Publikationen / vorgänge / vorgänge Nr. 244: Identitätspolitik zwischen Selbstbestimmung und Abspaltung

Inklusion – Bildung – Identität: Inklusive Bildungs­pro­zesse als Werkzeug zur Heraus­bil­dung einer mensch­li­chen Identität

Dass Identitätspolitik nicht nur Abspaltung voneinander oder Fanatismus bedeutet, sondern auch zur Emanzipation dienen kann, zeigt Wolfram Grams in seinem Beitrag. Er beleuchtet die (inzwischen identitätspolitisch gewendeten) Prinzipien der Inklusion und der Identität in Bezug auf Bildungsprozesse in Deutschland. Dabei konzentriert er sich auf das Beispiel der Emanzipation behinderter Menschen und beschreibt deren Identitätspolitik und Selbstermächtigung. Diese wird aber nur durch den Blick auf die lange Zeit ihrer Diskriminierung bis zur Vernichtung behinderter Menschen durch die faschistische Politik der Ausmerze verständlich.

 

Dem Diktum von Karl Marx, „daß der wirkliche geistige Reichtum des Individuums ganz von dem Reichtum seiner wirklichen Beziehungen abhängt […],“ (Marx/Engels 1973 [1845/46]: 37) stimmen heute Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen häufig zu (beispielsweise Leggewie 1999; Prengel 2018; Bregman 2020; Junger 2017). In der Lebenswirklichkeit vieler Menschen zeigt sich jedoch eher eine ausgeprägte Armut an „wirklichen Beziehungen“. Jean-Jacques Rousseau zufolge sind wir beispielsweise tatsächlich nur dann freie Menschen, wenn wir fähig sind, uns mit anderen Menschen zusammenzuschließen und gemeinsam in der Vielfalt des Zusammenschlusses der Vielen die Bedingungen festlegen, auf deren Grundlage wir zusammenleben wollen, anstatt sich im Kampf um Anerkennung in Egoismus, Gier und Wettbewerb zu flüchten (Rousseau [1762] 1978). Das Ideal einer solchen humanistischen Ordnung der Gleichheit und Solidarität in der Aufklärung wurde aber durch den einsetzenden (auch aus der Aufklärung stammenden) Wirtschaftsliberalismus fundamental konterkariert. Er schuf den egoistischen homo oeconomicus. Die jüngere Herausbildung des Neoliberalismus schließlich radikalisierte und brutalisierte den bereits im Wirtschaftsliberalismus angelegten homo oeconomicus abermals: Der von Bedürfnissen geleitete Mensch, der seine Bedürfnisse durch Tauschhandel befriedigen solle, wird nun abgelöst vom Subjekt als Unternehmer seiner selbst (Foucault 2014), der auf dem Markt anbietet, was er hat, und dafür vielleicht bekommt, was er braucht. Ob dieser Mensch produziert, konsumiert oder verkauft, er investiert zwingend in sich selbst, um so seine eigene Befriedigung zu produzieren. Es ist nun tatsächlich der Wettbewerb zwischen Vereinzelten und nicht die „Kooperation“, die den Austausch strukturiert.

Während der Wirtschaftsliberalismus den Subalternen noch die Chance der Solidarität ermöglichte, mit dem Ziel der gemeinsamen kooperativen Gestaltung zumindest eines Teils ihrer ökonomischen Verhältnisse, bleibt dem Subjekt als Klein-Unternehmer nur die Konkurrenz. Wer in dem sich so herausbildenden Wettbewerb nur Güter und Arbeitskraft „minderer Güte“ anzubieten hat, erlebt – neben der damit verbundenen ökonomischen Armut – Ausgrenzung und den Verlust sozialer Anerkennung und wird damit von einer Vielzahl sozialer Güter ausgeschlossen. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wird eingeschränkt und primär ökonomisch definiert.

Menschen mit Behinderungen, Frauen, People of Color und viele andere gesellschaftliche Gruppen erleben diesen sozialen Ausschluss konkret. Es ist dieser Ausschluss, die Isolation von der gesellschaftlichen Teilhabe, die Kämpfe um Identität der Betroffenen erforderlich macht. Seit der Herausbildung der kapitalistischen Gesellschaft belegt der Kampf der arbeitenden Menschen um bessere Lebensbedingungen dies zuvörderst. Die organisierte Bewegung der Arbeiter*innen ist auch der Kampf für die Teilhabe am Leben und an den Gütern, die diese Menschen selbst produzieren. Im Rahmen der damit zusammenhängenden sozialen Auseinandersetzungen bildete die Klasse der Arbeitenden eine eigene Kultur und eine spezifische Identität aus. Neben einer Fülle wissenschaftlicher Literatur (Hobsbawm 1998) arbeiteten dies äußerst differenziert besonders Alfredo Bauer (2012) und Johannes R. Becher (1977) aus unterschiedlichen Perspektiven in Romanform heraus.

Der Emanzipationskampf der organisierten Arbeiter*innen war zugleich ein Kampf um eine eigenständige Identität. Dies ist die kulturelle Dimension des Kampfes der Klasse um politische und ökonomische Partizipation. (Susemichel/Kastner 2022) Diese Position teilt Georg Auernheimer. Er charakterisiert in seinem Buch Identität und Identitätspolitik die Identität als soziales Konstrukt als eine Erfindung der kapitalistischen Moderne. Auernheimer weist schlüssig nach, dass auch die Entwicklung des Nationalstaates und damit der nationalen Zugehörigkeit an die Entwicklung des Kapitalismus gekoppelt ist. (Auernheimer 2020b) An dieses Projekt nationaler Zugehörigkeit und Identität knüpfen rechte Kräfte an. Bei ihren Versuchen, die nationalstaatlichen Strukturen und Gesetzmäßigkeiten auf frühe Gesellschaften zu übertragen, sie somit als etwas Ewiges und Naturgegebenes darzustellen, blenden sie nicht umsonst ökonomische und soziale Entwicklungen aus. Identität kann im Rahmen der bürgerlichen Gesellschaft auf Nationalität und damit auf Staatszugehörigkeit beruhen, aber auch auf sozialem Status, Zugehörigkeit zu einer Klasse, sexueller Orientierung, religiösem Bekenntnis oder auch kultureller Prägung. (Auernheimer 2020a) Die Entgegensetzung von kultureller Differenz und sozialer Ungleichheit wird gegenwärtig bewusst geschürt. Auf diese Weise wird ein Gegensatz geschaffen, der implizit ausschließt, dass soziale Ungleichheit auch durch Identitätspolitik bekämpft werden kann. (Susemichel/Kastner 2022) Der mit Fug und Recht als Faschist zu bezeichnende Björn Höcke verdeutlichte dies im Sommerinterview des Mitteldeutschen Rundfunks mit seinen explizit völkischen Positionen zu einer „gesunden Schule“. Er tat dies in der Tradition völkischer Ideologie, als „krank“ auszuschließen, was als anders deklariert wird. (Sänger 2023)

Identitätspolitik aber war und ist auch ein nicht zu unterschätzendes politisches Mittel der Emanzipation marginalisierter und diskriminierter Gruppen, die im glücklichen Fall im Verlauf ihrer identitätspolitischen Befassung eine eigene gesellschaftliche und auch individuelle Identität entwickeln, auf deren Grundlage dann ein solidarisches Miteinander und gegenseitige Hilfe möglich werden. Organisierter Widerstand solcher Minderheiten kann zu ihrer Gleichstellung und zur Integration in die bürgerliche Mehrheitsgesellschaft führen, aber auch in deren Abkapselung münden, so sie nicht die Solidarität mit anderen ebenfalls marginalisierten Gruppen suchen. Um dem Missverständnis vorzubeugen, das Spannungsverhältnis zwischen Selbstbestimmung und Antidiskriminierung einerseits und Ausgrenzung und Abspaltung auf kultureller Ebene andererseits nicht wahrzunehmen, setze ich den Fokus in den weiteren Darlegungen auf den Zusammenhang der Komponenten. Dabei verwende ich also das Konzept der Identitätspolitik als positiven Begriff.

Im Folgenden möchte ich auch deshalb diesen Vorgang am Beispiel der Emanzipation behinderter Menschen durch deren Identitätspolitik beschreiben, die aber nur durch den Blick auf die lange Zeit ihrer Diskriminierung bis zur Vernichtung behinderter Menschen durch die faschistische Politik der Ausmerze verständlich wird (Schmidt 1983; Becker 2020; Grams 2009; Grode 1987, 1994).

Angriffe auf das Recht auf Leben

Der Jurist Karl Binding und der Psychiater Alfred Hoche machten im Jahre 1918 mit einem Buch Furore, in dem sie die Tötung behinderter und psychisch kranker Menschen forderten: „Die Anstalten, die der Idiotenpflege dienen, werden anderen Zwecken entzogen; […] es ist eine peinliche Vorstellung, daß ganze Generationen von Pflegern neben diesen leeren Menschenhülsen dahinaltern“ (Binding/Hoche 2018: 55). Beide schufen eine der Grundlagen für die industrielle Ermordung Behinderter und Kranker im deutschen Faschismus (Schepker 2022; Levi 2013). Binding und Hoche jedoch waren nicht der Ausgangspunkt für die Diskriminierung behinderter Menschen, sie waren nur eine weitere Etappe, der Faschismus ein furchtbarer Höhepunkt. Gleichwohl setzte sich die Ausgrenzung und Isolation fort. Einen mit Binding und Hoche durchaus vergleichbaren erneuten Vorstoß in utilitaristischer Manier unternahm der australische Ethiker Peter Singer 70 Jahre später in den 1980er und 1990er Jahren: Er vertrat die Position, dass die Summe des Glücks einer Familie ohne ein behindertes Kind größer sei als mit einem. Ob dessen sei es eine Option, das behinderte Kind zu töten. „Sofern der Tod eines geschädigten Säuglings zur Geburt eines anderen Kindes mit besseren Aussichten auf ein glücklicheres Leben führt, ist die Gesamtsumme des Glücks größer, wenn der behinderte Säugling getötet wird“ (Singer 1984: 183). Besonders pointiert hat Singer seine Ansicht in einem gemeinsam mit Helga Kuhse verfassten Buch formuliert: „We think that some infants with severe disabilities should be killed.“ Für die deutsche Ausgabe haben Autor und Autorin den Satz ein wenig relativiert: „Wir sind der Meinung, dass es unter bestimmten Umständen ethisch gerechtfertigt ist, das Leben mancher schwerstbehinderter Neugeborener zu beenden“ (Kuhse/Singer 1993: 25).

Auch in den Folgejahren erfolgen Angriffe auf das Lebensrecht behinderter Menschen: Der einer gewissen Affinität zu Singer nicht nur verdächtige Reinhard Merkel schreibt in seiner Habilitationsschrift, dass der Schutz des Rechts auf das Leben mit dem Schutz des bloßen biologischen Überlebens verwechselt werden würde. Das Recht auf Leben wird von Merkel auf das Recht auf ein Leben mit der Fähigkeit, Lebensinteressen zu haben, reduziert. Er hält deshalb im Jahre 2001 am Begriff des „Unwerten Lebens“ fest. Der Wert eines Lebens könne nur nach seiner zu erwartenden Qualität und Quantität aus der Innenperspektive des „leidenden“ Kindes heraus beurteilt werden. Aus dieser Sicht sei die Tötung schwerstbehinderter Säuglinge nicht nur geboten, sondern geradezu Pflicht. (Merkel 2001)

Die dieser Position innewohnende Anmaßung, die Innenperspektive des behinderten Kindes einnehmen zu können, ist evident. Die darin erkennbare Tötungsabsicht macht den Zynismus deutlich. Behinderten Menschen wird das Mensch-Sein abgesprochen. Sie werden zu Nicht-Menschen, zu Objekten erklärt, mit denen nach Gutdünken verfahren werden darf. Die Kontinuität dieses Denkens zu NS-Traditionen ist deutlich.

Die philosophische Debatte um den Begriff der Person kann hier nicht ausgebreitet werden. Ich verweise stattdessen auf den Nachweis von Wolfgang Jantzen, dass jeder biologische Mensch eine Person ist. Jeder Mensch besitzt als spezifisches Gattungsmerkmal die Eigenschaft Person zu sein. „Person ist damit jenes soziale Verhältnis, das den Menschen erst zum Menschen macht, und dessen Aberkennung für ihn tödlich ist“ (Jantzen 1996: 45).

Angesichts dieser Gefahr – der Aberkennung ihres Rechtes auf Leben – formierten sich behinderte Menschen zunehmend als identitätspolitische soziale Bewegung (Christoph 1983; Sierck 1985, 2013). Es bildete sich die „Krüppelbewegung“, den diffamierenden Begriff des Krüppels aufgreifend, wird er zum Identifikationsbegriff. Eine soziale Kraft formierte sich.

Als Singer mit seinen Positionen an die Öffentlichkeit trat, ließen es Menschen mit Behinderungen nicht mehr unwidersprochen zu, ihr Lebensrecht infrage zu stellen. Unter der Losung „Unser Lebensrecht ist nicht diskutierbar!“ formierten sich Aktionsbündnisse, die Vorträge Singers in Dortmund und in Marburg verhinderten (Siebert 1999). Mit der aktuellen Diskussion um Cancel Culture vergleichbar erfolgte der Aufschrei prompt (Anstötz 1995). Die Meinungsfreiheit schien besonders jenen gefährdet, die mit den Positionen Singers übereinstimmten, so der Sonderpädagoge Christoph Anstötz. Er „[…] hatte mit seiner Ethik-Grammatik (dass ein Kind sein Lebensrecht erst innerhalb der ersten Lebenswochen erwerben muss) nicht nur Feinde. Er verstand sich als Verfechter des Rationalen gegen die Gefühlsdramaturgie“ (Weirauch 2013: 197).

Irrationale Gefühlsdramaturgie sei demgegenüber – Anstötz folgend – die vehemente Verteidigung des Selbstbestimmungsrechts und des Lebens behinderter Menschen, wie auch deren Angst um ihr Leben angesichts der historischen Erfahrungen im deutschen Faschismus und ihrer Erfahrungen angesichts der Ausgrenzungen und des weiterhin feststellbaren Utilitarismus. „Das fast selbstverständliche Verhindern von Krüppel-Elend betrifft auch uns lebende Krüppel. Ich lebe dennoch sehr intensiv und erschrecke bei dem Gedanken, dass es eine wachsende Bereitschaft gibt, so etwas wie mich von Anfang an zu verhindern […]“ (Christoph 1983: 35).

Behinderung und Arbeit

Franz Christoph, ein Exponent der „Krüppelbewegung“, deutet damit eine schreckliche Kontinuität des Umgangs mit behinderten Menschen an. Diese Kontinuität der Betrachtung einer Menschengruppe als unwert paart sich mit der utilitaristischen Haltung gegenüber behinderten Menschen auf dem Marktplatz, auf dem die Ware Arbeitskraft gehandelt wird. Wolfgang Jantzen (1974) kreierte hierfür den zutreffenden Begriff der Arbeitskraft behinderter Menschen als Arbeitskraft minderer Güte. Die mit dem Label „behindert“ versehene Ich-AG handelt sich auf dem Markt nur schlecht unter den verschärften Bedingungen des homo oeconomicus unter neoliberaler Prämisse. (vgl. auch Brown 2015) Im Feld der homini oeconomici schwinden Wert und Ansehen, Würde und Dignität mit dem Verlust der ökonomischen Wertigkeit.

In diesem Dilemma bewegen sich behinderte Menschen und die „Krüppelbewegung“ als identitätspolitische soziale Bewegung, die zudem äußerst heterogen ist. Unter den Bedingungen der Verwertbarkeit der Ware Arbeitskraft werden Menschen an ihrem „Wert“ im Sinne ihrer Verwertbarkeit gemessen.

Inklusion und Bildung

In diesem Spannungsfeld befinden sich die Interessen der betroffenen Menschen und ihren in der „Krüppelbewegung“ organisierten politisch handelnden Teilen. Ihre berechtigten Forderungen nach Inklusion, nach gemeinsamer Beschulung behinderter und nichtbehinderter Kinder, der Auflösung isolierender Großeinrichtungen, nach Integration auch in den „Ersten Arbeitsmarkt“ steht bei letzterem in der Regel ein vulgäres Profitstreben entgegen, das sich darin Bahn bricht, ob sich die Beschäftigung behinderter Menschen rentiert. Unternehmer*innen entrichten eher die vom Gesetzgeber geforderte Ausgleichsabgabe bei Nichtbeschäftigung von Menschen mit Behinderungen, als sie nicht hinlänglich rentabel zu beschäftigen. „Die magere Bilanz der Bußgeldfestsetzungen nach § 238 Abs. 1 Nr. 1 SGB IX ist daher nicht ein Zeichen dafür, dass sich die Verfolgung der Täter nicht lohnt, sondern ein Zeichen dafür, dass kein politischer Wille an einer effektiven Verfolgung besteht“ (Düwell 2023).

Nicht zuletzt ob dieser Einschätzung des ehemaligen Vorsitzenden Richters am Bundesarbeitsgericht kann als Gemeinplatz betrachtet werden, Behinderung als soziale Konstruktion aufzufassen. Deshalb definierte Jantzen bereits 1973 Behinderung. Sie könne

„[…] nicht als naturwüchsig entstandenes Phänomen betrachtet werden. Sie wird sichtbar und damit als Behinderung erst existent, wenn Merkmale und Merkmalskomplexe eines Individuums aufgrund sozialer Interaktion und Kommunikation in Bezug gesetzt werden zu gesellschaftlichen Minimalvorstellungen über individuelle und soziale Fähigkeiten. Indem festgestellt wird, dass ein Individuum aufgrund seiner Merkmalsausprägung diesen Vorstellungen nicht entspricht, wird Behinderung offensichtlich, sie existiert als sozialer Gegenstand erst von diesem Augenblick an.“ (Jantzen [1973] 1987: 18)

Mehrere jahrzehntelang andauernde Auseinandersetzungen um Integration und Deinstitutionalisierung durch Eltern behinderter Kinder, durch die sich formierende politische Bewegung Behinderter selbst, durch engagierte Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen haben spätestens nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 zu neuen gesellschaftlichen Formen des Lebens von und dadurch mit behinderten Menschen geführt. Damit einhergehend und mit dem Sichtbarwerden behinderter Menschen im Alltag hat sich der Begriff der Inklusion zu einer quasireligiösen Metapher verwandelt. Früher bekämpft, wird sie nun von den engagiertesten Vertreter*innen des Ausgrenzens Behinderter genutzt. Wer noch vor 40 Jahren von Integration sprach, wurde von der Mehrheit der in Psychiatrie, Heil- und Sonderpädagogik Verantwortlichen zum „Gottseibeiuns“ erklärt. Heute hingegen wird die Inklusion von den hier genannten als sakrosankt erklärt. „Behinderung beim Namen zu nennen, gilt hier bereits als Diskriminierung“ (Jantzen 2018: 7).

Die Inklusion, durch die UN-Behindertenrechtskonvention in den Status eines Menschenrechtes erhoben, wird anders als noch vor wenigen Jahrzehnten nicht mehr offen bekämpft, stattdessen wird das Label Inklusion auch für subtile Be-Sonderung verwendet. So befinden sich viele Förderschulen in privater Trägerschaft, häufig im Besitz der Kirchen oder von Sozialverbänden und Stiftungen auf einträgliche Weise getragen. „Alle Privatschulen finanzieren sich auch über Pro-Kopf-Zuweisungen pro Kind. Die Inklusion behinderter Schüler in allgemeine Schulen könnte den Exodus behinderter Kinder zur Folge haben und damit den Privatschulen durch eine Abstimmung mit den Füßen die finanzielle Grundlage entziehen“ (Wocken 2010: 25). Auch die Interessen der Lehrer*innenverbände sind eindeutig. Jene, die der Dreigliedrigkeit des Schulwesens das Wort reden, unterminieren die Integration behinderter Menschen in die Regelschule – zuvörderst der Philologenverband. Sein Festhalten am Fortbestand des Gymnasiums sichert den sozialen Ausschluss spezifischer Gruppen behinderter Kinder und Jugendlicher. (Thielecke 2022; Mängel 2010)

Auf äußerst subtile Weise setzt sich jedoch eine Gegnerschaft zur Inklusion über perfide Formen des Ableismus durch. Ableismus bezeichnet jene Form der Diskriminierung, bei der Menschen Benachteiligungen und Vorbehalten ausgesetzt sind, denen bestimmte Fähigkeiten (ability) nicht zugetraut werden. (Campbell 2009; Aguayo-Krauthausen 2023) Auch aus diesem Grund darf Behinderung als soziale Konstruktion begriffen werden. (Jantzen 1987: 18) Die Betrachtung des Nächsten unter dem Gesichtspunkt normativ geltender Fähigkeitsansprüche bedeutet den Ausschluss all jener, die dem nicht gerecht werden können. Demnach sind Menschen nicht behindert, sondern werden an der Aneignung des sozialen Erbes gehindert, an der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben behindert. Im Zuge einer drastischen Bewertung des Ableismus bezeichnet ihn deshalb die Behindertenpädagogin Simone Danz (2017: 286) gar als „Fähigkeitsfaschismus“. Ungeachtet einer hier wenig differenzierten Verwendung des Faschismusbegriffs wird die tiefe Unmenschlichkeit des Ableismus erkennbar, der sozialen Ausschluss und Isolation bewirkt, wie auch die massenhafte Vernichtung menschlichen Lebens im deutschen Faschismus Heterogenität und Diversität vernichtete. (Boysen/Friebel 2023)

Gleichwohl ist der Ableismus tief in die gesellschaftlichen Strukturen und ihre Institutionen eingewoben. Die Institution Schule basiert darauf und bewirkt zugleich einen Lernfaktor, der ableistisches Denken (und Fühlen) zur zweiten Natur der Menschen werden lässt. Die Institution Schule passt Kinder an die von ihr vorgegebenen Fähigkeitsanforderungen an. Damit ist sie eine Institution des sozialen Ausschlusses.

„In der inklusiven Pädagogik ist die Anpassung der Schule an die Schüler Programm. Der Schüler ist gleichsam die Konstante, die Schule die Variable. Die Gegenreden aus dem Lager der separierenden Pädagogik folgen genau der entgegengesetzten Programmatik. Es gibt ein feststehendes System von Schulformen, in das die verschiedenen Schüler einsortiert werden müssen. Für die ‚begabungsgerechte‘ Schule werden die passenden Schüler gesucht. Das System Schule steht unveränderlich fest, die zu lösende Aufgabe ist die Auswahl (‚Selektion‘) der richtigen Schüler.“ (Wocken 2010: 26)

Die deutsche Schule ist eine Schule der Aussonderung, zu der auch die vielen tausend Kinder gehören, die wegen nicht erbrachter Leistungen, was ihnen allein angelastet wird, aus ihren sozialen Bezugsgruppen herausgerissen werden, wenn sie ein Schuljahr in einer neuen Schulklasse wiederholen müssen. Oder die Kinder, die jährlich aus dem gleichen Grund „abgeschult“ und „niedriger“ eingestuft werden. Sie müssen in eine andere Schulform wechseln. Dies sind zumeist die Kinder, die wegen ihrer sozialen Lage ohnehin schwierigere Ausgangsbedingungen zu verkraften haben.

Inklusion aber bedeutet den radikalen Abschied von der bisherigen Pädagogik der Aussonderung. Inklusion verlangt als reale Utopie daher den Abschied von jeder Form des Ableismus. Inklusion bedeutet auch und gerade die Begründung gemeinsamen Lernens in wechselseitiger Infragestellung aller im Lernprozess Handelnden. In der Konsequenz bedeutet dies eine Pädagogik der Befreiung, wie der brasilianische Pädagoge Paulo Freire (1979; 1980) sie beschrieb. Er plädiert für eine Pädagogik des Dialogs, der gleichberechtigten Begegnung von Menschen. Weil Dialog diese Form der gleichberechtigten Begegnung zwischen Menschen ist, die die Welt benennen, darf keine Situation entstehen, in der einige Menschen auf Kosten anderer die Welt benennen. Der Dialog entgleist, wenn er zu einem Instrument zur Beherrschung von Menschen wird. Der Dialog zielt auf die Beherrschung der Welt durch die im Dialog Befindlichen (Freire 1979). Nur auf diese Weise hilft die pädagogische Praxis dem Menschen bei der Herausbildung seiner Identität. Im Zentrum einer inklusiven Pädagogik steht ein völliges Neudenken von Didaktik, ist doch die gegenwärtige Praxis geprägt von dem sie beherrschenden Erzieher, der das Subjekt des Prozesses ist. Das führt bei den zu Erziehenden zum Objektstatus und zur mechanischen Memorierung des erzählten Inhalts, den sie einem Gefäß gleich aufgenommen haben. Je fügsamer sich die Gefäße füllen lassen, desto besser werden sie bewertet. Dies ist eine Ursache für die häufige Ineffizienz nachhaltigen Lernens in der Schule. Als eine Grundvoraussetzung für diese Pädagogik hält Georg Feuser fest: „Der selbst von Lehrern in Integrationsklassen kaum zu vollziehende Sprung ins kalte Wasser ist es, den Unterricht ausgehend von dem Schüler mit dem niedrigsten Entwicklungsniveau zu planen, d.h. ihn für diesen zu planen und dann bis in die Bereiche seiner wissenschaftlichen Fassung hinein auszudifferenzieren“ (Feuser 1989: 40). Feuser deutet damit die enorme Differenziertheit einer inklusiven Didaktik an, deren Ziel es ist, allen Lernenden zu ermöglichen, auf ihrem jeweils höchsten Entwicklungsniveau an einem gemeinsamen Gegenstand zu lernen (Müller 2018; Kornmann 2022).

Eine solche Vorgehensweise würde bedeuten, die Ausgeschlossenen nicht in das alte System einzuschließen, sondern sie als Gleiche partizipieren zu lassen. Damit wäre ein Ziel der Inklusion nicht die Inklusion selbst, sondern die Transformation der Bildungsinstitutionen, in denen Bildung – Wolfgang Klafki zufolge – als ein Prozess verstanden wird, der auf Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarisierungsfähigkeit zielt. Bildung ereignet sich dann im Medium des Allgemeinen und gruppiert sich um die lebensbedeutsamen „Schlüsselthemen“ menschlichen Lebens, wie Liebe und Sexualität, Krieg und Frieden, Technikentwicklung und ihre Folgen, Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen oder ihre Zerstörung. Alle diese Fragen sind für Lernende jeden Alters und Entwicklungsstandes prinzipiell zugänglich, wenn ihren je spezifischen Entwicklungsbesonderheiten und individuellen Voraussetzungen entsprochen wird. (Manske/Obuchova 2004)

Entsprechend ist Bildung die Entwicklung auf höheres Niveau und auf höherem Niveau, (Klafki 1991) ist Bildung die Aneignung der Welt. Das findet auf allen individuellen Entwicklungsebenen statt, auf der des Säuglings wie der forschender Intellektueller. Jeder Entwicklungsebene gemeinsam ist jedoch, dass sie der Entwicklung auf ein nächstes Niveau bedarf. An der Entwicklung dauerhaft gehindert zu werden, löst tiefste Krisen aus. Die Aneignung der Welt als psychischer Prozess erfordert auf jeder Entwicklungsstufe gleichermaßen Energie und Ausdauer und ist deshalb in höchstem Maße zu achten. Lernentwicklungsstufen zu missachten, ist ob dessen töricht, aber ableistische Praxis. Für eine erfolgreiche pädagogische und Bildungspraxis ist Ableismus kontraproduktiv. Er diffamiert die Lernenden und löst das Gefühl der Unfähigkeit aus. Gleichwohl wirkt der Ableismus wie die Last des Sisyphos: Die Emotionen als die niedrigsten, ältesten und primären Systeme, zugleich aber als die höchsten und am spätesten entwickelten, in ihrer Ausbildung nur dem Menschen eigenen Systeme, öffnen und schließen sein Gehirn. (Jantzen 2020; Vygotskij 2001) Sozialer Ausschluss, Isolation, Diffamierung, jede Form der Demütigung und Angst führen zu Emotionen, die eine Öffnung des Gehirns für Neues erschweren. Diese Öffnung aber ist unerlässlich, um den Lernenden die Sache zu erschließen und die Sache den Lernenden. (Klafki 1964)

Fazit

Es konnte nachgewiesen werden, wie stark behinderte Menschen in ihren Bildungsprozessen behindert werden oder auch, dass sie behindert sind, weil sie behindert werden. Mit der Herausbildung einer identitätspolitischen Bewegung behinderter Menschen – der „Krüppelbewegung“ – erfolgte erstmals eine kollektive Emanzipationsinitiative. Dieser selbstbewusste Befreiungsakt wurde unterstützt durch die Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention, durch vielfältige Initiativen im Bildungs- und Wissenschaftsbetrieb, gleichzeitig aber auch torpediert durch menschenverachtende Positionen, wie sie sich in den Publikationen von Singer, Anstötz und Kuhse manifestierten, aber auch in der „Bioethikkonvention“, die medizinische Forschung an nichteinwilligungsfähigen Menschen vorsah (Köbsell 1999). Derartige Tendenzen setzen sich angesichts der Debatte um die Regelung der Triage fort, die behinderte Menschen benachteiligen könnte (Arnold 2023; Arnold et al. 2022).

Die identitätspolitischen Auseinandersetzungen behinderter Menschen, die von Frauen, von Menschen mit internationaler Geschichte, von Muslimen, Menschen differenzierten Geschlechts, solchen verschiedener sexueller Orientierungen und anderen Gruppen mehr haben alle das Bestreben gemeinsam, ihren gesellschaftlichen Ausschluss, ihre Marginalisierung zu beenden und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Die Formierung als identitätspolitische Emanzipationsbewegung setzt ein politisches Klima voraus, in dem die Unterdrückung der je betroffenen Gruppe aufhört hegemonial zu sein. Die Gruppe kann sich bei noch vorhandener rückwärtsgewandter Gegenwehr öffentlich äußern. Die Geschichte der Frauenbewegung belegt dies eindrucksvoll. Ebenso die Überschneidungen verschiedener identitätspolitischer sozialer Bewegungen, wie die der Frauen- und der „Krüppelbewegung“, als behinderte Frauen eindrucksvoll und selbstbewusst ihre gesellschaftliche Dysfunktionalität beschrieben.i (Boll/Eckert 1986)

Die Emanzipationsprozesse marginalisierter gesellschaftlicher Gruppen dienen zugleich einer über die Gruppe hinausgehenden Humanisierung der Gesellschaft. Ihre „Integration“ bedeutet, dass der Anteil der Menschen wächst, die teilhaben können und wollen und dass der Anteil der Menschen wächst, die ihre Interessen selbstbewusst äußern. In dem Maße, in dem dies gelingt, wächst zugleich das Konfliktpotenzial einer Gesellschaft, was zu begrüßen ist, da nun Konflikte um soziale und ökonomische Ressourcen ausgehandelt werden können, was zum Abbau sozialer Privilegien führen kann. Im Gefolge dessen werden kulturelle Dominanzverhältnisse und Deutungshoheiten neu ausgehandelt. Der Erfolg einer solchen Strategie kann an einer Reihe deutscher Großstädte beobachtet werden. Dort wird, anders als in ländlichen Regionen besonders im Ostteil der Republik, in wenigen Jahren die Anzahl der Kinder mit internationaler Geschichte dominieren. Wo in Ermangelung von Menschen mit internationalem Hintergrund kein Aushandlungsprozess möglich ist, sind die Ressentiments ungleich größer als dies etwa in Bremen, Berlin und Hamburg der Fall ist. (El-Mafaalani 2019) Vergleichbare Prozesse sind in inklusiven Schulen zu beobachten: Seitens der behinderten Schüler*innen wachsen Zuversicht und Selbstbewusstsein, auf der Seite der nichtbehinderten Kinder und Jugendlichen werden Vorurteile abgebaut, Solidarität und Zugewandtheit wachsen (Vaudlet 2001). Die Herstellung gemeinsamer Lebens- und Lernumfelder dient der Erweiterung der Entwicklungsmöglichkeiten aller.

In diesem Sinne bieten solche identitätspolitischen Bewegungen, die nicht auf Abspaltung beharren, sondern für eine inklusive Gemeinschaft einstehen, einen bedeutsamen Beitrag für den Demokratisierungsprozess einer Gesellschaft. Die Bearbeitung und der Kampf um die Lösung sozialer Fragen – wie Klasseninteressen – sind von eminenter Bedeutung für alle Menschen. Die sich hier entwickelnde Solidarität darf sich nicht auf die Solidarität unter Gleichen beschränken. Ziel einer sich dergestalt entwickelnden Kultur ist gerade die Solidarität mit den Menschen, mit denen man nicht das Milieu, das Geschlecht oder die Hautfarbe teilt. Solidarität kann auf einem ethischen Verständnis gründen, das Rassismus und Dominanz gegenüber anderen Menschen eine Absage erteilt. (Susemichel/Kastner 2022: 37)

Ein Disput über die Relevanz der Klassenauseinandersetzung, um die Soziale Frage versus – anderen – Identitätspolitiken, ist ob dessen obsolet: Identitätspolitik dient dem Humanisierungs- und Demokratisierungsprozess einer Gesellschaft, wenn sie der Emanzipation derer dient, die ihre je spezifischen sozialen und kulturellen Interessen vertreten. Identitäre Politik in einem rückwärtsgewandten nationalistischen Interesse hingegen dient immer dem Zweck, von emanzipatorischen Bestrebungen der Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen abzulenken, wie dies die behindertenfeindlichen und ausgrenzenden Aussagen aus den Reihen Rechtsextremer belegen.ii

 

Dr. Wolfram Grams ist Oberstudiendirektor a. D. Er hat Sozialpädagogik, Politik und Philosophie in Hildesheim, Hannover und Marburg studiert und bei Reinhard Kühnl mit einer Arbeit zur Kontinuität nazistischer Eliten im Bildungswesen von BRD und DDR promoviert. Er war langjährig als Lehrbeauftragter an Hochschulen, in der öffentlichen Verwaltung und in der gewerkschaftlichen Arbeit. Zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge zur Allgemeinen Pädagogik, Sozialarbeit, Schule und Bildungspolitik. Langjährige Tätigkeit als Direktor beruflicher Schulen mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik. Grams ist stellvertretender Vorsitzender der Humanistischen Union und Mitglied der Redaktion der vorgänge.

 

Literatur

Aguayo-Krauthausen, Raúl 2023: Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden, Hamburg.

Anstötz, Christoph (Hrsg.) 1995: Peter Singer in Deutschland. Zur Gefährdung der Diskussionsfreiheit in der Wissenschaft; eine kommentierte Dokumentation, Frankfurt am Main/Berlin.

Arnold, Jörg 2023: Endstation „Triage“ bei Menschen mit Behinderungen? In: Zeitschrift für Disability Studies ZDS, H. 1, S. 1–17.

Arnold, Jörg et al. 2022: Endstation Triage? Gefahren der Priorisierung für die Menschenrechte, in: vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik, Nr. 237/238 = Jg. 61, H. 1-2, S. 183–188.

Auernheimer, Georg 2020a: Identität in der Ideologie der Neuen Rechten, in: Forum Wissenschaft, Jg. 37, H. 4, S. 57–61.

Auernheimer, Georg 2020b: Identität und Identitätspolitik, Köln.

Bauer, Alfredo 2012: Die Vorgänger. Romanzyklus, Wien.

Becher, Johannes R. 1977: Abschied, Leipzig.

Becker, Heinz 2020: Die große Welt und die kleine Paula. Eine Geschichte der Behinderung.

Binding, Karl/Hoche, Alfred (Hrsg.) 2018: Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens. Ihr Maß und ihre Form. Zweite Auflage, Leipzig.

Boll, Silke/Eckert, Barbara (Hrsg.) 1986: Geschlecht: behindert, besonderes Merkmal: Frau. Ein Buch von behinderten Frauen. 2. Auflage, München.

Boysen, Wibke/Friebel, Harry 2023: Gas und Gift, in: Der Freitag vom 27.07.2023, S. 11.

Bregman, Rutger 2020: Im Grunde gut. Eine neue Geschichte der Menschheit, 4. Auflage, Hamburg.

Brown, Wendy 2015: Die schleichende Revolution. Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört, Berlin.

Campbell, Fiona Kumari 2009: Contours of ableism. The production of disability and abledness, Basingstoke.

Christoph, Franz 1983: Krüppelschläge. Gegen die Gewalt der Menschlichkeit, Reinbek.

Danz, Simone 2017: Menschenwürde – Menschenrecht – Ableismus, in: Behindertenpädagogik, Jg. 56; H. 3, S. 283–292.

Düwell, Franz Josef 2023: Schriftliche Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung von Sachverständigen in Berlin am 27. März 2023 zum Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarkts 20/5664. Ausschussdrucksache 20(11)320. Hrsg. v. Deutscher Bundestag. Deutscher Bundestag, Ausschuss für Arbeit und Soziales, Berlin.

El-Mafaalani, Aladin 2019: Alle an einen Tisch. Zwischen Teilhabe und Diskriminierung, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, H. 9-11, S. 41–45.

Feuser, Georg 1989: Allgemeine integrative Pädagogik und entwicklungslogische Didaktik, in: Behindertenpädagogik, Jg. 28, H. 1, S. 4–48.

Foucault, Michel 2014: Die Geburt der Biopolitik. Vorlesung am Collège de France, 1978 – 1979, 3. Auflage, Frankfurt am Main.

Freire, Paulo 1979: Pädagogik der Unterdrückten. Bildung als Praxis der Freiheit, Reinbek.

Grams, Florian 2009: Vom Erbgesundheitsgericht über die Tiergartenstraße zu Peter Singer; Eine nicht mehr unwidersprochene Entwicklung. Die bundesdeutsche Eugenikdebatte im Spiegel der Krüppelbewegung, in: Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Justiz und Erbgesundheit. Zwangssterilisation, Stigmatisierung, Entrechtung: „Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ in der Rechtsprechung der Erbgesundheitsgerichte 1934-1945 und seine Folgen für die Betroffenen bis in die Gegenwart. Unter Mitarbeit von Helia-Verena Daubach. Recklinghausen: Justizakademie des Landes NRW, S. 161–171.

Grode, Walter 1987: Die „Sonderbehandlung 14f13“ in den Konzentrationslagern des Dritten Reiches. Ein Beitrag zur Dynamik faschistischer Vernichtungspolitik. Zugl.: Hannover, Univ., Diss., 1986. Frankfurt am Main.

Grode, Walter 1994: Nationalsozialistische Moderne. Rassenideologische Modernisierung durch Abtrennung und Zerstörung gesellschaftlicher Peripherien, Frankfurt am Main.

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Anmerkungen:

i Vgl. auch zur Intersektionalität den Beitrag von Philip Dingeldey in diesem Heft.

ii Deutschlandfunk am 13.08.2023, Nach Höcke-Äußerungen zu Inklusion – AfD-Haltung zu Menschen mit Behinderungen in Schulen löst weitere Besorgnis aus (deutschlandfunk.de), Stand: 26.02.2024

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