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Verband: Arbeitskreise - 31.08.05

HUmAction: Die Jungen sind gefordert!

Anke Reinhardt / Elena Deipenbrock

Mitteilungen Nr. 190, S.19

 

Ein Blick auf die stagnierenden Mitgliederzahlen der HU nötigt zur Selbstreflektion: Sind die Themen der HU nicht mehr aktuell? Sind alle Ziele erreicht? Zeichnen sich neue Bedrohungen der Bürgerrechte ab? Und haben wir Antworten darauf? Ist die Organisation der HU antiquiert – zu unattraktiv, um neue Mitglieder anzuziehen? Was will die HU? Was kann die HU? Und was will sie besser machen?

Wir wollen uns diesen Fragen stellen und rufen die jüngeren HUler dazu auf, eine bundesweite Zusammenarbeit zu institutionalisieren. Hierfür möchten wir alle jungen Mitglieder der HU ganz herzlich zu einem Motiv-Workshop einladen, der vom 25.-27. November in Berlin stattfinden soll. Es gilt, das vorhandene, aber zu oft schlummernde Potenzial in uns und innerhalb der HU zu wecken und konstruktiv zu nutzen.

Ziel soll sein, durch die Identitätsbildung einer „Jungen HU" inhaltliche und organisatorische Impulse für den Gesamtverband auszusenden, diesen durch ein handlungsfähiges Glied zu bereichern und vor allem: durch intensivere interne Kooperation eine stärkere Außenwirkung zu entfalten.

Gen-Ethik und Pränatale Diagnostik? Anti-Diskriminierung? Zugang zu Bildung und öffentlichen Gütern? Kreuze, Kopftücher und Werteunterricht an Schulen? Gesellschaftliche Teilhabe und Integration? Asyl und Abschiebung? Anti-Terror-Gesetze und die Bundeswehr im Innern? Hartz-Gesetze? Folter? Privatisierung von Gefängnissen und Sicherheitsdiensten? Video- und Telefonüberwachung? „Gläserne" Bürger? Biometrie in Reisepässen? Gen-Food und Verbraucherschutz? Anti-Psychiatrie? Selbstbestimmung im Krankheits- und Pflegefall? Aktive Sterbehilfe? ...

All diese Fragen bestimmen heute das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Würde des Menschen im Alltag. Eben diesem Recht hat sich die HU seit ihrer Gründung 1961 verpflichtet. Sie sind ureigene Themen der HU, welche keineswegs an Brisanz verloren haben und gerade deshalb nachwachsende VerteidigerInnen benötigen!

In einem ersten Teil des Motiv-Workshops soll es um die interne Positionierung und Identifizierung der „Jungen HU" gehen: Nach einer Darstellung der HU-„Evolution" und erfolgreicher Kampagnen, nach Referaten von jungen HUlern über aktuelle Aktivitäten, nach einem Austausch von Gedanken, Motivationen und Zielen wird angestrebt, gemeinsam eine Agenda der „Jungen HU" aufzustellen.

Am zweiten Tag wollen wir uns mit Methoden und Möglichkeiten der Interessenvertretung befassen. Angesichts der zunehmenden Übertragung von Kompetenzen an die europäische Ebene müssen wir uns als Bürger- und Menschenrechtsverband dieser neuen Herausforderung stellen und das politische System der EU in unsere Perspektive einbeziehen. Welche Rolle spielt die EU für unsere Arbeit und wie ist eine Europäische Bürgerrechtsarbeit zu gestalten? Dabei wollen wir uns auch mit anderen (jungen) Verbänden, wie bspw. den Jungen Europäischen Föderalisten, beschäftigen. Wie können wir von ihren Strategien lernen?

Dieser Workshop kann nur einen Anstoß geben. Damit sich daraus eine effektive und kontinuierliche Zusammenarbeit entwickeln kann, ist das Engagement möglichst vieler junger HUler gefragt. Jede einzelne Anregung und jede Unterstützung bei der Vorbereitung des Workshops ist willkommen. Wir freuen uns auf ein spannendes, produktives Wochenende!