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Rechtspolitik - 1.09.00

NS-Prozesse und politische Kultur

Einladung zu einer Wochenendtagung in der Evangelischen Akademie Mülheim vom 25. bis 26. November 2000

Mitteilung Nr. 171, S. 72

Spät ist ins öffentliche Bewußtsein gesickert, daß die Selbstaufklär-ung der bundesrepublikanischen Gesellschaft über die Verbrechen des Nationalsozialismus schon (oder erst?) Ende der 50er Jahre begonnen hat. Heute steht zweifelsohne fest, daß dieser Vorgang gegen erhebliche Widerstände ins Werk gesetzt wurde. Zentral war dafür die Rechtsprechung zum Nationalsozialismus in einigen großen Prozessen – in den 60er Jahren etwa der Auschwitz-Prozeß, der vor allem dem damaligen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zu verdanken ist. Die 60er Jahre waren gleichzeitig der Beginn eines politischen Aufbruchs, der entgegen verbreiteten Annahmen nicht erst mit der Protestbewegung 1968 begonnen hat. Schon vorher gab es vielfältige Initiativen zur Liberalisierung der politischen Kultur und der Aufarbeitung der Vergangenheit, die im Umfeld der justiziellen Aufarbeitung weitere politische Impulse setzten.

- Prof. Dr. Wolfgang Scheffler (Berlin):
Der Historiker als Gutachter in NS-Prozessen – Erfahrungen und ein persönliches Resümee

- Dr. phil. habil. Dieter Gosewinkel (Berlin):
Adolf Arndt und die Aufarbeitung nationalsozialistischen Unrechts in den 60er Jahren

- Marc von Miquel (Bochum):
Der Auschwitz-Prozeß und die Debatten um die Strafverfolgung von NS-Prozessen

- Prof. Dr. Joachim Perels (Hannover):
NS-Prozesse, Fritz Bauer und die Selbstaufklärung der Gesellschaft

- Dr. Norbert Reichling (Essen):
Liberale politische Kultur und Aufklärung über den Nationalsozialis-mus: Das Beispiel der Humanistischen Union (Kurzbeitrag)

- N.N.:
NS-Verbrechen im öffentlichen Bewußtsein und die Liberalisierung der politischen Öffentlichkeit – zur Vorgeschichte der außerparla-mentarischen Opposition

- Paul Ciupke (Essen):
Der Beitrag von Ausstellungen und politischer Bildung zur „Vergangenheitsbewältigung“ in den frühen 60er Jahren(Kurzbeitrag)

Samstag und Sonntag, 25. und 26. November 2000 Tagungsstätte: Evangelische Akadamie Mülheim (Ruhr).

Die Veranstaltung beginnt Samstags um 14.00 Uhr und endet Sonntags um ca. 15.00 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt 110 DM (StudentInnen/Arbeitslose: 60 DM) inkl. Übernachtung und Verpflegung.

Nähere Information und Anmeldung beim

Bildungswerk der Humanistischen Union NRW,
Kronprinzenstr.15, 45128 Essen,
Tel. 0201-22 79 82, Fax 0201-23 55 05,
e-mail: hu.bildungswerk@cityweb.de

Eine Tagungsveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein, dem Forum Justizgeschichte und mit Unterstützung der Holtfort-Stiftung.