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Spenden­bitte zum Jahresende 2025

Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde der Humanistischen Union,

auch 2025 standen die Menschen- und Bürgerrechte unter Druck – außen- wie innenpolitisch. Ob es sich um den Rechtsruck in Europa und den USA, Schmutzkampagnen und Desinformation gegen Personen oder Gruppen, politische Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationen, die verschiedenen Anläufe für das sogenannte Sicherheitspaket, die Verschärfung der Polizeigesetze der Länder, die mit einer stärkeren Überwachung durch KI-Technologien einhergehen oder um den geplanten Abbau des Sozialstaates handelt: Unsere Freiheiten stehen unter massiven Beschuss. Gleichzeitig werden die Diskursräume enger und verschieben sich gleichzeitig dermaßen nach rechts, dass menschenverachtende Positionen wieder einmal salonfähig sind. All dies hat uns als Humanistische Union beschäftigt und steigert den Druck auf eine demokratische und kritische Öffentlichkeit.

2025 durften wir aber auch den Fritz-Bauer-Preis der Rechtsanwältin Gabriele Heinecke verleihen, die einen wesentlichen Beitrag zur lange versäumten juristischen Aufarbeitung der Verbrechen Nazideutschlands leistete, unter anderem durch ihr Engagement in den Verfahren von Sant’Anna di Stazzema und Distomo. Sie erwirkte im Spannungsfeld von Verwaltungsrecht, Verfassungsrecht und Strafrecht grundlegende Entscheidungen und vertrat die Familie von Oury Jalloh, der am 7. Januar 2005 im Polizeigewahrsam in Dessau verbrannte. Sie ist eine würdige Preisträgerin im Sinne Fritz Bauers.

Doch weitere bürgerrechtliche Fragen drängen sich für die kommenden Jahre auf: In Folge des Krieges in der Ukraine wird nun wieder eine weitreichende Diskussion über die militärische Verteidigung Europas und Deutschlands geführt. Mit dem Schreckgespenst eines russischen Angriffs bis 2029 wird eine erneute Militarisierung, weitreichende Aufrüstung und Wiedereinsetzung der Wehrpflicht betrieben. Besonders Letzteres ist ein massiver Eingriff in die persönliche Autonomie und die Grundrechte der Betroffenen.

Wir sollten uns an unsere historische Verantwortung erinnern: Vor 80 Jahren endete mit dem Zweiten Weltkrieg die Schreckensherrschaft des deutschen Faschismus über große Teile Europas, die Millionen Tote gefordert hatte, in den deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern und auf den Schlachtfeldern. Damals war es Deutschland, das diesen Krieg auslöste. Vielleicht ist eine militärische Verteidigung notwendig, aber unserer historischen Verantwortung sollten wir uns dabei stets bewusst sein. Erst militärische Rüstung macht Kriege möglich!

Wie in jedem Jahr haben wir auch 2025 den Grundrechte-Report mitherausgegeben, der sich dieses Mal insbesondere mit Einschränkungen der Meinungs- und Versammlungsfreiheit und mit Grundrechtseingriffen in den Bereichen Migration und Asyl auseinandergesetzt hat. Dazu kommen die vorgänge – Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik, unser wichtigstes Publikationsorgan. Mit Schwerpunkten zur Zukunft der Bildung, zur Polizeikontrolle, zum Stand der deutschen Einheit und zur Demokratisierung haben wir 2025 wieder wichtige gesellschaftspolitische Themen aufgegriffen.

Trotzdem: Die Humanistische Union befindet sich immer noch in einer schwierigen Lage. Die allgemeinen Kosten steigen weiter und verursachen ein beständiges Finanzproblem. Der Bundesvorstand und die Bundesgeschäftsstelle arbeiten weiterhin daran, die HU mit Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Stellungnahmen attraktiver für Interessierte zu machen und teilweise thematisch neu aufzustellen, auch um Fördermittel zu gewinnen und die Bürgerrechtsarbeit noch lange betreiben zu können. Wir müssen aber auch unsere finanzielle Situation verbessern. Die Mitgliederversammlung hat in diesem Jahr beschlossen, die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, so dass der reguläre Mitgliedsbeitrag – mit Abstufungen nach oben und unten – ab 2026 150 € betragen wird. Ich hoffe, Sie haben angesichts der gegeben Situation dafür Verständnis. Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden ermöglichen wir aber eine Mitgliedschaft, die im ersten Jahr beitragsfrei ist.

Wir sind darauf angewiesen, dass Sie Vertrauen in unsere Arbeit setzen und sie unterstützen. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Ihnen einzelne Themen besonders wichtig sind. Wir freuen uns sehr, wenn Sie auch darüber hinaus unsere Arbeit durch Ihre Spende ermöglichen. Im Namen des gesamten Bundesvorstands danke ich Ihnen für jede Unterstützung.

Mit herzlichen Grüßen

Stefan Hügel
Bundesvorsitzender

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