Publikationen / vorgänge / vorgänge Nr. 253: Einengung der öffentlichen Diskursräume

Der Einfluss von TikTok auf gesell­schaft­liche Diskurse

Das soziale Netzwerk TikTok ist inzwischen fester Bestandteil der Lebensrealität vieler Menschen. Welchen Einfluss das auf die Gesellschaft hat und wie man darauf reagieren sollte, wird breit diskutiert. Es ist deutlich, dass TikTok nicht mehr nur ein Raum der unendlichen Unterhaltung ist, sondern vielmehr ein Ort der (politischen) Meinungsbildung, und dementsprechend ist ein Einfluss auf gesellschaftliche Diskurse naheliegend. Doch auf welche Weise können Social-Media-Plattformen wie TikTok gesamtgesellschaftliche Diskurse beeinflussen? Lara Franke geht dem in ihrem Beitrag nach und untersucht, wie TikTok demokratiefeindliche Inhalte fördern und damit Diskursräume verengen kann.

TikTok als politischer Raum

Liken, teilen, kommentieren, konsumieren – ein Leben ohne Social Media ist für viele Menschen kaum noch vorstellbar. Ob zur Unterhaltung oder zum Austausch: Plattformen wie Facebook, Instagram und TikTok sind seit Jahren fest im Alltag verankert – und zwar quer durch alle Altersgruppen. Die digitale und die analoge Welt lassen sich dabei längst nicht mehr klar voneinander trennen; vielmehr verschränken sich Erfahrungs- und Handlungsräume zunehmend (Rothut et al. 2022). Der Diskurs, der auf Social Media stattfindet, wirkt daher unmittelbar auf den gesamtgesellschaftlichen Diskurs – und umgekehrt. Die Art und Weise, wie Themen auf Plattformen verhandelt werden, prägt maßgeblich, wie Menschen über sie denken, welche Bilder und Deutungsmuster entstehen und welche Normen und Werte ausgehandelt werden. Dies betrifft potenziell alle Nutzenden und zwar sowohl bei aktiver als auch bei passiver Teilnahme an digitalen Diskursen. Dass jede*r Nutzer*in theoretisch eigene Inhalte hochladen kann, schafft grundsätzlich ein Potenzial für vielfältige Perspektiven in digitalen Räumen. Gleichzeitig existieren auf Social Media einige Faktoren, die einen sachlichen, ausgewogenen und konstruktiven Diskurs gefährden oder einschränken – wenn nicht sogar unmöglich machen.

 

Lara Franke arbeitet als freie Journalistin und selbstständige Referentin. Als studierte Medienpädagogin liegt ihr Themenschwerpunkt bei Extremismus auf Social Media – genauer Rechtsextremismus auf TikTok. Dazu hält sie auch Vorträge und gibt Workshops für unterschiedliche Zielgruppen.

 

Dieser Artikel steht nur in der Kaufversion der Zeitschrift vorgänge zur Verfügung. Sie können das Heft im Online-Shop der Humanistischen Union erwerben: die Druckausgabe für 15.- € zzgl. Versand, die PDF-/Online-Version für 6.- €.

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