damit er durch ihre Überwindung seinen Ruhm vergrößere&#147;!<br />Putzig mutet der Artikel von Herausgeber AOR Reinhard Schilmöller (Ethische Erziehung im Religionsunterricht und im Ethikunterricht: Gemeinsamkeit und Differenz) mit seiner idyllischen Religionsunterrichtsbeschreibung: &#132;In den biblischen Geschichten begegnen die Kinder und Jugendlichen hochethischen Maximen, Werten und Normen. Wo sonst noch in unserer Gesellschaft außer im RU, so kann man sich fragen, werden sie mit Forderungen konfrontiert, nach Nächstenliebe und Feindesliebe, nach Güte, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit, und das auf eine so anschaulich-bildhafte Weise, wie in den Erzählungen und Gleichnissen der Bibel? Wo sonst, so läßt sich weiterfragen, begegnen sie &#150; ganz abgesehen vom einzigartigen und kaum ersetzbaren Beispiel Jesu &#150; so vielen Gestalten&#8230;&#147; Es steht zu befürchten, daß die Jugendlichen einem solchen Religionslehrer solche Geschichten um die Ohren hauen und ihn mit ganz anderen Bibelstellen konfrontieren. Doch es kommt noch schlimmer: Schilmöller stellt die Behauptung auf, daß der eigentliche Ethikunterricht (EU) der Religionsunterricht (RU) sei: &#132;&#8230; weisen Ethik und EU mithin eine &#8218;Leerstelle&#8216; auf, für die sie auf Religion und RU verwiesen und angewiesen sind&#147;. Und: &#132;Der RU vermag insofern im Prinzip die &#8218;vollständigere&#8216; ethische Erziehung zu leisten&#8230;&#147; Man beachte Gänsefüßchen, mithin und insofern: Schilmöllers Dogma lautet: Nur im &#132;Ausgriff auf einen transzendenten Sinngrund&#147; könnte man &#132;letztlich&#147; wirklich ethisch handeln; und &#132;solche sinnkonstituierenden Weltentwürfe&#147; könnten nicht die Ethiklehrer, sondern nur &#132;Religionen liefern&#147;. Abgesehen davon, daß es sich bei solchen Behauptungen um systemimmante Glaubenssätze handelt, sind sie auch gefährlich: Atheistische SchülerInnen (und solche soll es doch bisweilen auch geben!) erfahren somit, daß sie zu ethischen Handlungen im Grunde nicht fähig seien. Und religiös erzogene Jugendliche, die sich von der Religion abkehren, denen &#150; auch das mag vorkommen &#150; der Glaube abhanden kommt, könnten auf die Idee kommen, nun nicht mehr ethisch handeln zu müssen.<br />A propos Jugendliche und Unterricht: Das Vorwort behauptet, das Buch biete &#132;eine Vielzahl von Anregungen für Theorie und Praxis (!) ethischer Erziehung in der Schule&#147;. Nun Theorie: haufenweise; Praxis: weitgehend Fehlanzeige. Die meisten der AutorInnen schwelgen in höheren Regionen, völlig losgelöst von den Niederungen des Schulalltags; man gewinnt gar bisweilen den Eindruck, die SchulpraktikerInnen seien diesen ProfessorInnen suspekt; &#132;Handlungsorientierung&#147; verkommt zum Schimpfwort, und SchülerInnen werden grundsätzlich nicht ernst genommen, wenn dauernd nur von zukünftigem Handeln, von Anbahnung sittlicher Grundhaltungen etc. die Rede ist.</p>
<p>Johannes Glötzner</p>
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		<title>„Der Zensor geht um“ oder „In welcher Zeit leben wir?“</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/der-zensor-geht-um-oder-in-welcher-zeit-leben-wir/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Mar 2000 16:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Pluralismus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zu neuen skandalösen Zensurfällen auf dem Gebiet der Moral und Sexualität in Deutschland und was Kurt Tucholsky dazu meint Mitteilung Nr. 169, S. 16 Der Zensor geht um heißt ein Artikel Kurt Tucholskys aus dem Jahr 1920 über die Beschlagnahme von Büchern mit unzüchtigen Bildern, der folgendermaßen schließt: In welcher Zeit leben wir? Wir leben [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zu neuen skandalösen Zensurfällen auf dem Gebiet der Moral und Sexualität in Deutschland und was Kurt Tucholsky dazu meint</p>
<p>Mitteilung Nr. 169, S. 16</p>
<p>Der Zensor geht um heißt ein Artikel Kurt Tucholskys aus dem Jahr 1920 über die Beschlagnahme von Büchern mit unzüchtigen Bildern, der folgendermaßen schließt: In welcher Zeit leben wir? Wir leben in einer Zeit, wo dem stramm emporgereckten Philister erlaubt ist, einer Nation Kandare anzulegen. Wehrt euch!<br />Heute werden &#150; und zwar von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften &#150; nicht nur Bücher und Filme unzüchtigen Inhalts zensiert, sondern Schriften mit wissenschaftlichen Texten und harmlosen Fotos, die aber die Oberzensurräte (Tucholsky) in Bonn für jugendgefährdend halten. So fanden sie im Dezember 1998 die Zeitschrift KOINOS (Nr.17/1998) für indizierungswert, nicht etwa weil dort pornographische Bilder oder Texte verbreitet würden, sondern weil u.a. eine Untersuchung präsentiert wurde, in der Studenten, die sexuelle Erfahrungen als Kind mit Erwachsenen hatten, diese öfter als positiv (38%&#150;68%), neutral (8%&#150;32%) als negativ (8%&#150;45%) bewerteten. Die Bundesprüfstelle zweifelt diese wissenschaftliche Studie keineswegs an, hält aber ihre Zitierung für verdammens- und verbietenswert, fürchtend, daß solche Zitate Kinder und Jugendliche in ihrem sozialethischen Reifungsprozeß negativ beeinflussen können. Denn: Der Inhalt ist offenbar geeignet, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren.<br />Mit derselben Begründung wurde im Dezember 1999 das Heft 12/1999 der Zeitschrift VOGUE indiziert; dort waren harmlose Mädchen-Fotos gezeigt worden, die nichts mit Pornographie zu tun haben, und auch nach Ansicht der Bundesprüfstelle selbst nicht sexuell stimulierend oder aufreizend sind. Trotzdem wurden die Bilder und damit das ganze Heft zensiert, und zwar mit der Begründung, die abgebildeten Kinder würden hier zu Anschauungsobjekten degradiert.&#150; Es kommt noch schlimmer: Darin, behaupten diese moralischen Fetischisten (Tucholsky) dreist (Tucholsky: dreiste Anmaßung vermuffter Bürgerkreise!), liegt eine eklatante Verletzung der Menschenwürde und damit der vom Grundgesetz errichteten Wertordnung insgesamt.<br />Wes Geistes Kind sind Leute, die sich so unverblümt mit den unglaublichsten Ansichten hervorwagen (Tucholsky)? Man stelle sich vor, schrieb Tucholsky vor 70 Jahren, wie die Literatur eines Landes aussähe, wenn man sie vorher der Zensur: diesem Gremium von Beamtenanmaßung, protestantischem Muff, katholischer Propaganda und allgemeiner Ängstlichkeit (&#8230;) überantwortete. Das Gremium der Vogue-Indizierung bestand aus drei Leuten: einer leitenden Regierungsdirektorin, einer Schriftstellerin (Thea Graumann) und einem kirchlichen Vertreter. Und diese zeigen allein schon in ihrer Ausdrucksweise, wes Ungeistes Kind (Tucholsky) sie sind: Während von der abgebildeten schlafenden Anna gesagt wird, daß sie Unschuld und Unberührtheit vermittelt, heißt es von der gepuderten Anna, bei ihr werde Berührtheit demonstriert, und auch beim nächsten Foto wird behauptet: Anna erzielt mit der Pose der Hand auf der Brust ebenfalls die Suggestion der Berührung. Anna berührt sich selbst, wird von niemand anderem berührt; trotzdem spricht die Bundesprüfstelle von Zuweisung einer Opferrolle, vom Eindruck der geschlechtlichen Verfügbarkeit der Kinderkörper, von der Reduktion auf das Geschlechtliche. &#150; Eine Phantasie haben die Leute! Und sie machen diese und ihre zufällig vorhandenen geistigen Anschauungen zum Maß aller Dinge (Tucholsky). <br />Beantragt wurde die Indizierung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Diese befürchtet, so heißt es im Antrag, Kindern könnte durch den Anblick der Bilder der Eindruck vermittelt werden, daß es doch nicht so schlimm sei, sich vor Erwachsenen auszuziehen. (Dabei zeigt jedes der Fotos nur ein Kind ohne weitere Person, also auch keinen Erwachsenen!)<br />Und die Bundesprüfstelle befürchtet, solche Fotos könnten Sexualstraftäter ihren Opfern zeigen und so gezielt auf die Tat einstellen. Dann aber müßten alle Abbildungen von nicht vollständig bekleideten Kindern verboten werden einschließlich kindlicher Engelsdarstellungen oder Bilder und Statuen des nackten Jesus- und Johnanneskindes und mit der Schauobjekt-&#132;Begründung&#147; jedwede Darstellung von Kindern! Was für eine Körperfeindliche Atmosphäre wird dabei erzeugt! Vor 80 Jahren warnte Kurt Tucholsky schon davor, eine gute Erziehung durch Bevormundung und Verbot zu ersetzen. Der Presseerklärung des Arbeitskreises Sexualstrafrecht der HUMANISTISCHEN UNION zu der VOGUE&#150;Indizierung ist beizupflichten: <br />Peinlich sind die Hinweise auf die &#132;Sexualerziehung&#147; und &#132;Erziehung zur eigenverantwortlichen Persönlichkeit&#147;. Denn gerade durch eine solche Zensur-Praxis wird ein Klima gefördert, das einen selbstverständlichen und natürlichen Umgang mit dem eigenen Körper und der eigenen Person verhindert. Kurt Tucholsky würde sich drastischer ausdrücken und von einer ganz verstaubten, verlogenen und zutiefst unehrlichen Zensur sprechen, von einer lächerlichen Bevormundung, von verblüffender Intoleranz, von Prüderie, die in Fanatismus mündet: Falsch ist das, kleinbürgerlich und dumm. So erzieht man kein Volk! Und: Wenn das so weitergeht, haben wir in vier Wochen eine obrigkeitsstaatliche Bevormundung, die sich in gar nichts von Metternichts Zensur unterscheiden wird. <br />Nun: wir sind auf dem besten Wege dahin: Da entdeckte neulich ein bayrischer Verkehrspolizist bei einer Fahrscheinkontrolle ein Foto, das er für pornographisch hält. Daraufhin wurde von der Staatsanwaltschaft Traunstein ein Ermittlungsverfahren gegen den Fahrer eingeleitet und vom Amtsgericht Mühldorf a. Inn die Durchsuchung der Wohnung mit Nebenräumen und den Fahrzeugen nach folgenden Gegenständen angeordnet: 1. kinderpornographische Schriften, 2. EDV-Anlage, die zur Speicherung von kinderpornographischen Schriften dienen kann. Im Beschluß des Amtsrichters Ott vom 3. November 1999 heißt es dazu unter Gründe: Aufgrund der bisherigen Ermittlungen besteht der Verdacht, daß der Beschuldigte im Besitz kinderpornographischer Schriften ist. Bei einer Fahrzeugkontrolle wurde bei dem Beschuldigten eindeutig kinderpornographisches Material sichergestellt. Dieses &#132;eindeutig kinderpornographische Material&#147; bestand in einem Foto aus einem Aufklärungsbuch (Günter Amendt: Das Sex Buch), das Jugendliche in jeder anständigen Schulbibliothek ausleihen können und das sowohl von Pro Familia (in Herzflattern &#150; Buchtips für Jugendliche, 1999) als auch von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Sexualpädagogische Materialien, 1995) empfohlen wird. <br />Nochmal Kurt Tucholsky mit seinem 1922 veröffentlichten Gedicht Schaufenstermoral:</p>
<p>Wir haben im Land eine Polizei,<br />die hat weiter nichts zu tun,<br />als nachzuschnuppern, wie was wohl sei<br />unter Seide und unter Kattun.<br />Sie konfisziert, damit nichts entschlüpft,<br />Gummi-Zeug, Tizian und Film.<br />Der Brunner pfeift, und der Richter hüpft &#150; <br />ganz wie unter Kaiser Wilm.<br />Vor dem Schaufenster steht ein einsamer Mann,<br />ein moralischer Fetischist.<br />Die ganze Erotik geht ihn nichts an, <br />weil er Selbstversorger ist.<br />Und er sieht da Zigarettenetuis<br />mit Busen und sonst noch was<br />und kitschigen Damen im Paradies&#8230;<br />Und der Mann hat Sehnsucht und keinen Kies &#150; <br />und daher ärgert ihn das.<br />Und er meldets.<br />Und aus den Gebüschen bricht<br />Staatsanwalt, Akademie,<br />Polizeipräsidium und Amtsgericht-:<br />alles von wegens Etui.<br />In Berlin brechen nächtlich hundert Mann ein,<br />und der Wucher ist völlig immun.<br />Aber darum bekümmert sich kein Schwein &#8230;<br />O Herr! Vergib den Behörden dein!<br />Denn sie wissen nicht was sie tun-!<br />Amen</p>
<p>Nachweis der Zitate von Kurt Tucholsky:<br />1) Gesammelte Werke in 10 Bänden; Reinbek 1975:<br /> Laster und Liebe (1913; Bd. I, S. 135ff.)<br /> Zensurdebatte (1918; Bd. I, S. 306)<br /> Der Zensor geht um (1920; Bd. II, S. 444ff.)<br /> Schaufenstermoral (1922; Bd. III, S. 169ff.)<br /> Rundfunkzensur (1928; Bd. VI, S. 104ff.)<br /> Die UFA sucht Dichter (1930; Bd. VIII, S. 293 ff.)<br /> Freier Funk! Freier Film! (1932;Bd.X, S. 70ff.)<br />2) Deutsches Tempo; Reinbek 1990:<br /> Kunst und Zensur (1911; S. 19ff.)<br /> Kino-Zensur (1920; S. 221ff.)<br /> Schmutz bzw. Schund bzw. Geldverknappung (1910; S.759ff.)</p>
<p>Johannes Glötzner</p>
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		<title>Schröder, Blair und Rembremerdeng</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/schroeder-blair-und-rembremerdeng/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 1999 17:30:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilung Nr. 167, S. 67 Karl Valentin läßt in der Szene &#132;Der Bittsteller&#147; seinen Habenichts-Spritzbrunnenaufdreher angesichts seiner &#132;kompromittierenden&#147; finanziellen Notlage auf die Feststellung des Herr Geheimrats &#132;Davon kann man doch nicht leben&#147; antworten: &#132;Ja leben schon, aber wie!&#147; und: &#132;Da heißts einteilen!&#147;Schröder, Eichel und Co. fällt angesichts knapper Mittel und unknapper Schulden auch nichts anderes [weiterlesen]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilung Nr. 167, S. 67</p>
<p>Karl Valentin läßt in der Szene &#132;Der Bittsteller&#147; seinen Habenichts-Spritzbrunnenaufdreher angesichts seiner &#132;kompromittierenden&#147; finanziellen Notlage auf die Feststellung des Herr Geheimrats &#132;Davon kann man doch nicht leben&#147; antworten: &#132;Ja leben schon, aber wie!&#147; und: &#132;Da heißts einteilen!&#147;<br />Schröder, Eichel und Co. fällt angesichts knapper Mittel und unknapper Schulden auch nichts anderes ein, als das wenige sparsam einzuteilen, und sie suchen der Öffentlichkeit weiszumachen und vorzublairen, zu dem Spar- und Einteil-Konzept gebe es keine Alternative.<br />Dabei fehlts ihnen lediglich an Phantasie und gutem Willen und manchmal möchte man meinen, an Logik. Jeder, der an Geldmangel leidet, schaut aber doch zunächst darauf, zu Geld zu kommen. Und das tat auch Valentins Spritzbrunnenaufdreher, der sich von Baron Rembremerdeng mehr Spritzbrunnen und öfteres Auf- und Abdrehen und damit größeren Verdienst wünscht.<br />Wenn Schröder schon nicht Valentin liest, so könnte er doch auf die Idee kommen, das Programm und die Beschlüsse der Partei anzuschauen, deren Vorsitzender er ist. Da stünde manches Lesens- und Beherzigenswerte. Doch er verfaßt lieber allein oder mit anderen neue Papiere, die den Anschein erwecken, er strebe im Vergessen darüber, was die Abkürzungen im Parteinamen bedeuten, der Partei nach, deren Vorvorsitzender er mit Recht die Knappheit der Mittel und die Steuerlast anlastet. Aber statt nun die Geld und Steuergeschenke an die, die´s gar nicht brauchen, weil sie schon genug haben, einzustellen, nimmt mans lieber dem valentinschen &#132;Mann aus dem Volke&#147; und schenkts der &#132;wamperten Herrschaft&#147; und den geldgierigen &#132;Straßenräubern&#147;.<br />Apropos Logik: Schröder gab vor der Europa-Wahl die Devise aus, man möge seine Partei wählen und damit den neuen Gerhard-Tony-Kurs bestätigen. Nach der Wahlschlappe behauptete er, er habe verstanden und werde nun eben diesen Kurs konsequent verfolgen. So einfach schrödert sich das: Wer SPD wählt, bestätigt damit Schröders Politik, und wer nicht SPD wählt, bestätigt Schröders Politik genauso. Die naheliegende Konsequenz, weils eh wurscht ist, bestätigen die vielen Nichtwähler.</p>
<p>Wie sagt Valentins Buchbinder Wanninger?</p>
<p>Johannes Glötzner</p>
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		<title>Der Feisten reiche Kleider</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/publikation/der-feisten-reiche-kleider/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 1999 17:20:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilung nr. 167, S. 67 Christian Andersens Märchen-Kaiser war nackt, ließ sich aber und dem Volk weismachen, er trüge prächtige Kleidung.Unsere Oligarchen, also die, die bei uns das Geld und das Sagen haben, machen dem Volk weis, sie seien arm, mager und ausgehungert und &#150; wenn überhaupt &#150; dann schäbig gekleidet; derweil sie doch dick [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilung nr. 167, S. 67</p>
<p>Christian Andersens Märchen-Kaiser war nackt, ließ sich aber und dem Volk weismachen, er trüge prächtige Kleidung.<br />Unsere Oligarchen, also die, die bei uns das Geld und das Sagen haben, machen dem Volk weis, sie seien arm, mager und ausgehungert und &#150; wenn überhaupt &#150; dann schäbig gekleidet; derweil sie doch dick und fett und feist und satt und wohlgenährt und in teuerster Gewandung einherkutschieren und einherfliegen. Man möchte glauben das Volk würds sehen und merken. Aber nein: andersen-gemäß glauben die weniger Bemittelten und weniger Mogelnden ihren eigenen Augen weniger glauben zu dürfen als dem krokodils-tränigen Gerede der dreisten Feisten und lassen sich von denen auch noch als Sozialneidhammel beschimpfen. Dabei beneiden sie keineswegs die wohlgenährten, wohlgekleideten und wohlfliegenden mitleidheischenden Nacktmogler, sondern die die um ein wenig weniger wenig haben als sie selbst, denen ein wenig weniger genommen wird als ihnen selbst, und sie lassen sich von den schmarotzierenden Feistdreisten noch mehr aus den immer leerer werdenden Taschen klauben, ja gebens sogar freiwillig, nur darauf schielend, daß ihren Mitkaumbemittelten nur ja auch tüchtig in die Taschen gegriffen werde.</p>
<p>Wo bleibt Andersens Aufklärer-Märchenkind?</p>
<p>Johannes Glötzner</p>
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		<title>Entmilitarisiert die Staatsempfänge!</title>
		<link>https://www.humanistische-union.de/publikationen/mitteilungen/165/publikation/entmilitarisiert-die-staatsempfaenge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jan 1999 15:10:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 165, S. 19 Sie schütteln sich minutenlang die Hände (solange die Fernsehkameras surren), sie küssen sich womöglich die Wangen, sie nehmen voreinander die Hüte ab. So sie Päpste sind, knien sie sich hin und küssen den roten Teppich des Flughafens; Gesten, die zeigen sollen, wie lieb und/oder wert einem der andere und/oder dessen [weiterlesen]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilungen Nr. 165, S. 19</p>
<p>Sie schütteln sich minutenlang die Hände (solange die Fernsehkameras surren), sie küssen sich womöglich die Wangen, sie nehmen voreinander die Hüte ab. So sie Päpste sind, knien sie sich hin und küssen den roten Teppich des Flughafens; Gesten, die zeigen sollen, wie lieb und/oder wert einem der andere und/oder dessen Land ist; Gesten, die offenkundig machen sollen, daß man friedfertig ist und unbewaffnet, daß einem die Besucher/die Gastgeber trauen.<br />Doch daneben und drumherum stehen waffenstrotzende Uniformierte, die die Menge grüßen/salutieren &#150; nicht mit der waffenlosen, entblößten Hand / nicht mit dem Hut in der Hand &#150; nein: mit tötlichem Gerät.<br />Die Zeiten sind längst passé, &#150; so es solche überhaupt je gegeben hat &#150; wo sich Staatsoberhäupter in persona duellierten. So können sie ihre Waffen getrost im Arsenal lassen, sie haben ja ihre waffenstrotzenden Schwadronierer.<br />Wir sind ja Solcherartiges von tagtäglichen Fernsehbildern her gewohnt. Aber versetzen wir uns mal in die Lage eines ahnungslosen Beobachters, nun: z.B. von einem fremden Stern: Welchen Eindruck bekommt der von uns, wenn er sieht, daß ein Staatsmann einen Gast, einen geladenen Freund und/oder geschätzten Partner und Verbündeten (so bezeichnen sie sich doch gegenseitig) zwar mit entblößtem Haupt und waffen- sowie fehdehandschuhfreier Hand begrüßt, aber umgeben von bewaffneten und sich mit ihren Waffen brüstenden Kriegsmännern ist. Welch freundlicher, vertrauensseeliger, friedfertiger Empfang!<br />Staatsmänner, wenn ihr eure Gäste unbedingt mit Musik und Ehren empfangen wollt, dann mit Tanz- statt mit Marschmusik, dann umgeben von Angehörigen einer Berufsgruppe, die dem Leben dient und nicht dem Tod.<br />Wie wärs mit Hebammen?</p>
<p>Johannes Glötzner</p>
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