Die ostdeutsche Wirtschaft 35 Jahre nach der Deutschen Einheit
In seinem Beitrag beleuchtet Oliver Holtemöller, wie sich die ostdeutsche Wirtschaft seit der Wiedervereinigung bis heute entwickelt hat. Dazu vergleicht er die ostdeutsche Wirtschaft auch mit der westdeutschen sowie mit der restlichen EU. Dabei werden der Konvergenzprozess dessen wichtigste Determinanten beschrieben. Zudem geht Holtemöller auf die weiteren Perspektiven des Wirtschaftswachstums in Ostdeutschland ein. Zwar beschreibt er den wirtschaftlichen Aufholprozess Ostdeutschland als Erfolgsgeschichte, bemerkt aber auch, dass die Erwartungen an den Aufholprozess zur Zeit der Wiedervereinigung höher als die tatsächliche Entwicklung war.
Einleitung
Zum Zeitpunkt der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990 lag die Wirtschaftskraft Ostdeutschlands deutlich unter derjenigen Westdeutschlands. Die Berichterstattung des Statistischen Bundesamtes zu den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für das Gebiet der ehemaligen DDR beginnt mit dem zweiten Halbjahr 1990. Zunächst war davon ausgegangen worden, dass das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen im Gebiet der ehemaligen DDR in diesem Zeitraum 12.490 DM (6.386 Euro) in jeweiligen Preisen betrug beziehungsweise 29 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen im Früheren Bundesgebiet (Statistisches Bundesamt 1991). Allerdings zeigte sich bei den Revisionen der Statistik, dass das Bruttoinlandsprodukt auf dem Gebiet der ehemaligen DDR deutlich niedriger war als zunächst geschätzt; im Jahr 1993 wurden für das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen im zweiten Halbjahr 1990 nur noch 11.649 DM (5.956 Euro) angesetzt, und die Relation zum Früheren Bundesgebiet lag demnach bei 27 Prozent (Statistisches Bundesamt 1993).
Prof. Dr. Oliver Holtemöller ist stellvertretender Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und dort Leiter der Abteilung Makroökonomik. Zudem ist er Professor für Volkswirtschaftslehre an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind quantitative Makroökonomik, Konjunkturzyklen und Prognose, angewandte Ökonometrie und Zeitreihenanalyse, monetäre Ökonomik, makroökonomische Politik und ökologische Makroökonomie.
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