Demokratiepolitische Orientierungen Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2024/25
Mit einem Fokus auf demokratiepolitische Orientierungen Jugendlicher fragen Harry Friebel und Wibke Boysen in ihrem Beitrag, inwieweit der „Rechtsruck“ in Deutschland für die Jugendliche und jungen Erwachsene Anlass gibt zum demokratiebewahrenden Handeln, Verhalten und Einstellungen. Dazu analysieren, vergleichen und kritisieren sie drei aktuelle sozialempirische Jugendstudien, was die demokratiepolitische Orientierung Jugendlicher in der Multikrise betrifft.
Jugendliche zeigen im intergenerationellen Kontext auf, wohin sich Gesellschaften zukünftig bewegen können. Aus einer Vielzahl von empirischen Studien greifen wir in systematischer Absicht drei aktuelle fachlich besonders einschlägige Untersuchungen heraus, um gesellschaftspolitische Perspektiven und Orientierungen hinsichtlich ihrer Ergebnisse und Methoden vergleichend zu analysieren: die SINUS-Jugendstudie 2024 von Marx Calmbach et al. (2024), die 19. Shell-Jugendstudie von Matthias Albert, Gudrun Quenzel und Frederick de Moll Verian (2024) und die siebte Trendstudie Jugend in Deutschland von Simon Schnetzer, Kilian Hampel und Klaus Hurrelmann (2024).
Die Fokussierung auf die Jahre 2024/25 impliziert drei historisch gewichtige demokratiepolitische Gestaltungs-Jubiläen: 2024 wurde der 75. Geburtstag des Grundgesetzes gefeiert und der Mauerfall zwischen Ost und West jährte sich zum 35. Mal. 2025 heißt: 80 Jahre nach der Befreiung Deutschlands von der NS-Diktatur.
Wir ergänzen und kontextualisieren die drei empirisch-sozialwissenschaftlichen Studien mit der Leipziger Autoritarismus-Studie Vereint im Ressentiment von Oliver Decker et al. (2024) mit Schwerpunktlegung auf den Phänomenbereich Rechtsradikalismusi in Deutschland und dem jugendtheoretischen Lehrbuch Jugendsoziologie von Albert Scherr und Ullrich Bauer (2024)ii sowie ausgewählten altersspezifischen Befunden der Bundestagswahlen 2021 und 2025. Von dieser themenspezifischen, theoretischen und parteiwahlanalytischen Erweiterung/Einbettung versprechen wir uns einen verdichtenden Diskurs über die demokratiepolitischen Orientierungen Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland.
Prof. em. Dr. Harry Friebel ist Soziologe an der WISO-Fakultät der Universität Hamburg. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind NS-Erinnerungskultur sowie Jugend und Bildung/Weiterbildung.
Wibke Boysen M.A. ist Soziologin und Lehrbeauftragte an der WISO-Fakultät der Universität Hamburg. Ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte sind Bildungs- und Weiterbildungsbiographien, NS- Erinnerungskultur und Sozialpolitik.
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