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Wolfgang Jantzen (04.05.1941-22.11.2020)

vorgängevorgänge Nr. 233: 5. Berliner Gespräche - Kirchliches Sonderarbeitsrecht08/2021Seite 146-152

In: vorgänge Nr. 233 (1/2021), S. 146 – 152

Wolfgang Jantzen ist verstorben, unerwartet; von außen gesehen. Aus der Perspektive der letzten Gespräche und Korrespondenzen, die wir führten, durch gesundheitliche Einbrüche geschwächt, die aber nicht als „Krankheit zum Tode“ [1] hätten bewertet werden können, nach eigener Aussage auf dem Wege der Besserung und mit verschiedensten, in die Zukunft weisenden Vorhaben befasst, erschreckt sein Tod zutiefst. Er reißt eine Lücke in einen über ein halbes Jahrhundert geführten Dialog, beendet ihnmit Blick auf das umfangreiche Werk, das er geschaffen hat und das selbst bei wiederholter Lektüre zu ständig neuen Reflexion veranlasst, aber nicht. Auf dem schon weit in die 1960er Jahre zurückweisenden und mit dem gegen deren Ende begonnenen gemeinsamen »Marsch durch die Institutionen«, der auf verschiedenen Bahnen verlaufen ist, unterschiedliche Knotenpunkte hatte, aber stets in einem gemeinsamen Kampf für eine ohne Wenn und Aber anerkennungsbasierte, uneingeschränkte und selbstbestimmte Teilhabe aller Menschen an allen gesellschaftlichen Kommunikationen und Gütern kulminierte, in der Deinstitutionalisierung und Entkolonialisierung des Faches und der Praxen ihrer Exklusionen und Zwangsinklusionen, werden sich die Wege nun nicht mehr kreuzen können, aber auch nicht enden.

In seitens des Staates als Institution der in feudalistischen Mustern ständisch orientierten, hierarchisch gegliederten und fern jeder Bildungsgerechtigkeit operierenden Institutionen des Bildungssystems in der Spanne von der Sonderschule bis zur Universität tätig, galt der Widerstand den Praxen von Macht, Gewalt und Herrschaft von Menschen über Menschen und Forschung und Lehre der Aufklärung über deren ökonomischen, politischen und ideologischen Grundlagen. Mit seinem 1974 erschienen Buch „Sozialisation und Behinderung“ [2] leistet Wolfgang eine erste sozialwissenschaftliche Grundlegung der Behindertenpädagogik im Sinne des Nachweises, dass gesellschaftliche Verhältnisse, kulturelle Praxen und normative Bewertungen des Menschen Behinderung erst konstituieren. Damit entreißt er der Heil- und Sonderpädagogik und darüber hinaus der Psychiatrie und den vielfältigen subsidiären Betreibern der Institutionen der Behindertenfürsorge den beeinträchtigten bzw. psychisch kranken Menschen ihrem fachlich-paternalistisch über sie verhängten Objektstatus und konstituiert die Behindertenpädagogik als Subjektwissenschaft. Die philosophische Verankerung seines Denkens im historischen und dialektischen Materialismus und die vor allem von ihm aufgearbeitete und in der Theoriebildung weitergeführte Psychologie der Kulturhistorischen Schule, zu der zahlreiche Arbeiten entstehen, die schließlich 1987 und 1990 zu seinem zweibändigen Werk der „Allgemeinen Behindertenpädagogik“ führen [3], bilden einen ersten großen Bogen seines Schaffens.

Von dort aus kann ein zweiter, wiederum durch viele Arbeiten fundierter Bogen des Schaffens zu seinem 2019 erschienenen Werk „Behindertenpädagogik als synthetische Humanwissenschaft“ gesehen werden, das im Zusammenhang mit dem 2020 erschienen Werk mit Arbeiten zur „Materialistischen Anthropologie und postmodernen Ethik“ im Grunde seine sozialwissenschaftlichen und methodologischen Studien abschließt.[4] Damit legt er das Feld von Behinderung und Macht in neuer Weise und gleichwohl in einer ungebrochenen Kontinuität vom ersten Werk bis hin zur letzten Veröffentlichung in seiner Vieldimensionalität offen und spannt, lassen Sie mich in diesem Bild bleiben, einen großen Bogen über die zwei von mir benannten Schaffensperioden. In gewisser Weise ist die „Allgemeine Behindertenpädagogik“ der die Vergangenheit und die Zukunft seines Schaffens verbindende zentrale Pfeiler der Brücke, die über diesen zu anderen, zu neuen Ufern führt, von denen aus Wege im weiten Feld von Gesellschaft und Kultur konsistent weiterführen, die wir zu gehen haben werden. Wege eines aufgeklärten, des dialektischen und rehistorisierenden Denkens fähigen Umgangs mit Fragen der Pädagogik schlechthin.

Anzumerken ist unbedingt, dass Wolfgang in der von mir als erste große Schaffensperiode bezeichneten Zeitspanne schon 1976 im Diskurs um Fragen der begrifflichen Fassung von Behinderung aus der Sicht des historischen und dialektischen Materialismus, dem Bleidick in seinen metatheoretischen Überlegungen zum Begriff der Behinderung [5] ein unvermitteltes, additives Konzept personorientierter, interaktionistischer, systemorientierter und gesellschaftstheoretisch orientierter Betrachtungen modernistischer Art entgegenstellt (S. 411), die zentralen, das Phänomen der Behinderung als aktiven, gesellschaftlichen Akt begreifenden Begriffe der Isolation und den der Arbeitskraft minderer Güte herausarbeitet.[6] Damit sind die sozial-psychologischen Faktoren der Be-Hinderung menschlichen Lernens, Lebens und der Persönlichkeitsentwicklung und die marxistischen Dimensionen der Frage der Verwertbarkeit des Menschen im kapitalistischen System, auf das hin die Bildungsinstitutionen abrichten und aus denen u.a. jene herausfallen, die dann als behindert etikettiert werden, wiederum als in die Isolation führende Bedingungen benannt und die Zirkularität dieser sich selbst herstellenden Zusammenhänge klar erkannt. Damit ist die menschlichen Entwicklung schlechthin dialektisch entschlüsselt. Beide Begriffe sind das Werk von Wolfgang durchgängig konstituierende Momente, die in ihren interdisziplinären und humanwissenschaftlichen Dimensionen vielfältig ausgeformt werden.

Nach dem Studium der Psychologie und Tätigkeit als Sonderschullehrer an einer Schule für Lernbehinderte nimmt Wolfgang 1971 seine Tätigkeit an der Universität Marburg auf und 1974 an der Universität Bremen. Er baut mit Barbara Rohr einen Lehramtsstudiengang in Behindertenpädagogik auf – dort treffen wir 1978 wieder zusammen – später planen und setzen wir den Diplomstudiengang Behindertenpädagogik durch, die, einmalig in der BRD (und das bis heute im gesamten deutschsprachigen Raum) als Projektstudium in enger Verzahnung miteinander in Zusammenarbeit mit den Studierenden eine Forschung und Lehre, Theoriebildung und Praxis realisieren, die der Aufklärung, dem Gebot solidarischer Parteinahme und der Schaffung von Gemeinsinn verpflichtet war. Unser Anliegen war, den Studierenden eine so umfassende und tiefgreifende Bildung zu ermöglichen, die sie befähigt, der Marxschen Ethik folgend, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes,ein verächtliches Wesen ist“;[7] ob die Menschen nun – in welchen kategorialen Abstufungen auch immer – als behindert, entwicklungsgestört oder psychisch krank bezeichnet wurden oder aus vielfältig anderen gesellschaftlichen und ökonomischen Gründen ein prekäres Leben führen mussten und an den Rändern der Gesellschaft zu Vergessenen wurden – und es bis heute werden. Das noch immer bedingt durch einen von uns in konstruktiver Kritik an den kursierenden theoretischen Versatzstücken zur Inklusion immer wieder hervorgehobenen „Inklusionismus“ i.S. der Praxen „selektierender Inklusion“, die ein historisch einmaliges pädagogisches Paradoxon schaffen.

Das von Wolfgang (Gesamtherausgeber), Iris Beck, Peter Wachtel und mir 2009-2014 herausgegebene zehnbändige Enzyklopädische Handbuch der Behindertenpädagogik (Behinderung, Bildung, Partizipation) leistet im Grunde in einzigartiger Weise die „Rehistorisierung” der in die Systeme der Behindertenfürsorge zwangsinkludierten Menschen, leistet eine subjektwissenschaftlich fundierte Re-Interpreation vieler Syndrome und Momente beeinträchtigter Persönlichkeitsentwicklung, wie wir das mit dem 1981-1993 gemeinsam im Pahl-Rugenstein Verlag herausgegebenen „Jahrbuch der Psychopathologie und Psychotherapie“bereits grundgelegt haben und in besonderer Weise mit dem von Erwin Reichmann herausgegebenen „Handbuch der kritischen und materialistischen Behindertenpädagogik“ verdichtet ist. Dem Totschweigen seitens der damals Mächtigen im Fach und Fachverband dessen, was wir aufzuklären versuchten, stellten wir die Zeitschrift „Behindertenpädagogik” entgegen. Reisen nach Skandinavien und Italien, dort vor allem in Gesprächen mit Franco Basaglia, Agostino Pirella, Lorenzo Toresini u.a. ermutigten und stärkten uns. Auch das sind Bögen, die sich letztlich zu einem Netz und Gewebe verdichten, das noch jahrelanger Aufarbeitung bedarf, um es nachzuzeichnen und in seine Zukunft überführen zu können. Dem hier Rechnung zu tragen, ist nicht möglich. Auch können die vielfältigen konkreten Tätigkeiten einerseits konkreter politischer Praxis und andererseits der Repatriierung von langzeithospitalisierten Menschen in reguläre, zumindest dezentralisierte Lebensmöglichkeiten hier nicht hinreichend aufgelistet, geschweige denn gewürdigt werden; so auch nicht die in Kontexten der Mitgliedschaft von Wolfgang in der DKP und später in der PDS eingebetteten Tätigkeiten. Seine von zunehmend hoch differenzierten ethischen Positionen getragene marxistische Überzeugung ließen diesen Engagements allerdings nur eine jeweils zeitlich begrenzte Zeitspanne. Die Zuarbeit zu politischen Parteien und analogen Hochschulgruppierungen, die auf gesellschafts-politische Zielsetzungen orientiert waren, die mit den fachlich fundierten Überzeugungen zu vereinbaren gewesen waren, wurde nie unterbrochen. Hier würde ich auch Wolfgangs Dozentur an der Friedrich-Wilhelm-Wundt Universität Leipzig im Wintersemester 1987/88 verorten, ein bezogen auf die DDR-Geschichte historisch einmaliger Vorgang, den er in seinem 2017 erschienen Buch „Grenzerfahrungen“aufarbeitet und reflektiert.[8] Die Vielzahl der Bögen, die aufgespannt und im dialektischen Sinne in ihnen wiederum übergeordneten „aufgehoben“ werden, kennzeichnen philosophisch eine Spanne von Spinoza bis hin zu den gleichwohl politisch wie theologisch fundierten Positionen der „Pädagogik der Befreiung“, um das hier in einem Begriff auszudrücken. Der Dualismus der idealistischen Philosophie hat sich als Denkmodell sozialdarwinistischer, rassistischer und eugenischer Ansätze, die sich in lebensphilosophischen Desideraten wiederfinden, tief in die Pädagogik und insbesondere in die Heil- und Sonderpädagogik eingeschrieben und systematisch in die Katastrophe der Euthanasie mit ihrer industriell organisierten Ermordung Behinderter als lebensunwerte Menschen und Balastexistenzen und in den Holocaust des Hitlerfaschismus geführt. Er hat sich als Quelle des damit vollzogenen Gattungsbruchs der Menschheit auch als ein Denksystem erwiesen, das einer humanen und demokratischen Pädagogik diametral entgegengesetzt ist. Die monistische Philosophie, auf die Wolfgangs und meine Arbeiten durchgehend bezogen sind, ermöglicht auf Basis ihrer naturphilosophischen Kontexte, verbunden mit den postrelativistischen Dimensionen der Selbstorganisationstheorie, der Systemtheorie und eines kritischen Konstruktivismus ein neues Verständnis des Menschen und des Phänomens der Behinderung, die in ihrer erziehungswissenschaftlichen Transformation eine „Allgemeine Pädagogik und entwicklungslogische Didaktik“ zu schaffen erlauben,[9] die Macht, Gewalt und Herrschaft von Menschen über Menschen und die damit verbundenen Prozesse der Exklusionen und Zwangsinklusionen an den „Pol der Ohnmacht“, von dem Wolfgang oft gesprochen hat, aufbrechen, sie ihren euphemischen Verstellungen entziehen und Wege an den neuen Ufern anlegen, die erreicht worden sind.

In den letzten Jahren hat Wolfgang sein Schaffen noch einmal verdichtet. Er hat dabei teils weit zurück gegriffen, um weit vorauseilen zu können. Für mich ist seine Aussage, mit der er ein mit mir anlässlich seines 60. Geburtstages geführtes Interview abgeschlossen hat, eine, die ihn als Menschen, wie ich ihn erfahren habe, in besonderer Weise charakterisiert. Er sagte: „Insofern, wenn ich das alles annehme, gibt es keinen Grund zur Verzweiflung. Das Leben findet hier und jetzt statt und die Gegenwart muss theoretisch geöffnet werden, indem Erinnerungsarbeit stattfindet und die Zukunft das bleibt, was sie ist, Zukunft, mögliche Zukunft, deren schlechtmöglichste Variante ich emotional gegenbesetze, damit ich in der Gegenwart das Bestmöglichste tun kann.“[10]

Was galt es anzunehmen? Den Menschen, den anderen Menschen als Mensch, wie ich ein Mensch bin, ohne jene ideologischen Distanzierungen und Ausgrenzungen, die ihn zum anderen Andern machen – und das Leid das ihm durch uns als solcher widerfährt. In seiner Arbeit „Achtsamkeit und Ausnahmezustand”[11], mit der er sich auf die Theologin Dorothee Sölle bezieht,[12] schreibt und zitiert er wie folgt: „Mitgefühl ist zwar keine verbreitete Tugend und auch keine erbauliche Option. Doch »es ist wesentlich für unser Überleben« […] Die Bande der Gewalt zu brechen und jedes Joch zertrümmern heißt, auch jenes ideologische Joch im religiösen Feld zu brechen, das uns Tag für Tag den Jargon auferlegt und Verhältnisse von Macht, Herrschaft und Ökonomie durch Anrufung mittels quasireligiöser Metaphern wie Dialog oder Achtsamkeit euphemisiert, das heißt schönfärbt und unsichtbar macht“ (S. 168).

Diese Passage vermag aus meiner Perspektive einen zentralen Fokus von Wolfgangs Arbeiten der letzten Jahre zu charakterisieren, der über die Metaphysik, wie sie üblicherweise verstanden wird, hinausgeht und gleichzeitig die konkreten Verhältnisse von Macht, Gewalt und Herrschaft, die verwischt werden sollen, wieder als politischen Auftrag ins Alltagsdenken und -handeln zurückholt. Das, so meine ich, war ihm ein hoch bedeutender Imperativ, was wiederum mit einer Aussage von Enrique Dussel sehr deutlich wird,[13] die Wolfgang in verschiedenen Zusammenhängen zitierte und auch in Gesprächen immer wieder zum Ausdruck gebracht hat:[14]

„Der Andere ist das einzig heilige Seiende, das grenzenlosen Respekt verdient. Respekt ist Schweigen, aber kein Schweigen, weil es nichts zu sagen gibt, sondern das Schweigen derer, die etwas hören wollen, weil sie etwas über den Anderen wissen wollen.“ [15]

Damit in Zusammenhang sehe ich Wolfgangs Versuche, fern dem Dualismus ein materialistisches Verständnis des Begriffes der „Seele“ grundzulegen. „Sie ist die sinnlich übersinnliche Form des lebendigen Körpers in der Welt, seine potenzielle Energie, die ständig sozialer Resonanz bedarf, um erhalten zu bleiben und sich zu entwickeln. Insofern offenbaren Alltagsformulierungen »es tut in der Seele weh« oder Begriffe wie »Seelenmord« aber auch Ausdrücke wie, dass mich etwas »beseelt«, eine tiefe Wahrheit, vor deren Rekonstruktion sich die akademischen Psychologie bisher weitgehend verschlossen hat” (S. 19).[16] Wer den oder die andere als das einzig Heilige verliert, seien es Herrscher, Beherrschte oder Institutionen, trägt „seelenlose Charaktermasken“, mutiert, so Wolfgang, zu „seelenlosen Zombies“.[17] Eine gravierende Aussage und möglicherweise ein Kategorienfehler in seinem Werk?

In diesen Kontexten ist auch seine Auseinandersetzung mit der Pariser Commune von 1871 und Louise Michel [18] zu sehen, die, wie Wolfgang im Vorwort zu seinem Buch „Materialistische Anthropologie und postmoderne Ethik” schreibt,[19] vorweggenommen hat, was Enrique Dussel später als Grund jeder Ethik der Befreiung hervorhebt, nämlich, mit den Worten der Internationale, „uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selbst tun“, aber in anderer Weise, als es der zur Unkenntlichkeit verfälschte Sozialismus und Kommunismus versucht haben (S. XIII). Die Bedeutung des Schaffens von Wolfgang lässt sich vielleicht am besten mit Walter Benjamins Hinweis in seiner 14. geschichtsphilosophischen These erschließen, mit der er Geschichte als von der „Jetztzeit“ erfüllte Konstruktion beschreibt. Es geht darum, was für das Erschließen des ganzen Werkes von Wolfgang von Bedeutung ist, den Begriff einer leeren und homogenen Zeit des scheinbar unaufhaltsamen Fortschritts mit einem „Tigersprung ins Vergangene“ außer Kraft zu setzen. Das hat er mit den Publikationen der Jahre 2017-2020 getan. Sein Werk ist ein solcher Tigersprung, der, wie Benjamin betont, „unter dem freien Himmel der Geschichte der dialektische ist, als den Marx die Revolution begriffen hat“.[20]

Ich möchte diese Betrachtungen mit einer von Wolfgang in seinem zuletzt erschienenen Buch[21] erhobenen Forderung abschließen:

„Liebe Kolleginnen und Kollegen, habt den Mut selbst zu denken, hört auf, Euch von den herrschenden Mächten anrufen zu lassen. „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Begreift mit Enrique Dussel dass das einzige Heilige, der oder die Andere ist, und dass das wichtigste, was wir brauchen, ein Atheismus gegenüber den Herrschenden ist […]“ (S. 26).

[1] Dies im Sinne der doppelten Bedeutsamkeit der Aussage in Assoziation mit Kirkegaards gleichnamiger Schrift „Die Krankheit zum Tode”. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 1962

[2] Jantzen, W. (1974): Sozialisation und Behinderung. Gießen: Focus Verlag; 2018 im Psychosozial-Verlag Gießen neu aufgelegt.

[3] Dieses Werk liegt inzwischen in einem Band vor: Jantzen, W. (2007): Allgemeine Behindertenpädagogik, Teil 1 u. 2. Berlin: Lehmanns Media.

[4] S. Jantzen, W. (2019): Behindertenpädagogik als synthetische Humanwissenschaft und ders. (2020a): Materialistische Anthropologie und postmoderne Ethik. Beide erschienen im Psychosozial-Verlag, Gießen.

[5] Bleidick, U. (1976): Metatheoretische Überlegungen zum Begriff von Behinderung. In: Z.f. Heilpädagogik, 27, 7, S. 408-415.

[6] Jantzen, W. (1976): Zur begrifflichen Fassung von Behinderung aus der Sicht des historischen und dialektischen Materialismus. In: Z.f. Heilpädagogik, 27, 7, S. 428-435.

[7] Marx, K. (1876): Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. In: MEW, Bd. 1. Berlin: Dietz Verlag, S. 328-391.

[8] Jantzen, W. (2017): Grenzerfahrungen. Gastprofessor in Leipzig/DDR. Essen: Neue Impulse Verlag.

[9] Feuser, G. (2018): Wider die Integration der Inklusion in die Segregation. Zur Grundlegung einer Allgemeinen Pädagogik und entwicklungslogischen Didaktik. Berlin: Peter Lang Verlag.

[10] In: Feuser, G. & Berger, E. (Hrsg.) (2002): Erkennen und Handeln. Für Wolfgang Jantzen zum 60. Geburtstag. Berlin: Verlag Pro Bussiness, S. 7-58. Das Interview wurde am 19.04.2002 geführt. Das Zitat findet sich auf S. 58.

[11] In Jantzen 2019; s. Anm. 4, S. 161-179

[12] Sölle, D. (1985): Lieben und Arbeiten. Eine Theologie der Schöpfung. Stuttgart: Kreuz-Verlag.

[13] Dussel, E. (1989): Philosophie der Befreiung. Berlin: Argument Verlag.

[14] Bei Dussel 1989 (Anm. 13) auf den Seiten 55, 75 und 61; bei Jantzen 2019 in der Arbeit „Inklusive Erziehung und Epistemologie des Südens” (S. 309-339), dort S. 325.

[15] Hervorhebung G.F.

[16] Jantzen, W. (2020b): Seele, Sinn und Emotionen. Gießen: Psychosozial-Verlag; die zitierte Arbeit findet sich auf den Seiten 13-21. Sie dient auch als Vorwort für die 2019 publizierte Dissertation von Tatjana Jungblut mit dem Titel „Seelenwissenschaft von der Antike bis zur Gegenwart”, erschienen im Psychosozial-Verlag, Gießen; dort S. 15-20.

[17] Siehe u.a. Jantzen, W.: Warum Metaphysik im Rahmen materialistischer Philosophie? In: Jantzen 2020b, S. 324; s. Anm. 16.

[18] Michel, L. (2019): Louise Michel. Die Anarchistin und die Menschenfresser. Wien: bahoe books.

[19] Jantzen, W. (2020c): Materialistische Anthropologie und postmoderne Ethik. Gießen: Psychosozial-Verlag.

[20] Benjamin, W. (2015): Geschichtsphilosophische Thesen. In: Benjamin, W.: Zur Kritik der Gewalt und andere Aufsätze. Frankfurt/Main: Edition Suhrkamp, S. 78-96; dort S. 90.

[21] Jantzen, W. (2020d): Geschichte, Pädagogik und Psychologie der geistigen Behinderung. Berlin: Lehmanns Media.