Sie befinden sich hier: Start |Publikationen |Mitteilungen |Heftarchiv |

Veranstaltungen: Berichte - 26.07.11

Marburger Leuchtfeuer 2011 für Katja Urbatsch

Franz-Josef Hanke

Mitteilungen Nr. 213 (2/2011)

Bild von der Preisverleihung am 19. April in Marburg

Den 3000. Mitstreiter wünschte Thorsten Schäfer-Gümbel der Leuchtfeuer-Preisträgerin Katja Urbatsch. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag hielt am 19. April im Historischen Saal des Marburger Rathauses die Laudatio auf die Gründerin des Netzwerks ArbeiterKind. Vor rund 80 geladenen Gästen würdigte Schäfer-Gümbel das Engagement der 32-jährigen Anglistin zugunsten eines gleichberechtigten Zugangs zu Studium und Ausbildung. Im Jahr 2008 hatte sie gemeinsam mit anderen das – inzwischen international tätige – Netzwerk gegründet, das studierwilligen Jugendlichen bei einer akademischen Ausbildung helfen will. Für diese Leistung hatte die Jury ihr das Marburger Leuchtfeuer für Soziale Bürgerrechte zuerkannt. Seit 2005 vergeben die Humanistische Union (HU) und der Magistrat der Universitätsstadt Marburg diese undotierte Auszeichnung an Personen, die sich in herausragender Weise für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben eingesetzt haben.

Das Projekt "arbeiterkind.de“ richtet sich an Menschen aus sozial benachteiligten Familien. Die gemeinnützige Organisation führt Beratungen und Mentoring vor Ort an den größeren Universitätsstandorten durch. Vernetzt werden sie durch eine Internet-Plattform, die mögliche Mentees mit passenden Mentoren vermittelt. Die Jury sieht in dem Projekt das klassische Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" verwirklicht. Außerdem sei das Prinzip der Hilfe von Betroffenen für Betroffene ("Peer Counciling") ein Garant dafür, nahe an den Bedürfnissen der Nutzer zu bleiben, erklärte Jürgen Neitzel als Sprecher des Auswahlgremiums. Schäfer-Gümbel bezeichnete die Preisträgerin in seiner Laudatio als "Brückenbauerin". Zahlreichen Studien zufolge bestimme nirgendwo anders in Europa die soziale Herkunft so stark über den weiteren beruflichen Werdegang wie in Deutschland. Bewundernswert fand er, dass die Preisträgerin mit ihrem Projekt innerhalb von weniger als drei Jahren bereits fast 3.000 Menschen als Mentoren oder Berater gewinnen konnte. In ihrer Dankesrede wandte sich die Preisträgerin vor allem an die Mitstreiter in ihrem Beratungsnetzwerk. Ohne ihre Mithilfe sei ein dermaßen großer Erfolg nie möglich gewesen.