vorgänge Nr. 227: Polizei und Technik

Immer wieder wird in der sicherheitspolitischen Diskussion bemängelt, die Polizei fahre den Straftätern mit zu alten Autos hinterher, müsse mit veralteten Computern arbeiten und sei technisch völlig unzureichend ausgestattet. Auf der anderen Seite wurde seit Anfang der 2000er Jahre massiv in technikorientierte Sicherheitsforschung investiert – einige der Ergebnisse sind inzwischen in der Polizeipraxis angekommen. Zugleich wurden zahlreiche Befugnisse der Polizei ausweitet und dabei neue technische Überwachungsmöglichkeiten in den Gesetzen verankert; Kritiker*innen sprechen von einer digitalen Aufrüstung der Polizei.

Zweifellos birgt die Frage nach der technischen Ausstattung der Polizei viel Diskussionsstoff. Den greift die Zeitschrift vorgänge in ihrem aktuellen Themenheft „Polizei und Technik“ auf. In elf Beiträgen nehmen die Autor*innen unterschiedliche Perspektiven auf das ambivalente Verhältnis zwischen Polizei, Technik und Recht ein: Einige befassen sich mit der Sicherheitsforschung sowie mit daten- und technikbasierten Polizeistrategien wie der Vorratsdatenspeicherung, dem Predictive Policing oder der EU-weiten Vernetzung polizeilicher Datenbanken, andere stellen konkrete Anwendungsfälle polizeilicher Techniknutzung vor (etwa den Taser oder GPS-Lokalisierungsmöglichkeiten). Mehrere Texte stellen die untersuchten Anwendungsfälle in den Kontext der Möglichkeiten und Grenzen politischer und rechtlicher Steuerung polizeilicher Techniknutzung.

Polizei und Technik
vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik
58. Jahrgang, Nummer 227 (Heft 3/2019), November 2019

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